1900 Freitag den 20. April Erstes Blatt. Amts- und Anzeigeblntt für den Krcb Gietzen I ZZezugspreis viertrljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringrrlohn; durch die Abhotestcllen vicrteijährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertrljährl. mit Bestellgeld. leben, BrebitW Grosse fitHftion, Expedition und Druckerei: ^ch«kfiraße Ar. 7. ' Gar& abgepaMieivxti- Mitra^ und Stores tob 10 Pfg, bii Mk 2. per Meta. Meaoxmw in allen Breiten, W MU h (Inh.: R. 4M. Inkevt Markt 9-10. LUT Koppt itVvum hHij eia BpeiialiUl; Whe r etc. Montags. Dit Gießener •fimtneußrattcr lemltn dem Anzeiger ävvechsel mit „Heff. ’ tat tritt" u. „Blätter L heff. Volkskunde" Wtttl 4 mal beigelegt. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Ktätter für hessische Volkskunde._________________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«». Fernsprecher Nr. 51. ™er-Eiiirick "auidyi Meiner Anzeiger Heneral-Anzeiger s**?* 'r-L-k [st beim Ir^, ?r8, Alle Anzeigen-BermitNungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. und dort von der Prinzessin Marie von Meiningen begrüßt worden. c — Nach einer Standard-Meldung wird KarserWil- h e l m der am 2. August in C o w e s stattfindenden Regatta beiwohnen und zu gleicher Zeit eine Begegnung mit der Königin von England haben. — Ter K a i s e r hat der Prinzessin V i k t o r r a M a r- aarete von Preußen, ältesten Tochter des Prinzen und der Prinzessin Friedrick) Leopold von Preußen, den Luisen-Orden mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen. — Minister v. Thielen, so erzählt man sich, wird mit Bestimmtheit nach Ablauf der jetzigen Session des Abgeordnetenhauses aus dem Staatsdienst aus- bt wändet. „, . „ t , Gegen die Handlangerpolitik der portugre-> Isiichen Regierung macht im Lande die energische Dotestbewegung immer mehr Fortschritte, die freilich die 1 von England wahrscheinlich bestochenen — Machthaber mit allen Mitteln zu unterdrücken suchen. „Wolfis Bu- xrau" berichtet am Mittwoch aus Lissabon folgendes: Der tksiaen Teleqraphen-Berwaltung wurde untersagt, Syrn- >il like-Telearamme der republikanischen Partei m Lissabon km Dr. Leyds und den Angehörigen des gefallenen Ltersten Billebois-Mareuil zuzustellen — Ein Telegramm Blattes „Patria" aus Oporto meldet, datz die Zensur Her boten habe, dem Tr. Leyds eine ^rndgebung der iortigen Studierenden gegen den ^urchzug britischer trappen durch Mozambique zu übermitteln, sowie ferner liefe Kundgebung den ausländischen Universitäten zu uber- Iküden ati der Kundgebung heißt es, man müsse fest- Wn, daß die portugiftesche Universität nicht an den ver- Ileckberischen Irrwegen der Regierung mitschuldig sei. ^as AE kündigt an, daß e^ Listen für eine Protest^indgebung feiner Leser auflege: Die Namen der Unterzeichner werde ci s odann veröffentlichen. — Staatssekretär Graf Posadowsky reist am 19. April nach Homburg v. d. Höhe, um am 20. die Saal bürg zu besichtigen. — Ter Gesamtvorstand des Alldeutschen Verbandes, Ortsgruppe Leipzig,.richtet an Professor Max Müller in Oxford auf dessen (von uns erwähnten) Aeßerungen über den Burenkrieg ein offenes Antwort- schrechem ?n dem es zum Schlüsse heißt. „Sie werden füblen daß die große Mutter Germania, deren Herz auch an dem fernsten ihrer Söhne mit heiMer Liebe^^ngt, sich von Ihnen gewendet hat, daß das Tafeltuch Zwischen Ihnen und dem Volke, aus dem Sie stammen, re^Mttew ist und daß Sie kein Recht mehr haben, sich erneu Deutschen zu nennen." (Das geht u. E. denn doch zu weit. Darüber, ob jemand das Recht hat, sÄ einen Deutschen zu nennen, hat niemand, auch nicht der All deutsche Verband, zu entscheiden. D. Red.) — Der Staatssekretär des Reichspostamts hat kürzlich angeordnet, daß die Quittungen des Empfänger- bei P o st- n H m p i f n n a en eingeschriebenen Briesen unö Wertbriefen nicht rn^hr das Datum des Empfanges zu tragen brauche. Justizrat Staub weist nun in einem Fach blatte darauf hin, daß diese Neuerung für den Rechts i verkehr nicht ohne Bedenken sei, da die Quittung dadurch in einem wesentlichen Punkt ihren Wert verl2,ert häufig kommt es nicht allem auf den Empfang an sich, sondern auf die Zeit des Empfanges an Es wird sich vielleicht empfehlen, daß die Postverwaltung, wenn sie wirklich dem Empfänger die kleine Muhe der Datierung ersparen will, auf den Ablieferungssc^iN über die S^lle wo der Empfänger unterschreiben muff, bep 2age§iternt).l aufdrücken läßt, sodaß der Empfänger Mit seiner Quittung zugleich auch darüber eine Bescheinigung ausstellt, daß er die Sendung an dem Tage, auf den der Poststempel lautet, I empfang^^h^m Gregorianischen Kalender fällt in diesem Jahre e i ii S ch a l t t a g a u s, der nach dem Zuliainschen Kalender bestehen bleibt. Dadurch ist, wie die „Norrd. Allg. Ztg." mitteilt, der bisher 12 Tage betragende Zettunter- I schied zwischen dem Gregorianischen und dem ^ulianischett Kalender bei Festsetzung von bestimmten Terminen wie auch von allen Jahres- und Gedenktagen um einen Tag I vermehrt worden. So wird z. B. der bisher auf den I 18 Mai neuen Stils fallende Geburtstag des Zaren von I nun ab am 19. Mai neuen Stils zu feiern sein. Für Ru- I mänien ist durch eine Anordnung der Regierung bestimmt I worden, daß die Familien-Gedenktage des rumänischen Königshauses wie bisher nach dem Datum neuen Stils I begangen werden. Dagegen sollen die nationalen Festtage I nach dem Datum alten Stils gefeiert werden. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, ist aus Anlaß I des über die Verwaltung der Reichsbank für das ab- gelausene Jahr von dem Reichskanzler erstatteten Berichts I dem Letzteren ein Schreiben des Chefs des Zivilkabinetts zuqegangeu. In demselben teilt dieser im Auftrage des I Kaisers mit, daß der Monarch mit großer Befriedigung I aus den Berichten ersehen habe, die Reichsbank habe es verstanden, den im verflossenen Jahre außerordentlich ge- I steigerten Anforderungen des Geldverkehrs unter zum Teil schwierigen Verhältnissen in vollem Umfange gerecht zu I werden und daneben ein günstiges finanzielles Ergebnis I zu erzielen. Der Kaiser läßt den Reichskanzler ersuchen, den Leitern der Reichsbank und ihren Angestellten feine I Anerkennung für die erwiesene Umsicht und Pflichttreue I auszusprechen. . ,... — Nach einem auf dem 5. polnisch-sozial ist - I ischen Parteitage gefaßten Beschluß wird die polnische I Sozialdemokratie als selbständige Gruppe neben I der deutschen Sozialdemokratie bestehen bleiben. — Das „Berl. Tagebl." veröffentlicht em Londoner I Telegramm, wonach die Kap-Kairo-Expedition nach dem Norden des I von wo gemeldet werde, daß deutsche und ^gif^e^o I gegeneinander kämpfen und bemerkt zu i f obwohl •‘"‘Sh, A«. »1 D: Ausnahme deS Telegramme deS Gießeaer Anzeigers. P a r i s, 19. April. Nach der gestern in der Notredame- I Kirche für den in Transvaal gefallenen Obersten Ville- I bois abgehaltenen Gedächtnis-Feier riefen eine große I Anzahl Zuschauer, als mehrere Offiziere in Uniform tue I Kirche verließen: Es leben die Buren, nieder mit I England. Polizei mußte einschreiten und die Menge I auseinandertreiben. Mehrere Verhaftungen wurden vor- I genommen. _ z • _ „ . . London, 19. April. Ein Telegramm aus Pretoria I berichtet, die Transvaal-Regierung sei entschlossen, bei den I Großmächten gegen die Entsendung von K r i e g s - I gefangenen nad) St. Helena zu pr oteftieren. I Sie hat bereits eine große Anzahl Protestbriele in diesem Sinne von den Eingeborenen Transvaals erhalten. London ,19. April. Oberst Erosion, dem das Kommando am Spionskop nach Außerkampfsetzung