Samstag den 21 Juli GrstesVlatt. 1900 Aints- unb Anzeigeblott für den Atreis Gieszen. md. i. 2. 3. 4. 21; 0 0 0 0 0 Llle Anzergen-Bermittlung-stellcn de» In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgcfOh ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Suuahme ww Anzeigen zu der nachmMagS für d« Haigard« Lag «scheinenden Nummer tat Benn, ttz ANastMnngen spätesten- der Regierung dieses Staates auch keine Weisungen, keine " Befehle anzunehinen. Wird der Depeschenverkehr des G.e- andten der Aufsicht und Genehmigung dieser Regierung unterworfen,-so kann er seines, Amtes nicht mehr unabhängig walten. Fügt er sich der Anordnung nid)t, so ift zwar seine Bestrafung nicht zulässig, seine Ausweisung, aber gewiß. Eine Anordnung, wie sie Graf Bülow getroffen hab, ist ein Beweis, daß die regelmäßigen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der chinesischen Krone nicht mehr bestehen und eine unleugbare Thatsache auch rechtlichen Ausdruck findet. Die Notwendigkeit der Auord- nung wird schwerlick)! einein Zweifel unterliegen. Welche Folgerungen die chinesische Gesandtschaft aus der Verfügung zieht, bleibt abzuwarten. Unter gewöhnlichen Verhältnissen wäre nur natürlich, daß der Gesandte alsbald seine Pässe forderte und Deutschland verließe. Ob er angesichts der chinesischen Wirren nicht vorziehen wird, wenn auci), nicht in Deutschland, so doch in Europa, vielleicht m der Schweiz zu bleiben, kann fragliche sein. Die Fortsetzung seiner diplomatischen Thätigkeit in Berlin, der Verbind düng mit der deutschen Regierung müßte nach europäischen Anschauungen als ausgeschlossen gelten, zumal da die Verfügung des Staatssekretärs ein unzweideutiges Mißtrauensvotum enthält. Der Mangel an einer diplomatischen Verbindung wäre noch nicht mit der Anerkennung des Kriegszustandes gleichbedeutend. Siedelt Lü-Hai-Huan etwa nach Luzern über, so ist das für die Beziehungen zwischen Deutschland und China nicht von größerem Belang, als daß unser neuernannter Gesandter Mumm v. Schwarzenstein nickst nach Peking, sondern vorerst nach, Tsingtau geht. Was das „amtliche China" gegenwärtig ist, weiß niemand in Europa. An dem Verhältnis zu diesem „amtlichen Chinas wird durch die Anordnung des Grafen Bülow nichts geändert. Dagegen ist zu erwarten, daß die übrigen Regierungen aus Zweckmäßigkeitsgründen, die unverkennbar sind, alsbald dem Beispiel des deutschen Staatssekretärs folgen werden. Nczugspret» vierteljährl. Mit. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohrr, durch die Abholestrll« vierteljährl. Mk. monatlich 65 Bei Postbezug Mk. 2,40 viecteljähiL. mit Bestellgeld. Aufenthaltsort hat. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgens tzM EWÄW HW Das Gesuch mutz von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint eS zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen: a) Geburiszeugnis; b) Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, ausmrüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein. c) ein Unbescholtenheitszeugnis, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; 4970 Q tri. 0 DOOGO Adreffe für Depesche«: Anzeiger chitß«» Fernsprecher Rr. 5L ■11 Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hrWhe Landwirt, Mütter fSr hessische Vatksksndr.__ dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1900 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- kommisfion nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtnm Hessen seinen dauernden l/< Uhr: «75 md. Bekanntmachung. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-fteiwilligen Militärdienst im Herbst 1900. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1900 stattfindenden rubr. Prüfung zu unter» ziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von iedemann'9 Bernst^* luitA. r/tfe Hersweg 24’ , Hausgenossen gehalten. Eine solche Vergeltung wäre mit den Gesetzen frer Gerechtigkeit und Menschlichkeit unvereinbar. Aber das Deutsche Reich kann auch, angesichts der jüngsten Vorgänge, dev^chinesischen, Gesandtschaft nicht mehr jene Freiheit einräumen, die son st den Vertretern zivilisierter Mächte völkerrechtlich gewährleistet ist, solange die die diplomatischen Beziehungen nicht abgebrochen sind. Welche besonderen Erfahrungen die Verfügung des Grafen Bülow veranlaßt haben, ist der Oeffentlichkeit nicht mitgeteilt worden. Man weiß heute nicht, wer in Peking regiert; man weiß nicht, wen der Gesandte vertritt und wessen Aufträge er> ausführt. Ebensowenig kann man sicher beurteilen, welcher Partei er zuneigt und wem er