Nr. SSl Zweites Blatt | GMisdeiülKM: Mrßmrr Familünblätter, Der hejstßhe Landwirt ! KKter ffir HMche Docksksnde. M Bezugspreis vierteljährl. Ml. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die AbholesteL« Vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljShU. mit Bestellgeld. iwi >«,«igen z» der *e*Rittog» Dr ke fdgrefc« Sag «»scheinenden Nmmmr bti norm. M Wte. glMMfiiagm spätesten- «M M0tr. 8Bt Anzeigen-Bermttttung-steüen d«S In- und AuslaotzW «n-eigen für ben Gießener. Anzeiger entgegn AeilenpreiS: lokal 12 Pfg., an-wärt- 20 Pfg. Der Krieg in Südafrika. Eine Gruppe von 100 Buren griff am 15. September die englische Garnison von Bultfontein im Osten de- Freistaates an, die nur aus 16 Mann bestand, aber LLgNch atit Bv4o«|aK bei A«vL«T-. Schmer 8&ewi$UwmtUt «Mtav. be® «uzeiger L» eM ^Heff. m. ^Blätter 9fr frS. MKunbt* .<-^L4a*l tdgdegt. für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L | Der Kawpf der beiden deutschen Seebataillone bei I Lranghsianghsien, 20 Kilometer südwestlich von Peking I beweist, daß in der Umgebung von Peking sich noch immer | feindliche Streitkräfte befinden, es waren jedoch nicht regu- I läre. Bon diesen wird kein Widerstand befürchtet. Aus I Shanghai 'wird gemeldet: Nach dem G e fe cht b e i Li a n h- I sianghsien, ungefähr 25 Kilometer südwestlich von! | Peking, wo 6000 Boxer und einige reguläre chinesische I Soldaten von den deutschen Truppen zerstreut wur- I den, setzten die beiden Seebataillone ihren Vormarsch | fort. Die Boxer verloren 380 Tote. Die Deutschen hatten I einen Toten (Seesoldat Gobel) und fünf Verwundete. Die I Stadt wurde niedergebrannt. Die Offiziere und Mannschaften des deutschen Kreuzers „Cormoran", die ihre Dienstzeit auf der australischen Station beendet haben, haben sich wie man aus Sydney meldet, sämtlich für den Dienst in China freiwillig awgeboten. Der Kommandeur des Kreuzers hat diesen Wunsch seiner Besatzung an den Kaiser telegraphiert. Der deutsche Dampfer Bosnia, der von der Hamburg- | Amerika-Linie für den Transport der in Nordamerika I gekauften, nach China bestimmten Pferde der ! Division v. Lessel eingerichtet wurde, ist am 13. September in San Francisco eingetroffen, wo er 1200 Tiere an! Bord nehmen wird. Die „Frankfurt" ist seit dem' 5. September von Moyi nach Kalifornien unterwegs und dürfte eine gleiche Anzahl Pferde nach Taku befördern. I Der Nest der erforderlichen 4000 Pferde kommt von Austra- I lien, von wo bereits im August zwei kleinere Transporte I nach der Peihomündung abgingen. Anfang September I wurden annähernd 1000 Stück Nach China übergeführt. I Die Meldung des Melbourne Argus, daß für die deutsche I Negierung 4000 australische Pserde angekauft und die erste I Ladung mit dem Dampfer Kirklee nach Weihaiwei unter- I Wegs ist, trifft nicht zu. In Ostasien hat die Heeresver- I Waltung lediglich die Wagen- ünd Reitpferde für die I Feldpost des Ekpeditionskorps ankaufen lassen. 1 MSsL-e«, t^yeMb« und Sra*v* Nr. 7. Die Wirre« iu China. ift »Kölir Ztg." meldet aus Berlin: Von den Mächten tor3ermaUl btc neueste deutsche Note noch keine de^Ä^^Ewort erteilt worden, doch gewinnt man der memanb M' dem sachlichen Gewicht Aussicht entziehen könne. Sonach sei ch vorhanden, daß der deutsche Vorschlag ber den Die Leichenfeierlichkeiten für Prinz Heinrich von Heffen. Aus München wird vom 19. d. M. geschrieben: Heute vormittag fand im Palais an der Königinstraße die kirchliche Einsegnung der Leiche des Prinzen Heinrich von Heffen statt, zu der sich eine stattliche Trauerversammlung aus Hof, und Militärgesellschaftskreisen einfand. Vom königl. bayerischen Hofe waren erschienen Prinz Rupprecht als Vertreter des Prinzregenten, Prinz und Prinzessin Ludwig Ferdinand, die Herzöge Siegfried und Christoph, ferner Herzog Paul von Mecklenburg, als Ver- ireter des Großherzogs von Heffen dessen Flügeladjutant Freiherr v. Roder, vom diplomatischen Korps der sächsische, englische und italienische Gesandte, für den in Urlaub be- sindltchen preußischen Gesandten der Geschäftsträger Gras Bernstorff, sowie ein Vertreter des russischen Gesandten. Ferner waren anwesend der bayerische Staatsminister Dr. Freiherr v. Crailsheim, Obersthofmeister Graf Castell, Zeremomenmeister Graf Moy und verschiedene Mitglieder der Generalität und des Offizierkorps, die Aerzte, die den Verstorbenen behandelt hatten, Geheimrat Dr. v. Ziemssen und Dr. Bredauer, sowie zahlreiche Damen. Die Leiche ivar m dem dunkel ausgeschlagenen Musiksaal aufgebahrt, zur Rechten und Linken des Sarges standen Ehrenposten, gestellt vom Infanterie - Leib - Regiment, zu Füßen des Sarges lagen auf Kissen die Orden des Prinzen, an vier Betpulten knieten während der Einsegnung die Witwe des Verstorbenen,- Freifrau von Dorn- derg die beiden Söhne Graf zu Nidda und Freiherr von Dornberg und Prinzessin Lud- Bayern. Der Einsegnungsakt oegann nnt feierlichem Gesang des Hoftheater-Singchors, dann nahm Dekan Kahl mit einer ergreifenden Ansprache, rn der er einen kurzen Ueberblick über den Lebensgang des Prinzen gab und deffen ritterlichen und edlen Charakter betonte, und den entsprechenden kirchlichen Gebeten die Einsegnung der Leiche vor. Mit Chorgesang schloß der ernste Akt. Hieraus führte Prinz Rupprecht die Freifrau von Dornberg in, die anstoßenden Gemächer, wo ihr die übrigen Teilnehmenden ihr Beileid zum Ausdruck brachten. Ueberaus zahlreich waren Beileidskundgebungen und Kränze einge- troffen. Unter anderen waren von den Anverwandten des Prinzen, der Kaiserin von Rußland, dem Großherzog und der Großherzogin von Heffen, der Großfürstin Sergius, ferner vom Prinz Regenten, der Herzogin von Modena und den übrigen Mitgliedern des königlichen Hauses, dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich von Hohenzollern, Prinzen Karl von Baden, sowie dem Kaiser Franz Joseph u. a. Kränze gespendet worden. Major v. Geldern überbrachte einen Kranz von der hessischen Division und dem hessischen Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24, dessen zweiter Inhaber Prinz Heinrich war. Heute abend 7 Uhr tolrb ble Leiche in aller Stille nach Darmstadt überführt, uni rmstadt ging uns heute vormittag von Wiem 8. Mitarbeiter folgende telephonische Meldung zu: ,iä Seifefcuna der Leiche des Prinzen Hein- i4tieben,n69ffen ^Ute »°rmittag »ach dem Borge. Ordnuna fta . ^'^« Uü.b ber 9=ftern