des Generals Woodgate übertragen wurde, ist infolge des Berichtes Lord Roberts über die Vorgänge am Angela aus halben Sold gefetzt worden. London, 19. April. General Warren ist bereits I gestern morgen durch Kabel von seinem Kommando ab- | | berufen und nach England z u r ü ck b e o r d e r t worden. Seit der Schlacht am Paardeberg, wo Kitchener m Abwesenheit von Roberts kommandierte, besteht ern Bruch zwischen Roberts und seinem Generalstabs-Chef, sodaß Kitchener feit jenem Tage nach dem Westen abkon^ mandiert wurde. Roberts .Kritik über das Gefecht lautete: UnnützesBlutvergießen. Auch bei dieser Schlacht soNen Differenzen zwischen den Führern vorgekorn^ men fein, bis Kitchener seinen Willen eines Frontangrifses, durchsetzte. Die Aufregung über diese Enthüllungen ist u n b e s cki r e i b 1 i ch. . . , London, 19. April. Aus Ladysmith wird berichtet: Eine Patrouille der englischen leichten Kavallerie unter dem Befehl eines Leutnants begegnete < Merlen I östlich beim Lager von Elandslaagte einer Bur en-Pa- I trouille, die sich verschanzt hatte und die Engländer, I deren Zahl sich aus 40 Mann beließ erwartete. Sobald I die Engländer der Buren ansichtig wurden, zogen sie sich I zurück Die Buren eröffneten darauf auf die sich zuruck- I ziehenden Engländer ein Feuer, durch das vier Engländer | verwundet wurden. — Zahlreiche Eingeborene de - I sertieren ans den Reihen der Buren (?) und erklärten, sie hätten seit der Entsetzung von Ladysmith kein Brot I mehr erhalten. — Die Buren haben die Biggarberge mit schweren Geschützen besetzt. Gestern sanden zwischen | den Vorposten neue Scharmützel statt. New-Bork, 19. April. Die Sonder-Gesandt- I schäft der Burenrepubliken trifft hier Ende Mar I ein Dieses Datium ist mit Rücksicht auf die Ende ^urn I zusammentretende National-Konvention der republikanischen Partei zur Bestimmung des Kandidaten für die Pra- sidentschaft gelvählt worden. Ein Teil der republikanischen | Delegierten hat versprochen, für eine Intervention seitens! I der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika ern- I zutreten.______ Der Krieg in Südafrika. lieber die augenblickliche Kriegslage im Süden des I • ^rame-Freistaats, wo sich das Interesse nach wie vor kon- I \ intnert, schreibt die „Morning Post": General Bra- I ant hat sich mit dem Rest seiner Division am Sonnadend I •tun Äliwal North nach R oux vill e begeben, wahrschern- I iiÄMm den in Wepener belagerten Teil seiner Division I nientfetien. Die Entfernung von Aliwal North nach Roux- i nllc beträgt etwa 20 Meilen, die von Rouxville nach We- I pener etwa 60 Meilen. Wepener ist ungefähr das Zentum I eines leises, auf dessen Peripherie Aliwal North, Red- I >ersburg und Bloemfontein liegen. Theoretisch ist der I >efte Msgangspunkt für ein Entsatzkorps vielleicht Bloem- I ientein, da ein von dort gesandtes Detachement die Buren I oon chrer Rückzugslinie her anzugxeisen im stände loare. I jedoch zwischen Bloemfontein und Wepener beträchtliche I Mrenstreitkräste stehen, würde ein auf diesem Wege ge- I ,'MdtLs Korps sehr stark sein müssen, und ferne linke Flanke I niirtk' einem Angriff von Norden her ausgesetzt. Gene- I cal Brabant wird sich wahrscheinlich durch die Wahl ferner I Zilsmarschlinie den Rücken decken und fo manövrieren I rönnen, daß er die Rückzugslinien der Buren vor Wepener I bedroht. General Chermside in Reddersburg vermag I »iefe Bewegung durch einen Vormarsch auf De Wels Korps, I Bet General Brabants Flanke sichern würde, zu unter- I fti^en. Das Resultat dieser Operationen wird vor einigen I 3apeii nicht bekannt fein". . Nach Meldungen aus Masern verbucht Lord R o - I 5ert die sich von Wepener zurückziehenden Buren I adiuschneiden. Es findet bereits in der Nähe von I Thabauchu ein Kampf statt. Der „Times" wird vom Ostersonntag aus ^am- I ne cs berg telegraphiert: Karfreitag morgen versuchten I sieBuren unsere linke Flanke zu stürmen, zogen sich aber nadi einstündigem Kampfe zurück. Me berittenen Kap- f(buben sind täglich das Hauptziel der feindlichen Geschütze, decii sind ihre Verluste im allgemeinen überraschend gering infolge der ausgedehnten Stellung, welche die kleine eng- 1 fische Garnison einnimmt. Den ganzen Tag hat Gewehr- feucr auf allen Seiten der englischen Poption ^attgefunden, kroch läßt der Burenangriff scheinbar nach, obwM eine ffvße Zahl neuer Schanzen bei der feindlichen Position b H t i schon Verluste bei Wepener seit Be- I ginn der Einschließung werden auf 20 Tote und 100 Ver- 1 ^TrotzOder^Wachsamkeit der Behörden zirkuliert in der Le p - Ko l o n i e ein Aufruf der Präsidenten Kruger unb Stein, in dem die Kapholländer aufgefordert wer- dtn sich dem Kampfe gegen die ihre nationale Freiheit börohenden Tyrannen anzuschließen. Im Sd a a g ist von einer angeblichen englischen Note Mgcn Unterstützung des Fluchtversi^hes des Obersten -(biel seitens eines holländischen Kriegsschiffes nichts bitannt Falls eine solche eintreffen sollte, wird die Re- qkrung eine derartige Anschuldigung kategorisch zuruck- Mi s e n , da Holland trotz aller Freundschaft sur die Buren üifte Neutralität beobachtet. _ . Der österreichische Minister des Aeuyeren, Gras Go- kllchowsky, beantwortete eine ihm übermittelte Reso- Inilion des deutschen Volksvereins in Ober-Oesteiweich da- daß eine Friedens - Int e r v e n t i o n dev Sioßmächte betreffs des südafrikanischen Krieges rn- ftfie des bekannten ablehnenden Standpunktes der ena- Aen Regierung derzeit a u s s i ch t s 1 o s sei. Glei^- .Ldtig erklärte Golucksowsky den m der Resolution ^khal- tten Vorwurf von fortgesetzten Verletzungen der Neu- ßilität seitens Oesterreich-Ungarns als vollständig un- ■Inlbmt »on «nzoigen zu der nachmittags für den Tag erscheinmden Nummer bi8 vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abendS vorher. Krusslhrs Keich. B e r l i n, 18. April. Der Kais er hörte heute morgen den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts von LukanuS, Mittags fand im Rittersaale des königlichen Schlosses die Nagelung und unmittelbar darauf im Kapitelsaale die Weihe der dem Garde-Futzartillerie-Regiment und den Fußartillerie-Regimentern Nr. 1 bis 8 und 14 und 15 zu verleihenden neuen bezw. erneuerten Fahnen statt. An der Feier nahmen das Kaiserpaar, die Prinzen und zahlreiche Fürstlichkeiten teil. Nach der Feier fand eine Frühstncks- tafel bei dem Kaiserpaare statt. — Der Kaiser wird am Samstag tu Eisenach ern- treffen und von dort am Sonntag und Montag Jagdaus^ flüge zur Auerhahnjagd nady. Wasungen unternehmen. Diese Auerhahnjagden sind, wie der „Fränk. Kur." schreibt, für den Weimaraner Hof immer mit Schwierigkeiten verbunden, denn die für den Kaiser bestimmten Hofequipagen müssen aus Weimar nad)i Wasungen gebracht werden. Viel einfacher wäre es natürlich, aus dem nahen Meiningen die J-agdwagen zur Stelle zu schaffen, umsomehr, da Wasungen ja bekanntlich meiningisch ist, wenn and) die Wasungen umgebenden Wälder, in denen der Kaiser auf die Auerhahnbalz sich begiebt, zum Großherzogtum Weimar gehören. Allein die Spannung, welche seit dem Jahre 1889 zwischen dem Kaiser und dem Meininger Hofe besteht, hat bisher die Bereitstellung der Wagen aus dem Meininger Marstall verhindert. Der Kaiser hat es trotz feiner mannigfaltigen Reisen nach Süddeutschland bisher auch, immer vermieden, Meiningen zu berühren, und nur ein einziges Mal, als er von der Hochzeit des Erbprinzen von Hohenlohe mit der Prinzessin Alexandra von Koburg im Frühjahre 1896 von Koburg aus direkt zur Auerhahnjagd nach Wasungen fuhr, ist er durch Meiningen gekommen ÄKS fwk.120.