Kt. 14t Erstes Blatt. 1900 Mittwoch den^LV. Juni Heneral-'MHeiger '"«K8 Amts- unb Airzeigrblatt für den "Kreis (üiefjen. im «t Äctitn beschränken. 235.6» ?•' Alle Anzeigni-BermittlungSstelken de- In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. -4 2^x bmtntt tattt iwt. 6. i-m ritdjta M1887 ttenb. Lil bl. H « iooa RiMHm, Expedition und Druckerei: Nr. 7. Weee|»c Anzeigen zu der nachmittag- für de» flitzenden leg erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Lddefteklungen fpSustenS abends vorder. Gratisveüage«: Gießener Familienblätter, Der hesstfche Kandwirt, Klättrr für hessische Volkskunde. lassungen für wahrscheinlich. London, 19. Juni. Offiziell wird gemeldet: Seymour und die gemischten Truppen sind nach Tientsin zurückgekehrt. — Ein Shangaier Telegramm meldet aus angeblich guter Quelle, daß drei deutsche Offiziere die militärischen Ratgeber der Chinesen seien, die Admiral Seymours Verbindung abgeschnitten haben. Der „Globe" erklärt, die Absetzung und Verbannung derKaiserin und dieWiedere insetzung deSKaisers seien die einzigen Maßnahmen, die China vor der Zerstückelung retten könnten. Das sei jetzt der Hauptpunkt der ganzen Schwierigkeiten. Sollte Rußland für die Beibehaltung der Kaiserin eintreten, so müßte England die Sache in ganz anderem Geiste behandeln als in dem, den Rußland bisher gestattete, die herrschende Stellung in Nord- China einzunehmen. Pflicht des Auswärtigen Amtes sei die Absetzung der Kaiserin und Wiedereinsetzung des reformfreundlichen Kaisers. Dieser Wechsel müßte die Grundlage jeder Neugestaltung der Verhältnisie in China bilden. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietz«. Fernsprecher 9tr. 5L durch die an die Gesandtschaften anstoßenden Gärten wird deren Verteidigung bedeutend erschwert. Zu der Einnahme der Forts von Taku meldet das Reuter'sche Bureau aus Tschifu unters dem 18. ds. MtS.: Infolge der Beschießung flog ein chinesisches Pulvermagazin in die Luft. DaS britische Kriegsschiff „Algerine" ist beschädigt. Zwei Offiziere und vier Mann sind verwundet. DaS Pariser Auswärtige Amt hat von dem Konsul FrautzviS in AünNanfu, der den Auftrag erhalten hatte, seine dortigen Landsleute auf tonkinesischeS Gebiet überzuführen, ein Telegramm aus der genannten Stadt erhalten, worin Francois meldet, der Bizekönig habe ihn und die übrigen Franzosen an dem Aufbruch ver- hindert. Man habe deren Wohnungen und MissionSstätten eingeäschert und ihre Kleider gestohlen; die Leute seien gewisiermaßen gefangen gehalten. Daraufhin habe der Minister Delcassö den Pariser chinesischen Gesandten zu sich entboten, und ihn aufgefordert, dem Bizekönig von Yünnan sofort zu telegraphieren, Frankreich mache ihn für daS Leben der französischen Staatsangehörigen verantwortlich. — Ferner ist in Paris der Wortlaut verschiedener Maueranschläge bekannt geworden, die die Boxer vor sechs Wochen in Schantung verbreiteten. Es heißt darin: „Verjagt die fremden Teufel! Vernichtet diese Unholde! Zerstört die Eisenbahnen! Werft die Telegraphenstangen nieder! Versenkt die Damfer! Das wird Frankreich das Herz erstarren machen, die Engländer und Russen zermalmen und dem edlen Reiche der erhabenen Tsching-Dynafiie für immerdar Blüte Telegramme de- Gietzeuer Anzeigers. Berlin, 19. Juni. Man glaubt in hiesigen Orfcheivl ItgNch eit Ausnahme des MantagS. Die Gießener He*Ute*6UUer «rdcu dem Anzeiger le Wechsel mit .Heff. Mabtnirt* x. „Blätter Er he«. BolUkunde- «-Schtt. 4 mal beigelegt. W hin ■Slljmiltr-' Bwl b «1 k ir 14- >•: 28.10 r- isW 1'51!. D-r und Gedeihen sichern.- Jm ungarischen Parlament interpellierte Kossuth die Regierung über die Vorgänge in China. Ministerpräsident von Szell erklärte, daß, da die chinesischen Behörden sich als ohnmächtig erwiesen haben, die Fremden zu schützen, sich sämtliche Mächte geeinigt haben, zum Schutze ihrer eigenen Unterthanen Truppen zu landen, um China zu zeigen, daß es der gesamten civilisierten Welt gegenübersteht. Eine obligatorische Abmachung zwischen den interessierten Mächten, wie die Truppen zu verwenden seien, bestehe nicht. Das Ziel der Mächte sei einzig und allein die Verteidigung ihrer Unterthanen und diplomatischen Vertreter. Auf eine Anfrage, ob die Regierung Sicherheit habe, daß einzelne Mächte, insbesondere Rußland AenderungS-Absichten nicht hegten, erklärte Szell, daß die Regierung hiervon keine Kenntnis besitze. Es lägen jedoch keine Anzeichen vor, daß irgend eine Macht besondere Ziele verfolge. Jedenfalls werde Oesterreich-Ungarn sich in keine Aktion einlassen, die zu Komplikationen führen könnte. Aus Yokohama wird gemeldet: Wegen der kritischen Lage in China und auf speziellen Wunsch des Kaisers blieb Ministerpräsident Damagata im Amt. Die japanische Regierung beschloß, ihre Aktion in China lediglich auf den Schutz der japanischen Interessen zu L. & W 41 4; jffl irt'J isoie 124JJ; 1M Lohn tri HEttstraßeb EMtige, ttiniif ochi» 3 Sintrtt Se|ui" gynetei_@iei, lkichks M i kocken kann unli S,ür tonnen boi 6ii< "eine LahnhoM^ A.MM ä.8!,unl.UW' 99.3. z.Bk.uMM M lrrd.Bk.