1900 M. 168 Zweites Blatt. Samstag den 21 Juli Keneral-UHeiger Anj«igen.BermittUmgSstellm de« In« und «uilat*» «rhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgtfte« Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwLrtS 20 Pfg. H« Anzeigen zu der nnchmtttagS Mr den HOchMd« Hing «scheinenden Nummer bi» »arm. 10 Wt. W*e**y« ipiiestenS Ml Hrfrr. Nezugsprets vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pf,, mit Bringrrlohnr durch die AbholesteK« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr mit Bestellgeld. MKreßemr Anzeiger Zlttrts» und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. «CMHHMK I........... IMNn, und Sradmi: Ar. 7. »«ff« für Depeschen: Anzeiger chtetzM« Fernsprecher Nr. 5L Gratisdeilagnr: Gießener ZamUienbMer, Der hesststhe Kandwirl, Kälter für hestifche Volkskunde. Die Wirre« in China. Von dem Chef des Kreuzergeschwaders ist nachstehende Meldung über den Sieg bei Tientsin eingegangen: Ab Taku, 16. Juli. Kapitän z. S. v. Usedom (Kommandant der .„Hertha") meldet: Infolge der Angriffe am 13. wurde am 14. früh dem Sturm der umwallten Chtnesenstadt durch Japaner, Engländer, Amerikaner, Russen noch widerstanden. Die Stadt ist jetzt in den Händen der Verbündeten. Auf der Ostseite fand am 14. nachmittags noch ein Kampf der Russen um den Besitz des chinesischen Lagers statt. Am 15. früh wehten aus der Zitadelle und dem chinesischen Lager russische Fahnen, damit ist die Eroberung der Stadt beendet. Usedom meldet über das Gefecht am 18. früh, er sei im Hauptquartier von Alexejew gewesen, beteiligt gewesen seien die Kompagnien Wedding von S. M. S. „Gefion" und Irene und Kopp von S. M. S. „Kaiserin Augusta" unter dem Oberbefehl von Kapitänleutnant Weniger. Eine Stunde nach dem Beginn der Angriffe sand 600 Mtr. von deutscher und russischer Infanterie eine ungeheuere Explosion statt, sodaß viele Leute umfielen und die Maulttere der französischen Gebirgsartillerie durchgingen. Der russische General Stössel war der einzige Leichtverwundete dabei, konnte aber nach einer Stunde weiterfahren. Er äußerte, er habe nie bessere Soldaten als unsere Matrosen gesehen. General Stössel hat bei allen Kämpfen um Tientsin Russen und Deutsche hervorragend geführt. Daß die Deutschen an diesem Tage so wenig Verlusts erlitten, liegt an hem sehr schnellen, sprungweisen Vorgehen. Um 7 Uhr abends wurde in Gemeinschaft mit den Russen die chinesische Stellung mit 12 Geschützen genommen. Unsere Leute machten um 9 Uhr einen frischen Eindruck trotz zehnstündigen Marsches, sie wurden in diesen Stellungen bis 11 Uhr Ävn der Zitadelle mit Geschützen beschossen, ohne Verluste; nur erhielt v. Wolf beim Abmarschieren nach Ablösung durch frische Russen eine Kugel ins Knie. Die ermüdeten Kompagnien rückten gegen 1 Uhr wieder in die Quartiere. Am 14. früh war Usedom mit den zwei Reservekompagnien, die aber nicht gebraucht wurden, für kurze Zeit in bet Ehinesenstadt, die bereits in Brand gesteckt und verwüstet war. Der größte Anteil an deren Eroberung fällt den Japanern zu. Inder letzten Zeit hatte die immer zahlreiche chinesische Artillerie immer heftiger geschossen, selbst das verhältnismäßig gut geschützte deutsche Konsulat, die Bank und das Klubhaus, worin unsere Verwundeten waren, wurden fast täglich getroffen. Dies hinderte das Ausruhen zwischen den großen Marschstrapazen. Der Erlaß von Seiner Majestät, betreffend Belohnung für die Befreiung der in Peking Ein- gcschloffenen findet bei allen Nationen hier dankbare Aufnahme. Der Erlaß ist verbreitet. Der japanische Konsul in Tientsin hofft, Boten für Peking finden zu können. — Am 15. und 16. trafen der seine Flagge auf der „Kaiserin Elisabeth" hist en wird. Das Gesamtkontingent, das die Geschwaderschifse landen können, besteht aus 36 Stabspersonen, 520 Unteroffizieren und Matrosen, die zehn Züge Infanterie, sechs 47 Mm.- Schnellfeuer-Kanonen, vier 7 Ctm.-Geschütze, eine Piomer- und Munitionskolonne und eine Ambulanz-Abteilung stellen können. König Humbert von Italien besichtigte am Donnerstag in Neapel das Arsenal und die drei Dampfer, welche die italienischen Truppen nach China bringen sollen. Nach der Besichtigung richtete der König an die versarn- metten Mannschaften folgenden Tagesbefehl: Ich entbiete Euch meinen und des Vaterlandes Gruß und wünsche Euren Waffen alles Glück. Ihr zieht in ein fernes Land, in dein unsere Fahne beschimpft wurde, nicht zum Zwecke der Eroberung, sondern einzig und allein zur Verteidigung des geheiligten Völkerrechts und der mit Füßen getretenen Humanität. Bei Eurer Mission werdet Ihr, wie schon früher, Soldaten der mächtigsten Nationen der Welt zu Kameraden, haben. Haltet gute Kameradschaft mit ihnen und bemüht Euch, das hohe Ansehen der italienischen Armee und die Ehre unseres Vaterlandes zu wahren. So zieht denn voller Vertrauen hinaus; ich begleite Euch im Geiste, Gott segne Euer Thun! Der russische Kontreadmiral Skrydkow ist bei