I |rzen Tuch- Buxki, 1 sa Wer Buxki, 15. Wer M Rest 8 Sl«it bas fc tt & Co. 1? UM iwsFül! bestes Fahrt te Auswahl in Illostrierte KfW ? M Kühn PapierhanM Selterswp Il-Ta*;^ 6ie,’U^Ser5 Sfe, S-S M 297 Erstes Blatt. Mittwoch den 19. Dezember L5V. Jahrgang iooe Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Zlints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren flfle Snzeigen-BermittlungSstellm de- In- und Auslands- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeß«, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. WEmhet »en Anzeigen -u der nachmittag- für den k'dchadsn Äeg erfcheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uh». Nddestevungm spätestens abend- vorher. Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2,29 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohpt durch die AbholesteSe» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäh««, eit Bestellgeld. Irrtet ltgNch « Lu-nahmc deS »antags. Vir Gießener ||i»iritelf6(tet ■ w*d dem Anzeiger ÜeBt*ftt mit „Hess. 8W»trt* u. „Blätter flhitff. Volkskunde- »Mhtl -mal beigelegt. WMie«, EppediNon und Vrmßerei: Fchntßrnße 31«. 7. GrÄistteilaM«: Gießener FamilienblAter, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische Uolkskuude. Adresse für Depeschen: Anzeige« chistz«v Fernsprecher Nr. 51. ! - Amtlicher Heil. Gießen, den 8. Dezember 1900. 8etr.: Erhebungen über die Lage der Landwirtschaft. M Großherzogliche Kreisamt Gießen ■i bie Grotzh. Bürgermeistereien des KreiseS. Wir beauftragen Sie, die von den Gerichtsbehörden um Jniieresse der Erhebungen über die Lage der Landwirtschaft geforderte Auskunft unentgeltlich zu erteilen. v. Bechtold. Mer hessische Budgetentwurf für 1901/& n. •Ml beginne mit dem Verwaltungsetat. Ter Ertrag aus den Doinänen des Großh. Ä-ausies ist auf insgesamt 5 684 630 Mk. geschätzt, das firnb rund 683 760 Mk. mehr als für die Finanzperiode 110)7/1900. An diesem Ertrag sind am meisten beteiligt b:ie mtter der Verwaltung der Obcrsörstereien stehenden Kimi ereil- und Forst-Domänen, und zwar mit rund 54374000 Mk. — 720900 Mk. mehr als bisher. — Der Eliäiag aus Bau-,. Nutz- und Brennholz allein ist aus 3r717000 Mk. — 767 800 Mk. mähr als 1897/1900 — vk-ianfchlagt, indem 374 000 Festmeter zur Fällung vor- Apftheu sind und ein Erlös von 9 Mk. 94 Pf. pro Fest- mtter, dem Durchschnittserlös im Etatsjahr 1900/01, er- nientcl wird. Die Einnahmen aus Kameral-Domänen sijmd iim Rückgang begriffen, bei Neuverpachtungen und b Die auf den Eisenbahneinnahmen ruhenden Lasten — Staatszuschuß zu den garantierten Linien der vormaligen Hessischen Ludwigsbahn und öffentliche Abgaben — sind für das kommende Jahr zu 290000 Mk. veranschlagt. Will man den Reinüberschuß unserer Bahnen ermitteln, so muß man außer diesen Lasten auch die für Verzinsung der Eisenbahnschuld und für Tilgung derselben aufzuwendenden Beträge berücksichtigen. Es ergiebt sich dann folgende Berechnung: Der Betriebsüberschuß ist veran- Mk. Pf. schlagt zu ...... 11923929 — Für Verzinsung der Mk. Pf. Eisenbahnschuld sind auf- _ zuwenden . . 9107 622 80 Für Tilgung derselben 600 000 — Für Bestreitung der auf den Einnahmen ruhenden Lasten sind vorgesehen 290 000 — zusammen . 9 997 622 80 Verglichen mit dem veranschlagten Erträgnis erscheint ein Reinüberschuß von . 1926 306 80 Die Saline Bad-Nauheim als solche rentiert nicht mehr, es ist deshalb die Vereinigung derselben als Neben- betrieb mit der Badeanstalt vorgesehen. Die auf Bad- Nauheim anfallenden Einnahmen sind zu 880000 Mk. taxiert und sollen, wie bisher hauptsächlich für das Bad selbst wieder verwendet werden: 617 000 Mk. sind zur Bestreitung laufender Ausgaben vorgesehen und 208000 Mk. sollen in den Kurfonds fließen^ von dem Rest hätten 50000 Mk., wie bisher, zur Deckung von Staatsausgaben Verwendung zu finden und 5000 Mk. zu Zwecken der Badeanstalt Bad-Salzhausen. Der Betrieb der Lotterie gestaltet sich recht günstig: statt der früher erwarteten Reineinnahme von 500 000 Mk. kann für 1901/02 eine solche — aus zwei Lotterien — von 719100 Mk. angenommen werden, das sind 219100 Mk. mehr. Die Hauptabteilung V direkte Steuern, Regalien 2C. schließt in Einnahme mit 13807 736 Mk. und in Ausgabe mit 1280 779 Mk. ab, sonach mit einem Ueberschuß von rund 12 527 000 Mk. Dabei kommen die bisherigen Ertragssteuern mit dem 1. April 1901 in Wegfall und von da ab die Vermögenssteuer zur Erhebung. Tie Veranlagung der letzteren ist zwar — dank der unermüdlichen Thätigkeit unserer Steuerbehörden — schon weit vorangeschritten, immerhin aber steht das voraussichtliche Ergebnis derselben bis heute noch keineswegs fest, sodaß man bei Veranschlagung des Erträgnisses für 1901/02 noch auf das bei Einbringung der Steuerreform- Vorlagen zur Verfügung gestandene Material angewiesen war, wonach die fragliche Steuer etwa 1980 000 Mk. erbringen wird. Man hat geglaubt, diese Summe für 1901/02 infolge des inzwischen erfolgten Vermögeus- zuwachfes auf rund 2 000 000 Mk. erhöhen zu können. Der Ertrag an Einkommensteuer konnte bei