M. 246 Zweites Blatt. Samstag den 20 October 150. Jahrgang LVOO Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg,, auSwürtS 20 Pfg. Bezugspreis viertcljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestellen viertcljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertcljährl. mit Bestellgeld. Hrjcheiut täglich hui ÄuSnaKuic des Montag«. Die Gießener KamtlienSlätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wüchtl. 4 mal brigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. und Anzeigeblatt fflt den Ureis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten wird der von der Hammstraße nach der Neumühle führende Weg von Montag dem 22. l. MtS. ab auf einige Tage für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 19. Oktober 1900. Grvßherzogliches PoUzeiamt Gießen. Hechler. Handelsverträge und Getreidezölle. Mit den Arbeiten für die Vorbereitung des neuen deutschen, Zolltarifs hat auch, der Kampf der widerstreitenden Interessen begonnen und wird leider von Monat zu Monat leidenschaftlicher und erbitterter. Vergegenwärtigen wir uns zunächst kurz den Gang der bisherigen Arbeiten. Auf eine am 10. September 1897 an den Reichskanzler gerichtete Eingabe wurde durch dessen Verordnung vom 25. September 1897 der wirtschaftliche Ausschuß gebildet. Dieser besteht aus den Vertretern der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie, und wurde von Delegierten des deutschen Landwirtschaftsrates, des deutschen Handelstages und des Zentralverbandes deutscher Industrieller gebildet. Er steht in engsten Beziehungen zum Reichsamt des Innern, und es ist ihm ganz allgemein die Vorbereitung und Begutachtung handelspolitischer Maßnahmen überhaupt übertragen worden. Die erste Arbeit des wirtschaftlichen Ausschusses war nun die P r o d u k t i o n s - S t a t i st i k f ü r das deutsche Reich, ein für die Handels- und zollpolitischen Verhältnisse außerordentlich wichtiges Werk. Daran reihte sich der Entwurf einer neuen Anordnung des deutschen Zolltarifs, des sogenannten Tarifschemas. Dagegen hat die F e st st e l l u n g der Zollsätze, die das Reichsamt des Inner« in Verbindung mit dem Wirtschaftlichen Ausschüsse zu besorgen hat, bis heute noch nicht st a t t g e - fun d e n. Neben der Thätigkeit des Wirtschaftlichen Ausschusses geht nun die der oben genannten drei Interessentengruppen, her. Allen voran ist mit seinen Arbeiten der Zentral-Ver- baud deutscher Industrieller. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat dessen Direktorium für den Abschluß neuer Handelsverträge den Grundsatz aufgestellt, daß dieser Abschluß auf eine thunlichst lange Zeit dringend nötig sei, und ferner den, daß bei dem Abschlüsse den Gewerben jeder Art der nach, Maßgabe ihres Bedürfnisses und nach den Interessen des Gemeinwohles zu bemessende Schutz erhalten oder gewährt werden muß. Dagegen hat das Direktorium des Zentralverbandes noch keine Stellung zu der Frage genommen, ob die neuen Handelsverträge aus Grund eines Doppeltarifs (Maximal- und Minimaltarif) oder auf Grund eines einfachen Tarifs abgeschlossen werden sollen. Es leuchtet auf den ersten Blick ein, daß mit dem Grundsätze : es soll den Gewerben jeder Art nach Maßgabe ihres Bedürfnisses und nach den Interessen des Gemeinwohles Schutz gewährt werden, solvohl alles wie nichts zu mache« ist. Wollte man jeden Wunsch berücksichtigen, jo wurden damit zahllose Interessen verletzt werden. bin sehr sorgsames Abwägen der einzelnen Wunsche und Bedürfnisse. Bis in die höchsten Kreise hin- ein lst die Erkenntnis gedrungen, daß die Landwirtschaft ber dem Abschluß der letzten Handelsverträge vorzugsweise die Kosten getragen hat, und daß sie deshalb bei ^ouregelung unserer Zoll- und Handelsverträge besser gestellt werden muß, als bisher. Noch vor wenigen Tagen führten bie „Berk. Poltt. Nachr.", die mit dem Finanz- mimster v. Miquel gute Fühlung haben, aus- I« früherer Zett ist die Fürsorge des Staats der Landwirt schäft in ungleich! geringerem Maße teil geworden als anderen Erwerbszweigen. Es gilt daher, jetzt durch intensive Förderung der landwirtsch,aft- l i ch e n Produktion den Ausgleich gegenüber der früheren Vernachlässigung herbeizu- f ü hre n". , Das braucht aber durchaus nicht auf Kosten der andern Erwerbszweige zu geschehen. Denn bei allem Wohlwollen für die Landwirtschaft und obgleich wir von ihrer hohen staatserhaltenden Bedeutung fest überzeugt und völlig durchdrungen sind, würden wir cs doch für einen verhängnisvollen Fehler halten, sie aus Kosten der Industrie zu bevorzugen. Tas verlangt sie aber a u ch s e l b st nicht; sie will nur, wie das zum Ueberdruß häufig schon ausgeführt ist, künftig die gleichen Vorteile genießen, wie die Industrie. Und das ist doch wahrlich nicht zu vcel verlangt! Umgekehrt würde es auch grundverkehrt w a TV« Chancen auf die Karte der Industrie zu setzen, -was sollte dann bei Rückschlägen werden- Da würde ja die Arbeitslosigkeit einen Umfang annehmeu, der unser ganzes Staatswesen gefährdete. Nein, es bleibt dabei, wie es Fürst Bismarck so oft und so klar dargelegt hat: Landwirtschaft und Industrie sind aufeinander angewiesen in Deutschland. Was braucht und verlangt nun die Landwirtschaft? In sehr übersichtlicher Weise hat auf dem praktisch-sozialen Kursus in Köln der Abg. Herold, ein Mitglied des Zentrums und Landwirt im Münsterlande, die Notlage und die Mittel, die zu ihrer Beseitigung dienen sollen, dargelegt. Besonders schwer drückt auf die Landwirtschaft ihre Verschuldung; in 10 Jahren ist diese von 23,59 auf 29,14 Prozent des Grundsteuerreinertrages gestiegen. Der Pachtzins ist bedeutend gefallen, trotzdem aber für die heutigen Produktionsverhältnisse noch viel zu hoch. Wie es mit der Grundrente steht, ergiebt sich daraus, daß bei 50 Prozent der bäuerlichen Wirtschaften von Grundrente überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann. Worin hat dieser furchtbare Rückgang seinen Grund? Die Produktionskosten, besonders die Löhne, sind gestiegen, die Preise sind zurückgegangen. (Und trotzdem drücken die hohen Löhne die Landwirtschaft noch nicht einmal so sehr, wie der Arbeitermangel.) Der Grund für die niedrigen G e t r e i d e p r e i s e ist die Konkurrenz der Länder, die billiger produzieren, als Deutschland; und deren Konkurrenz wird durch die billige Seefracht noch gefördert; kostet doch der Transport eines Doppelzentners Weizen von Amerika