bekanntgegebeneu auf bem Sc,«e fam um 9 Uhr mit Extrazug Herzog und M der Groß- °. d>- Fürstlichkeiten nebst Gefolge u. s. w zum umaL Sara " aut fr' ®Er e*- Kreuz angebracht wir, wÜrd^von 8 hiesigen R-gimenler in den Leichenwagen gchoben dem di- zahlreichen Kränze daraus gS ± b°r Zug in Bewegung. Dem Sarf^en der^ A Herzog, rechts von ihm Prinz Alfons von Ravern links von ihm der Sohn des Verstorbenen Gras zu Nidda und Pr.nz Christian von Schleswig-Holstein dann als Vertreter des Kaisers General v. Lindeauift Um w Uhr langte der Zug auf der Rosenhöhe an ' Zur Beisetzung hielt Hofprediger Ehrhardt einen ku^en I lrturgischen Gottesdienst mit anschließendem Gebet und Segen. Der Großherzog begrüßte noch die einzelnen Deputationen und fuhr dann ins Palais zurück. I Rom, 20 September. Kardinal Ram polla richtete an alle päpstlichen Nnntiatnren eine Note, worin er sie auffordert, bei den betreffenden Regierungen Schritte zu tyun,. damit die internationalen Trupven in Peking gelassen würden, um eine Wiederholung der Angriffe und Mordthaten zu vermeiden. r 9 kon , 20. September. Die deutsche Note bezüglich Chinas ist der amerikanischen Regierung gestern zugestellt.worden. Dieselbe wird in dem heute stattfindenden Ministerrat. geprüft werden. Die amerikanische 6 r u n g zieht es vor, ihre eigenen Bedingungen den Großmächten zu unterbreiten. Sie soll be reits eine u n g ü n st i g e Antwort auf die deutsche Note vorbereitet haben. I Zie Feldpostexpedition ist bereits mit dem Dampfer Preußen in Taku eingetroffen und entfaltet zwischen Taku I A^-^entsm eme rege Thätigkeit. Bei dem Vormarsch der I Diviston v. Lessel werden an den bedeutenderen Orten Zbldpoststationen errichtet, die unter der Leitung eines I Feldpostsekretars stehen, von denen sechs an der Expe- I chtwn teilnehmen. Der Dampfer Rhein, dessen Ankunft I der Peihomündung unmittelbar bevorsteht, bringt Aus- | rustungsgegenstände für fünf Feldpoststationen. — Der Oberleutnant v. Hippel, bisher 1. Offizier des Torpedo- divisionsboot D 10, wurde zum Flaggleutnant des zweiten I bes ostasiatischen Kreuzer geschwaders, des Kontre- I Admirals Kirchhoff, ernannt. Er wird sich an Bord des I großen Kreuzers Hansa, der vor Taku liegt, einschiffen. I . Das 3. russische Sappeurbataillon, das aus Wilna m 0?^ eingetroffen war, um nach Ostasien abzugehen, I erhielt Befehl, nach Wilna zurückzukehren. Dagegen I 9l.n9e.Tl aus Odessa an Bord des englischen Dampfers I Sicman die kombinierten Bataillone der neugebildeten I drei sibirischen Schützenregimenter nach Ostasien ab Anverwandte der bereits in China gelandeten I oder auf dem Wege dorthin begriffenen Truppen des ost- I asiatischen Expeditionskorps, welche über den Verbleib I eT Angehörigen unterrichtet zu sein wünschen, I haben etwaige Anfragen unter 'der Adresse: „Kriegs- Ministerium, ostasiatische Abteilung, Berlin W., Leipziger- I slraße 5" dorthin zu richten. Anfragen bei der ostasiatischen Abteilung über den Verbleib von Angehörigen der I kaiserlichen Marine und der bei Marinetruppenteilen befindlichen Personen, wie sie in letzter Zeit wiederholt vor- I gekommen sind, können von dieser Stelle aus nicht be- | antwortet werden. Telegramme de- Gieherser Anzeiger-. I L o n d o n, 20. September. Nach Berichten aus Shang- I Hai wurden durch, ein kaiserliches. Edikt die Viceköniqe I ^uklnyr und Tschangtschitoung zu Li-Hung-Tschangs Mit- bevollmachtigten ernannt. Dieselben sollen jedoch aus ihren Posten bleiben und nur durch Depeschen konsultiert werden. Lo u do n , 20. September. „Daily Telegraph" ist der Ansrchx, daß wahrscheinlich ChinadiedeutschenVor- W«ge ablehnen werde, obgleich sie Englands Unterstützung sicher seien. „Daily Mail" glaubt, daß Graf Waldersee bei seiner Ankunft in Peking eine sehr I 'Hwirri g e Aufgabe vorfinden werde. „Daily Telegraph' meldet aus Petersburg, man sei dort der Ansicht, beixtf.^e Vorschlag von den vereinigten Staaten unterstützt werden wird. Ucber die Haltung Japans ist noch, Nichts authentisches bekannt. e o 5'?0. September. „Daily Mail" meldet, der franzopsche Gesandten in Peking habe Li-Hung-Tschana vorgeschlagen, der Kaiserin-Mutter eine Mitteilung zuzu- stelien, damit diese sich mit den Großmächten verständigen könne. Li-Hung-Tschang lehnte diesen Vorschlag ab London, 20. September. Aus Shanghai wird qe- weldet: Man versichert hier, daß die chinesischen Delegierten sich weigern, eine Uebereinkunft mit den Vertretern der Großmächte zu treffen, die eine exemplarische Bestrafung der Kaiserin-Witwe verlangt. Die chinesischen Delegierten weigern sich jedoch^ nicht, der Bestrafung der Kaiserin durch Thronentsetzung zuzu- ftimmen. Sie billigen auch eine Bestrafung des Prinzen Tu an und , der übrigen verantwortlichen hohen Beamten die an der jetzigen Lage in China schuld seien. — Admiral Seymour wird heute nach Tientsin abreisen und sich von dort nach Peking begeben. September. Bezüglich der Note von Bulow bemerken die weiften1 Blätter, daß diese Note eigentlrch überflüssig gewesen sei, da sie im wescnt-^ lrchen nur wiederhole was der französische Minister des Auswärtigen, Delcassee, bereits in einer früheren Note gesagt habe. I nicht nur ohne Voreingenommenheit, sondern mit ÄT 8<*wft werde. - Nach demselben I Blatte äußerte Li-Hung-Tschang, in der europäischen Presse I ^rden als die Schuldigen nicht immer die richtigen Per- I s"nen genannt. Er wisse, welche Leute die eigentliche Ver- antwortnng treffe, werde aber schweigen, um rützt die Rache der vereinrgten Mächte aus die richtige Spur zu I l-vll VC 11 . # englischen, französischen und österreichischen Blätter o^chGlgen sich mit der Cirkularnote des Staatssekretärs von Butow und billigen dieselbe auf das wärmste. Die englischen Blatter erklären sie für vollkommen identisch bem englischen Standpunkt. In den Pariser Blättern wird der gemäßigte Ton der Note gelobt und mit Besrie- dlgung konstatiert,, daß endlich! eine erste Basis für die sro Vn^tUK-9em sei. Deutschland bringe etwas Methode-in die Bespreichungen der Mächte. Es werde denselben schwierig ihre Zustimmung zu versagen. Uebrigens scheine nur Rußland Neigung zu haben, selbst mit den Hauptschuldigen glimpflich zu verfahren. Der Wiener „Polit. Corresp." zufolge ist der Cirkularnote des Grafen v. Bülow ein vertraulicher Meinungsaustausch zwischen dem Berliner und anderen Kabinetten vorausgegangen Meldung der „Polit. Corresp." dürften die Mächte, falls Deutschland darauf besteht, der A b s e tz u n a der Kaiserin-Witwe in China zustimmen. 