Zugrundlegung der Zahl der Steuerpflichtigen in 1899/1900 und 1900/01 und der neuen Einkommensteuerfätze, sowie unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Zugänge von Steuerpflichtigen im Laufe des Steuerjahres auf 7 950 000 Mk. veranschlagt werden. Insgesamt würden danach unsere beiden künftigen direkten Steuern 9 950 000 Mk. ertragen, d. h. nur rund 410 000 Mk. weniger als der Ertrag dep sämtlichen bisherigen direkten Steuern im Hauptvoranschlag 1897/1900 geschätzt Dar — an sich gewiß ein günstiges Zeugnis von der Steuerkraft unseres Landes. Aus der Hauptabteilung V wird dann noch weiter interessieren, daß der Ertrag an Stempel auf 2 720 000 Mk. geschätzt ist, d. s. 1240 000 Mk. mehr als für 1897/1900 vorgesehen, und der Ertrag der Hundesteuer auf 355 000 Mk., d. s. 120 000 Mk. mehr. Bei letzterer Steuer wurde somit das bei Einbringung oer Steuerreformvorlagen unterstellte Plus von 165 000 Mk. bis jetzt nicht erreicht, indem eben* viele Hundebesitzer infolge der Erhöhung der staatliches Steuer und da auch, eine größere Zahl von Gemeinden von dem ihnen zugestandenen Recht der Erhöhung der Gemeindesteuer Gebrauch) machten, ihre Hunde abschafften, es! ist aber immerhin anzunehmen, daß die Zahl der zu versteuernden Hunde in den nächsten Jahren wieder zu- nehmen und der Steueraussall bald gedeckt sein wird. Unter den Ausgaben sind — wie gestern bereits mitgeteilt—für Besserstellung der Steuerkommissariaksgehilfen rund 24 000 Mk. eingestellt. Es soll inskünftig für jedes Steuerkommissariat ein „Steuerkommissariatsgehilfe" angestellt werden, der befähigt ist, die dort vorkommenden technischen Büreauarbeiten, wenigstens in der Hauptsache, selbständig auszuführen und die übrigen Gehilfen des Amts zu beaufsichtigen. Diese „Steuerkommissariatsgehilfen" müßten längere Zeit auf einem Steuer- kommissariat gearbeitet haben und es soll für sie auch eine Fachprüfung eingeführt werden. Soweit die zur Zeit auf den Steuerkommissariaten angestellten Gehilfen in ihrer seitherigen Thätigkeit die Befähigung zur Bekleidung der neu zu schaffenden Stellen nachgewiesen haben — dies wird voraussichtlich für die meisten zutreffen — sollen sie auch ohne Prüfung in die neuen Stellen übernommen werden können. Als Gehalte sind—für diese Stellen, wie für die Stellen der Kreisamtsgehilfen, 1800—2600 Mk. mit Aufrückungsfristen von je 3 Jahren AMche Aachwerköauken, ihre Erhaltung und Wiederherstellung. Debet dieses Thema sprach Professor Sauer im Ober» HWchen Geschichtsverein zu Gießen. Er führte u. a. aus: ES giebt wenig Themata in der hessischen Kunst- gMichte, die sich im Rahmen eines kurzen Vortrags behandeln lassen. Man kommt sofort auf die Architektur. Dö« älteste Architektur in waldreichen Ländern ist eine reine ^ Architektur. Während in frühster Zeit nur Blockbauten satstaindrn, bildeten sich später Unterschiede aus zwischen den c ius tzolz bestehenden Hauptteilen und den Füllungen. Diese Mumgen stellte man in einigen Gegenden aus einem durch Miseuwerk gestützten, scstgestampften und gekneteten Lehm, i»andern mit Bruchsteinen und Geröll her, teilweise ging u.an «auch zu geformten Steinen über. Der Fachwerkbau Iß bie eigentliche nationale Bauweise in Deutschland und besonders auch in Hessen. Bei den hessischen Mulen ist ein zähes Festhalten an der Verwendung des LHmS als Füllung zu bemerken, während in Riederdeutsch- Denb iber gebrannte Lehm angewendet wurde. Diese beiden Mmrten machten dann auch eine ganz verschiedene Ent- Hitag durch, sodaß ein braunschweigischer oder han- «Smischer Fachwerkbau nicht mit einem hessischen zu ver- ihchssln ist. Der ungebrannte Lehm verlangt eine schützende ' V«le, damit er nicht vom Regen weggewaschen wird. DeS- :l< öirb meist Verputz angewendet, während er aber bei Wungen aus gebranntem Lehm fehlen kann, z. B. ube:n berühmten Knochenhauer-AmtShauS in Hildesheim*). . : *) Don Wichtigkeit für Architekten und Baumeister dürste übrigens der kürzlich erschienenen Hefte der Deutschen Konkurrenzen (Heraus- I*1 Professor A. Neumeister Karlsruhe, Verlag von Seemann & Co., sein, auf das in diesem Anschluß aufmerksam gemacht sei. Es l'stomelt Bau-Entwürfe für Hildesheim, in denen die Baukunst . Die hessischen Bauten lassen sich in Kategorien teilen. 1. Die Verwendung von Steinen beschränkte sich auf das Fundament und die Sockelschicht. Das Fachwerk beginnt dann schon mit dem untersten Stockwerk. Man versucht noch mit einfachen, meist rechteckigen Rahmenbildungen auszukommen. Die Folge war, daß diese Häuser eine besondere Neigung zeigten, schief zu werden. Allmählich brachte man auch Verzierungen durch Schnitzen der Holzteile an, und fing an Farben zu verwenden. Zu den reinen Fachwerkbauten gehört die Gießener Hirschapo theke. (Anfang des 17. Jahrh.) Sie hat viele schräge Verstrebungen und hat darum so gut gehalten. 