SC !2J>. r M. Ml, U W tlrine unb ein M r Mrt -W gelegen, in Äinte »erpachlen. Im Lödtt, tahtfl ür t>ie RestM )000v I w sind auszuleM । Wit M __ PWn ch. , ,, T. Ler öiaui i; dm 2t. ZM iednch du.. - ^'°neW #®* V ipotbeter- *• Mittwoch den 21. März Zweites Blatt 1900 M. 67 Aerugsprels viericljährl. Mk. 2M monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestell« viericljährl. Mk. 1,91 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anrrigen.BermittlrmgSstellen bei In- und AuSlanLe» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Psg., auswärts 20 Psg. » n Anzeigen zu der nachmittags für bee «ei!*** teg afchkinmden Nummer btS Bonn. 10 »hr. gMctelungrn spätestens adendS vorher. tl-Nch Mit LuSnahmc des MantagS. Die Gießener MamitienSkttter »erden dem Anzeiger »m Wechsel **t »Heff. Beatmter » „eidtttr Mr he«, »elttkünde- Gießener Anzeiger Heneral-Nnzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. HMHn, tpebitien und Druckerei: -chnlsiratz, Nr. 7. Gratisbeüsse«: Gießener ZavniienbläNer, Der hessische Kandwirt, KSNer für hessische DstKsKunde. Adreste für Depeschen: Anzeiger Htetz«. Fernsprecher Nr. 51. Mt—nuMMM—ii । mnwiMinr * Die Obstruktion im Reichstage. Gießen, 20. März 1900. Wer hätte es für möglich gehalten, daß in unserem deutschen Reichstage, wo die Verhandlungen sonst so ruhig und nüchtern dahin fließen, wo die Sachlichkeit nur selten außer Kurs gesetzt wird, und wo selbst bei den schärfsten Gegensätzen immer noch die Minderheit sich, wenn auch grollend, aber doch schließlich ergeben in das Schicksal des Schwächeren fügte, eine Form der Verteidigung Platz greifen würde, welche wir bisher nur vom Hörensagen kannten! Ja, die in den Parlamenten der uns verbündeten Staaten Oesterreich-Ungarn und Italien gegebenen Beispiele scheinen nicht ohne Einwirkung auf unsere deutschen Verhältnisse geblieben zu sein. Niemand hatte wohl daran gezweifelt, daß die lex Heintze mit dem Ablauf der letzten Woche im Reichstag erledigt werden würde, denn die Majorität stand ja allen Wünschen, die im Interesse der Kunst und der Wiffenschaft eine Milderung der in der Vorlage enthaltenen Bestimmungen anstrebten, fest und schroff gegenüber, und alle Protestversammlungen, die ganze im letzten Augenblick eingeleitete Bewegung, schienen eindrucklos auf dieselbe geblieben zu sein. Wer optimistisch veranlagt war, der erhoffte das Heil einzig und allein noch von den verbündeten Regierungen, daß diese den Majoritätsbeschlüssen richt zustimmen würden. Aber auf diese Hoffnung allein hat sich die Minderheit nicht verlassen, sondern durch eine planmäßig durchgeführte Obstruktion wenigstens noch die Entscheidung hinausgeschoben. Niemand wird zugeben können, daß die Verhältnisse, unter denen die Erledigung der lex Heintze verhindert worden sind, gesunde sind, auch Diejenigen, welche in der Obstruktion das einzige Mittel sahen, ein Gesetz zu bekämpfen, welches nach verschiedenen Richtungen hin verderblich zu wirken geeignet ist, werden wünschen, daß dieser Modus in unserem Reichsparlamente Platz greife und Anerkennung finde. Die Obstruktion bleibt immer ein zweischneidiges Schwert, sie ist ein Feind aller Sachlichkeit, wie denn auch die letzten Sitzungstage gezeigt haben, daß sachliche Reden Amtlicher $eil Bekanntmachung. Betr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenofsenschaft in den Fluren IV, V, IX und XI in der Gemarkung Lich. An der für die Fluren IV, V, IX und XI der Ge« markung Lich beantragten Bildung einer öffentlichen Wasser- geuoffenschaft find nach den Akten 256 Grundbesitzer mit 47,4226 Hektar Fläche beteiligt. Bei der am 28. Dezember vor. Js. vorgenommenen verhandlungStagfahrt haben fich 118 Grundbesitzer, welche mit 15,0805 Hektar Fläche beteiligt sind, gegen das Unter» nehmen erklärt. 30. Juli 1887, ®ie nach Art. 66 d-S »°m 3Q ^-ptbr. 1899, die Bäche und die nicht ständig fließenden Gewässer betr., kkfvrderliche Mehrheit ist somit für daS Unternehmen vorhanden. Einwendungen Dritter gegen das Unternehmen sind nicht erhoben worden. In der Verhandlungstagfahrt wurde ferner beantragt: 1. die Ausschließung des Systems D von der Zuziehung; 2. die Einziehung der BeteiligungSgrenze in System J zwischen den Sammlern o und p in der Richtung a—b—c—d und zwischen den Sammlern f und w in der Richtung e—f—g—h; 3. die Ausschließung der Parzelle Flur IV Nr. 420 in System B. Die sämtlichen Beteiligten haben sich hiermit einverstanden erklärt. Unter Berücksichtigung dieser beantragten Ausschließungen hat Großherzogliche Obere landwirtschaftliche Behörde daher It. Zuschrift vom 15. März 1900 dem Unternehmen die in Artikel 68 des Gesetzes vorgesehene staatliche Genehmigung mit folgenden Bestimmungen erteilt: 1. daß die beteiligten Grundbesitzer, welche in dem offengelegten Verzeichnis (Anlage B) aufgeführt find, Mitglieder der Wassergenosienschaft werden; 2. daß das Unternehmen nach dem von der Kultur- inspektion Gießen aufgestellten Plane ausgeführt 3. Diese Entscheidung wird unter dem Anfügen zur öffent- wird; daß bezüglich der Verteilung der entstehenden Meliorationskosten nach Art. 54 und 69 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 . , . , al verfahren tont). 30. Septbr. 