seiner Ernennung zum Chef des Geschwaders im Stillen Ozean zum Viceadmiral befördert worden. Ein Befehl des russischen Kriegsministers ordnet an, daß der Kommandeur der Truppen des Semirjetschensk-Gebietes (nördlich von Kuld- scha, dem Hauptort der Dschungarei) die Rechte eines Korpskommandeurs erhält. Ferner wird das 14. tur- kestanische Schützenbataillon von Namangan (in Ferghana in Westtnrkestan) nach Termes und ein Bataillon der 7. turkestanischen Schützenbrigade von Merw in Westturkestan nach dem Posten von Kuschk (Eisenbahnstation an der afghanischen Grenze) verlegt. Das jetzt in Khodschent und anderen Orten Südturkestans stellende Reservebataillon wird nach Merw versetzt. Eine weitere Anordnung des Kriegs- ministers verfügt,' daß alle Reservebataillone der turkestan- schen Brigaden bei der Mobilmachung in Regimenter umzuwandeln sind, von denen jedes fünf Bataillone zu vier Kompagnien erhält. Das erste Semirjetschensksche Ko- saken-Regiment wird aus dem Semirjetschensk-Gebiet nach dem Ferghana-Gebiet versetzt. Im ersten turkestanischen Armeekorps ist die erste turkestanische Kosaken-Division zu bilden. Abgeordnetenhauses haben beschlossen, beim Wiederzusam^ mentritt des Reichsrats eine Interpellation wegenl der Ausweisungen deutscher protestantischer Geistlicher aus Böhmen und Mähren an die Regierung, zu richten, und gleichzeitig dieselbe aufzufordern, die Ausweisungsbefehle zurückzunehmen. gestern in Drvntheim den deutschen Konsul und die Kommandanten des norwegischen Panzergeschwaders zum Abendessen eingeladen. An Bord der „Hohenzollern" stt alles wohl. — Der Graf von Turin ist von Kaiser Wilhelm eingeladen worden, den deutschen Kaiserrnano- b er n beizuwohnen. — Die amtliche Berufung des Aachener Professors und nationalliberalen Abg. Dr. van der Borght rns Reichsamt des Innern zur Bearbeitung handelspolitischer Fragen ist noch nicht erfolgt, steht aber der „Nat.-Ztg." zufolge bevor. — Zur Zentralisierung des gesamten Torp ed o - wesens hat die Marina-Verwaltung auf dem kürzlich, seitens der Stadt Kiel an die Marine verkauften Terrain die Ausführung eines umfangreichen Baues projektiert. Die Gesamtkosten beziffern sich auf 5 Millionen Mar k. r . — Der!preuß. Handelsminister beauftragte die Polizeibehörden, dem gemeingefährlichen Geschäftsgebahren unter dem Namen Hydra, Gella, Schneeball oder La- w i n e n s y st e m durch öffentliche Warnung des Publikums und soweit möglich im Wege der Strafverfolgung entgegenzutreten. Hierfür giebt vielleicht der § 4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb eine Handhabe, dessen Anwendbarkeit Strafantrag der im § 1 bezeichneten Gewerbetreibenden oder der Verbände erfordert. Homburg v. d. H., 19. Juli. Die Kaiserin fuhr heute nachmittag in einem Extrazuge nach Kiel und wird am 25. d. M. hierher zurückkommen. An demselben Tage soll auch nach neuesten Bestimmungen der Kaiser von seiner Nordlandreise zurückkehren. Bamberg, 19. Juli. Der Reichs kanzler ist heute vormittag hier eingetroffen und nach Pommersfelden zum Besuche des Grafen Schönborn-Wiesentheid weitergereisti Ai ü n ch e n, 19. Juli. Dem vorbereitenden Komitee für den internationalen katholischen Gelehrt en - kongreß in München, der vom 24. bis 28. September tagt, hat sich eine Anzahl von Akademie- und Hochschulprofessoren, darunter Defregger, Unterstaatssekretär a. D. Prof. Dr. v. Mayr, dann General v. Orsf, mehrere Rektoren der Gymnasien und der rechtskundige Magistratsrat Menzinger angeschlossen. die „Neuenahrer Zeitung": In die Monotonie unserer täglichen Kurort-Konzerte hat das im Kurgarten von der Kapelle des Magdeburgtschen Dragover- RegimmtS Nr. 6 gegebene Konzert eine ebenso intereffante wie angenehme Abwechselung gebracht. Welch große Anziehungskraft ein Kavallerie-Konzert auSübt, bewies der Umstand, daß schon kurz nach 4 Uhr die wetten Anlagen des Kurgartens mit einem zahlreichen Publikum aller Beruf-klassen gefüllt waren. Die Ausführung des Konzertes war äußerst gediegen und das Pro- gramm wieS nur vorzügliche Nummern auf. b Bad-Nauheim, 19. Juli. Unter dem Vorsitz unseres Bürgermeisters Wörner waren hier heute die Bürgermeister des Kreises Friedberg versammelt. Nach einem Gang durch Stadt, Park und Kurgarten, sowie nach Besichtigung der neuen Ernst Ludwig Quelle tagte die Versammlung in der Restauration Burk. Es wurde beraten über die 50jährige Jubiläumsfeier deS Geh. Rats Dr. Braden, dem auch die Bürgermeister ein Andenken an diesen ehrenvollen Tag überreichen wollen. Die Feier soll im Hotel Trapp zu Friedberg abgehalten werden. Im übrigen wurden die Beschlüsse der Versammlung geheim gehalten. b. Ober-Morlen, 19. Juli. Nächsten Montag den 23. Juli findet in unserer Gemeinde Bürgermeisterwahl statt, wobei voraussichtlich der seitherige Bürger- meister Born mit großer Majorität wieder gewählt wird. -nn. Darmstadt, 20. Juli. (Tel.