Nr 22 l Erstes Blatt»Freitag den 21 September 450. Jahrgang 1000 Gießener Anzeiger WjiH MiR4 0* S***$*e des 4«*8 kiykgt General-Anzeiger SSe Snzeigen-BermittkmgSsteSe» des In- und AnSlaMM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgehe, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfß. Di« Sichrer te*N*k U* Lszei-er -a» *t ,Heff. &atekfi.JNittcr L»»«h»e Anzeigen zu der «chmittngS für lee HehMö« >»G «scheinenden Nummer W wem. W W- fHWtolMhragai spätestens eteeeM »srher. Vezngrprri« vierleljahrl. Mk. HM monatlich 75 Ptz, mit Bringerlohaz durch die Abholeß^m vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 öierttliüK Mit Bestellgeld. Amts* und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. K^rLÄ-L, und Druckest: KHmrOiruß« Kr. 7. GrsLsdeilLM«: Meßeurr FamiÜeRdlStttt, Der hrWtze Landwirt, Mütter für hrMÄe DMsKsnde. =■'■' —■ .........." asa—- Adrefi« für Depeschen: Anzeiger Oichas.. Fernsprecher Rr. 5L jm erfahrungsgemäß beim Quar- AA talwechsel eintretende Störungen im Bezug zu vermeiden, ersuchen wir unsere verehr!. Abonnenten, schon jetzt die Erneuerung ihres Abonnements bei den betreffendenPostanstalten,Zweigstellen und Zeitungsträgern bewirken zu wollen. Neuhinzuttetende hiesige Abonnenten erhalten vom Tage der Bestellung bis 30. September den Anzeiger kostenfrei zugestellt. Wag des Gießener Anzeigers. Amtlicher Wl. Gießen, den 17. September 1900. Betr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen Mit Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, die Feldgeschworenen zu veranlassen, nach § 20 der Instruktion vom 23. Februar 1833 (Regierungsblatt S. 105) im Laufe dieses oder des nächsten Monats die Gemarkungen zu begehen, um sich von dem Zustande der Grenzen (Gemarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen) sowie der Aussteinung zu unterrichten und über den Befund in ihr Tagebuch ein Protokoll aufzunehmen. Wir machen dabei darauf aufmerksam, daß zwar zu einem Steinsatz wenigstens drei Feldgeschworene beisammen sein müssen, daß aber an den Rundgängen, wenn dabei nicht zugleich, Steine gesetzt werden sollen, nur zwei Feldgeschworene teilzunehmen haben. Wegen Beseitigung der vorgefundenen Mängel wollen Sie das geeignete veranlassen, wobei namentlich die Aufräumung, Geraderichtung und Erneuerung der Grenzsteine ins Auge zu fassen ist. An den Dreiecks-, Gemarkungs-, Flur- und Gewann-Grenzsteinen darf jedoch keine Veränderung ohne Mitwirkung eines Geometers 1. Klasse vorgenommen werden. Die Wahl und Zuziehung desselben bleibt Ihnen überlassen; doch wollen Sie da, wo es sich' um Grenzsteine mehrerer Gemarkungen handelt, sich untereinander desfalls benehmen. Für die Mrhaltung der Parzellengrenzsteine des Gemeindeeigentums ist auf Gemeinde- rosten von Ihnen Sorge zu tragen. Wo noch keine Aussteinung des Gemeindeeigentums stattgefunden hat, beauftragen wir Sie, den Gemeinderat deshalb zu vernehmen und dessen Beschluß zu vollziehen. Die an den Parzellengrenzsteinen der Privaten vorgefundenen Mängel find den Beteiligten zur Beseitigung zu eröffnen. Wo die Gemarkungsgrenze mit der Landesgrenze zu- sammenfällt, darf eine Beseitigung etwaiger Mängel nur mrt unserer ausdrücklichen Zustimmung erfolgen. In denjenigen Gemarkungen, in welchen im laufenden ^ahre eine Revision der Grenzpunkte durch einen von dem Großherzoglichen Katasteramt beauftragten Geometer stattgefunden hat oder in welchem eine solche angekündigt ist, sowie in denjenigen, in welchen eine allgemeine Wiederherstellung der fehlerhaften Punkte durch einen Geometer im Gange ist, hat der Grenzgang für dieses Jahr zu unterbleiben. Wir erwarten jedoch in solchem Fall Ihren Bericht, daß und warum dies geschehen ist. Im übrigen verweisen wir Sie auf das Gesetz vom 23. Oktober 1830 (Regierungsblatt S. 463) und die vorgenannte Instruktion vom 23. Februar 1833 (Reaierunas- blatt S. 105). u Bis spätestens 1. November d. Js. sind uns Abschriften der in die Tagebücher der Feldgeschworenen aufgenommenen Protokolle mit Bericht über Ihre desfalls getroffenen Anordnungen von Ihnen vorzulegen. Die Mängel sind bis spätestens 1. April n. Js. zu beseitigen. Die Gebühren der Feldgeschworenen bedürfen keinerkreisamtlichen Genemigung und sind deshalb die Verzeichnisse nicht vorzulegen. v. Bechtvld. ____________ Bekanntmachung. Die Gesuche um Zurückstellung Militärpflichtiger oder um vorzeitige Entlassung von Soldaten infolge bürgerlicher Verhältnisse, lassen erkennen, daß die Bestimmungen der §§ 32, 33 und 83 d. W.-O. nicht überall bekannt sind. Insbesondere weise ich aus folgende Einzelbestimmungen hin: 1. Sind die Reklamationsgründe durch freie Entschließung des Militärpflichtigen oder seiner Angehörigen herbeigesührt (z. B. durch Kauf, Pachtung, Uebertragung eines Besitztums), so find fie in der Regel zu verwerfen; 2. Der reklamierte Sohn ist nicht einziger Ernährer oder unentbehrliche Stütze seiner Eltern re., wenn noch andere zur Unterstützung verpflichtet, und dazu Fähige vorhanden sind; 3. Brüder des Militärpflichtigen gelten als zur Unterstützung der Eltern verpflichtet: a) wenn sie arbeitsfähig und ledig sind; einerlei, ob sie sich um die Eltern kümmern oder nicht; b) wenn sie zwar verheiratet, aber zur Zeit der Aushebung noch nicht 26 Jahre alt sind; c) wenn sie zwar verheiratet und älter als 26 Jahre alt sind, aber erst nach dem Musterungstermin, in dem die Aushebung erfolgte geheiratet haben; d) wenn sie auSgewandert und ledig sind; e) wenn sie eine längere Strafhaft verbüßen; f) wenn der Bruder ein lohnendes Gewerbe ausgeben muß, um den Eltern unmittelbare hilfreiche Hand zu leisten. Nur ausnahmsweise kann in diesen Fällen Berücksichtigung stattfinden; Geburts- und Heiratsdaten find stets genau anzugeben. 4. Der Ehemann gilt als zur Unterstützung seiner Frau verpflichtet, auch wenn er sie thatsächlich verweigert, sofern nicht nach dem B. G.-B. seine Pflicht aufgehoben ist. 5. Zeugnisse über Erwerbsunfähigkeit von Eltern und Geschwistern sind vom Großh. Kreisarzt auszustellen. 