- sä Gouverneurs der Provinz Shantung, Yuan Shi Kai, zu verdanken. Hauptmann von Buttlar und Bauinspettor Hildebrand erlangten in persönlichen Verhandlungen mit dem Gouverneur Sicherheit dafür, daß in Zukunft das Leben und Eigentum von Deutschen und der Fortgang der Arbeiten am Eisenbahnbau nicht weiter bedroht und gefährdet werden. Infolgedessen wurden die Arbeiten am Eisenbahnbau überall wieder ausgenommen. Tas Detael)e- ment Infanterie und Artillerie, das unter Führung des Hauptmanns Mauve so lange in Kiautschou bleiben sollte, bis die Eisenbahnangelegenheit erledigt und das Leben und Eigentum der Europäer nicht mehr weiteren Angriffen ausgesetzt wären, ist zurückgezogen. Nur eine kleine Reiterabteilung (beritten gemachte Feldartilleristen) wurde noch unter dem Kommando des Leutnants von Rettberg auf chinesischem Gebiete belassen. — Nack) dem „Deutschen Kolonialblatt" haben A n - siedler auf Samoa nur dann Aussichten, wenn sie 10 000 bis 11 000 Mark Kapital besitzen, wovon 6000 bis 7000 gleich im Anfang flüssig sein müssen. Arbeiter für Pflanzungen der Weißen sind nicht zu haben. Samoanische Eingeborene betrachten Arbeit für Weiße als eine Schande. Nur her jbürfe tiiuf Samoa sich ansiedeln, der auf die Energie der eigenen Gliedmaßen sich zu verlassen gewohnt ist. Großkapitalisten haben daher voraussichtlich gar keine Aussicht auf Erfolg, da ihnen das Arbeitermaterial fehle. Ob das Klima für weiße Frauen zuträglick) ist, sei noch niemals wissenschaftlich erforscht worden. Daß weiße Frauen nick)t im Freien arbeiten, sei selbstverständlich. Als spezifisch samoanische Krankheit tritt bei Europäern und Eingeborenen die Elephantiasis auf. Vorsichtiges Leben soll allerdings Schutz gegen diese Krankheit gewähren. Hannover, 18. April. Wie der „Hannoversche Kurier" meldet, wird Generaloberst Graf W a l d e r s e e am 27. April, an dem Tage, an dem er vor 50 Jahren in die Armee eintrat, vom Magistrat in Hannover zum Ehrenbürger dieser Stadt ernannt werden. Dem Jubilar sollen an diesem' Tage noch weitere Ehrungen dar-- gebracht werden. AmstmÄ. Christiania, 18. April. Heute wurde für einen Teil des Heeres und zum ersten Mal für einen Teil des Landsturmes die Ordre der Probemobilmachung erlassen. London, 18. April. Dem „Daily Telegraph" werden aus New-York folgende Einzelheiten über einen Zusammenstoß streikender italienischer Arbeiter am Croton- Flusse mit amerikanischen Truppen gemeldet. Am Croton Flusse, von dem New-York sein Trinkwasser bezieht, werden neue Reservoirs gebaut, wobei 800 Italiener für einen Dollar pro Tag beschäftigt find. Sie verlangten höheren Lohn; allein der wurde ihnen verweigert und nun drohten die Italiener, jeden zu erschießen, der an ihrer Stelle die Arbeit aufnähme. Die Italiener sind bewaffnet und sollen sich verschanzt haben; auch sollen sie Dynamit besitzen, womit sie eventuell den Damm des Reservoirs sprengen können, wodurch die Wasserleitung von New-York abgeschnitten würde. Am Sonntag wurden 300 Mann Infanterie und 300 Mann Kavallerie zu den Streikenden ausgeschickt, und da die Lage sich immer drohender gestaltete, wurde auch das New-Yorker siebente Regiment aufgeboten. Am Montagabend kam die Mount Vernon Compagnie des ersten Regimentes am Schauplatze der Unruhe an und übernahm den Vorpoftendienst. Um neun Uhr abends wurde ein Sergeant, namens Douglas, der mit einer Ablösung die Runde machte, aus einem Hinterhalte erschossen, worauf der Korporal der ablösenden Truppe sofort drei Salven in das Gehölz, welches die Italiener besetzt halten, feuern ließ. Zwei Kompagnien Soldaten wollten das Gehölz stürmen, aber Major Denike hielt sie zurück. Er zog darauf die Wachtposten von den Hügeln am Gehölze zurück. Abends um acht Uhr fand man drei Italiener mit geladenen Revolvern innerhalb der amerikanischen Linien. Man nahm ihnen die Patronen ab, ließ ihnen jedoch die Revolver und gestattete ihnen, sich zu entfernen. Die Italiener hatten Tausende von Patronen in einer Fabrik bestellt, allein diese verweigerte die Lieferung. In den italienischen Vierteln von New York gab es Tumulte und Stechereien. Der Ein- wanderungskommiffar Fichte hat sich im Auftrage der Regierung nach Croton begeben. Er beabsichtigt diejenigen Italiener, die weniger als ein Jahr in Amerika sind, nach Italien zurückzuschicken. Die Unternehmer wollen heute mit neuen Leuten die Arbeit aufnehmen und man befürchtet, daß es zu einem verzweifelten Kampfe führen wird. — Das „Reuter'fche Bureau" meldet aus Kingston (Jamaica) vom 17. ds.: Aus Columbien gelangte hierher die Nachricht, daß bei Matumundo Pradera zwei große Schlachten stattfanden, worin die Aufständischen völlig geschlagen wurden und große Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen halten. Haag, 18. April. Die Königin und die Königin- Mutter begeben sich am 30. April nach Arolsen zur Teilnahme an der Hochzeitsfeier der Prinzessin Elisabeth von Waldeck und Pyrmont. Die Fürstinnen nehmen alsdann einige Zeit in Thüringen Aufenthalt. Brussel, 18. April. Der Prinz von Wales wird auf der Rückreise von Kopenhagen am Freitag Belgien « • wCTC?‘. ,^an von dem ursprünglich geplanten offiziellen feierlichen Sühne-Empfang abgesehen. Der Prinz wird von der deutschen Grenze bei Herbes,hal mittelst Sonderzuges, ohne Brüssel zu berühren, nach Calais fahren. Paris, 18. April. Gestern abend folgten die deutschen Aussteller der Einladung des Reichskommissars Richter zu einer geselligen Zusammenkunft im Spatenbräu der Ausstellung. Deussen-Krefeld sprach dem Gastgeber den Dank der Versammelten für seine Bemühungen nm die deutsche Ausstellung aus. Die Versammlung sandte an den Kaiser folgendes Telegramm: „Die deutschen Aussteller sind mit der deutschen Kolonie nach schwerer arbeitsreicher Zeit zum erstenmale vereint und sprechen Ew. Maj. dem mächtigen Schirmherr» der deutschen Arbeit chre unterthänigste und begeisterte Huldigung aus. Namens der deutschen Aussteller und der deutschen Kolonie. Richter." — Die Königin von Sachsen besuchte heute mittag inkognito die Weltausstellung. In ihrer Begleitung befanden sich der deutsche Neichskommiffar Richter und einige Mitglieder der deutschen Botschaft. — Heute vormittag fanden zum Andenken an den gefallenen Oberst Villebois hier zwei Gottesdienste statt. Der erstere war seitens der Liga der Vaterländischen, der andere von der Veteranenvereinigung organisiert worden. Zu letzterem hatte Präsident Loubet, zu ersterem der Herzog von Orleans Vertreter entsandt. Prinz Louis Bonaparte, Oberst in der russischen Armee, hatte einen Kranz gesandt. Nach Schluß der Gottesdienste fanden einige Kundgebungen statt. Als General Mercier erschien, wurden Hochrufe auf die Armee ausgebracht. Madrid, 18. April. Das neue Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Präsidium und Marine Sil- vela, Auswärtiges Aguilar de Campos, Bauten Gasset, Unterricht Garcia Alix, Finanzen Villaverde, Justiz Marquis Vadillo, Krieg Azcarragua und Inneres Dao. _ Budapest, 19. April. Der Kongreß der Agrar- Sozialisten wurde heute nach Annahme der Resolution für das allgemeine gleiche und geheime Wahlrecht, und des Beschlusses, sich der sozialdemokratischen Partei anzuschließen, beendet. Vor Schluß kam es zu einer erregten Szene, indem Frau Marie Kürti, die in roter Kleidung erschienen war, dem Mitgliede der Parteileitung Jakob Israel eine Ohrfeige versetzte. Frau Kürti wurde darauf aus dem Saal entfernt. Die meisten Redner, darunter auch einige Frauen, beklagen die jeder Beschreibung spottende trostlose Lage der