nach Europa nur 90 Pfennig! Solche Transportkosten reichen natürlich nicht aus, um die billige Produktion dort mit der imsrigen auszutzleichen. Deshalb müssen zum Ausgleich die Ge- treioezölle dienen. Jedenfalls muß die Einfuhr beschränkt werden, teils durch Hebung der heimischen Produktion, teils durch Erschwerung der ausländischen Konkurrenz. Ucber die Z o l l h ö h e schon bestimmte Vorschläge zu machen, ist schwer. Herold sagt: Ein Preis, den der Landwirt für einige Rentabilität beanspruchen kann, ohne daß er den Konsumenten irgendwie bedrückt, sind 20 Mark für den Doppelzentner Weizen und 16 Mark für den Doppelzentner. Roggen. Da nun in den Jahren 1893 bis 1899 der Weizen durchschnittlich 15,51, der Roggen 13 Mark kostete, also hinter dem eben genannten Normalpreise um 4,49 bezw. 3 Mark zurückgeblieben ist, müßte der bisherige Zoll von 3,50 Mark für den Doppelzentner nm 4,49 bezw. 3 Mark erhöht werden, also auf 7,99 Mark für Weizen und auf 6,50 Mark für Roggen. Dabei ist dann sogar noch angenommen, daß der ganze Zoll der Preissteigerung zu gute kommt, das ist aber nicht der Fall. Unter diese Sätze würde aber der neue Getreidezoll kaum heruntergehen dürfen. Die Frage, ob Weizen und Roggen verschiedenen oder,> wie bisher, gleichen Schutzzoll erhalten sollen, lassen wir dabei ganz aus dem Spiele. Von anderer Seite ist gefordert worden als einheitlicher Satz im Miniinaltarif ein Zoll von 7,50, im Maximaltarif ein solcher von 10 Mark; das ist etwas höher. Doch wollen wir uns, wie gesagt, über die Höhe jetzt noch nicht den Kopf zerbrechen. Daß der Gctreide- zoll erhöht werden muß und wird, darüber besteht ja eigentlich nirgends mehr ein Zweifel. Politische Tagesschau Generalmajor v. Lieber!, der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, gegen den die bekannten Beschuldigungen in der Presse erhoben worden sind, erschien Dienstagabend im Stuttgarter Kolonialverein und gab auf verschiedene Anfragen aus dem Verein über die in Deutsch-Afrika herrschende« Verhältnisse ausführliche Auskunft. Gegenüber den ihm gemachten schweren Vorwürfen bemerkte Liebert: Es sei nickst wahr, daß er die Hüttensteuer mit Blut und Mord eingetrieben habe. In Nhassa sollen allerdings Streitigkeiten entstanden und ein Dorf abgebrannt sein, allein da sei er machtlos gewesen, weil der Vorfall sich 40 Tagereisen von seinem Wohnsitze zutrug. Die Verantwortung fällt auf die uutergeordneten Organe. Die falsche Nachricht, daß 2000 Menschen wegen der Hüttensteuer niedergemetzelt seien, sei vielleicht dadurch entstanden, daß der durch seine Milde bekannte Hauptmann Johannes eine Strafexpedition unternehmen mußte. Die Station Massi sollte von einem Negerstamme überfallen werden. Das Komplott wurde indes verraten. Bei vier hierauf veranstalteten Expedition seien einige hundert Menschen niedergemacht worden. Solche Dinge kämen stberall vor, wo Kultur und Unkultur zusammenstoßen. Das Vorgehen des Hauptmannes Johannes könne er unbedingt vertreten. Gegenüber den gegen ihn erhobenen Beschuldigungen habe er ein absolut reines Gewissen, er sei neugierig, zu erfahren, wie diese Beschuldigungen vor Gericht vertreten werden würden. Der Bund der Landwirte veröffentlicht sein Programm für die württembergische Land t a g s w a b l, das lediglich wirtschaftliche Forderungen enthält und die nachdrücklichste Berücksichtigung des Mittelstandes verlangt. Ein großer Teil der Forderungen des Programms ist von d^en anderen Parteien bereits aufgestellt worden. Das Programm verlangt die Abschaffung oer Ertragsteuern und die Einführung der Einkommen- und Vermögenssteuer. Ferner starke Besteuerung der Aktien-Gesel'lschaften, Warenhäuser, Großbrauereien usw., finanzielle Erleichterung der Gemeinden, Sparsamkeit im Staatshaushalt, Landwirtschaftskammern, sowie sonstige Mittel zur Förderung landwirtschaftlicher Interessen, Erhaltung der Selbstverwaltung, schließlich kräftige Vertretung der Landwirtschaft und des Mittelstandes durch die Landesregierung bei der Reichsgesetzgebung und im Bundesrat zum Schutze des Getreides, Weines, Hopfens und der Viehzucht gegen das Ausland, sowie gegen den unlauteren Wettbewerb durch Kunstprodukte. Ferner die bessere Wahrnehmung aller landwirtschaftlichen Interessen beim Abschluß neuer Handelsverträge. Am 11. November soll eine allgemeine Landesversammlung des Bundes stattfinden. Auf dem vom deutschen Centralverein in Washing- t o n veranstalteten Feste zur Erinnerung an den Jahrestag der Ankunft des ersten deutschen Kolonisten i n A m e r i J a wurde ein Brief des Botschaftssekretärs Freiherrn Speck von Sternburg verlesen, worin es heißt, die Freundschaftsbande, die Deutschland und die Vereinigten Staaten vereinen, feien durch die Regelung der Dinge aus Samoa und den Karolinen noch befestigt worden. Beide Mächte seien überall Bannerträger der Civilisation und gehen auch in China zusammen. Staatssekretär Hay und Graf Bülow seien die ersten weitsehenden Staatsmänner, die in klaren Worten die zu verfolgende Politik anzeigten. Ihre Botschaften seien fast gleichlautend. Deutschland und die Vereinigten Staaten zusammen seien für die Welt eine Garantie des Friedens, der Bewahrung des Handels und der Civilisation. Der Krieg i« China. Für die Stellung Deutschlands in China und für sein Verhältnis zu den Chinesen sowohl wie zu den durch die Wirren in Mitleidenschaft gezogenen Mächte konnte die deutsche Kanzlerkrisis schlechterdings keine bessere Lösung finden, als sie durch die Ernennung des Grafen Bülow zum Nachfolger des Fürsten Hohenlohe gefunden hat, und wenn lediglich die chinesischen Dinge in Betracht gekommen wären, so möchte man selbst so weit gehen, zu behaupten, daß gar keine andere Lösung möglich gewesen wäre. Denn dadurch, daß nun der Träger der auswärtigen Politik Deutschlands, auf dessen persönliches Eingreifen die deutsche Haltung in der ostasiatischen Krise allgemein zurückgeführt wird, an die höchste Stelle im Reich aufrückt, ist der Schein vermieden, als ob ein Schwanken und eine Unsicherheit in die Haltung Deutschlands gekommen sei, und allen, die etwa geneigt gewesen wären, diesen Schein für ihre Zwecke auszubeuten, ist der Vorwand dazu genommen. Die Lösung, die Kaiser Wilhelm offenbar schon gefunden hatte, als der unabänderliche Entschluß des Fürsten Hohenlohe, von seinem Posten zurückzutreten, bekannt wurde, deutet vielmehr daraus hin, daß Deutschlands Politik in