6. Vermögen und Schulden der reklamierenden Eltern sind genau anzugeben; 7. Gesuche um Entlassung eines Soldaten können nur dann berücksichtigt werden, wenn die betreffenden Verhältnisse nach der Aushebung eingetreten sind. Gießen, den 18. September 1900. Der Civilvorsitzende der Ersatzkommission Gießen. Boeckmann. Gießen, den 18. September 1900. Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Indem ich Sie auf Vorstehendes Hinweise, ersuche ich Sie, bei Ausnahme von Reklamationen aus alsbaldige Vervollständigung der Akten hinzuwirken und bei Entlassungsgesuchen das für Reklamationen zwecks Zurückstellung von Militärpflichtigen vorgeschriebene Formular zu verwenden. Boeckmann. Ehret die Frauen. Zweimal ist in den letzten Tagen auf weiblichen Kongressen die Frauenfrage behandelt worden, man hat gescholten und erhitzt debattiert, und wird doch kaum Einer, der die Berschte verfolgt hat, das Gefühl forttragen, als ob der Kern dieses sicherlich bedeutsamen und weitschichtigen Problems berührt, als ob die Grundlage zu irgend einem ernsthaften Fortschritt geschaffen worden sei. In Paris hat es einen Weltkongreß der Frauen gegeben und im goldenen Mainz haben sich! die sozialdemokratischen! Frauen versammelt, um unter Assistenz der Herren Katzew- stein und Pernerstvrffer entbunden zu werden von einer Fülle tiefsinniger Gedanken. Aber hier wie dort kann man, wenn man den Gesamteindruck zart und höflich wiedergeben will, nur zurückgreisen auf den Goethe'schen Vers: „Was die Weiber lieben und hassen, das wollen wir ihnen gelten lassen; Wenn sie aber urteilen und meinen, da will's oft wunderlich, erscheinen". Und auch Luthers Wort kommt Einem gar leicht in den Sinn: „Wenn Weiber wohl beredt sind, da ist an ihnen nicht zu loben; es stehet ihnen das an, daß sie stammeln und nicht wohl xeden können, das zieret sie viel besser". So hat es denn hüben und drüben, an der Seine und am schönen Main, weniger an Beredtsamkeit, als an fach? lich.em Urteil, weniger an Kampflust, als an Grazie gefehlt. Bei der ungeheuren Fülle der Themata, die namentlich in der Stadt der Weltausstellung in kürzester Zeit erledigt wurden, ist es natürlich! unmöglich, den Gang der Verhandlungen auch, nur in kurzen Zügen zu rekapitul- lieren; aber es genügen schließlich einige Stichproben, um wenigstens den Geist des Kongresses festzustellen, der so kühnlich gegen idns Wort des Paulus eintrat: „Eure Weiber laßt schweigen in der Gemeinde". Da wurde vor allem gar eingehend und erregt, wie es ja auch auf I Kaffeekränzchen und bei vertraulichen Visiten zu geschehen pflegt, die Dienstbotenfrage erörtert. Man hatte beantragt, daß die Dienstboten den Arbeitern hinsichtlich der Ruhepausen und der Gesundheitspflege gleichgestellt werden sollten und so zog man gar weidlich gegen die elenden; Bourgeois los, deren Geistesbeschchfenheit eine menschliche Behandlung »ihres Gesindes verbiete. Jeder Dienstbote müsse mindestens einen ganz freien Wochentag haben. Mit stürmischer Entrüstung wurde die Frage einer deutschem Delegierten ausgenommen, wo denn die jungen Dienstmädchen, die ihren Ruhetag haben, ihre Zeit zubringeni und essew sollten, und entrüstet klang im Chore die Antwort: „Natürlich bei Ihnen". Es soll also in Zukunft, wenn erst die weisen Frauen von Paris das Szepter statt des Kochlöffels schwingen, die Hausfrau allwöchentlich einen. Tag ihrer Ninette oder Babette den Tee servieren, ihr das lauschige Schlafzimmer fegen und selbstredend auch — Frei ist die Maid — den Hausschlüssel zur Verfügung stellen, Und damit keines von den geplagten Geschöpfen in seinen Rechten gekränkt werde, soll fortan die Institution von Inspektorinnen eingefübrt werden, die emsig herumsorsch^n sollen, ob die Hand, o,ie wochentags den Besen führt, auch wirklich am siebenten Tag Muße zum Karessieren hat. Aberjdie!kongreßliche Empfehlung des Schnüffelns im Häuslichen Kreise war noch nicht der Weisheit Schluß. Daß mein' den Wunsch aussprach, Personen über 21 Jahren sollten nicht mehr der väterlichen Zustimmung zur Heirat bedürfen, daß man jeden Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern, soweit es Fragen der Sittlichkeit giebt, aufheben will, mag noch! dahin gehen; aber als Kapitel aus einem Witzblatt mutet die Forderung an, die Wehrverfassung aller Länder aus solgenden geineinsamen Grundbau zu stellen: Das wehrpflichtige Alter soll erst mit 25 Jahren beginnen. Der iwnge Mann, der dann den Nachweis liefert, daß er für den Unterhalt von wenigstens zwei Kindern sorgt, ist des Militärdienstes enthoben und nur noch! zur Beteiligung an Turn- und Schützenvereinen anzuhalten. Wer dagegen noch keinen Hausstand gegründet hat und noch keine Familie besitzt, soll für eine noch zu bestimmende Reihe von Jahren der Wehrpflicht genügen. So der Antrag, den man einstimmig annahm. Und ist der Gedanke nicht in der That köstlich, den Heeresdienst gewissermaßen als Strafe für die Ehelosigkeit, die Befreiung vom Dienst als Prämie für die Fruchtbarkeit einzuführen? Es liegt etwas von dem Milieu des vierten Aktes der Ekklesiazusen des Schelms Aristophanes über diesen Beschlüssen, von jenem Milieu, in dem ja auch die „reifen Schätzchen" so nachdrücklich an ihre Versorgung denken. Auch im goldenen Mainz wurde tapfer gefochten. Hier schwang Frau Klara Zetkin tapfer das Zzepter, jenes zartsinnige Weib, das auf dem Kongreß zu Breslau den Weich- mütigen zurief: „Bleiben wi? Revolutionäre zum ersten Male, Revolutionäre zum zweiten Male und Revolutionäre zum britten Male"-. Mit Energie hat sie damals gegen Schillers Mahnung protestiert, die Frauen zu ehren, weil sie himmlische Rosen ins irdische Leben flechten, und wer sie hörte, den hat sie überzeugt. Auch jetzt schwebte ihr Geist anmutig über den Fluten der Reden. Ihr Haupt- Wunsch ist es, für ihre Geschlechtsgenossinnen größeren Einfluß in der sozialistischen Bewegung zu erhalten, sie will, daß es mehr — wie soll man doch gleich sagen? — daß es mehr Vertrauensweiber in der Partei geben soll, als bisher, ohne daß man doch das weibliche Proletariat gesondert organisiere und so ein modernes Amazonenkorps