1900 Sonntag den 20 Mai estern Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. 36)8 Wn . Ms. 8631 00 r.sö MM ■ O All! ZZezngsprcis »ierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlochn; durch die Abholchelle» »irrttljährl. Mk. 1,M monatlich 65 Pfg, Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährL mit Bestellgeld. Alle Antttgen-BerrviNlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwtrtS 20 Pfg. RttebbA, Expedition und Druckerei: -chntstratze Nr. 7. Gratisdeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische UMsKuude._____________ Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 2 Sonnenschirme, 2 verschiedene Glacehandschuhe und 1 Luftpumpe. Gießen, den 19. Mai 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Auch die Eisenbahnlinie ist schwer beschädigt. Die Buren zerstörten außerdem mehrere Brücken und öffentliche Bauten. London, 19. Mai. Bon den 7000 Buren, die geflohen find, begaben sich etwa 1000 nach Waterstrom, dir anderen find nach dem Freistaat zurückgekehrt. London, 19. Mai. Das Sriegsamt erklärt, daß die Meldung Lord Roberts über die Gefangennahme deS Generals Botha sich auf den Kommandanten Jane Botha bezieht. London, 19. Mai. AuS Malopo wird vom 17. gemeldet: Gestern fand ein ernstes Gefecht um Mafe- kinq statt. Das Resultat desselben ist noch nicht bekannt. — Nach einer Meldung aus BolkSruft zerstörten die Buren gestern die Eisenbahnlinie bei Laingsueck» wodurch die Verbindung durch die Drakensberge längere Zeit gestört sein wird. Die Buren besetzten die strategische« Punkte und man glaubt, daß Laingsneck uneinnehmbar fein wird. . t m . London, 19. Mai. Der Bruder deS Obersten Bade« Powell hat ein Telegramm erhalten, in dem ihm die Entsetzung von Mafeking mitgeteilt wird. yatfltLBd außer bem Kch. «bei U 'm Aller mum tföt, 10 Will* M, I Miwc Mt, 1 66)\xm- !, 1 ffiflgntt. »drrfie für Drpeschen: Anzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. Annahme een Anzeigen zu der nachmittags für den fnlgmden t*| erscheinenden Nummer bi» »orm. 10 llhr. Abbestellungen spätestens abend» vorher. Erscheint täglich gidt Ausnahme deS Montag». Die Gießener MamilteuStätler werden dem Anzeiger tat Wechsel mit ,^heff. Landwirt^ n. ^Blätter Mr heff. Volkskunde- »bchtl. 4 mal beigelegt. Nr. 117 Zweites Blatt Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die unterm 14. l. MtS. für den FuhrwerkSverkehr an- geordnete Sperre der Hammstraße wird von Montag dem 21. I. MtS. wieder aufgehoben. Gießen, den 19. Mai 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. 1.65. i 2 Jab» I Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Telegramme deS Gietzewer Anzeigers. London, 19. Mai. Mafeking ist entsetzt. Diese Meldung, die gegen 10 Uhr abends bekannt wurde, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt. Der Enthusiasmus überschritt alles bisher Dagewesene. Große Menschenmaffen mit Fahnen durchziehen singend, jubelnd, schreiend die Straßen. Mit demselben vereinigte sich das aus den Theatern kommende Publikum. Musik- und Trommler-Korps setzten sich zusammen und schritten an der Spitze der begeisterten Menge. Die Telegraphen-Aemter sind belagert von Tausenden. Die Nachricht von dem Entsätze MafekingS ist halb offiziell. Das Kriegsamt wußte bis spät abends noch nichts davon. Loudon, 19. Mai. Obgleich die Meldung vom Entsätze Mafekings noch nicht amtlich bestätigt ist, zweifelt niemand an der Richtigkeit derselben, da der Lord-Major dieselbe bekannt machte. Trotz der späten Stunde wurde allgemein geflaggt und das Bild des Obersten Badeu-Powell wurde überall ausgestellt. Er ist zur Zeit der populärste Mann in ganz England. Bis 5 Uhr morgens herrschte reges Leben in den Straßen. Loudon, 19. Mai. Wie General Buller meldet, hat er gestern Newcastle besetzt. Er sandte eine berittene Kolonne nach Niutu, um eine große feindliche Kolonne, die sich dort festgesetzt hatte, zu vertreiben. Die Buren haben ringsum Alles zerstört, und sogar die Kirchen und Klöster nicht verschont. Die vornehmeren Wohnhäuser sind geplündert, und alles Wertvolle ist mitgenommen worden. Der Krieg in Südafrika. Vorn Kriegsschauplätze wird aus London gemeldet: Die Spannung bezüglich Mafekings ist noch immer int Wachsen begriffen. Aus Pretoria wird allerdings vorn 18. ds. gemeldet: Es wird amtlich (!) bekannt gegeben, die Belagerung Mafekings seitens der verbündeten Buren fei aufgegeben, nachdem das Burenlager aus den Forts heftig beschossen worden war. Die von Süden gekommenen britischen Truppen besetzten die Forts. — Wenn sich diese Nachricht bewahrheitet, was kaum zu bezweifeln ist, dann wird es in London einen kolossalen Freudenausbruch geben. Daß die Stadt nicht kapituliert hat, kann jedenfalls jedenfalls als feststehend gelten. Metier die letzten Tage in Mafeking hat die „Daily Mail" von der unverwüstlichen Lady Sarah Wilson wieder einen ziemlich ausführlichen Bericht erhalten, dem Dir folgende Einzelheiten entnehmen: Die Nahrung, die wir noch haben, wird uns so lange lebendig erhalten, bis die Hilfe kommt, — wenn sie nicht zu langsam macht. Wir müssen jetzt von allem leben, was überhaupt noch, gegeben werdet: kann, und dankbar fein daß wir es haben, einerlei, was es ift, Pf e r de- ileisch, Heüschrecken, Maultiere u. dgl. sind jedermann als schätzungswerte Nahrungsmittel vertraut. Die letzte Anregung zu einer möglichst sparsamen Fütterung ist die Errichtung einer Suppenknche für Weiße, und es ist ein spaßiger Anblick, zu sehen, wie wir alle, hoch und niedrig selbst hingehen, nm unsere Ration m Empfang ju nehmen. Sülze aus Pferdehaut ist augenblicklich eine hervorragende Delikatesse und schmeckt auch gar- nicht schlecht, wenngleich sie manchmal etwas zähe ist. ^rotz unseres Hungers hatten wir doch noch Energie genug, um am letzten Sonntag (6. Mai) ein militärisches Turnier abzuhalten, das sich als ein großer Erfolg darstellte, und trotz der schmalen Kost, von der die Soldaten leben, brachten sie doch ein feines Schauspiel zusammen. Die ganze Gar- rtiton, Offiziere und Mannschaften, haben ihre tägliche Ration von einer Unze Zucker aufgegeben. Dies ist nur eins 'von 'den vielen Zeichen 'für! das herzliche Einvernehmen, in dem Garnison und Einwohner leben. Die Frauen wetteifern miteinander, um die besten Mittel zu finden, die Rationen so gut wie möglich auszunutzen, und wir «lle hoffen, die