1899 1 y lichen Kenntnis gebracht, daß innerhalb 14 Tagen nach der Zustellung gegen dieselbe Beschwerde an Großherzogliches Ministerium des Innern erhoben werden kann. Zugleich geben wir hiermit bekannt, daß das mit den Bevollmächtigten beratene Genoffenschaftsstatut ebenfalls 14 Tage nach Maßgabe von Art. 76 des Gesetzes zur Einsicht der Beteiligten auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Lich offenliegt. Gießen, den 19. März 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. gar keine Aufmerksamkeit mehr fanden, daß sich alles Jnter- effe auf die Wirkung der in Szene gefetzten Obstruktion richtete. Die Gegner der lex Heintze haben Zeit gewonnen, und man darf wohl annehmen, daß allerorten im deutschen Reiche eine wirkungsvolle Agitation eingeleitet werden wird, um den Auswüchsen der Vorlage möglichst noch zu begegnen, aber die Aussichten dazu sind doch; soweit wenigstens der Reichstag in Frage kommt, nur gering; denn aus dem ganzen Verhalten der Majorität war zu erkennen, daß sie der Minderheit keine weiteren Konzessionen zu machen be- rett ist. Diese Thatsache ist immerhin betrübend, da sie geeignet scheint, unsere innerpolitische Situation noch mehr zu verschärfen. Wünschenswert roäre es, wenn bet deutsche Reichstag nur noch äußerst selten der Obstruktion sich bediente, sie erregt nur dke Leidenschaften, erzeugt Erbitterung, und führt doch nur selten zum Ziel. -...... ■ ■■■■ 1 J.. Eudglaudfeiadliche Kundgebungen in Dresden. Im englischen Unterhause hat, wie wir bereits meldeten, der Parlamentssekretär des Aeußeren Brodrick die Mitteilung gemacht daß in den Straßen von Dresden Insulte von englischen Staatsangehörigen stattgefunden hätten, daß eine britische Flagge, welche in der Nacht am englisch-amerikanischen Klub ausgesteckt geblieben, herabgerisseu worden und daß die englische Kirche in zwei Fällen angegriffen worden sei. Der englische Vertreter in Dresden habe dem sächsischen Minister des Auswärtigen Vorstellungen gemacht, welcher fein tiefes Bedauern über die Vorfälle ausgesprochen und befriedigende Versicherungen abgegeben habe, daß jede mögliche Maßregel von der Polizei ergriffen worden fei, um einer Wiederholung solcher bedauerlichen Vorgänge vorzubeugen, und die englischen Staats-Angehörigen zu schützen. Ein Individuum (!), das verdächtig fei, die Flagge herabgerissen zu haben, fei verhaftet." In welcher Weife der Londoner Presse die Kenntnis dieser Kundgebungen vermittelt worden ist, zeigt folgender Brief des englischen Majors Walker in Dresden an die „Times". Der Verfasser schreibt: Dresden, den 5. März. „Ich hoffe, daß Sie mir gestatten, daß ich durch eine Veröffentlichung in den Spalten Ihres Blattes meinen Landsleuten im Namen der hiesigen englischen Kolonie mitteilen darf, daß die in Dresden ansässigen Engländer gegenwärtig unter einem Schreckensregiment (!) leben. In den letzten drei Monaten sind wir, Männer wie Frauen, täglich von privater und öffentlicher Seite Beschimpfungen ausgefetzt gewesen; aber in der letzten Woche ist es zu einem Ausbruch der Wut gekommen. Als die Kunde von der Uebergabe Cronjes bekannt wurde, wurde im englisch-amerikanifchenKlub aus einem Feuilleton. Wad SahschNrfer Wrief. Im März einen Bad Salzschlirfer Brief, wird die ge- luigti Leserin, der geneigte Leser fragen! Jawohl, im liftrj schon! Denn Salzschlirf will nicht länger das Äschen- iröbet fein unter den Bädern, es will mit an der großen hfel des Lebens erscheinen und traft feiner Königlichen Eigenschaften in erster Reihe den wohlverdienten Platz minehmen. Ist doch auch wiederum auf dem Balneolo- tiu'djen Kongreß, wo die Männer der Wiffenschaft über die Heilwirkungen der Bäder ihre Erfahrungen austauschten, 3ti* hohe Wert des nach dem Apostel oer Deutschen benann- 1eit Brunnens, des Bonifaziusbrunnens, anerkannt und festgestellt worden. Aber auch der Laie, der wenig oder gar nicht fich nm die wissenschaftliche Seite der Sache himmert, der nur nach dem Erfolg den Wert einer Sache hmifet, er soll es an den Heilerfolgen, die Bad Salzschlirf lec an Gicht und Stoffwechselkrankheiten leidenden Menschheit geboten hat, kennen lernen und deshalb begegnet man heute mehr als sonst in den Zeitungen dem Namen Mseres Bades. _ . Auch in die Bevölkerung unseres Ortes ist ein neuer Weift gefahren. Sie sieht, daß man von feiten der neuen yefkllfchaft fleißig arbeitet, und an Stelle des Mißtrauens, im die alte Verwaltung vielfach begegnete, ist ein gegenseitig nützliches Vertrauen eingetreten, das äußerlich schon iWrirch seinen Ausdruck gefunden hat, daß sich eine Vereinigung der Hoteliers, Gasthaus- und Villenbauten im N'hnungsvermieten gebildet hat, nicht nur einen Ring höheren Preisen zu bilden, sondern, um mit vereinten kläffen an der Hebung des Bades zu wirken, Mißstände zu beseitigen und überall den Fortschritt zu suchen und herbeizuführen. Namentlich werden die Wege verbessert, dank dem Entgegenkommen der Gemeinde und des Eintretens des Bürgermeisters Schmidt wird die Kanalisation der teiwleise noch offen dahin fließenden Straßenwäsfer durchgeführt, womit ein wesentlicher Grund zu Beschwerden fortfällt. Nicht minder wird an und in den Häusern gearbeitet, und die Kurgäste, welche bereits früher hier waren, werden angenehm überrascht sein über so manche vorteilhafte Veränderungen, die hier vorgegangen sind und noch bis zu der am 1. Mai stattfindenden Eröffnung der Saison vorgenommen werden. Nach einem vorliegenden Verzeichnis hat übrigens Salzschlirf jetzt 500 Zimmer aufzuweisen, sodaß bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von 20 Tagen bequem 4000 Gäste Aufnahme finden können, wenn der Zu- und Abgang ein regelmäßiger wäre. Da nun aber bis Mitte Mai die allerdings niedrige Kurtaxe von 10 Mk. für alle Badegäste in Wegfall tritt, die bis dahin ankommen, und auch sonstige Vergünstigungen eingeräumt werden, so steht zu erwarten, daß der Besuch von vornherein ein großer sein wird, es haben noch niemals so viele Anmeldungen und Anfragen um Prospekte wie in diesem Jahre vorgelegen. Der Versuch, am ersten Mai zu beginnen, wird zum ersten Mal gemacht — das Wetter kann aber vom 1. bis 15. Mai, an letzterem Tage wurde sonst die Kur eröffnet, viel schöner sein, als in oer zweiten Hälfte des Monats, und wenn unser Schutzheiliger, Bonifazius, ein gutes Wort für uns einlegt, dann wird sich die Sache schon machen. Uebrigens künden die Hunderte von Singvögeln, welche unseren schönen Park beleben, den Frühling durch ihren vielstimmigen Gesang schon an, und der Freund der Natur wird eine der reinsten Freuden genießen können. (Gerade während ich diese Zeilen niederfchreibe, ertönt das fröhliche Lachen des Grünspechts, der in mehreren Exemplaren hier angesiedelt ist.) Finken, Meisen, Zaunkönige, Staare, Bachstelzen, Blutfinken (Dompfaffen), Wachteln, Drosseln sind in großer Anzahl anzutreffen und werden auch während der rauhen Jahreszeit gefüttert und bewacht; der Gärtner und der Brunnenmeister richten ihr Augenmerk auf Katzen und sonstiges Raubzeug, ferner find v. Ber- lep'fche Nistkästen in großer Anzahl neuerdings angebracht, von denen einige von den in ziemlicher Anzahl hier überwinternden Staaren — ein Beweis für unser mildes Klima — bereits angenommen werden. Für die alten Gäste des Kurhauses wird die Nachricht eine erwünschte sein, daß der frühere Pächter, Herr Würthofer, es wieder auf fünf Jahre übernommen hat. Im vergangenen Jahre war die von einem anderen Wirt gepachtete Restauration nicht nach dem Wunsche des Publikums. Ferner ist im Kurhaussaal und in den Vorgängen des großen Badelogierhauses Heizung angelegt, sodaß auch an kälteren Tagen die Gäste sich wohl fühlen werden. Daß nun auch durch das Bekanntwerden Salzschlirfs neue Gelegenheiten zum Wohnen für die Besucher sich erschließen werden, daß mehr als bisher gebaut werden wird, ist natürlich, so hat auch Frau Rothstein auf Wilhelmshöhe ein sehr gut gelegenes, neu gebautes Haus hier auf längere Jahre gemietet, das sie, wie auf Wilhelmshöhe, zu einer Pension einrichten wird, für viele Casseler Damen gewiß eine angenehme Nachricht. Wie gesagt, es regt fich überall, und so hoffe ich denn, daß die bevorstehende Kurzeit uns viele Gäste herbeifuhren wird, die auf entgegenkommende Aufnahme rechnen dürfen. Zum guten Schluß will ich noch bemerken, daß auch zur Unterhaltung der Gäste in diesem Jahre manches geboten wird. (Cassel. Tgbl.) Aus dem Großherzvgtum Hesse« wird der „Frkf. Ztg- gerschrieben: Die ,.Frkf. Ztg." berührte in einer Korre- spondenz vom 2. März aus Darmstadt die hessische» Bezirkssparkassen und drückte den Wunsch auS, daß diese Kassen landcsgesetzlich berücksichtigt werden möchten. Eine nähere Darlegung der Verhältnisse dieser Institute erscheint dadurch geboten. DaS hessische Sparkasienwesen beruht größtenteils auf diesen Bezirks« und Kreissparkassen; andere öffentliche Spargelegenheiten, wie z. B. die auf ge- nosienschastlichcr Basis beruhenden, kommen dagegen nur wenig in Betracht. Die Bezirks- und Kreissparkassen, der Ferner sei noch auf ein bekannt gewordenes Vorkommnis hmgewiesen, welches sich auf der Eisbahn des Dresdener Sportplatzes abspielte, wo junge Engländer sich derart unverschämt benahmen, daß sie schließlich vom Platze geragt werden mußten. , y beschäftigung schulpflichtiger Kinder. 26. Erlaß einer Volir-i. ordnung für den Verkehr der Radfahrer. V 3 •• Irene Triesch, die von ihrem Gastspiel als Nora im Theaterverein so befriedigt war, daß sie noch ein zweites Auftreten in diesem Winter zusagte, hat gestern den Bor« stand des Theatervereins gebeten, sie von der Einlösuna dieses Versprechens in der laufenden Saison zu dispensieren da sie durch ihr längeres Unwohlsein mit ihren übriaw Gastspielverpflichtungen zu sehr in Rückstand gekommen ki Wre angestrengt die Künstlerin ist, möge man daraus ent*, nehmen, daß sie seit dem 9. März an jedem Tage auf. getreten ist, darunter zweimal in Nürnberg. Morgen ?^.!^ocyabend, fährt sie nach der Vorstellung noch nach Düsseldorf, tritt dort Donnerstag und Freitag auf, Samstag ist sie wieder in Frankfurt, Sonntag und Montag nochmals in Düsseldorf. Von da reist sie nach Moskau, wo sie bis zum 9. April gastiert. Nach einem Aufenthalt von nur 8 Tagen in Frankfurt geht sie nochmals auf eine Nürnberg, und schließlich gastiert sie in der ersten Halste des Mai in London. Der Vorstand ver. handelt mit einem anderen beliebten Gast, um die 9. Bor« stellung doch noch für die kommende Woche möglich zu Lokales und Ursvnyielles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte-, werden grundsätzlich nicht aufgenommen.) Gießen, 20. März 1900. ->i"^schi»t-rale«der. (Nachdruck verboten.) Vor 215 Jabren, 2L März 1685, wurde zu Eisenach Johann Sebastian Bach sn^.1 «ss sbrsteMeister^seiner Zeit auf berOrgel und im Klavle^ spiel. Als Komponist erhaben und ernst, dabet zart und weich, ver- etntgte er eine unerschöpfliche Fruchtbarkeit mit solcher Meisterschaft in der AuSarbEung dah fast ftbeS seiner Werke zum Stubium dienen kann. Bach starb am 28. Juli 1750 als Kantor der Thomas- schule in Leipzig. ____________ •• Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 13. März den Lehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Professor Dr. 1 Ludwig Buchhold zum Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Alzey zu ernennen. *• Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hiltersklingen, Kr. Erbach. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter- Ostern, Kr. Erbach. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, — beide mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. •* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten« Versammlung Donnerstag den 22. März 19 00, nachmittags Zt/z Uhr pünktlich mit Fortsetzung am Freitag, den 23. März um dieselbe Zeit. 1. Mitteilungen. 2. Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1898/99. ' 3. Rechnung des Stadterweiterungsfonds für 1898/99. 4. Voranschlag des Stadterweiterungsfonds für 1900/01. 5. Die Prüfung der Rechnung der Gemeindekrankenversicher« ung pro 1899. 6. Anlage erhöhter Trottoirs. 7. Umgestaltung der Südanlage. 8. Wiederherstellung des alten Rathauses; hier: Arbeitsvergebung und Freilegung der unteren Halle. 9. Errichtung eines Kriegerdenkmals; hier: Vergebung der Lieferung der Gedenktafeln. 10. Das Kriegerdenkmal; hier: den Abschluß des Winkels nach dem Markplatz zwischen den Häusern Marktplatz 11 und Markt- straße 1. 11. Voranschlag der Stadt Gießen für 1900/01. 12. Die Fürsorge für die städtischen Arbeiter und Be- I diensteten und für deren Hinterbliebene. 13. Gesuch von I städtischen Arbeitern um anderweite Regulierung ihrer Lohn- I Verhältnisse. 14. Ausführung des Gesetzes über die In- I validen-Versicherung; hier: Vergütung an die Ortskranken- I lasse. 15. Baugesuch des L. Jochem für die Rodheimer- I straße; hier: Dispens. 16. Desgl. des Kreises Gießen für die Kreisstraße Gießen-Hausen. 17. DeSgl. des Julius I Ruckstuhl für die Moltkestraße; hier: Dispens. 18. Desgl. I bcß Kaspar Becker für die Wolfstraße; hier: Dispens. I 19. Desgl. deS Heinrich Schaffstädt für die Schanzenstraße. I 20. Benennung von Straßen; hier: der Derbindungsstraße zwischen Ludwigsplatz und Schiffenbergerweg sowie der« I jenigen vom Brand nach der Ostanlage. 21. Gesuch des Karl Hartmann um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im I Hause Frankfurterstraße 30. 22. Anlegung einer Straße I öom Brand nach der Ostanlage; hier: Gesuch wegen Be- I seitigung von Bäumen. 23. Gesuch verschiedener Bewohner I ber Straße „Großer Steinweg" um Ausbau ber Ver- I binbiingöftrafje bis zur Grünbergerstraße. 24. Gesuch bes I W m Benner II. um pachtweise Überlassung eines Platzes I am Neustäbterthor zur Aufstellung eines Wasserhäuschens, ^o. Erlaß einer Polizeiorbnung betr. die gewerbliche Neben- I - würden übrigens wohl die Engländer sagen, wenn bTe Mißhandlung des deutschen Pro- Jn Glasgow, dem von einer Schar chauvinistischer Studenten die Kleiber vom Leibe gerissen wurden grundlose Verhaftung zweier deutscher ,Tn, ^alal, oder die versuchte Stürmunq des ,Klubs in Broken Hill in Australien durch den Straßenpobel zum Gegenstand parlamentarischer Verhandlungen machte? Wir sind in Deutschland nicht gewohnt, sur die Ausschreitungen einzelner ein ganzes Volk oder seine Regierung verantwortlich zu machen. Wir verkanten dasselbe aber auch von England. Bezeichnend ist es übrigens, daß in derselben Parlamentssitzung die englische Regierung über Demonstrationen interpelliert wurde, die sich seit Wochen "regelmäßig wiederholen, so oft von Gegnern des gegenwärtigen Krieges eine Protestversammlung zur Besprechung der Kriegsfrage einberufen wird. In diesen ist von vornherein jede Verhandlung unmöglich, da das Versammlungslokal gewöhnlich vorher vom Pöbel, zu dem sich auch zahlreiche Angehörige der gebildeten Klassen zuzugesellen pflegen, gestürmt wird, und die Redner^durch Veranstaltung eines solennen Faustkampfes mundtot qe- !^Ä?^rben. So handhabt man augenblicklich in England selbst die Redefreiheit. Die Vorfälle in Dresden sollen nicht gebilligt werden. Obgleich sie anscheinend sensationell aufgebauscht worden find, und hauptsächlich auf den Streich von einigen Strapeniungen hinauslaufen - es werden ja auch noch andere Leute, als nur englische Misses von unserer lieben Fugend Mit Schneeballen beworfen —, so bleibt das Herunterreißen einer englischen Fahne immer eine tadelnswerte Ausschreitung. Darüber aber ein großes Geschrei I in der englischen Presse und sogar im englischen Parlamente zu erheben, ist einfach lächerlich. Glücklicherweise teilen aber nicht alle englischen Leitungen die Auffassung des Herrn Majors Walker und des Herrn Brodrick. Der „Pall Mall Gazette", die auch vor einigen Tagen den Brief einer Engländerin veröffentlichte die sich über Insulten in Deutschland beklagte, wird in der Frage der antienglischen Bewegung in Deutschland von einem Ausländer m Lond^^ßn Brief zugeschickt, in dem es folgendermaßen heißer, Dame, die nach ihrem eigenen Geständnis alles LE; putsch Mt ist keine unparteiische Richterin. Punphp? bin wenig kennt, wird gerne f£9 ?mmprb ? bt£- Ausländer, welcher Nation p^ Shoren -mögen, stets willkommen heißen, PiH» W Ee ' öl§ äu toeni9- Und wenn in der Änderung eingetreten ist, so ist dies auf oft Leuten daß der Willkommensgruß sich "'Vn^der^ Äesetts^^?