schaffe mit Frau Penthesilea-Zetkin an der Spitze. Die Männer erkennten zwar theoretisch die weibliche Gleichberechtigung an, aber in der Praxis hänge ihnen der PhilisterzopH gerade so im Nacken, wie dem ersten besten Spießbürger. Und ergänzend und zornig fügt Frau Zietz aus Hamburg hinzu, die männlichen Genossen seien eben auch nicht Nietzschesche Uebermenschen, sondern mit all den Fehlern behaftet, wie die anderen Männer auch. Und sinnig schloß Frau Steinbach!: Mit dem heutigen „Männermaterial" könnten überhaupt keine idealen Zustände geschaffen werden; sie sei keine Männerfeindin, aber sie habe viel „böses Kraut" unttzp den Männern kennen gelernt. Die weiblichen Vertrauenspersonen müßten dieselben Rechte haben, wie die Kollegen vom Schnurrbart, sonst würde es doch nur immer heißen: „Ach, was sollen wir mit der, die quatscht uns doch nur etwas vor". Es werde erst dann besser werden, „wenn der Begriff „Weibchen" den Männern im Verkehr mit den Frauen völlig ausgetrieben werde". Also, wurde es verkündet im „Gasthaus zur Wanz" int goldenen! Mainz von Frauen, die allerdings schwerlich Grund hatten zur Sorge, daß im Verkehr mit ihnen den Männern, und seien es die radikalsten, überhaupt der Begriff des „Weib- chens" vor die Phantasie treten könnte. Jeder einsichtige Mann wird es zugeben müssen, daß für die soziale Stellung der Frau, daß vor allem für die Erleichterung der Bedingungen in dem wirtschaftlichen Kampfe, den die Lllleinstehende zu siihren hat, nvch Manches gethan werden muß. Gerade die wirtschaftliche Entwickel-! ung der letzten fünfzig Jahre hat auch die Lage des weib- lick-en Geschlechts in hohem Maße gewandelt, ungleich häufiger als einst, muß sie hinaus in das seitliche Lebens muß kämpfen und streben. Aber weder die hysterischen Frauen von Paris noch die Amazonen von Mainz streben! nach Zielen, die erreichbar sind. _______________ 72. deutscher Naturforscher- und Aerztetag. Aachen, 17. September. Im großen Kurhaussaale fand heute morgen 9>/2 Uhr unter sehr zahlreicher Beteiligung die erste allgemeine Sitzung der Naturforscher- und Aezteversammlung statt. Unter den vielen hervorragenden Gelehrten bemerkte man Rudolph Virchow, Geh. Medizinalrat Prof. Eulenburg, Prof. Dr. Ponfick-Breslau, Geh. Rat von Leube- Würzburg, Admiralitätsrat Pros. Dr. Ne um eher-Hamburg u. a. m. Geh. Regierungsrat Pros. Dr. Wüllner eröffnete als erster Geschäftsführer der Versammlung dieselbe mit einer längeren Begrüßungsansprache. Geheimrat Professor Dr. von Leube-Würzburg dankt als erster Vorsitzender des deutschen Naturforscher- und AerztetageS Allen, welche den Kongreß begrüßten. Durch den Beschluß, auf der diesjährigen Versammlung eine Zusammenstellung der in dem zur Neige gehenden Jahrhundert geförderten Wissenschaften vorzuführen, solle zum Bewußtsein gebracht werden, welch gewaltige Geistesarbeit notwendig war, um den heutigen Standpunkt zu erreichen. Es begannen dann die Vorträge, die nach dem Programm „Die Entwickelung und den Aufschwung der vier Hauptdisziplinen im letzten Jahrhundert" behandeln sollen. Der erste Redner war Pros. Dr van t'Hoss-Berlin, der über die Entwickelung der exakten Naturwissenschaften (Physik, Chemie und der sich daran schließenden Zweige) sprach. Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Hertwig-Berlin als zweiter Redner sprach über „Die Entwickelung der Biologie." Anknüpfend an den ersten Vortrag über die Entwickelung der Chemie und Physik hebt der Vortragende hervor, daß auch die Biologie im 19. Jahrhundert die bedeutungsvollsten Fortschritte sowohl aus anatomischem als physiologischem Gebiet aufzuweisen habe. Auf anatomischem Gebiet feiert er als drei wichtigsten Errungenschaften, welche durch die mikroskopische Forschung erzielt wurden, 1) die Zellentheorie, 2) das erfolgreiche Studium der niedersten Lebewesen, 3) den mit Hilfe der verbesserten Mikroskope ermöglichten Einblick in die feineren Vorgänge der Entwickelungsgeschichte der Organismen. Nach einer kurzen zusammenfassenden Darstellung der in diesen 3 Richtungen gemachten Fortschritte geht Redner näher auf die Hauptfrage der Entwickelungslehre ein, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Forscher wie Laien gleich lebhaft beschäftigt hat, auf die Frage nach der natürlichen Enstehung der Organismenwelt. Bei einer kritischen Beleuchtung des Darwinismus wird hervorgehoben, daß die DeScendenz- und noch mehr die Selektionstheorie sich in vielen Dingen auf dem unsicheren Boden der Hypothese bewegen. Als Weismann die „Allmacht der Naturzüchtung" in einer Schrift mit diesem Titel verkündete, sei er gleichzeitig zu dem Geständnis genötigt gewesen: „Wir können den Beweis, daß eine bestimmte Anpassung durch Naturzüchtung entstanden sei, für gewöhnlich nicht leisten". Damit sei zugestanden, daß wir in Wahrheit nichts von dem Ursachenkomplex wiffen, der die bestimmte Erscheinung hervorgerufen hat, und daher habe auch der englische Philosoph Herber Spencer im Gegensatz zu WeiS- mann von einer „Ohnmacht der Naturzüchtung" sprechen können. Bei der Uebersicht der Forschritte auf physiologischem Gebiet geht Redner auf die Notwendigkeit des Tierversuchs und auf die in verschiedenen Richtungen so herbeigeführten Entdeckungen ein. Er wendet sich gegen die in Laienkreisen vielfach verbreitete Anti-VivisektionSbewegung, die aus einer übel angebrachten Empfindsamkeit beruht. Als besonders erfolgreich in unserem Jahrhundert wird die chemische und physikalische Richtung der Physiologie, welcher die größten Physiologen Helmholtz, du Bois Reymond, Claude Bernard, Ludwig u. a. angehört haben, bezeichnet und näher charakterisiert, zugleich aber hervorgehoben, daß die Vorherrschaft der chemisch-physikalischen Richtung zur Folge hatte, daß von den Physiologen mit wenigen Ausnahmen mit Vorliebe nur solche Gebiete, die einer chemischphysikalischen Forschungsweise zugänglich waren, bearbeitet, andere dagegen, wie die Physiologie der Entwicklung und Zeugung 2c. fast ganz unbeachtet gelaffen wurden. Um so eifriger nahmen sich ihrer Anatomen, Zoologen und