entlaufen. a erhakm w\\t. WM SiSS Ü’Ä 80) iM , Kredit-, AiM rffßa-^ioit ttigtttlt Zagcksk. I Irsch, Naanbtie Mch htheit des am-lamlin jr in-Cream ngen zurück ,uj vollkammtnili ^robmascIM iauptVorzüge Sicher Systeme vereinigend. kTlawhin« mit Jbstendhersidlung. I l I H 4 I I ht Mck Ott )bL «sZr AK-' r 1900 Ubtnrn» i'Aeott dn«de°»-'» er" ,N kk dtm Ft* 16 Enstes Blatt. Samstay den 20. Januar 1900 Meßmer Anzeiger Kenerat-Anzeiger ZZezngspreis viertcljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestell« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahrs, mit Bestellgeld. Srfathtf tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener KamitienSkälter Verden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter füc heff. BolkSkunde" »ochtl. 4 mal beigelegt. Alle AnzeigeU'vermittlungSstellen deS In« und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den felgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Amts- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Zlr. 7. P——— Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde. ____________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Betr.: Bezug von künstlichem Düngermittel. Bekanntmachung. Auf die Bekanntmachung vom 11. v. MtS. sind bis jetzt blos Bestellungen auf 235 Centner eingegangrn. Ich richte daher nochmals die Aufforderung an alle Jnteresien- ten, möglichst bald ihre Bestellungen machen zu wollen. Die Vorteile deS Bezugs sind Skontoabzug, Rabatt, zuverlässig gute Ware und für die Mitglieder des landwirtschaftlichen Vereins Frachtfreiheit bis zur nächsten Bahn stationMs zum Betrag einer Bestellung von 40 Mk. Gießen, den 17. Januar 1900. Der Direktor des landwirtschaftlichen Vezirkvereins. v. Bechtold. Deutscher Reichstag. 129. Sitzung vom 18. Januar. 1 Uhr. T. - O.: Fortsetzung der zweiten Etatsberatung. Etat des Reichsjustizamts. Abg. B a s s e r w a n n (ul.) fragt an, wie es mit einer Abänderung des Strafrechts stehe, betreffs der Strafmündigkeit und der Bestrafung von Personen unter 18 Jahren. Man möge mit dieser Revision nicht warten bis zu einer Totalrevision des Strafrechts. Weiter bitte er die Regierung um endliche Einbringung einer Vorlage, betreffend Berufung in Strafsachen, und zwar am besten mit Be- rufungskammern bei den Landgerichten. Auch empfehle er, behufs Beibehaltuug eines Fünfrichterkellegiums sowohl in erster wie in der Berufungsinstanz, Heranziehung von Laien. Wie stehe es ferner mit den Vorarbeiten für Lchutz der Bauarbeiter? Redner plaidiert schließlich noch für selbständige kaufmännische Schiedsgerichte. Staatssekretär Nieberding entgegnet, bezüglich der Bestrafung jugendlicher Personen habe das Justizamt vorbereitende Arbeiten veranlaßt und Gutachten eingefordert. Vas die Berufung anlange, so sei der Reichstag doch gegen- värtig mit einem dahingehenden Anträge beschäftigt. Betreffs des Schutzes der Bauhandwerker liege ein neuer Lntwurf bereits vor, doch sei zu diesem noch nicht endgiltige Stellung genommen worden. Die Leitung der Frage betr. »ie kaufmännischen Schiedsgerichte liege in den Händen der Handels- und Gewerbeverwaltung, nicht in denen des Reichsjustizamts. Abg. Roer en (Zentr.) sympathisiert mit den vom Abg. Bassermann vorgebrachten Wünschen, und wendet sich dann gegen den Artikel eines Leipziger Blattes, in welchem ■ein dortiger Professor die Verhandlungen des Reichstags Aber die bedingte Verurteilung äußerst abfällig beurteilt Habe. — Abg. O e r t e l-Sachsen (kons.) erinnert an den bekannten Artikel im „Vorwärts", der dem sächsischen Ober- landesgericht in Dresden nachgesagt, die Sozialdemokraten als Personen minderen Rechts zu behandeln. Auf erhobene Anklage sei der Berliner Redakteur vom Landesgericht frei- gesprochen worden; an anderen Orten, wo der Artikel rachgedruckt worden sei, sei Verurteilung erfolgt. Präsident Graf Ballestrem bemerkt, auch er halte es für das Recht jedes Abgeordneten, richterliche Urteile i-nnerhalb gewisser Grenzen zu kritisieren. Die Kritik dürfe s ich aber nur in solchen Ausdrücken bewegen, die der hohen Achtung, die man den deutschen Richtern und von ihnen Gefällten Erkenntnissen schuldig sei (Beifall), nicht zu nahe tiritt. — Abg. Fischer (Soz.) legt an einzelnen Urteilen des dresdener Oberlandesgerichts dar, wie in der That jenes Gericht d ie Sozialdemokraten als minderen Rechts behandele, ihnen als nicht gestattet anrechne, was anderen Gestattet sei. Namentlich sei in Sachsen jede Verbreitung einer Flugschrift, selbst zu Wahlzeiten, für die Sozial- Mnwkraten unmöglich. Er, Redner, möchte nun wissen, mir sich dazu der Staatssekretär stelle, angesichts feiner früheren Erklärungen hierüber. Staatssekretär Nieberding erwidert, er vertrete f-tine im Jahre 1894 abgegebene Erklärung auch heute noch, Weibe also dabei, daß die Verteilung von Flugblättern und Bohlzetteln an sich nichts Strafbares fei. Ihm feien