Feldarbeiter, die an vielen Orten nicht einmal das trockene Brot verdienen. Die Behörde behandle die Agitatoren brutal. Alle Redner betonten die Notwendigkeit einer systematischen Organisation. Für die Feldarbeiter müsse so bald als möglich etwas geschehen, weil die gegenwärtige Situation unhaltbar sei, und die Feldarbeiter zur Verzweiflung treibe. Die Beschlüsse des Kongreffes werden der Regierung zur raschesten Würdigung empfohlen werden. Bukarest, 18. April. Das Königspaar und der Thronfolger sind nach Abbazia abgereist. Der Ministerrat ist mit der Fortführung der Regierungsgeschäfte betraut. Konstantinopel, 18. April. Infolge der Ausbreitung des Ansstandes in Novibazar sind von Heskueb große Truppensendungen abgegangen. Dschibuti, 18. April. Meldung der „Agence Havas": Die Scharen des Mahdis sind vor den Verstärkungen, die Negus Menelik seinen Truppen gesandt hat, nach den inneren Teilen der Landschaft Ogaden geflohen. Die sieg, reichen Abessinier sind nach Harrar zurückgekehrt. Der Religionskrieg ist beendet. Washington, 18. April. Da der Sultan entgegen dem bereits vor 16 Monaten gegebenen Versprechen, den amerikanischen Missionären noch immer nicht die Entschä- digung für ihr Eigentum, das während der armenischen Wirren zerstört wurde, im Gesamtwerte von 90,000 Dollars zahlen ließ, so find die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten nnd der Türkei jetzt sehr gespannt. Da die Diplomatie anscheinend ihre Hilfsmittel erschöpft hat, kommt es möglicherweise schließlich dahin, daß der Staatssekretär Hay dem türkischen Gesandten seine Pässe schickt. Tas Bootunglück auf dem Rhein. Bingen, 18. April. Tie schreckliche Katastrophe aus dem Rhein, wohl die schwerste seit der Kesselexplosion des Dampfschiffs „Luise" im April 1876, ist nach Umfang und Gründen- immer noch nicht völlig aufgeklärt. Etwa 20 bis 22 Personen, meistens Geistliche und Studenten, auch einige Tamen, die gestern abend hier den Kommers des Rhein- gauer Philisterzirkels des Verbandes katholischer Studentenvereine Deutschlands besucht hatten, der jährlich abwechselnd in Bingen und Rüdesheim stattfindet und von 150 bis 200 Personen besucht zu werden pflegt, benutzten gestern abend kurz nach neun Uhr einen Nachen zur Ueberfahrt nach Rüdesheim, um teilweise noch den Zug zu erreichen, der Nm. 10.14 von Rüdesheim ab- geht. Ta der Nachen des Schiffers für diese Anzahl nicht ausgereicht haben soll, so benutzte der Fährmann einen größeren Nachen eines anderen Schiffers. Dieser Nachen ging nahe bei dem Rüdesheimer Ufer (unterhalb des Bahnhofs) zugrunde. Die Rettungsversuche, die von den auf dem Rheni liegenden Schiffen und vom Ufer aus gemacht wurden, blieben bei der herrschenden Dunkelheit und dem starken Winde leider ohne Erfolg. Gerettet wurden u. a. der Frühmesser von Rüdesheim, ein Apotheker aus Eltville und der Schlosser Mayer aus Geisenheim. Der Nachen wrdeu heute früh an der Klemenskirche bei Trechtingshausen gelandet; es sollen noch zwei Leichen mit dem Fahrzeug angetrieben sein. Ueberlebende Teilnehmer der schrecklichen Fahrt schildern den Hergang wie folgt: Ter größte Teil der Kommerse teilnehmer hatte bereits mit dem letzten Trajektschiff den Rückweg angetreten, während der Rest, 20 Personen, für die Ueberfahrt einen Kahn wühlte. Etwa um halb 10 Uhr stieß die Gesellschaft, einschließlich der Kahnführer 22 Personen, in fröhlichster Stimmung vom diesseitigen Ufer ab. Sie stimmten das Lied an: „Wir sitzen so fröhlich beisammen." Die Fahrt ging glatt von statten bis in die Nähe des jenseitigen Ufers, als plötzlich eine Dame auf» iprang mit dem Rufe: Mein Stiefel ist ja voll Wasser. Dies veranlaßte noch mehr Personen, sich zu erheben, wodurch der Nachen das Gleich aewicht verlor und u m - kippte. Tie ganze Gesellschaft fiel darauf ins Wajser. Bei der starken Strömüng trieb der Kahn, an. oen Nch viele unter schrecklichen Hilferufen angeHammert gatten, rasch stromabwärts dem Binger Loch zu, wo jden Meuten die Kräfte schwanden, und eine Person nach der anderen in den Fluten versank. Der Kahn, der verwende wurde, soll auf 16 Personen geeicht, mithin überlastet n/ wesen sein. Der Frühmesser Niel aus Geisenheim, der von fch-, großer Gestalt ist, besaß noch die Geistesgegenwart tuäfc rend der Nachen immer tiefer sank, im Boote stehend her Ertrinkenden die Generalabsolution zu er- teilen. Nachdem die kurze Szene vorüber war, wurde e- ganz still. Nur das Wasser rauschte an dem sich wieder etwas hebenden Boote monoton vorüber. In der Dunkel heit bemerkte Niel einen zweiten Mann bei sich im Nachen und fragte ihn: „Wer sind Sie?" Es war der Schiffen Hauck. Beide trieben in dem Nachen langsam nach bem Binger Loch zu und schluckten ziemlich viel Wasser, ihnfn voraus, etwa 100 bis 200 Meter aber trieb ein dritter, ber sich durch Schwimmen zu retten suchte, und dessen von Minute zu Minute bedenklich nachließen. Dieserfylt[ war der Dr. Bang aus Eltville. Als die mit den Ringenden nach Aßmannshausen trieben, wurden \kt Hilferufe weithin vernommen. Der Wirt zur „Krone" in Aßmannshausen, Hufnagel, dessen Frau zuerst auf der Geschrei aufmerksam wurde, hielt die Rufe anfangs für einen schlechten Scherz, bald aber empfand er beuthd) daß Ertrinkende zu Hilfe riefen, und er unterschied lautes, kräftiges Schreien von mattem Wimmern. Sofort wurde ein Boot ausgeschickt und es gelang, Dr. Bang, Niel und Hauck zu retten. Ferner wurde noch der Student der Theologie Meurer, der Dr. med. I o st - Rüdesheim' alter £>err der Nassovia-Gießen, und der stud. Brüht aus Wiesbaden gerettet. Die Uhren der Geretteten waren um 9 Uhr 40 Minuten stehen geblieben. Die Toten liste verzeichnet nach den neuesten M. düngen: Dr. Berberich, Arzt aus Wiesbaden: bit Kapläne von Oestrich, Eltville und Winkel: Wein, Händler Erb a>us Winkel samt Frau und einer Verwandten, Frl. Ritter; der Sohn, stud. theol., und die Tochter des Schreinermeisters Badior aus Geisenheim, sowie ein,- Tante beider aus Frankfurt a. M.; die Studenten Jos. Engel- Geisenheim und O st e r n - Geisenheim; ein Brw der des Schiffers Hauck (oder zwei Brüder); stud. chem. Werner- Schlangenbad, in G i e ß e n studierend, Mitglied des kath. Studentenvereins Nassovia, Bau m aus Zeils heim bei Höchst, Oberlehrer Rückert aus Neisse, tturgafi in Wiesbaden und PrinA- Stromberg. Aus Stadt und Kand. * * Ernennungen: Durch Entschließung des Ministerium« des Innern wurden die Lehramtsaccessisten Ludwig Ploch in Alsfeld und Wilhelm Barth in Gießen zuLehr- amtsassefforen ernannt. • * Persoualuachrichten. LandgerichtSrat bei dem Land- gericht der Provinz Starkenburg Dr. Georg Best ist zum Ministerialrat bei dem Ministerium der Justiz, RegierungSrat Daniel Lorbacher zum vortragenden Rate bei dem Minn sterium der Justiz unter Verleihung des AmtstitclS „Oberjustizrat", Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst Wilhelm Schwarz zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium btt Justiz ernannt worden. Dem Bürgermeister Heinrich Honecker zu Nack ist das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande deS PhilippS'Ordens, dem Bahnmeister Ernst Schmidt zu Friedberg und dem Lokomotivführer Martin Hartmann III. zu Schlitz die unkündbare Anstellung in der Hessisch-Preußi" schen Eisenbahngemeinschaft verliehen worden. * * Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps König!. Polizeidirektion Wiesbaden, 2 Schutzmänner, je 1200 bis 1600 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Stadtbauamt, Abteilung für Straßenbau, Wiesbaden, Straßenbauaufseher, 135 