2. Der Steinunterbau erstreckt sich auch auf den untersten Stock. — Besonders erwähnenswert sind die Schlösser und schloßähnlichen Gebäude. Auch sie lassen sich in die genannten Kategorien teilen. Die Rathäuser inMarköbel und Sachsenberg sind Fachwerkbauten von Grund aus, während die Rathäuser in Alsfeld (1512) und Gießen einen starken steinernen Unterbau besitzen. Das Alsfelder Rathaus ist mit der schönste Fachwerkbau in Hessen mit spätgothischen Formen, unten eine weite Spitzbogenhalle, in Stein durchgeführt. An ihm kann man sehen, was mit dem Gießener Rathaus ursprünglich gemeint war. Hier ist auch das Schl ößchen am Brand in Gießen zu nennen, ebenso die sog. Komthurei auf dem Schiffenberg. Sehr selten findet man Fachwerke bei Kirchenbauten. Grade der Kirchenbau ist frühzeitig zur Verwendung des Steins Übergegangen. Meist sind es Notkirchen, die im des 16. und 17. Jahrhunderts, die gerade in Hildesheim in hoher Blüte steht, unter Berücksichtigung der modernen Erfordernisse, ihre Auferstehung feiert. Die reizvollen Motive lassen sich selbstverständlich auch auf andere Gegenständen übertragen und dürften Architekten und Baumeistern willkommene Anregung zur Schaffung von architektonisch wirksamen Bauten geben, ohne daß für das Künstlerische der Ausgestaltung besondere Opfer seitens des Bauherrn nötig wären. Das reich illustrierte Heft kostet nur Mk. 1.80. D. Red. | Fachwerkbau auSgeführt find, z. B. die Friedhofkapelle in Gießen, die aus dem 16 Jahrhundert stammt und im Laufe deS 19. Jahrh. von Rithgen wiederhergestellt ist. Bei Schloßbauten kann man dem Fachwerk kaum eine imponierende Wirkung zuschreiben, es bleibt meist der Charakter des Wohnhauses, wie man das am Gießener Schloß sehen kann. Die Unregelmäßigkeit gehört zu solchen Bauten. An Stelle der zu Anfang vom Zimmermann mit der Axt gefertigten Holzverzierung tritt später die feinere Holzschnitzerei. Sie kommt sehr stark zur Anwendung an den vielfach im Innern ausgestellten Holzfäulen. Schöne Beispiele kann man im Kloster Haina sehen. Die Säulen haben meist polygonale Gestalt, ruhen vielfach auf kleinen steinernen Sohlen und haben oben rechts und links Seiten- stützen für die Deckbalken. Solche Säulen sind auch in Gießen im alten Schloß verdeckt aufgefunden worden, wo das Erdgeschoß ursprünglich aus zwei stattlichen Räumen bestand, in denen sich zwei Reihen solcher Säulen befinden. Sie werden nach Beseitigung der später eingezogenen Zwischenwände wieder ganz sichtbar sein. Bei den Fachwerkbauten zeigt sich oft an den Ecken und Fenstern Schnitzerei, damit ist vielfach Bemalung verbunden. Die zierlichste Schnitzerei findet sich an dem oben genannten Knochenhauer - Amtshaus, während in Hessen wenig von Verzierungen zu merken ist. Deshalb hat der Fachwerkbau in Hessen so sehr seine alte Kraft verloren. Die Bewunderung für den Steinbau hat es bann meist fertig gebracht, daß die ganze Fassade mit Stuck überzogen und gleichmäßig verputzt wurde. Auf den glatten Flächen brachte man dann Malerei an, z. B. war am Gießener Rathaus die Figur einer Justitia im 17. Jahrhundert angebracht worden. Aehnlich erging es den Häusern links und rechts vorn Rathaus und auch den auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes stehenden Häusern, die fast alle den Charakter des Fachbauwerkbaus an sich tragen. Die all* vorgesehen. Für die übrigen auf den Steuerkommissariaten beschäftigten Gehilfen, die als Schreibgehilfen zu bezeichnen wären, sollen die seitherigen Vergütungssätze — bis zu 1800 Mk. jährlich — bleiben. Die Haupt - Abteilungen „Land st an de" und „Staatsministerium" weisen gegen bisher keine erwähnenswerten Aenderungen auf. Politische Tagesschau. eilt französisches Urteil über den deutschen Bauernstand teilt Professor Dr. Oncken in Gießen in einer Berliner Wochenschrift aus einem Werke des Pariser Professors Georges Blonde! mit: „Der unfruchtbare Boden von Preußen, ist er nicht schließlich doch ein Element des Reichtums gewordm? Diese stiefmütterliche Natur, wie Voltaire fie nennt, ist sie nicht am letzten Ende eine Quelle der Kraft für den Stamm, der da wohnt, arm, aber zäh, rauh wie sein Klima, scharf wie der Wind, der durch seine Kiefern weht, abgehärtet gegen Mühsal und hartnäckig vor allem im Festhalten ihrer Frucht? Als wir sahen, wie die Landbevölkerungen Deutschlands heute ihre Einnahmen und Ausgaben mühselig im Gleichgewicht halten, wurden wir noch zu anderen Betrachtungen geführt. Indem wir uns über rein wirtschaftliche Betrachtungen hinaushoben, wurdm wir überrascht durch die sittliche Ueber- l eg end eit derer, für die das zu erreichende Ideal noch innerhalb friedlicher und bescheidener Lebensbedtngungen liegt, mit denen sich die schlecht vertragen, die glänzm wollen, und mit denen leider unsere Epoche sich nicht mehr begnügt, bei ihrer Gier nach Genuß, nach bequemem und üppigem Lebm. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir wertvolle, köstliche Aufschlüsse gewonnen, als wir sie in der Nähe betrachteten, diese einfachen rauhen Familien, die wir in den entlegensten Gegenden aufsuchten, diese Familien, deren Lebensweise manchmal das Feingefühl der Gebildeten empört, die aber statt der glänzenden Außenseiten, die sie nie erreichen werden, wenigstens eine fruchtbare Lebenskraft besitzen. Eine Art Genugtuung haben wir empfunden beim Studium dieser armen Leute, die in weltverlorenen Ländern leben, ohne den Schatten eines Gedankens an Ruhm oder Oeffentlichkeit, mit dem einzigen Ehrgeiz, für die Familie selbst die Liebe zu dem Fleck Erde, den sie bebauen, fortzupflanzen, zu pflegen den Kultus gereifter Erinnerungen und ein altes Tugenderbe. Für unser Jahrhundert, das durch andere Vor« stellungen geblendet und geneigt ist, zu vergessen, daß am häuslichen Herd die wahre Quelle des sozialen Lebens sprudelt, giebt es da noch Beispiele von unschätzbarem Wert. Möchte auf alle Fälle diese Untersuchung, wie unvollkommen sie auch noch notgedrungen ausgefallen sein mag, dazu beitragen, die Wichtigkeit dieser so wenig studierten Ackerfragen ins Licht zu setzen, und denen, die es sonst vergessen würden, die ungeheure Bedeutung des Bündnisses ins Gedächtnis zurückzurufen, das der Ackerbau zwischen der Erde und dem Menschen in der Geschichte der Menschheit geschloffen hat. Wie es mit bekannter Gedankentiefe der ausgezeichnete Denker F. Le Play ausspricht, deffen Methode wir zu folgen uns bemüht haben: der Ackerbau ist nicht bloS für die menschlichen Gesellschaften das Hauptmittel der Vermehrung der Unabhängigkeit und des moralischen Fortschritts, er ist auch in der materiellen Ordnung und im Reich der Arbeit die Kraft, die das Werk der Schöpfung am besten vollendet/ Abgeordneten-Versammlung des Landesverbandes hessischer Feuerwehren. E. Frankfurt a. M., 16. Dezember. Heute nachmittag fand im „Storch" hier die von etwa 80 Vertretern hessischer freiwilliger Feuerwehren und einer größeren Anzahl Kreis-Feuerwehr-Jnspektoren besuchte Ab- geordneten-Versammlung statt. In Verhinderung des Vorsitzenden, Branddirektor P r i ck e n - Mainz führte Kreis- feuerwehrinfpektor Keller-Mainz den Vorsitz. Derselbe brachte vor Eintritt in die Beratungen ein dreifaches Hoch auf den Protektor der hessischen Feuerwehren, Se. Königl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig aus. Der Vorsitzende brachte hierauf die im Laufe des Jahres eingetretenen Veränderungen in der Zusammensetzung des Landesausschusses zur Kenntnis, berichtete über den Eintritt neu gegründeter Wehren und teilte dann mit, daß in diesem Jahre in Paris ein internationaler Feuerwehr-Verband gegründet wurde, der im Laufe des Jahres 1901 in Berlin zu einem Kongreß zusammentreten werde. Mit dem Kongreß werde eine Ausstellung für Feuerlöschwesen und Lebensrettung verbunden. Dem vorbereitenden Ausschüsse gehöre auch der Vorsitzende des Landesausschusses, Pr ick en-Mainz an. — Kreis- feuerwehrinspektor Meyer- Bingen stellte unter Hinweis gemeine Uebertünchung der Häuser hat dem! Marktplatz sehr viel von seinem malerischen Aussehen geraubt, und eS wäre zu wünschen, daß bei passender Gelegenheit die alten Fassaden wieder dauernd zum Vorschein kämen. Bei der Erhaltung von alten Baudenkmälern ist darauf zu sehen, daß alles möglichst echt stehen bleibt und nichts vorzutäuschen versucht wird, was ursprünglich nicht in dem Bau zu suchen war. Zu vermeiden ist auf jeden Fall die Uebertünchung schon aus praktischen Gesichtspunkten, denn wenn ein Haus gleichmäßig übertüncht wird, dann blickt doch nach wenigen Jahren das Fachwerk durch, eS giebt Risse und dann stellt der Bau ohne Zuthun doch wieder das dar, was man verhüten wollte. Bei der Wiederherstellung von Baudenkmälern ist die Gefahr zu vermeiden, daß man zuviel thut zur Verschönerung. Maßvoll ist man bei der Erneuerung des Gießener Rathauses vorgegangen. Wesentlich ist, daß nichts Stilwidriges * *) angebracht wird, , , ') »uf dem ersten deutschen Tag für Denkmalpflege, der vor einher Zeit in Dresden stattsand, stand dieser Richtung, die nach stilistischer Echtheit strebt, eine andere gegenüber, dir das als Alt^ tümelet verwirft. Der bekannte Dresdener Professor Cornelius Gurlitt, der Verfasser eines sehr schätzbaren Werkes über die deutsche Kunst im 19. Jahrhundert (Verlag von Georg Bondi in Berlin), sührte, der vortrefflichen populären Kunstzeitschrift Der Kunstwart" (Verlag von Georg D. W. Callwey in München) »uwlae auS: Nie traf eine spätere Zeit dm Geist einer vergangenen richttg' sodaß man doch überall nach einigen Jahrzehnten aus das ärgerlichste die Nachahmung, die fälschende Absicht erkenne . .. Wir können ein so in seinem Bestände verwischtes Denkmal nicht mit jenem freudigen Gefühl betrachten, das allein das feste Bewußtsein der Ehrwürdigkeit gebe, während jetzt das restaurierte Denkmal für dm Laim ein Werk zweifelhaftm Alters gewordm sei. Darum solle man so Herstellen, daß man deutlich erkenne, waS an einem Bau alt und was neu sei, und man solle das, waS man neu htnzufüge, auch stilistisch als neu kennzeichnen. Stilmischung, Stilverschttdenheit vertragen sich sehr wohl mit einer einheitlichen künstlerischen Wirkung. Seit hundert Jahren mühm wir unS im Sinne fremder Jahraus das Eisenbahn-Unglück bei Offenbach, in das die Feuerwehren zu Mühlheim und Offenbach helfend