aber »ach keine sächsischen Urteile bekannt, die dazu im Widerspruch ständen. Er gebe aber zu, daß einzelne Gerichte bei Beurteilung konkurrierender Nebenumstände über den Nahmen des nach den Gesetzen Strafbaren hinausgingen. Such die Auslegung der Bestimmung über den groben tinjug sei nicht blos in Sachsen, sondern auch sonst in Deutschland nicht überall eine befriedigende. Das liege in der nicht genug präzisen Fassung des Paragraphen, und iui den veränderten Verhältnissen. Die Regierung werde b kmüht fein, bei Gelegenheit dem Uebelstande durch Schaf- fing einer präziseren Fassung abzuhelfen. Abg. Müller-Meiningen (frf. Vp.) bemerkt zunächst mit Bezug auf die vielfach schiefen Gesetzesauslegungen namentlich zum Nachteil der Sozialdemokraten: Die Grundlage der Rechtsprechung ist nicht das Königtum, sondern die Gerechtigkeit' Weiter bittet Redner den Staatssekretär, nicht das Verlagsrecht mit dem Urheberrecht zu verknüpfen. Die Komponisten gegen widerrechtliches Verlegen zu schützen, bitte er gleichfalls den Herrn Staatssekretär. Die' ganze Materie des Verlagsrechts sei eine so schwierige, daß auf Hinzuziehung Sachverständiger in großem Umfange gedrungen werden müsse. Redner bemängelt sodann verschiedentliche Ausführungsbestimmungen zum bürgerlichen Gesetzbuch» und den,Nebengesetzen in Hamburg und Mecklenburg. Staatssekretär Nieberding bemerkt, den Entwurf betr. das Urheberrecht werde voraussichtlich nochmals der öffentlichen Kritik unterbreitet werden. Eine Verquickung von Urheber- und Verlagsrecht sei nicht beabsichtigt. Es fei auch nicht richtig, daß sich etwa ein mächtiger Einfluß der Verleger geltens gemacht habe. Die vom Vorredner bemängelte Bestimmung im Ausführuugsgesetz zur Zivilprozeßordnung betr. die stenographischen Protokolle sei dem Justizamt bekannt; es habe auch kein Grund Vorgelegen, dieselbe zu beanstanden. Das Recht der Mecklenburgischen Regierung, die in Betracht kommenden öffentlichen Funktionen auch andere» als richterlichen Behörden zu übertragen, sei nicht zu bestreiten. Dies stehe ausdrücklich im Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (Hört!) Hört!), und das Haus habe es ja beschlossen. — Abg. von Czarlinski (Pole) beklagt sich über mangelhaftes Funktionieren der Gerichte in den Einzelstaaten. Auch die Polen hätten darunter zu leiden. Abg. Beckh (frf. Vp.) beleuchtet Mängel im Zustellungswesen und wünscht Einführung der Berufung in Strafsachen, aber mit Berufungskammern bei den Ober- landesgerichten. Abg. Stadthagen (Soz.)" beleuchtet die sächsische Rechtsprechung, die nicht nach der Sache,' sondern nach der Person urteile. Als Redner von rechts mehrfach unterbrochen wird, ruft er den Konservativen zu: Sie und Gerechtigkeit sind freilich verschiedene Dinge! (Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner für diese Bemerkung zur Ordnung). Sächs. Bevollmächtigter von Fischer führt aus, es sei nicht Sache des Landgerichts Berlin gewesen, über das Urteil des „Vorwärts" über das sächsische Oberlandesgericht einen förmlichen Wahrheitsbeweis zuzulassen. Der „Vorwärts" hausiere jetzt geradezu mit dem Erkenntnis des Landgerichts. An der Debatte beteiligen sick) noch die Abgg. Rettich (kons.) und Büsing (nl.) Alsdann vertagt sicl) ba% Haus. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. T.-O.: Interpellation wegen der Beschlagnahme deutscher Schiffe und Fortsetzung der Etatsberatung. Etat des Reichskanzlers. _________________ Schluß 6 Uhr. __________________ * Vom Kriegsschauplatz. Das Resultat der „großen Bewegung" Bullers ist endlich bekannt, das in London längst ersehnte und in Hangen und Bangen erwartete „entscheidende Ereignis", der Uebergang Bullers über den Tugela, ist seit gestern zur Thatsache geworden. Wir erhalten folgende wichtige Meldungen: London, 18. Januar. Die „Times" melden aus Spearmans Farm, einer hinter Springfield gelegenen Farm vom 17. d. M.. Die Kolonne des Generals Buller marschierte am 10. d. Mts. in westlicher Richtung ab. Lord Dundonald nahm durch eine plötzliche Beweg,lng die oberhalb der Pot- gieters Drift, 15 Meilen westlich von Colenso, gelegenen Hügel, wobei die Buren vollständig überrascht wurden. Die Infanterie rückte noch au demselben Abend nach. Die Brigade des Generals Lyttleton überschritt gestern und heute den Fluh und bombardierte die auf der anderen Seite des Fluffes liegenden Verschanzungen der Buren mit Haubitzen. General Warren überschreitet jetzt den Fluh bei der Trichardts Drift, 5 Meilen weiter oberhalb des Fluffes, ohne auf irgendwelchen Widerstand zu stoßen, obwohl die Buren 4 Meilen vom Fluhufer ihre Stellungen eingenommen haben. London, 18. Januar. „Daily Telegraph" meldet ans Spearmans Farm von gestern: General Warren überschritt heute bei der Wagons Drift den Tugela mit allen seinen Truppen trotz des heißen und heftigen Geschütz- und Gewehr- feuers der Buren und