Botaniker an. So erstarkte neben der chemisch-physikalischen Schule der Physiologie eine anatomisch-biologische Richtung, die durch mikroskopische Forschung unseren Einblick in das Leben zu vertiefen sucht. Durch eine Reihe von Gründen wird des Näheren darzulegen versucht, warum durch Chemie und Physik die Aufgaben der Biologie nur zu einem sehr kleinen Teile zu lösen sind. Ferner wird darauf hingewiesen, daß der Standpunkt: Alles in der Welt sei Chemie und Physik, gewöhnlich mit einer großen Ueberschätzung des chemisch-physikalischeu Wissens verbunden ist. Anknüpfend an eine von C. E. v. Baer gegebene vortreffliche Charakteristik vom Wesen der Wiffeuschaft schließt der Vortragende mit folgenden Sätzen: „Die Wissenschaft ist ewig in ihrem Quell, nicht be- grenzt nach Zeit und Raum in ihrer Wirksamkeit, unermeßlich in ihrem Umsaug, endlos in ihrer Aufgabe, unerreichbar in ihrem Ziel. Besonders gilt dies von der Biologie, der Wissenschaft vom Leben. Ihre Aufgabe ist eine der schwierigsten. Ihr Gebiet dehnt sich nach allen Richtungen auS, mit den verschiedensten anderen Wissenschaften in engere Beziehungen tretend. In der einen Richtung auf Chemie und Physik gestützt, wird sie zur Biochemie und Biophysik, in entgegengesetzter Richtung gewinnt sie wieder Fühlung mit den Geisteswissenschaften, mit Psychologie und Soziologie, mit Ethik und Religion. Materielle und geistige Welt werden durch sie in Verbindung gesetzt. Und so wird die Biologie im neu« anbrechenden Jahrhundert, wenn ihre Vertreter, frei von dogmatischen Fesseln jeder Art, das Reich der Unerforschten in das Reich der menschlichen Erkenntnis umzuwandeln fort« fahren werden, an der inneren Kultur des Menschengeschlechts in hervorragender Weise mitzuwirken berufen sein, es aus eine höhere Stufe intellektueller Einsicht, sowie sozialer und moralischer Lebenshaltung hebend. Sie wird so die Zeit mit herbeiführen, wo die wunderbaren Fortschritte, die das neunzehnte Jahrhundert auf chemisch-physikalischem Gebiete durch die technische Beherrschung der Naturkräste gebracht, kommenden Generationen erst zu vollem Segen gereichen!" 1. Hauptversammlung des deutschen jorstvereing. Wiesbaden, 19. September. Der deutsche Forstverein, die erste Fachorganisation, in welche die seitherigen Wanderversammlungen deutscher Forstmänner ausgegangen sind, hat seine Hauptversammlung abgehalten. Landsorstmeister Dr. Danket mann- Eberswalde eröffnete sie mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm. Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des Vorstandes und der Landesobmänner, die durch Zuruf nach den Vorschlägen des Forstwirtschaftsrates gewählt werden, und zwar für das Großherzogtum Hessen: Großh. Oberforstmeister Heinemann- Darmstadt; Stellvertreter : Forstmeister Reiß-Offenbach a. M. Dann folgt die Beratung der Satzungen. Der sVerein hat seinen Sitz in Berlin und Pezweckt u),Wahr- ung und Förderung der Interessen des deutschen Forstwesens; b) Pflege der forstlichen Wirtschaft und Wissenschaft; c) Vermittelung persönlichen Gedankenaustausches. Der Forstwirtschaftsrat, ein Organ des Vereins, setzt sich zusammen aus dem Vorstand, den Landesobmännern, Vertretern der Forstwirtschaft, Abgeordneten von Forstvereinen und Waldbesitzer-Vereinen und Vertretern des Großwaldbesitzes (von 30 0001g ett. an). Das erste Geschäftsjahr endet mit dem Ablauf des Jahres 1900. Die vorliegenden Abänderungsanträge finden en bloc Annahme. Universitätsprofessor Dr. Endres-München hält einen eingehenden Vortrag über die Stellungnahme des Deutschen Forstvereins zur bevorstehenden anderweitigen Feststellung der Handelsverträge, insbesondere im Hinblick auf die Holzbestände und die Holzerzeugung des In- und Auslandes. — Der Inhalt ist der folgende: Die Wirkung von Holzzöllen auf die Rentabilität der deutschen Waldwirtschaft darf nicht überschätzt werden. Von viel größerem Einfluß als die Zölle sind die Holztransportverhältnisse. Die importierenden Länder haben durch die Benutzung des Wasserweges und die Gestaltung der Eisenbahntarife wirksame Mittel, um die Zollbelastung auszugleichen. Wir könnten das Ausland, namentlich Oesterreich-Ungarn, welches seit anderthalb Jahren die Eisenbahnfrachtkosten für den Holzexport aus Galizien und der Bukowina nach! Deutschland ungemein ermäßigte, nur dann treffen, wenn ^Deutschland'bei Abschluß neuer Handelsverträge sich bezüglich der Festsetzung des Frachttarifs und Frachtbedingungen für importierte Hölzer auf den inländischen Eisenbahnen und Wasserstrecken freie Hand Vorbehalten würde. Die jetzigen Holzzölle verhinderten das Ausland, sein Holz in Deutschland zu Schleuderpreisen abzusetzen. Das Steigen und Fallen der Nutzholzpreise lief bisher vollständig parallel mit dem Steigen und Sinken der inländischen Holzpreise. Die Holzeinfuhr ist ungeachtet aller Zölle stets im Steigen, weil Deutschland seinen Holzbedarf durch die inländische Produktion nicht decken kann. Im Jahre 1899 repräsentierte die gesamte Nutzholzmehreinfuhr eine Rundholzmasse von 10 Millionen Kubikmeter. Im Jnlande können 16—17 Millionen Kubikmeter erzeugt werden. Wollten wir die 10 Millionen Mehreinfuhr im Jnlande erzeugen, so brauchten wir eine Fläche von acht Millionen Hektar über die vorhandenen hinaus; das Bewaldungsprozent des deutschen Reiches müßte von 26 auf 40 steigen. Zur Aufforstung geeignet sind noch eine Million Hektar. Wenn auch durch die Aufforstung dieser Fläche und durch Hebung der inländischen Waldwirtschaft in Zukunft etwas mehr Holz als bisher erzeugt werden könnte, so könnte damit das Defizit doch nicht entfernt gedeckt werden, abgesehen davon, daß der Erfolg dieser Maßregeln erst nach frühestenA 50 Jahren in die Erscheinung treten würde. Von den größten Gebieten Deutschlands haben nur noch Bayern und Württemberg einen Holzüberfluß, das gesamte übrige deutsche Reich verbraucht mehr Holz als es produziert. Die Holzlieferanten Deutsch^- lands sind Oesterreich-Ungarn (1899 43 pCt.), Rußland (36 pCt.), Schweden (11 PCt.), Vereinigten Staaten (7 pCt.). Der Redner schildert die