9 rr- . < ndon wird berichtet: Prinz T s ch i n g erließ ein Cirkularschreiben an die Vicekönige, in dem er sie zum! , v ? er Fr ent den, ihrer Kirchen und Klöster und zur Unterdrückung der Boxerbewegung speziell in der Pro- vmz Petschili auffordert, um die Friedensverhandlunaeni zu erleichtern. a Wie weiter gemeldet wird, besteht über die Frage der Zurückziehung ider Truppen aus Peking zwischen dem r^br^^lschen Gesandten Cong er und dem amerikanischen General C h a f f e e eine ernste Differenz. Chaffee Klangt die Zurückziehung, da alle militärischen Aufgaben [eieu- Gonget erklärt, die Truppen seien zum Schutze der Gesandtschaft und der eingeborenen Christen I notwendig. Conger hat audE), gegen die Annahme Yunglus als Friedensunterhandler protestiert. „Daily Expreß" meldet aus Shanghai: Salisbury habe nach Peking telegraphiert, daß die Rückkehr des Kaisers nach Peking eine Grundbedingung für den Beginn von Friedensverhandlungen sei. ^^"A^?^^preß" berichtet aus Hongkong: Feld- marichall Graf Waldersee lehnte in Singapore die Einladung der deutschen Kolonie zu einem Frühstück mit I Der Bemerkung ab, daß er nicht aufzufallen wünsche eme Aeußerung, die angeblich unter den Deutschen großes Mißvergnügen (?) erregte. In Hongkong, wo Gras Waldersee Sir Henry Blake besuchte, fand infolge dessen I keinerlei Empfang statt. - Der „Franks. Ztg." Lird aus Shanghai telegraphiert: Graf Waldersee, der auf der I „Hertha" Hongkong verlassen hat, wird am Freitag in I Wusung erwartet. I 8reitag den 2t. September 150. Jahrgang woo Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und AnzNgeblatt für» de» ALreis Gietzen. tapferen Widerstand leistete und mehrmals die Angriffe der Buren zurückschlug. Am Tage daraus wurde die Garnison von berittener Infanterie entsetzt. Lord Roberts telegraphierte aus Nelspruit vom 18.: <^tephensons Brigade besetzte gestern diesen Ort, ohne aus Widerstand zu stoßen. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" schildert die Besetzung Barbertons durch General French sotgendermaßen: „Wir sind seit beinahe einer Woche unaufhörlich in den Bergen herumgeklettert und haben die Buren an allen Stellen zurückgetrieben. Die Nächte brachten wir in Biwaks in den Bergen zu. General Frenchs vorgeschobene Truppen besetzten Barberton. Unsere Verluste waren gering, aber der Feind war vollständig demoralisiert. Ungefähr 100 Buren ergaben sich oder wurden gefangen genommen, und außerdem fiel eine Unmenge Proviant, Munition und Gewehre in unsere Hände. Die Eisenbahn ist unberührt. Der letzte Zug entkam um 11 Uhr vormittags. Die Buren wiesen 3000 Frauen, Kinder und Flüchtige an, die Lagerhäuser der Regierung zu Plündern, und als ich mit den ersten Reitern in die Stadt kam, traf ich sie noch bei der Arbeit an. Wir ritten zunächst direkt zu den gefangenen Engländern, die uns mit Hurrarufen empfingen. Es waren 19 Offiziere und 60 Mann. Alle waren gesund und ihre Quartiere ausgezeichnet. Die Rollen sind jetzt gewechselt, und sie bewachen heute die Buren. Zuerst schien es in der Stadt zu Unruhen kommen zu wollen, aber jetzt hat sich alles wieder beruhigt. Eine große Menge Buren-Offiziere und Leute sind gefangen genommen worden. In den Bergen mußten die Pferde verschiedentlich geführt werden, weil die Abhänge sehr steil waren. Es geschahen wenig Unglücksfälle. Am Samstagmorgen um 9 Uhr ließ General French den Union Jack hissen, und als die Flagge stieg, ließ er drei Hochs auf die Königin ausbringen. Eine große Anzahl Buren sah der Festlichkeit zu. Buren ergeben sich noch fortwährend. Wir haben 500 Gefangene gemacht, abgesehen von denen, die aus Ehrenwort aus freiem Fuße sind." In Lourenzo Marquez traf am 18. September eine Burenambulanz mit 20 verwundeten Buren und 4 Engländern ein. 500 Burenflüchtlinge sind angekommen. Lourenzo Marquez ist überschwemmt von Buren. Die holländische Ambulanz traf von Komatipoort dort ein und kehrt nach Europa zurück. Zum Tode des Burengenerals Joubert geht der Düsseldorfer „Bürgerztg." von einem mit dem deutschen Kommando aus Transvaal zurückgekehrten Landsmanne eine unglaubliche Meldung zu. Diese besagt, es sei in Transvaal ein offenes Geheimnis gewesen, daß General Joubert keines natürlichen Todes gestorben sei. Man entdeckte bei seinem Sekretär 25000 Pfd. St., über die dieser keinen Ausweis geben konnte. Man nahm daher an, daß sich Joubert hatte von den Engländern bestechen lassen. Seine Frau war eine Engländerin, er selbst war der Führer der Gegenpartei Krügers. Als sein Verrat den Buren nicht mehr verheimlicht werden konnte, zitierte man ihn vor den Kriegsrat, und da sein Verrat, wie es scheint, (!) erwiesen wurde, machte man kurzen Prozeß und vergiftete ihn, damit er ohne viel Aufsehen verschwand. In den Zeitungen habe es geheißen, er sei an einem Magenleiden gestorben. So schnell aber entwickelten sich Magenleiden nicht, denn zuvor wäre er noch ganz rüstig gewesen. — Offenbar handelt es sich hier um Gerüchte und Lagergeschwätz, nicht um greifbare Thatsachen. Ware Joubert des Verrates überführt, so würde man ihn wahrscheinlich erschossen oder auf andere Weise als durch ein langsam wirkendes Gift beseitigt haben. Er kränkelte bekanntlich längere Zeit, bevor er starb. Daß sich ein Magenleiden bei der veränderten Lebensweise des bejahrten Generals im Felde schnell entwickeln konnte, ist doch nicht schwer zu verstehen. Die Ausweisungen von Fremden auSTrans- vaal, darunter auch einer Anzahl deutscher Reichsangehöriger, dauern fort, und mehrfach hatte man in Kapstadt, wie von dort geschrieben wird, Gelegenheit, eine sehr wenig rücksichtsvolle Art der Beförderung der Ausgewiesenen zu beobachten. Bon feiten der zuständigen Konsuln, insbesondere auch des deutschen, sind hiergegen bei dem Gouverneur Sir Alfred Milner Beschwerden erhoben worden. Sir Alfred Milner hat daraufhin dem deutschen Generalkonsul gegenüber die Zusicherung wiederholt, er werde alles thun, um bei den britischen Militärbehörden darauf hinzuwirken, daß auf Reichsange- hdrige, insoweit ihre Ausweisung vom Kriegsschauplätze nicht zu umgehen sei, jede mögliche Rücksicht genommen werde. In der That soll sich in letzter Zeit eine Besserung in der Behandlung der Ausgewiesenen