°»!.t.M M .Migr-'- iouro . ■ ■ » StoatsO» Südbahn chardbahn. ra^ivplon int H-M- b 16.100 • ln-Äinden- KlflO B»* er« Regierungskreisen trotz der bedenklichen Lage auch heute noch nicht an dieErmordung des deutschen Gesandten in Peking. Dagegen hält man wohl die Cernierung der europäischen Gesandtschaften und die Zerstörung gewisser für den christlichen Kultus bestimmter Gebäude und Nieder- 7 Stunden dauerte. Angeblich sind zwei englische Schiffe zwischen den Forts im Flusse gesunken. Der Telegraph und die Eisenbahn zwischen Taku und Tientsin sind zerstört. Die Verbindung zu Wasser ist aleich- falls gefährdet. — Wolffs Bureau in Berlin wird aus Tschifu berichtet: Nach einem kombinierten Angriff der fremden Kriegsschiffe wurde ein Fort von Taku ge- nommen. Die Fremden Niederlassungen in Tientsin werden von den Chinesen beschossen. Von dem nach Peking entsandten deutschen Detachement und den dortigen Gesandtschaften liegen keine Nachrichtzen vor. In London traf dann folgende Depesche aus Shanghai vom 18. ds. ein: Wie ein Telegramm aus Tschifu meldet, berichtet ein japanisches Kanonenboot, daß die europäischen Marine st reitkräfte sich der Forts bei Taku bemächtigten. Nach einem Ultimatum an den chinesischen Kommandeur eröffneten sämtliche Forts das Feßrer auf die Kriegsschiffe. Diese antworteten und brachten die Geschütze der Chinesen zum Schweigen. Die Forts wurden alsdann besetzt. Heute früh erhielten wir sodann folgende telegraphisch^ Meldung, die wir sogleich durch Anschlag bekannt gaben: Washington, 19. Juni. Die Verluste der internationalen Truppen hei der Einnahme der Forts von Taku betrugen auf Seiten der Engländer 1 Toter, 4 Verwundete, auf Seiten der Deutschen (vom Kriegsschiff „Jltijs"". D. Red.) 3 Tote und 7 Verwundete, auf russischer Seite 16 Tote und 40 Verwundete, auffran 4 zösisch er Seite 1 Toter und 1 Verwundeter. Ein chinesisches Kanonenboot wurde beschlagnahmt. Der Kampf um die Forts scheint also kurz und wenig verlustreich gewesen zu sein. Die Angaben machen einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. Die schnelle Einnahme der^Forts ist sehr erfreulich, denn die Chinesen sind sehr stolz auf die Befestigungen, mit denen sie jedem den Zugang zu ihrer Hauptstadt wehren zu können meinten. Es dürfte daher recht seltsam wirken und den Leuten in Peking ein gelindes Grauen vor den Folgen ihrer Unthaten einflößen, wenn sie hören, wie schnell die berühmten Takusorts Vörden Kanonen der Mächte die Drachenflagge gestricheü haben. Mit dem Fall dieser Forts liegt den kleineren Kriegsschiffen, den Torpedo- und Kanonenbooten, die Wasserstraße des Peiho bis Tientsin offen, sie würde also nebst den Landwegen zu benutzen sein, um zunächst den Europäern in Tientsin Entsatz zu bringen, falls die Bahn Tongku-Tientsin nicht zerstört sein sollte. '>? Ueber die Vorgänge i n Peking liegen auch noch keine Einzelheiten vor. Bezeichnend aber sind in der Meldung der „Morning Post" aus der Hauptstadt vom 13. Juni die Angaben, daß damals die chinesische Regierung noch schwankte, ob sie die Bewegung der Boxer unterdrücken oder ob sie selbst den Mächten Widerstand leisten solle, und daß die Entscheidung von der Kaiserin abhänge. Daraus müßte man schließen, daß die herrschenden Machthaber am 13. Juni noch das Heft in der Hand hatten und die Ausschreitungen bei gutem Willen hätten hindern können. Aber selbst wenn man annimmt, daß die Volksbewegung mit elementarer Gewalt über die chinesische Regierung hinweggeflutet wäre, so muß sie doch: sowohl nach der chinesischen Anschauung über Verantwortlichkeiten wie nach den internationalen Verträgen für den Sturm auf die Gesandtschaften der Mächte zur Rechenschaft gezogen werden, und auck) wenn den Gesandten und ihren Untergebenen kein Leid geschehen sein sollte, liegt ein so schmäh- licher, noch nie dagewesener Fall der Verletzung der Ex-1 territorialität vor, daß die nachdrückliche Ahndung unbedingt erforderlich ist. Der Schauplatz der Ereignisse in Peking ist die sogenannte Gesandtschaftsstraße, eine breite, staubige und löcherige Straße, die sich nicht wesentlich von den übrigen Verkehrswegen der Hauptstadt unterscheidet und sich wie diese in einem ganz unglaublichen Zustande der Vernachlässigung befindet. Sie zieht sich am Südende der Tartarenstadt, südöstlich von der kaiserlichen oder verbotenen Stadt von Osten nach Westen, parallel mit der