eingriffen, den Antrag, die Hilfeleistung bei derartigen Unfällen den Nachbarfeuerwehren zur Pflicht zu machen, gleichzeitig aber auch dafür zu sorgen, daß den bei derartiger Hilfeleistung etwa zu Schaden kommenden Feuerwehrleuten dieselbe Unterstützung aus der Landesbrandkasse zu Teil werde, auf die sie bei Bränden und Hebungen Anspruch haben. Es wurde, nachdem auf die Entschädigunas- pflicht der Eisenbahndirektionen hingewiesen worden (die Mühlheimer Feuerwehr erhielt, wie in der Versammlung mitgeteilt wurde, für ihre Hilfeleistung bei dem D-Zug- brande außer Ersatz der Kosten eine bare Remuneration von 100 Mark aus der Kasse der Eisenbahndirektion), beschlossen, in diesem Sinne bei der Gr. Brandversicherungskammer vorstellig zu werden. Ferner soll die Brandversicherungskammer um Bewilligung von Unterstützung solcher Feuerwehrleute angegangen werden, die bei Hilfeleistung in Wassergefahr körperlich zu Schaden kommen. — Der aus der früheren Unter st ützungskasse noch vorhandene Fonds hat sich im Laufe des Jahres auf 2772 Mark vermehrt. — Das zur Aufstellung einer neuen Statistik über das Löschwesen nötige Material kommt demnächst zur Verteilung; der Vorsitzende ersuchte um sorgfältige Ausfüllung der Formulare. — Die von der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft errichtete Unterstützungskasse hatte im abgelaufenen Jahre an Einnahmen.452.83 Mk., än Ausgaben 261 Mk. und an Vermögen 3268 Mk. zu verzeichnen. — Der Starkenburger Provinzial-Verband hatte folgende Anfrage gestellt: Wie verhält es sich mit der Entschädigung bei Unfällen der in den Meldedienst ein getretenen Radfahrer bei Ueb- ungen, Alarmierungen usw. a) bezüglich des Radfahrers, b) bezüglich dessen zur Verfügung gestellten Fahrrades? Hierzu wurde eine Mitteilung des Vorsitzenden der Landesbrandkasse zur Kenntnis der Versammlung gebracht, nach der der Radfahrer für seine Person durch die Brandkasse entschädigt wird, die Vergütung für an dem Fahrrad entstandene Beschädigung aber die Gemeinde zu leisten hat. Es wurde der Grundsatz aufgestellt, daß ein Feuermelder gerade so gut Entschädigung für einen ihm zustoßenden Unfall beanspruchen könne, wie ein Wehrmann, wobei es gleichgiltig, ob derselbe zu Fuß, zu Pferd oder zu Rad seinen Auftrag aussühre; selbstverständlich müsse nachgewiesen werden, daß der Schaden bei Hebungen, Alarmierungen oder Bränden entstanden. — Der Anfrage des Starkenburger Verbandes:Liegen Erfahrungen über Explosionen und Brände bei Acetylen- Anlagen vor, und wie lauten die behördlichen Bestimmungen bei Aufstellung von Acetylen-Apparaten? war ein Antrag begefügt, wonach besondere, dem Ausbruch von Bränden Rechnung tragende Verordnungen über das Aufbewahren von Carbio erlassen werden möchten, um die Löschmannschaften vor den Folgen von Explosionen zu schützen. Man erachtete im allgemeinen die über die nichtfabrikmäßige Herstellung von Acetylen bestehenden Verordnungen vorerst für ausreichend und es wurde beschlossen, von Annahme eines förmlichen Antrages einstweilen abzusehen, bis weitere Erfahrungen vorliegen. — Die Anfrage der Feuerwehr Rodheim v. d. Höhe: „In welchen Fällen und durch wen werden die Ko st en für das Aufräumen der Brandstelle vergütet?" fand nach längerer Beratung Erledigung in der Annahme, daß in allen Fällen die Landesbrandkasse für die Aufräumungskosten aufzukommen habe, in denen die Versicherungssumme den Wert des Brandobjekts nicht erreicht. Erreichet dagegen die Entschädigungssumme den Wert, so hat der Eigentümer des Objekts die Kosten zu tragen. Im übrigen ist die Feuerwehr nur insoweit zum Aufräumen verpflichtet, als dies zur Verhütung des Wiederausbruchs des Feuers nötig ist. — Ein weiterer Antrag der Feuerwehr zu Nidda lautet: „Es möge in Erwägung gezogen werden, ob es nicht angezeigt sei, bei der Gr. Regierung bezw. imLandtagedenAntrageinzubringen, alle diejenigen feuerwehrpflichtigen Einwohner einer Gemeinde, welche durch ihren Beruf von der Feuerwehr pflicht entbunden namentlich nichts, was nicht in der ganzen Gegend vorkommt. Oft ist das Anbrivgen von Farbe erwünscht, besonders um durch den Gegensatz zwischen Holzwerk und den Feldern eine Wirkung hervorzubringen. Die rote Farbe am Balkenwerke des Schlößchens am Brand zu Gießen entspricht der ursprünglichen Bemalung. Auch die grüne Farbe an den Fenstern läßt sich rechtfertigen, da frühere Jahrhunderte nicht die Angst vor der Farbe gekannt haben, eine Angst, aus der man sich jetzt langsam zur Freude an der Farbe herausarbeitet. Derartige Farben müsien zunächst lebhaft aufgetragen werden, damit auch nach der Abdämpfung durch die Witterung ein kräftiger Kontrast bestehen bleibt. •) Durch die Abfaserung mit weißen Strichen kommt zuviel Unruhe hinein. Der Verputz des Feldes soll immer in hellen Farben gehalten werden, deshalb wären z. B. auch bei einer Erneuerung der Hirsch apotheke hellere Flächen erwünscht. Wenn die Frage einer Wiederherstellung auftaucht und es sich herausstellt, daß der heutige Zweck des Hauses nicht mehr mit einem Fachwerkbau