in seiner Berichterstattung dient. Ist schon von der Diplomatie im allgemeinen gesagt worden, für sie sei die Sprache nur erfunden, die Gedanken zu verbergen, wie viel mehr gilt das Wort für chinesische Staatsmänner! Der chinesische Gesandte in Berlin zumal, Lü-Hai-Huan, hat sich>, so lange er in der deutschen Reichshauptstadt weilt, stets in vollstes Schweigen gehüllt, schon aus dem einfachen Grunde, weil er, wie wir einem an uns gerichteten Privatbriefe aus best unterrichteten Berliner Kreisen entnehmen, es nicht der Mühe für wert erachtet hat, die deutsche Sprache zu erlernen. Er kann nicht einen Brocken Deutsch! Seine Beamten allerdings befleißigen sich sehr, sich mit Deutschen verständliche zu machen und deutsches Wissen in sich aufzunehmen. In jenem Briefe an uns wird diesen jüngeren chinesischen Gesandtschaftsbeamten Bescheidenheit und persönliche Liebenswürdigkeit nachgerühmt, aber auch ebenso viel Zurückhaltung und Unaufrichtigkeit schein: ihrem Wesen eigen. Ja man hat Grund zu der Annahme, daß es für den Chinesen nach seiner ganzen Weltanschauung jedem Nichtchinesen gegenüber keine Wahrheitspflicht giebt. Lug und Betrug scheint ihm gegenüber aller, übrigen Völkern nicht nur erlaubt, sondern geboten. Es ist uns bekannt, daß einer der ober st en Beamten der Berliner chi - nc fisch en Gesandtschaft sein Verlöbnis mit ei nerjuiigenDamederBerliner Gesellschaft vor ein paar Monaten plötzlich löste. Er teilte den Eltern der jungen Dame eines Tages mit, daß sein Vorgesetzter, der Gesandte Lü-Hai-Huan, von seiner Verlobung Kenntnis bekommen habe, darüber höchst empört sei und seine sofortige Abberufung nach Peking veranlaßt habe. Thalsache ist, daß nach mehreren Monaten des Verlobtseins der gelbe Herr Bräutigam ganz! plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwand. Mißtrauen ist in jedem Falle allem gegenüber, was aus China stammt, gerechtfertigt. Ebenso gerechtfertigt erscheint die Vermutung, daß der Depeschenverkehr chinesischer Staatsmänner nach ihrer Heimat heutzutage weniger dazu bestimmt sei, einer Verschärfung des Gegensatzes vorzubeugen, als die Gegner der Verbündeten über den Umfang und die Ziele der militärischen Vorbereitungen zu unterrichten und die Abwehr zu erleick)tern und zu beschleunigen. Ob Graf Bülow für eine solche Thätigkeit des Berliner Gesandten Beweise zu haben glaubt, wissen wir nicht. Wir glauben es nicht einmal. Denn lägen diese Beweise vor, so würde, wie die „Voss. Ztg." u. E. sehr richtig ausführt, das Auswärtige Amt sich schwerlich mit der Unterstellung des Depeschenverkehrs der Gesandtschaft unter deutsche Aufsicht begnügen, sondern den Gesandten selbst unverzügliche ausweisen. Unverletzlich bliebe die Person des Gesandten auch bei erwiesenem Verrat. Die Regierung dürfte ihn auch dann nicht verhaften. Wohl aber hätte sie das Recht, sein Haus zu bewachen, ihn zum Verlassen des Landes auszufordern und ihn, wenn er diesem Befehl nicht alsbald nachkommt, über die Grenze bringen zu lassen. Die Völkerrechtslehrer berichten und billigen, daß einst der spanische Gesandte Fürst Cellamare, der sich in eine Verschwörung gegen den Regenten von Orleans eingelassen hatte, des Landes verwiesen wurde. Sie bezeichnen auch als berechtigt, daß in solchem Falle die Papiere des ausgewiesenen Gesandten versiegelt werden; doch sei es die Pflicht der Regierung, sich dieser Papiere nicht selbst zu bemächtigen, sondern sie dem Souverän des Gesandten zuzustellen. Inwieweit unter den heutigen Verhältnissen eine solche Rücksichtnahme durchführbar wäre, braucht nicht erörtert zu werden. Für die Verfügung des Grafen Bülow genügt schon die Möglichkeit, daß die Berichterstattung der chinesischen Gesandtschaft bestimmt oder geeignet sei, die Wirkung der Anordnungen Deutschlands und der andern Mächte zu hemmen oder zu erschweren. Diese Möglichkeit wird infolge dies Verhaltens der chinesischen Gesandtschaft zur Wahrscheinlichkeit geworden sein. Infolgedessen gebietet das eigene Interesse des verletzten Staates die Einschränkung der Befugnisse, die sonst völkerrechtlich' den Vertretern jedes Staates zustehen, solange nicht der Kriegszustand anerkannt ist. Zu diesen Befugnissen gehört der freie Verkehr des Gesandten mit seiner Regierung. Der Gesandte ist exterritorial; er untersteht in keiner Hinsicht der Macht des Staates, bei dem er beglaubigt isü Er hat also von 6KW'' A,v. ÄrS lotfl1' Deutsche Rüstungen für China. Die dem ostasiatischen Expeditionskorps mitzugebenden Handfeuerwaffen sind ausnahmslos neuester Konstruktion, und