Mauer der nahe anschließenden Chinesenstadt. Die Gesandtschaften sind alle in ehemaligen Yamen, chinesischen Regierungsgebäuden, untergebracht, sie sind einstöckig und unterscheiden sich äußerlich nicht von chinesischen Bauten. Die Front der deutschen Gesandtschaft bildet ein chinesisches Eingangsthor, von einem großen, nady chinesischem Stil geschwungenen Dach überragt; im Hof liegen zur Linken die Gebäulichkeiten für den Gesandten, zur Rechten die Wohnungen der Gesandtschaftsmitglieder und Bediensteten; im Hintergründe schließt sich, eine Oase in der Staubwüste Pekings, ein großer Garten an. Das Viertel, in dem die Gesandten und, von den Missionaren abgesehn, die meisten Europäer wohnen, ist also keineswegs eine besondere von Fremden gebaute Niederlassung wie die Settlements in den Vertragshäfen, sondern es sind Straßen der Stadt wie jalle andern, in denen auch zwischen den Gesandtschaften Manschu und Chinesen ihre Häuser haben. Dadurch sowie Die Wirre« in China. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung"" schreibt Unterm 18. d. M. in offiziösem Sperrdruck: Die Nachricht, daß die Londoner Agentur Laffan eine Meldung aus Tientsin über die Ermordung des deutschen Gesandten in Peking verbreite, traf anr Sonnabend hier ein. Unmittelbar darauf wurde der kaiserliche Geschäftsträger in Petersburg zu umgehenden Drahtbericht, ob und welche Nachrichten die dortige Regierung •US Peking habe, aufgefordert und auch der kaiserliche Konsul in Tschifu angewiesen, auf jede, mögliche Weise Nachrichten einzuziehen und hierher zu drahten. Ebenso erhielt der Chef des Kreuzergeschivaders noch am Samstag telegraphische Weisung, zu depeschieren, was er über die Lage in Peking in Erfahrung bringen konnte. Sowohl aus Perersburg, als a^uch aus Tschifu wurde gestern zurück- gemeldet, daß keinerlei Bestätigung der Laffan- schen Meldung vorliege. Auch in London ist amtlich nichts bekannt. Als dann heute früh die Draht-Nachricht aus Tschifu eintraf: Ein japanisches Torpedoboot meldet: „Die Botschaften in Peking genommen"" wurden sofort die kaiserlichen Botschaften in London, Petersburg, Tokio und Shanghai telegraphisch angewiesen, schnellstens Erkundigungen einzuziehen. Aus einer heute einge- twffenen Meldüng des Konsulats in Hongkong, das schon xestern zur Einziehung von Ermittelungen beauftragt war, geht hervor, daß dort keine ähnlichen Nachrichten vorliegen. ‘Sie Antwort der oben genannten kaiserlichen Vertreter steht iwch aus und werden sofort nach Eintreffen bekannt ge- §ebn werden. Aus diesen offiziösen Mitteilungen geht hervor, wie sehr sich das Berliner Auswärtige Amt bemüht hat, über die bisher ersreulicherweise unbestätigt gebliebene Meldung doi, der Ermordung des deutschen Gesandten in Pekmg zuverlässige Erkundigungen einzuziehen; sie sind bisher leider ohne Ergebnis gewesen, denn den aufständischen Boxern ist es gelungen, seit vier Tagen jede telegraphische Berbindung mit Peking und Tientsin abzuschneiden. Des- Wb ist leider auch nicht sestzustellen, was die vor 14 Tagen nach Peking zum Schutze der deutschen Gesandtschaft entsandte Wteilung von 50 Matrosen und was ferner die leit dem 13. Juni auf dem Marsche nach Peking befindliche deutsche Truppenabteilung macht. Ebensowenig Kegen zuverlässige Nachrichten über die Bewegungen der übrigen gelandeten europäischen Truppenabteilungen vor. Bekannt ist nur, daß alle dem einheitlichen Obetbefehl des englischen Vizeadmirals Sir E. Seymour, dem Kommandierenden des englischen Geschwaders in China, als dem den höchsten militärischen Rang bekleidenden Offizier, unterstellt sind, iss ist zu hoffen, daß schoii in den nächsten Tagen dank dem Norwärtsschreiten der gelandeten Truppen auch die telegraphischen Verbindungen wiederhergestellt sein werden^, und es ist mit Freuden zu begrüßen, daß das Auswärtige Ävrt in der offiziellen Note ausdrücklich verspricht, datz die nntreffenden Nachrichten sofort bekannt gegeben werden ^H^Die in Münster i. W. lebende Mutter des Gesandten ?wbr v Ketteler erhielt die telegraphische Nachricht, daß brSohn noch am Leben sei. (?) - Eine ganz thörichte Nachricht, die den Stempel der Erfindung an der Stirn trägt, liegt aus Wien vor. Sie lautet: „N^l- dilngen aus Paris zufolge proklamierte die KaiseriN-Re- oenttn von China den heiligen Krieg gegen die Auslandes Der deutsche Gesandte, Frhr. v. Ketteler wurde durch! Säbelhiebe getötet. Das Schicksal der übrigen gesandten, die gefangen sind, ist unbekannt"". Eino ms Shanghai in Paris eingettoffene Privatmeldung bejaht- Fünf fremde Gesandte forderten von Lr Kaiseriü-Witwe freies Geleit. Es wurde ihnen verweigert'". Hinzugefügt wird, daß alle fremden Archen in Peking in Flammen aufgingen. Vom kaiserlichen