wenigstens insofern bemerklich machen, als die Behörden jetzt für deren Unterkunft und Verpflegung, sowie für freie Weiterbeförderung uach Europa Sorge tragen. Für die deutschen Frauen, die sich unter den Ausgewiesenen befanden, wurde dabei erreicht, daß man sie mit Fahrkarten zweiter Klasse versah. Präsident Krüger hat das Anerbieten der holländischen Regierung, zur Reise nach Europa sich auf ein holländisches Kriegsschiff einzuschiffen, angenommen. Telegramme des Gießener Anzeigers. Amsterdam, 20. September. Präsident Krüger wird nur einen kurzen Aufenthalt in Holland nehmen. Die Königin Wilhelmine, die das Schicksal der Buren sehr interessiert, soll den Präsidenten bewogen haben, sich in erster Reihe an Frankreich zu wenden, um sich dessen Sympathieen zugunsten der Buren zu sichern. Die Königin soll bereits in diesem Sinne auf die französische Regierung eingewirkt haben. Haag, 20. September. Die internationale Friedens liga protestiert gegen die letzte Proklamation Lord Roberts, die eine Mißachtung der jüngst im Haag vereinbarten Rechte der Völker und Personen fei. Deutsches Reich, f Berlin, 19. September. Der Kaiser ist heute mitttag um 1,15 Uhr in (Sabinen eingetroffen. Der Chef des Civilkabinetts von LucanuS befindet sich noch in (Sabinen. Der Kaiser wirb voraussichtlich birekt von (Sabinen nach Rorninten fahren. Die Kaiserin begab sich heute morgen 7,30 Uhr nach Tolkemit. — Der Kaiser trifft nach den bisherigen Bestimmungen am 10. Oktober zu mehrtägigem Besuche bei der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedri chsh of ein. Wahrscheinlich am 11. Oktober soll die feierliche Grundsteinlegung des Reichs-Limes-Museums stattfinden. Dreden, 19. September. In Vertretung des Kaisers traf zu den B eisetzungsfeierlichkeiten Prinz Friedrich von Preußen auf dem Hauptbahnhofe ein. Die Ehrenwache auf dem Bahnhof stellte eine Kompagnie des 2. Greuadier- regiments Nr. 101 (Kaiser Wilhelm, König von Preußen). Mit demselben Zuge traf Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg als Vertreter des Herzog-Regenten ein. Im Laufe des Vormittags waren bereits eingetroffen Prinz Karl Anton von Hvhenzollern und Herzog Heinrich von Mecklenburg. Nach der feierlichen Einsegnung fand abends um 8 Uhr dieUeberführung derLeiche des Prinzen Albert nach dex Hofkirche statt. Den Zug eröffnete eine Eskadron Ulanen und eine Kompagnie Jäger. An der Spitze befanden sich Prinz Georg und die Prinzen Friedrich August, Johann Georg und Max. Der König mit den fremden Fürstlichkeiten erwartete am Hauptportal den Sarg, der von zwölf Unteroffizieren getragen wurde. Der König, die Prinzen und die fremden Fürstlichkeiten schritten dicht hinter dem Sarge, während die Königin und die Prinzessinnen im Oratorium der Feier beiwohnten. Sämtliche Trauerzeremonien vollzog Prinz Max. Nach Schluß der Feier wurde der Sara in die Familiengruft gesenkt. München, 19. September. Aus dem Allgäu wird geschrieben: Ein etwas geheimnisvoller, jedenfalls bis jetzt nicht aufgeklärter Vorfall macht viel von sich reden und giebt zu allerlei abenteuerlichen Gerüchten Veranlassung. Wie erzählt wird, bemerkte, als der P r i n z - R e g e n t an einem Tage der vergangenen Woche auf die Jagd ging, die Begleitung des Jagdherrn einen Mann, der in einiger Entfernung vorausging, sich plötzlich seitwärts in ein Gebüsch wendete, aber von einem Gendarmen oder Leibjäger festgenommen wurde, wobei man ihm einen Revolver abnahm. Ferner soll man bei dem Manne, der angab, sich mit Selbstmordgedanken zu tragen, eine Rückfahrtkarte Lindau-Oberstdorf und ungefähr 70 österreichische Gulden in Bar gefunden haben. Daß an den Vorfall sich Attentatsgerüchte und Befürchtungen für die Sicherheit des Regenten knüpfen, ist in diesen Zeiten anarchistischer Schandthaten nicht zu verwundern. — Unliebsame Vorkommnisse auf dem bayerischen M an ö v e r f e ld e, bei denen es sich im wesentlichen um die Gefangennahme eines Prinzen des königlichen Hauses und um einen sich daran anschließenden Wortwechsel zwischen zwei höheren Offizieren handelt, beschäftigen zur Zeit die öffentliche Meinung der Hauptstadt. Es wird sich zunächst darum handeln, zuverlässige Unterlagen für ein Urteil zu gewinnen. Ausland. Paris, 19. September. Der Kr i e g s m i n i ster gab heute im Manövergelände den Generalen und fremden Offizieren, die dem Manöver beigewohnt hatten, eini Dejeuner, bei dem er in einer Ansprache sich in fchsmeichel- haften Worten über den Verlauf der Manöver äußerte und einen Toast auf die fremden Herrscher, auf die französische Armee und die französischen Offiziere ausbrachte. In demselben wies er auf die Waffenbrüderschaft und gegenseitige Achtung hin, welche die Offiziere und Soldaten inmitten der blutigen Kämpfe in China gegeneinander gezeigt haben. General Brugere dankte dem Kriegsminister für das der französischen Armee gespendete Lob. Der Chef der r u s s i s ch e n Deputation ergriff hierauf das Wort, um im Namen der fremden Offiziere zu danken. Er brachte alsdann einen Trinkspruch aus auf den Präsidenten Loubet, auf den General Brugere und die französische Armee und schloß mit den Worten: „Es lebe die französische Armee!" Paris, 19. September. Der König von Griechenland besuchte inkognito die Weltausstellung. — Im Laufe dieses Monats werden drei Kom- pagnienMilitärtelegraphisten gebildet werden. — Der Ausschuß des Gemeinderates beschloß heute mittag, die für das unterbleibende städtische Mairefest bestimmten 200 000 Fr. den Armen zuzuwenden. Die Festlichkeiten werden dennoch stattfinden, da dre Ausstellungsverwaltung die Kosten übernimmt Madrid, 19. September. Der Kriegsminister rst brs jetzt das einzige Mitglied der Regierung, der seinen Etatsentwurf für das nächste Jahr ausgearbeitet hat. Das Budget wird um 12 Millionen Pesetas erhöht werden, die zur Befestigung der kanarischen Ins ein urw zum Ankauf neuen Artilleriematerrals verwendet werden sollen. — In Barcelona und rn ganz Eata- lonien herrscht eine industrielle Krisis, dre srch von Tag zu Tag steigert. Einflußreiche Einwohner der Provinz von Catalonien haben Schritte bei der Regierung aethan zur Gewährung einer Subvention von monatlich 150 000 Pesetas, die an die arbeitslosen Arbeiter verteilt werden sollen, b’eren Zahl sich gegenwärtig auf 45 000 beläuft. Eine Abordnung von sieben Arbeitern begab srch zum