sowohl das Jnfanteriegewehr 98 wie auch der Karabiner 98 gehören zu den besten Mehrladern der Gegenwart. Von dem ältern Muster unterscheiden sie sich vornehmlich dadurch, daß bei ihnen der Laufmantel fortgefallen ist, weshalb djen Laufwandungen eine größere Stärke gegeben werden konnte. Das Heißwerden des Laufts bei fortgesetztem Schießen wird allerdings hierdurch nicht beseitigt oder gemildert; die Handhabung des Gewehres auch öei heißem Lauf wird aber durch einen hölzernen Handschuh im mittleren Teile des Gewehres gewährleistet, sodaß an dieser Stelle der Lauf auf allen Seiten von dem hölzernen Schaftes umgeben ist. Die Vermehrung der Anzahl der Züge im Lause kommt der Gestrecktheit der Flugbahn zu statten; im übrigen aber sind die ballistischen Eigenschaften bei beiden Konstruktionen dieselben, wie dies auch in Bezug auf die Mündungsgeschwindigkeit der Falt ist. Am Schloßmechanismus sind wesentliche Verbesserungen vorgenommen worden, deren wichtigste wohl darin besteht, daß der Verschlußkopf mit dem Schlößchen fest verbunden ist und sich nicht abnehmen läßt. Ein Schießen mit nicht aufgesetztem Verschlußkop.f, wie es beim Gewehr 88 vorkommen kann und dann leicht zu Verletzungen des Schützen durch nach rückwärts ausströmende Gase führt, ist vollständig unmöglich gemacht. Auch die Magazineinrichtung wurde verändert; oer alte und unten offene Magazinkasten, durch den Staub, Sand und Schmutz in den Kasten und den Schloßmechanismus eindrangen, ist beseitigt. Das Gewehr 98 ist daher ander unteren Schastseite abgeschlossen und das Magazin ist flacher angeordnet, weshalb auch die fünf Patronen einer einmaligen Magazinladung nicht mehr übereinander, sondern zickzackförmig nebeneinander gelagert sind, zwei an der innern und drei an der äußern Seite. Die Patronenrahmen sind ebenfalls beim Gewehr 98 abgeschafft; an seine Stelle ist der Ladestreifen getreten, auf den die Patronen mit der Einbörtelung nahe am Patronenboden aufgeschoben sind. Nach dem Oefftien der Kammer wird dieser Ladestreifen in eine Nute eingesetzt^ die Patronen werden durch einen Druck mit dem Daumen auf die zu oberst liegende Patrone in das Magazin abgestreift und beim Schließen der Kammer wird der leere Ladestreifen selbstthätig abgeworsen. Eine wichtige Veränderung, die zugleich, eine Vermehrung der Treffsicherheit bedeutet, besteht darin, daß das Mtengewehr nicht mehr am Lauf, sondern durch eine besondere Vorrichtung am Schaft befestigt ist. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit, die Parirstange oes haubajonettartigen Seitengewehres auf der einen Seite ganz zu entfernen, sodaß das neue Seitengewehr 98 nur sozusagen eine halbe Parirstange besitzt; auch ist der Griff nicht wie beim Seitengewehr 88 van. Rr. 1«» Hrsch^ü U*fi4 *ü Äu***R< deS Dir Gttch-mer »nbffl dem Anzeiger tat «wt ,Hcff. Krrwwtrt" e. .Blätter Y8. h«ß. BsikStundr- Vfl» 8 ütft g 4M hr SauffM 'S Wen pn 02994 t, Wanüge 7. d) ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 8. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugnis beizulegeu. Heber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, giebt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Blatt Nr. 27 von 1894 —) Ausschluß. Bezüglich des Prüfungstennins sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 10. Juli 1900. GroßherzoglichePrüfungs-Kommission für einjährigFreiwillige. Der Vorsitzende: Wick, Regierungsrat. Graf Bülow und die chinesische Gesandtschaft in Berlin. Gießen, 20. Juli 1900. Die „Nordd. Allg. Ztg." brachte, wie man uns vorgestern aus Berlin telegraphierte, bekanntlich folgende offiziöse Meldung: »erlitt, 18. Juli. Staatssekretär Graf Bülow hat sich, wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, veranlaßt gesehen, der hiesigen chinesischen Gesandtschaft bekannt zu geben, daß ihr bis au: weiteres nicht mehr gestattet werden könne, chiffrierte oder in verabredeter Sprache abgefaßte Telegramme abzusenden. Offene Telegramme seien vor der Absendung dem Staatssekretär zur Genehmigung der Beförderung vorzulegen. Dieses Vorgehen des deutschen Staatssekretärs des Auswärtigen wird voraussichtlich zur Folge Huben, daß der Vertreter des Reiches der Mitte am Hofe des deutschen Kaisers seine Pässe erbittet, niemand aber wird Graf Bülows Entschluß ungerechtfertigt finden. Für die neuesten chinesischen Missethaten reichen die bisherigen Regeln des Völkerrechts nicht aus. Wenn in Peking die Gesandten der Kulturstaaten gemordet werden, kann der Staatssekretär in Berlin nicht die Vorstellung auftecht