Konsul m Tschifii ging am Montag morgen nachstehendes Telegramm ein: Ernj,apan- isches Torpedoboot meldet, die Gesandt- ichaften in Peking seien gen om m e n. Gleich darauf otate ein Telegramm aus Petersburg, das besagt, daß man dort dieser Nachricht sehr skeptisch gegenuberstehe. Ein weiteres Telegramm des deutschen Konsuls Tschifu, das .pftern nrittaa in Berlin eintraf, lautet: Heute Nacht HS! pin japanisches Torpedoboot aus Taku folgende Stan' 'N Chinesen legten int Takuslusse Torpedos ' eine Tvuppe vor Shan-Hei-Wan zusammen. “ W dem russischen AdmiralsscAffe versammelten Hemden Befehlshaber richteten ar.die Kommandanten der ^kuforts ein Ultimatum, ihre Truppen bis 2 _ Uhr en, Nachmittag des 17. Ium zu^ckznztehen worauf ine -orts am 17. Juni 1 Uhr nachts daS Feuer erüff- !"ten, das von den deutschen, russischen englischen fran- Aschen wnd japanischen Schissen erwidert wurde und iM EM 20 W. Christian W, WnH. i. r MssiMnibnMik it. 6W. i i MchN. M. | 24.01 ms? Sfe SJ . fr,____ _ ^tjugspreU A W Vierteljahr!. Mk. 2,so Krehener Anzeiger ss an Deine Frau." Paris, LangenSur mit feiner V Lriozenpaa Mir. S me Einvernehmen unter Verückst französische stammen, bit * wandten in - Dem Portugal A -Mr mit einer Tni das Land m -Int Tchtzentwurf SriegShäfe basen der DmgWeit enwurs, der erfordere. ' über die De Ministerpräf auf einen $ beschlossen u No», 1 daß daS fl wurde daran brach derZv spaltete sich. Berufung Pei ein Rabinett ( Linie ein Hab ZnuSbrnck ttxbot Prowvckvr eines Dalm deutsche Geg Budapef Umzuges me die unter ®d ment zu Gun, demonstrierten, r'-ren Gegnerr Verletzung, Bukarest, melden von B ^renzdtzrsern. Bauern vc gebotenen Tr schreiten die Koustanti uche Subski vorläufig 25( aller Läni ^etträgen füi Mecca. M 90 bis 100 s Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 19. Juni. Lord Roberts telegraphierte: Baden-Powell kam Montag mittag in Pretoria an. Die Central News berichten, Baden-Powell sei für einen sehr wichtigen Posten auSersehen, wahrscheinlich für den des Militär -Gouverneurs des Oranje-Freistaates. - Ein an Bord des Dampfers Herzog zurückgekehrter belgischer Krankenträger, der unter VilleboiS bei BoShof focht, versichert, daß Joubert wegen seines ewigen Zauderns und lauer Betreibung der Belagerung von Ladysmith bei Krüger in Ungnade fiel und wenige Tage nach dem erfolgten Zerwürfnis durch Gift freiwillig seinem Leben ein Ende machte. (DaS ist offenbar wieder eine der oben Sommerenten. D. Red.) Der Krieg iu Südafrika. Nach einer „TimeS"-Meldung aus Lourenzo Marquez hat Präsident Krüger sein Hauptquartier nach Alkmaar bei Nelspruit verlegt. Bisher hatten die englischen Truppen unter der Hitze zu leiden. Mit dem Naherücken des Winters m Transvaal werden sie noch mehr durch die Kälte mitge- nommen werden. Bereits wird aus Bullers Hauptquartier darüber geklagt, daß jetzt sehr kaltes Wetter eilige- treten ist. a Das Reutersche Bureau meldet aus Scheepernek: Eine Burentruppe rückte gegen FickSburg vor, wurde aber durch Artillerie zurückgetrieben. Seitdem ist alles ruhig. Aus dem Hauptquartier am Laingsnek meldete dasselbe Bureau: Die Buren haben sich von den BolkSrust beherrschenden Hügeln zurückgezogen. ES heißt, daß einige Buren- KommandoS sich bei Walkerstroom zeigen. Bis jetzt haben sich etwa 100 Buren iu BolkSrust ergeben. Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom 16. d. M. besagt: 800 Buren griffen am 14. d. M. die Posten am Zandriver an, wurden aber von Knox, der von Kroonstad aus anrückte, verjagt (?). Auf britischer Seite wurden ein Offizier und 2 Mann getötet und ein Offizier und 8 Mann verwundet. In Kapstadt ist das neue Kabinett gebildet. Gordon Sprigg ist Schatzminister, Graham Kolonialsekretär, Ros- caunes Generalanwalt, Smart öffentliche Arbeiten, Faure Ackerbau, Frost Minister ohne Portefeuille. Deutsches Keich. Berlin, 18. Juni. Aus Helgoland wird vom heutigen Tage gemeldet: Der Kaiser landete heute vormittag mit Gefolge an der Düne, besichtigte unter Führung des Oberbaudirektors Franzius-Bremen die Buhnenbauten und verweilte bis gegen 12 Uhr an der Nordwestseite der Dune. Am Nachmittag reiste der Kaiser nach Wilhelmshaven. — Das Kanzler-Amt des Deutschen Flotten- Vereins teilt mit: Bei Gelegenheit der Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals in Lübeck hat der Kaiser dem Präsidenten des deutschen Flottenvereins Fürsten zu Wied den Allerhöchsten Auftrag erteilt, allen Mitgliedern des deutschen Flottenvereins seinen Dan k für die treue, erfolgreiche M i t a r b e i t an der Lösung der Flottenfraaö auszusprechen. — Kaiser Wilhelm wird Mitte August im, strengsten Inkognito in Ober-Ammergau zum Besuche der Passionsspiele eintreffen. — Der Kaiser ernannte