vereinbar ist, so soll man lieber einen modernen Bau an seine Stelle treten lassen. Keinesfalls kann den vielen „Zwitterbauten" in Gießen das Wort geredet werden. Wo sich Hunderte zu denken; eS fei Zeit, daß wir in der Behandlung alter Denkmäler wieder zu den Grundsätzen zurückkehrten, die vor der romantischen Periode liegen, indem wir den Geist der künstlerischen Selbständigkeit verbinden mit der Pietät gegen daS Alte. D. Red. *) Vielleicht hätte sich, wenn man schon einmal in dieser Weise restaurierte, eine gereifte Farben Abdämpfung gleich von vorn herein Herstellen lassen, bamtt wenigstens der Eindruck des Altertümlichen schon jetzt doch in dieser Hinsicht ein wenig geschaffen werde. Die Erneuerung der Farben würde man bann unter Umständen um ein kleines früher für nötig halten, was aber boch kaum in Betracht kommen kann, wenn man benn doch so umfassende Umwälzungen vornimmt. Schließlich aber wäre möglicherweise diese Erneuerung nicht so bald nötig, um eben dieser altertümlichen Täuschung willen. D. Red. Aus Stadt und Land. (Zuschriften über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut honoriert.) Gießen, den 18. Dezember 1900. •• Auszeichnung. Der Großherzog hat der Ober« Pflegerin der medizinischen Klinik in Gießen, Frl. Agnes Mu eleuz, für deren 15jährige Thätigkeit im Dienste drS Alice-Frauenvereins für Krankenpflege das DienstauSzeich- nungSkreuz (in Silber) verliehen. *• Kunstvereiu. Bei der am SamStag Nachmittag in Darmstadt stattgehabten Verlosung des Kunstvereins find von 68 Gewinnen die folgenden auf in Gießen wohnende Mitglieder gefallen: 1. Oelgemälde und Aquarelle. „Bei der Arbeit- von C. Geist, Darmstadt, (Setting: Frau Wtw. Medizinalrat Stammler; „ Studientag rm C. Kroll, Darmstadt, Gewinner.: Marie Fclchner. 2. Farben drucke, Radierungen und Prachtwerke: „MichaMrche m Hamburg", Radierung von P. Halm, München, Gewinner Pfarrer Dr. Grein; „Biebricher Allee", Radierung von P. Halm, München, Gewinner: Freifrau v. Nordeck zur Rabenau. „Mappe mit zwei Photogravuren", Gewmner. anrvie sz^t«. „. Sä J®LNer Ba< ftosiaei i 'te aber vom Alten retten läßt, soll man alles herunierreißkN, was noch den alten Zustand verdeckt- Stilvolle Fachwerkbauten tragen ungemein zur et* lebung des Stadtbildes bei. Der Fachwerkbau ist keine-' wegS eine bäurische Bauart. ES wäre wünschenswert, daß auch in Gießeu alles darangesetzt werde, den Besitz an solche Fachwerkbauten zu erhalten, bezw. wiederherzustellea.*) Im Anschluß an diesen Bortrag sei noch ein gramm zum Abdruck gebracht, das Ministerial-rW Gnauth dem Oberhesfischen Verein hat zugehen W • Es lautet: .H14 .Durch bringende Amtsgeschäfte bisher abgehalten, meinen verbindlichen Dank zu sagen für die von Ihrem Vttem zugedachte große Auszeichnung, bitte vorerst auf diesem Weg Annahme der Ehrenrnitgliedschast und meinen Dank auSspre« » dürfen. Gnautfr *) Wir möchten hier noch ganz kurz bas Thema Erziehung> »ur Denkmalpflege anschneiben. „Aussicht auf vollen Erfolg Haven Bestrebungen zur Erhaltung alter Baubenkmäler nur bann, wen gesamten Volke bet Sinn dafür rege ist, wenn jebermcmn Pw Hüter der heimischen öffentlichen Kunst-unb Altertumsschätze fühlt- richttgen Weg zu biefet Volkserziehung hat bet Privatbozent Dr. -in Jena eingeschlagen, inbem er bie Volksschullehret bet Umg S für bie Denkmalspflege anregt und anleitet Durch bie tejre bann bet Sinn für bie heimischen alten Denkmäler weiter geleitet in bie hetanwachsenbe Jugend. Dieses Vorgehen verdient a w uns Nachahmung. Auch in den Lehtetkonserenzen und an Den m tagen könnte der Gedanke vorgetragen werden, auch könnte man m- die deutschen Schullesebücher leiten. Ein akademischer Kursus sut malpflege dürfte aber nicht nur die Lehret, sondern gehörigen aller übrigen Stände anzlehen. ” * Kindlich. Fritz: „Bitte, Papa, kaufe mir doch auch eine hübsche Trommel!" . . „ ,. ia sehr Professor: „Nein, mein Kind, Du würdest mich viel zu bei meiner Arbeit stören." . Da Fritz: „Aber Pap-, ich würde ja nur trommeln, wenn schlüsst!" dÄ Justizministerium m TÜchen Gebrauch, besoud die wegen Diebstahls ob AchnMrchu berücke, iW Mi; M übttMs üDtutltill worben waren, IGesängniS bestell geW -ü)ie bedingte Begnadigu »unter dem Vorbehalt, c iprochenen GcscingnWr naSMttags i V Men au! btm Wgrn £ m Wilhelm SttitHw •aiegongen Immobilien: Mur 27 Nr. - Ate am kleinen C 27 Nr. 181«/iro - i Saus daselbst, R'Iur 27 9h. 181M/J, __ 8i fc. Harten btfelbft, H6r^&r. w/7- 5 Äff 18rennofei die Wiesen, PF««! M'/., - 46 ’21 166(8;,, _ Wmbei M { c SchM ■ss*?