erhalten, er lebe mit der chinesischen Diplomatie in schönstem Einvernehmen und müsse ihr freien Spielraum lassen, wie wenn keinem Deutschen in: „himmlischen Reiche" ein Haar gekrümmt würde. Deutschland hat sich für die Ermordung des Frhrn. v. Ketteler nicht an den Berliner Gesandten und seine । Vormittag M \6t auf Reisen u tzütteMS"' rHÄffln tMimtannun» bnnilnlnt. b^' SSS ntfnrtrf^L. RMta, eptiition und ®ruderet: Nr. 7. ——— Meßmer Anzeiger Heneral -Anzeiger schlichtet, der schon seit Monaten zwischen der Militär - Verwaltung und der Stadt Ma in z schwebt. Es hatte sich nämlich alsbald nach der Fertigstellung des neuen städtischen Schlacht- und Viehhofes die Verwaltung der Kgl. Konservenfabrik geweigert, ihre Schlachtungen in dem städtischM Schlachthofe bethatigen. zu lassen, und die Verwaltung vertrat den Standpunkt, daß sie nicht verpflichtet werden könne, in einer städtischen Anlage zu schlachten; die Stadt Mainz vertrat den gegenteiligen Standpunkt, da dies auch eine Mindereinnahme von etwa 12000 Mark pro Jahr für den Schlachthof bedeuten würde. In der geheimen Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung wurde von der Bürgermeisterei der Vorschlag gemacht, die Kgl. Konservenfabrik von dem Schlachthauszwang zu entbinden, da em etwa entstehender Prozeß einen für die Stadt Mainz immerhin ungünstigen Ausgang nehmen könnte. Marburg, 19. Juli. Der Kultusminister Dr. Studt und der Oberpräsident v. Zedlitz-Trützschler trafen heute abend hier ein und nahmen im Hotel Pfeiffer Wohnung. »» Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bensheim ist der Bergrat i. P. Jäger im 78. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war von 1876 bis 1891 als Vorstand der Großh. Badedirektion und des Großh. Salinen- und Bergamts in Bad-Nauheim thätig. — In Kassel ertrank der zirka 18jährige, hoffnungsvolle Sohn des früheren Butzbacher Stationsvorstehers Lucan. — Der über 80 Jahre alte Medizinalrat Laist in Osthosen bei Worms erlitt durch Explosion einer Petroleumlampe derartige Brandwunden, daß er alsbald verstarb. — Die Freie litterarisch-künstlerische Gesellschaft in Darmstadt veranstaltet am 22. d. M. eine „Sonnenwendfeier" zu Auerbach a. d. Bergstr. — In Volkmarsen wurde das Bahnhofsgebäude vom Blitz getroffen. Ein Telegraphenbeamter, am Apparat beschäftigt, wurde betäubt und ein alter Mann, der sich unter einen Weidenbaum geflüchtet, getötet. Nervnschter. • Wenn mau Zeitungsnotizen aufbewahrt — so kann I das unter Umständen von großem Nutzen sein; das hat I dieser Tage ein Grundbesitzer in Weißensee erfahren. Er I hatte vor einigen Monaten sein Grundstück verkauft. Als I der neue Besitzer den Boden zur Fundamentierung eines I Hauses ausschachten ließ, sand man in der Nähe eines Obst- I baumes in einer Tiefe von etwa Va Meter eine alte Blech- I dose, die bis zum Rande mit Thalerstücken gefüllt war. | Der frühere Besitzer konnte nun Zeitungsnotizen vorzeigen, I inhaltlich deren ihm im Jahre 1882 von einem Knecht eine I Summe von 48 Thalern gestohlen worden war. Der Knecht I wurde seinerzeit wegen des Diebstahls zu einer Freiheits- I strafe verurteilt und starb im Gefängnis. Schon damals I hegte man die Vermutung, daß der Dieb seine Beute ver- I graben habe, doch war er zu einem Geständnis nicht zu be- I wegen. Da die Anzahl der jetzt gefundenen Thaler genau mit der damals entwendeten übereinstimmt und die Zeitungs- I notizen die Angaben bestätigten, wurde der Fund anstandslos I dem früheren Besitzer des Grundstücks ausgehändigt. 1 * Fürst Ferdinand von Bulgarien, der sich I in stetigen Geldverlegenheiten befindet, hatte, um kurz zu I erzählen, wiederholt einem Münchener Hoteldirektor die Bezahlung eines Betrages von 3000 Mk. versprochen, um die der Hoteldirektor durch den Privatsekretär des Fürsten geprellt worden war. Trotz des Versprechens kam aber kein Geld und nach jahrelangem Hinhalten klagte der Ge- I schädigte gegen den Fürsten. Am 3. Juli sollte nun vor I dem Landgericht in München ein Termin stattfinden. Doch der Erste Staatsanwalt ließ dem Gerichtsvorsitzenden die Mitteilung zugehen, daß mit Entschließung des Staats- I Ministeriums der Justiz in Verbindung mit den Staats- ininisterien des kgl. Hauses und des Aeußern beschlossen wurde, die erbetene Mitwirkung zum Zweck der Zustellung der Klage abzulehnen, da fremde Souveräne der I deutschen Gerichtsbarkeit nicht unter wo r f e n seien. Die Verhandlung konnte demnach nicht stattfin- I den, da dem Beklagten die Klage nicht übermittelt war. | * Persönliche Erinnerungen an einen der Toten von Peking. Dem Franks. Gen.