nach der Besichtigung des Konigs-Ulanen-Regiments auf der Vohrenwalder Heide den bekannten Herrenreiter, Major v. Heyden-Linden zu fernem Flügeladjutanten. — Am 7. September trifft der K a i s e r in S t e t t i n folgenden Tage findet die Kaiserparade in Att, tcknd am 9. September begiebt sich der Kaiser ifri das Manovergelände. — Die Kaiserin wird, wie verlautet, in den ersten Julitagen in Kiel eintreffen und von dort aus mit ihren Kindern auf ihrer Yacht „Iduna" , Wien, 19. Juni. Nach Linern aus Shanghai hier eingetroffenen Telegramm wird bei Peking und Taku gekämpft. Washington, 19. Juni. Der amerikanische Ad- mrral hat den Befehl erhalten, im Einvernehmen mit den europäischen Mächten zu verhandeln und die amerikanischen Interessen zu schützen. — DaS englische Kanonenboot „Daphne" ist gestern nachmittag nach Taku abgegangen. nach dem Vorbilde des Sonnenkönigs sich ein kleines Ber- bauten führte die deutsche Dichtung ein von oben unbeachtetes Dasein, und wäre heimlos geblieben, hätte Jittstenhof ihr nicht eine Stätte bereitet. 1E bie Engländerei gefolgt. Nachdem Rudyard Kipling durch ein kaiserliches Telegramm geehrt * ^orden war wurde dieser Dichter des exotischen Slang in «reutschlcnchMode, /und man beeilte sich, seine uns Deutschen ziemlich unverständlichen Kolonialromane einem kritiklosen Lesepublikum der Reihe nach vorzusetzen. Zum Dank für d^se überflüssige Reklame giebt dieser weit über Gebühr gepriesene Herr jetzt in Bloemfontein ein Winkelblättchen a?al' l?.on Lüsten Brandreden gegen Deutschland strotzt. Auch für Herrn Sullivan, über den, außer daß er eme mäßige Operette komponiert hat, nichts Nachteiliges Vt,Y.hnJb ble kaiserliche Auszeichnung wohl zunächst den Erfolg haben, daß die deutschen Bühnen nicht „umhin" können, die rührende Geschichte aus Titistu neu einstudieren zu lassen. Es ist immer dasselbe Lied, der Ausländer und besonders der Engländer, wenn er nur mit der nötigen Ungeniertheit auftritt, ist seines Erfolges sicher von vorn- herein. Und selbst von ambulanten fremden Militärkapellen Nimmt das deutsche Selbstbewußtsein Rücksichtslosigkeiten in den Kauf, die, von Deutschen im Auslande begangen, mindestens eine derbe Zurückweisung erfahren würden. Wie vielen deutschen Schriftstellern, die kaum das tägliche Brot haben, würde auch nur ein Bruchteil solcher Hulderweise den ihnen für ihr Schaffen so notwendigen Sonnenschein geben können! Aber für die so kärglich, oft auch gar Nicht belohnte geistige Arbeit in Deutschland gilt auch heute noch das bittere Wort, das Bauernfeld dem achtziq- lahrigen Grillparzer widmete: „Zählt ein Dichter achtzig Jahr, kommt er hier zu hohen Ehren, auch zu höherem Salar — es im Jenseits zu verzehren". I r Das amtliche Kolonialblatt enthält die Berichte des: I Hauptmanns v. Besser über den Strafzug gegen | die Bangwa und den des Hauptmanns v. Dannen- I berg gegen die Buli. Nachdem auf ersterem Strafzuq I die drei Offiziere leicht und der Assistenzarzt Dr. I Dittmer tätlich verwundet worden waren, wandte I sich die Truppe im Februar gegen die Banyang, die sich | als unzuverlässig gezeigt hatten. Die Expedition hatte mit I Tragerschwierigkeiten zu kämpfen, die Banyang hatten die I Wege nicht gereinigt und gaben der Truppe keine Unter- I stutzung. Auf dem mühsamen Weitermarsch fand die Truppe die Flußübergänge auf Betreiben des Bangwa- hauptlings Fontem durch Holzverschläge und Steinmauern verbarrikadiert; die Eingeborenen verteidigten sie mehrere Tage lang hartnäckig gegen die 80 fechtenden Soldaten. Der Gegner war bei der Ankunft in Fontem geflohen, tvahrckheinlich in östlicher Richtung; es war nicht möglich, mit ihm Fühlung zu gewinnen. Im März wandte Hauptmann v. Besser sich nach der Richtung der Croßschnellen. Der Bericht des Hauptmanns v. Dannenberg ist aus Kribi an der Südküste vom 24. März datiert. Es ist auffällig, । mie lange die Berichte vor der Veröffentlichung eingehalten werden; jder vorliegende Bericht mußte spätestens am 27 April in Berlin sein. Leutnant v. M a d a i fand im Februar bei dem Unternehmen, das die Wiederherstellung mit Ebolowa bezweckte, starken Widerstand; von seinen 80 Mann wurden 17 verwundet. Nachdem er Ebolowa erreicht hatte, b'efahl er Leutnant v. Bülow, der mit 91 Soldaten den Strafzug von Ebolowa aus in der Richtung nach Efulen geführt, und in einem Kampfe acht Verwun- I bete gehabt hatte, nach Efulen zu kommen. Es stellte sich heraus, daß die Buli von dort vielfach nach Süden geflohen I waren. Leutnant v. Bülow setzte dann die Operationen, I südlich von Efulen vom März an fort. Hauptmann von I Dannenberg ließ ihn zurück, um die Gegend besetzt zu I Ijatteu, und marschierte nach der Küste zurück. Die Buli I waren noch nicht