^ dessen unwürdig waren und nabmpn ÖHnh hnn fd) ft- ?ur,d)aud Nicht einwandfrei be- nuhmen. Und dann — jedermann darf fieber seine eiaene I Meinung haben. Der Umstand, daß die Engländer und besonders die Engländer im Ausland, so schrecklich empfindlich sind, laßt darauf schließen, daß hier etwas nicht ganz I ?Ä?lache ist, daß man sie in früherer 5 1t Xf« FaM iimX ntMlliCatt x c . im Auslande end- I k'» dSken und emzufchen. daß nicht jeber Engländer der ins Ausland geht, ein Lord oder auch nur ein (S leman jein muß Die Deutschen haben besondere Urlache nicht die Partei der Engländer zu nehmen. Waren nicht .lle Eure Sympathien im Jahre 1870 bei den Franzosen - und nicht blos Eure Sympathien, sondern auch Euer »eld (und Eure Kriegswafsen)? Und wie stand es damals mit den Theatern? Man sagte mir, daß Lord Rüchen er s-lbst gegen Deutschland kämpfte. Ich weiß nicht, ob es * T°s Recht auf sich selbst. (Schauspiel in vier Akten Wrede). Aufführung am König,. Residenz. Theater zu München. Das Stück sand beim Pub. sowohl une bei der Press- eine glänzende Aufnahme. Nachfolgend bringen wir auszugsweise die Referate: Nach I langem wieder einmal ein neues Stück, das einen schönen ehrlichen Erfolg davonträgt! Sestern wurde „Das Rech, aus sich selbst", ein vieraktiges Schauspiel von Friedrich von Wrede, hier zum ersten Mal aufgeführt, nachdem t« u. a. schon m Salzburg, Wiesbaden, Berlin und Hamburg I gegeben worben. Das Münchener Theaterpublikum kennt I den Verfasser von ber Aufführung seines Einakters „Pflicht- Her, ber sich längere Zeit mit Ehren auf bem Spielplan behauptete unb verriet, baß ber Autor nicht nur ein all- ^"A^Aerisches Talent für Novellen, fonbern auch ein I spezifisches bramatischeS sein eigen nennt. Das gut besetzte I Münchener Premiere bereitete bem neuen Schau« spiel Wrebe's gestern einen vollen Erfolg. Der Beifall war allgemein ohne jede Opposition, unb er verstärkte sich von I m . J° uach bem brüten unb bem letzten bet I ^fasset wiederholt erscheinen konnte. Wir schlagen btefen ©rfolg um so höher an, als er von keiner litterarischen | ^uque gemacht war, benn ber Verfasser bes Stückes gehört I -Pier 9”' j? also in ben Augen gerabe unsrer lärmendsten I Musenjünglinge vogelfrei, ba er jene Versicherungspolice I auf gegenseitigen Beifall, die biese nur an ihre Leute aus- zugeben pflegen, nicht in ber Tasche hat. „Das Recht auf sich selbst- ist eine ernste Arbeit. Ganz wie in ber „Pflicht" ift e$ ein Eheproblem, bas ber Dichter behanbelt, unb zwar unleugbar so geschickt behanbelt, baß wir von Anfang bis Willig in seinen Fesseln bleiben. Wie schon in feiner „Pflicht" schließt Wrebe auch in feinem „Recht auf sich selbst" bas lanbläufige Liebesproblem völlig aus, auch nicht einmal bie bei unfern Theaterbichtern so beliebte, burch El«-« Dritten gestörte Ehe ist bas Thema, fonbern in beiben । Zöllen sinb es höhere ethische Anfotberungen, bott wie hier an d^lchl, um bie sich bie Hanblung breht. Das gibt Wrebe S Dramen etwas ernstes, männliches, bas wir an ihnen um so höher schätzen, je seltener eS heutzutage anzutreffen ist. In beiben Fällen spielt eine kriminelle Vergangenheit, boch nicht aufbringlich, herein. Die Form entspricht überall bem Inhalt; sie ist streng geschlossen, unb dre ganze Hanblung spielt sich unaufhaltsam in kurzer Zeit unb Schlag auf Schlag ab - bas untrügliche Kennzeichen emes echten Dramatikers. Nirgenbs rein novellistische Züge, nirgenbs jene verblasene Milieu-Malerei, bie uns heute von den litterarifchen Impressionisten selbst auf ber Bühne auf; oktroyiert werben will. Alles brängt hier zum Ziele: bie Entwicklung ber Charaktere unb mit ihr bie Handlung. Höchstens bie heitere Episobe ber ersten Vereinssitzung mag uns in ihrer unvermittelten Plötzlichkeit unb Raschheit als mit ber Hanblung zu lose verbunbeu scheinen, sie erweist sich aber nachträglich boch als notwenbig. Die Aufführung unter Herrn Basils Regie war im ganzen sehr gut. Der Verfasser kommt allen Darstellern burch feinen natürlichen Dialog sehr entgegen, sowie auch dadurch, baß er selbst noch bie kleinste Episodenfigur bankbar charakterisiert hat. Wir beglückwünschen ihn, daß er bie günstigen Erwartungen, bie wir nach seiner „Pflicht" hegen burften, mit bem neuen Stücke zu erfüllen begonnen hat, unb unser Schauspiel, daß es enblich einen wirklichen, mit durchaus ehNichm Mitteln erreichten Erfolg erleben burfte. — „DaS Recht auf sich selbst" ist bie nächste Novität beS Gießener StabttheaterS unb geht bereits am Mittwoch, bem 21. er., erstmalig in Szene. •• Bieberthalbahn. Die Betriebsangelegenheiten ber Bieberthalbahn werben nur burch bie zuständige Betriebsinspektion ber Allg. beutschen Kleinbahngesellschaft in Frankfurt a. M., Mainluststraße 13, erlebigt unb sind alle schriftlichen Anträge borthin zu richten. ** Gießener Pferdemarkt. Der gestern von unS erwähnte Gießener Pferbemarkt finbet nicht Dienstag den 10. April, fonbern Mittwoch ben 11. April statt. I wahr ist. Ich dachte, daß England immer die Redefreiheit I respektierte. Ich fürchte, daß dies nur dann der Fall I isi- wenn diese Freiheit dem Geschmack des Volkes ange- I paßt ist oder vielmehr der großen Masse schmeichelt." Wir fügen hier einen Bericht eines Dresdener Blattes I tnx- in welchem das Benehmen eines Teiles der in