Waldverhältnisse dieser Lander und kommt dabei zu dem Schlüsse, daß auf eine Erschöpfung der Holzvorräte derselben in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. — In Würdigung aller Verhaltnrsse empfiehlt es sich, bei Festsetzung der neuen Holzzolle den Mittelweg nicht zu verlassen. Der Zoll auf Rohnutzholz soll in Anbetracht der Unentbehrlichkeit dieses Materials für tne Industrie auf seiner jetzigen Höhe belassen werden, um so mehr als die Zunahme der. Einfuhr hier weniger zu befürchten ist, als bei den bearbeiteten Holzern, der Stand der inländischen Holzpreise ein sehr befriedigender ist und die Erschwerung der Einfuhr hauptsächlich den mittleren und kleinen Holzindustriellen treffen wird. Der Zoll auf Schnittwaren soll dagegen in Zukunft beim Nadelholz auf 1 Mk. 20 Pfg. pro Doppelzentner oder 6 Mk. pro Kubikmeter festgesetzt werden. Leitende Gesichtspunkte sind hierbei Schutz des Waldes und der nationalen Arbeit. Wegen des leichteren Gewichtes und des höheren Wertes kann Schnittware aus den entferntesten Ländern zil uns gebracht werden, weshalb ein zu geringer Zoll eine Ueberschwemmung Deutschlands mit geschnittenem Nutzholz zur Folge haben würde. Auch der Zoll auf be- fchlagenes Holz ist aus dem gleichen Grunde auf 1 Mk. pro Doppel-Zentner zu erhöhen, da dasselbe meist fertig' zur Verwendung eingeführt wird. — Wenn gegenwärtig die Holzpreise in einzelnen Waldgebieten noch nicht die erwünschte Höhe aufweisen, dann ist der Grund hierfür in dem Mangel an «Verkehrswegen im Walde und zum Walde, in einer oft unzweckmäßigen Eisenbahntarifpolitik oder in dem Waldzustande selbst zu stützen. Auch höhere Zölle als die vorgeschlagenen würden diese Hemmnisse einer angemessenen Preisbildung nicht aufwiegen können. — Der Korreferent, Forstmeister Riebel-Muskau, ergeht sich des Eingehenden über die historische Entwickelung des Zolltarifs und dessen Stipulationen selbst. Vom sozialdemokratischen Parteitag. Nachdruck verboten. Mainz, 19. September 1900. Zur heutigen Sitzung ist ReichstagSabg. August Bebel erschienen. In der Vormittagssitzung wurde eine Reihe von Anträgen gestellt und diskutiert, u. a. auch ein solcher, die Reichstags- und Landtags-Abgeordneten auszusorderu, die Frage der Kohlennot in den verschiedenen Parlamenten demnächst zur Sprache zu bringen, wenn nicht bereits vor Zusammentritt der betreffenden Körperschaften eine Herabsetzung der Kohlenpreise erfolgt ist. Ein Antrag aus Herausgabe einer wissenschaftlichen Schrift gegen den katholischen KlerikaliSmus wird abgelehnt, nachdem Fischer-Berlin betont hatte, daß man diese Bekämpfung den einzelnen Kreisen überlassen müsse. Der Partei-Vorstand wurde beauftragt, eine umfangreiche Agitation gegen eine geplante Verschlechterung deS Krankenkassen-GesetzeS zu infcenieren. Ein Antrag, die Alkoholfrage aus die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen, wurde abgelehnt. Der neue Or- ganisationS-Entwurs wurde nach einem Bericht Auer mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Der Partei-Vorstand besteht in Zukunft statt aus 5, nunmehr auS 7 Personen. Calwer-Charlottenburg spricht über Verkehrs- und Handelspolitik. Eine Resolution tritt für einheitliche Verkehrs-Politik, Ermäßigung deSPer- sonentariss, Ausbau der Wasserstraßen, Aushebung aller Handels-Beschränkungen und Verwerfung aller zollgesetzlichen Maßnahmen wie den handelspolitischen Anschluß Deutschlands an andere Staaten ein. Nachdem Calwer fein Referat beendet, wurde die Diskussion eröffnet, an der sich mehrere Genoffen und Genossinnen beteiligten, v. Volkmar ist besonders gegen Uebernahme der Eisenbahn durch das Reich. Dies würde für Süddeutschland verhängnisvoll werden, wie das Beispiel Hessen beweise. Was ist hier in Hessen geschehen? Die Tarife sind heraufgesetzt, die Beamten herabgesetzt, die wirtschaftliche Selbständigkeit Hessens ist verloren. Wir kämpfen gegen das Gewaltsystem der preußischen Bahnverwaltung. Die preußische Regierung ist unser heftigster Gegner, wir dürfen sie nicht politisch und wirtschaftlich stärken. Wir nehmen das Gute gern vom Reich, aber nicht das Schlechte, das nicht nur den Süden schädigen würde, sondern schließlich das ganze Reich. Molken- bnhr ist gleichfalls gegen die Calwer'sche Resolution. HarieS-Himbach spricht für die Aufnahme der Agrarfrage. Zum Schluß gelangen verschiedene Begrüßungstelegramme zur Verlesung, darunter das der italienischen Sozialisten. Singer schloß um ßi/2 Uhr die Versammlung, indem er noch ankündigte, daß morgen die Vorschläge zur Wahl des Vorstandes und der Kontroleure gemacht werden sollen. Da die Calwer'sche Diskussion bis zum Schluß der Arbeitszeit dauerte, wird Bebel morgen mit seinem Referat beginnen. Bebel unterbreitet dem Parteitag eine Resolution zu gunften der Beteiligung an den Land tags wählen, die also lautet: „Der Parteitag wolle beschließen: in denjenigen deutschen Staaten, in welchen da8 Dreiklassenwahlsystem besteht, sind di« Parteigenossen verpflichtet, bei den nächsten Wahlen in die Wahlagitation etnzutreten, e8 sei denn, daß die lokalen VerhSttntsse eine Wahlbeteiligung unmöglich machen. Inwieweit die Wahlbeteiligung in einem Kreise unmöglich ist, darüber entscheiden die Parteigenossen deS betreffenden Wahlkreises. Für die Landtagswahlen in Pceußen bildet der Partetvorstand das Zentral-Wahl- komitee. Ohne dessen Zustimmung dürfen diePartetgenosien in den einzelnen Wahlkreisen keinerlei Abmachungen mit bürgerlichen Parteien treffen." Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. September 1900. • • Auszeichnung. Dem Obersthofmarschall General der Infanterie z. D. Paul Westerweller v. Anthoni wurde die Goldene Verdienstmedaille für Landwirtschaft rc. verliehen. * * Personalnachrichteu. Der GerichtSassessor Maser aus Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Gernsheim und der GerichtSassessor Pfeifer in Gießen mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Groß-Gerau beauftragt. • • Größere Fenerficherheit wird Unser Stadttheater für die kommende Spielsaison erhalten. Auf Veranlassung der Baupolizeibehörde wird vom Brandplatz aus durch das KreiSamtsgrundstück bis in den Theatersaal eine besonders starke Wafferznleitung hergestellt, die einen Hydranten z« speisen bestimmt ist. * * Die Steuerfreiheit der Reservisten und Land- wehrleute während der Monate, in denen sie zu einer militärischen Hebung eiugezogen sind, trifft nur für Preußen zu. Für Hessen gilt dagegen das folgende: Reservisten und Landwehrleute, die zu Hebungen einberufen sind, werden für die Zeit ihrer Hebung von jeglichen Steuern befreit, sofern sie ein Einkommen von nicht über 2600 Mk. haben (d. h. nicht in der 1. Steuerklasse sind). Gesuche um Befreiung von der Steuer sind bei dem zuständigen Steuer- * * Markus Bauer. 3hc „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Die in Stuttgart erscheinende „Deutsche Reichspost" hat über grobe Ausschreitungen berichtet, die sich die Straf-Expedition vow Besser in Kamerun angeblich hat zu schulden kommen lassen. Aus den amtlichen Berichten ist über die betreffenden Vorgänge in Berlin nichts bekannt, doch ist aus Kamerun vor kurzem die telegraphische Meldung eingetroffen dah der stellvertretende Gouverneur, Major v. Kamptz' den Hauptmann von Besser von seiner Stellung abberufen hat. Die hiernach unumgängliche Untersuchung wird Uch auch auf das gesamte Verhalten des Hauptmanns von Besser während der nach nicht abgeschlossenen Expedition zu erstrecken haben, und damit auch über die behaupteten Ausschreitungen die nötige Klarheit schaffen. Die Sache fmit dem Kriegspalaver und ihren Greueln wird demnächst dem Gouverneur in Kamerun angezeigt werden; welchen Erfolg man zu erwarten hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man später noch manche Gerüchte von nördlicheren Städten hören über den „Durchzug" der Expedition. Die «oben beschriebenen Ereignisse sind ja nur der Anfang der Expedition. Wie wirds erst im eigentlichen Feindesland droben zugehen, wo Stäwwe bestraft werden sollen, die sich vielleicht nur gegen Vergewaltigungen eines Weißen ihres Rechtes gewehrt haben! Giessen, Kirchenplatz 11. Kommissariat zu machen. Zu diesem Zwecke find die Militärpapiere vorzulegen. -r- Rodheim a. d. B, 19. September. Heute wurde hier unter starker Beteiligung das Gemein de ob ft versteigert. Die Versteigerung begann morgens 9 Uhr und nahm bei der großen Ausdehnung der hiesigen Gemarkung den vollen Tag in Anspruch. Es wurden bei der starken Nachfrage durchweg hohe Preise erzielt. Noch stehen zwei weitere Obstversteigerungen hier bevor. Morgen läßt Frei- Herr van der Hoop aus seinen Grundstücken das Obst versteigern und Ende dieses Monats wird das Obst an der Staatsstraße versteigert. -e- Abeudsteru, 20. September. Wie seinerzeit auch an dieser Stelle bekannt gegeben wurde, so sollte bereits mit dem 1. Mai hier der Personenverkehr der Bahn Wetzlar—Lollar eröffnet werden. Die Arbeiten für die Errichtung eines Warteraumes wurden im Frühjahre bereits vergeben. Allein erst in diesen Tagen ist von Seiten des Eisenbahnmiuisteriums die Genehmigung betreffs Errichtung einer Haltestelle eingetroffen, die mit dem 1. Dezember ds. Js. eröffnet werden soll. Die erforderlichen Bauten hat die Gesellschaft der Bieberthalbahn aufzuführen, der auch die bereitsj°vorhandenen Gebäude (Wohnung und Bureau) gehören. Somit wird für die Bewohner des Bieberthales durch diese Eröffnung einem längst empfundenen Bedürfnis, einen näheren Anschluß nach Wetzlar und Marburg zu erlangen, abgeholfen. -r. Mendorf a. d. Lahn, 18. September. Unser Kirchweihfest am Sonntag und Montag ist aufs schönste verlaufen. Aus den umliegenden Ortschaften und ganz besonders aus Gießen waren Scharen von Festgästen erschienen, -selten ist unsere Kirmeß von auswärts so stark besucht worden, wie in diesem Jahre. Die Räumlichkeiten beim । Gastwirt Hörr waren bis zum letzten Platze besetzt. Vilbel, 17. September. Der nach Anleitung des Ober- oergratS Tecklenburg aus Darmstadt zu Vilbel erbohrte -Sprudel erhielt mit Genehmigung der Großherzogin den Namen „Victoria-Melita-Sprudel". Darmstadt, 18. September. Zur Hebung des ein- 9eJ2nlschen TöpfereibetrtebeS, da besonders die größeren Gärtnereien des Landes und der nächsten Nachbarschaft, wie in Frankfurt und Mannheim, ihren ziemlich bedeutenden Jahresbedarf anderwärts deckten und dieser ?^ug vielfach aus Frankreich geschah, wodurch der ein- I heimischen Industrie recht belangreiche Summen verloren I gehen, hat sich die Großherzogliche Zentralstelle durch Ver- I Mittelung des mittelrheinischen Fabrikantenvereins, da bisher I derartige außerdeutsche Fabrikate zollfrei eingingen, an das I • a^mt gewendet, mit dem Hinweis, daß es nötig I erscheine, die außerdeutschen Töpferwaren mit einem Zoll I gu belegen. Wie wir vernehmen, hat derselbe bereits den I bearbeiteter ncucn Anordnung des deutschen Zolltarifs I Darmstadt, 19. September. Wegen des Ablebens des I Prrnzen Heinrich von Hessen und bei Rhein ist I fiine Hoftrauer bis zum 6. Oktober angeordnet worden. I Damen erscheinen in schwarzen Kleidern und zwar bis I $UTri4’ September einschließlich mit schwarzem Kopfputz I uuo schwarzen Handschuhen, von da ab mit weißem Kopfputz I und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform I einen Trauerflor um den linken Oberarm, außerdem bis I 24. September einschließlich schwarze Weste und schwarze I Handschuhe. I Vermischtes. * Straßburg, 11. September. Das Hauptgebäude der in Zabern gelegenen Fabrik landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen der Gebrüder Kuh brannte vergangene Nacht nieder. Der Schaden beläuft sich auf über 300000 Mk. Ein ansehnlicher Teil der Arbeiter wird durch die Brand- katastrophe arbeitslos. * Innsbruck, 18. September. Der Obergymnasialschüler Thomas Waldner aus Egg (Bregenzerwald) ist beim Enziansuchen im dortigen Gebirge über eine Felswand ab- gestürzt. Er war sofort tot. ^ Budapest, 18. September. Aus dem Nachlaß der , n- , — ——»lerfeld fehlen große Beträge. Die Unterschleife fallen einer hohen Persönlichkeit zur Last, deren Verhaftung bevorsteht. • 3n dem