englische Regierung wird diesen tapferen und edlen Frauen einen guten Feiertag oder eine Heimreise ium Dank für die aufopfernde Weise, in der sie den Männern beistehen und sie bei guter Laune halten, bereiten. Am Montag den 7. Mai, bombardierte der Feind mit Tagesanbruch unsere Stellungen; unsere Leute antworteten nicht In der Hoffnung, ihn näher heranzuziehen. Aber ein neuer Vorstoß wurde nicht gemacht, und gegen 9 Uhr stellten die Buren das Feuern ein. Am Sonntag wurde der sonst regelmäßig gehaltene Sabbathfriede zum ersten Mal seit den 30 Sonntagen, an denen sich Belagerte und Belagerer jetzt gegenütierstehen, gebrochen. Eine eüglische Patrouille ging etwas zu weit vor und wurde prompt abgefangen." ,pi, r _ General Hunter ist aus Christiana nach Fourten- streams zurückgekehrt und hat Gewehre und Remonten mitgenommen. General Bar ton wurde auf Transvaal- Gebiet zurückgelassen. — Lord Methueu und General A unter erhielten den Auftrag, der erstere südlich vom Vaal und Hunter nördlich vom Vaal, auf Klerksdorp zu operieren, nachdem sie sich hinreichend verproviantiert haben Lord Roberts telegraphiert aus Kroonstad vom 18. ds.. Methueu zog gestern in Hoopstadt ein. Die Generäle d u P r e e z und Daniels mit 40 Mann ergaben sich. — Die Kavallerie unter Broadwood besetzte Lindley nach geringem Widerstände. Präsident Steijn befand sich nicht dort. Seine Regierungsbeamten verließen Lindley am Sonntag. — Huttons berittene Infanterie überraschte und nahm 30 Meilen (50 Kilometer) nordwestlich von Kroonstad den Kommandanten Botha Deutsches Wich. Berlin, 18. Mai. Aus Wiesbaden wird vom heutige« Tage gemeldet: Heute früh 8 Uhr unternahm der Kaiser einen Spazierritt über den Sonnenberg hinaus und frühstückte mit den schaumburg-lippe'schen Herrschaften. Hieraus nahm er aus den Händen des Chefs der Geheime« Kriegskanzlei die neue Rangliste entgegen, die mit dem 7. Mai abschließt, und hörte dann die Vorträge deS Chefs de- Civilkabinetts v. Lucanus und deS Vertreters des Auswärtigen Amtes v. Tschirsky-Bögendorf. Prinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe verließen um 10% Uhr Wiesbaden. Zur Frühstückstafel um 1 Uhr folgte der Kaiser einer Einladung der Prinzessin Luise von Preußen. Am Nachmittag erschien der Kaiser zum Blumenkorso. Er ritt in der Uniform der Leibgardehusaren auf einem Schimmel im Schritt durch die dichtgedrängte Menge. Blumen und Blicke flogen, der Wettbewerb von Schönheit und Eleganz war bald im regsten Gange. Die Wiesbadener, Frankfurter, Mainzer, Darmstädter, Rheingauer Gesellschaft, auch einzelne Berliner und Leipziger hatten sich außerordentlich angestrengt. Die Gespanne selbst wie die Dekorationen waren durchweg in vorzüglicher Form. Ein Sechserzug, mehr als ein Dutzend Viergespanne, Wagen jeglicher Bauart, Uniformen vieler Regimenter, Kavalkaden von Reitern und Reitern und Reiterinnen wetteiferten in der Belebung des Corsotreibens. von Lang-Frankfurt mit zwei Viererzügen, davon einer mit Kirschen appetitlich behangen, Oberstleutnant Auer von Herrenkirchen: ein von vier Rappen gezogenes Schiff, verschiedene Mailcoaches, ein geschmackvoller Victoria in Kornblumen, Mohn und Aehren der Fra« v. Graeff-Wiesbaden, Prinz Solms-Braunfels, Frau Roth- Wiesbaden mit rotem Mohn, Prinz Albert von Schleswig» Holstein, C. Weinberg-Frankfurt mit feinem Viererzug, Hauptmann Klaetten-Mainz, Freiherr v. Eschbach-Darmstadt. — Bei den nächstjährigen Wiesbadener Fest- ! spielen soll nach einer von Kaiser Wilhelm getroffene» । Bestimmung ein neues Hohenzollern-Drama von Joses Lauff: i „Der große Kurfürst" zur Feier des 200jährigen Jubiläums des Königreichs Preußen in Szene gehen. — Von einer diesjährigen Reise des Kaiser S nach England ist, wie die „National Ztg." erfährt, bis jetzt in Hofkreisen nichts bekannt. — Der Reichskanzler, Fürst Hohenlohe, empfing gestern nachmittag eine Abordnung von Interessenten der Berliner Fondsbörse. Dieselbe überreichte dem Reichskanzler eine Resolution, die in einer Versammlung von Interessenten der Berliner Fondsbörse am 12. ds. Mts. beschloffeu worden ist und gegen die aus Anlaß der Flottenverstärkung in Aussicht genommene Erhöhung der Stempelsteuer für Börsengeschäfte Einspruch erhebt. Die Deputation fand eine sehr freundliche Ausnahme. Der I Reichskanzler zeigte sich über die in Rede stehenden Fragen I durchaus orientiert. Indessen wurden von seiner Seite I irgend welche bindenden Erklärungen zu Gunsten der Börsen- I intereffen nicht abgegeben. In der gleichen Angelegenheit I wurde die Abordnung heute vom Staatssekretär des Reichs- I fchatzamts empfangen. . , I — In d-r Budg-tkommissi°» d-S Reichstags wurde heute di- Beratung der N°°-ll- zum Re>chs- I stempelsteuergesetz fortgesetzt Bei der «bstimmu», I wurde der Stempel von 2 vom Tausend fitr städtische An und den Feldkornet Gassen nebst fünf Johannistiurger I Polizisten und 17 Buren gefangen. Keine Verlustei unserseits. Buller berichtet, mehrere Natalsarmer hätten I die Waffen eingeliefert. (Der gefangene Botha scheint I nid) t der Generalkommandant zu sein.) Ein Telegramm aus Durban meldet: Der Korrespon- I dent in der Delagoa-Bai sendet die sensationelle Meldung! I von einem Komplott der Buren, dem englischen! Kreuzer „Forte" das Schicksal der „Maine" im Hafern I von Havana zu bereiten, das heißt, ihn in die Luft! zu sprengen. Der Kreuzer sticht daher jede Nacht 17 I Meilen weit in See. Aus Thabanchu kommen dauernd Meldungen von der I Auflösung der Burenarmee. Der Afrikander-I tiund hat einen Kongreß für den 15. Mai nach Paarl ein- I berufen. Die Blätter Kapstadts bespötteln diese Berufung post festum. , Ein Telegramm von Kr o o n stadd von Mittwochnacht meldet: Die Wiederherstellung der Eisenbahn schreitet vor. Eine große Menge von Vorräten ist hier angehäuft. Die Buren haben die Rhenoster Spruit-Brücke zer - st ö r t und sollen dort in großer Stärke und mit schweren Geschützen stehen. Möglicherweise halten sie dort Stand. Das „Reut. Bur." meldet aus dem Burenlager in Volksrust: Es herrscht wieder die gewöhnliche Ruhe. Alle Kommandos haben die ihnen zugewiesenen Stellungen an der Grenze eingenommen. Die Engländer sind noch! nicht in Sicht. Die nördlich von Newcastle stehenden Buren gehen nach dem Amajubaberge zurück. Der „Times" wird aus Lorenzo Marquez vom 16. Mar gemeldet: Es scheint kein Zweifel mehr darüber zu