Dresden I wohnenden Engländer in die gehörige Beleuchtung ae- I rückt wird. Wir lesen daselbst: I "Die im britischen Unterhause gegebene Schilderung I per ^Schreckensherrschaft", der angeblich die Engländer I JJJ. Dresden ausgesetzt sein sollen, ist stark übertrieben. I Dre Einwohner Dresdens haben auch nicht einen Augenblick die kleinste Störung des friedlichen Zustandes unserer Stadt bemerkt. Von „schweren Mißhandlungen und Beleidigungen englischer Staatsangehörigen" hat man hier nichts vernommen. Die Dresdener Presse hat die Beschmierung der englischen Kirche entschieden gemißbilligt und ist dem herausfordernden Gebahren einiger Heißsporne scharf ent- ! gegengetreten. Sämtliche Dresdener Blätter haben übrigens heute zu den Ausfällen der „Times" Stellung genommen. Hier ist man nachgerade am Ende der Geduld gegenüber den frechen Provokationen der Engländer. Denn es ist eine Thatsache, daß sich Engländer am 27. Februar im Residenztheater in provozierendster Weise benommen und einem Teile des Publikums Ursache zu berechtigtem Aerger gegeben haben. An diesem Abend saßen eine Anzahl Engländer mit ihren Damen in einer Loge, sämtlich die Brust mit der englischen Flagge geschmückt. Das rief großen Un- willen beim Publikum hervor. Es ist ferner Thatsache, daß Engländer m einem hiesigen Varietee-Etablissement beim Erscheinen eines die Erstürmung eines südafrika- nischen Kopjes durch die Briten darstellenden Bildes sich wie Besessene benahmen und durch ostentatives Klatschen und Bravorufen einen die Empfindungen des Publikums im höchsten Grade beleidigenden Höllenlärm vollführten, aus den die emzig richtige Antwort der Hinauswurf dieser ungezogenen Patrone gewesen wäre — wenn der Dres- ?f"er "ur nicht so ur-„gemiedhlich" wäre! Wie man uns diese übel angebrachte Toleranz dankt, das zeigt sich ja jetzt in den Spalten der „Times", in denen der Versuch gemacht wird, Dresden und die Dresdener in schnödester Weise zu diskreditieren!" Fenster des ersten Stockwerks eine englische Fahne aus- aesteckt. Während der Nacht nun wurde diese Fahne heruntergeholt und zerrissen, und beleidigende Inschriften fanden sich auf der Thür des Hauses. In derselben Nacht waren alle Thürklopfer an den englischen Pensionen in der Stadt abgerissen. Da meiner zu stark war, begnügte man sich damit, die ganze Nacht damit zu klopfen. Die letzte Nacht hat man es noch besser getrieben; man hat gewaltsam versucht, in die englische Kirche einzudringen. Da man die Thüren nicht erbrechen konnte, steckte man Nägel in die Thürschlösser, so daß, als die Geistlichen am nächsten Morgen vor der Kirche ankamen, die Thüren erbrochen werden mußten. Es wurde ferner festgestellt, daß die Wände der Kirche mit roter Farbe und beleidigenden Inschriften beschmiert worden sind. Die englischen Damen selbst werden von der Straßenjugend mit Schneebällen geworfen, und man ruft ihnen das Schimpfwort „Buller" entgegen, die neueste Bezeichnung für die Engländer. Die sächsische Regierung, der man feit drei Monaten von diesen Vorkommnissen Anzeige gemacht tjat, scheint unfähig zu sein, sie zu verhindern." 3 Wie oben bereits milgeteilt, hat im Gegensatz zu der ' Behauptung des Herrn Majors der sächsische Minister des ' Auswärtigen bereits der englischen Regierung sein tiefes Bedauern über die Vorfälle in Dresdvn^ausgedrückr. Damit wäre in jedem anderen Lande-Mefe „Affaire" erledigt gewesen. In England jedoch muß die Sache noch einmal im Parlamente breitgetreten werden; denn der großbritannische Eigendünkel macht, wenn ihm jemand zu nahe tntftr2u5 Schneeball, der einmal einer steifleinenen englischen Miß versehentlich an die spitze Nase geflogen * ei"e" polttychkn Zwischenfall. Wie die „Dresdener Nachrichten" Mitteilen, hat die Dresdener Polizeibehörde sogar einen Polizeisergeanten nach dem englisch-amerika- nischen Klub geschickt, um die dort ausgehängte englische Fahne zu bewachen. Weiter kann man doch wirklich nicht gehen, als eine im eigenen Lande von Ausländern begangene Demonstration zu schützen. Dieses Heraushängen einer Flagge ist eigentlich eine Ungezogenheit. Ein Blick in deutsche Zeitungen muß augenblicklich jeden in Teutsch- . anwesenden Engländer darüber belehren, daß die Sympathien des deutschen Volkes auf Seiten der Buren , sieben- Es ist infolgedessen einfach Sache des Taktgefühls und der Klugheit, nicht durch eine ostentative Kundgebung 1 bie Stimmung des Volkes zu einer Aeußerung des Wider- herauszufordern. Wie wäre es wohl einem Deutschen in England ergangen, wenn er bei der Nieder- ^p'br Engländer bei Colenso sein Haus festlich beflaggt falls gehören solche Vorkommnisse lediglich in das Gebiet der lokalen Polizei und gehen die Diplomatie Nichts an. , «nbw«t d!i 8®»11' «<. Set S* ■ sw«! mW "tl”L gW* Sä' sjssfei LL'K ZS°D-- *‘^0. , FriM • , Süße" - ©rflnberg . 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M jqj charastennert ■ ünstigen SrlvarN * «itdm- ind unser SchG it durchaus ehr- ct, - .Das »i- vität des Si^ itS am ;'s an gelegt^'!' ch di- l*ti Sfthüw; 13, etlebifll * richt"- «%* 11 W? wirb d-r Ä -ührte in iftabt ^Äli 555 ?