-Meld. d. „G. A.") Gestern mittag trafen auf Jagdschloß Wolfsgarten der preußische Gesandte am hessischen Hof, Prinz zu Hohen- lohe Oehringen nebstGemahlin, sowie der stellvertretende russische Geschäftsträger Kammerjunker vou Grebzow zur Audienz ein, nahmen an der Mittagstafel teil und reisten im Laufe des Nachmittags wieder ab. Darmstadt, 19. Juli. Eine Deputation der Studentenschaft der Technischen Hochschule, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden Schneider (Hassia), 2. Vorsitzenden Borgmann (A. T. V.) und 1. Beisitzer Benz (Rhenania) j wurde gestern vom Großherzog in Audienz empfangen. Seine König!. Hoheit hatte die vom Senate der Hochschule angebotene Würde eines Dr. ing. honoris causa ange» nommen. Er zeichnete die Deputation durch eine längere Ansprache aus und nahm hierbei wiederholt mit großer Freude von dem Blühen unserer Technischen Hochschule Kenntnis. — Rektor und Senat der Techmschen Hochschule haben nunmehr gegen sämtliche bei der Gutenberg- Feier in Mainz beteiligt gewesenen Darmstädter Studierenden — 16 Korporationen mit 307 Mitgliedern I und 139 nicht inkorporierte Studierende — eine gründliche strenge Unt ersuchung durchgeführt. „Erfreulicherweise hat, so schreibt die „Darmst. Ztg.", diese Untersuchung ergeben, I daß zu den in öffentlichen Blättern erhobenen Beschuldigungen kein ausreichender Grund vorlag. Teils beruhen angebliche Vorgänge auf Erfindung, teils wurden Mitteilungen über harm- I ^se thatsächliche Vorkommnisse übertrieben und entstellt ver- I breitet, teils ist erwiesen, daß vorgekommene Ausschrett- I ungeu, und gerade die gröbsten derselben, irrtümlich Darm- I städter Studierenden zur Last gelegt worden find. (Wem I sie zur Last zu legen sind, geht leider aus biqer Mitteilung I nicht hervor. Es werden also weitere Untersuchungen rm I Interesse der durch diese Notiz des Darmstädter amtlichen I Blattes indirekt Beschuldigten kaum zu vermeiden fein. D. Red. d. G. A.) In dem Disziplinarverfahren konnte I nur gegen drei Studierende ein Verweis, gegen einen ein Tadel erkannt werden. Die schweren Strafen der Androhung oder der Verhängung des AuSfchlusie, waren in keinem Fall- zu erkennen. Auch hat kerne der Korporationen durch ihr Verhalten Anlaß zu einem Tadel geboten." Soweit das genannte Darmstädter Blatt. Wir halten aber folgende Ausführungen der „Frks. Ztg. für 1 recht bemerkenswert: „Die Mitteilungen können der öffentlichen Meinung in keiner Weise genügen. Ma» könnte aegenüber der Ergebnislosigkeit der DiSztPlrnaruntersnchung fas! bedauern, daß die augekündigten gerichtlichen Nachspiele vor der Oeffentlichkeit unterblieben sind. Denn daß Ausland. Brüssel, 19. Juli. Der Bundesrat der Arbeiter- I ; Partei beschloß, das allgemeine Sti mm recht auch I für Frauen zu beantragen und dasselbe für Provinzial- I sowie Kommunalwahlen zu verlangen. — In Beverloo I erkrankten neuerdings 202 So ld aten. Der Abgeordnete Colss kündigte deshalb eine Interpellation an den I Kriegsminister an. — Der Schah von Persien trifft I um 22. August in Ostende ein und am 25. August wird er die Fabriken von Cockerill besuchen. Paris, 19. Juli. Das „Journal des Debats" be- I spricht die Grenzregulierung zwischen Karne -I run und Französisch-Congo und sagt: Obgleich es sich nur um Abmachungen von geringerer Bedeutung I handelt, sind wir erfreut, wieder einmal die gegen- I fertige Ritterlichkeit und den Billigkeits-I sinn konstatieren zu können, womit die Abgrenzung der I afrikanischen Kolonialgebiete Deutschlands und Frankreichs I durchgeführt wird. I — In der gestrigen Sitzung des Kongresses für I Rettungswesen und erste Hilfe sprachen Herber-Köln I und Knoblauch-Berlin über Rettungseinrichtungen der Be- I russgenossenschaften, Schlesinger-Berlin über Berliner Un- I fallstationen, Dr. Meyer-Berlin über Krankentransport, I ferner Graf Lamezan-Wien. Ein Glückwunsch tele - I gramm des Ehrenvieepräsidenten des Kongresses, Prinzen Heinrich von Preußen fand begeistert^ Aufnahme und führte zu einer Ovation für diel deutschen Kongreßmitglieder. Cherbourg, 19. Juli. Präsident Loubet empfing I die Spitzen der Behörden und Körperschaften. Zu den als Vertreter der Armee und Marine erschienenen Gene- I raten sagte der Präsident, er wisse, daß die Regierung auf das Heer zählen könne, wenn schwierige Verhältnisse eintreten sollten, und daß. die Republik der Ergebenheit I der Marinetruppen gewiß sei. Im fernen Olten sei die I j Marineinfanterie bereit, sich für die (Are der Fahne unb die Verteidigung der Civilisation zu schlagen. Er beglück- I wünsche die Truppen zu ihrer Treue zur Republik, worauf jede Manneszucht, jeder sittliche und materielle Wert begründet sei. Dem Rektor der Akademie gegenüber I sprach Loubet seine Wünsche aus, daß die Lehrer weiter I für das Wohl der Demokratie und die Einigkeit der Re- I I publik arbeiten möchten. Bei dem Bankett, das die Stadt I Loubet gab, sagte dieser, der Umstand, daß die Präsidenten des Senats und der Kammer, die Deputierten des