Civilgouverneur, um ihn um seine Vermrttelung rn dieser Angelegenheit zu bitten. Budapest, 19. September. Laut einer neuerlichen serbischen Publikation hat die frühere Regierung zehn Millionen von der serbrschen Na- tionalbank und über 1 Million Francs anderer Gelder verschiedener Fonds unrechtmäßig verausgabt: die Untersuchung habe ergeben, daß die Staatskasse selbst auf eine einfache Visitenkarte eines Ministers hin große Summen ayszahlte. — In der mazedonischen Stadt Monastir haben die türkischen Behörden mehrere Professoren des dortigen bulgarischen Gymnasiums verhaftet; man habe dort Bomben, Patronen und 2000 Martinigewehre versteckt gefunden. Belgrad, 19. September. Die Mitglieder des ehemaligen Ministeriums Georgiewitsch beschlossen, wegen ihrer ungesetzlichen Pensionierung einen Prozeß gegen denserbischen Staa t einzuleiten. Sofia, 19. September. Die Einberufung der Reserve erfolgte, weil man eine Bauern-Revolto bei der bevorstehenden Einziehung des Natur al-Zehnten befürchtete. — Minister Natschowitsch überreichte sein Entlassungsgesuch Havanna, 19. September. Die Wahlen auf Cuba sind für die Neger günstig ausgefallen. Aus Stadt und Kand. Gießen, 20. September 1900. Unser Regiment kehrt, wie wir hören, am SamStag Abend in zwei Sonberzügen zwischen 7 und 9 Uhr aus dem Manövergelänbe in die Garnison zurück. •• Entsprungen. Aus dem hiesigen Filialarbeitshause ist ber ArbettShäusler Karl Günther, 55 Jahre alt, entsprungen. Er war nur mit einem blau unb weißgestreiften Hemde, einer englischledernen Hose und grauer Mütze bekleidet. Kopfhaar unb Bart des Entsprungenen sind rot. ** Tiroler Quartett. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, wird am Freitag, Samstag und Sonntag die Elite- Truppe H. Mertens aus Wien im „Kaiserhos" konzertieren. Ein auswärtiges Blatt schreibt über die Leistungen: „Einen reizenden Genuß gewährte vor höchst gewählter Gesellschaft das vortreffliche Zusammenspiel der zwei jugendlichen Wiener Zither- virtuosinnen Hermane und Marianne Mertens. Sowohl die Wahl der Stücke, als auch Geschmack und Feinheit des Vortrages wußten auf ungewöhnliche Weise zu fesseln usw." ** Zum Ladenschluß. Wegen des gesetzlichen Ladenschlusses waren, wie man uns schreibt, vorgestern abend die Inhaber der Spezial-Zigarrengeschäfte unserer Stadt zusammen. Mit Ausnahme von zwei Firmen sind sämtliche 14 Inhaber der Branche in der Sage, ihr Geschäft ohne Personal bewältigen zu können, und die beiden Geschäftsinhaber werden wohl in der Lage fein, ihren Angestellten die gesetzlich verlangte ununterbrochene 11 stündige Ruhezeit zu gewähren, ohne deshalb gezwungen zu sein, ihre Geschäfte früher zu schließen, als dies nach ihrer Ansicht für das Bedürfnis ihrer Kundschaft thunlich erscheint. Man erklärte sich in der Versammlung ganz entschieden gegen den 8 Uhr-Ladenschluß int Sommerhalbjahr und beschloß, bei der Verwaltungsbehörde für den Zigarrenhandel die gesetzlich zulässige Ausnahme herbeizuführen, entweder unbeschränkt von' 5 Uhr früh bis 9 Uhr abends oder aber von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends im Sommer und Winter gleich verkaufen zu dürfen. Die Zigarrenhändler waren sich darin einig, daß die Stunde von 8 bis 9 Uhr abends als Verkaufszeit auch int Sommer für ihr Geschäft überaus wichtig und wertvoll fei, mindestens aber wertvoller als die Vormittagsstunde von 7 bis 8 Uhr. ) **ZurBürgermei st erwähl lesen wir int „Bad- Nauh. Anz.": „Wie uns von glaubwürdiger Seite mitgeteilt wird, hat sich Bürgermeister Joutz von Butzbach nebst noch zwei Rechtsanwälten „um die erledigte Bürgermeister stelle in Gießen beworbe n". Wir bringen dieser Mitteilung denn doch einigen Zweifel entgegen. Heute nachmittag findet übrigens die erste Sitzung der Wahlkommission statt, deren Ergebnis wir morgen unseren Lesern hoffen mitteilen zu können. ** Bezirksturngang. Der für Sonntag den 9. d. Mts. geplante Bezirksturngang des 5. Bezirks des Gaues Hessen nach der alten Reichs- kammergerichtsstadt Wetzlar mußte eingetretener Hindernisse halber ausfallen und findet nunmehr am 23. d. Mts. statt. Sonntag früh in Butzbach Zusammentr e ffen mit den zum Bezirk gehörigen Vereinen Friedberg, Butzbach, Griedel rc.; um 8 Uhr gemeinsamer Abmarsch nach Wetzlar, Eintreffen daselbst gegen 12 Uhr mittags. Freunde eines frischen, fröhlichen Turnganges find zur Teilnahme eingeladen. **DieKaufmännischeFach schule beginnt am 1 Oktober ihr Winter-Semester. Junge Kaufleute, die es mit ihrer Weiterbildung ernst nehmen, werden wohl nicht versäumen, sich rechtzeitig zum Besuche anzumelden. Eine geringe Erhöhung des Schulgeldes wurde notwendig in Anbetracht mancher Ausfälle und der Mehrbelastung durch Einführung von Handelsgeographie. Mit der Schule ist, wie gestern bereits nritgeteüt, nun diesmal auch ein Da men-Kursus verbunden, an dem sowohl solche Damen, die in kaufmännischen Geschäften thätig sind, als auch solche aus anderen Ständen teilnehmen können; der Unterricht wird an Nachmittagen erteilt. In dem Vortrags-Kursus wird aln Dienstag abend jeder Woche ein Vortrag über einfache und doppelte Buchführung gehalten, an dem auch Kommis und ältere Herren — auch aus anderen Ständen — teilnehmen können. ** Der Geflügel- und Vogelzucht-Verern Gießen und Umgegend hält am Sonntag, 8. Oktober im „Cafe Leib" eine Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein sehr interessanter Vortrag Über die Vorteile des Verkaufs der Eier nach Gewicht für die deutsche Nutzgeflügelzucht. .Auch Nichtmitglieder haben zu dieser Versammlung Zutritt. ** Provinzial -Geflügel - Ausstellung. Vom 12. bis 14. Oktober findet, wie schon kurz gemeldet, zu Friedberg im Saalbau die 1. Pr o vtn zrul-Gef lu g eV Ausstellung des Verbandes der Geflugelziichter-Ver- ^ne der Provknz Oberhessen statt, bei der als Aussteller aufter den Mitgliedern der an den Verband angesck^ ,,e- nrn GeflügelAter-Vereine nur Mitglieder des Lanowirt- schaftlÄen Provinzialvereins zngelassen sind. Eine reiche Kalif bereit* gestifteter wertvoller Ehrenpreise neben den Geldpreisen ^lassen auf eine rege Beteiligung der Züchter au* allen Teilen der Provinz hoffen. Als Meldeschluß ist der 26. September bestimmt. Programme und Melde- formulare für die Ausstellung sind vom Verbands-Vorsitzenden, Lehrer Kn a u p - Heldenbergen, erhältlich. ** Viehmärkte in Gießen 1901. Im kommenden Jahre