überall in ihre Dörfer zurückgekehrt. I Eine Patrouille nach den Elefantenbergen bewirkte noch I die Unterwerfung der dortigen Buli. Der stellvertretende I Kommandeur v. Dannenberg bemerkt schließlick), daß eine I Sicherung gegen die Wiederkehr eines Raubzuges der Buli I nur in der Anlage von Stationen und in der dau- I ernden Ueberwachung gefunden werden kann. Auch hält I er eine dauernde stärkere militärische Besetzung der ver-» I schiedenen Küstenpunkte für notwendig. Er berichtet ferner I über einen im Oktober und November von Leutnant von I Lottner mit 50 Mann unternommenen Strafzug gegen I die Bakoe in dem nähern Küstenstrich. Es war ein I harter Strauß. Der Führer Leutnant v. Köttner wurde I schwer verwundet und überließ es dem Sanitäts- | Unteroffizier Kneisel, die Operation durchguführen, was I diesem auch nach zwölf Tagen gelang. Leutnant v. Lottner I erwartet, daß die Bakoe sich der Station Kribi unterwerfen I werden. Der ,Lebha! tz-mk-uhT glauben, dc schon sowr und.Mwe ^riedril ü Honib »ronpri. stach"-" * ben »w Luise WS xailnenwald. für begonnei Oldenburg, 18. Juni. Der Kaiser hat dem jetzt regierenden Großherzog seine Teilnahme an der Bei- setzung des verstorbenen Groß Herzogs in folgendem Telegramm mitgeteilt: „Aus alter Verehrung und Anhänglichkeit an Deinen verewigten Vater will ich persönlich an der Beisetzungsfeier teilnehmen, obgleich das Datum des gewählten Tages mich der Teilnahme an der Elbregatta und dem Fest des Senats von Hamburg für mich auf „Fürst Bismarck" beraubt. Ich werde von Wilhelmshaven aus kommen und gleich nack der Beisetzung wieder gbreisen. Innige Grüße an Elisabeth und Lotta. Wilhelm." Elisabeth ist die Gemahlin des jetzt regierenden Groß- Herzogs Friedrich August, geborene Prinzessin von Mecklenburg-Schwerin. Lotta ist die Herzogin Sophie Charlotte, Tochter des regierenden Großherzogs aus erster Ehe. Der Großherzog antwortete dem Kaiser: „Sr. Majestät dem Kaiser, Hannover, Schloß. Für die zarte Rücksichtnahme, die Du für meinen verewigten Vater nimmst, danke ich Dir herzlichst, auch zugleich im Namen meiner Oldenburger, die mit mir Dir stets dafür in Dankbarkeit verbunden sein werden. Ich hoffe, daß Deine Abfahrt pon hier zwischen 11 Uhr und Mittag möglich sein wird. Elisabeth und Lotta grüßen herzlichst dankend mit mir vereint. Friedrich August. Nach dem Staatsgrundgesetz hat im Falle einer Re- gierungserledigung der Regierungsnachifolger die Regierung des Großherzogtums mittels eines „Patents" an- zutteten. In diesem Patent, das der Großherzog so- eben erlassen hat, und das von den drei Ministern Jansen, Flor Und Heumann gegengezeichnet ist, heißt es: „Da kraft der in unserem großherzoglichen Hause bestehenden Erbfolgeordnung die Regierung des Großherzogtums auf uns übergegangen ist, so geben wir unfern nunmehrigen Unterthanen unfern Regierungsantritt hiermit zu erkennen, indem wir zugleich eidlich versprechen: die Staatsverfassung unverbrüchlich aufrechtzuerhalten und in Gemäßheit der grundgesetzlichen Bestimmungen sowie nacb den Gesetzen zu regieren." Der Kaiser von Rußland hat dem Großherzog aus Zarskoje Selo heute folgendes Telegramm gesandt: „Zum Gedächtnis an Deinen verewigten Vater und als Beweis unserer Freundschaft ernenne ich Dich zum Ehrenchef des 67. Regiments von Tarutino. Tausend Gruße Politische Tagesschau. Ueber die Veröffentlichung seiner Unterredung mit euHit)an soll, wie wir gestern nach einem in Essen erscheinenden Blatte meldeten, der Kaiser sehr erstaunt und unangenehm berührt gewesen sein da die rein privaten Bemerkungen in einer Färbung wiedergegeben wurden, die ihnen ein völlig verändertes Gepräge Aber diese Unterredung und die brillantenen Man^ die Herr Sullivan nach der Aufführung m ^lf?r2.lnr^erhn erhalten hat, ließe sich gar manches Nachdenkliche sagen. Sullivan ist innerhalb Jahresfrist ber zwecke auf dem Gebiete der Kunst und Litteratur thatiqe Engländer, der durch kaiserliche Gunst in hervorragendem "^gezeichnet wird. In Deutschland kann sich d^- fetten Vorzuges nur der Major Laufs, der dramatisrüe Interpret der Hohenzollerngeschichte rühmen. Die Bewunderung des Fremden und alles dessen, was , weit fier" ift ift ein Zug, der sich nur in der geistigen Geschichte des deutschen Volkes findet, denn keines unserer Nac^arländer hat Perioden in feiner Litteraturgeschichte aufzuweisen die so sehr den Stempel fremder Beeinflussung tragen wie das Volk der Dichter und Denker. Der deutschen Dichtung hat aber auch noch nie ein „augustisch Alter" geblüht. Während Frankreichs und Voltaires Einfluß in Berlin tonangebend war, und andere Fürsten des heiligen Reiches „ . London, 19. Juni. Aus Peking wird berichtet: Die Befestigungen von Taku sind von