Mk. monatlich. — Im Bezirk der Großh. Hessischen (25.) Division. Darmstadt, Großh. Oberstaatsanwaltschaft Darmstadt, Gesangenenwär»er am Gefängnis zu Darmstadt, 1300 bis 1700 Mk. jährlich. Landeshospital Hofheim, Pförtner, 400 Mk. bei freier Station und Dienstrock. Direktion der Main-Reckm Bahn zu Darmstadt, Schaffner, 1200 bis 1500 Mk. Gehalt nebst freier Dienstkleidung und Fahrgebühren. ♦ * Rasche Züge nach Paris. Zur Erleichterung des Besuches der Pariser Weltausstellung wird in erster Linie die Fahrzeit der Züge von Frankfurt nach Paris und umgekehrt, via Metz bedeutend abgekürzt, und zwar wird die Fahrt nur 12 Stunden betragen. Don Frankfurt fährt der Tagesschnellzug um 9.55 Uhr vormittags, von Paris zu gleicher Zeit (Gare de l'Est) ab. Auch der Nachtschnellzug nach Paris, ab Frankfurt 5.48 Uhr abends, wird beschleunigt und trifft schon um 7.10 Uhr morgens in Paris . ein. Noch raschere Nachtfahrt bietet sich im Anschluß m die Orientzüge in Karlsruhe. Die Abfahrt stellt sich111 Frankfurt um 8.10 Uhr abends, Ankunft in Paris 7.32 morgens. Der Gegenzug verläßt Paris um 7.08 Uhr abends mit Ankunft in Frankfurt um 8.25 Uhr morgens. Die Tageszüge führen Restauration — die Nachtzüge Schlafwagen. — Darmstadt bietet entsprechende Anschlüße Friedberg, 18. April. Wie durch ein Wunder wurdet am ersten Feiertage ein hiesiger Radfahrer vor schwerer Verletzung oder Tod errettet. Er rannte, den Usaberg herabkommend, infolge Versagens der Lenkstange mit solcher Wucht gegen die steinere Brücke, sodaß er kopfüber in das Wasser hinunterstürzte, glücklicherweise ohne sich zu verletzten. — Am hiesigen Bahnhof ereignete fi* am dritten Ostertagnachmittage eine aufregende Szene, die bd dem starken Verkehr leicht schlimme Folgen hätte haben können. Auf dem freien Platze vor dem Bahnhof ging ein Pferd mit Milchwagen und Kutscher durch, prellte an der südlichen Ecke des Stationsgebäudes an und riß sich los dabei den Kutscher vom Wagen schleudernd und die Deichst in mehrere Teile zerreißend. Hierauf lief das Pferd ir vollem Galopp auf das Henerizische Haus zu und rannt' auf ein dort stehendes Pferd, sodaß beide Pferde zu Fal kamen. Weder Kutscher noch Pferde sollen erheblich ver letzt sein. (N. Fr. Ztg.) 18. -E ei«<" Ed. W «iow« »"etttt «”l Ä «H M b«d ^-Protektorate bt8 G ^strllMg.hatM jtt ddoi 3. bis 1. M re WW* le: ab feinen rührend der Fei upe er dir» M iepthrier Schreinern MHin. Del ' auf bim Sä) 21000 Mk., dir er rtW M Dt ®., btt üetyiraitt -Mögen. cffeM 18-8 to SreiSausschu le Wmdesache t tz i btlitfitnben Stad 1698 bekanntgegeben. £borilout: „Der Äii UM her Se/W oii 13. Mer 1898, ZcjMmlung erklärt: Öflff in der Sost'sche ÄFfotbminyn, die at i'i tn gestellt werden Mrl, daß das bei l-Wgedrachle Vertrau 1- jnständigleit b Menist;2.daßber der OrtögerM nett Wolff OrtSgeri Gericht bef^ftv jwtbnettn Mff \ ■A. bH Vit baxeu ’S att Waffe M wehren für bt geordnete Wolff je »wd die Begründ ßchnstlich zustellen -WM unseres Erc (Mtm ba sie de Haltet, über die ^onen in ^onn ”, kn Siadtveroi Wgenntifter unb i 4 eckiges, ""lreffende P keine Post < fei'®",; ‘gS ’S9.“" i P«rbJ''b'(abi l,f y ^arbxst. geht . e h % «X? Cf *M-V< Jrt< »««'Lt I“! _ü fieiDt VI <,«;& •■ lehrer eingereicht worden. Die finanziellen Verhältnisse des I Vereins sind günstig, und der Rechnungsabschluß ergab ein I Vermögen von 2292,21 Mk. Für drei kranke Lehrer, die I auf ärztliche Anordnung ein Bad besuchen müssen, stehen wieder Mittel zur Unterstützung zur Verfügung. Der | „Schulbote für Hessen", gedruckt in der Brühl'schen Uni- I versitätS-Druckerei in Gießen, erscheint in 3000 Exemplaren. I An Stelle des Schulinspektors Scherer in Worms ist Lehrer I Ruppel in Düdelsheim als Redakteur getreten. Druck und Versandt des Schulboten besorgt jetzt die Firma E. Roth ! in Gießen. Die Anträge der vorjährigen Vertreterversamm- I lung seien zurückgestellt bis die Gehalts-, Witwen- und I Waisenverhältnisfe, die so wie bei den übrigen Beamten geregelt werden mögen, erfüllt sind. Für einen Versuchs- I weise gebildeten Preßausschuß sind 200 Mk. bewilligt. — I Auch die Rechnungsablage des Unterstützungsvereins provisorisch angestellter Lehrer in Erkrankungsfällen ergab einen recht günstigen Rechnungsabschluß, sodaß an eine Erhöhung der monatlichen Unterstützungraten gedacht werden I kann. Im abgelaufenen Vereinsjahre wurden an sechs Schulverwalter, die durch Krankheit ihrer Stelle und ihres Gehaltes verlustig gingen, Unterstützungen gewährt. Für zwei geistig umnachtete Schulverwalter werden wie in | früheren Jahren dem einen die ganzen und dem anderen | die halben Anstaltskosten bewilligt. In der Zeit seines 16jährigen Bestehens hat dieser Verein segensreich gewirkt und ein Vermögen von 11681.39 Mk. erworben. — Zur I Verhandlung gelangten dann die Anträge der einzelnen I Bezirksvereine. Einen Antrag auf wöchentliches Erscheinen des „Schulboten" wird der Vorstand in reifliche I Erwägung ziehen, ebenso wird er bei anderen pädagogischen I Pressen Erkundigungen über die Höhe des Honorars für I die einzelnen Artikel einholen. Eine scharfe Debatte ent« spann sich über das in dem ..Schulboten" veröffentlichte „Stimmungsbild" aus Trebur und auf einstimmig gefaßten Beschluß wurde der Schriftleiter ermächtigt, solche I Artikelchen einer verschwindenden Minorität, die dem ganzen Stande schadeten, künftig unberücksichtigt zu lassen. Dem I Lehrerheim sollen aus der Hauptkasse 300 Mk. zu- I gewendet werden. Ueber die Frage, ob nicht die Verhand- I langen der größeren Versammlungen in einem stenographischen I Bericht sestgelegt werden sollten, damit jederzeit der Nach- I weis geführt werden könne, daß nichts Ungehöriges ge- I sprachen und nicht über das Ziel hlnausgeschossen würde, I wie hier und da über diese Versammlungen angenommen I wird, wird lange diskutiert. Die gesamten Verhandlungen I nahmen einen schönen, ruhigen und würdigen Verlauf nach I der Devise: „In Eintracht treu zum hessischen Landesüber 900 Mitglieder mit einem Versicherungskapital von nahezu 3000,000 Mk. zählt. Die Rechnungsablage ergab, obwohl auch im verflossenen Jahre mehrere Brandschäden zu decken waren, noch einen ansehnlichen Ueberschuß. Rach den bisherigen Ergebnissen kann der noch junge Verband getrost und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Mittags nach 1 Uhr begannen die Verhandlungen der Vertreterversammlung des hessischen Landeslehrervereins. Der Obmann des genannten Vereins Landtagsabgeordneter und Oberlehrer Backes von Darmstadt begrüßte die zahlreich erschienenen Lehrer und Vertreter der Lehrerbezirksvereine und erstattete den Jahresbericht. Danach ist die Mitgliederzahl die gleiche geblieben wie im vorigen Jahre. Eine Denkschrift über die Lehrerausbildung ist an das Ministerium und die Ständekammer, ebenso eine solche über Rechts- und Gehaltsverhältnisse der Volksschul- e «Wogen. _. Offenbach, 18. April. In öffentlicher Sitzung nas Kreisausschusses wurde heute die Entscheidung in fier Beschwerdesache des Beigeordneten Wolff gegen den iwi betreffenden Stadtverordnetenbeschluß vom 13. Oktober 1)898 bekanntgegeben. Die Entscheidung hat folgenden SSortlaut: „Der Kreisausschuß hat zu Recht erkannt: 1). daß der Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung L«jin 13. Oktober 1898, lautend: — „Die Stadtverordnetenversammlung erklärt: das Verhalten des Beigeordneten Wolfs in der Kost'schen Angelegenheit entspricht nicht den Anforderungen, die an die Eigenschaften eines Beigeord- mtlen gestellt werden müssen und hat zu der Erkenntnis ciefü^t, daß das dem Herrn Wolff