bezog 2 Meilen vom Flusse in der Richtung ans den Spion Kop eine durchaus befriedigende Stellung. Allerdings sind es keine offiziellen Meldungen deS Kriegsamtes, die uns vorliegen, allein es ist kaum denkbar, daß zwei große Londoner Blätter vollständig mystifiziert sein sollten. Die Nachrichten treten mit viel zu großer Bestimmtheit auf und sind zu detailliert, als daß sie gänzlich aus der Luft gegriffen sein könnten. Die Thatsache ist also wohl nicht zu leugnen, daß im Westen von Colenso der Uebergang über den Tugela geglückt ist. Allem Anschein nach ist er nur dort versucht und ausgeführt worden, die angebliche Bewegung Warrens nach Osten zu war also blos ein Scheinmanöver, während man anfangs annahm, Bullers Vorstoß nach Potgieters Drift sei ein solches. Wenn wir die vorstehenden Telegramme richtig interpretieren, haben die Generale Lyttleton und Warren den Fluß an zwei Stellen überschritten, während die oberhalb der Pot- gietersdrift von Lord Dundonald besetzten Anhöhen sich noch südlich des Colenso befinden. Auffallend ist, daß General Lyttleton anscheinend auf gar keinen Widerstand der Buren getroffen ist. Dasselbe melden die „Times" von General Warren, während nach „Daily Telegraph" Warren ein heftiges Feuer der Buren zu überwinden hatte. Außerdem läßt die „Times" den General die Trichardts-Drift benutzen, während „Daily Telegraph" ihn durch die Wagons-Drift führt. Diese Widersprüche lassen die Meldungen der beiden Londoner Blätter als ungenau erscheinen; auch geben die „Times" gar nicht die Stelle an, an welcher Lyttleton über den Fluß gelangte. Etwas verdächtig erscheint ferner die „durchaus be- friedigende" Stellung Warrens. Es bleibt als sicher also nur die Thatsache bestehen, daß die Engländer jetzt jenseits des Tugela sind, es fragt sich aber sehr, in welcher Lage sie sich dort befinden. Undenkbar ist, daß die Buren so leichten Kaufes die Flußübergänge preisgegeben haben sollen, und wir nehmen an, daß sie mit Aussicht auf Erfolg wieder im Begriff sind, die Welt durch ein taktisches Manöver ersten Ranges zu überraschen. Wir haben ja schon wiederholt die Möglichkeit zugegeben, daß es Buller gelingen könnte, den Uebergang zn forcieren, aber nach den bisherigen Erfahrungen sieht es, zumal, wie gesagt, jede amtliche Nachricht noch fehlt, und die Privatmeldungen an Verdacht erweckenden Unklarheiten leiden, so aus, als sei dieser neueste Sieg der Engländer wieder der Anfang der neuesten Niederlage. Unverständlich bleibt noch die Meldung, daß General Buller am 10. Januar in westlicher Richtung aufgebrochen sei, das hieße also in der Richtung nach den in den Oranjefreistaat führenden Gebirgspässen, ein Schachzug, den wir auch bereits in Rechnung gezogen haben. Die nächsten Stunden muffen Genaueres bringen, und dann erst wird man klar zu sehen beginnen. Möglich aber ist es auch, daß, wenn Bullers Sache schlecht steht, das Kriegsamt erst in etwa acht Tagen als hinkender Bote hintennach kommt. lieber Ladysmith schweigen die neuesten Meldungen vollständig. Der Vorstoß Bullers kann also von dort aus keinerlei Unterstützung erfahren haben, ein Zeichen, daß Stadt und Lager von den Buren fest umschnürt sind. Außerdem wird die Lage in Ladysmith als sehr schlimm geschildert. Die englischen Soldaten sind vollkommen erschöpft, und die Pferde so geschwächt, daß sie für Kriegszwecke untauglich sind. Die Soldaten würden, selbst wenn der Entsatz von Ladysmith gelingen würde, ein paar Wochen der Auffrischung brauchen, bevor sie wieder am Kampfe teilnehmen, könnten. Eine wirksame gemeinsame Aktion des Generals White und der Entsatztruppen ist daher schon aus diesem Grunde kaum möglich. * • London, 18. Janua. Heber Bullers Vorstoß werden noch mehrere Einzelheiten gemeldet: Am 11. d. Mts. bemächtigte sich Lord Dundonald mit einer berittenen Brigade der Springfield-Brücke und nahm sodann eine starke Stellung auf dem Zwartkopp-Hügel ein. Er fand die Buren völlig unvorbereitet auf einen englischen Vorstoß vor. Die Brigade Lyttletons erhielt Befehl, die Position am Zwartkopp zu halten, und unter Zurücklassung einer starken Abteilung, welche Colenso besetzt hatten sollte, rückte die gesamte britische Streitmacht sofort vor. Nach viertägigem Aufenthalt am Südufer des Tugela marschierten die Engländer nordwärts vor. Am 16. Januar überschritt Lyttletons Brigade die Furt und besetzte am Abend die Anhöhen auf der rechten Seite. Nunmehr überschritt auch der Rest der Kolonne den Tugela. Auch Warren soll den Fluß sechs Anskmö. jebe männliche Bevölkern ng, da alle Erwachsenen sich an der Grenze befinden. Brussel, 19. Januar. Die hiesigen Transvaalkreise find durch die Leichtigkeit, womit General Buller den Tugela überschritt, sehr erstaunt. Man glaubt an eine Kriegslist seitens der Buren. Jedenfalls wird jetzt eine große Entscheidungsschlacht zwischen den Truppen des Generals Buller und den