werden hier an folgendenTagen Vieh Märkte nbgehalten: 8. Januar, 29. Januar, 12. und 13. Februar, 26. Februar, 5. und> 6. März, 19. und 20, März, 16. und 17. April, 30. April und 1. Mai, 21. Mai, 14. und 15. Juni, 25. Juni, 9. und 10. Juli, 23. und 24. Juli, 6. August, 27. und 28. August, 17. und 18. September, 1. und 2. Oktober, 22. und 23. Oktober, 26. und 27. November, 10. und 11. Dezember. Mit den zweitägigen Märkten ist jedesmal am zweiten Tag ein Krammarkt verbunden. Darmstadt, 18. September. Umfassende Re stau- rierungsarbeiten im Ständehause, namentlich die Anlage einer Luftheizung, werden eine Tagung der Kammer vor Mitte November unmöglich machen. Dagegen werden die Ausschüsse der Zweiten Kammer in aller Kürze zusammentreten, um das vorliegende bedeutende gesetzgeberische Material vorzuberaten, und dann steht für November und Dezember eine längere Tagung in Aussicht. Von ganz besonderem Interesse dürste dabei das Schicksal des GemeindesteuergessetzeS, der Nebenbahnvorlage, sowie der Lehrerbesoldungsvorlage sein. -nn. Darmstadt, 19. September. Heute vormittag wurde mit der Ziehung der mit der Landwirtschaftlichen Ausstellung verbundenen Lotterie begonnen. Wegen der morgen vormittag stattfindenden Beisetzung des Prinzen Heinrich vonHessen wird sie erst morgen nachmittag 3 Uhr fortgesetzt werden. Die beiden ersten Gewinne sind schon gezogen. Der erste Treffer (4 Pferde mit Wagen) siel auf das Los Nr. 62 327. Der Gewinn soll in den Odenwald .gekommen sein; das Los wurde in der Ausstellung selbst verkauft. Da im Ganzen von den 80000 Losen nur 72 000 Stück abgesetzt sind, mußten die Gewinne entsprechend reduziert werden. Etwa 125 Gewinne weniger sollen zur Verlosung kommen. Das Ausstellungskomitee hat durch seine bedeutende Einnahme ein brillantes Geschäft gemachst. Statt der im Voranschlag angesetzten Tageskarten-Einnahrne von ca. 16 000 Mark hat sie sich auf ungefähr 35 000 Mark, also über das Doppelte, erhöht. Offenbach, 19. September. In der heutigen öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses wurde unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Kreisrat Haas über die Beanstandung des Stadtverordnetenbeschlusses vom 25. Januar, die Bildung von Ausschüssen und Kommissionen betreffend, verhandelt. Als Vertreter der Bürgermeisterei war Oberbürgermeister Brink, als Vertreter der Stadtverordneten Justizrat Gutfleisch- Gießen und die Stadtverordneten Ulrich, Heiles und K. Stadtmüller erschienen. Die Darlegungen der beiden Parteien nahmen volle zwei Stunden in Anspruch. Der Kreisausschuß verkündete nach fünfviertelstündiger Beratung, daß er seine Entscheidung in der am nächsten Mittwoch stattfindenden öffentlichen Sitzung bekannt geben werde. — Sodann wurde die Entscheidung über die vor 14 Tagen verhandelte Beanstandung des Stadtverordnetenbeschlusses verkündet, der den Stadtv. Ulrich als Vertreter der Versammlung vor dem Kreisausschuß in Sachen der Abgabe der amtlichen Bekanntmachungen an das' „Abendblatt "bestellte. Die Entscheidung lautete dahin, daß der Beanstandung keine Folge zu geben sei. — Die Beanstandung war bekanntlich aus dem Grunde erfolgt, weil der Oberbürgermeister den Stadtv. Ulrich als beteiligt im Sinne der Städteverordnung und darum den Beschluß der Versammlung als ungesetzlich erachtet Hatte. Mainz, 19. September. Die Beerdigung des in Darmstadt infolge eines Schlaganfalles plötzlich verstorbenen Landgerichts-Präsidenten Stein em fand gestern mittag unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung vom Zentral- Bahnhofe aus statt. Das hiesige Gericht war fast vollzählig vertreten, auch sehr viele Rechtsanwälte beteiligten sich am Leichenkondukte. Von Darmstadt und anderen hessischen Gerichten waren ebenfalls zahlreiche Leidtragende erschienen. Im Leichenhause wurden mehrere Reden gehalten und Kränze am Sarge niedergelegt. — Ein 24jähriger Postschaffner aus Stadecken, der am Postamte des Zentral- bahnhoseS bedienstet war, ist gestern durch die Kriminalpolizei verhaftet worden. Der Verhaftete soll schon seit längerer Zeit am dortigen Postamte Wertbriefe und andere Sendungen ihres Inhaltes beraubt haben. Der Postschaffner, der noch ledigen Standes ist, wurde noch gestern dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Wetzlar, 19. September. Der Parteitag der Christlich-Sozialen findet hier am 9. und 10. Oktober statt. Auf demselben referiert über die Gewerkschaftsfrage der Geschäftsführer des christlichen Ziegler- Gewerkvereius im Fürstentum Lippe, Ziegler Eller- kamp.' Ueber das Thema: „Die Bekämpfung der Sozialdemokratie und das Festhalten an der gesetzlichen Reform, ein Lebensinteresse des Arbeiterstandes selbst", sprechen neben dem obengenannten Redner noch Abg. Stöcker und Sic. Webe r. Ueber Christentum und Weltpolitik referiert der Chefredakteur des „Volks", v. OertzeU. Größeres Interesse verdient die anch auf der Tagesordnung stehende Besprechung der Handelsverträge mit Rücksicht auf die Lage der Kleinbauern. Die Christlich-Sozialen nähern fick) in dieser Frage sehr der Stellung des Zentrums. Als Redner zu diesem Punkt sind benannt Abg. Stöcker und ein Kleinbauer, der Landwirt Hofeneck aus Brake in Oldenburg.______________________________ Vermischter. * Teplitz, 19. September. Auf der Frischglück Zeche wurden durch schlagende Wetter 8 Bergleute, darunter Ingenieure und Beamte, getötet. Bisher zählt man außerdem 12 Schwerverwundete und 2 Leichtverletzte. Der Betriebsleiter des Schachtes ist gleichfalls schwer verwundet. * Durch den Orkan in Nordamerika ist auch das Seebad High Island in der Provinz Jefferson zerstört worden. Von den ungefähr tausend Häusern des Ortes, in dem sich zahlreiche Badegäste befanden, blieb nicht eins verschont. Hilfskolonnen, die in High Island eingetroffen sind, fanden 400 Leichen. — Die mexikanische Regierung ersuchte den Kongreß, für die durch die Wirbel- stürme Geschädigten 30000 Dollar bewilligen zu wollen. Sport, Spiel, Jagd. i- Gießen, 20. September. Der Verein zur Züchtung reiner Hunderassen hält nächsten Sonntag auf seinem Schliefplatz auf der Schönen Aussicht ein Herbstpreisschliefen für Dachshunde ab. Das Preisrichteramt hierzu haben in bereitwilligster Weise die Herren Orth- Oberschweinfiiege b. Frankfurt a. M. und Güngerich-Kloster Altenberg bei Wetzlar übernommen. Nach dem uns vorliegenden Programm sind folgende Schliefen vorgesehen: I. Jugendschliefen auf FuchS: 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk., 3. Preis 10 Mk.; II. Offene Schliefen auf Fuchs: 1. Preis 40 Mk., 2. Preis 25 Mk, 3. Preis 15 Mk.; III. Steger- schliefen auf Dachs: 1. Preis 40 Mk, 2. Preis 25 Mk., 3. Preis 15 Mk.; IV. Veretnsschltefen auf Fuchs: 1. Preis: Echt silberne Medaille: „Dem besten Schliefer des Vereins. Herbst-Schliefen 1900". Außerdem sind dem Verein eine größere Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung gestellt. Nach den sehr zahlreich eingelaufenen Meldungen zu schließen, wird voraussichtlich das Schliefen am Montag fortgesetzt werden müssen. Noch nie. hat hier ein Schliefen so viel Nennungen auszuweisen gehabt, als das diesjährige. Wenn nun der Himmel noch zu dieser Veranstaltung ein freundliches Gesicht macht, so dürfte sie zu den gelungensten des Vereins zählen.