bei seiner Wahl ent- I xiegeagebrachte Vertrauen ungerechtfertigt war," — wegen Unzuständigkeit der Stadtverordneten aufzu- bs«be n ist; 2. daß der erste Teil dieses Beschlusses, lautend : i)a6 der Ortsgerichtssekretär Kost, so lange der Beigeord- nete Wolff Ortsgerichtsvorsteher ist, nicht mehr auf dem ZÄtsgericht beschäftigt werde" durch Enthebung des Ber- -ettdneten Wolff vom Amt des Ortsgerichtsvorstehers c anstandslos geworden ist und damit auch die Beschwerde; ) daß die baren Auslagen für die Kosten der Beschwerde ->ei Stadtkasse zur Last gelegt werden mit Ausnahme der «Mhren für den Rechtsanwalt Jaeger, die der Bei- aenbucte Wolff selbst zu tragen hat." Der Kreis-AuSschuß inirb die Begründung zu dieser Entscheidung den Parteien - Mist lich zustellen. Die Entscheidung hat, wie die „Off. ; i m •* unseres Erachtens richtig bemerkt, grundsätzliche Belitung, da sie den Stadtverordneten überhaupt das Recht 1 scheitet, über die vom Grobherzog bestätigten Magistrats- imfonen in Form eines Mißtrauensvotums abzuurteilen, ho den Stadtverordneten keinerlei Disziplinargewalt über Mraermeifter und Beigeordnete zufteht. A Seligenstadt, 18. April. Der um 429 nachmittags 1,1« eintreffende Personenzug WiebelSbach-Hanau führte 1 nchr keine Post. Die Briefschaften aus Darmstadt, Mainz i,rd Aschaffenburg nebst den betreffenden Anschlußrouten, ii Men vielmehr einige Stunden in Babenhausen lagern nnb konnten erst nach 7 Uhr hier zur Bestellung gelangen. Kirfer besonders in den Kreisen der Geschäftswelt unan- , empfundene Uebelstand ist nunmehr dadurch beseitigt norbcn, daß von heute ab der genannte Zug ebenfalls Poft- f tubintgCn befördert. Die Ortsbestellung kann hier jetzt wfle 2 Stunden und im benachbarten, durch Fahrpost wl Seligenstadt verbundenen industriereichen Klein- 'tratzenburg sogar 13 Stunden früher erfolgen, -km 14jähriger Knabe bestieg heute beim Holzlesen einen j'Sium, stürzte herab und erlitt einen Bruch des rechten ■Irine5. _ _r , _ r . A Mainflingen, 18. April. Der zu Thal fahrende ■ - - _______i aus Dorfprozelten wollte oberhalb wegen des herrschenden Sturmes feine beiden statt. — Der unter dem Verdacht des Einbruchdiebstahls verhaftete Bureaugehilfe Müller aus Griesheim wurde nach seiner Vernehmung alsbald wieder aus der Haft entlassen, da sich der Vorfall als eine Liebesaffaire aufklärte, und die vermeintlich gestohlenen Gegenstände sich als das Eigentum des Verhafteten erwiesen. — Im Kreistage des Kreises Mainz wurde von Dr. Horch die Errichtung einer Provinzialirrenanstalt für Rheinhessen als unbedingt notwendig bezeichnet. Der Vorsitzende Regierungsrat Dr. Steeg bestätigte die Uebersüllung der staatlichen Irrenanstalten und erklärte weiter, daß er dem Provinziallandtag den Wunsch des Kreistages unterbreiten werde. — In Marburg sind bereits die ersten Spargeln gestochen worden. — Vorgestern nacht ist in Wiesbaden die verw. Frau Hoskammerrat Karoline Magdeburg, die Mutter des früheren Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, jetzigen Chef-Präsidenten der Oberrechnungskammer zu Potsdam, im Alter von 84 Jahren gestorben. Sie hinterläßt noch zwei Söhne, von denen der nne zuletzt Oberst und Kommandeur der 11. Gendarmerie- Brigade zu Cassel war, und jetzt daselbst als Pensionär lebt, der andere Konsul in Amerika ist. Lehrerverein!" A Neckar-Steinach, 18. April. Das Gerücht von der beabsichtigten Güterveräußerung des Freiherrn v. Dortte hat sich trotz der Bestimmtheit seines Auftretens nicht bestätigt. Frhr. v. Dortte hat es neuerdings öffentlich in Abrede gestellt. bm. Mainz, 18. April. Der zwischen der Stadt Mainz und dem Militärfiskus vollzogene große Geländeaustausch hat die Genehmigung aller in Betracht kommenden Faktoren erhalten, sodaß schon in aller Kürze einige militärische Gebäude der Stadt zur freien Be- Nutzung überlassen werden können. — Für das hier in Gründung begriffene Gutenbergmuseum laufen fortgesetzt reiche Gaben ein und zwar neben interessanten | Bild- und Druckwerken auch sehr reiche Spenden an barem Gelbe. So wurden innerhalb der letzten vier Tage der Bürgermeisterei 11400 Mk. eingehändigt. A Hanau, 18 April. In den Wagenabteilen der auf der Strecke Frankfurt-(Ostbhf-)Aschaffenburg verkehrenden Personenzüge wurden in letzter Zeit mehrfach die Fensterriemen abgeschnitten und die messingenen Schilder I abgerissen. Die Bahnbehvrde hat auf die Ermittelung des Thäters eine Belohnung von 30 Mk. ausgesetzt. △ Aus Nassau, 18. April. In der Hessen-Nassauischen Baugewerksgenossenschaft kamen während der Monate Januar und Februar 1900 nicht weniger als 291 Unfälle vor. Durch Sturz verunglückten 105 Personen, beim Aus- und Abladen 67, durch Einsturz und Umfallen von Gegenständen 32, durch Handwerkszeug 31, durch Mo- tore, Transmissionen, Fuhrwerke 27, durch Eisenbahn- und Rollbahnbetriebe und Biß von Tieren 10, durch Fahrstühle 2, I und durch sonstige Unfälle 17 Menschen. Zur Anerkennung und Festsetzung der gesetzlichen Entschädigung gelangten I 82 Fälle. Die Genossenschaft vereinnahmte im abgelaufenen I Rechnungsjahr 1 679 210 Mk. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und deu Nachbarstaaten. I — Die in der Roonstraße in Bad-Nauheim gelegene I „Villa Meckel", wurde nebst Inventar an Herrn F. W. I Monjö aus Wesel für 84 500 Mk. verkauft. — Am 2. I Feiertage fand in Leusel die Feier der Enthüllung I der vom Kriegerverein an der Friedenseiche angebrachten I Gedenktafel für die Krieger der Gemeinde von 1870/71 en® utVc ,r kopl^ ütfe, Hartmann Lite, 9Iöt ( ff/ifliteK Stackstadt wegen — , e . m . a , . fa « .'chmmengehängten Fahrzeuge auf dem Mainstrome KflnW* *1". Dabei schlugen die Wellen über den mit Hau- . Dabei schlugen die Wellen über den mit Hau- Leinen schwer beladenen Keilschelch, der sofort sank. jQur Lurch rasches Abschneiden der Verkoppelungssetle retteten ich d»er Schiffer und deffen Sohn auf das andere Fahrzeug. - Qu Bergungsarbeiten wurden bereits in Angriff genommen. v Groß-Gerau, 18. April. Heute morgen tagte dahier tu "Hotel zum Adler" der Feuerversicherungs- »rilxand hessischer Lehrer. Aus der Erstattung des .Mesberichts geht hervor, daß der Verband jetzt schon imb M tfölbtfMfrniin i^fttnSubaig Plvi zuLch mchlsrat bei dem Lai! br. Georg Best ist |b der Justiz, Regierung eben Rate bei dem g des NrnlStitels „Oh ksgeri'cht Höchst Wch bei dem Ministerium 1 tzeitr , Dreche- m U Mr Emst 6)iiM ? :er Martin H-re/LmM llnvg in lityn roorbiL ezirk des 18. Wv-4 Mi. WNW*' Qr Stiajtnbau, Wm//ich. - A chn. Mchldt, M udt, 00 A M M. ittion der Mam-U ) his 1500 Mk- 6^ svekkeshei«, 18. April. Der heftige Sturm vorgestern I n Mittag setzte einen nicht festgelegten, auf dem Neben- in hiesiger Station stehenden Güterwagen in der Murg nach Reichelsheim zu in Bewegung. Der LV rollte dem abschüssigen Geleise folgend m ziemlicher Ewindiakeit dem von Nidda kommenden Personenzug dessen Lokomotivführer, die drohende Gefahr er- I J b 'ben 3ua Aum Stehen brachte. Den Bemühungen dt7 uavers°nals gelang den Ausreißer kurz vor der Ä? o Halten zu bringen. Den Wagen vor sich hhMiebend brachte dann der Zug den Flüchtling m die 19. April. (Telephon-Meldung des G. A.> evang. Pfarrer und Dekan Kirchenrat Thomas Stock ^ Stockhausen, Dekanat Lauterbach, wurde aus Anlaß tta« 50jährigen Dienst-Jubiläums der Charakter Mtheimer Kirchenrat verliehen. 