Buren erwartet, von deren Ausgang auch das Schicksal von Ladysmith abhängt. Im übrigen ruft der Uebergang Bullers über den Tugela keinerlei Entmutigung hervor. Deutsches Reich. Berlin, 18. Januar. Der Kaiser hat heute im Kapitelsaale des Königlichen Schlosses ein Kapitel des hohen Ordens vom Schwarzen Adler abgehalten. Diesem ging im Rittersaale die Investitur der schon früher ernannten Ritter, zunächst der Herzöge Albrecht und Nikolaus von Württemberg, sodann des kommandierenden Generals des 14. Armeekorps, v. Bülow, voraus, worauf die neu investierten Ritter am Kapitel teilnahmen. — Der Kaiser hörte heute vormittag von 10 Uhr ab den Vortrag des Kriegsministers v. Goßler und daran anschließend denjenigen des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke. — In der 18er-Kommission des Reichstages wurde heute in die Beratung der Novelle zum MÜnz- gesetz eingetreten. Die Artikel 1, 2 und 3, welche die Außerkurssetzung der goldenen Fünfmarkslücke und der Zwanzigpfennigstücke von Silber und von Nickel bestimmen wurden angenommen. Morgen wird die Beratung fort- London, 19. Januar. Der Gegenbefehl, welcher den Offrzreren, die sich aus Egypten nach Südafrika begeben sollten, erteilt worden ist, scheint durch die Truppenbewegungen Meneliks begründet zu sein. Die englische Regierung ist bis jetzt noch völlig im unklaren über den Zweck, welchen Menelik verfolgt, und ttaut sich eine Schwächung der Sudan-Garnison aus diesem Grunde nicht zu. London, 19. Januar. General Buller hat sein Haupt-Quartier in der Nähe des Annyberges auf- geschlagen. Er hat einen Aufruf an die Truppen gerichtet, welcher folgenden Wortlaut hat: Soldaten.' Wir werden unsere Kameraden in Ladysmith befreien und wir werden uns nicht mehr zurückdrängen lassen. Dieser Aufruf wird Weitet von genauen Anordnungen, welche Offiziere und Mannschaften betreffen. Der physische und moralische Rustand der Truppen läßt nichts zu wünschen übrig. London, 19. Januar. Ein Telegramm aus Annyberg am Tugcla-Fluß bringt Einzelheiten über das »erbringen Bullers. Es ist die Brigade des Generals Dundonald, welche am vergangenen Mittwoch Springfield besetzt hatte. Spater besetzte der General auch den Anny- t*8' ®elJct sich gegenüber dem von den Buren verschanzten Lager befindet. Der Feind scheint durch unser Er chemen überrascht gewesen zu sein. Wir können von unserer Stellung das feindliche Lager übersehen L°ud°». 19- Januar. Aus einer sonst sehr zuver- lässigen Quelle verlautet, daß gestern nachmittag 4 Uhr "".^^'Telegramm im Kriegsamt eingetroffen sei, wo- nach Ladysmith entsetzt sei. Die offizielle Bestätigung wird stündlich erwartet. — General Buller sandte an das Kriegsamt folgende Depesche aus dem Lager bei SpearmanS 18. Januar: Eine Batterie Feldartillerie, eine Hau- bitzen-Batterie, die Brigade des Generals Lyttleton sind im aBcgune, den Tugela bei Potgieters Drift zu überschreiten. Die Buren-Stellung wurde von den Engländern bombardiert. Fünf englische Meilen oberhalb überschritt General Warren den Fluß auf einer Ponton-Brücke von sm-r96* ®C W' r • ^ine Truppen bis zum Abend 5 Meilen vorgerückt sein werden. Auf ihrer rechten ?lc 58u.r/n„ eifrig beschäftigt, sich zu verschanzen. >zn hiesigen militärischen Kreisen glaubt man, daß der Erfolg der Buller'schen Operationen hauptsächlich von Warrens Flanken-Umgehung abhängt. Man nimmt an, General Warren mit seinen 14000 Mann nordwärts i«!C\ r nach Dewdrop marschieren dürfte und hofft, daß diese Operation nicht nur die Aufhebung der Belagerung von Ladysmith, sonderen auch die Umzingelung und Vernichtung des Haupteiles der Burenarmee zur Folge haben werde. ° a Meilen westlich davon überschritten haben. Wegen des heftigen Feuers der Buren faßte er in der Richtung auf Sproenkopp festen Fuß. Gleich nach dem Uebergange über den Fluß begann Lyttletons Brigade mit Haubitzen und Schiffskanonen die ganze Stellung des Feindes zu beschießen. Das Feuer, welches die Buren nicht erwiderten, währte den ganzen Tag über. Während diese Operation bei Potgieters ausgeführt wurde, führte Warren seine Division sechs Meilen höher hinauf über den Tugela, um daselbst eine starke Stellung zu beziehen. Einige Schüsse wurden seitens der Buren auf die Pioniere, die Pontons herstellten, abgefeuert. Für morgen ist ein Kabinettsrat einberufen. — Die „Datty Mail" erfährt aus Pietermaritzburg: Ankömmlinge von Eastcourt erklären, gestern hätten Kämpfe am Tugela stattgefunden. Das Resultat ist unbekannt. London 18. Januar. Das Kriegsamt bestätigt die Meldung von dem Uebergang des Generals Warren über .Den Lugela. * Telegramme des „Gießener Anzeiger". 