Ä «-»zfif ®" »irf” 5 Ä* ge- Ichrzahl nach in den 1840er und 1850er Jahren von ge. liiitnüßiaen Männern für die Gemeinden ihres Bezirks, d o unter deren Garantie gegründet, sind nicht mir aus Ur Initiative Privater hervorgegangen, sondern auch von tu gleichen Bevölkerungskreisen inzwischen verwaltet und ttiter entwickelt worden. Der wohl in den meisten Sta Inten dieser Sassen ausgesprochene Zweck war: »Der ländlichen Bevölkerung Gelegenheit zu geben, ihre Er parmsie ton kleinstem Betrage an jederzeit verzinslich und sicher an- plegen, und gleichzeitig das Sapitalbedürfms durch Darren aus gerichtliche Hypothek oder gegen Garantie der Gemeinde zu billigem Zinsfuß zu befriedigen." Dieser Zweck ist anerkannt befriedigenderweise stets erreicht worden. Unt uneigennütziger, kluger und vorsichtiger Verwaltung, -konnten sich die Sparkassen im Laufe von etwa fünfzig Mren aus bescheidenen Anfängen zu ganz bedeutenden . liftituten entwickeln, die für den kleinen und mittleren Üblichen Grundbesitz eine hauptsächliche Darlehenquelle, -für den kleinen und mittleren Kapitalisten eine bequeme unb sichere Spargelegenheit bilden. Dabei konnten durch sparsame, großenteils im Ehrenamt ausgeübte Verwaltung nicht nur ansehnliche Reserven angesammelt, sondern auch fürgemeinnützigeZwecke alljährlich erhebliche Summen den Kreisen, Gemeinden rc. zur Verfügung gestellt werden. So wurden z. B. in den Jahren 1876 bis 1896 zu wohltätigen Zwecken folgende Beiträge von den Sparkassen Nbet: In Erbach i. O Mk. ,, Friedberg „ Gießen „ Grünberg ,, Heppenheim ,, Langen „ Laubach „ Mainz (Land) . . . . „ Offenbach „ Oppenheim „ Seligenstadt „ Vilbel „ Zwingenberg 291000 Bon sämtlichen hessischen Sparkassen zusammen wurden Mk. 3 820 000 für gemeinnützige und wohlthätige Zwecke herg Kirchengesangs and) diejenige des Volksliedes ange- Itfleu sein läßt, veranstaltete gestern abend, in der Turn- Holle eine Abendunterhaltung, welche sehr zahlreich besucht tour, Die einzelnen Nummern des reichhaltigen Programms (Chöre, Duette usw.) kamen unter der trefflichen Leitung des Dirigenten, des Herrn Lehrers Roth, recht wirkungsvoll zur Ausführung und wurden mit großem Beifall ausgenommen. Auch das einaktige Lustspiel „Vetter Fritz" gefiel sehr gut, und die Darsteller ernteten lebhaften Ltpplaus. Die ganze Veranstaltung nahm einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf und bildete einen schönen und würdigen Abschluß der diesjährigen Wintervergnügungen in unserer Stadt. — Am Samstag kam die frühere Post, ein am Marktplatz gelegenes stattliches Gebäude, erbteilungshalber zur Versteigerung. Meistbietender blieb mit 20 100 Mark Herr Wollwarenfabrikant H. Schmidt. 0 Bleichenbach, 19. März. Ein Männliches Mitglied einer Hausiergesellschaft wurde vorige' Woche durch den hiesigen Polizeidiener Günther in einer Wirtschaft dahier verhaftet. Die Gendarmerie von Ortenberg fahndete schon einige Zeit auf den Inhaftierten und führte denselben geschlossen ins AmtsgerichlSgefängniS zu Ortenberg ab. △ Mainflingen, 19. März. Einen wohlverdienten Denkzettel erhielt vorgestern ein zu Offenbach beschäftigter Tagelöhner von hier. Derselbe hatte nämlich für einen erkrankten Kollegen in dessen Auftrag das Kranken« gelb einkassiert, aber diesem nicht abgeliefert. Diese sonderbare „Kollegialität" muß er jetzt mit 4 Wochen Gefängnis büßen, und das gewiß von Rechtswegen. )( Mainz, 19. März. Gestern sanden hier zwei Versammlungen statt, in welchen Protestresolutionen gegen die Lex Heinze gefaßt wurden. Die eine der Versammlungen war von sozialdemokratischer Seite einberufen und die andere war eine Versammlung der Buchdruckergehilfen, die sich mit der Beteiligung an der Gutenbergfeier beschäftigte und bei dieser Gelegenheit zum Schluß eine Resolution gegen die Lex Hemze faßte. — Nachdem die Lohnbewegung der Tischler, Kunst- und Bauschreiner 'vergangene Woche glücklich zu Ende gegangen, wollen jetzt die sogenannten Kistenschreiner in Lohnbewegung treten und haben durch ihre Lohnkommission folgende Forderungen aestellt: Einführung der neunstündigen Arbeitszeit mit Lohnerhöhung von 10 Prozent, Einführung eines Tarifs. Für Ueberstunden und Sonntagsarbeiv. dreiunddreißigeindrittel Prozent Lohnaufschlag. — Zum S t r e i k d e r T ü n ch e r. In einer Samstag abend stattgehabten Versammlung der Gehilfen wurde mit 207 Stimmen beschlossen, den Streik fortzusetzen. — In dem kommenden Etatsjahre haben die Protestanten hier eine Kom- munalkirchenfteuer pon zwei und zwei Zehntel Pfennig auf die Mark Steuerkaprtal zu zahlen. )( M ai n z, 19. März. Auf der Eisenbahnstrecke Mainz- Worms hat sich in der verflossenen Nacht in der Nähe der Station Nackenheim der bei dem 11. Pionierbataillon in Kastel dienende Pionier Klos IL, aus Kaub am Rhein gebürtig, von einem Schnellzug überfahren lassen. Die Räder des Zuges trennten dem Selbstmörder den Kopf vom Rumpfe. Erwiesenermaßen war Klos von Mannheim gekommen und in Nackenheim ausgestiegen, lieber das Motiv zu dem Selbstmord fehlen alle Anhaltspunkte. In den Taschen Klos fand man noch eine Barschaft von 50 Mark. — In der Schloßgasse, einer entlegenen Straße hier, spielte sich heute vormittag ein düsteres Familiendrama ab. Ein dorten wohnender Schuhmacher versuchte erst seiner Frau und dann sich mittelst einer Schusterkneipe den Hals abzuschneiden. Die Verletzungen von Mann und Fran, die beide in das Hospital verbracht wurden, sind lebensgefährlich. Der Thäter hat schon mehrfach Anfälle von Geistesstörung gezeigt. ' Aufruf! Fern im Südosten der österreichisch-ungarischen Monarchie an den Pforten des Orients, in Siebenbürgen, besteht seit 5 Jahren mit