________________________________________________________ Arbeiterbewegung. Mainz, 19. September. Provinzialdtrekior Frhr. von Gagern hat alsRegterungsvertreter für die streikenden Arbeiter jetzt die Vermittlung übernommen und mit dem Chef der Lederwerke Geh. Kommerzienrat Michel gestern wiederholt zu gunsten der Streikenden Verhandlungen gepflogen. Herr Michel hat sich bereit erklärt, mit dem 1.April die lOstündige Arbeitszeit einzuführen, ebenso die Vergütung der Ueberarbeit und die Einsetzung eines Arbeiter-Ausschusses. Die HerauSzahlung des eingehaltenen Wochenlohnes verweigerte Michel jedoch ganz entschieden, erklärte sich aber auf Drängen des Regierungsvertreters endlich bereit, den Arbeitern auf Weihnachten in Form eines Geschenkes den Wochenlohn zu übergeben.—In einer Versammlung der streikenden Lederarbeiter wurde einstimmig beschloffen, auf die Vorschläge deS Freiherrn v. Gagern einzugehen. Herr v. Gagern hofft eS noch durchzusetzeu daß den Arbeitern der einbehaltrne Lodn in Form eines GeichenkeS an Weihnachten überreicht werden würde. Den Lederwerken wird der Beschluß der Versammlung sofort mitgeteilt, und dürfte die Arbeit morgen wieder ausgenommen werden. Der Streik hatte eine Dauer von fünf Wochen und kostete insgesamt die Summe von 30000 Mk. — Nach der letzten Meldung wird von den Streikenden morgen früh die Arbeit wieder ausgenommen. Den Gekündigten, darunter sämtlichen Vorftandsmttgliedirn des nicht gewerblichen Verbandes bleiben die Tho>e der Fabrik verschlossen. Leipzig, 20. September. Der von der Einigungs-Konferenz geschaffene Vergleich im deutschen Buchbinderei Gewerbe wurde gestern abend in einer großen Versammlung der Buchbinderei-Arbeiter und -Arbeiterinnen Leipzigs angenommen und beschlossen, am Montag früh in sämtlichen Betrieben die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen über einen Akkord-Arbettertarif wurden gestern von der Einigungs-Konferenz fortgesetzt. Gerichtssaal. O Gießen, 20. September. In der Straffache gegen den ehemaligen Klubdiener Fink wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung stand dieser Tage wieder vor dem Landgericht Darmstadt (Strafkammer) Verhandlung an, die aber nochmals aufgehoben wurde, weil das Darmstädter Gericht vom Verteidiger des Angeklagten eine Erklärung darüber zu haben wünschte, ob dieser aus dem Umstande, daß Gießener Richter, ebenfalls Mitglieder des Gesellschafts-Vereins, den An- klagcbeschluß gegen Fink erlassen hab-n, eventl. später einen Revisionsgrund herleiten wolle oder nicht. Die Verteidigung soll erklärt haben, diesen Umstand nicht als späteren Revisionsgrund benutzen zu wollen. Hmrdel Mö Verkehr. VolkswirischsK. O Gieße«, 20. September. (Viehmarktbericht.) Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren ca. 100 Stück Gangvieh rc. aufgefahren. Der Handel in Fahrvieh machte sich sehr flau, da es an fremden Käufern gänzlich fehlte. Gesucht waren indeß schwere Gangochsen zur Herbstarbeit, von denen jedoch nur wenige Paare am Markt waren, sodaß die Nachfrage nicht gedeckt werden konnte, und infolge- deffen gute Preise für diese Ware gezahlt werden mußten. Vorhandene l»/r bis 2 Jahre alte unangelernte Stiere und ein kleiner Vorrat von Faselvieh gingen ebenfalls bei guten Preisen ab. Gehandelt wurden Gangochsen, schwere Ware mit 850 bis 900 Mk., gute Mittelware mit 700 bis 800 Mk. pro Paar; leichte Ware war zu annehmbaren Preisen nur vereinzelt unterzubringen. Junge IV2 bis 2 jährige Stiere wurden zu 275 bis 325 Mk. pro Paar verkauft, Faselochsen gingen mit 275 bis 300 Mk. pro Stück fort. — Am Schweinemarkt, auf dem ca. 800 Stück aufgetrieben waren, fehlte es an Käufern; infolgedeffen gingen die Preise gegen den vorigen Markt etwas zurück. Der Handel ging flau und schleppend. Ferkel, 6 bis 8 Wochen alt, kosteten 24 bis 33 Mk. 10 bis 12 Wochen alt 40 bis 50 Mk. pro Paar. Springer gingen fort: schwerste Ware für 120 bis 140 Mk., leichtere Tiere für 80 bis 100 Mk. pro Paar. Der Markt blieb etwa zu ein viertel überständig. — Gestern abend brachten Händler von der Eisenbahn einen größeren Transport fetter Schweine in das Schlachthaus ein. Die Tiere stammen aus Oberhessen und sind für verschiedene Schweinemetzger am Platz bestimmt. TelephouischeMeldnugendesGieffenerAnzeiaers. Drrx, 20. September. Bei der gestrigen Explosion in der „Frisch Glück"-Zeche waren, soweit festgestellt, 83 Bergleute im Schachte. Bis jetzt find zwei Leichtverletzte und 18 Schwerverletzte, darunter der Betriebsleiter, geborgen. Von diesen find bereits 5 gestorben. 