China in derselben sachlichen, alle Interessen gerecht abwägenden Weise fortgeführt werden wird wie bisher, und das Vertrauen, das Gras Bülow sich grade durch diese seine Handhabung der Dinge erworben hat, bietet auch eine Gewähr dafür, daß den übrigen Mächten, die in China eine ehrliche und gründliche Politik verfolgen, seine Ernennung willkommen sein wird. Wer auch unter ihm als Staatssekretär die Zügel der auswärtigen Politik ergreift, die Person des neuen Reichskanzlers verbürgt uns, daß wir auch in China unfern Platz an der Sonne, wie einer seiner schon zum geflügelten Wort gewordenen Aussprüche lautet, behaupten werden, ohne uns in Abenteuer zu verlieren. Auch die Chinesen, die für die Beurteilung von Persönlichkeiten und ihres Einflusses eine feine Empfindung haben, werden die Bedeutung dieser Wahl bald erfassen. Inzwischen ist aus Peking gemeldet worden, daß der angebliche Erlaß des Kaisers von China, worin er die Bestrafung einer Anzahl hervorragender Würdenträger ankündigt, und an den die deutsche Note über die Prüfung dieser Strafen durch das diplomatische Korps in Peking anknüpste, eine Fälschung sei. Es sei daran erinnert, daß die Note des Grasen Bülow damals schon einen Vorbehalt in Bezug auf die Echtheit des Erlasses machte, und wenn es auch zu bedauern ist, daß der chinesische Hof immer noch nicht zu einer besseren Einsicht gelangt ist, so ist es doch für die Bedeutung jener deutschen Note im Grunde Südafrikanisches. „Daily Mail" veröffentlicht ein langes Telegramm aus Marseille, das mitteilt, Dr. Leyds habe ab' c macht, daß Krüger in Marseille lande. Ferner wird i i dem Telegramm mitgeteilt, Leyds und die Buren Delegierten im Haag glaubten, Frankreich und Rußland würden dafür intervenieren, daß Transvaal einen hohen Grad von Autonomie unter strenger Aufsicht und Oberhoheit Englands erhalte, vorausgesetzt, daß der Deutsche Kaiser diese Intervention billige oder dulde. Der Besuch des Dr. Leyds bei Lippert und Wörmann sei in dieser Beziehung von Bedeutung gewesen. Nach einer Depesche des „Daily Telegraph" aus Lourenzo Marquez nimmt das holländische Kriegsschiff „Gelderland" nur langsam Kohlen ein und es wird nicht vor Montag abfahren- Deutsches Reich. Berlin, 18. Oktober. Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Heinrich, der Kronprinz und alle in Homburg anwesenden Prinzen mit gesamtem Gefolge fuhren heute nachmittag 2 Uhr mit der elektrischen Bahn von Homburg nach der Saalburg. Sodann fuhren der Kaiser und die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Heinrich nach Schloß FriedrichShof. Die übrigen Prinzen nebst Gefolge fuhren wieder nach Homburg. DaS Kaiserpaar und das Prinzenpaar Heinrich kamen um 5 Uhr von der Saalburg auf Schloß FriedrichShof an und nahmen am Thee teil. Das Prinzenpaar Heinrich, das morgen nach Kiel zurückkehrt, verabschiedete sich von der Kaiserin Friedrich. Um 6iI* Uhr kehrten die Fürstlichkeiten nach Homburg zurück. — Um 7 Uhr 38 Min. traf der Kronprinz hier ein und begab sich ins Schloß. — Heute vormittag 11 Uhr wurde in Gegenwart des Kaiserpaares Prinz Adalbert durch Garnisonpsarrer Hoene unter Assistenz des Oberhos- predigers D. Dryander eingesegnet. Die Feier ging im engsten Familienkreise vor sich. Es nahmen Teil die hier anwesenden Mitglieder der kgl. Familie und Würdenträger; aus Friedrichshos waren Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe und Baron Reichach eingetroffen. — Der Kriegsminister v. Goßler trifft morgen abend 11 Uhr 8 Min. hier ein. — Fürst Hohenlohe reiste um 3 Uhr von hier ab. Er gedenkt sich nach München usw. zu begeben, um sich von den süddeutschen Höfen zu verabschieden. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen betreffend Ergänzung der Vorschriften des § 1 der Bekanntmachung vom 11. Dezember 1896 über die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel und die Außerkurssetzung der Vereinst Haler österreichischen Gepräges den zuständigen Ausschüssen. Er erteilte dem Bericht des 7. und 9. Ausschusses über den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen betreffend Verwaltung der Land es sch ulen die Zustimmung. Ueber i den Antrag betreffend Wiedervorlegung der Entwürfe einer Seemanns-Ordnung, des Gesetzes betreffend Ver- vflichtung der Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heim- zuschaffender Seeleute, des Gesetzes betreffend Stellenvermittlung für Schiffsleute, und des Gesetzes betreffend Abänderung der seerechtlichen Vorschrift en des Handelsgesetzbuches an den Reichstag soll in einer der nächsten Sitzungen abgestimmt werden. — Ein Torpedoschießplatz soll nach der „Voss. I Ztg." in der Flensburger Föhrde errichtet werden nach dem I Muster der in Friedrichsort bestehenden. Eine Anlage viel größeren Stils soll in der Wiker Bucht der Kieler I Föhrde ins Leben gerufen werden. Dort soll ein Tor- I vedobootshafen erbaut werden, groß genug, um zehn Divisionen aufzunehmen. Der Hasen werde nicht nur mit Werft- und Werkftätteuanlagen für die Reparatur versehen, sondern es werden auch Mechanikerwerkstätten und solche für Schiffs- und Maschinenbau aus der neuen Anstalt I erstehen. „ , _ . — Bei der ReichStagswahl in Wanzleben find I bis jetzt gezählt für Schmidt 5166, Gerlach 6048, v. Kotze 3751 Stimmen; bei der Reichstags-Ersatzwahl in I Rathenow für v. Loebell 7067, Bode 3426, Pöus I 9511 Stimmen. Drei kleine Ortschaften fehlen noch. Eine belanglos, ob der Erlaß echt war oder nicht, denn sie bezweckte vor allem, über die Bestrafung selbst, ihre Art und tne Form ihrer Vollstreckung eine Einigung unter den Mächten herbeizuführen. Diesen Zweck hat sie erreicht und seitdem hat die Einigkeit unter den Mächten erfreulicherweise nicht nur standgehalten, sondern ist, obwohl Russen und Amerikaner ihre Absicht ausgeführt und ihre Truppen von Peking zurückgezogen haben, sogar zusehends gekräftigt worden. Als eine besonders wertvolle Betonung dieses Einvernehmens darf es auch betrachtet werden, daß die russische Regierung dem Gesandten v. Giers Weisung erteilt hat, nach Peking zurückzukehr'en. In Peking weilen bekanntlich auch die beiden vom Kaiser von China zu den Verhandlungen bevollmächtigten Vertreter Tsching und Li-Hung Tschang, so daß die Verhandlungen auf der von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Grundlage vermutlich ihren Anfang nehmen werden, sobald das diplomatische Korps wieder vollzählig in der