-Anz. wird aus Berlin geschrieben: .... „Hier möchte ich nur ein paar kurze schlichte Erinnerungen an die beiden Mänuer wachrusen, mit denen ich einst — es sind nun auch schon zehn bls zwölf Jahre her — in manchem Hörsaal beisammen saß und manchen Becher zusammen lehrte. Cordes und Merckling haus, die unserer Gesandtschaft als Dolmetscher beigegeben waren, haben zu Ausgang der achtziger Jahre in Berlin studiert. An der Universität die Rechte, am orientalischen Seminar das fremde Idiom, deffen Kenntnis ihnen einen schnelle« Ausstieg eröffnen sollte und nun, ach | I wie bald zum Verderben wurde. Bei Cordes war es mit I dem Rechtsstudium übrigens nicht sonderlich ernsthaft be- I stellt. Er hatte entsetzlich viel zu arbeiten; die Mittel, die I ihm vom Elternhause kamen, reichten auch zum Not- I dürftigsten nicht aus; er mußte Stunden geben, wenn er sich sortbringen wollte. Aber er verstand es zu schaffen. I Nach fünf, sechs Privatstunden täglich sand er noch Zett, sich zu einem der besten Schüler des chinesischen Zirkels I durchzuarbeiten, und nachdem er das Dolmetscherexamen I mit Auszeichnung bestanden hatte, baute er noch recht uno schlecht seinen Referendar. Als er sich - so 1»^ over I 1893 — nach China einschiffte, schien dem mit erstaunlicher Willenskraft und seltenem Sprachtalent Begabten eme I glänzende Karriere sicher." (Cordes war auch em Studten- I genösse von mir. Der Fleiß des in der Kleidung fast I immer etwas reduziert aussehenden Studenten in höheren I Semestern war geradezu unheimlich. Er hatte eme Oder- I realschule absolviert und mußte, um sich für das erste I juristische Examen vorbereiten zu können, zunächst das I Gymnasialabiturium ablegen. DaS ging aber bei ihm alles | mit staunenswerter Schnelligkeit. Immer hatte er eS Messing, sondern die Angel der Klinge wird un Griff durch zwei gekerbte Holzschalen nach außen abgeschlossen. ^>er Karabiner 98 ist in gleicher Weise konstruiert, nur ist er kürzer als das Jnfanteriegewehr, Mit dem auch die asiatischen Pioniere bewaffnet wurden, und es fehlt ihm das Haubajonett. So werden unseren ausreisenden Truppen die hervorragendsten Schußwaffen mitgegeben . / und auch hierin hat sich unsere Heeresverwaltung weitsichtig gezeigt, als sie nach Erkennung der Mangel des Gewehrs 88 sofort an deren Abstellung ging und die N m konstruktion zur Ausführung brachte sodaß breChtN^ Wirren unser Heer vollständig vorbereitet angetrosseui haben. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom IS. Juli. Wechsel auf New-York zu 0.00*00. . Prämien auf Kredit per ult Juli l.bl)0/o, do. per ult Kng. 2 900/. Diskonto-Kommandit per ult. Juli 1.80%, do. per ult Aug. 2.50% Lombarden per ult Juli 0.55%, do. per ult. Aug. l.CO%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 °/0. Kotierungen: Kreditaktion 206-206 30-00-0, Diskonto- Mark. Die Stadt könne für die Hälfte der Summe herangezogen werden, was also ungefähr 36 000 Mark ausmachen würde. Stadtv. Dr. R a u - tert sagt, Alles deute darauf hin, daß der Staat der Meinung sei, der Universitätsfond sei für den Staat und nicht für die Mainzer Studienanstalten da. Wenn seinerzeit das Gymnasium aus Mitteln des Fonds erbaut worden sei, so sei das nur geschehen, weil der Staat in Geldverlegenheit war. Deshalb sei er heute verpflichtet, für das Gymnasium Miete zu zahlen und es müsse dafür ein Posten in das Staatsbudget eingestellt werden. Der Antrag des Finanzausschusses wird einstimmig genehmigt. — In der geheimen Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung wurde auch endlich der Streit ge- ungeheuer eilig, sowohl im akademischen Hörsaal wie auf der Kneipe, wo er sich übrigens nur selten sehen ließ. Sein Ehrgeiz war außerordentlich, ebenso sein Wiffensdurst. Er interessierte sich so ziemlich für alles, was einen einigermaßen wissenschaftlichen Anstrich hatte, so z. B. auch für Phrenologie und Graphologie, kaufte sich Bücher aus allen Wissenschaften trotz seines sehr kleinen Geldbeutels und arbeitete von morgens früh bis abends spät, und von abend- spät bis morgens früh. Alles in allem war er ein Mensch, dem jeder, der ihn kannte, von Herzen die beste Zukunft wünschte. D. Red. d. G. A.) » Chinesisches Mimatur-Wörterbuch. Zur Bequemltchkett ihrer Leser veröffentlichen englische Blätter eine Art „Miniatur-Wörterbuch" der chinesischen Sprache, Ueber- setzungen der in den Depeschen und Berichten am häufigsten vorkommenden Ausdrücke, und fügen daran knappe Mitteilungen über die heute in China die Hauptrollen spielenden Persönlichkeiten. Ein solches Wörterbuch im Westentaschen- sormat lautet: Chtfu, ein Präfekt. . u». Chihtai, ein Generalgouverneur (gewöhnlich an der L>pt»e der Verwaltung von je zwei zu einem Verwaltungsdifirikt zusarnrnm- gezogenen Provinzen). Chun-Chi, der größte Staatsrat. Chung Tang, der Amtstitel eineS'jeben der sechs Minister. Comprador, der Dolmetsch und Unterhändler, dessm sich rede große europäische Firma bedient. 