191 Januar. Die Ursache des Einstellens jeder Truppenbewegung in offensivem k k englischer Generale w Südafrika beruht lediglich auf Befehl zuständiger Stelle, lerf ^de Offensive zu vermeiden sei, bis die Befehlshaber Roberts und Kitchener ihren Felozugsplan festgestellt haben. lile Wn b[« 30. ** <>,« Meente taS» ” b“'i Stete ^e» — Wie das „Berl. Tagebl." vernimmt, ist ein Gesetz m Vorbereitung, welches über den schriftlich en Nachlaß im Amte verstorbener Staatsmänner und Mili- Bestimmungen trifft, ähnlich wie sie in Frankreich schon bestehen Hiernach erhält die Regierung nach dem Kleben des Betreffenden die Befugnis, die vorhandenen Schriftstücke sofort mit Beschlag zu belegen. Der Entwurf dürfte demnächst den gesetzgebenden Faktoren zugehen. — Nach einer Meldung des „B. T." aus Peters- sUr °r Staatsmänner im Verein mit dem Pariser Kabinett Schritte zu unternehmen beabsichtigen, die darauf abzielen, eine internationale Revision des bestehenden und m seiner Unzulänglichkeit erkannten See- •■leA61\cc§tcS in6 ^brk zu setzen. Es wäre nicht un- möglich baß diese Pläne sich zu dem Vorschläge verdichteten, .^nir.n* ®°"fcreni -inznberusen, der die Aufgabe zufallen würde, auf Grund eines vorher vereinbarten Pro- «Nd ft ^?°'uug des Begriffs der Kriegskontrebande und des HmidelS der neutralen Mächte nach neutralen ^führen $ etnc internationale Übereinkunft herbei- Schales uni) Urovinstelles. Ö*"1,h’c,d,ro Anhalte«, srunvsatzlich nicht aufgcnommerr.) w Gießen, 19. Januar 1900, [n des Akademischen Gesangvereins. Sogroßes, s° vieles, w,e diesmal der Akademische Gesang' muHf Hnn ir Se'tUft9 $°$,9Cn“6 bereitet, für den wir ihm und den ^"wirkenden vielen, sehr vielen Dank schulden. Und nun * r uns die schönste Gelegenheit, diesen Dank ab- Miragen, indem wir ihn in seinem Streben unterstütze,', >n seinem Streben, durch seinen Akademischen Gesang- Musikfreunden feilen gehörte, schöne herrliche Tonschopsungen zugänglich zu machen. Stets bleibt es für ben wahren Künstler der schönste Dayk, wenn wir ihm baV,r au* re$‘ "Nb echt aüs vollem Herzen zu schätzen wissen, Was er uns bietet. Großes und Weihevolles, Ernstes und Freudiges, will uns Herr Trauten Lk *■£ ’ne, die wü t" "S i»*” z°°ü° *5 ^arti.gerS N «°s -e v.i 'S jitti W' Oiiv-Br-'.,- reichest überreiche' vornehme W genialer Sackhaus, ein ■ unter Leitung w bringt, mirHe nicht zu bemerken,! 21. d. M„ nachmitt) proben für Che mittag 5 Uhr. i karten üöOPfg- ♦* StMheater. Sonntagnadjmi' gegeben unb tomir Rotkäppchen" i RinberDorfleflung zi Eonntagabenb gelang: „Der Tn bekannten Schefsel'sc * Benutzung de ten Tatzen hs ei:ne Luftlpiünvvib uib Stein bringe Riffeier fyoftyeate Festsetzung des Tc ** llnnstvere: im Turmhaus am ständiger Wechsel Misere Kunstfteun! ** Ißttotbnoni »irb durch ba8 @ »Lcher iS , einer ftotytyile aufie würden verliehen n würden der Genehu Diese Genehmigung Hochschulen außerhal. bemschen Würden c Wfy Reichsangehö: hogtum Hessen auf ^üßgabe, daß es, s, E im amtlichen Au krverbSzivecken im G Jem sie nach dem ? w akademischen Bi = Lich, 18, n M ?. W« dtt » W« bat « hl a! ^ch eine Wahl Möglichen Ieiaeor ^'ssenhaste Pfljch "den als nn bleibendes Ande ml 'r W 18. Sonbon, 17. Januar. Die „Times" veröffentlichen em Telegramm aus Mafeking vom 3. Januar, welches bie Stadt belagern, erhielten tn ^orm nnes Geschützes neuesten «Ä. Munmonswagen. Mit demselben werden Geschosse geworfen, welche em chemisches Produkt enthalten CÖ E der Luft in Berührung kommt' Ja ^nig Schaden angerichtet. — Oberst tadtverordnetensaal eine arofip Ä ^ute hier un an ber sich zahlreiche SnbuftrFelk beSe"® weitere schritte beirfifniiPH »n««« vcLeuigren. Es wurden Hauptmann näheres zu beraten. Sefce? WurTe oonto 19' Januar. Der Kaiser, welcher beute unn mTl7i^n9haa6oU3u .3Urütffe^rf' wird morgen bie De d-s Kabinetts Wittek annehmen und als. dann bem neuen Ministerpräsibenten von Sorbet eine Au g-wahrem Letzterer wirb bem Monarchen eine voll- ständig neue Mmisterliste unterbreiten ’ Wien. 19 Januar. Der Reichsrat soll am 12 kommenden Monats einberufen Werben ' D°r Baron oon Castellane wr^rnnbhr.tZ01!,Efr(.6ctarmetitanitocn Millionärs Soul! 3« tfrau ijat, erht bei Borsenspekulatiouen Verluste von mehreren Millionen Franks. Er hat sich deshalb hnnSr,® IUnil“-Cr ®afhn New-York eingeschifft, um von seinem Schwiegervater die nötigen Gelder zur Deckung e'ttua @7Ä iU D-- Mitgift seine^G^ x 2?lt[lonen F^nks, wovon sie jedoch nur ben Nießbrauch der Zinsen haben. Castellane war Mitglied der nationalistischen rallirerten Partei, welche sich seinerzeit fioube? b6eifhnntCro 9(uß^rcitun9en gegen den Präsidenten Loubet bei dem Rennen zu Auteuil hinreißen ließ. Pans, 18. Januar. Der Prozeß gegen die ^^^^Nlsten-Brüder, welcher nächsten Montaa Eammt, soll eine ganze Reihe von Neben raschungen bringen und zu einem neuen Staatsprozesse Anlaß ttPll,« Staatsanwalt wird in seiner Anklage fefb gellen, daß die Assumptwniften sich an dem Komplett be- teüigt haben, desgleichen an dem Attentat zu Auteuil sowie Var^nnh -bes Machenschaften der Nationalistengruppe in rfnb l??er drovinz. Es verlautet, das Kabinett sei ^ ^ ossen, sich auf diese Anklage zu stützen, um von dem Generalprokurator eine neue Untersuchung zu verlanaen fSm!hftrh^Cnbk au «er bcm Abgeordneten Habert auch die *sä tim ärbE,t3eber unterstützt zu haben und schlug ein? Tagesordnung vor, Worin die Haltung ber Regierung at- ®alJ interpellierte ^sodan? bie ube.F bu ungenügende Inschutznahme der 9fr- bettswilligen während dieser Ausstände. Waldeck-Rousseau sowie der Handelsminister beantworteten beide Jntervetta- . 