tie^ stehen, daß, wie in Pretoria allgemein erzählt wird, Präsident Krüger wirklich die Absicht habe, die Hauptstadt zu verlassen. Man plant in Transvaal, den Sitz der Regierung nach L y d e n b u r g zu verlegen unti zu versuchen, dort dem Feinde den letzten Widerstand zu leisten. Der Volksraad soll diesen Vorschlag genehmigt haben. Zahlreiche Beamte bereiten sich schon zur Flucht! vor. Staatssekretär Reitz soll beabsichtigen, sich in Südamerika niederzulassen. Der Korrespondet des „New-York Herald" in Washington meldet: Die Aussichten, welche die Bur en gesandt schäft hatte, vom Präsidenten Mae Kinley empfangen zu werden, haben sich verringert infolge ihres Vorgehens in New-York, wo sie öffentlich den Zweck ihrer Mission kundgegeben hat, bevor sie von amtlicher Seite anerkannt worden war. Die Regierung ist der Ansicht, daß dies geschehen sei, um die öffentliche Meinung aufzuwiegeln und auf diese Weise die Regierung zu zwingen, die Burengesandtschaft zu empfangen und die ihr gemachten Vorschläge zur Ausführung zu bringen. Jameson ist, wie „Reuters Bureau" aus Kimberley meldet, eine Direktor stelle bei den Debeers- Minen übertragen worden. Es handelt sich offenbar um eine Demonstration zur Demütigung der Buren. Die Professoren der niederländischen Universitäten richteten unterm 8. ds. an Gelehrte der Unionsstaaten einen Appell, in dem ersucht wird, die Deputation der Buren in ihrem friedlichen Zwecke zu unterstütze n. w ilthen iik NM [itr KiA srü >♦<*! leihen angenommen, desgleichen der Antrag Oriola, betr. Besteuerung der Kuxe in etwas modifizierter Form. Morgen werden die Beratungen fortgesetzt. —- DaS „Berl. Tagebl." erfährt, daß die Auffassunc des Bundesrates in der lex Heinze noch keineswegs feststeht. Bon einer endgiltigen Beschlußfassung könne überhaupt keine Rede sein, bis die Dinge im Reichstage vollständig geklärt sind. Wie dann der eventuelle Entscheid oes Bundesrat ausfallen würde, lasse sich zurzeit ebenfalls noch gar nicht absehen. — Nunmehr ist auch der Kompromißantrag zu § 14a deS Fleischbeschau-Gesetzes den Reichstagsmitgliedern zugegangen. Der Antrag ist bisher von 89 Abgeordneten unterzeichnet, von denen 44 dem Zentrum, 20 der konservativen und 17 der freikonservativen Fraktion angehören. Außerdem haben 4 Polen, 3 Elsässer und ein fraktionsloses Mitglied deS Reichstages den Antrag unterzeichnet. — Die Konferenz zur Einrichtung eines wettertelegraphischen Dienstes für die deutsche Landwirtschaft findet auf Einladung des Staatssekretärs des Innern am 29. d. Mts. in Hamburg statt. Es werden sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen der Wettervorhersagen, sowie die Technik ihrer allgemeinen Nutzbarmachung zur Beratung stehen. — Im preußischen Abgeordnetenhause wurde heute § 1 der Warenhaus-Steuer-Vorlage in der Kommissionsfaffung (300 000 Mk. als steuerpflichtiger Mindestumsatz) angenommen. Der Antrag Cahensly (Filialen-Besteuerung) wurde abgelehnt. § 2, die die Steuerskala betrifft, wurde nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen; ferner wurden die §§ 3 und 4 angenommen und § 5 der Regierungs-Vorlage, wonach die Steuer 20 Prozent des Reingewinnes nicht übersteigen soll, der von der Kommission gestrichen worden war, wurde nach einem Initiativanträge dahin abgeändert, daß eine Ermäßigung auf die ^Hälfte der Umsatzsteuer zugelassen wird, wenn die Steuer den Reingewinn übersteigt. — lieber bie Bildung einer Ministerialabteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe im Großh. hessischen Ministerium des Innern und der Zuziehung von Arbeitern bei Beratung oder Bearbeitung wichtiger, die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter (Titel VII der Gewerbeordnung) betreffenden Fragen schreibt die „Soziale Praxis": „Man kann nur wünschen, daß das einsichtsvolle Vorgehen der hessischen Regierung auch in anderen deutschen Staaten Nachahmung finden möge. Die Heranziehung der Arbeiterorganisationen zur Auswahl der Vertreter schließt zugleich eine staatliche Anerkennung der Berufsvereine ein, von der man „anderswo" oft noch weit entfernt ist." Jena, 18. Mai. Seit heute tagt hier die Konferenz der amtlichen Statistiker des Reichs und der Bundesstaaten. Vertreter des Großherzogtums Hessen ist Reg.- Rat Fertsch. Wiesbaden, 18. Mai. Prinz und Prinzessin Karl von Hessen sind heute hier eingetroffen. München, 18. Mai. Wie die „Münchener Zeitung" wissen will, wird Prinz Albert von Belgien, der einzige Sohn des Grafen Philipp von Flandern, sich mit der Herzogin Elisabeth von Bayern, der dritten Tochter des Herzogs Karl Theodor demnächst verloben. AasUlnd. Kopenhagen, 18. Mai. Der König reist am 27. ds. Mts. über Lübeck nach Wiesbaden, wo er drei, Wochen bleibt, dann nach Gmunden, um der Konfirmation der Prinzessinnen beizuwohnen. London/ '18. Mai. Die „Times" Meldet aus Peking ppm 17. ds.: Die fremden feindliche Bewegung der Boxers hat Verhältnisse angenommen, die beunruhigend sind. In der Gegend Halbwegs zwischen Pactingfu und Peking wurden schwere Ausschreitungen gegen die Christen begangen, wobei viel Eigentum zerstört wurde. 73 eingeborene Christen, darunter Frauen und Kinder, wurden ermordet, viele davon lebendig verbrannt. Katho- Sifche Missionare berichten, es sei die ernsteste Christenverfolgung, die seit vielen Jahren vorgekommen sei. Es bestehe die Gefahr, daß die Bewegung infolge der Apathie und des stillschweigenden Einverständnisses der jetzigen fre-ndenfeindftchen Regierung noch an Ausdehnung gewinne. — Der „Times" wird aus Peking gemeldet: Am 30. März wurden zwei Abkommen zwischen dem russischen Geschäftsträger Pawlow und der koreanischen Regierung unterzeichnet. Im ersten Abkommen überläßt Korea an Rußland ein innerhalb drei englischer Meilen von Der ausländischen Niederlassung von Masampho be- tegenes Grundstück für ein Kohlendepot und für ein Ma- vinehospital zum ausschließlichen Gebrauche des Pacifischen Geschwaders am Hafen von Masampho. Das zweite Ab- ßommen ist ein gegenseitiges. Rußland verpflichtet sich, wie zu versuchen, irgend welches Land zu pachten oder zu erwerben auf der Kojedoinsel, auf dem gegenüberliegenden Festlande bis zu den Grenzen des Hafens von Masampho »der auf irgend einer benachbarten Insel. Korea ver- pflichtet sich dagegen, kein Land an den genannten Stellen au irgend eine dritte Macht zu veräußern. Pawlow hat Vie