chinesischen Hauptstadt versammelt sein wird. Ein Telegramm aus Peking vom 12. meldet: Tie internationale Expedition nach Paotingfu geht heute unter dem Oberbefehl des britischen Generals Gaselce ab. Sie besteht aus 1200 Deutschen, ostasiatischer Infanterie, Marine-Infanterie und einer Feldbatterie, ferner nehmen Italiener, Engländer und Japaner teil. Die Dauer des Vorstoßes ist auf drei Wochen berechnet. (Bekanntlich ist eine andere Kolonne von Tientsin abgegangen, deren französische Vorhut angeblich bereits Paotingfu, ohne Widerstand zu finden, besetzt hat.) Wie toem „Daily Telegraph" aus Kanton vom 16. gemeldet wird, sollen die kaiserlichen Truppen Huitschan wieder genommen haben. Tie Aufständischen hätten eine schwere Niederlage erlitten, sie seien nach Osten geflohen und würden von Admiral Ho verfolgt. Eine in Washington eingegangene Depesche aus Peking vom 15. ds. besagt, daß im Norden von Peking sich eine erneute Thätigkeit der Boxer bemerkbar mache. Die kaiserlichen Truppen wollen im stände sein, die Banden niederzuwerfen. Nach Privatmeldungcn aus Nanking sind von den 2500 Mann Truppen, die General Liu von jenem Ort fortnahm, um als Bewachung des Kaisers Kuangsü zu dienen, 1500, nachdem sie den Jangtse überschritten haben, desertiert. Eine andere Truppenabteilung von 2500 Mann verließ zu demselben Zwecke Kwantung, aber auch von diesen sollen viele davongelaufen sein. Aus Kan to n wird gemeldet, daß die Aufständischen unter Sunyatsen am letzten Montag die Stadt Huitschan am Ostflusse eingenommen hätten. Admiral Ho hat mit | der Hauptmacht Samtschun am 17. morgens verlassen, um I die Aufständischen zu verfolgen. Er ließ 250 Mann I Kluppen zum Schutze Samtschuns zurück. Nach dieser I Meldung zu schließen, scheint also die Nachricht, daß I die kaiserlichen Truppen Huitschau bereits zurückerobert I hätten, verfrüht gewesen zu sein. Aus Shanghai wird gemeldet: Prinz Tuan tele- I graphierte den Mandarinen und Gilden in Shanghai, der I Hof sei jetzt in Sicherheit. Er ermahnt sie, Geduld zu | haben. Wenn der Peiho gefroren sei, werde die Kälte I die Verbündeten im Norden decimieren und das Fallen I des Jangtse werde bewirken, daß derselbe nur für kleine I Kanonenboote passierbar sein werde. Tuan dringt darauf, I daß die Arsenale in beständiger Thätigkeit bleiben und daß | ixder bereit ist, wenn der Augenblick kommt, alle Aus- I länder zu töten. r Der „Central News" wird aus Shanghai telegra- I phiert: Eine Nachricht aus H a n k a u besagt, daß Chang- d) i»t u n g, der Vizekönig von Hupeh, der den | Ausländern freundlich gesinnt war, den Befehl erhalten I hat, seinen Posten zu verlassen, sich nach Singanfu I zu begeben und sich dem Hof zur Verfügung zu stellen. I Diese Nachricht ist offiziell noch nicht bestätigt, die Kon- I ^uln ziehen aber ernste Folgerungen daraus. Sie meinen, I Chang-chi-tungs Entlassung sei em Manöver, um die Ein- I tracht zwischen den Vizekönigen des Südens zu beseitigen. I Ein Telegramm desselben Blattes aus Shanghai I berichtet ferner, eine chinesische amtliche Depesche aus I Paotingfu vom 13. Oktober meldet, daß verschiedene I hundert Mann Kavallerie unter einem französischen I General an dem genannten Tage dort ankamen. Ter I Kommandant hatte eine Unterredung mit dem Schatzmeister I der Provinz und kündigte feine Absicht an, die französische Fahne auf den vier Ecken der Stadtmauer aufzupflanzen. Der Schatzmeister verweigerte dies, wenn nicht auch die Drachenfahne aufgepflanzt würde. Die französische Truppe I wollte dann in die Stadt einziehen, der Schatzmeister erklärte aber, das sei gegen die vorherige Abmachung. Damit endete "die Sache. Die englischen und deutschen Truppen wurden stündlich erwartet, als die Depesche abging. Die Konsuln in Shanghai beschlossen einstimmig, den ausländischen Truppen zu verbieten, in Zukunft die europäischen Niederlassungen zu verlassen, | wenn nicht die chinesischen Behörden zustimmen. Die kürz- 1 lichen Truppenübungen außerhalb der Niederlassungen waren ein Bruch der Verständigung mit den Vizekönigen. » '* Telegramme des Gieheuer Anzeigers. London, 19. Oktober. Aus Shanghai wird gemeldet, daß der Auf st and in den südlichen Provinzen Chinas an Ausdehnung den im Norden bei weitem übertreffe. London, 19. Oktober. Nach einer Pekinger Meldung ist der französische General Voyron dort eingetroffen und von den französischen Truppen empfangen' worden, die ihm militärische Ehren erwiesen. Die übrigen Mächte waren beim Empfang nicht vertreten. Im Hofe des kaiserlichen Palastes Abergab per General pen französischen Truppen die Fahnen, die ihm für das französische Expeditionskorps in China seitens des Präsidenten vor seiner Abreise in Frankreich überreicht worden war. Ter General richtete bei dieser Gelegenheit an die Truppen, deren Gesundheitszustand übrigens befriedigend ist, eine kurze Ansprache. London, 19. Oktober. „Daily Mail" meldet aus Petersburg: Die russische Regierung hat ihrem Vertreter in Tientsin befohlen, L i -Hung-Tschang mitzuteilen, daß Rußland die Mandschurei besetzt halten werde, bis die gesamte S ch a d e n e r s a tz s u m m e seitens der chinesischen Regierung bezahlt worden sei. Der russische Geschäftsträger erhielt außerdem die Anweisung, die Zurückziehung sämtlicher ch i n e fisch e r T r u p p e n aus der Mandschurei und die Schleifring der dortigen Festungen zu verlangen. Rußland soll nunmehr die Absicht hegen, seinerseits Festungen an der chinesischen Grenze zu errichten. London, 19. Oktober. Nach einer Meldung der „Daily News" wird der chinesische Hof, selbst wenn Peking von den internationalen Truppen gänzlich geräumt werde, in Singanfu bleiben. Diese Stadt sei nunmehr die Residenz des Hofes. Washington, 19. Oktober. Der Staatssekretär H a y hat seine Antwort auf die zweite französische Note abgesandt. Die französische Regierung nimmt, wie die Antwortnote ausführt, für den Beginn der Friedensverhandlungen Li-Hung-Tschang schon jetzt als Vermittler an. Washington, 19. Oktober. Der amerikanische Gesandte Conger berichtete, daß Prinz Tsching und Li-Hung-Tschang gewisse Grundlagen für die Friedensverhandlungen vorgeschlagen haben. Li-Hung- Tschang machte angeblich "den Vorschlag, einem internationalen Ausschüsse die ch i n e s i s ch e Zollverwaltung zu über weis en. Bier Großmächte haben angeblich den Vorschlag Li-Hung-Tschangs gebilligt. Der Stichwahl zwischen dem Konservativen Loebell und dem Sozialdemokraten Pöus ist erforderlich. $re8Jei.b 18, Oktober. Der Hosbencht meldet: Der König schlief vergangene Nacht gut. Das Befinden ist heute ein wesentlich besseres. Auch die Nervenschmerzen am linken Bein haben abgenommen. New Jork, 18. Oktober. Der Korrespondent des „New Jork Herald" in Rio de Janeiro meldet: Italiener Angelo Manetti, bekannt als Freund der Mörder Carnots und Humberts, wurde verhaftet unter der Anschuldigung, an einem Komplott zur Ermordung, Wes Präsidenten von Brasilien beteiligt Ausland. Stockholm, 18. Oktober. Der rrustand des Königs ist heute unverändert. 