8 Darmstadt, 18. April. Am Dienstagnachmittag fiel ei i 5 jähriger Knabe, der mit seinem Vater nach Frank- ! „ a M. fuhr, zwischen Egelsbach und Langen bei voller Fahrgeschwindigkeit aus dem 1 Uhr 50 Minuten hier ab= Stoben Schnellzug durch die anscheinend schlecht v^eischlossene Coupethür aus dem Zuge. Der Ejalu zog sofort die Notleine und fand beim Halten des m'imn seinen Sohn auf dem nächsten Gleise stehend, wenn | aaib aus mehreren Kopfwunden stark blutend, so doch an- s.tziinend ohne innere Verletzungen. Vater und Kind fuhren mildem gleich darauf kommenden Schnellzuge wieder hier- hfr zurück. Wäre der Unfall nur einige Minuten später plissiert, als sich beide Züge auf offener Strecke kreuzten, ,-i wäre das Kind unrettbar verloren gewesen. — Die unter mProtektorate des Großherzogs hier stattgehabte Katzen- muSstellung hat nunmehr ihre Pforten geschlossen, wird ml»er vom 3. bis 7. Mai in Mainz wieder neu erstehen. Der hiesige Hofprediger hat übrigens von der Kanzel ■ «etob seinen Zuhörern den Besuch der Ausstellung ui ährend der Feiertage verboten. Den Kindern wie er dies ganz besonders ans Herz. — Ein hiesiger bejahrter Schreinermeister W. hatte sich zur Ausführung eMiS Neubaues von einem vermögenden Bekannten Geld .fliehen. Bei einer Abrechnung ergab sich, daß W. auf dem Schuldschein eine Abschlagszahlung von ‘2000 Mk., die er seinem Freunde gegeben haben wollte, fälscht hatte. Der Betrug stellte sich aber heraus und 30., be r verheiratet ist, und Familie hat, wurde gefänglich f 3ut EckichlrX iftdlung wirb in «F Fmksnrt nach p ,d abgekürzt. Md ‘ragen Uhr vormittags, 2 Such der E 548 wabenb6'; q 10 llhr morgens'' . c,tet sich im W ■Äs .5, Kntunft tn$«n8 erliSt WULm Ä” Krrmischtes. * K 0 Nitz, 18. April. Ueber die näheren Umstände, unter denen der Kopf des ermordeten Winter, gefunden wurde, schreibt man: Drei halbwüchsige Jungen, ein Schreiber, ein Malerlehrling und ein Volksschüler, hatten am Wiesenrande, dicht unter dem Abhänge des Stadtparks zwischen dem Garten des Dr. M. und dem Abbau Dunkershagen in einem Seitengraben der Rieselwiese, die am Abflußbächlein des Mönchssees liegt, auf ihrem Festtagsspaziergang den Kopf des Winter gefunden. Auf ihre Meldung war bald eine Kommission, bestehend aus dem Ersten Staatsanwalt, dem Bürgermeister, einem Amtsgerichtsrat, dem Dr. M., einigen Polizeibeamten, einem Gendarmen und einigen anderen mehr zufällig hinzugezogenen Personen, zur Feststellung des Fundes an Ort und Stelle. Der Berliner Kriminalkotnmissarius war auf Urlaub abwesend. Der Kopf wurde von Verwandten des Winter als der des Ermordeten fraglos festgestellt. Er war wieder in braunes Papier eingewickelt. Jnteresjant ist es aber, daß fick) außer diesem Papier noch em Stuck Zeitungspapier als Hülle gefunden hat. Ter Kopf paßt nach Ansicht des anwesenden Arztes in die Schnittfläche des bereits vor bald fünf Wochen im Mönchsee gefundenen Rumpfes. Es ist dies um so bemerkenswerter, als dadurch das unsiiinige Märchen vom Ritualmord für objektive Beurteiler noch mehr entkräftet würde, da fick) dann an Rumps und Kopf nicht die nötigen Schächterschnitte finden wurden. Ter Kopf war deutlich zu erkennen und gut erhalten; jedoch zeigten sich am Hals bereits die ersten Spuren von Fäulnis, I sodaß bisher die Ansicht besteht, der Kopf sei auch bald nach der Mordthat, ähnlich wie der auf dem evangelischen Kirchhof gefundene Arm, an dieser entlegenen Stelle versteckt worden. Es muß nämlich für die Möglichkeit einer so späten Auffindung bemerkt werden, daß der Kopf mit der Hülle etwas in den Morast versenkt war. Die Knaben glaubten zuerst, ein Stück altes Fleisch gefunden zu ljaben, bis der jüngste derselben, auch wohl angeregt durch die in Aussicht gestellte Belohnung, nusrief: „Hier ist ja was von Winter!" Mit dem Ablassen des Mönchssees, das vor wenigen Tagen durch polizeiliche Anordnung wegen der Winterschen Mordsache geschehen ist, hängt der Fund nicht I zusammen. Der Kopf kann nicht an die Fundstelle in der I aufgefundenen Lage durch die Strömung etwa eine gute I Viertelmeile weit getrieben sein. Selbstverständlich wurde I gleich Absperrung an der Fundstelle vorgenommen und I genau die Umgegend abgesucht. Es wurde in der That | auch ein überraschender Fund gemacht, nämlich ein fernes I Taschentuch mit dem Buchstaben A. Bei der geringen Zu- | verficht, die 'man zu einer schnellen Auffindung des Mörders I jetzt hat, ist man nicht sofort geneigt, das Taschentuch mit I dem Mord in Verbindung zu bringen. Immerhin ist aber I der Fundort für die Jahreszeit ein recht entlegener, und I es verdient jedenfalls auch dieses wenige ©dritte von dem I Kopf gefundene Taschentuch Beachtung, ebenso wie in noch I höherem Maße das Fragment der Zeitung. • Zwickau, 18. April. In Planitz beging der I Bergarbeiter Stephan Selbstmord, indem er sich eine I Dynamitpatrone in den Mund steckte und sie zur I Explosion brachte. * Straßburg, 18. April. Gerichtsassessor Dr. Oskar .Lauterbach, der Sohn einer alt-elsässischen Notablen- I familie, wurde gestern abend im Hardwalde bei Mühlhausen I erschossen aufgefunden. Wie verlautet, liegt Selbstmord I vor. — Gestern morgen wurde im Hause Zeughausstr. 24 I in Metz die Dirne Magdalene Schöpf ermordet auf- I gefunden. Die Thäter find bisher nicht ermittelt. I • Die berühmte Kammersängerin Lucca glitt I in Wien über eine Orangenschale aus und zog sich durch | den Fall bedenkliche innere Verletzungen zu. • Aussig, 18. April. Bei Nettersitz, sowie bei I Posig fanden neuerdings größere Erdrutschungen statt, I die umfassende Sicherheitmaßregrlu notwendig machen. • Schneeverhältnisse in den Alpen. Man I erinnert sich nicht, daß jemals so gewaltige Schneemassen I in den Alpen lagerten, wie gegenwärtig. Von Rigistaffel I wird gemeldet, daß der Schnee bis über das Dach des I Stationsgebäudes hinausreicht. Die Jnsaffen der Wetter- I warte auf dem Säntis, im Hotelgebäude auf dem PilatuS I und dem Stanserhorn sind durch die Schneemassen voll- | ständig von der Außenwelt abgeschnitten. Auf dem TitliS | liegt der Schnee 14 Meter hoch. Angesichts dieser Schnee- . I Verhältnisse ist die Lawinengefahr in den Alpen in diesem : | Frühjahre besonders drohend. . I • Algier, 18. April. Das der französischen TrunS- . atlantischen Gesellschaft angehörende Transportschiff i I „Bastia" ist in der Nähe deS Hafens „Bugie ge- l scheitert. Die Passagiere und die Bemannung wurden . I gerettet. * °nL< ^ber % V n ®ann be® § ie?' Rachen ? - °b-r \Sb« unterjd)^ «Immen cT * ?9' ?■ faS k "°-h her ö L"°ch den ? Qus Wiesbaden uleimbWinkel-'r (“fttttbmetSeti. 0. kheol-, und die ÜI Ms Geisenheim,^ ■ ■■‘•i bie Stuben)?- rn-Geisenheim rät ■ Zwei Brüder); fry • leßen studierend,k- chovia, Baum m ückert aus Stromberg. gietniiB sich täglich immer kritischer gestaltet, r, Besetzung von Smyrna soll ihat,Schlich ins «»ar o. i >S fnfit (stn hrtA RA» kl« kit-T-__r _ . *•* 5 3 die 2901 Fkbcs-ftlslh.Klldkljaii «.Kcheltfischk 01613 M- Simon, Asterweg. Weimer. 2900 AbhWden gkkMM I $Er Leun. 2890 zu vermieten. 01612 Höhere u. mittlere Fachschule mit allem Zubehör gesucht. Oi6i9] AntfAet Sofortige Offerten mit Preis- K-fl per /»fort gesucht. .^oflohnkuttcficr ^uhn. HausbuMe^W^ Reustadt 23. 2896 Berantwortlich für den allgemeinm Teil: P. Wittko; für dm Anzeigenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße». Fttlk'n-Ge!W llfrfdjicöfiire (Offene Stellen Wietnelnllse Uiiniifi'hluiirtcu Capital ien augabe unter Nr. 01615 an die Expedition d. Bl. (Ji'kinintiiiiidjiiniini Schöne Wohnung, 6 bis 7 Zimmer, oder kleine Villa per 1. Juli zu mieten gesucht. Anlage oder deren Nähe bevorzugt. Offerten erbeten unter Nr. 01614 an die Expedition d. Bl. für sofort gesucht. 