gemeldete« Duell in Dar-eS-Salaam wird geschrieben : Nach Meldungen von beteiligter Seite ist der Oberrichter Ebermaier, nicht der Freiherr v. Eberstein, der eine Beteiligte gewesen. Der Streit ist bei einem Gelage entstanden und macht in seiner Entwickelung einen häßlichen Eindruck. Die Abberufung des schuldigen Teils läßt sich mit Sicherheit voraussehen. Die „Nordd. Allgem. Ztg." erklärt, daß auf Grund der durch die Presse gegangenen Mitteilung, wonach in Dar-es>Salaam ein Zweikampf stattgesunden hat, an zuständiger Stelle sofort das Erforderliche angeordnet worden ist, um die Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen. Sandel und Verkehr. NslkslvirHiM. Frsaklurter BGzee vom 19. September. Wechsel auf Kew-York zu 0.00-00. I Prämiea auf Kredit per ult. Sept. 1.20hg, do. per ult. Okt. I 2 30%, Diekonto-Kommandit per ult, Sept 0.95 %, do. per ult Okt. I 2.20 %, Lombarden per ult Sept. 0.40%, do. per ult. Okt. 0.85 %. I Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00%. I rr ÄotierUMgeH : Kreditaktien 206.50-10.000-00. EMskonto- 172 50-30-00-00-00 Staatsbahn 142.00-00., Lombarden 25.90.00, Italiener 94.20, Spanier 72.00-00, Spross. Mexikaner 25.30. i b,Z1’ Laara 194-193.20-70-000 bz., Harpener ul,?/»?-176150 bz<’ Gekenkirchen 188.60-187.90 bz., Privat-Dis- Kont 4%%. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206.10-50-000-000.00 bz.. Die- konto-Kommandit 172.30-90-000.00 bz., Staatsbahn 142 00-00.0 bz„ | ^“barden 25.90-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelßgesell- I 2!00?00 3proz Mexikaner 00.00 bz, 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz. OI t Märkte. 19. September. Fruchtmarkt Durch- Roter Weizen, alter, 00.00 Mk., neuer !?’?? SS'1 §^ßer Weizen —Mk., Korn 00.00 Mk., neues Korn 1V13 M., Gerste 0.00 Mk., Hafer, alter, 8.20 Mk., neuer 6.07 Mk., Erbsen —Mk., Kartoffeln —Mk. Ja»r««bib Süden hat er kraftvoll eingegriffen. Zuletzt hat er die aufständischM Ekoi unterworfen und in der Nähe der Croßschfliellen eine Station errichtet. Ueber eine Strafexpedition teilt die „Deutsche Reichspost" in Stuttgart u. a. folgendes mit: Wner^örte Ding« hat sich die Straf-Ex- pemkon t>. Besser $u schulden kommen lassem Ms ich westen £eifc Bon den Meme-Fällen aus dem Süd- ?°m in di« ersten Bakundu-StädtcheN fe'SreSS’S5 i Die Bakundu-Lente hatten einer Ausforbern,^^ hongtorfMerS in J°h.-Albr.-5oöh- gemäh ^imn^ Qchsem nach Komba, dem Ort der Haupt-Chop-Niederlaae oebrocbt Bald darauf zogen eine Anzahl ™ aller Ornung durch; fte gehörten, glaube ich nicht zur Expedition. Etwa um d en 10. Februar herum kam endlich Hauptmann v. Besser, nebst einigen anderen Weiken nut etwa 200 Soldaten nach Bakundu-Stadt Dort war I Stadtteil mit seinem Häuptling bereits in den Vusch geflohen, wogegen der andere Teil auf unseren Rat hin m der Stadt geblieben war, da sie fest auf unsere I Versicherung, es werde ihnen kein Leid geschehen, trauten gerade diese mußten nun daran glauben. Es wur- I Kokosnüsse verlangt und von den Leuten in Menge I hergeschafft, desgleichen Plantains (Pisana), soviel ver- I stolirbe' unb eine Ziege und ein Huhn. Nun habe I könne b fesselt, damit er nicht entwischen I er ber Forderung in den Busch geführt I ÄnLN°t°n Viehzum Schlachten zeigen- erzeigt en Ochsen, der gefallt nicht; er zeigt einen anderen, | Aus dem Geschästsleben. bieklame sieht man in dem Schaufenster der rinTehüaäen' Mt 1 ® e 1 ä' ^er die in geschmackvollem Arrangement Suiria Ahbem .planten Publikum vorfahrt, nämlich die Sunlrght-Setfe, bie m vielerlei Verwendung sich zusammenfüqt um In h°nn°n,sch gan,°ü ,u Bilben. Wie i-I-nnt,'hat sich di-si ,or,a7- Schul-Anzüge in grosser Auswahl! GiNgesMdt. Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gietzerr, 19. September 1900. Fasender der „J.-.Arttkels, betreffend di« 2lu36 N tretenden Reichs-Gesetzes über die Regelung der Offenhaltung der Verkaufsstellen, wirft in seinem ersten Ein- uOtfittnbk beS Kaufmännischen Vereins Nachlässigkeit und Unthätigkeit vor, denn was kann es anders heißen, wenn er was der Voistand „jcht Besseres zu thun habe"«. ~ Bemerkung beweist, wie wenig der Herr über die Last der Geschäftsführung unterrichtet ist, denn sonst würde er diese unberechtigte und wenig konziliante Art der Kritik wahrlich nicht geübt haben zu einer Zeit, in welcher der Vorstand alle Hände voll zu thun hat mit Abschluß der Verträge über die abzuhaltendm Vorträge im Wintersemester, der Wiedereröffnung der Fachschule für den Wlnterunterricht gleichzeitig mit Rmeinsührung des kaufmännischen Unterrichts für Damen, und zahlreichen anderen laufenden Geschäften. Herr I. steht eben in der zur Rede stehenden Frage auf dem einseitigen Standpunkt der kaufmännischen Angestellten und übersieht, daß ein hoher Prozentsatz der Mitglieder des Kaufmännischen Vereins selbständige Kaufleute sind, sodaß dem Vorstand doch sicherlich eine gewisse Zurückhaltung in diesen Fragen geboten ist. Der Vorstand des Kaufmännischen Vereins hat stets alle diejenigen sozialen Bestrebungen gefördert, welche dienten der Hebung des wirtschaftlich schwächeren Teils der Kaufmannschaft, d. d. seiner Angestellten, und darf wohl von sich sagen, daß seine Bemühungen nicht vergeblich gewesen sind. — Nachdem bekannt geworden war, baß der Vorstand des Detaillistenvereins eine Regelung der fraglichen Ladenschluß- Angelegenheit herbeizufübren suchte, welche sich bestrebt, einenteils den geschäftlichen Rücksichten auf das Publikum, anderenteils auch denen auf die Angestellten gerecht zu werden, lag für den Vorstand des Kaufmännischen Vereins keine Veranlassung vor, diesen Bestrebungen entgegenzustreben, und deren Durchführung zu erschweren. ES ist als ein gerechter Ausgleich zu bezeichnen, daß für das Sommerhalbjahr der von Herrn I. angestrebte 8 Uhr-Ladenschluß durchgeführt werden soll, während man für das Winterhalbjahr dem vermehrten Kaufbedürfnis der Bevölkerung und damit dem geschäftlichen Interesse des Prinzipals Rechnung tragend, vorerst den 9 Uhr-Ladenschluß festzuhalten gedenkt. e I auch nicht; wahrscheinlich waren