9 Fan-Kw ei, der Ausdruck sür „Fremder". Wörtlich: „Fremder Teufel". Fu, eine Präfektur. Futai, der Gouverneur einer Präfektur. Ho, ein Fluß. Hsiang, ein Dorf. Hsien, ein Distrikt. Hu, ein See. Kiang, ein Fluß. Kiao, eine Sekte ober Brüderschaft. Kotow, eine demütigende Handlung im allgemeinen — speztt» eine in früheren Tagen dm Gesandten fremder Mächte aufgezwungme Demütigung. gleich einem Drittel einer englischen Melle oder gleich 444 Meter. Sh an, ein Berg. Tae^^ie^chinchsihe"WLhrungseinheit und Zirkulationsrnünze ^E^Tao, ein Sammelname für eine Gruppe von Departements, auf jede Anzahl von Abteilungen anwmdbar, die zu Berwaltungs- trotden mtetnt Beamte eines solchen kombinierten Ver- waltungskörpers^a^en, Has chinesische Ministerium de- Aeutzrrm saearündet 1861' nach dem Vertrag von Tientsin). Yamen, der offizielle Wohnsitz eines Regierungsbeamten. Ae - Ho - Chuan. jene Geheimgesellschaft, welche als die „Boxers" bezeichnet wird. In wörtlicher Uebersetzung: Gerechttgkeits- finn, Eintracht, Fäuste. __ ________ Wteratur. — Die Mainzer Gntenvergfeier hat eine überaus reiche Litteratur hervorgerufen. Wir haben bereits mehrere aus diesem Aiüaß in Zeitschriften enthaltene Artikel und auch selbständige Schriften erwähnt, u. a. namentlich die als selbständige Broschüre erschienene Festrede von Adolf Köster und eine Schrift des Direktors Frschbach über dre Entstehung der Buchstaben Gutenbergs. Das wertvollste Erzeugnis dieser Festlitteratur aber ist die in der Mainzer Verlagsanstalt und Druckern A.-G. erschienene, im Auftrage der Festleitung vom Landgerichtsdrrektor K. G. Bockenheimer herausgegebene Festschrift, ein starker und stattlicher Band in gediegener Ausstattung. Sechs Aufsätze von erheblichem Umfang enthält dieses Buch, sowie em Gutenberg gewidmetes I vierakttges Drama von Alfred Börckel. Von besonderer Bedeutung erscheint uns der Aufsatz des Herausgebers, der mit großer Emsigkeit alles zusammengetragene Material gesichtet und beleuchtet hat, was über das Leben Gutenbergs an Ueberliefeningen vorhanden ist. AuS- I führlich behandelt sind namentlich die verschiedenen Rechtsstreite Guten- I bergs, und sehr bemerkenswert das Kapitel von Anna zu der iseren Thür, die der Verfasser nicht als Gattin Gutenbergs zu erkennen ver. mag. Eine vortreffliche litterargeschichtliche Studie über Gutenberg I bietet Dr. Heinrich Heidenheiner. Was Quetsch von der Entwickelung I des 8eitungswesens und Lehmann von dem Wiedererwachen der Buch- I druckerkunst im 19. Jahrhundert sagen, ist nicht besonders neu und I namentlich der zuletzt genannte Aufsatz recht einseitig. Die Betrage I von Dr. Schrohe und Dr. Seidenberger behandeln spezielle Mamzer I Verhältnisse im 15. Jahrhundert. Aus Stadt und Land. Gi-tzm, den 20. Juli 1900. »' Bersonaluachrichten. Der Gerichlsassessor Schumacher I in Gießen wurde mit Wahrnehmung der Di-nstverrichtungen I eines Staatsanwalt» am Landgericht der Provinz Oberhesien und derG-richtSassesior Dr. Goldschmidt in AlSseld mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts I in Gießen^beauftragt; der Diener atn Schullehrer-Semi- I nar zu Alzei, Karl Fröhlich, wurde zum KreiSdrener an ' dem Kceisamt Alzey ernannt; der Pedell bei der Realschule I und dem Progymnasium zu Alzey, August Köhler, wurde I zum Diener bei dem Schullehrer - Seminar zu Alzey I ernannt. a. Bad-Nauheim, 19. Juli. Vor einigen Tagen weilte der Geh. Medizinalrat Professor Dr. Brieger 'm Auftrage des preußischen Kultusministeriums hier, um bei Pro- I fessor Dr. Schott deffen Methode der Behandlung chronischer Herzkrankheiten zu studieren. Professor Dr. Brieger ist bekanntlich der Lehrstuhl für physikalisch- diätetische Therapie an der Universität in Berlin übertragen I worden. Die in Nauheim ausgeübte Methode wird von I ihm doziert werden. , , . 