Departd- I ments, der Ministerpräsident und der Marineminister sich I hier vereinigten, beweise, daß die Regierung einmütig sei in der Sorge für die Verteidigung der mariti- I men Grenzen Frankreims. Nach dem Bankett be- I gab sich der Präsident nach dem Quai Napoleon, um von I dort dem Manöver der Schiffe „Klar zum Gefecht" I I beizuwohnen. Admiral Gervais, der Loubet an Bord I des „Bouvet" empfing, begrüßte ihn im Namen der Ma- I ritte und versicherte ihm, daß sie Frankreich und der Repu- I blik ergeben sei. Loubet drückte Namens der Regierung Pes I Parlaments und des ganzen Landes seine Hochachtung vor I der Marine aus, die durch Aufopferung und Disziplin es I den Franzosen ermögliche, vertrauensvoll der Zukunst enr- I gegenzusehen. Denn man wisse, daß sie fortfahren werde, I in allen Punkten Frankreich und der Republik vor der I Welt Achtung zu verschaffen. Madrid, 19. Juli. Die Regierung traf die hoch- I wichtige Entscheidung, daß die Schullehrer, denen s i I Jahren ihre gestundeten Gehälter iwl Betrage vonlOMil. I Pe etas geschuldet werden, nunmehr direkt vom OtTat, I anstatt von den Gemeinden, ihr Gehalter befommem Zürich, 19. Juli. Bebel sprach ^ute in ewer I Versammlung, die von über 1000 Personen besucht war, 1 über die chinesischen Wirren. Er ch:ophezeite unter tosendem Beifall den Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaft, falls die Eifersucht der Mächte in China einen Weltbrand entzünde. Wien, 19. Juli. Die deutsche Bolkspartei, sowie die radikale und nationale Gruppe des Oi bth auf diu N tarn K i« erhol Hube N 3" Nr £ 9 vo Wc W bi N A n iie M Kicc W drr $ in1 D bei M Stof vor! Gast her N im W elw Bier ß U it h tr m de hei toi eins er hi VIS N N tiini N arb Wki W hch \ \ teil s« nu O tre im em Dur W 1h bei tre beut den, SuS' d.G hin ‘ W! dB ätbn habt gest enirc W Neben den wirklichen Hochschulen gedeihen nämlich in ' Amerika zahlreiche Schwindelinstitute, die gleichfalls ordnungsgemäß inkorporiert und für die Ausländer von jenen schwer zu unterscheiden sind. Der Begründer dieses Unwesens ist der aus Breslau stammende Zahntechniker Oskar Albert, der im Verein mit einem heruntergekommenen Chemiker aus München vor einer Reihe von Jahren in Chigaco eine Hochchschule für Zahnheilkunde gründete, wobei der vom Gesetze verlangte dritte Direktor überhaupt nicht vorhanden war, sondern nur auf dem Papier war. Albert trieb lediglich einen schamlosen Handel mit Doktordiplomen, ohne überhaupt ein Lehrinstut in seiner Anstalt zu halten. Schließlich wurde er von der amerikanischen Staatsanwaltschaft als Schwindler verfolgt und setzte seinen Handel von Canada aus fort, bis ihm auch dort der Bvden zu heiß wurde und er wieder nach Deutschland zurückkehrte. Nach dem von ihm gegebenen Muster gestaltet ist die noch jetzt bestehende Academy of Illinois, von der zahlreiche in Deutschland verbreitete Doktordiplome von Zahnärzten und Zahntechnikern herrühren. Ihre Begründer waren ein Zuckerfabrikarbeiter, ein heruntergekommener Kaufmann und ein ehemaliger Konstabler. Diese dunkeln Ehrenmänner sind in Amerika längst als Schwindler bekannt. Ihre Diplome, die sie in der Regel für 200 Dollar liefern, haben ein sehr ehrwürdiges Aussehen und sind von einem Notar beglaubigt, was aber nicht viel besagen will, Äa diese notarielle Beglaubigung sich lediglich auf die Echtheit der Unterschriften bezieht. Neuerdings halten diese I Herren es für bequemer und sicherer, die Diplome gar I nicht mehr selbst anzufertigen, sondern sie in Brüssel I vorrätig drucken zu lassen. ES ist daher in den Kreisen 1 der deutschen Zahnärzte und Zahntechniker selbst eine Be- | wegung gegen diesen plumpen deutsch-amerikanischen Schwin- I del entstanden, der die Behörden veranlaßt hat, sich genaue I Auskunft über das Wesen und Treiben dieser „Hochschul- I direktoren- zu verschaffen und gegen die Träger dieser 1 Titel einzuschreiten. • Uufiun, du siegst! Aus Neustadt a. H. schreibt man I vom 16. Juli: Hier tagte gestern der neugegründete I „Pfälzische Raucherverband" und hielt zugleich mit I der Feier des ersten VerbandSsestcs ein Preisrauchen I ab. Im Bereinswettrauchen holte sich den ersten Preis I der Rauchklub „Wolke"-Kaiserslautern, Diplome der Rauch- I klub „Heiterkeit" - Frankenthal, Rauchgesellschaft Neustadl I und Rauchklub „Gemütlichkeit"'Frankenthal. Im Cigarren- I Schnellrauchen trug den ersten Preis I. Klingenberger- I I Frankenthal davon; er blies seinen Glimmstengel in 2,20 I Minuten in die Luse, strengte sich aber dabei derart an, I daß von Zunge und Gaumen sich die Haut löste. I Im Cigarren-Langsam rauchen holte sich den ersten I Preis I. Christ-Neustadt, indem er seine Cigarre zwei I Stunden lang im Feuer kielt. Den ersten Preis im I Tabakschnellrauchen errang wieder Klingcnoerger- I Frankenthal. In der Konkurrenz unter den besten Tabak- I I räuchern siegte die Rauchgesellschaft-Neustadl. * München, 19. Juli. Als ein Ergebnis der Kammer- I