den russischen T r^ip p e n b e s e tz t worden. Die ch i ne f i sche Besatzung, ist nach dem Norden geflohen, nachdem sie alle tele^ graphischen Verbindungen zerstört und mehrere Dörfer in 23ranb gesteckt hatte. Die Chinesen ermorbeten einen Eisenbahn Unternehmer Paris, 19. Juni. Der chinesische Botschafter richtete sofort nach einer Unterredung mit Delcaffö eine lange Depesche an den Vizekönig von Yüennan. In der chinesischen Gesandtschaft ist man sicher, eine befriedigende Antwort unverzüglich zu erhalten, umsomehr, als der Vizekönig durchaus kein Franzosengegner ist. Wenn er dem Konsul Francois nicht gestattete, abzureisen, war er vielleicht von der Ansicht geleitet, daß der Konsul und seine Begleiter auf der weiten Reise nach Tonking in die Hände der Hände der Aufständischen fallen könnte. (Die Ausrede ist nicht ungeschickt. D. Red.) Paris, 19. Juni. Die „Agence nationale" veröffentlicht ein Telegramm aus Shangai von gestern, wonach die fremden Gesandtschaften in Peking dreimal hintereinander von den chinesischen Truppen angegriffen, diese aber von den europäischen Truppen mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden sind. Wie verlautet, wurden mehrere I höhere Beamte getötet. Die Kaiserin-Mutter kehrte nach ihrem Palast nach Tefu zurück, wo sie die Ereignisse abwartet. In Tientsin und Shangai herrscht vollständige Ruhe. Die Haltung der chinesischen Truppen ist jedoch noch immer drohend. A Juni. Naich einer Pivatmeldung aus I ließ der portugiesische Vertreter in Macao ftyen 5Hnten passieren, die jetzt die Piraten be-- C gnx Tann Ennerturnvi Egen Herrs grmeldete Ma Spielplätze « ? im j Sri: Ste"b 4 WZ 3. 4. 5. 6. 7. Fahrten im westlichen Teile der Ostsee unternehme £er Hecken Hälfte des Julimonats soll eine Grfurfin v' die ostlrche Ostsee erfolgen. Exkursion lD ~ 3U Ehren des hier anwesenden Prinren ■ bo n apan fand heute abend beim Reich/kamckr ' ^-^ere Abendtafelstutt/ zu welcher per japanisch LL dre Begleitung des Prinzen, die Mitglieder bei Gesandtschaft, Staatssekretär Graf Bülow, UnteS^1 f"C ra«* Lichthöfen unb anbere hochgestellt/^ sonlichkeiten Einladungen erhalten hatten. ™ te *er Dem „Berl. Tgbl." zufolge ist an fiiefioen Stellen von einer geplanten ®erHnfr aUr/te^Uf59 "ichts bekannt. Auch Oberbü meister Kirschner weiß nichts davon. ur9er- Der Bundesrat wird nur noch einige Sitzung abhalten luid dann gleich den Parlamenten ebenfalls die Ferren gehen. Im Reichsamt des Innern wird7 bem Entwurf der Ausführungs - Bestimmungen 2 ^^'rl^hb.schaugesetz gearbeitet Die Fertigstellun, desselben wird lange Zeit in Anspruch nehmen, sodaß V Bundesrat erst bei seinem Wiederzusammentritt im herbi Stellung nehmen kann. Voraussichckich wird dan auch der Bundesrat erst Beschluß fassen über die VorscL der Kommission der Arbeiterstatistik bett, die Rea7L der A r b e 11 s r u h e i m G a st w i r t - u n d S ch a n k - G? ?ZT?.e- Die Mehrzahl der preußischen Minister wird schon un ^uh den Sommer-Urlaub antreten. Der Reickkanzler Fürst Hohenlohe gedenkt sich nach Bad Ra^ in der Schweiz zu begeben. r. ~ preuß. Herrenhaus hat die Warenhau- m^^^b-snivie die Vorlage zur Beseitigung von hock wasseychadeii m Schlesien nach den Beschlüssen des Abae ordnetenhauses unverändert angenommen. Unter dem üb lichen Zeremoniell und mit einem dreimaligen Hoch auf der König i chloß die Sitzung Um, 4 einhalb Uhr, Um. 5 Ubr fant bie gemeinsame Schlußsitzung der beider Hauser des Landtages statt Ministerpräsidem Hohenlohe verlas bie königliche Botschaft, burch die der Sessionsschluß erfolgt. Mit einem dreimaligen Hoch au- ben Kaiser unb König gingen bie Anwesenberi auseinander L r ~ ^ine Deputation des 1. Garde-Dragoner-Reaiment bestehend aus dem Kommandeur und zwei Rittmeistern da sich zur Beisetzung des Groß Herzogs von Old en - [ bürg nach Oldenburg begeben. — Als ein Opfer der Flottenagitation k- zeichnet der „Vorwärts" den Generalleutnant Freihew von Meerscheibt-Hüllessem. Er ist bekanntlich ir Genehmigung seines Abschiebsgesuck)es zur Disposition ae lleckt worben. Man geht wohl nicht fehl, meint der „Vor warts", wenn man ben rafchen Wechsel im Straßburger Korpskommando — Freiherr v. Meerscheibt hatte basselb« nur etwa 11 Monate inne — barauf zurückführt, baß der jetzt zur Disposition gestellte General vor einigen Monatcr ben Offizieren seines Armeekorps ben Beitritt zuw beutschen Flotten verein untersagte. Diese? Verbot wurde übrigens auf höhere Weisung bald wiedei aufgehoben. r — Minister v. Thielen soll bei dem Lübecker Festr bezügliche des Kanals unter stürmischem Beifall ben Ausspruch gethan haben: „Gebaut wird er doch!" Die Rhein-To rpedoboots-Division ist um Mitternacht nach Wilhelmshaven zurückgekehrt • — Ja