01 $ London, 18. Oktober. Infolge Intervention der Londoner Handelskammer behufs Beilegung des Hafen- a r b e i t e r a u s st a n d e s erklärte sich der Bund der Auslader bereit, einen Teil der strittigen Punkte der Entscheidung der Londoner Handelskammer zu unterbreiten, und sobald diese Entscheidung gefallen ist, sofort die Arbeit wieder aufzunehmen. Die andern Streitpunkte sollen durch Spruch der schiedsrichterlichen Kommission erledigt werden. Haag, 18. Oktober. Tie Königin und ihr Verlobter, Herzog Heinrich von Mecklenburg-Schwerin, kommen am Samstag auf einen Tag hierher. Paris, 18. Oktober. Ter Kriegsminister Andre zog die Verordnung Galliffets zurück, welche die regierungsfeindlichen Zeitungen in den Offizierkorps verboten hatte; gleichzeitig macht der Minister jedoch die Korpskommandanten dafür verantwortlich, daß die neue Freiheit nicht zu politischen Kundgebungen benützt wird. Den Unteroffizieren und Soldaten bleibt die Lektüre der Oppo- fitionsblätter auch fernerhin untersagt. Lissabon, 18. Oktober. Der Finanzminister An- drade dürfte seine Demission einreichen. Grund ist, daß seine Finanzpläne von dem Ministerpräsidenten nicht gebilligt werden. Voraussichtlich wird sein Nachfolger der Marineminister Teixeira Sousa. — Die Offiziösen dementier e n die Gerüchte betr. eine M i n i st e r k r i s i s. Madrid, 18. Oktober. Die Königin-Regentin unterzeichnete die Ernennung des Generals Linares zum Kriegsminister und Azearragas zum Senatspräsidenten. — Die Cortes werden am 20. November zusammentreten. Wien, 18. Oktober. Ter deutsche Botschafter Eulenburg ist wieder hier eingetroffen. Budapest, 18. Oktober. Im Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses antwortete Szell aus einer Anfrage des oppositionellen Abgeordneten Komjathy betreffend China, die österreichisch-ungarische Monarchie habe in China Interessen und konnte sich von der Aktion der Mächte nicht ausschließen. Hinsichtlich des Maßes der Teilnahme an der Aktion schlug der Minister des Auswärtigen den richtigen Mittelweg ein. Bukarest, 18. Oktober. Tie Kammern werden nach Votierung der neuen Zuckersteuer und einer Gesetzvorlage zu Gunsten der Dörrobsterzeugung spätestens am Samstag geschlossen und am 28. November zur ordentlichen Tagung neuerdings einberusen. Alle Auflösungs- gerüchte sind gegenstandslos. Sofia, 18. Oktober. Durch einen heute erschienenen Ukas wird der über mehrere Bezirke wegen her RUhe- störungen anläßlich der Zehnten-Einhebung verhängte B e- l a g e r u n g s z u st a n d aufgehoben.^— Ein weiterer Ukas ordnet die Einberufung der Sobranje auf den 31. Oktober an. zu sein. Das Befinden der Kaiserin Friedrich. Berlins 18. Oktober. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Der vom heutigen Tage datierte ärztliche Bericht über bas Besinoen der Kaiserin Friedrich besagt: Iw Verlaufe der letzten Tage trat eine erfreuliche Besserung em. Das Herzt kräftigte sich, der Puls wurde regelmäßiger und voller Der Lungenkatarrh nimmt langsam ab. Freoer besteht nicht mehr. Die Nahrungsaufnahme hebt sich und bannt bei' aesamte Kräftezustand. Eine langsam fortschreitende ff «Ä icheren Garantie gegen gefährliche Zwischensalle und einer arätzeren Widerstandsfähigkeit gegen die andauernden Schmerlen erwünscht wären. Ihre Schwache erlaubt den ^mäßigen Empfang auch der allernächsten Angehörigen ncuh nicht" Die wenigen zugelassenen Be,uche müssen auf die allergeringste Dauer beschränkt werden. Die arzt- lichen Bulletins werden täglich nach Homburg v. o. y., nach England und an die übrigen nächstverwandten Hoch telephoniert und telegraphiert. Der Oefsentlichkeit w den sie jedoch mit der größten Strenge t,0.re"^alt™r' weil die Ausgabe von offiziellen Bulletins durch den Stand der Dinge nach wie vor nicht bedingtsei..Die^Stim gegebenen offiziellen Nachrichten, einiger TTÄÄX"' AÄ näi SÄ darübe/ verlautet nW derart, daß eine entscheidende unmittelbar zu erwarten Ware. Wendung mit Sicherheit Eventualitäten für ausge- Mossen^zu halten, ^übertriebenen Befürchtungen dürfte nTrhi-una ebensowenig Anlaß vorliegen, wie zu allzu üinauiniscken^ Hoffnungen. Die Kaiserin selbst soll guter kluveriickt sein. Heute ist für sie ein Tag wehmntiger Erinnerung der Geburtstag des Kaisers Friedrich, und Nerlobunastag. Ob die Kaiserin, die sonst an diesem TQae die Bezeugungen der Teilnahme seitens ihrer ckn- aeboriacn und'vertrauten Freunde persönlich entgegen- nahm?dies auch heute kann, ist mehr als fraglich. Nach der letzten Meldung aus Cronberg vom 18. abends ist der Zustand der Kaiserin Friedrich im wesentlichen gegen die vorhergehenden Tage unverändert. Eine leichte Besserung ist allerdings auch heute gegen die letzte Ä-oche zu verzeichnen, doch ist sie nicht derart, daß sie alle Besorgnisse überflüssig macht. In der Frühe war die Schwäche wie gewöhnlich infolge der schmerzen der Nacht sehr groß, sie wurde jedoch im Laufe des Tages soweit gehoben, daß der Kaiser und Prinz Heinrich ihre Mutter auf einen Augenblick sehen durften'. Sonst konnte trotz des Gedenktages niemand empfangen werden. Die Einschreibungen in die am Hauptportal des Schlosses aufgelegten Listen waren heute zahlreicher als sonst. Von den Nähfrstehenden werden Blumensträußchen abgegeben. Zugelassen wurde jedoch niemand. Im Allgemeinen ist man in den dem Schlosse nahestehenden Kreisen zwar nicht hoffnungslos, aber doch immer noch einigermaßen deprimiert, da sich die einen glücklichen Ausgang verbürgende ausreichende Kräftigung fo bedauerlich lange hinauszieht. Aus Stadt und Land. Gieße«, 19. Oktober 1900. ** Bürgermeisterwahl. Im Anschluß an die gestrige -öffentliche Stadtverordnetensitzung fand eine geheime Sitzung statt, in der die Stadtverordneten zur Wahl des Bürgermeisters schritten, in der, wie wir gestern abend noch durch