30 Leichen wurden noch im Schachte gefunden, konnten jedoch nicht herausgeholt werden, weil das Feuer sich als gefährlich erweist. Weitere fünf Personen werden noch vermißt. New - Hark, 20. September. Die Zahl der im Anthrazit - Kohlen gebiet ausständigen Arbeiter ist bedeutend und wird auf 126,000 Manu geschätzt. Hunderte von Eifenbahnangestellten muffen feiern, weil keine Kohlen- züge verkehren. Paris, 20. September. Ministerpräsident Waldeck- Rousseau empfing die französischen Bürgermeister, die nach Paris gekommen sind, um dem großen von der Regierung gegebenen Bankett beizuwohnen. Paris, 20. September. Die diesjährige Getreideernte in Frankreich wird auf 167 Millionen Hektoliter geschätzt gegen 122 Millionen Hektoliter im Vorjahre. Bekanntmachung. Nachstehende Polizeiverordnung, betr.: Die Anlegung und Unterhaltung von Unterkunftsräumen und Aborten auf Baustellen wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 18. September 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolfs. 6203 Uotizei-Ierordnung, betreffend: Die Anlegung und Unterhaltung von Uuterkuusts- raumen und Aborten ans Baustellen. Nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung wird mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 10. September zu Nr. M. d. I. III. 2696 Folgendes bestimmt: 8 1. Zur Unterkunft für die an Neu-, An- und Umbauten beschäftigten Arbeiter bei ungünstiger Witterung und während der Ruhezeiten müssen auf der Baustelle oder in deren unmittelbaren Umgebung mindestens bis zur Fertigstellung des Rohbaues eine oder mehrere im Mittel mindestens 2,20 Meter im Lichten hohe, mit Wänden umschlossene und mit Dach oder mit Decke versehene Räume zur Verfügung stehen, deren Grundfläche der- art bemessen sein muß, daß aus jeden an dem Bau beschäftigten Maurer oder Taglöhner eine Fläche von mindestens 0,75 Meter entfällt. Der betreffende Raum muß einen gedielten Fußboden haben und in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. März heizbar fein. Baustoffe irgend welcher Art dürfen in diesem Raum nicht gelagert werden. § 2. Bei jedem Neu-, An- oder Umbau müssen auf der Baustelle oder in deren unmittelbarer Umgebung ein oder mehrere Aborte vorhanden ein und zwar für je 80 der an dem Bau beschäftigten Maurer und Tag- iohner je 1 Abort. Die Abortgebäude müssen derart eingerichtet fein, daß man in die Aborte weder von der Arbeitsstelle, noch von der Straße oder von den Fenstern der Nachbargebäude hineinsehen kann. Erforderlichen Falles sind vor den Thüren Blenden anzubringen. 8 3. Für die vorübergehend hergestellten Aborte dürfen keine durchlässigen Gruben angelegt, sondern es müssen wasserdichte Tonnen, welche nach Bedarf rechtzeitig fortzuschaffen und durch leere, mittelst Kalkanstrichs des- infizierte Tonnen zu ersetzen sind, aufgestellt werden. Diese Tonnen sind durch Sitz- und Stoßbretter zu verdecken. Der Inhalt der Tonnen ist in eine Dunggrube zu entleeren oder auf das Feld zu verbringen und dort unterzugraben. Bei freier, von Wohngebäuden entfernter Lage der Baustellen außerhalb der Stadt kann von der Polizeibehörde ausnahmsweise die Herstellung einer Ecdgrube gestattet werden. § 4. Vorübergehend aufgestellte Aborte sind von den Fenstern bewohnter Räume möglichst weit zu entfernen. § 5. Die Unterkunftsräume für die Arbeiter und die Aborte müffen genügend erhellt fein und find stets in reinlichem Zustande zu erhalten. 8 6. Die Beobachtung der Vorschriften unter 1 und 2 kann aus besonderen Gründen, welche die Erfüllung der Vorschriften nach Lage der Verhältnisse (namentlich bei kleinen, enggebauten Grundstücken, oder bei Bauten von nicht erheblichem Umfange) unmöglich oder überflüffig erscheinen lassen, von der Polizeibehörde nachgelassen werden. 8 7. Diese Verordnung ist auf jeder Baustelle an einem für die Arbeiter jederzeit zugänglichen Ort deutlich lesbar auszuhängen. 8 8. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung werden an dem Bauunternehmer mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. Gießen, den 18. September 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.. Wolff. In den nächsten Tagen gelangt der am 1. Oktober d. I. in Kraft tretende Winterfahrplan deS diesseitigen Direktionsbezirks zur Ausgabe. Der Fahrplan liegt in der Zeit vom 20. d. Mts. bis zum 1. Oktober in den Dienstzimmern der Stationen zur Einsichtnahme offen. Die Abweichungen gegen den seitherigen Fahrplan sind darauf in einer Zusammenstellung angegeben. 6192 Frankfurt a. M., den 12. Sept. 1900. Königliche Eisenbahndirektion. KMikfkMg. Die Lieferung von 200 Gentner Koks (Hütten- oder Gaskoks mit entsprechender Preisbestimmung), frei in die Stiftskirche zu Lich zu liefern, soll vergeben werden. Lieferungslustige wollen ihre Eingaben bis zum 25. September richten an den Borftaud des evaugel. MarienstiftS zu Lich. Der Zuschlag erfolgt binnen acht Tagen._____________________6174 WmstkMW. Dienstag den 25. Septbr., vormittags 9 Uhr beginnend, soll das hiesige Gemeindeobst öffentlich versteigert werden. Der Anfang ist am westlichen Ausgang des Dorfes. Fellingshausen, den 19. Sept. 1900. Der Bürgermeister. Wagner. 6198 Kaufmännische Fachschule. Circus Blumenfeld W»«- Wir machen hiermit bekannt, daß in dem Wonlag den 1. Kktoöer cr. beginnenden Winter-Semester in unserer Fachschule auch ein Damen- Kursus und Bortrags-Knrsus adgehallen werden soll. Anmeldungen zum Besuche der Schule und der beiden Kurse können vom 24. Oktober an täglich von 1 bis 2 Uhr nachmittags bei unserer Schulleitung — Schillerstraße 5 —, sowie am 26. und 28. Oktober, abends von 8 bis 10 Uhr, m der Schule — Nordanlage 15 — erfolgen. Die Eröffnung: a) der Fachschule ist auf Montag den 1. Oktober, abends 8 Uhr; b) des Damen-Kurfus auf Samstag den 29. September, nachmittags 1 Uhr; c) des Vortrags-Kursus auf Dienstag den 2. Oktober, abends 9 Uhr, festgesetzt und wollen sich die Angemeldeten an diesen Tagen pünktlich in der Schule einsinden, um Stundenplan und andere Mitteilungen entgegen zu nehmen. Das Schulgeld beträgt: 1. Für einfache Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Wechsellehre und Handelsgeographie zusammen . . . 15 Mk 2. Für doppelte Buchführung......10 „ 8. Für Französisch und Englisch je.....10 n NB. Wer Korrespondenz, Wechsettehre oder Rechnen in Klaffe I besucht, hat für doppelte Buchführung nur 6 Mk. zu zahlen. 4. Für Damen-Kursus (einfache Buchführung, Rechnen, Schreiben, Korrespondenz und Wechsellehre) . . . 20 „ 5. Für Vortrags-Kursus......10 „ 6. Für Schönschreiben.......3 „ 7. Für Stenographie.......5 n 8. Für Maschinenschreiben......10 „ Schüler, deren Prinzipale oder Väter nicht Mitglieder des Kaufmännischen Vereins sind, zahlen für poa. 1, 2, 3 und 6 das doppelte Schulgeld. Auf Ansuchen können durch die Schulkommiffion ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden. Der Besuch der kaufmännischen Fachschule befreit vom Besuch der obligatorischen Fortbildungsschule. Wir ersuchen nun die Herren Prinzipale und Geschäftsführer, unsere Schule zu unterstützen, indem sie ihr Gehilfcn-Personal darauf aufmerksam machen, sie zum regelmäßigen Besuche der belegten Unterrichtsstunden anhalten und ihnen die nötige Zeit — namentlich auch zum Besuche des Tagesunterrichts — gütigst gewähren. 6204