I Verhandlungen darf es betrachtet werden, daß nun auch in I I München der Frage des Frauenstudiums näher getreten I wird. In weiten Kreisen der Bevölkerung wird daS dringende I Bedü'fnis empfunden, begabten jungen Damen die Wege I des akademischen Studiums zu eröffnen. Diesem Bedürf- | I nis entgegenzukommen, beabsichtigt Gymnasialprofessor und | I Rektor a. D. Adolf Sickenbe-ger zunächst einen Privat- I gymnasialunterricht für Damen einzurichten zur Erlangung I des Gymnasialabsolutoriums. • Unfälle in den Bergen. Der Warschauer Adjunkt I Dr. Kronenburg ist im Tatragebirge abgestürzt und I schwer verletzt. — Der Berliner Turnlehrer Weigand mit I dem Führer Moser aus Maierhöfen ist im Hillerthal beim I Abstieg von der Kreilsspitze zur Königsspitze nach Ueber- I schreitung der Suldenspitze und des Schrötterhorns ab- I gestürzt. Er war sofort tot. 21 Führer wurden aus dem I Suldenhotel abgesandt, sie brachten um Mitternacht die I Leichen. Weigand ist Junggeselle, der 35jährige Moser I Vater dreier Kinder. — Der Münchener Universitätsprofessor I Heinrich v. Ranke, Direktor der Kinderklinik, stürzte auf I Gut Laufzorn bei der Rehjagd ab und wurde mit drei I Rippenbrüchen sowie Schulterwunden bewußtlos aufgefunden. * DieHitzein Spanienund Frankreichs Aus Madrid wird vom 19. Juli gemeldet: Gestern waren hier .vierzig Grad im Schatten. In ganz Spanien I herrscht eine furchtbare Hitze. — Aus Paris wird be- I richtet: Hier hat die Hitze einen schion seit Jahren nicht I belob achteten Höhengrad erreicht; der Aufenthalt in der I Stadt wird manchmal zur Qual. Man sucht durch alle I möglichen Mittel, wie fleißige Straßenbesprengniisi, I Waschen der Straßen re., eine teilweise Mkuhlung herbei I zuführen, aber mit wenig Erfolg. Der Konsum von kühlen I den Getränken, insbesondere der sehr beliebten Carafes | frappees, mit Eis versetzte Wasserflaschen, ist ungeheuer. I Auf den Boulevards ist eine Unzahl fliegender Stände, die I Eiswasser, Gefrorenes re. feilbieten, aufgeschlagen und fin- I den starken Zuspruch, und die Camelots haben einen Er- I werb gefunden, indem sie alle möglichen Formen von I Taschenfächern an den Mann bringen. Das Schlafen in I den heißen Zimmern wird auf ein möglichst geringes Maß I beschränkt, und so sind die Cafes und Tavernen bis spät I in die Nacht vom Publikum okkupiert. Auch in der Aus- I stellung macht sich die Hitze recht unangenehm fühlbar; I den Restaurateuren freilich ist die Sache nicht so unan- I genehm. Die „Bocks" gehen massenhaft ab. Wagen einen Briefkasten anbringen lassen, ohne hierfür' der Gesellschaft eine besondere Vergütung zu zahlen. Die Beförderungsvergütung beträgt bei Brief- und Paketbeförderung 36 Mk., bei Briefbeförderung allein 18 Mk. jährlich für jedes täglich zurückgelegte Kilometer, was einem' Satze von rund 10 und 5 Pfg. für das Mometer entspricht (in den Oberpostdirektionsbezirken Darmstadt, Karlsruhe und Straßburg belaufen sich die DurchschnittSfätze der Vergütungen für die zur Postsachenbesörderimg benutzten Privatpersonenfuhrwerke auf 13,2, 13,1 und 9,3 Pfg. für das Kilometer). Sobald die Rente der Gesellschaft den Betrag von 5 v. H. übersteigt, ist die von der Postverwal taug zu zahlende Vergütung entsprechend zu ermäßigen. Nachdem verschiedene kleine Mängel, die sich bei der Neueinrichtung herausstellten, gehoben sind, finden die Fahrten nunmehr völlig regelmäßig;statt. DielPeistungeilder Wagen genügen billigen Anforderungen; ihre Verwendung zur Postbeförderung hat sich durchaus bewährt. * Schauspieler-Proletariat. Welche Gagen „mittlere Stadttheater" zahlen, darüber giebt eine Annonce, die eine Theateragentur in einer Bühnenzeitung erläßt, bezeichnende Auskunft. Der „Operettenkomiker" verdient, wenn er nebenbei noch die Regie führt, 150 Mk. „Jugendliche Helden" werden mit 80—120 Mk. entlohnt. 90 Mk. werden „Charakterspielern", die singen können, geboten. „Muntere, naive und sensationelle Liebhaberinnen" haben einen Kurswert von 75-90 Mk., „komische Alte" von 80-90 Mk. Am lebhaftesten begehrt scheinen „junge Damen und Herren" I (Anfänger) zu sein. Von ersteren werden in dem betreffenden Inserat 15, von letzteren 6 gesucht. Ihre Gage schwankt zwischen 60 und 70 Mk. Universität und Hochschule. — Der Dozent an der juristischen Fakultät der Universität Breslau vr. R Schott, hat einen an ihn ergangenen Ruf an die Dominikaner- Lehranstalt Freiburg in der Schweiz abgelehnt. — In Wien ist der Sekttons-Chef Dr. Wilhelm Exner um seine Pensionierung als Professor der mechanischen Technologie an der Hochschule für Bodenkultur eingeschrttten. - Aus Paris wird berichtet: Die Akademie der Wissenschaften wählte einstimmig den Mathematiker der Um« versität Bonn Prof. Rudolf Lipschitz zum auswärtigen Korrespondenten für die geometrische Abteilung. In der gleichen Sitzung gelangte eme interesiante Arbeit des mit den anderen Europäern m Peking meder- gemetzelten Dr. Matignon über den „Aberglauben in China unter Zeichen allgemeiner Teilnahme zur Verlesung. Meratur. — Ein neues großes Kartenwerk für Radfahrer ist Mittelbach'S Planprofilkarte von Deutschland. Diese Karte stellt eme interessante Verbindung der gewöhnlichen Landkarten mit der Prosil- manier dar. Sie enthält zunächst als Landschastskarte alles was man von einer guten Karte verlangen muß. Ein genaues Bild der Straßen und fahrbaren Wege in Schwarz, mit Unterscheidung der verschiedenen Straßenarten bezw. deren Beschaffenheit, die Wälder m hellem Grün, Gewässer und Wasserläufe in hellem Blau, vorzügliche Grundplanzeich- uungen sämtlicher Ortschaften mit ihren wesentlichen Straßenzügen, was unendlichen Wert für Radfahrer hat, Berggipfel, alle sehenswerten Objekte. Der Hauptwert der Karte liegt aber darin, daß bei allen Hauptstrecken das Profil der Straße in leichtem Gelb durchschimmert, sodaß jeder Radtourist sofort die Steigungsverhältniffe überblicken kann. Wenn man nun noch in Betracht zieht, daß bei Bearbeitung dieser Karte alle» Material zur Verwendung gelangte, daS sich auf Entfernungen von Ort zu Ort, auf Pflasterstrecken, gefährliche Wegstellen usw. bezieht und daS in den letzten zwölf Jahren aus den gebildeten Kreisen der ganzen deutschen Radfahrerschaft für Mittelbach gesammelt worden ist, so darf man gewiß behaupten, daß diese neue Planprofilkarte infolge ihrer Vorzüglichkeit als Jdealkarte der deutschen Radfahrer zu bezeichnen ist. Erschienen sind bisher die Blätter: Göttingen, Magdeburg und Erfurt. Familien Nachrichten. Gestorben r Herr Georg Schmidt in Darmstadt. — Frau Louise Karoline Gremm, geb. Kraus, in Melbach. Sport, Spiel, Jagd. — Rad-Rennen zu Gieße«. Die Ausstellung der am nächsten Sonntag zur Verteilung gelangenden Preise in dein Schaufenster der Firma Ang Oßmann, Seltersweg, erregt fortgesetzt das lebhafte Interesse der Passanten. Wie immer, so hat es sich die Rennleitung auch dieses Mal angelegen sein laffen, alle Gegenstände der Ausschreibung genau anzupassen, fobafc die Sieger vollauf ihre Rechnung finden und Beschwerden in dieser Beziehung, wie man solche an manchen anderen Plätzen gewöhnt ist, hier nicht vorkommen dürsten. — Die Vorverkaufsstellen für die Eintrittskarten befinden sich in der Konditorei Hettler, Südanlage, in der Schreibmaterialienhandlung H. Roll, Mäusburg, und in dem Zigarrengeschäst von C. Netter, Lindenplatz. Die Billets zu den besseren Plätzen sind dort erhältlich, wie aus bet heutigen Annonce unb ben Plakaten ersichtlich ist. Die Nachfrage hat sich schon jetzt sehr rege gestaltet, sobaß ben Interessenten nur bringend empfohlen werben kann, sich bie gewünschten Plätze alsbalb zu sichern. * Postfachenbeförderung mittels Motor- | wagen. Am 15. Dezember 1899 find von der Speyerer Motorwagengesellfchaft m. b. H. in Speyer Fahrten auf den Strecken Speyer—Otterstadt—Waldsee, elf Kilometer, Speyer — Dudenhofen — Harthausen, acht Kilometer, Speyer—Dudenhofen—Hanhofen—Geinsheim, 14 Kilo ! meter und Speyer—Berghausen—Mechtersheim, sieben Kilometer eingerichtet worden, die von der bayerischen Postverwaltung vertragsmäßig zur Beförderung von Postsendungen mitbenutzt werden, und zwar findet zunächst eine täglich zweimalige Brief- und Paketbeförderung statt. Die Wagen sind mit Benzinmotor betriebene Daimlerwagen. Sie find vierräderig und ähneln in ihrem Aenßern den elektrischen Straßenbahnwagen. Wie diese haben sie einen Vorder- und einen Hinterperron, von denen jedoch der erstere lediglich für ben Führersitz und für die Fahr-, Steuer- unb Bremsapparate verwenbet wirb. An ben Längsseiten befinben sich je fünf große Fenster. Die Länge bes Wagens beträgt 5,6 Meter, seine Höhe vom Erbboden aus gerechnet 2,8 Meter, seine Breite 1,8 Meter. Der Wagenkasten allein ist 3,5 Meter lang und 1,9 Meter hoch. Zur Unterbringung her Postsachen dienen ein mit Blech ausgeschlagenes und mit doppeltem Verschlüsse versehenes Gelaß auf der linken Wagenfeite unter dem Führersitz und ein durch eine wasserdichte Decke geschützter Deckladeraum. Die Wagen werden von einem Führer und einem Schaffner begleitet. Letzterer hat auch für die Uebernahme und lieber« gäbe der Postsendungen zu sorgen und wird für ben Post- dienst verpflichtet. Auf Verlangen hat bie Gesellschaft außerdem bei jeder zur Postbeförderung benutzten Fahrt einen besonderen Postbegleiter unentgeltlich mitzunehmen. Sie hastet für bie ihr übergebenen Sendungen der Post- verwaltung in demselben Umfange wie diese den Absendern. Der Fahrplan, dessen Aufstellung unter Mitwirkung der Postverwaltung stattzufinben hat, soll ben Bedürfnissen des Postdienstes thunlichst Rechnung tragen. Für je eine Hin- unb Rückfahrt auf allen vier Linien steht der Post- : Verwaltung das Recht zu, die Abfahrtszeiten nach eigenem | Ermessen festzusetzen. Auch kann sie an der Außenseite der schlimmere Ausschreitungen vorgekommen sind, als nach dem I Ausmaß der verhängten Strafen zu schließen ist, steht