sie etwas klein, l lö öe{)tcmBer „ ■ Bald Darauf entdeckten sie eme schone, tragende Kuü und ! m c- <* « schossen sie nieder, was bei den Schwann wie bet den > ^storbenm Gr°ßmdustri°ll-n Wall I Weißen als ein Unrecht angesehen wird, wie auch für ge- I liefertes Vieh eine Entschädigung vom Gouvernement ge- I leistet werden soll. Abends, wahrscheinlich als die Weißen | sich zur Ruhe begeben hatten, durchstreiften die Soldaten die I halbverlassene Stadt und plünderten die Häuser. Da nach I solchem Anfang ein noch schlimmerer Ausgang der Sache mit I Recht zu befürchten war, begannen die Leute über Nacht zu I fliehen und mußten am andern Morgen eingefangen werden I Etwa 20 Leute wurden als Träger mitgeschleppt, und von I ihrer Stadt ab ging nun die P r ü g e l e i d e r T r ä g e r I durch Soldaten mit Wissen der Weißen los. Gleich in I der nächsten Nacht gingen mehrere durch. Von da ab I wurden sie je während der Nackst in Fesseln gelegt. I Zwei Tage lang bekamen sie nichts zu essen. I In Ediki (auf dem Wege nach, Mundame) wurde erst ein I Duallasklave von den Soldaten aus mir unbekannten I Gründen umgebracht. Dadurch wurden natürlich die I Träger aufs neue von Schrecken und Angst ergriffen und I suchten zu fliehen. Einem solchen Flüchtling wurden zwei I Schüsse nachgeschickt, die jedoch nicht trafen, man verfolgte I und fing ihn und legte ihn in Fesseln. Ein angesehener, I rechtschaffener Mann war unter diesen Trägern aus Ba- I kundu, der hatte schon seit lange die sogenannte „Mpia", I schmerzhafte, Hühneraugen ähnliche Beulen an der Fuß- I sohle. Dessenungeachtet war er mitgeschleppt worden und I wußte eine schwere Last tragen; konnte er fast nicht mehr, I dann half man mit Prügeln und Seitengewehr nach. So I schleppte er sich weiter bis gegen Mundame. Endlich konnte I er nicht wehr und legte sich trotz der Prügel zu Boden, I worauf man ihn einfach totschlug und liegen ließ, I utitten auf der Straße, wo ihn mehrere Weiße I nachher als Leichnam liegen sahen und schließlich ver- I !9?rren ließe". Den Prügel, mit dem dieser Mann er- I schlagen wurde, einen armdicken, blutbeschmierten I Baumaft, haben die zurückkehrenden Leute der Bakundu I uns zur Besichtigung gebracht. Ein anderer Mann aus I Kake, der auch nicht mehr weiter konnte, wurde auf ähn- I liehe Weise totgeschlagen und liegen gelassen. K. erzählte I uns, er habe ebenfalls Leichen der Erschlagenen (Träger) I auf der Straße gefunden, auch habe er einen liegen ge- I fanden, dem die ganzen Wadenmuskeln mit einem Schwertstreich heruntergehauen waren und etwazwanzigZentimeterlangherunter- hingen .Er hat ihn verbunden. Desgleichen erzählte er uns ein Gerücht, das ihm von weiter nördlich gelegenen Durchzugsstädten zugekommen fei, daß der Weiße dort ebenfalls bös gehaust und sogar eine Anzahl Leute i ber Kokobma aufgeknüpft habe. Nachdem die Bakunduleute endlW in ihrer dezimierten Zahl erschöpft in Mundame angekommen waren, habe man sie erst in der Sonnenhitze stehen lassen, dann hätten sie für die Soldaten Wasser herschleppen müssen, worauf sie wiederum längere Zeit zur Belustigung der rohen Sol- daten in der Sonnenhitze zu stehen hatten, obgleich sie seit zwei Tagen nichts zu essen bekommen hatten. Schließlich wurden dann die übrigen Bakunduleute nmch Hause entlassen bis auf zwei, die aus unbekannten Gründen ins Innere mit mußten, obwohl der eme davon sogar ietu sehr schwächlicher Bursche, einf Schüler, unmöglich Lasten schleppen konnte. Es sind nun bald drei Wochen seit diesem Durchzug der Expedition verflossen, aber erst heute wieder habe ich an mehreren der zurück- gekehrten Bakundu-Träger halbgeheilte and noch offene Wunden und Striemen der erhaltenen Schläge gesehen Em anderer von ihnen, der nur noch ein Auge hat, wurde am gesunden Auge durch Püffe mit dem Seitengewehr traktiert, daß hoch aufgeschwollen war und man fürs Ange fürchten wußte, doch- hat es sich wieder gebessert Die Städte jedoch, durch welche diese Soldaten der beut- scheu Schutz truppe gezogen sind, stehen bis hinauf nach Kilinrmdi fast ganz leer. Die Leute stehen in beständiger Furcht, es kämen neue Truppen nach, und leben deshalb zerstreut in den Wäldern. Wir kamen letzte Woche durch emige dieser Städte: Komba, Mambanda, Mukonye ^Die Straßen waren fastgan^ menschenleer. Auch aller Handel liegt darnieder, wie ich sah und von deü ! Faktoristen im Balondolande umher persönlich erfahren v fti Jft Pr W fr «I ftfli Bei Fer Dt. Zn der Be uv! IM M geße Sari vier Witv 6tti Itt beg San in 1 W bett legi Akt Dor Teil zahl trofft My, oer A ferner den übi und bi Earl t ^rLnze einen, Miet bi In W« . 1 M Orb aus 'N MP wnge ,A»j Ngc. ’e» 6,- et5» hioo ''«8 0D- «”b P ;»!* $•««, Carl NpiiIipüpii in Klei[|6rst0,,en h „ I W Ij BI II n Homespun), Tuche, S&rge, Diagonal, Covercoat und Mohair HOWaCK. W^tifenteik »e* — *te< uni «tifof der vr-chl'-chM IfatoeNttiMu*- uni Klrabenhan-arbeit. Gamstag den 22. September d. I., vachmittags 3 Uhr, sollen in Zem Schulhause am Asterweg (Handwerkerschule) zwei Uuterrichtskurse für erziehliche Handarbeit mit je drei- stündiger, wöchentlicher Unterrichtszeit eingerichtet werden. In dem einen derselben sollen die Schüler mit Papparbeiten und in dem anderen mit Kerbschnittarbelten beschäftigt werden. Zur Beteiligung an dem Unterricht können, ältere Schüler der Volksschule sowohl, als auch Schüler der höheren Lehranstalten (letztere vom 11. Jahre ab) zu-j gelassen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jedem derselben zwei Mark zu ent* richten; außerdem haben die Schüler der höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von vier Mark zu b 'zahlen. Anmeldungen zum Unterrichte werden zur angegebenen Zeit im genannten Schnlhause eutgegeugeuommen. Gießen, den 18. September 1900. 6179 Georgi, Beigeordneter.Hahn, Oberlebrer. Die bekannte EotterHolkHtor W. gnchadkr 11 WeuerrvLue 11 Giessen 11 Hlerrerrväue 11 empfiehlt Lose der 2. GrH. fit IT. Mkg-Mnit Vio 3.30, Vs 6.60, V- 16.50, r/i 33 — pro Klasse. Haupttreffer mut. 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