koreanische Regierung benachrichtigt, daß Masampho Vas Winterhauptquartier der russischen Flotte sein wird. Madrid, 18. Mai. Die Lage ist andauernd ernst. Neue Unruhen sind zu befürchten, sobald am 10. Juni die Frist für die freiwillige Steuerzahlung abläuft und die Anwendung von Zwangsmitteln beginnt. Rom, 18. Mai. Die Kammer wurde heute aufgelöst. Die Neuwahlen sollen am 3. Juni, die Stichwahlen am 10. Juni und der Zusammentritt der Kammer am 16. Juni stattfinden. Wien, 18. Mai. Die Vertreter der gesamten deutsch-nationalen Studentenschaft der Wiener Universität haben dem Rektor folgende Erklärung Hbergeben: Wir erkennen an und achten die Autorität Seilter Magnifizenz, wie auch des akademischen Senates als derjenigen Behörde, welche uns unmittelbar vorgesetzt und in erster Linie berufen ist, unsere Interessen zu wahren, auch dann, wenn wir der Ueberzeugung sind, im guten Rechte zu sein. Aus diesem Grunde und weil wir glauben, daß das erlassene Farbenverbot keine Maßregelung der deutschen Studentenschaft, sondern nur eine Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Ordnung sein soll, fügen wir uns diesem Verbote. Andererseits erwarten wir and) von unserer vorgesetzten Behörde ein entsprechendes Entgegenkommen und bitten daher, ein hoher akademischer Senat möge im Interesse der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Studentenschaft 1. den klerikalen Verbindungen verbieten, in Zukunft bei Auffahrten an der Universität Waffen zu tragen, weil sie sich durch ihre Ansichten über den Zweikampf dieses Rechtes von selbst begeben haben; ferner 2. den beiden neuen klerikalen Verbindungen Kürnberg und Nordgau das Farbentragen an der Universität überhaupt untersagen, weil in dem lieber- Handnehmen klerikaler Verbindungen eine drohende Gefahr für die Erhaltung des deutschen Charakters unserer, Universität und die Freiheit der Wissenschaft liegt; 3. sämtlichen klerikalen Verbindungen den Bummelplatz verweigern, weil sie s ich durch die Art, wie sie die beiden obengenannten gleichgesinnten Verbindungen unterstützte, einer unerhörten Provokation der gesamten deutschen Studentenschaft schuldig gemacht haben; endlich 4) um weiteren be- dauerlrchen Streitigkeiten für immer den Boden zu entziehen, verbieten, haß eine neu austretende studentische Verbindung gleiche oder ähnliche Abzeichen trage, wie eine auf Wiener Boden bereits bestehende, und insbesondere dahin wirken, daß die klerikalen Verbindungen durch ein sichtbares Zeichen auf Kappe und Band als solche kenntlich sind. Wir geben dem, sicheren Erwarten Ausdruck, daß dann die Ruhe auf akademischem Boden hergestellt sein wird. — Wie die „Wiener Abendpost" meldet, hat sich die Erzherzogin Marie Immaculata Raineria, Tochter des verstorbenen Erzherzogs Karl Salvator, mit Bewilligung des Kaisers mit dem Herzog Robert von Württemberg verlobt. - Aus Stadt und Land. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Anhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 19. Mai 1900. Aus dem Militörwochenblatt. Prinz Ferdinand Maximilian zu Asenburg und Büdingen- Wächterbach, Leutnant & la suite deS 2. Großh. Hess. Drag.-RegtS. (Leib-Drag.-RegtS.) Nr. 24, ist unter Verleihung eines Patentes feines Dienstgrades in das genannte Regiment eingereiht worden. ** Der oberhesfifche Geschichtsverein hielt gestern abend 81/, Uhr seine Sitzung im Caft Ebel ab. Zunächst war die Vorstandswahl zu erledigen. Die bisher mit der Leitung des Vereines betrauten Herren behielten dieselbe auch für die Folgezeit bei: Nach der Wahl erstattete Prof. Dr. Gundermann über die Ausgrabungen Bericht, die in letzter Zeit von ihm in Gießen und der Umgegend gemacht wurden. Die Ausführungen waren außerordentlich anregend. Die Fundgegenstände lagen, soweit das möglich war, zur Besichtigung vor. Es waren Radnadeln, Bronzestücke, GlaS- flußsachen u. dgl. m. Am wichtigsten war eine Urne aus terra sigillata, die vorzüglich erhalten ist, und die Inschrift trägt: Cerealis f(ecit) und Constantini. Letzteres mag der Name des Künstlers sein, der den Entwurf zu den Darstellungen lieferte. Ersteres ist der des Verfertigers, der sich auch auf zahlreichen Fundstücken anderer Gegenden genannt findet, und der etwa um daS Jahr 300 seine offi- cina bei Rheinzabern gehabt zu haben scheint. Diese Inschrift ist demnach für die Datierung des Fundes höchst be- >eutungsvoll. Wenn so dieses Gefäß auf die Handelsverbindungen nach Westen hinweist, erzählen andere Fundstücke, vor allem Bernsteinsachen, von einem lebhaften Verkehr mit )er Ostseeküste, wo besonders die Insel Rügen weithin ihre Feuersteine und sonstiges Material spendete. So reihen sich )ie Zeugnisse aneinander von der ersten Bronzezeit bis in )ie Tage der Römer. Daß die Ansiedlung hier außerhalb >es Limes eine römische war, ist natürlich nicht anzunehmen. Auf ihre Größe läßt die weite Ausdehnung des Gräberfeldes schließen. Sie hat sich wohl nicht an der Stelle Gießens selbst, sondern mehr im Wieseckthal beftlnden. Bereits im 8. Jahrhundert hören wir von einem Orte „Uffenheim" (oder Ursenheim) in der „Wisichenmark". Möglicherweise ist das der Name der alten Ansiedlung gewesen. — Dr. Koruemann berichtete noch kurz von seinen Ausgrabungen bei Ostheim. Da die Nachforschungen weiter- ;ehen, so ist zu hoffen, daß ihre künftigen Ergebnisse hinter >en bisherigen nicht zurückbleiben. Die Zusammenstellung derselben wird, soweit die Räumlichkeiten des Museums das erlauben werden, einmal ein hübsches Bild von der alten Siedelung der Wetterau geben können. • • Verein zur Beförderung eines Saalbaues. Um eine Kollision mit dem Akademischen Gesangverein zu vermeiden, ist der Deklamationsabend von Fräulein Irene Schaedel auf Sonntag den 27. Mai festgesetzt worden. 30jähriges Stiftungsfest. Die am 7. Mai 1870 gegründete studentische Reformverbindung „Adelphia" hält >cute abend im Eafe Ebel als Vorfeier zu ihrem 30jährigen Stiftungsfest einen Festkommers ab. Morgen findet eine Wagenfahrt nach dem Gleiberg statt. Die Hauptfeier wird am 5. und 6. Juni, den Tagen nach Pfingsten, in Bingen sein. • • lieber die Rettung des schiffbrüchigen Leichtmatrosen Ludwig Hamel von Gießen und seiner sieben Schicksals- Genossen, die zur Besatzung des untergegangenen Vollschiffes „Undine" gehörten, erhielt der Vater des Geretteten, Restaurateur W. Hamel, vou der Rhederei Krogmann & WachSmuth folgenden vom 15. d. MtS. datierten Brief: , j£n Beantwortung Ihres Geehrten vom 5. v. Mts. können wir Ihnen beete die erfreuliche Mitteilung machen, daß laut soeben ctoßeiaufenem T legramm die Mannschaft des Bootes "Unbdtt" in Brisbane (Australien) «ohlerhalten »x, gekommen ist. Wie erinnerlich sein dürfte, ist das eine Boot der qt- sunkenen „Undine" bereits am 13. März von der englische» Barke „Oakhurst" ausgenommen, und später an Bord de- DampserS „Jsurba" verbracht worden, der eS in Kapstadt landete. Darmstadt, 18. Mai. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen nebst den Prinzen Sigismund und Heinrich, sowie Gefolge trafen heute mittag ^12Uhr auf Station Langen ein, von dem Groß Herzog und der Großherzogin empfangen und nach dem Jagdschloß Wolfsgarten geleitet, wo sie für einige Tage zu verweile» gedenken. Darmstadt, 18. Mai. Der hessische Goethebund wurde heule abend gegründet. An den Reichstag wurde ein Protesttelegramm gegen die lex Heinze ge. richtet. Der nationalliberale Abgeordnete Schröder will im Landtag die Regierung über ihre Stellung intest, peliieren. Referent und Vorsitzender war Professor H a r n a ck. △ Klein-Krotzenburg, 18. Mai. Eine 87jährige Fra» aus Schöllkrippen pflegte allabendlich als Nachttrunk ein Zwetschenschnäpschen zu schlürfen. An einem der letzte» Abende verwechselte sie in der Dunkelheit die Flasche und trank unverdünnte Essigessenz. Nach einigen Stunden war die Greisin eine Leiche. bm. Mainz, 18. Mat. Zum landesherrlichen Kommissär für die Kovsekrations- und Jnstallations- feier des neugewählteu Bischofs Dr. Brück ist der Pro. vinzialdirektor und Territorial-Kommissär Geheimerat Frhr. v. Gagern bestellt wo:den. Nach dem Programm wird der Kommissar zu der Konsekration an dem Marktportal des Domes von einer Deputation des Domkapitels empfangen und zu dem für ihn bestimmten Ehrenplatz geleitet. Aus Anlaß der Bischofsweihe find von der Eisenbahndirektio» Mainz auf den Linien Mainz—Bingen und Mainz—Alzey für den kommenden Sonntag je zwei Extrazüge eingelegt. — Unser Oberbürgermeister Dr. Gaßner ist auf de» nächsten Sonntag Mittag zum Kaiser nach Wiesbaden zur Audienz befohlen. Dr. Gaßner wird bei dieser Ge. legenheit seinen Dank abstatten für die vom Kaiser er. griffene Initiative zur teilweisen Entfestigung von Mainz. — Unterhalb der Station Kastel entgleiste heute morgen ein schwer belasteter Güterzug. Bon dem Zugpersonal erlitt niemand Schaden, dagegen trat eine große Verkehrs« störung ein,, da es längere Zeit bedurfte, um die Geleise frei zu machen. Wiesbaden, 18. Mai. Am 12. Mai tagte hier die ordentliche Hauptversammlung des Vereins deutscher Werkzeugmaschinenfabriken. Nach dem Jahres« bericht hat der Verein im abgelaufenen Geschäftsjahre eine rege Thätigkeit entwickelt. Der Verein huldigt in Bezug auf die Zollsätze der Ansicht, daß der autonome Zolltarif, wenn er auch von extremen Bestimmungen frei bleiben müsse, doch hoch genug sein müsse, um dem namentlich einem starken amerikanischen Wettbewerb ausgesetzten Geschäfts, zweige hinlänglichen Schutz in schlechten Zeiten zu gewähren, und für den Abschluß von Handelsverträgen eine wirksame Handhabe zur Erzielung von Zugeständnissen des Auslandes als Ausgleichsgegenstand zu bieten. Die Hauptversammlung beschäftigten Fragen, die der weiteren Vervollkommnung des geschäftlichen Betriebes des technisch hoch entwickelten und wirtschaftlich bedeutenden deutschen Werkzeugmaschinenbaues gelten. Auch wurde festgeftellt, daß die meisten Werkzeugmaschinenfabriken in Rücksicht aus den in den letzten Jahre» eingetretenen großen Bedarf an Maschinen durch Erweiterungen und Vervollkommnungen im Betriebe ihre Leistungs« fühigkeit bedeutend vergrößert haben, sodaß den Ansprüche« der ihre Erzeugnisse verbrauchenden Industrie Voraussicht- lich in jeder Beziehung genügt werden kann, und deshalb die Erwartung auf einen angemessenen Zollschutz wiederholt betont wnrde, da sonst in weniger günstigen Zeiten de» Fabrikanten die Möglichkeit versagt sei, den vielen Tausenden von Arbeitern, die in dem Geschäftszweige thätig find, lohnenden Verdienst zu gewähren. Die deutsche Torpedobootsdivifiou in de« Rheinstädten. In Heidelberg trafen am 18. d. MtS., vormittags 10 Uhr, 8 Offiziere und 50 Mann der Besatzung der Torpedobootsdivision ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Oberbürgermeister Dr. WilkenS begaben sich die Gäste ins Schloß, wo ihnen in der Schloßkellerei ein Willkommentrunk geboten wurde. Darauf folgte ein Frühstück im Schloßrestaurant. An den Kaiser und den Groß- zerzog von Baden wurden Begrüßungstelegramme ab« gesandt. Die Abfahrt erfolgte um 2 Uhr. — Wie von Neustadt a. d. H. gemeldet wird, stattet die Besatzung der Torpedoflottille am Samstag der Pfalz einen Besuch ab. In Neustadt treffen am Samstagabend mit Sonderzug leben Marineoffiziere und eine Anzahl Ehrengäste aus Nannheim und Ludwigshafen ein. Der Begrüßung durch die Stadtverwaltung folgt ein Kellerfest. — Am Montag wird die Torpedoflottille im Maxauer Hafen eintreffeu. Die Stadt Karlsruhe hat zu Ehren derselben verschiedene Festlichkeiten in Aussicht genommen. — Der Gemeinderat zn Straßburg i. E. beschloß, der am 22. d. MtS. in Straßburg erwarteten Torpedoflottille einen festlichen Em- ifang zu veranstalten. Uermischkr. * Zum Könitz er Morde wird gemeldet, daß die Leichenteile Winters zur Beerdigung frei gegeben worden sind. • Dresden, 18. Mai. Heute Morgen hat sich der hier wohnhafte Tischlermeister Goldammer infolge finanzieller Schwierigkeiten erhängt und seine 50jährige Frau und Dsregung. »Loilboi .Manchester ß Indien: Die Hungersnot Hungersnot-Lao sind nich y,tt Cholera FharaÜkrS in gestorben ft : auitnb Opfir • Piltss n^lobitiV Tchwch letzt, von d 1 M-röttr, «ru Immatrikuli fSo stellt sich h vitsrs und des»( ursprünglich ange rolgende Zistern UB99 waren imm ki heute immatti dfflb 452 der phill «ithin für das l listige Feststellung Disttmz erklärt s KintN'-Temchert. t:ix tltvwi ’i Mn ndrMchrn । ' - $co Alchrschmüichkei ' sprechen. - Vers« Ferienkurse a ' öurse zerfallen i • Dauer nach & Ifür Herren und ü 1 Kulturgeschichte, 121 Pädagogische «indes, !J. Eprachturse i MdunMrfi \ wh LchrMdu Zvvtvtzi Diakonie, ®e’d dieser Kurse' i anderer je 24 •% Uhr im SE werden durch! Jena versendet "achricht, 1 Absicht um, fiit 9itWtn wird 'flR ber llnioerfi !5""e btaatsw AtS.: Prinz vau E ndete, geh " anbdt ha ® »ft Md rol rt •» iin Oerebro 1 ■Ss« «I® jßolij'ft'” V S- Je OnsK't Strbrechen "och kalben M. . *■ Gießen "erderiltcher ffitf bei ö«ifai4 bet b ZS SÄ’! wmmen. 