Extrablatt bekannt gaben, auf den bisherigen besoldeten ersten Beigeordneten von Solingen, Herrn H e i n r i ch Mecum, 25 Stimmen fielen; 5 Stimmzettel waren unbeschrieben. Heinrich Mecum, geb. am 24. Januar 1857 zu Köln, Absolvierte im Herbst 1874 das Gymnasium zu K^öln, im Herbst 1878 die technische Hochschule zu Aachen, wurde nach bestandener Prüfung zum Bauführer ernannt, war als solcher fünf Jahre, vom 1. Januar 1879 bis Ende 1883 in Köln und Bonn im Staatsdienste beschäftig!, leitete in Bonn den Bau einer Kavallerie- Kasernes ging zu weiterem Studium Anfang 1884 nach Berlin. Dort bestand er im Dezember 1886 die Baumeister-Prüfung und wurde im Januar 1887 zum Königlichen Regierungsbaumeister ernannt. Als solcher . wurde er von Februar 1887 bis 1. August 1888 in Lingen, Wesel und Beuthen und vom 1. August 1888 bis 12. Oktober 1891 beim Polizei-Präsidium in Berlin beschäftigt. Nach mehrjähriger Thätigkeit bei einer Attien- Baugesellschaft in Berlin wurde er Anfangs 1896 zum Stadtbaurat und besoldeten Magistratsmitgliede in Königshütte (52 000 Einwohner) gewählt. Er führte dort den Vorsitz in der Baudeputation und bewirkte unter anderem die Ueberleiiung der privaten Gasanstalt in städtischen Betrieb und die Einrichtung einer elektrischen Anlage für die Stadt. Im Dezember 1898 übernahm er die Stelle des besoldeten ersten Beigeordneten in Solingen (45 000 Einwohner). Hier bearbeitete er die städtischen Bausachen, die Baupolizei und alle dahin gehörigen Verwaltungsstreitsachen, führte die Aussicht über Sen Betrieb der städtischen elektrischen Straßenbahn und vertrat den Oberbürgermeister in Len Fällen der Beurlaubung oder Verhinderung. Er besorgte unter anderem die Anlage eines Schlachthofes nebst Kühlhaus, errichtete mehrere Schulbauten, bearbeitete größere Fluchtlinienpläne und größere Straßenanlagen einschließlich der Kanalisation, leitete eine planmäßige Stadterweiterung in die Wege, ordnete auch die Solinger komplizierten Eisenüahnverhältnisse. So hat Gießen denn wieder einen „Techniker" als Bürgermeister. Wir hoffen mit der Bürgerschaft, daß unsere Stadtväter den rechten Mann herausgefunden haben, auf dessen Thätigkeit die Stadt einst ebenso swlz zurückblicken kann als auf die seines Vorgängers. ** Zum Kloppeuheimer Mord wird der „Franks. Ztg." aus Würzburg geschrieben: Die Polizei sucht nach einer Mitteilung in Ihrem Blatte nach einem gewissen Georg Ermer, der den Schuhmacher Heinrich Möller bei Kloppenheim ermordet haben soll. Die Notiz erinnert an den Räuber Georg Ermer aus Schirmitz, der am 10. Oktober vom unterfränkischen Schwurgericht zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Ermer ist 21 Jahre alt und kam am 6. September hierher und zwar, wie in der Verhandlung konstatiert wurde, aus der Gegend von Frankfurt. Sollten der gesuchte Mörder und der verurteilte Räuber nicht identisch sein? ** Alldeutscher Verband. Voraussichtlich wird, wie uns die Ortsgruppe Gießen des alldeutschen Verbandes mit- teilt, der Reichstagsabgeordnete Dr. Lehr in Gießen in der zweiten Woche des November über die Chinafrage sprechen. Näheres wird seinerzeit bekannt gegeben werden. , Worms, 18. Oktober. Heute abend wurden dem Führer eines durchgehenden Kohlenfuhrwerks an der Straßenkreuzung Barbarossa Ringstädtische Hafenbahn von einer Lokomotive beide F ü ß e a b g e f a h r e n. Weitere gefährdete Personen reiteten sich durch zeitiges Abspringen. Mainz, 18. Oktober. Heute abend wurde abermals eme Sitzung der verewigten Kommissionen in Sachen der Uebernahme der Pferdebahn und Erwerbung der Kon- zessionen für die Mainzer Nebenbahnen abgehalten Der Sitzung wohnten auch der Oberbürgermeister Morneweg von Darmstadt an. Dieser riet, die Pferdebahn zu erwerben. Mit dem Selbstbetrieb der elektrischen Bahn habe man in Darmstadt ganz gute Erfahrungen gemacht. Die Kommissionen beschlossen, einen Sachverständigen zu ernennen, um den Wert des jetzigen Pferdebahnuuternehmens abzuschätzen. Außerdem soll sich eine Deputation zu der Negierung begeben, und sie ersuchen, dahin zu wirken, daß Mainz und Darmstadt Herr ihrer eigenen Straßen werden. Vermischtes. * Könitz, 18. Oktober. Das Schwurgericht fällte das in bem Prozeß wegen des Krawalls am 10. Juni. t> Angeklagte wurden unter Zubilligung mildernder Um- verurteilt, 4 freigesprochen. Es erhielten: rveuer wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt 5 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten | Untersuchungshaft, Arbeiter Gatz wegen einfachen Landfriedensbruchs 5 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshast, Knecht Cohr wegen schweren Landfriedensbruchs 9 Monate Gefängnis. Die Lehrlinge Gierschewski und Werner, die des einfachen LandsriedenS- bruchs schuldig befunden wurden, wurden unter Berücksichtigung, daß ihnen die Einsicht in die Strafbarkeit ihrer Handlungen gefehlt habe, ihren Familien überwiesen. * Dresden, 18. Oktober. Der seit 17 Jahren im Starrkrampf liegende Bremser Diettrich, dessen Fall in der deutschen Aerztewelt viel besprochen wurde, ist heute mit durchschnittener Kehle tot gefunden worden; seine Frau erhängte sich. * Leipzig, 18. Oktober. Aus Anlaß der Grundsteinlegung des Völkerschlachtdenkmals ist die Stadt festlich beflaggt. Die meisten Geschäfte und industriellen Betriebe sind geschlossen. Obwohl das Wetter regnerisch ist, sind die Straßen sehr belebt. Aus allen Teilen Deutschlands und Oesterreichs sind Fremde in großer Zahl eingetroffen. Die Mehrzahl der großen deutschen Städte entsandte Abordnungen. Gestern abend und heute früh fand auf den Bahnhöfen Empfang der Festgäste statt. An der Feier nahmen Vertreter der sächsischen Staats- und Gemeindebehörden sowie die Präsidenten der sächsischen Kammern teil. Die Feier begann mit einem Festzuge, nn dem 600 Vereine mit Fahnen, die Leipziger Schülerschaft und studentische Abordnungen im Wichs teil- nahmen. Der Zug begann auf dem Augustusplatz und endete auf dem Denkmalsplatze bei Probstheida. — Nach dem Eintreffen des Festzuges auf dem Festplatze begann der Weiheakt der Grundsteinlegung. Der „SiegeS- gefang der Deutschen nach der Hermannsschlacht", von über 1000 Sängern gesungen, leitete die Feier ein. Hieraus hielt der Oberbürgermeister Troendlin die Festansprache. Sodann wurde die Urkunde über die Grundsteinlegung verlesen, worin die Geschichte der Denkmalsgründung dargelegt ist. Die Urkunde wurde nebst Münzen, Leipziger