2898 Wo? zu erfragen in der Exped. d. Bl. Verh. Mann in u _ diskret 150 ML. gegen Sicherheit Tücht.. nücht. Seltner, 30 I. a., wünfd Stelle auf Sonntags. Gefl. Offerten urt W J 01625 an die Exed. d. Bl. erdete I Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 4 bis tt Zimmer Wohnung W NewHork, 19. April. Ein Telegramm aus Jamestonr auf Jamaica meldet, daß die Bevölkerung von St. Thonili- augenblicklich schwer durch Hunger Not zu leiden Eine große Anzahl Personen ist bereits infolge Mangel an Lebensmitteln gestorben. Die Ursache der Hungersur ist eine ungenügende Banauen-Ernte. Hin tüchtiger Kosenarveiter sowie ein Lehrling gesucht. 01631 M. Keß, Brandgaffe. faßt sein, für den Fall, daß fich die diplomatischen Schatz bei der türkischen Regierung als ungenügend erweis,, sollten. Aos Ist «MW Die am 17. d. Mts. abgehaltene Holzversteigeruug ist nicht genehmigt. Großen-Llnden, 18. April 1900. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Aufforderung. Die Rechnungen üb.'r Lieferungen und Arbeiten für die Universitätsinstitute, einschließlich der Kliniken, aus dem abgelaufenen Rechnungsjahr — 1. April 1899 bis dahin 1900 - find, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden Herren Institutsdirektoren einzureichen. Gießen, den 19. April 1900. Großh. UniversttätS'Rentamt. kurzhaariger brauner Hühnerhund, den Namen .Treff" hörend. Sprechstunden der Redaktion des Gießmer Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Gottrrbimß brr israelitische« Krllgir«»zrßMchWft. Freitag den 20. und SamStag den 21. April 1900: Paflnhfest. 7. Tag. Vorabend 7 Uhr, morgen- 8 Uhr. 8. Tag. Vorabend 7 Uhr, morgens 8 Uhr, nachmittags Uhr, Festesausgang 8» Uhr. Wochengottesdientz morgens 680 Uhr, abends S« Uhr. Kerrrste Keldmze«. Depeschen des Bureau -Öerold". Berlin, 19. April. Bürgermeister Brinkmann hat, wie dem „Vorwärts" von zuverlässiger (?) Seite mit» geteilt wird, keine Aussicht, jetzt bestätigt zu werden. Die Sache hat bereits die vorbereitenden Stadien der Entscheidung durchlaufen, und ruht jetzt bei Herrn v. Rheinbaben, der sich eutschloffen hat, beim Kaiser die Nichtbestätigung des Herrn Brinkmann zu beantragen. Loudon, 19. April. Hier cirkulieren Gerüchte, die Reise des Kaisers von Oesterreich nach Berlin bezwecke, die ostasiatischen Pläne des Grafen Golu- chowsky ihrer Einführung näher zu bringen. Sau Sebastian, 19. April. Der frühere französische Kriegsminister Cavaignac ist gestern hier eingetroffen und hat Därouläde und Hubert einen Besuch abge- stattet. Die Unterredung mit Döroulöde dauert zwei Stunden. Nach einem Spaziergang durch die Stadt reiste Cavaignac mit dem Süd-Expreßzuge wieder nach Frankreich zurück. New-York, 19. April. Es bestätigt fich, daß die Lage zwischen der amerikanischen und der türkischen Re- Erfolg haben Annoncen unbedingt wenn dieselben von leistungsfähigen Firmen erlassen werden und in zweckentsprechender, auffälliger Form in den geeigneten Zeitungen und Zeitschriften zum Abdruck gelangen. Dem inserirenden Publikum ein gewissenhafter Be- rather in allen Fragen zu sein, welche sich auf Abfassung und Ausstattung der Annoncen, Wahl der Zeitungen etc. beziehen, hat sich die unterzeichnete Annoncen - Expedition von jeher zur besonderen Aufgabe gestellt. Jede gewünschte Information sowie Kostenanschläge und Zeitungskatalog stehen kostenfrei zur Verfügung. Annoncen • Expedition Rudolf Mosse Frankfurt a. M., Kaiserstr. I, Ecke Salzhaus,1 in Giessen vertreten durch v.Münchow’sohe Hof- u. Univ.-Druckerei, 0. Kindt. 01632] Iwei Hravstücke auf k® NahrungSberg sind zu verpachten. ^ouis Aogt, Neuenweg l». Handel mW Verkehr. Uslksmrtjtzast. Märkte. (—) Lich, 18. April. Der am Dienstag hier abgehaltene Schweinemarkt war gut befahren. Das Geschäft ging flott. Die Preise waren bedeutend höher als kurze Zeit vorher in Grünberg. Für das Paar Jungschweine von ca. 6 Wochen alt wurden bis zu 30 Mk. bezahlt, für 10 bis 12 Wochen alle bis zu 60 Mk. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust sagen innigsten Dank Ludwig Tchildwächter und Frau. Gießen, den 19. April 1900. 2903 Thüringisches Technikum «Ilmenau Bei Todesfällen übernimmt die Buohdruokerel des Giessener Anzeigers, Schulßtrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trailerbriefen und Danksagnngskarten, welche auf Wunsch couvertlrt geliefert werden. G-ttndimst hi der gtjmgogt. Areitag den 20. und Samstag den 21. April 1900: Paffahfest. 7. Tag. Vorabend 7 llbr, morgens «ao Uhr Predigt. . vt. Vorabend 7 Uhr, morgens 8«o Uhr, nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 8« Uhr. Familien Nachrichten. — «estordenr Herr Wilhelm Pfaff in Butzbach. — Frau Zerolma Stern, geb. Rohmann, in Grebenau. — Frau Ernestine Bose geb. Hilß, in Orlenberg. - Frau Georg Pfeffer Witwe in Bad.Nauheim. Frau Elisabeths Daab Witwe, geb. Weber, in Groß-Bieberau. — Frau Anna Marie Dries in Darmstadt. — Verlobter Julie Bohn und Adolf May in Storndorf» Homburg v. d. H. — Geboren r Dem Herrn W. Egner in Alsfeld ein Sohn. — Dem Herrn Heinr. Bücking II. in Alsfeld ein Sohn. — Dem Herrn Reallehrer Schilling in Alsfeld ein Tochter. Kandwittschasttiches. Vieh-Ausstellung in Marburg. Die Vorarbeiten für die Don der „Heerdbuch-Gesellschaft für daS Vogelsberger Rind" geplante Vieh-Ausstsllung schreiten rüstig voran. In Sachen der Ausstellung fanden zwei gut besuchte Versammlungen statt. Eine Borstandsfitzung der Heerdbuch-Gesellschaft, durch den Landrat v Heimburg geleitet, und eine Sitzung des Auvstellungskomitäs, bei der auch die Spezialausschüffe vertreten waren fanden statt. Diese stellte unter dem Vorsitz des Herrn Landrat v. Negelein den Plan für die Verteilung der Preise auf und beschloß über die Zusammensetzung des Preisrichterkollegiums. Die Ausstellung wird mit ca. 300 Thieren Vogelsberger Raffe beschickt werden. Die Anmeldefrist tfluft mit dem 10. Juni ab — die Ausstellung selbst findet bekanntlich am 14. und 15. Juli statt. — Mit der Ausstellung soll auch ein Zuchtviehmarkt und eine Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte verbunden werden. Berlin, 19. April. Die zur Kostendeckung für Flotten-Bermehrung in der Budget-Kommission des Reichstages gemachten Steuervorschläge sind auf ihre Durchführbarkeit und Ertragsfähigkeit seitens des Reichsschatzamtes eingehend geprüft worden. DaS Ergebnis dürfte nun zunächst dem Bundesrat vorgelegt werden, bevor eS an die Budget-Kommission des Reichstages gelangt. Ernstlich in Betracht kommen nur die Erhöhung des Lotterie- Stempels und die Börseusteuer, während andere Steuervorschläge als zu wenig ertragreich fallen gelassen sind. Bekanntmachung Mit Bezug auf die unterm 18. November v. Js. erlaffene Orts- PolizeiOrduuug, betteffend die Ausführung der Artikel 40 und 61 der Allgemeinen Bau-Ordnung, machen wir die Beteiligten hierdurch nochmals darauf aufmerksam, daß nach § 4 der gedachten Verordnung vom Begin« der innere« und äußere« Berprrtzarbeiteu an allen, zum längeren Aufenthalt von Menschen bestimmten Neubauten, sowie von der Fertigstellnug des innere« Verputzes vo« Wohngebäude» dem Stadtbauamt schriftliche Anzeige zu erstatten ist, und daß nach S 5 der Verordnung Verfehlungen gegen diese Bestimmungen für die Bauherren, Baumeister und Bauhandwerker Geldstrafe bis zu 150 Mark oder Haft nach fich ziehen. Gießen, den 12. April 1900. Kleesamen Deutscher Aotkker Schwedischer Klee Weißklee ßwigklee Grasfamen empfiehlt in besten Qualitäten zu billigsten $m,en Robert Stuhl, Schulranzen in jeder Preislage allerbilligst im 01629 Kaufhaus S. Elsoffer. €Lv^ez/ti^.un<^ nacA. 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