2 am *-i> •ir 9t- Ofen Kamin Q) (D Prima tietu 8661 O Markt 21. Telephon 46. Der Bürgermeister. 3658 Eintritt frei. Eintritt frei. 02240 KonkuriwermalL r. 3653 : licliinnitimuljiiniyii s Q M vom Sailern' ung m M/ le tytitMqti «Mchllal njt Serkchir- v die Herd 3641 Konkursverfahren. In dcm Konkursverfahren über das Vermögen der Fräulein Henriette SLfcher in Gießen habe ich das Ver- Mnis der bei der Schlußverteilung m berücksichtigenden Forderungen auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amts- qerichts Gießen zur Einsicht der Beteiligten nirdergelegt. Die Summe der nicht bevorrechteten Forderungen beträgt hiernach 4714 Mk. ^2 Pfg^, »ährend die verfügbare Masse sich atf 1390 Mk. 61 Pfg. berechnet, sonach 29 V2 Prozent zur Auszahlung iotnmew. Gießen, den 19. Mai 1900. Emil Fischbach, geführt wird, erweist sich der Taglöhner Sg. Werner von ALdgen. Xw 1 14 Dezember hatte er eine Frau aus Rödgen durch Schimpfworte be- | le.digt und sie mit einem ErdNumpen geworfen. Dafür erhielt er vom Schöffengericht zu Bad-Rauheim eine Geldstrafe von 6 Ml. Gegen dieses Urteil hatte W. Berufung eingelegt und suchte heute die gegnerische Zeugin als falsche Denunziantin zu überführen und als meineidig hinzustellen, indessen ohne Erfolg. Vielmehr erhöhte das Gericht, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, die in Nauheim festgesetzte Strafe auf das doppelte und legte dem Angeklagten sämtliche Kosten auf. Wetzlar, 18. Mai. Die Strafkammer verhandelte eine Beleidigungsklage des Sanitätsraths Kreisphysikus Dr. P in Dillenburg gegen den dortigen praktischen Arzt Dr. F. Im März v. I. wurde Dr. F. zu einer Wöchnerin gerufen, zu der er einen Kollegen mitnahm. Die Wöchnerin ist nach Aussage des Dr. F. am Nachmittag von Ohnmächten und Schwächezuständen befallen worden und am andern Tage gestorben. Der Kreisphysikus zeigte den Fall dem Landratsamt an, von wo aus die Staatsanwaltschaft zu Limburg benachrichtigt wurde, die den Kreisphysikus mit der Sektion der Leiche beauftragte. Sanitätsrat Dr. P. zog dabei einen zweiten Arzt und einen Heilgehilfen zu. Dr. F. hat sich dadurch, daß er als vorher behandelnder Arzt von dem Kreisphysikus zur Obduktion nicht zugezogen worden war, beleidigt gefühlt und verschiedenen Herren gegenüber von Konkurrenzneid gesprochen. Der Kreisphysikus hat dies als Beleidigung aufgefaßt, Klage eingereicht und auch die von dem Vorsitzenden vorgeschlagene Einigung abgelehnt, während Dr. F. unter gewissen Umständen zu einer solchen bereit war. Der Staatsanwalt fand in dem Worte Konkurrenzneid eine schwere Beleidigung des Kreisphysikus und beantragte gegen Dr. F. 800 M. Geldstrafe. Das Gericht nahm an, daß Dr. F in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe und erkannte auf 100 Mk. Geldstrafe. Kekanntmachung. Die Dampfstraßenwalze arbeitet in der nächsten Woche wie folgt: Am 21. und 22. ds. Mts. am Wege Launsbach • Gießrn (Feldweg), Gemarkung Launsbach; am 23. d. Ms. Transport und Walzen am Wege Wißmar-Gießen, Gemarkung Wißmar, am 24. und 25. d. Ms. Transport und Walzen am Wege Wißmar- Krofdorf, Gemarkung Wißmar, am 26. d. Ms. Transport und Walzen am Wege Krofdorf-Wißmar, Gemarkung Krofdorf. Krofdorf, den 18. Mai 1900. Heute Samstag Mufyalbckt Abend-Unterhaltung auszesührt von Mi ungarischen MnMnnstlm Gasthaus zum weissen Ross. Sillige tausend Fegmter Tannen- n. Fichteo-Kundhotr für Bahn- und Wafferverftachtung günstig gelagert, pmswnrdig absugcben. ®tfl. Anfragen unter Nr. 3637 an dis Expedition d. Bl. erbeten. inW’n« «el f Matjes-Heringe, MaltaKartosseln frisch eingetroffen bet A. & G. Wallenfels Stadt. Schlachthaus. Freibask. 3538 Heute und Montag. Lchweinegeisch 40 Vfz. der modernen ■ Ofen-Politur. • Neueste Meldungen. Berlin, 19. Mai. Der Goethebund beabsichtigt, dem Ernst der Situation Rechnung tragend, an einem der ersten Abende der nächsten Woche eine große öffentliche Versammlung abzuhalten, in der hervorragende Mitglieder derjenigen parlamentarischen Parteien, die im Reichstage der Kunst- und Litteratur feindlichen Lex Heinze kraftvollen Widerstand geleistet haben, sprechen werden, nämlich: Heine (Soz.), Dr. Müller-Meiningen (freis. VolkSP.) und Schrader (freif. Vereinigung). Die Entscheidung de« nationalliberalen Vertreters steht noch aus. Ernst von Wolzogen wird für Litteratur und Kunst das Wort ergreifen, die juristische Seite der Sache wird durch Geheimrat Prof. Franz von LiSzt Beleuchtung finden. Loudon, 19. Mai. Der Tod des Gouverneurs von Marokko wird amtlich bestätigt. Brüssel, 19. Mai. Einem hiesigen Blatte zusolge soll der Schwiegervater des Exkapitäns Dreyfus in der Avenue de Longchamp eine Wohnung gemietet haben, in der sich Dreyfus mit seiner Familie niederlassen wird. Paris, 19. Mai. Infolge einer Preßfehde fand gestern ein Duell zwischen dem Redakteur Lackroy, Mitarbeiter des Blattes „La Presse", und einem Herrn Bernstein statt. Ersterer erhielt eine leichte Verletzung am Arm. Paris, 19. Mai. Der „Temps" berichtet aus Konstantinopel, Dr. Nicolle habe den Pest BazillnS entdeckt. Wien, 19. Mai. Wie von informierter Seite versichert wird, soll in der gestrigen Konferenz der parlamentarischen Rechten ein Kompromiß gegen die tschechische Obstruktion zu stände gekommen fein, sodaß Aussicht vorhanden ist, daß das Parlament bereits heute arbeitsfähig sein wird. ifltt hin bit l deutscher dm Jahre-' Wjahre eine 'bißt in Bezug ome Zolltarif, , frei bleibe« tn zu gewähr», :n eine wirksam i des SvSlack« lliptversawwluog ißfommnnng bd tntmitlttn und zmaschineabauet isten i letzten durch ttettit* t ihre Lchch- den Ansprüche' strie vorailsstchb m, und deShali uchup wiederholt ützen Zeiten bfl nielenTausendn :tgt thlltig M sä'1 •Ä tJO9 Ml ? W 9 iu verw^ Jagd und Spott. — Mainzer Sportplatz. Ein glänzend besetztes Feld wird kommenden Sonntag das Internationale Radrennen, welches anläßlich der Kaisersportwoche veranstaltet wird, auf dem Mainzer Sportplatz be. streiten. So starten u. a. der Weltmeister Willy Arend, ferner der alte Europameister Berheyen-Frankfurt, der holländische Meister Schilling- Amsterdam, der elsässische Meister Dirheimer-Strahburg rc. Die