nach I dem Verhalten der offiziellen Vertreterschaft der Studierenden, des Ausschusses, außer Zweifel (und wirb in den obigen Ausführungen der „Darmst. Ztg." auch zugegeben. D. Red. I d. G. A.) Weswegen hätte sie sich denn zu der doch immerhin demütigenden offiziellen Entschuldigung gegenüber Herrn I Bürgermeister Gaßner verstanden, wenn nicht Veranlassung | dazu vorgelegen hätte? Möge doch das Rektorat die Er- I gebnisse der Untersuchung im Einzelnen veröffentlichen und I dadurch den in seiner oben skizzierten Kunstgebung lugen I gestraften Zeitungen Gelegenheit geben, ihre Behauptungen l entweder zurückzunehmen oder zu beweisen; dann Dürfte I Klarheit geschaffen werden, sonst nicht." Mainz, 19. Juli. Das Ministerium des Innern, Ab- I leilung für Schulangelegenheiten, hatte seinerzeit die Ent- I fernung des Predigers der freireligiösen Ge- I meinbe zu Mainz aus dem Schulvorstande verfügt. Auf die von dem Prediger selbst und der Gemeindevertretung an das Staatsministerium erhobene Beschwerde hat I nun nach der „Mainz. Volksztg." das StaatSrnmisterium eine Regelung dieser Frage durch die Einbringung einer Gesetzesvorlage an die Ständekammer zugesichert. — Durch einen unglücklichen Zufall wurde heute Vormittag auf den hessischen Scheibenständen bei Mombach ein Soldat von der Leibkompagnie des 3. Großh. Hess. Ins. Regis. Nr. 117 erschossen. Der Schütze, der unglücklicherweise den Schuß abgab, den aber nicht bie geringste Schuld treffen kann, war ein Sergeant. Der Getroffene war sofort tot. Die Leiche kam, nachdem das Militärgericht an Ort und Stelle war, hierher in das Garnisonlazareth. •* Kleine MitteUungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. verstarb infolge Herzschlags beim Baden der Schlossergeselle Anton Zimmermann, Kruggasse Nr. 13 wohnend. ___________________ Vermischtes. * Das Viertel „Echtes" unb „der Herr Ge- neral - Superintendent". In einem Dorfe Ostpreußens will der neu ernannte General - Superintendent Mrchen- unb Schulvifitation abhalten. Der Herr Pfarrer läßt ben Vorgesetzten durch einen biederen Landmann von der eine halbe Stunde entfernten Bahnstation mit bent Pastorwagen abholen. Da nun ber Herr General-Superintendent infolge der mangelhaften Bahnverbindung gezwungen ist, bis zum Abend als Gast in dem Dorfe zu verweilen, hat der Pfarrer feine Amtsbrüder aus der Umgegend eingeladen, an dem Imbiß, ben er seinem hohen Gaste vor setzen muß, teilzunehmen. Alles ist aufs beste vorbereitet und ein Viertelchen Echtes ist zum Labsal der Gaste aus Königsberg bestellt, von wo aus es mit dem Herrn Generalsuperiutendenten mit demselben Zuge eintreffen muß. Nachdem ber Herr Generalsuperinteubjeift im Wagen Platz genommen hat, entschulbigt sich ber biedere Bauer für einen Augenblick, ba er für feinen Herrn Pfarrer etwas aus der Gepäckexpedition abholen müsse. Mit bent Viertelchen „Echtes" kommt er zum Wagen zurück, verstaut es auf dem Kutschersitz, unb bie Fahrt kann nun losgehen. Unterwegs beginnt ber Herr Generalsuperintenbent, ein freundlicher, leutseliger Herr, mit dem Sandmann eine Unterhaltung, und auf bas Viertelchen weisend fragt er ihn: „Sagen Sie mal, mein lieber Mann, ist benn Ihr Herr Pfarrer ein so großer Freund von derartigen Getränken, daß er sich gleich ein so großes Gebinde |au§ Königsberg kommen läßt?" Unser braver Bauersmann! erwidert hierauf treuherzig: „I nei! Unser Herr Pfarrer de trinkt je goar nich moal so veel Bier, oaber da soll je heite so e Genefralstcher aus Keenigbarg kommen, für ben wird bas wohl fino". • Zu dem amerikanischen Doktortitelfchwindel schreibt man aus Breslau: Vor einiger Zeit hatte das hiesige Polizeipräsidium gegen vier Zahntechniker, die auf Grund amerikanischer Diplome den Doktortitel führten, wegen unbefugter Führung eines Titels Strafmandate über je 50 Mk. erlassen. Zwei der Betroffenen hatten dagegen Einspruch erhoben, jedoch wnrde dieser vom Schöffengericht soeben als unbegründet zurückgewiesen, und die polizeilichen Strafmandate wurden bestätigt. Bei der Verhandlung war von besonderm Jntereffe die vom deutschen Generalkonsul in Chicago erteilte Auskunft über die sogenannten amerikanischen Hochschulen, von denen die in Deutschland so zahlreich verbreiteten amerikanischen Doktortitel meistens herftammen. Humoristisches. — Abkühlung. Herr: „Mein Fräulein, ich liebe Sie wahn- sinnig, mein Herz ist bereits gebrochen für Sie, meine Neigung macht blind für alles, ich bin taub gegenüber den Flüsterungen der Leute —* Fräulein: .Sonst sind Sie aber gesund?" — Nette Aussicht. Patient: „Wie viel berechnen Sie für das Zahnziehen?" Dorfbarbier: „Für die Stunde fünfzig Pfennig l -BeimSchopfgefaßt. Arzt: „WaS Ihnen not thut, das ist Ruhe, unbedingte Rubel" Patient (zu seiner Hauswirtin): „Hören Sie, Frau Muller, Ruhe muß ich haben . . . Kommen Sie mir also nicht jeden Tag mit der Rechnung." _ v . .. . . _ * Ein Fortschrittler. Y-: „Aber Herr fegt w rb eS bald auffallen, daß Sie jeden Tag dsn Damen beim Schwimmm „Wissen Sie, ich bin eben ein Freund der „Frauen- beroe®uÄ£rretlurt Gr^ (zu feinem Gast): - Leider hat sich unter uns Edrlleuten manche üble Gewohnheit eingebürgert. Söhnchen: „Papa, Du willst wohl sagen eingeadelt?' Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat zwar an Umfang und Intensität verloren, indessen besteht über den kontinentalen Lagen die Herrschaft des hohen Druckes fort. Außer der bereits seit einigen Tagen über dem Norden Europas lagernden Depression ist heute auch ein flaches Minimum über der Biscaya-See vorhanden. In Süd- deutschland ist das Wetter andauernd heiter und warm, indessen besteht die Neigung zu lokaler Gewitterbildung. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist heiteres und warmes Wetter mit Neigung zu lokalen Gewittern. Kirchliche Nachrichten. Evüvgelische Gemetude. Sonntag den 22. Juli. 6. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Etadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthausgemeinde. Vormittags 9'/, Uhr: Professor D. Stamm. I« der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmrerten auS der Johannesgemeinde. - Vormittags 9»/, Uhr: Pfarrer Lio. theol. Eger. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Kollekte für Affolterbach. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch« lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 21. Juli. Nachmittags um 4»/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit iut heil. Beichte. Sonntag den 22. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vb Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil Messe. „ um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Andacht für die Abgestorbenen. Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 21. Juli 1900. Vorabend 7« Uhr, morgens 8" Uhr Predigt, nachmittag- 4 Uhr, SabbathauSgang 9" Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 21. Juli 1900. Freitag abend 7« Uhr, Samstag vormittag 8 Mhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9" Uhr. Wochengottesdienst morgenS 680 Uhr, abends 7’® Uhr. Berlin, 20. Juli. Der Reichskanzler Fürst Hohen-- loh e wird auch in diesem Sommer seine russischen Besitzungen in Werki besuchen. Danzig, 20. Juli. Die Reserve-Panzer-Division wird am 27. Juli vollständig aktiviert sein. Den Oberbefehl hat Korvettenkapitän Neitzke. Tie Schiffe Mücke und Krokodil ^treten sofort der Division bei. London, 20. Juli. Der englische Konsul in Beira, der bekanntlich durch! einen Dolchstich« ins Genick schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Wien, 20. Juli. Blättermeldungen zufolge beabsichtigt die deutsche Volkspartei bei Beginn der Reichsrat- Sitzung den Antrag zu stellen, das M i n i st e r i u m Körber wegen Anwendung des § 14 in Anklagezustand zu versetzen. Budapest, 20. Juli. Infolge der seit mehreren Tagen anhaltenden tropischen Hitze werden aus den Provinzen viele Hitz sch läge mit tätlichem Ausgange gemeldet. Tandem-Fahren etc. Gau-Preis! v. =1.65. Der Vorstand. 03004 Der Vorstand. 4998 Neues Hrünkorn gtMI. l,S.g"Stfr eingetroffen bei Karl Müller, Liebigstraße 64. 4994 02857 am zur billig zu 02998 (Ein gebrauchter Herd zu kaufen gesucht. Q8005________________Kreuzplatz 10. veruttwirttich für ta1 allgemeinen Teil: P. »title; für ten Äntelemteik H»«, «ttL - Bend uni SnUg der UetoeHttitHM- ««I •Htalruderei (Pieksch CtWn) in «chm verschiedents Vermietungen litt uevhiuifcn Offene Stellen Ztellktt-Gelucht Kmrt Geinche sucht ver sofort ober später Stellung. Beste Referenzen. Gefl. Off. an die Exp. d. Bl. unter Nr. 02997. Vt Liter-Flasche. . V. Ir.W« wieder da. 1 5004] Unabhängige Lauffrau oder Mädchen für sofort gesucht. 5004 Liebigstratze 17, HL p. Pfd 32 , 30 „ 30 29 02999] Der Kammerjäger Jung aus Cassel vertilgt unter Garantie gründ!. 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Fehderuf der Mannen Kaiser Konrads III. in der Schlacht bei Weinsberg Anno 1440 v. Merkel (mit Benutzung von 8 Heroldstrompeten und -Flagg-n). III. Abteilung (u. a Solovorträge). 9. Triumph-Marsch a. d. Op. „Aida“ v. Verdi (mit Benutzung von 4 Aida- trompeten). 10. Zwei Lieder für Cornet h Piston-Solo (vorgetr. von Bornemann): a) Gold rollt mir zu Füssen v. Rubinstein; b) An der Weser v. Pressei. 11. Die beiden kleinen Finken, Solo für Xylophon v. Kling (Herr Schwass). 12. Ein fideler Abend, Potpourri (neu) v. Einöchhofer. Anfang 9 Uhr. Entree 40 Pfg. B5er im Glas. Erstklassige 49“,8 VersicherungS'Akti-n Gesellschaft I sucht zwecks Erweiterung des Wolksver- stcherungs-Heschäftes anständige Leute, welche bei der Aandöevötkerung bestens eingeführt sind, gegen hohe, evenmell feste . 1 Bezüge. Off. unter Nr. 1400 an Kaaserr- • Iffettt & Wogter, A.-H., Darmstadt. Ein Pumpeustock 4996 ; verkaufen. Marktplatz 17 Große Klod Rennen auf dem Sportplätze an der Hardt am Sonntag* dem 22. 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