Zeitungen und einigen modernen Schriftstücken dem Grundstein einverleibt. Die Kommerse waren von vielen Tausenden besucht. An den Kaiser und den König von Sachsen wurden Huldigungstelegramme abgesandt. • Im Genfer Gerichlsgebäude erzählten sich unlängst die Advokaten folgendes Geschichtchen: Ein ZeitungS- t) erlauf er hatte vor einigen Monaten seine Fran in der Gesellschaft eines jungen Italieners gefunden. Er klagte auf Scheidung, und das Civilgericht hat ihm vor einigen Tagen Recht gegeben. Als der betrogene Ehemann seine Wohnung wieder betrat, fand er seine reuige, aber geschiedene Frau. Tief bewegt sagte er zu seiner ehemaligen Ehehälfte: „Meine Frau kannst Du nicht mehr sein, aber wenn Du bei mir als Wir t schäft er in bleiben willst, so will ich Dich behalten." Die Frau sagte nicht nein. „Darf der Italiener jetzt aber auch wiederkommen?" — «Ja gewiß, ich habe nichts mehr dagegen, wir sind ja geschieden", erwiderte der gute Mann. * Budapest, 18. Oktober. Der in der bekannten Asiaire der Prinzessin Louise von Koburg zu achtjähriger Festungsstrafe verurteilte Oberleutnant Mattasich Keglovich hat den Abgeordneten Polonyi zum Curator gewählt und ihn mit der Revision seines Prozesses betraut. Universität und Hochschule. Aus Heidelberg wird geschrieben: Die Nachricht von der Berufung Professor Dr. Henry T h o d e 's nach Berlin hat sich zum mindesten als verfrüht herausgestellt. Laut Anschlag am schwarzen Brett wird Professor Thode seine für kommendes Wintersemester angekündigten Vorlesungen über „Geschichte der toskanischen Malerei im 14. und 15. Jahrhundert" und „Raffael" am 29. Oktober eröffnen. — Weiter wird aus Heidelberg berichtet: Der Privatdozent Dr. E. Schneegans an unserer Hochschule hat einen Ruf als Profeffor der romanischen Philologie an die Universität Erlangen erhalten, und wird demselben folgeleisten — In der medizinischen Fakultät der Universität Jena hat sich Dr. O. Hartmann auf Grund einer Habili- tationsschrift .Kleber die Behandlung der akuten primär synovialen Eiterungen der großen Gelenke" als Privatdozent niedergelassen. — Der Bibliothekar der Reichsgerichtsbibliöthek Dr. jur. Georg Maas in Leipzig ist zum Bibliothekar des Reichsmilitärgerichts in Berlin ausersthen. — Die „Straßb. Post" berichtet: Der Oberarzt im Infanterie-Regiment 137 in Hagenau Dr. M. Westenh öffe r ist als Assistent zum Pathologischen Institut der Universität Berlin kommandiert worden, und zwar erfolgte die Kommandierung, die erste die an einen Militärärzt erging, auf persönlichen Wunsch von Rudolf Virchow. — Aus Marburg wird geschrieben: Der Direktor des hiesigen physiologischen Instituts, Prof. Albrecht Kos sei, übernimmt mit dem 1. April n. I. den Lehrstuhl des verstorbenen Geh.-Rats Prof. Willy Kühne in Heidelberg. — Aus Heidelberg wird berichtet: Auf Veranlassung des hiesigen, äußerst rührigen Vereins „Frauenbildung- Fraucnftudiuni" werden auch in diesem Wintersemester öffentliche Vor- lesungscyklen Heidelberger Hochschulprofessoren veranstaltet. — Der Privatdozent an der Universität München Dr. Karl Hesele, königl. Forstamtsassistent in Scklichtenberg, erhielt einen Ruf als Professor der Forstwissenschaft an die Universität Tokio. — Wie man berichtet, wird die Sammlung für Krankenpflege der Berliner Universität zu einem Museum ausgebaut, dessen Direktion Prof. Martin Mendelsohn übernimmt. — Aus Tübingen wird berichtet: Die reichen Bücherschätze des in Bonn verstorbenen altkatholischen Theologen Franz Heinrich Reu sch, die insbesondere eine umfassende Jesuitenlitteratur enthalten, werden in den Besitz der Tübinger Universitätsbibliothek übergehen. Oberbibliothekar Dr. Geiger hat sich nach Bonn begeben, um den Kauf abzuschließen. Kirchliche Nachrichten. Snaugelische Gemeinde. Sonntag den 21. Oktober. 19. nach Trinitatis. Gottesdienst. In -er Giadttirche. Vormittags 91/* Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. ,,, Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: Siehe JohanneSkirche. . Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markus- gememde findet statt: DonnerStag den 25. Oktober, abends 6 Uhr, rm Konfirmandenhaus. Die seiiherigen Mitglieder, sowie die in diesem Jahre konfirmierten Mädchen werden herzlichst eingeladen. Donnerstag den 25. Oktober, abends 8 Uhr: BibelflUnSe im Konfirmandensaal (Kirchstraße). Pfarrer Schlosser. In der JohanneSkirche. Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags n Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes» gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Kraus. Montag den 22. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstnnd- nn Konfirmandensaal der JohanneSkirche. Hebräerbrief Kap. 1. Gottes Offenbarung in seinem Sohne und dessen Herrlichkeit. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch den 24. Oktober: Dekanatssynode. Vormittags 9 Uhr: Gottesdienst in der JohanneSkirche. Es wird wiederholt darauf aufmerksam geinacht, daß der kirch« lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebots vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eme Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Samstag den 20. Oktober. . Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 21. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6den derzeitigen Unterstaatssekretär Freiherrn von Richthofen fallen. Die „Post" vertritt die Ansicht, daß infolge des Kanzlerwechscls sämtliche Mitglieder des preußischen Staatsministeriums dem Kaiser ihre Portefeuilles zur Verfügung stellen müßten, obwohl der Wechsel im Präsidium des Staatsministeriums, dessen Gründe vornehmlich auf dem Gebiete der Reichspolitik liegen, weiter keinen Systemwechsel bedeute. Die Neubildung des Ministeriums würde nicht nur volle Klarheit über den politischen ZlUrs der Zukunft dringen, sondern auch Garantie für die Einheitlichkeit und Stetigkeit dieses Kurses in sich schließen. Berlin, 19. Oktober. Die Königin von England läßt s ich, wie aus London telegraphiert wird, noch täglich telegraphisch über den Zu stand der Kaiserin Friedrich berichten. Jeden Morgen wird der Bericht der behandelnden Aerzte übermittelt, später folgen Telegramm e, ob eine Aenderung eingetreten ist. Obwohl körperlich gesund, ist die Königin ziemlich tief niedergebeugt. London, 19. Oktober. Die heutigen Morgenblätter berichten, daß die Königin dieEinberufungdesPar- l o m c u t § auf Ende Dezember vertagt hat. Lüttich, 19. Oktober. Infolge eines Erdrutsches in der Grube Surmont wurden zwei Bergarbeiter verschüttet. Der eine wurde als Leiche hervorgezogen, mährend der andere schwere Verletzungen davontrug. in Dosen giebt allein der Hausfrau Garantie für vorzügliche, seit Jahren in tausenden von Familien bewährte Qualität. (Original-Marke in Dosen.) 