Herrn« fahrer-Konkurrenzen weisen ebenfalls die besten Amateure auf, wie Gottron, Fries, Simon, Hatzmann-Mainz, Duill, Görz-Gießen, Bettinger, Heflinger-Ludwigshafen, Mdder-Frankfurt rc. Der gebotene Sport wird sich würdig den übrigen Veranstaltungen der Kaisersportwoche anschließen. Die Rennen beginnen nachmittags 4 Uhr. Arbeiterbewegung. Berlin, 18. Mai. Die Verhandlungen der großen Berliner Strißenbahn-Gesellschaft mit der Lohnkommisston, die heute vormittag stattgefunden haben, berechtigen. nach Angabe der Direktion zur Aussicht auf Beilegung des drohenden Streiks. Von anderer Seite wird dagegen erklärt, daß die Hoffnung auf eine schlanke Beilegung der schwebenden Differenzen sehr optimistisch erscheine. Die Entscheidung soll bei der heutigen Nachtversammlung der Beamten liegen. In Sachen der Gehaltsfrage will die Direktion entgegenkommen, dagegen lehnt sie ab, die bei den Angestellten mißliebig gewordenen Oberbeamten aus dem Betriebe zu entfernen oder zu versetzen, well dies die notwendige Disziplin schädigen würde. * * Telegramme des Siebener Anzeigers. Berlin, 19. Mai. In der Rachtversammlung der Angestellten der großen Berliner Straßenbahn wurden die Vorschläge der Direktion einstimmig abgelehnt und beschlossen, den Streik mit dem folgenden Morgen beginnen zu lassen. Bisher ist indessen die Arbeitseinstellung nicht allgemein. Allerdings stockte in den ersten Morgenstunden der Straßenbahnverkehr ganz bedeutend. Nur in großen Zwischenräumen konnte man elektrische und Pferdebahnwagcu, teilweise mit neuem Personal erblicken. Da es an Wagenführern fehlt, sind die Kontrolleure als solche eingestellt. Auf Strecken, wo sonst nur Motorwagen verkehren, werden aus Mangel an Führern Anhängewagen •««im m1 5 Heinz,» Um-, j ^uung in •“ N* Ach-s«, ^achttrnnk eii .netn der lktztki b,e uüi 11 Stunden wL ^errlilhen 5ont ist der eheiwerat Fch. vtogtamm wist ev MarktpW W empfangt! } geleitet, gy isenbahndirektin ) Maiuz-H, azstge cingelkg' er ist auf dn ch Wiesbade, Sgc ""-M <^ie Maul- und Klauenseuche in Kinzenbach ist erloschen. Die Sperrmaßregeln find aufgehoben. Krofdorf, den 18. Mai 1900. Der Bürgermeister. 3657 Lichteuthaeler. iine 18jährige Tochter veranlaßt, sich mittelst des Rafir- | nejferS die Kehle durchzuschneiden. Mu»er und I loitJter liegen im Krankenhause in den letzten Zügen. I ' * AuS de« Geständnis des Massenmörders Nordlund, pr, wie wir berichteten, auf dem schwedischen Dampfer I .Prinz Carl" eine große Anzahl Passagiere tötete unb ver I rundete, geht weiter hervor, daß er völlig mit Ueberlegung I 'khandelt hat. Ec hatte in Oerebro einen Revolver gelaust und wollte zuerst dort einen Dampfer plündern und die an Bord befindlichen Leute töten. Auf einem Dampfer in Oerebro stahl er 24 Kronen aus der Kajüte des Steuermanns. Nachdem er in Arboga die Dampfer untersucht hatte, ging er an Bord des „Prinz Carl". Nach seiner e genen^Aussage tötete er zuerst den Kapitän des Schiffes durch einen Dolchstich, dann schloß er den Rauchsalon und Hinterdecksalon ab. Als er einen Dampfer herannahen sah, -rschrack er, ging zu dem Maschinisten und verlangte, daß | rr mit Volldampf fahre. Er bedauert, daß er sich von den Polizisten habe überraschen lassen und diese nicht nüber« geschossen, ebenso baß er nicht alle an Bord des „Prmz Sari" befindlichen Leute getötet habe. Er sei durchaus nicht wahnsinnig und habe die That begangen, um sich an den Menschen zu rächen. Der Mörder N. ist em durch romantische Räuberideen verwirrter Anarchist, der aus Haß gegen hie Menschheit die Unthat begangen hat. Er wollte sein Verbrechen noch anderswo fortsetzen. Von den zwölf Opfern sind fast alle tätlich verwundet, soweit sie nicht bereits gestorben sind. Unter der Bevölkerung herrscht ungeheure Aufregung. - London, 18. Mai. Der Spezialkorrespondent des „Manchester Guardian" telegraphiert auS Harda in Indien: Die CH olera breitet sich in den von der Hungersnot ergriffenen Bezirken auS. Sie greift die Hungersnot-Lager, Städte und Dörfer an. In einem Bezirke sind nicht weniger als 45 Hungersnot-Lager von her Cholera ergriffen. Die Cholera ist bösartigeren TharakterS in Gujerat, wo viele tausend Menschen zestorben sind. Im Lager von Godhra allem raffte sie lausend Opfer hin. . • Paris, 18. Mai. In der Vorstadt Samt Deins explodierte heute nachmittag ein Bassin zur Herstellung een Schwefelsäure. 12 Arbeiter wurden schwer ver- letzt, von denen bereits 3 gestorben sind. Gerichtssaal. 1 «testen, 18. Mai. Als einen gefährlichen Menschen mit sehr verderblicher Willensbildung, wie in der Begründung des Urteils aus- Universität und Hochschule. Marburg, 18. Mai. An der Universität erreichte die Zahl der neu Immatrikulierten mit 565 eine bisher noch nicht dagewesene Höhe. So stellt sich heraus, daß die Differenz zwischen der Studentenzahl dieses und des »origen Sommersemesters doch nicht so erheblich ist, rote ursprünglich angenommen wurde. Von amtlicher Seite erfahren wir folgende Ziffern über den Besuch unserer Universität: Im Sommer 1899 waren immatrikuliert 1209 Studenten, im Sommer 1900 sind H heute immatrikuliert 115 Theologen, 365 Juristen, 234 Mediziner und 452 der philosophischen Fakultät Angehörige, insgesamt also 1166; mithin für das laufende Semester 43 Studenten weniger. Die end- Mige Feststellung der Studentenzahl kann erst später erfolgen. Die Differenz erklärt sich durch den etwas größeren Abgang «m^de des Winter-Semesters. Der Zugang nn laufenden Semester Übersteigt um em kleines den deS letzten Sommer-Semesters. - Profeffor Heß ist jum ordentlichen Profeffor der Augenheilkunde und zum Vorstande der .phthalmologijch-n Klinik an der UnimfUät; SB ü 18 6 n r 6ernannt wotben. — Profeffor Dr. Brinkmann rn Königsberg wird aller Wahrscheinlichkeit nach einem an ihn ergangenen Rufe hierher ent» sprechen^ «^-^deneSr Auch in diesem Jahre sollen in Jena Ferienkurse abgehalten werden, um zwar vom 6. August °b. Tue Rurfe zerfallen in verschiedene Abteilungen, sowohl bem Inhalt, rote der Dauer nach. De» Inhalt nach unterschewen wir ^' ^ememe Kurse füt fietrpn und Damen. Dazu gehören: Botantk, Geologte, Physiologie, ^tuk7esckichte Reliaionsgeschichte, Litteraturgeschichte, Diakome. ^^Pädagogische Kurse ^Allgemeine Didaktik, Spez. Didaktik, Psychologe es Kind?s, Päd. Pathologie, Fröbelsche Pädagogik Schulzucht. , SprachÄ und Litteraturkurse für Ausländer. 