ä| «1: M ® i ®r | d'i 8S t ,el «* KÄ»1 f*1' „Umlä fei». I I ®a®1” «h wir ««”■ i* Stil «tob iit -i'bet ibringenb i« «*nJ Wrrsch-lMg d-r »I Sretier hegt« “'1 '■ 0 Zentimeter von emal 4 3 el von den MafchMM M Junten, Mhenbel ifalls hindurch fallen, ui köemedt haben. Weset Leibern des M'kM ör r:ft hier sehr groß - M r uffe nitft ollSgeschlofsen, jwrNnW* W ijn'rb. ES dürste stch '.npfchlen. Vielleicht trü ' T.ie die Bürgermeisterei -k- Bon btm Necht srnd, zur Zahlung eines geeigneten trags in die Feuer löschkasse ihrer Gemein heranzuziehe n." Der Vertreter des Antrages fü L unter Mitteilung einiger Fälle aus, daß sich hinter bm Befreiung vom Dienst in der Pflichtfeuerwehr betreffe^ Bestimmung Leute verschanzten, die seiner Ansicht pflichtig seien. Er könne es nicht verstehen, daß Vollziehungsbeamte, Geometer, Hilfsgerichtsschreiber J sonstige Gerichtsbeamte, Notare usw. befreit werd- Handwerker und Kaufleute, die unter Umständen mit ihn* gesamten Personale dienstpflichtig seien, würden dad^ in ihrem Erwerb mehr geschädigt, als die bezeichM> Beamten, die ihren Gehalt fortbezögen. Zudem be?. trächtige die Befreiung von Leuten, die aus nicht ersichtlichen und nicht gerechtfertigten Gründen von ' Wehrpflicht befreit, ja, wie es schon vorgekommen, - noch lustig über die übende oder auf der Brandstätte - beitende Mannschaft machten, die Dienstfreudigkett freiw. Feuerwehren. Es wurde beschlossen, bei der v gierung um entsprechende Aenderung der die Befreie betreffenden Bestimmungen vorstellig zu werden. - Anfrage der Niddaer Feuerwehr: „Wie stellt sick hx Landesverband zu dem Antrag des Abgeorb neten Köhler im Landtage, betr. die-er staatlichung der M o b i l i a r-V e r s i cher^n^ > wurde dahin beantwortet, daß dieser Antrag zu unu., stützen sei. — Der Antrag der Gießener freiw. Feuers den Landesausschuß zu ersuchen, bei bu Brandversicherungskammer dahin zu Ivn ken, daß 11 n't e r stü tz un g s g e su che für berun glückte Feuerwehrleute eine schnellere Ei ledigung finden, veranlaßte eine längere DebM Unter vorausgeschickter Verwahrung dagegen, als ob mit dem Anträge der Brandversicherungskammer bezw. bertr Vorsitzenden ein Vorwurf der Verzögerung gemacht Werder solle, führt der Vertreter der genannten Wehr, Dickor^ Gießen einen Fall an, nach welchem der von einem Unia! betroffene Feuerwehrmann volle drei Monate roartc- mußte, ehe ihm Unterstützung zu Teil wurde. Aus Darlegungen der folgenden Redner ergab sich, daß di bisher bemängelten Verzögerungen in den Zwische: 'instanzen ihren Grund hätten; in vielen Fällen werde de Regelung der Entschädigungsansprüche durch unvorschrffir mäßige und unvollständige Meldungen verzögert. Jrn übrigen kam mehrfach die Ueberzeugung zum Ausdruck, datz in besonders dringenden Fällen, bezw. wenn es sich um vollständig unbemittelte, durch Unfall erwerbslos gewor dene Feuerwehrleute handle, die Kreis-, Gemeinde- ober auch die Feuerwehrkassen selbst Vorschüsse gewähren tviir- den. Der Ausschuß wurde beauftragt, ein eniheittiches Unfallmeldeformular auszufertigen. Nach kurzer Verhanä lung über einige interne'Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Münchener BereinSblatt", icÖr»&?n^ «»Inner: Kaufmann August Wehn, Kommerzienrat JLr Amelius, Kunsthändler Hochstätter, Kaufmann E. Balser, Walner E. Wafferschleben, Fabrikant W. Zurbuch und ieter TMbe $ M» Dr. Strahl. „Düsseldorfer Vereinsblatt", Ge- Notar» . m-veri Direktor Bansa. Nach Darmstadt fielen 51, nach bip uf*D. - Mrßen 14, nach WormS 2 und »ach Offenbach 1 Gewinn. Auswahl 8111 in verkaufe ich mein großes Lager in 7640 3-»oflt 7878 Illustriert« August Hassler Marktplatz 6. 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Das Ministerium hat sich für )L»bevingte Begnadigung in solchen Fällen ausgesprochen Hinter dem Vorbehalt, daß die gegen die Knaben ausge- tlVNtmen Gefängnißstrafen nicht vollzogen werden sollen, Meßen 14, nach WormS 2 und nach Offenbach 1 Gewinn. •* Ein Bewohner der südlichen Vorstadt Gießens schreibt uii: Bereits früher wurde auf die Nicht bel euch tun g uer neuen Eisenbahnbrücke bei Klein-Linden an ) x|tr Stelle hingewiesen. Von vornherein war uns klar, dMß büe Beleuchtung derselben Sache der Bahnver- ta altmng sei. Wer nun, wie ich, abends oder nachts öfter« !die Brücke bei Dunkelheit passiert, muß staunen, daß nnL^t schon früher Klagen laut wurden. Da die Brücke S0 Meter lang ist und am Fußsteig je eine Säulen- r eitje steht, so wird es jedermann, ganz besonders aber 3Öm. unheimlich sein, wenn sie die Brücke abends Passieren nuissm Wie wir nun hören, so ist auf Ersuchen der »Bürgermeister ei Klein-Linden die Bahnverwaltung i: iöM die genannte Brücke zu beleuchten, und es sind auch bereits Vorbereitungen getroffen, sodaß in den ersten Tagen i e Belleuchtung hergestellt ist. Arbeiter und Bahnbeamten, fftMAliche Spaziergänger, ja das gesamte Publikum werden mit Freuden begrüßen. Aber noch ein anderer Uebel- iFitfflb Oft es, dec obiger Brücke anhaftet und dessen Abhilfe d.'Mgevd zu wünschen wäre. Jeder muß zugeben, daß die ?