das preuß. Kultusministerium ist, wie die „Kreuzztg." vernimmt, mit Rücksicht auf die gesteigerte Arbeitslast infolge der neuen Reformpläne der Oberlehrer Dr Naht vom hiesigen Luisen-Gymnasium als Hilst- arbeiter berufen worden. Dr. Naht ist M a t h e m a t i ker Nach einer Meldung aus Saarbrücken beschloß die Hpndelskammer Saarbrücken, der Kanalisation ber Mo sel zuzustimmen. — Jvi August werden es 50 Jahre, daß erstmalig von der Postverwaltung ein amtliches Reichskursbuck herausgegeben wurde. Die diesjährige August-Septembei'- Ausgabe wird deshalb besonders ausgestattet werben. "SJer Großherzog antwortete dem Zaren hierauf: ,,Lebhaft gerührt von der Gnade, die Du mir zum Gedächtnis an meinen verstorbenen Vater erwiesen hast. Danke idy Dir von ganzem Herzen und bitte Dich, mir zu glauben, daß ich stolz bin, mich Ehrenchef dieses tapfern Regiments nennen zu können, welchem ich die Ehre habe schon so lange anzugehören. Ich verbleibe mit meiner Frau und meinen Kindern Dein ganz ergebener und dankbarer Friedrich August." Homburg v. d. 5)., 18. Juni. Die Kaiserin empfing gestern vormittag den Besuch des griechischen Kronprinzenpaares auf Schloß Friedrichshof. Am Nachmittag unternahm die Kaiserin eine Spazierfahrt in den Taunus. Auch Prinz Joachim und die Prinzessin Luise fuhren mit ihren Ponny-Equipagen in den großen Tannenwald. Die Kaiserin hat heute vormittag ihre Badekur begonnen. Paris, 18. Juni. Der Fürst zn Hohenlohe- Langenburg, Statthalter von Elsaß-Lothringen, weilt mit seiner Tochter und seinem Schwiegersöhne, dem Erb- Hrinzenpaare von Reuß j. L., seit einigen Tagen in ^ZariS. S ine Anwesenheit soll damit Zusammenhängen, im «Einvernehmen mit dem deutschen Botschafter und den französischen Militärbehörden einen Modus zu finden, nach dem unter Berücksichtigung der bestehenden Paß Verhältnisse französische Offiziere, die aus Elsaß-Lothringen stammen, die Erlaubnis erhalten können, ihre Ver wandten in diesen beiden Provinzen zu besuchen. — Dem „Figaro" zufolge wird der König von Portugal Anfangs Juli offiziell in Paris eintreffen. — „Libre Parole" meldet, Oberst Bertrand sei offiziell mit einer Truppen-Abteilung in Jgli eingerückt und hätte ÄaS Land im Namen Frankreichs in Besitz genommen. — In der Kammer wurde die Debatte über den Gesetzentwurf begonnen, betreffend die Ausrüstung der Kriegshäfen und die Errichtung von Operationsbasen der Flotte, besonders in Biserta, nachdem die Dringlichkeit erklärt war. Pelletan bekämpft den Gesetzentwurf, der Ausgaben im Betrage von 850 Mill. Francs erfordere. Die Nationalisten interpellierten die Regierung Aber die Demission des Generalstabschefs Delanne. Der Ministerpräsident verlangte Vertagung der Interpellation auf einen Monat, was auch mit 294 gegen 249 Stimmen beschlossen wurde. Ro», 18.Juni. In der Kammer verkündete Pelloux, baß das Kabinett demissioniere. Die Kammer wurde darauf vertagt. Die Krisis kam überraschend. ES b rach der Zwist im Kabinett aus. Auch die Mehrheit selbst fpaltete sich. Drei Lösungen sind möglich: Die Wiederberufung Pelloux' und die Umbildung des Kabinetts, oder ein Kabinett Saracco, des Senatspräsidenten, und in letzter Linie ein Kabinett Crispi. FuuSbruck, 18. Juni. Der Senat der Universität »erbot bis auf weiteres das Couleurtragen bei Promotionen, weil anläßlich einer Borzugspromotion eines Dalmatiners eine slawische Kundgebung und eine deutsche Gegenkundgebung befürchtet wurde. Budapest, 18. Juni. Gelegentlich eines DemonftrationS- UmzugeS mehrerer tausend sozialistischer Arbeiter, die unter Schmährufen auf die Regierung und das Parlament zu Gunsten des allgemeinen und geheimen Wahlrechts demonstrierten, kam es zwischen den Sozialdemokraten und ihren Gegnern zu argen Krawallen, wobei zahlreiche Verletzungen erfolgten. Bukarest, 18. Juni. Depeschen aus der Dobrudscha melden von Bauernaufständen in mehreren bulgarischen Grenzdörfern. In Durankaleh wurden mehr als 50 Bauern von den zur Bewältigung der Revolte auf- gebotenen Truppen getötet. Zahlreiche Flüchtlinge überschreiten die rumänische Grenze. Konstantinopel, 18. Juni. Demnächst soll eine öffentliche Subskription, an bereit Spitze der Sultan mit vorläufig 2 500 000 Francs steht, fürdieMuselmanen aller Länder veranstaltet werden zur Sammlung von Beiträgen für den Bau einer Bahnlinie DamascuS— Mecc a. Man erwartet, daß auf diese Weise mindestens 90 bis 100 Millionen zusammenkommen werden. Aus Stadt und Land. Gg. Sack Stob. Drescher Ld. Dotzenrodt Willy Georg Franz SchLfer Willy Müller Carl Demuth. •* TarnerischeS. Am Sonntag hielt die Spielriege des Männerturnvereins ihr Wettspielen ab. Trotz des am Morgen herrschenden RegenwetterS rückte die zum Wettspiel gemeldete Mannschaft um 6