8. Romrod, 19. Juli. Am Sonntag feiert der Als- I felder Zweigverein der Gustav-Adolf-Stiftung I hier sein Jahressest. Der Festgottesdienst beginnt nachmittags um 2 Uhr, woran sich eine Nachversammlung im I Hose des Schlosses anschließen wird. Verschiedene Redner werden auch hier noch zu Worte kommen. Darmstadt, 19. Juli. Der Provinzialausschuß der I Provinz Starkenburg verhandelte am 5. Mai d. Js. über I den Rekurs dreier Gasthofbesitzer von Lindenfels gegen I Genehmigung einer zweiten Privatkrankenanstalt I des Kreisassistenzarztes Dr. Schmitt. Der Kreis- I auSschui hatte durch Entscheidung vom Oktober v. Js. nach I längerem Verfahren dieses Gesuch genehmigt, woraus der I Ortsvorstand von Lindenfels, der sich gleichfalls vorher I unter den Einsprucherhebern befunden hatte, sich bei diesem I Urteil beruhigte und nur die drei Erwähnten sich an die I höhere Instanz wendeten. Dr. Schmitt habe durch Eroff- I nung des Betriebs sein Hinwegsetzen über gesetzliche Vor- I schriften und Maßnahmen der Behörden dargethan, daß I von ihm eine Zurückstellung von Privatinteressen in Konflikt I solcher mit öffentlichen nicht zu erwarten stehe. Es muffe befürchtet werden, daß er etwaige auserlegte Bedingungen I bezüglich Ausschließung bestimmter Arten von Kranken nicht sorgfältig beobachten werde; er erscheine daher als unzu- I verlässig in Bezug auf Leitung und Verwaltung der Anstalt. Unter Aushebung der Entscheidung des KreiSausschusseS I wurde deshalb die Genehmigung für jene neue An- I ftalt versagt. — Dem Gesuchsteller, der inzwischen den Betrieb vorläufig eingestellt hat, bleibt nunmehr nur der weitere Rekurs an das Ministerium des Innern, dessen Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege im Verfahren vor dem Kreisausschuß durch zwei Gutachten das Gesuch befürwortet hat. Mainz, 19. Juli. In der gestrigen öffentlichen Stadtverordnetensitzung führte Stadtv. Michel als Be- | richterstatter über den Mainzer Universitätsfonds aas, daß 1 die Regierung an die Stadt das Ersuchen gestellt habe, den Fehlbetrag des Mainzer Universitätsfonds für die Kosten der' Mainzer höheren Lehranstalten zu decken. Das Mainzer Gymnasium ist seinerzeit aus den Mitteln des Universitätsfonds mit einem 5koftenaufwand von dOO bis 600 000 Mark erbaut worden. Infolge dieses Entgangs von Zinsenerträgnissen reichen die Mittel nicht mehr zur Deckung der Kosten für die Mainzer höheren Lehranstalten, für die der Universitätsfond besteht und auch sustentations- pslichtig ist. Der Staat sei aber verpflichtet gewesen, das Gymnasium aus eigenen Mitteln zu errichten; wenn heute die Zinsenerträgnisse des Universitätsfonds nicht mehr reichen, so müsse der Staat dafür eintreten. Der Finanzausschuß sei der Ansicht, daß die Stadt Mainz darauf bestehenmüsse, ebenso behandelt zuwerden, wie die übrigen Städte des Landes. In diesem Sinne müsse man nochmals an das Gerechtigkeitsgefühl der Regierung appellieren. Stadtv. Professor Schien g er giebt einen Ueberblicfi über die seitherigen Leistungen des Universitätsfonds. Der Fond habe solange die vollen Kosten für die Mainzer Studienanstalten getragen, als die Zinsen gereicht haben. Es sei nun Die Frage, ob man die Verpflichtungen des Staates kurzer Hano ignorieren wolle. Die vom Staate für die Mainzer Realanstalten zu leistenden Kosten betragen jährlich 71900 Gerichtssaal. Breslau, 19. Juli. „Kohlendiebin" hatte eines Tages eine Frau der Aufwärterin eines hiesigen Rechtsanwalts zugerufen Dies empfand diese als eine sehr schwereBeleidlgung undlud diePer on vor den Schiedsmann. Der Sühnetermin verlref resultatlos, so daß s.ch das Schöffengericht für Privatklagesachen mit,der wlchtlgen Angelegenheit zu befaffen hatte. Auch hier wollte die Klägerm, dle tm Berstanh des Rechtsanwalts Roth erschien, von dem Dergleichsvorschlag den der Vorsitzende den Parteien stets oot ©mtutt tn bie Be^anNung 8“ pflegt, durchaus nichts wissen. Sie sei, so sagte sie rmi Tone sittlicher Entrüstung, stets eine ehrliche Frau gewesen und könne sich deshalb /oo- Es starben an: Zusammen: Erwachsene^ im vom Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lun gens chwindsucht 2 2 — — AlkoholismuS 1 1 — Krebs 2 (1) 2 (1) - — Nierenentzündung 1 CD 1 (1) — - Darmtuberkulose 1 . — 1 — Diphtheritis 1 (1) — 1 (1) — Krämpfen 1 — 1 — Summa: 9 (3) 6 (2) 3 (1) — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vrele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen._________________________ Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch die Agenten-. Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 17. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben Postdampfer Friedrich der Große, Capt. M. Eichel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr nachmittags wohlbehalten in New-York angekommen. Der Postdampfer „Southwark* der „Red Star Linie* in Antwerpen, ist laut Telegramm am 17. Juli wohlbehalten in New-York angekommen. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte. Gießen, Airchenplatz y. 187 Rudolstadt itt Thüringen. Am 1. Mai er. wurde hier das Sächsisch-Thüringische Technikum unter Teilnahme des fürstlichen Ministeriums, der städtischen Behörden und vieler Bürger feierlich eröffnet. Die Anstalt, welche durch Verlegung der „Bautechnischen Fachschulen" von Arnstadt nach hier entstanden ist, umfaßt: 1. eine höhere Fachschule für Architekten und Bauingenieure (5. Semester), sowie für Feldmesser, Kultur- und Vermessungs-Techniker (3. Semester), 2. eine mittlere Fachschule für Hochbau-Techniker (Baugewerkschule), Tiefbau- (Eisenbahn-, Straßen- und Wasserbau-) Techniker und Steinmetz-Techniker (4 Semester), sowie 3. eine Fachschule für Bau- und Möbeltischler (3. Semester). Die Anstalt steht unter Aufsicht des fürstlichen Ministeriums, welches dieselbe durch einen höheren technischen Staatsbeamten als Regierungskommissar ausübt. Mit dem Neubau eines eigenen Unterrichtsgebäudes wird noch im Laufe des Sommers begonnen, dasselbe wird mit elektrischer Beleuchtung und Zentralheizung versehen. Anfragen sind baldigst an die Direktion, welche zu weiterer Auskunft gern bereit ist, zu richten, da bei dem jetzt vorhandenen Platz nur eine beschränkte Anzahl von Technikern, Aufnahme finden kann. Beginn des Wintersemesters 1900/1901 am 30. Oktober. Grösser als in „männennordender‘r Cnhlarh) sind die Verluste an Menschenleben, die Jahraus □uUiavlll Jahrein die Lungenschwindsucht, diese Geisel des Menschengeschlechts, fordert. Niemand wird verschont, das Kindes- wie das Greisenalter, jede Lebensstufe zahlt dieser unheimlichen Seuche ihren Tribut. Vielfach find die Ursachen, die diese Krankheiten Hervorrufen, oft ist dieselbe ein trauriges Erbteil der Eltern; aber noch häufiger könnte ihr vorgebeugt werden, wenn man nicht in unverzeihlichem Leichtsinn mit seiner Gesundheit spielte und wenn man auch leichteren Krankheitserscheinungen Beachtung schenkte, die man einfach mit den Worten abthut: „Es wird sich schon wieder machen*. Wie oft wird ein leichter Husten anfangs leicht genommen, er verschlimmert sich, und erst wenn die Schleimhäute der Atmungsorgane aufS äußerste angegriffen sind, geht man zum Arzt. Aber häufig ist es dann zu spät, die Widerstandskraft dieser Körperteile ist erlahmt und vermag das Eindringen aller möglichen Mikroben, darunter der schrecklichen Tuberkelbazillen nicht mehr abzuwenden. Wohl hat die ärztliche Wissenschaft die verschiedensten Methoden zur Bekämpfung des grimmen Feindes gefunden, aber der Sieg bleibt ihr doch nur selten. Wie der Hieb die beste Deckung ist, so ist die Prophylaxis (Verhütung) der stärkste Gegner der Tuberkulose. Man muß dieselbe nicht erst zum Angriff kommen lassen, ihr vielmehr zuvorkommen. Ein vortreffliches Mittel ist in diesem Kampfe der russische Knöterich. Der von dieser Pflanze hergestellte Thee leistet bei allen Erkrankungen der Luftwege, wie Husten und Heiserkeit, Asthma, Atemnot, Brustbeklemmungen, Luftröhren (Bronchial-,Katarrh, Lungenspitzen-Affektionen, Blutspucken, Kehlkopfleiden usw. die ausgezeichnetsten Dienste. Wer sich über die Anwendung genau informieren will, verlange von Herrn Ernst Weidemann in Liebenburg a. H. die von ihm verfaßte äußerst instruktive Schrift, die gratis versandt wird, er wird es nicht zu bereuen haben. Um den Patienten den Bezug dieser Pflanzm in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidemann dm Kndterich- Thee in Packeten ä 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit den Buchstaben E. W., sodaß sich jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kann. 4984 lickinintiiiiidjiiitiien Eine Brücke bei Krofdorf, im Weg Krofdorf—Rodheim und Krofdorf—Fellingshausen, wird vom 24. bis 27. d. Mts. umgebaut. Der Weg ist an der betr. Stelle und an den benannten Tagen für Fuhrwerksverkehr gesperrt. 4981 Krofdorf, 18. Juli 1900. Der Bürgermeister. Lichtenthaeler. Fajelochs. Dienstag den 24 Juli l. I , vormittags 10 Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein der hiesigen Gemeinde gehöriger 'fetter Faselochs versteigert. Allendorf a. Lda., 19. Juli 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei. Allendorf a. Lumda. Rein. 4992 Uhnpfeliluihuii ••''________________________1______________________________________________________________________________________ Lebende Krebse J. M. 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