-ierschalung der Brücke äußerst mangelhaft ist. 3t8k öhetter liegen mehrere Zentimeter, ja nicht selten über 1 IO Zentimeter von einander entfernt, sodaß Wasser und -I-tl von den Maschinen ungehindert heruntertropfen kann. Ja Renten, glühende Schlacken und Asche kann eben- i Hills hindurch fallen, und dies wollen manche Leute bereits oteinetft! haben. Abgesehen davon, welche Gefahren den pfltibenn des Publikums drohen — und die Zahl der Passanten t L hier sehr groß — sind sogar Feuersgefahr und Unglücks- bfde lischt ausgeschloffen, ganz besonders dann, wenn erst d tulBchnhofSumbau fertig ist und bei Klein-Linden rangiert uniird. Es dürfte sich eine Verschalung mittels Wellblech empfehlen. Vielleicht tritt auch der Stadtvorstand ein ähnlich riet die Bürgermeisterei Klein-Linden. -I- Bon dem Rechte der bedingten Begnadigung machte Wohl den meisten hiesigen Herrschaften ist die Wildpret« und Geflüge!Handlung von „Gerh. Geyer Söhne, Frankfurt a. M, Goethe- straße 3" bekannt und wollen wir nicht verfehlen, an dieser Stelle besonders auf dieselbe aufmerksam zu machen. Diese altrenommierte Firma läßt es sich angelegen sein, auch den kleinsten Auftrag sorg- fältigst und sofort zur Ausführung zu bringen und bürgt der gute Ruf dieses Hauses für beste Bedienung. Im übrigen verweisen wir auf das heutige Inserat. 8169 E Nähmaschinenhandlung und J ta1 Reparaturwerkstätte Kl, Ladeneingang Schlosagasse Schlittschuhe. Schlitte«. ilrMastm. KoPierxreffk». Zlasche«schrä«ke. Fleischhackmaschillk«. Gfeoschirme. KmÄrl Md Verkehr. Volkswirtschaft. DieDeutscheGrundschuld-Bank schreibt uns: Auf unsere Veranlassung sind die Besitzer von Real-Obligationen der Deutschen Grundschuld-Bank zu einer Versammlung auf den 29. Dezember vormittags halb elf Uhr im Oberlichtsaale der Philharmonie, Bernburgerstraße Nr. 22/23 in Berlin eingeladen worden, um über eine Stundung und Herabsetzung der Zinsen der Real-Obligationen Beschluß zu fassen, nachdem die zur Prüfung der Unterlagshypotheken der Bank Eingesetzte staatliche Revisions-Kommission festgestellt hat, daß von den zur Deckung der Real-Obligationen vorhandenen 98 548 331.11 Mark Hypotheken nur 53 623133.61 Mk. als zur Unterlage geeignet angesehen werden können. Bei dieser Feststellung Netrolkum-KkMk«. PktrolkM-Kridchk«. Mkffkrpuhniaschl«k«. Sklddsffettc«. Reibmaschmk«. KSchmmW». Ksttermaschink«. „Erda!“ vorzügliche Nähmaschine für Familie und leichte Gewerbe. Meisterhafte Konstruktion. Exakte Justierung. Verwendung des denkbar beeten Materiale. Jeder Erda-Maschine wird ein patentierter selbsttätiger Nihstoffhalter gratis beigegeben. Galanterie-, Bijouterie- und Lederwaren, Meerschaum- u. 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(Hessische Landeslotterie) verteilt sich wie folgt: 24 000 Mk. erhielt eine Kegelgesellschaft hier in Schotten, je 12 000 Mk. ein Landwirt in Ulfa, ein Manufakturwarenhändler in Gedern und ein Arbeiter in Kölzenhain bei Ulrichstein. Darmstadt, 17. Dezember. Der Landtags- und Reichstagsabgeordnete Wilhelm Haas, Geh. RegierungS- und Kreisrat, ist auS dem Staatsdienste geschieden. Haas ist seit 1883 Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, seit 1892 Präsident des hessischen Landwirtschaftsrates und des landwirtschaftlichen Provinzialvereins für Starkenburg und seit 1897 Vorsitzender der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, außerdem auch Herausgeber der „Deutsch. Landw. Genossen- schastSpreffe-, endlich seit 1882 Mitglied und seit 1897 Präsident der hessischen Zweiten Kammer. Im Reichstage vertritt er seit 1898 den Wahlkreis Elbach als Mitglied der nationalliberalen Partei. HaaS wird in Zukunft die bisher neben seinem Staatsamte versehene Anwaltschaft als Hauptamt führen. -k- Mainz. 16. Dezember. Auf der heute hier eröffneten Achten Allgemeinen Ausstellung von „Gesangs- Kanari en" des Vereins Kanarien-Klub Mainz, ist auch Gießen vertreten, indem Oberinspektor Löb er mann von dort die Ausstellung mit einer Anzahl seiner Konkurrenzsänger beschickt hat. Trotz seiner bedeutenden Konkurrenz — es sind 128 Nummern ausgestellt — wurden die Kanarien des Herrn Löbermann mit mehreren zweiten und dritten Preisen prämiiert. Gesckw. H^erz 7 Neuenweg 7. empfehlen ihr 7 Neuenweg 7. Lager in fertiger Damen-, Herren- n. Kinderwäsche Bestellungen nach Maß werden jederzeit entgegen genommen und rasch und pünktlich ausgeführt, gfjjjf Augnuchl in Äsffen, Stickereien, Spitzen usu>. 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Es liegt im eigensten Interesse der Besitzer von Real-Obligationen zur Vermeidung des Konkurses alle Kräfte aufzubieten: die Möglichkeit hierzu wird chnen durch das Reichsgesetz, vom 4. Dezember 1899 geboten, nach dessen § 11 sie in den Stand gesetzt werden, rechtsverbindliche Beschlüsse über Stundung und Herabsetzung der Zinsen zu fassen. Diese Beschlüsse haben jedoch nur dann Giltigkeit, wenn mindestens die Hälfte der ausgegebenen Real-Obligationen, also ca. 48 Millionen, in der Versammlung vertreten ist. Die Hinterlegung der Obligationen bei den Hinterlegungsstellen oder bei bei einem Notar muß spätestens am zweiten Tage vor der Versammlung, also am 27. Dezember erfolgen. Die Hinterlegungsscheine sind zur Versammlung mitzubringen. g man alles hlM ■ ... men uvgM > <°i« werbe, ®. M-rh-E • irttM i« ’i* hai Win V I* le bisher l«r -'M 8%. >< liefert schnell und billigst Brühl’sclie Univ.-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) Giessen — Schulstrasse 7. 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