3hre Zurückweisung wurde durch die sich widersprechenden Interpellanten wesentlich erbittert, und schließlich rfuhr das Tadelsvotum Dejeantes eine Ablehnung mst WäÄtrwi Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt Nach der «pr eine Besichtigung der Marineausstellu«. statt. Abends folgte em Festmahl. *• Dresden, 19. Januar. Das Kaiserpaar troi heute nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge, b? um einhalbzwci Uhr Berlin verläßt, hier ein und Bpnfi jirb sofort zur Herzogin Adelheid von Schleswig.HolstÄ deren Zustand heilte e,n äußerst kritischer ist. Das Bul etw welches hierüber mittags 12 Uhr ansgegeben Wurhe i™ L' Ste S sich et? verMmmett h"nnfr>rCn2?Ot -^Oradig. Gegen morgen trat eine be -ÄS ÄSä SS4SÄ5 W- kämg-iche Schloß a?s aiobn^ung gn ?boten f ^“sgife?9 paar lehnte ba$ Anerbieten jebodj ab und zog es vor im ber^h'bp0^ Wohnung zu nehmen, weil sich dasselbe in Villa^finL 0O" ber "krankten Herzog belohntem lonnt r sZL LZ? ? etrt,Q5 m hat öie k>?hlger., SgK tn tawnttftyni tU DrMtk bu -r Truppen bei arf der Regierung en und fchkg eilt der Regierung gt> peUierte sodann du hutznahme btt fr Waldeck-RoußtLii, >n beide JntnK >urch die sich * ittert, und schliß ine Ablehnung r orbnung, worin i i, gelangte mit L ie Progresfisten« ichllrs. »elchtv Inhalt jinowöiw*) Januar 1900. tttM. So grop misch- Gesan! ?n Dirigenten feit ) Alma Mat nt, dar nsock mww echt ttieblit « di-s-r Sl-«'«16 herein zu *' nicht daran geM ms di- 3* , j feine J# * r 1;5'SJ iLZ Etz **« !“« ioO 06 L " Donars @Oi ,T| jal. M deshiü । KM nut w WW war MM velfy fid) fttnnzu 11 Öen Präsident» * H gegen bi ;t Ochsten SJJonü- ie Reihe von M Staatsprozeffe M seiner Anklage sii n dem Komplett V tat zu Auteuil ior ationalistengruppe i ttet, das Kabinett fr Sitzen, um von hi Wg zu verlange-, n Robert auch die tot bat AM- Donnerstag den 25. Januar, abendS 6 Uhr, im Kon- firmandensaal Kirckstratze 9: Bereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Mallhäusgemtinde. Donnerstag den 25. Januar, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. Pfarrer Dr. Grein. Samstag den 27. Januar: Zur Arier deS Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers» Bereinigter Civil. und Militär- gottesdienst in der Stadtkirche. Bormittags 9Vt Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. In der JohanneSkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Montag den 22. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der JohanneSkirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 9,19 Pfarrer Euler. Nächsten Sonntag, den 28. Januar, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die JohanneSgemeindt im Abendgottesdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeher Gemeinde erbeten. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Samstag den 20.Januar. Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 21. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags von 61/g Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Tommunion; „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9Va Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 Uyr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht. mann kommenden Sonntag bringen! Eilen wir hin, alle, denen er so oft schon Unvergeßliches geboten hat, alle, die wir die hohe Ausgabe, der sich der Akademische Gesangverein geweiht hat, unterstützen wollen und Müssen! Es ist, wie gesagt, ein nicht nur mühevolles und großes, sondern auch ein kostspieliges Unternehmen, das der Akademische Gesangverein mit seinem Dirigenten wagt, und ganz besonders verdient es hier hervorgehoben zu werden, daß diesmal die Begleitung nicht am Klavier nur auSgesührt, sondern daß man die Mühe und die Kosten nicht gescheut hat, diesmal die Begleitung der darzubietenden Chorwerke unserem altbewährten Orchester unter Hinzuziehung auswärtiger geehrter Künstler zu übertragen. Und was dies Orchester zu leisten vermag, das hat es nun wiederholt — wir erinnern nur an die „Schöpfung", „EliaS", V. und VII. Beethovensche Symphonie, „Mozarts Jupiter Symphonie", die Freischütz- Ouvertüre" — glänzend gezeigt. Es steht ein reiches, überreiches Programm bevor: eine vortreffliche, vornehme Sängerin, Fräulein Mathilde Haas, ein genialer zukunftsfreudiger Pianist, Herr Wilhelm Backhaus, ein wohlgeschulter Chor mit Orchester unter Leitung des Herrn Trautmann! Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. — Wir verfehlen nicht zu bemerken, daß das Konzert am Sonntag dem 21. d. M., nachmittags 5 Uhr, stattfindet, und die Hauptproben für Chor und Orchester am Samstagnachmittag 5 Uhr. — Zur Hauptprobe werden Schülerkarten ä50Pfg. bei Herrn Challier ausgegeben. ** Stadttheater. Nach längerer Pause wird am nächsten Sonntagnachmittag wieder eine Kindervorstellung gegeben und kommt als solche das allbeliebte Märchen: „Rotkäppchen" zur Aufführung. Wie immer, findet diese Kindervorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen statt. — Sonntagabend kommt das romantische Schauspiel mit Gesang: „Der Trompeter von Säkkingen", nach der bekannten Scheffel'schen Dichtung bearbeitet, und mit teilweiser Benutzung der Neßler'schen Opern-Musik, zur Darstellung. •* Theaterverein. Die nächste (6.) Vorstellung wird in den Tagen des 31. Januar bis 2. Februar stattfinden und eine Lustspielnovität „Die Herren Söhne" von Walther und Stein bringen. Als Gast wird der 1. Komiker.des Kasseler Hostheaters, Herr Schmasow, auftreten. Genaue Fesffetzung des Tages erfolgt in Kürze. ** Kunstverein. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand hat diese Woche wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden, worauf wir unsere Kunstfreunde aufmerksam machen wollen. ** Verordnung, die Führung akademischer Würden betr., wird durch das Großh. Reg.-Bl. Nr. 6 veröffentlicht, in welcher es heißt: Hessische Staatsangehörige, denen von einer Hochschule außerhalb des deutschen Reiches akademische Würden verliehen werden, bedürfen zur Führung dieser Würden der Genehmigung des Ministeriums des Innern. Diese Genehmigung kann hinsichtlich der von bestimmten Hochschulen außerhalb des deutschen Reichs verliehenen akademischen Würden allgemein erteilt werden. Für nicht hessische Reichsangehörige und Ausländer, die sich im Großherzogtum Hessen aufhalten, gilt diese Bestimmung mit der Maßgabe, daß es, sofern dieselben sich nur vorübergehend oder im amtlichen Auftrage und in beiden Fällen nicht zu Erwerbszwecken im Großherzogtum Hessen aufhalten, genügt, wenn sie nach dem Rechte ihres Heimatstaates zur Führung der akademischen Würde befugt sind. — Sich, 18. Januar. Heute verschied hier im Alter von 73 Jahren der Spenglermeister Karl Zimmer; über 30 Jahre hat er dem hiesigen Gemeinderat angchört, und hat auch eine Wahlperiode hindurch das Amt des Großherzoglichen Beigeordneten begleitet. Treue Amtsführung, gewissenhafte Pflichterfüllung und seine hervorragenden Tugenden als Mensch werden ihm bei seinen Mitbürgern ein bleibendes Andenken sichern. -r Nidda, 18. Januar. Gestern fand die Prüfung unserer 4 Volksschulklassen durch die Großh. Kreis-Schul- Immission Büdingen ihren Abschluß. Außer dem Schul- »orstand, dem technischen Mitglüde, Herrn Kreis-Schul- inspektor Buß und Herrn KreiSrat Jrle wohnten auch die Mitglieder der Kommission, Herr Landtagsabgeordneter Erk und Herr Gymnasialdirektor Mohr von Büdingen, der Prüfung einzelner Klassen an. Am Schluffe der Prüfung sprach Herr Kreisrat Jrle seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen der Schule aus, und mahnte zum rüstigen Weiterarbeiten und zum Halten auf strenge Zucht unter der Jugend. Ein gemeinsames Mittagsmahl im Gasthof „zur Traube" vereinigte später die Herren von der Kommission, den Schulvorstand und die Lehrer. § Allendorf (M. W. B.), 17. Januar. Ein frecher R a n b a n f a l l soll gestern abend zwischen 9 und 10 Uhr hier vorgekommen sein. Ein junger Mann aus Manberg, der in Kirchhain beschäftigt ist, begab sich um diese Zeit von hier jrach' der Haltestelle. Etwco 200 .Meter von Derselben entfernt, sprangen zwei Personen aus dem Walde auf ihn zu, rissen den ganz Ahnungslosen zu Boden und durchsuchten seine Kleider, wobei ihnen ein Beutel mit ca. 30 M. in die Hände fiel. Durch das Hilfegeschrei des Ueberfallenen wurden die Räuber verscheucht und verschwanden im Walde, wo man ihre Spuren nicht weiter verfolgen konnte. Ter Beraubte hat sofort Anzeige erstattet und steht zu hoffen, daß die Räuber ergriffen werden. — Kassel, 18. Januar. Nachdem die jetzige Aktiengesellschaft des Bades Salzschlirf endgiltig gebildet ist, wird in diesen Tagen dieselbe sich über die Wahl des Direktor definitiv schlüssig zu machen haben. Als solcher war bereits früher Herr Jean Berlit, welcher das Unternehmen gemeinsam mit dem Bankhause Maurer & Plaut ins Leben gerufen, ausersehen. Sobald dessen Bestätigung erfolgt, wird er in aller Kürze seinen Wohnsitz von Kassel nach Fuldq verlegen, um von dort aus die Verwaltung des Bades zu leiten. Rotenburg, 18. Januar. Die kgl. Regierung zu Kassel hat (zunächst versuchsweise) die Ausgestaltung der hiesigen höheren Bürgerschule durch eine reale und eine gymnasiale Sekunda nach den vom Schulvorstande vorgelegten Plänen genehmigt. Diese Einrichtung soll schon mit Beginn des neuen Schuljahres (Ostern) ins