dem Sitze in Hermannstadt ein Verein Angehöriger des Deutschen Reiches, dessen Hauptzweck ist, seine Landsleute, welche aus den unteren Donauländern, der Türkei, ja oft aus Asien ihren Zug zurück nach der Heimat nehmen und meistens aller Geldmittel bar nach monatelanger Wanderung im elendesten Zustande an die Grenze Ungarns gelangen, aufzunehmen, zu verpflegen und ihnen die Mittel zur Weiterreise zu bieten Bor zwei Jahren hat dieser Verein den Grund zu einer Stiftung gelegt, welche unter dem Namen „Deutsche Stiftung" dazu dienen soll, in Hermannstadt einen Ort zu schaffen, wo diesen Zuzüglern vorüber« gehend Unterkunft und Verpflegung geboten werde. An diese Stiftung anschließend hat jetzt der Verein dm Plan entworfen, ein Vereinshaus zu gründen, welches dem Zwecke der „Deutschen Stiftung" und den Bedürfnissen des Vereins für gesellige Zwecke entsprechend den Namen „Deutsches heim und Deutsches Stift" trogen soll. Da aber der Aufbau dieses Vereinshauses Geldmittel erfordert, die der an sich kleine Verein, welcher alle seine Gelder nur der Unterstützung hilfsbedürftiger Landsleute zuwendel, nicht ohne weiteres aufzubringen im stände ist, wendet er sich vertrauensvoll an die mildthätigen Herzen der Landsleute in der Heimat/ mit der inständigsten Bitte, ihm in seinem Vorhaben, ein deutsches VereinShaus zu errichten, welches den notleidenden Brüdern eine^lhüerftanb, Freunden des Vereins, welche das schöne Siebenbürgen aufsuchen, einen Sammelplatz bieten wird, zu unterstützen, und mit zuhelfen an dem Aufbau einer Stätte des Wohlthuns und echter deutscher Geselligkeit. Geldbeiträge wolle man unmittelbar: An den Verein Angehöriger des Deutsche» Reichs in Hermannstadt (Ungarn) richten, doch dabei angeben, ob dieselben für das „Deutsche Heim" oder das „Deutsche Stift" bestimmt sind. Wer auf einmal mindestens 100 Kronen oder 85 Mk. dem „Deutschen Heim" oder dem „Deutschen Stift" widmet, wird Gründer des „Deutschen Heims" oder des „Deutschen Stifts" und als solcher auf einer im Vereinshause anzubringenden Tafel zu dauerndem Andenken und auch alljährlich im Jahresbericht des Vereins verzeichnet. Der Verein Angehöriger des Deutschen Reiches in den siebenbürgischen Teilen des Königreiches Ungarn zu Hermannstadt. Georg Meyer, Vereinsoorfland. — Kraftmehl-Suppe. 6 Personen Zubereitungszeit 20 Min. Man nimmt von Maggis Krastmehl-Suppe 3 Würfel ä 10 Pfg., zer» drückt dieselben, rührt mit kaltem Wasser zu dünnem Brei an, gießt langsam iVe Liter siedendes Wasser dazu, läßt bei kleinem Feuer 20 Minuten kochen, seiht die Suppe durch, läßt sie noch 10 Minuterr zugedeckt an warmer Stelle ziehen und giebt sie zu Tisch. (Sehr nahrhafte und leicht verdauliche Suppe.) HW Ä Kirchenplatz II. — Herrenkonfektion. — Anfertigung n. Maae in eigener Werkatä Da» Reinige« und Putze« der Oefe« in der Veterinäranftalt M für die Zeit vom 1. April 1900 116 zürn 81. März 1901 vergeben «trbtti. Reflektanten werben ersucht, che Angebote alsbalb bei der unterzeichneten Direktion einzureichen. Gießen, bett 19. März 1900. Großh. Direktion der Veterinäranstalt. Dr. Eichbaum. 2140 Hofguts- Berpachtrmg. Dar Fürstlich Solmr-Braunfels- sche Hofgut Riugelshauseu bei Hungen (eigene Gemarkung) ist sofort meu zu verpachten. Es enthält 1109 ha, darunter zirka 16 ha Wiesen. Lurch die im Gange btfindliche Felb- bttdnigung find die Ausmäüer der im Ganzen 122 ha großen Gemark- Uß aus dem Fürstlichen Besitz aus- Meden, so daß dieser vollständig tm nbiett ist. Weiter sind durch M Feldbereinigung bedeutende Me- lairationen herbeigesührt, insbesondere Qainage-Anlagen und Regulierung ta Wasserläufe und Gräben aus- zesührt. Wohnhaus und Oekonomie- Müde sind in gutem Zustand, llcherleitung ist auf dem Hofe vor« 6 anlien. Die Verpachtung soll von bim Fürstlichen Rentamt zu Hungen auf der Hand vorgenommen werden unb wollen Reflektanten, welche über Ihre Befähigung und ihre Vermögens- vnhaltniffe genügende Ausweise bei Bringen haben, sich spätestens bis M 1. April an das genannte Annmit wenden, wo die Pacht tebin gungen zu ihrer Kenntnisnahme affen liegen. 2B eitere Aufschlüsse werden von ■ blef:m Rentamt bereitwilligst erteilt. Braunfels, den 16. März 1900. Fürstliche Rmcknmmer. 2139 36) 243 der Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2134 Ver> Bonn Schutzmarke, Otto. 2110 Ikrlkigmuuu'ii 3 250 65 180 85 5051 Buchen-Scheit, Nadcl-Schrtt, Eichen-Knüppel, Nadel-Knüppel, Aspen-Knüppel, rm n M II N 3 24 7 136 2 6700 3600 54 nachverzeichnetes Holz zur steigerung: Hohversteigerung. Donnerstag den 22. März l. IS., vo« vormittags 9 Uhr au, kommt im Beuerner Gemeinde- walb in verschiedenen Distrikten Hotzversteigerung rm Gjkßkmr Stflbtwolb. Montag de« 26. März 1900, vormittags 9l/t Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadt wald im Distrikt Waldshute versteigert werden: Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünfhausen. Beuern, den 17. März 1900. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Durchforstung). Die Zusammenkunft ist auf Licherstraße an der 1. Schneise. Gießen, 19.. März 1900. Buchen-Wellen (1. Durchforst.) Nabel-Wellen, rm Nabel-Stöcke. in Packeten zu 60, 70, 75, 80, 85, 90 und 95 Pfg. das */> Pfund mit Taschentücher Zugabe empfiehlt in stets frischer Röstung nso Hrch. Wallach Gießen Seltersweg 62 Seltersweg 62. 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