4. Besondere Fortbildungskurse für Lehrer der Naturwissenschaften an höheren Schulen unb Lehrerbildungsanstalten: Astronomie, Botanik, Geologie, Minera ogte b. TH-°'°SiIch- Kurs- fto G-istlich-: R-Iigwnsg-sch.cht- Srntonu, Geschichte und Theorie des Protest. Kirchenbaues. Em Teil liefet Kurse mnfaßt je 6 Vorlesungen, ein anderer je 12, wieder ein Ler je 24 Die Eröffnung der Kurse findet °m 5. August, abends i‘n Uhr im Burgkeller statt. Programme, die alles nähere enthalten, werden durch das Sekretariat, Frau Dr. Schnetger, Gartenstraße 2^ lena versendet. - R»ch den ,Berl. Reuest. Nachr.^ bewahrheitet sich bie Nachricht, der Oberpräsident a. D. R. v. Bennigsen gehe mtt der Absicht um sich dauernd in Göttingen mederzulaffen, nicht. Herr von Senniafett wird nur einige Zeit in Güttmgen Aufenthalt nehmen, um 6ti bec9 Universität einige ihn besonders interessierende Vorträge über neuere Skaatswiffenschaft zu hören. ifio» i«6,11 *•e » V ehti Sei»* W o.09—0.00, Ochsensseisch per Pfd. 68—74 Kuh« und Mndffeisih per Pfd. 62—64 A, Schweinefleisch per Pfd. 50—70 4, Schweine- arfdiin per Psd. 74 S,. ßalbfletfd) per Pst. 64-6« * SarnmeMsch per Pfd. 50—66 J,, Kartoffeln per 10u «tln 4.001 btl MO 00-00, Lwiebeln per 4tr. X 8.06-9.00, der^M^ktieit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten drei Stunden der Marktjeu darf int Umherriehen nicht seilgeboteu werden. Biehmärkte. Kirchhain, 18 Mai. Der letzten Dienstag hier abgo- baltene Rindviehmarkt war infolge der rauhen Witterung mitt^ mäßig befahren. Im ganzen waren, das Kleinvieh nicht mit emgere^ ca. 450 Stück angegeben. Im Vorgeschäft war der Handel flott. Da sich eine sehr starke Nachfrage nach gutem Milchvieh zeigte^ so routle* im Vorverkauf recht gute Preise 350 bis 450 Mk. pro Stück erzielt. Sehr viel Jungvieh und Zugochsen wurden aus der Umgegend zug trieben. Auch frischmilchende Kühe und Mastvieh waren sehr gesuchte Ware. Der Markt wurde nach einigen Stunden geräumt. Ein-Uleyzug brachte das angekaufte Vieh meistens in die Gegend von Frankfurt un> Wiesbaden. Der Schw einemarkt war nicht so stark befahren, all Der letzte. Auch hier mag die kalte Witterung der Abhaltungsgrund ge- I wesen sein. Obwohl die Nachfrage stark war, so verlief der Handel, da die Preise, namentlich für Ferkel, sich etwas hoch hielten, mA s°.flott- wie bei früheren Märkten. Für das Paar Ferkel wurden 25 bis 36 Alk., für Läuferschwetne 2 bis 4 Monate alt, 40 bis 75 Mk. gezahlt. I Entgegen der Vorwoche entwickelte sich das Geschäft in Groß- und I Nutzvieh in der Berichtswoche b. deutend lebhafter und blieb hierin safl I allenthalben nur geringer Ueberstand. Schwein» und Kälber wäre» I weniger gefragt und erstreckten sich die Käufe nur auf den Bedarf deS I Konsums. Wohl die anhaltend kalte Witterung der letzten Wochen I mag den Abstoß des Großviehes bewirkt haben, da das Wachstum I des Futters hierunter sehr beeinträchtigt wurde. Kohle«. ES notieren: Ruhr Fettrmß Körnung! und « Mk. 230 bi» I Mk. 240, Nutzschmtedekobien Mk. 215 bi« Mk. 225 »Deutsche I Anthracit-Nußkohlen Mk. 310 bis 320, englische Anthractt-Nutzkohlen I Mk. 350 biS Mk. 360, Ruhr-Flammnuß Körnung 1 und "Ml. 2dO I biS Mk. 240, Ruhr - Flammnutz Körnung III 2ÜH. 220 bis I Mk 230, Fettschrot Mk. 200 bis Mk 210, Ruht-Bruchcoks Mk. 330 I bis Mk. 340, Autzsiebgries Mk. 155 biS Mk. 165. Alles per 10 To. I ab Mannheim. Die Lage ist unverändert, eher dürfte sie durch bas I Streben, für euglifche Erzeugnisse wettere Preiserhöhungen durch- I zudrücken, noch fester geworden sein. SU» h1HjVl™e^^ne.hda”ne”’ VeberaU kauflleh. dßher Dilig Im U6bTMcn» Vor Nachahmnng wird gewarnt nur mit ENAMELINE eB awt/ 3C11 <^<^enw6ct See flaU 11. verwendet. Wien, 19. Mai. Der Central-Verein der Bergwerksbefitzer beschloß, bei der Regierung und dem Parlament energischen Protest gegen das Gesetz betreffend die Einführung derNeunstunden- Schicht im Bergbau zu erheben Brüssel, 19. Mai. Aus La Louviöre wird gemeldet: 150 Eisenarbeiter sind in den Ausstand eingetreten. Sie fordern 10 Prozent Lohnerhöhung. _____________________________ Handel und Verkehr. UalkswirMKfl. Frankfurter Börse 18. Mai. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. PrÄmien auf Kredit per ult Mai 0.95 o/o, do. per ult Juni 1.900/0, Diskonto-Kommandit per ult. Mai 0.80%, do. per ult. Juni 1.80 %, Lombarden per ult Mai 0.50 •/(, do. per ult. Juni 0.00%, Berliner Handelsges. per ult. Juni —. Kotierungen: Kreditaktien 225.60-00.000, Diskonto Kommandit 185.90-186.00, Staatsbahn 187.20-00-00, Gotthard 142.00, Lombarden 26.00-00.00, Ungar. Goldrente 96 90, Italiener 95 00, Sproz. Mexikaner 25.30, Oestorr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.18e/<. Privat-Diskont 4V3e/o bez. lV<-28/4 Uhr: Kreditaktien 225.60-00-000, Diskonto-Kommandit 186.00, Staatabahn 137.00, Lombarden 25.90, Bochum 252.40 bis 253.50. Gieße«, 19. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.25, Hühnereier per St. 5—6 4, 2 St. 10—11 Enteneier 2 St. 12—14 4, Gänse« ein pn St. 10—11 4, Käse 1 St. 5—7 «äsematte 2 St. 5—6 Erbsen pn LUn 19 4, Linsen pn Liter 30 Tauben pn Paar X €.88—1.20, Hühnn pn St. 1.20—1.80, Hahnen pn Stück v* 1.80—1.80, Enten per St. 2.00—2.50, Gänse pn Pfund Georg Marx Giessen, den 19. Mai 1900. Die Beerdigung findet Sonntag den 20. er., vormittags 11% Uhr, vom Sterbehause aus statt. 3663 Bilanz pro 1899 Passiva. 02231] Freund!., möbl. Zimmer, in n Nähe der Aula, zu denn. Ludwigstr. 42. Reservefonds 5. 55 55 Ttmrrpf. Beck. Versicherungen 8647 sind bei dem heutigen niedrigen Zinserträge aller sicheren Anlage - Bei ungünstiger Witterung im Saale. 3662 Antwerpen] nach fron, und I 3655 ist Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Druck und Verlag der Brühl'schen UniversitäiS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. StcHvii=(6diid)f verschiedenes vermiet muien 3it uevhiutfcn Nereine s 3 85.50 2097 53 OL 246.85 2181.67 Guthaben der Mitglieder 290 — Aufgenommene Kapitalien 400.— Noch zu zahlende Schulden 815.40 Der Verein Union I. A.: Ludwig Hanau, I. Präses. Zur Erlern, der engl Sprache wird ein Privatlehrer gesucht. Off. mit Preisang. u. Nr. 02193 an die Erped. d. Bl erb. Pis. Herrmann, Settersweg 33. 02213] Ein tüchtiges Mädchen, welches aut kochen kann, bei hohem Lohn zu feiner FamlUe nach Frankfurt gesucht. 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