Leben treten. — Die hiesige Apotheke ist durch Kauf in den Besitz des Apothekers Ferdinand Schedtler aus Amöneburg übergegangen. Vermischtes. * Meerane, 18. Januar. Heute morgen hat der Weber Karl mit einem Rasiermesser sein sechs Monate altes Kind ermordet und sich alsdann erhängt. Das Motiv der That ist unbekannt. Universität und Hochschule. , — ,T?nauuti Zu Ehrenmitgliedern der deutschen chemischen Gesellschaft Lord Rayleigh in Witham (Essex), W Ramsay in London, W. Hittorf in Münster und H. Motssan in Paris. — Gestorben: In Berlin Geh. Overbergrat und Direktor der Geologischen Landesanstalt und der Bergakademie Dr. W Hauche cor ne. — In Christtania im Alter von 67 Jahren der Professor der Chemie Peter Waage. Die Bewegung gegen den Alkoholmißbrauch verliert in »hm einen thalkräftigen Vorkämpfer. — Verschiedenes: Aus Freiburg vom 17. d. M. schreibt man: Die akademischen Veranstaltungen zur Feier des 70. Geburtstags des Gynäkologen Prof. Dr. Hegar fanden heute abend mit einem Fackelzng ihren Abschluß. Die vier katholischen Verbindungen nahmen an dem Fackelzug nicht Teil, da ihnen, wie sie öffentlich erklären, der ihnen gebührende Platz im Zuge rerweigerte wurde. Die Senioren dieser vier Verbindungen überreichten gestern bereits dem Gefeierten eine künstlerisch ausgestaltete Adresse. 1 w Arbeiterbewegung. Wien, 19. Januar. Der Ausstand in Kladno, Schlau, Mährisch Ostrau und im Karwiner Revier ist unverändert. Ruhestörungen haben bisher nirgends stattgefunden. Kirchliche Nachrichten. Es asgelische Gemeinde. Sonntag den 21. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Gottesdienst. In der Gtadtkirche. Vormittags 91/i Uhr: Repetent Herrmann. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Dr. Heußel. Nachmittags 5 Uhr: Siehe JohanneSkirche. Trpeschrn deS Bureau »Herold'. Berlin, 19. Januar. Der General-Direktor der Berliner Maschinenbau-Aktiengesellschaft L. Schwartzkopff, Geheimer Kommerzienrat E. Kasselowsky ist im Lazarett- Krankenhause an Herzschlag gestorben. Berlin, 19. Januar. Das Befinden der Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein hat sich nach einer Meldung aus Dresden gestern abend etwas gebessert; insbesondere hat die Herzschwäche nachgelassen. Berlin, 19. Januar. Wie verlautet, dürfte die Flottenvorlage bis zum Samstag vom Bundesrat erledigt sein. Berlin, 19. Januar. Nach einem hier eingegangen amtlichen Telegramm aus London ist die Freigabe des Dampfers „Bundesrat" nunmehr thatsächlich erfolgt. Wien, 19. Januar. Das „Fremdenblatt" bestätigt, daß, nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, noch heute die kaiserlichen Rundschreiben erscheinen werden, durch welche das Kabinett Wittek verabschiedet und das Kabinett Körber ernannt werden wird. Rom, 19. Januar. König Menelik von Abessynien erklärte gegenüber diplomatischen Persönlichkeiten auf das bestimmteste, daß er an eine Ausnutzung der Schwierigkeiten Englands in Südafrika absolut nicht denke. Gleichzeitig bestätigt Menelik, daß er im Laufe des Jahres zur Pariser Weltausstellung kommen werde und bei dieser Gelegenheit mehreren europäischen Höfen Besuche abstatten wolle. Ein grosser Posten Herren-Anzüge 10 und 12 Mk. Giessen Markus Bauer Giessen II Kirchenplatz II gegenüber der Stadtkirche. ■ Meyers Konversations-Lexikon I (auch ie Umtausch gegen Uter(*Werke) sowie alle andern Bücher Ldf« liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an jßy—' H. 0. Sperling, Bnchhandlnng, Stattgart VIL * DckliMWlM Bekanntmachung. Die Eheleute Uhrmacher Georg Koch und Lina, geb. Lehrmund, z u Gießen haben durch ortsgericht- lchm Vertrag vom 29. Dezember 1-899 Gütertrennung vereinbart. Hießen, den 30. Dezember 1899. Großh. Amtsgericht. Wiener. 540 ßekanntmachung. Dje Eheleute Joseph Stein u«l> Dorothea, geb. Wehrmann, zn Gießen haben durch ortsgericht- mbei Vertrag vom 30. Oktober 1899 Siitertrennung vereinbart. Men, den 12. Dezember 1899. Großh. Amtsgericht. Neuenhagen. 539 WWWNU, Hohmrfleigerung im sicher Stadtwald. Donnerstag den 25. Ja urrar, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, Distrikt Roiherbusch, ver« steigert werden: 123 rm Buchen-Scheiter, 20,4 „ Eichen-Scheiter, 90 „ Buchen-Knüppel, 81 „ Eichen Knüppel, 5450 Stück Buchen-Wellen, 4390 „ Etchen-Wrllen, 124 rm Buchen-Stöcke, 207,4 ,, Eichen'Stöcke. Die Zusammenkunft ist am Eilings- Häuser Fußpfad. Lich, den 19. Januar 1900. Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller. 542 Mobiliar-Nkrstchttmig. Montag den 22. Januar d. Is., nachmittags 2 Uhr, wird im Biecker'schen Saal, Neustadt 55 dahier, eine Partie sehr gut erhaltene Möbel rc. versteigert, u. a.: 1 Sofa mit 2 Sesseln, 1 Spieltisch, l BUl, 1 sehr seines Bertikow, eiue dto. Kommode, 3 Nohrflühb, Oelgemälde und Bilder Vorhänge und Portieren, versch. Lampen u. s. w. 554 I. A. Schneider. 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