8% do Anl 3Vi Vo Konsole . 8 "/o do Hessen 5 Italien. Rente 4 % Griech. Monop 3 °/0 Portugiesen 3 o/o Mexikaner . 4V, o/e Chinesen . Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 19. Oktober. 3Vs ®/0 Reichsanleihe . . 94.40 Kreditaktien .... . 202.80 85.60 Diskonto-Kommandit . . 171.40 94.75 Darmstädter Bank . . . 129 40 85.60 Dresdener Bank . . . . 141.70 91.40 Berliner Handelsges. . . 149.40 94.- Oesterr. Staatsbahn 137.— 41 60 Gotthardbahn . . . . 189.— 23.60 Laurahütte .... . 195.50 25.60 Bochum..... . 173.50 74 60 Harpenor . ... . 175.50 Tenc enz: fest. Danksagung. sagt innigsten Dank 6899 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. F. Nassauer 1870 a innigen Dank Frau Steuerwald Witwe 6889 Kircheuplatz. 6597 ibr Q meines Hauses in p.r Ukl 0« £lUUi 1 November zu verm. C. Petri, Marktvlatz 18. 6893 6879 Sonntags von 9—11 Uhr vormittags. Gswalds Karlen 1 Iordantage 1 63. Ttets das Neueste. Bom Guten das Beste. Reparaturen und Neubeziehen von Schirmen schnell, gut und billig. 6894 92 00 Geldsortenr Vries 202 9fr Lärmst. Bk..«ctien - $rud Hiib"$"ed«g bet BrühI'Ich-« Unt6«fttat8.eud). und Stdnbniderei iPi'Uch Brltn) in Glchm. Berantworilich für den all-emeintn Teil: I. B.: A. Eteffenhagen; sür den Anzeigenteil: Han- Bell. e: Emil Pisior* Nacht 0 Ö 0 84.65 4 56.95 4 5 4 4 4 ö o 0 4 4 3 3 20 Franke", -t. Engl. Sove>. n- Dollar- in Bold Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 Oesterr. GtaatSbahn v. 1885 Jtal. staatSgar. Eifmb. Bries 16.31 20.42 4.20 Wcld 16.27 20.38 4.17 Gießen, am 18. Oktober 1900. Der Aufsichtsrath: L. Heyligeustaedt. lveinhandlung lVein- und LrühstüSrstube vahnhosstratzenecke — Wollengasse 27. «seit 81.40 84.65 4.17' 4 «dendcourser OOP 00 | Oesterr. Eredil-Actien Für die allseitig bewiesene herzliche Teilnahme bei dem uns betroffenen harten Verluste Schott im Sortieren sowohl als auch in der Fabrikation, sucht sofort oder später anderweitige Stellung. Offerten unter 04485 an die Expedition dieses Blattes. iIjlöblteTiei5 Zimmer zu vermieten. 04487 Biermann, Bleickstraße 5. nebst Kindern. Gießen, den 19. Oktober 1900. 6900 Die Schulleitung: Traber. 04488] Crednerstratze Wohnung von 8 Zimmern und Küche nebst Zubehör zum 1. Dezember zu beziehen. Näh. Martin LangSdorf, Ludwigstr.27. Werkmeister für Cigarrenfabrik, in allen vor kommenden Arbeiten bewandert. 96.26 96.70 23.70 41.25 42.00 97.75 00 AÖ 99.50 98.20 98.2b 98.70 Großh. Gewerbeschule Gießen. Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzoglicher Zentralstelle für die Gewerbe stehenden Gewerbeschule — mit Fachunterricht für Maurer, Zimmerer, Schreiner, Glaser, Baufchlosser, Maler und Weißbinder — beginnt am 29. Oktober d. I und schließt Ende März d. k. I — Nähere Auskunft Über Programm und Lehrplan durch die Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu geschehen. fJroccnt 8»/ Deutsche ReichSaul. 3 Preuß. TonsolS 31/, Gr. Hessische Obl. Reichhaltiges (ager i« Rhein- und Moselweinen, französischen, Ungarischen, Spanischen und Griechischen weinen, sowie in portugiesischen Gebirgsweinen, unter Garantie für abfoiule Reinheit. Deutscher und französischer Champagner, Deutscher und französischer ttognat, i»w>. diverse Liqueure. Cigarren und Cigaretten. Procent 4. 1-111 Monopol-Griechen von 1887 Restaurant H. Schäfer. Rolandseck. Heute, Samstag den 19. Oktober: Großes Frei-Konzert. Die Zwischenpausen werden durch ausgezeichnete und gediegene Vorträge, sowie durch ein neueS, reichhaltiges Programm dcS bekannten Niesenphonographen ausgefüllt. Einen höchst genußreichen Abend versprechend, ladet ergebenst ein 6396 H. Schäfer. mit Sicbcrbeits-Rcgulaior 01496] Freundlich möbliertes Wohn- nebst Schlafzimmer, in schöner, ruhiger Lage zu vermieten. Hessenstr. 2, part. 04497] Möbl. Zimmer zu vermieten. ______ Aug. Schicker, Neustadt 57. 04484] Solider Arbeiter findet Kost und Logis. Bruchvraste 12, III. Eisend. Rcntenb. Obl. BuderuS Obl. Sambrgr. Hhp. Dk. unk. b. 1905 reuß Hyp.A. Bk. unk.b. 1900 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 Frkf. Ldw. Lrcd. Bk. unk. b. 1900 uud AusstattrmgsarMel 3*/, Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 31/, Frkf. Hyp.Cred.B. unk. b. 1906 91.60 Brauerei der Provinz Heffen-Nassau sucht einen soliden, tüchtigen Expedienten und einen gewandten Reisenden, guten Acquisiteur, für Stadt und Land. Offerten mit Lebenslauf, Zeugnisabscbr. und Gebaltsansprüchen sind unter 6886 an die Expedition d. Bl ui richten. 6883] Wir beabsichtigen, einige tüchtige, energische Leute, am lüften Maurer oder Zimmerer, welche unverheiratet sein muffen, als Mrhkr «usrnbildku. Guter Lohn wird gezahlt. Meldungen erbeten. 6, & G. Panse, Wetzlar, Ingenieure t. Waffrrwrrks-u.Kanalbauten. Schwarze Abzüge zu verleihe« bei 6890 W. Hambach, Kauzleiber» S, I lam Brandplatz). Regenschirme für jeden Stand — für jeden Zweck. »t M°W«. Kreibauk. 6877 Heute und Morgen: OlhseMch 56 Mg. Sdjwtintfltifdj 40 M Birnquitten, Quittengelee und -Marmelade abzugeheu. ®994 Hardthof 18» Zchwei;er sL-W L Gd. ÄliwM, Bahnhofstraße 10. Arbeiter gesucht. MÄ 04498] «rbetter zum Dickwurz- ausmache« ges. Friedrich Cost« Als zweiter Diener kann ein ordentlicher Junge eintreten in das chemische Ladoratorium, Ludwigstraße 21.6887 04495] Einige Waggons Schwarte« hat abzugeben Heinrich Schmidt, Sägewerk Sich, Buhbacheistraße. Gebrauchte Säcke I billig abzugeben. Bahuhosstratze 51. 6898] Ein größeres und ein kleineres möbliertes Zimmer billig zu vermieten. __Westanlage 10, II. 6888] Ein möbl. und ein unmöbl. Zimmer zu verm. Liebigstraße 66, II. 04493] Schön möbl., großes Zimmer, 1 Treppe, zu verm Lonststraße 4, W Möblierte Zimmer, der Universität grgenüber, zu vermiet n. 044d9_____Goethevratze 50, Part. 04190] Möbl. Zimmer zu vermieten. Eingang separat. Ludw'gstraste 36, II. Beliebteste Dauertrrandheizung. Solid, sparsam, bequem. flemnde ZlmmtrlufL modernr formen. reiche Huswabl Ifdtt Prdtia« Dura» Rpoeheeachende PatceTe verbesserte Systeme. Esexlsitren Nachahmung« laber ausdrücklich Rlessner-Oeun renanpo» JjjRIESSNtRl KW |öK«r'inTr