Ur. 193 Zweites Blatt. Sonntag den 19. August 1900 Gießener Anzeiger «***L 4 »nedrgt. General-Anzeiger Amts« und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen »e*U4efHre|c Kr. 7. Grattsbeilage«: Gießener Famitienbiätter, Der ßegifche Landwirt, Kälter für ße gische NotKstmnde. Ndrefie für Depefchm: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Bel ressend: Die Geflügelcholera in Gießen. Nachdem in einem Gehöfte zu Gießen der Ausbruch der Geflügelcholera sestgestellt worden ist, treffen wir mit Ermächtigung Großh. Ministeriums des Innern vom 13. August 1898 gemäß § 1 der Reichsinstruktion zum ReichSviehseuchengesetz und § 18 ff. deS letztern und § 56b. der Reichsgewerbeordnung Die nachstehende Anordnung mit dem Hinweise, daß Verfehlungen dagegen nach § 65 Ziffer 2 und 66 des Reichsviehseuchengesetzes, sowie § 328 RstrgbS. bestraft werden. Gießen, den 18. August 1900. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. Bechtold. Vorschriften. § 1. Die Besitzer von Geflügel sind verpflichtet, von dem Ausbruch der Geflügelcholera unter ihren Geflügelbeständen und von unter denselben vorkommenden Todesfällen, welche den Verdacht der Geflügelcholera erregen, sofort der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen und in solchen Fällen schon vor amtlicher Feststellung der Seuche dafür Sorge zu tragen, daß ihr Geflügel von dem Betreten öffentlicher Wege und Wasserläufe, sowie von der Berührung mit anderem Geflügel fern gehalten und daß verendetes oder getötetes Geflügel durch Verbrennen oder nach Bestreuen mit Aetzkalk durch Vergraben in mindestens einen halben Meter tiefen Gruben unschädlich beseitigt wird (vergl. § 309 des Polizeigesetzes). Die gleichen Pflichten liegen dem Vertreter des Besitzers ob, ferner bezüglich des aus dem Transport befindlichen Geflügels dem Begleiter desselben und bezüglich des im fremden Gewahrsam befindlichen Geflügels dem Besitzer des betreffenden Gehöfts, der Stallung oder sonstigen Behälters, sowie den Hirten. § 2. Die Ortspolizeibehörbe hat auf die Anzeige hin von den Kadavern ein oder zwei Exemplare dem Kreis- veterinäramte zur Feststellung der Todesursache in einem dichten Behältnis unverzüglich einzusenden. In besonderen Fällen ist die Ortspolizeibehörde berechtigt, den Kreisveterinärarzt zur örtlichen Feststellung der Seuche zuzu- ziehen. § 3. Sobald der Kreisveterinärarzt auf dem im § 2 angegebenen Wege den Ausbruch der Geflügelcholera festgestellt hat, ist letzterer von der Ortspolizeibehörde sofort auf ortsübliche Weise und durch Bekanntmachung in dem für amtlicl)e Publikationen bestimmten Blatte (Kreisblatt) zu öffentlichen Kenntnis zu bringen und zur Verhütung der Verbreitung der Seuche folgendes anzuordnen: 1. Das Seuchengehöft ist am HaupteingangSthore oder an einer sonstigen geeigneten Stelle in augenfälliger und haltbarer Weife mit einer Inschrift „Geflügelcholera" zu versehen. 2. Die verendeten oder getöteten Tiere sind mit allen ihren Teilen zu verbrennen oder nach zuvoriger Bestreuung mit Aetzkalk in mindestens einen halben Meter tiefen Gruben zu vergraben. 3. Die kranken Tiere find von den noch vollkommen gesund erscheinenden Tieren abzusondern und in besonderen Räumen unterzubringen. 4. Die Fronten Tiere sind unter Stallsperre, die noch gesunden unter Gehöftsperre zu stellen, sowie von dem Betreten öffentlicher Wege und Wasserläufe, welche das Seuchengehöft berühren, fern zu halten. 5. Die Ausführung der während der Seuchendauer geschlachteten Geflügelstücke aus dem Seuchengehöft ist zu verbieten. § < Ist auf dem Seuchengehöft sämtliches Geflügel gefallen oder getötet, oder ist nach dem letzten Erkrankungsfall eine Frist von 8 Tagen verstrichen, so ist die Seuche als erloschen anzusehen und von der Ortspolizeibehörde die Desinfektion des Seuchengehöfts anzuordnen. Letztere erstreckt sich auf alle zur Unterbringung von Geflügel benutzten Räumlichkeiten und ist in folgender Weise vnszuführen: 1. Der Kot, die Futterreste, der zusammengekehrte Schmutz sind aus den Räumen zu entfernen und durch Verbrennen oder nach Bestreuung mit Aetzkalk durch Vergraben unschädlich zu beseitigen. 2. Der Boden, die Thüren und Wände der Räume sowie die Sitzstangen, Futter- und Tränkgeschirr sind mit heiser Sodalauge (3 Kilogramm käufliche Waschsoda auf 100 Liter Wasser) gründlich zu reinigen und mit Kalkmilch zu bestreichen. 5. Haben die Stallungen keinen festen Bodenbelag, so ist die oberste Erdschicht mindestens 10 Zentimeter tief aus- Kuheben und nach Bestreuung mit Aetzkalk durch Vergraben unschädlich zu beseitigen. Rach erfolgter Desinfektion, deren ordnungsmäßige Ausführung durch die Ortspolizeibehörde zu überwachen ist hat letztere die angeordneten Sperr- und Schutzmaßregeln wieder aufzuheben und das Erlöschen der Seuche in gleicher Weise, wie den Ausbruch derselben zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. § 5. Den Geflügelhändlern ist verboten, Privatgrundstücke ohne vorherige Genehmigung der Besitzer mit ihrer Ware zu betreten. § 6. Kommen während des Transports Todesfälle unter fcem Geflügel vor, so ist den Händlern verboten, tote oder kranke Tiere an Wegen, Gräben liegen zu lassen oder auf die Düngerhaufen zu werfen. Verendetes ober getötetes Geflügel ist entweder am Bestimmungsorte oder unterwegs durch Verbrennen ober nach Bestreuung mit Aetzkalk burch Vergraben in mindestens einen halben Meter tiefen Gruben unschäblich zu beseitigen. Lassen bie auf bem Transport vorgekommenen Tobes- fälle ben Ausbruch der Geflügelcholera befürchten, so hat ber Hänbler ber Ortspolizeibehörbe am Bestimmungsorte hiervon unverzüglich Anzeige zu erstatten unb bis zur tierärztlichen Feststellung ber Tobesursache ben Verkauf von Geflügel währenb bes Transports zu unterlassen, auch bafür Sorge zu tragen, baß eine Berührung ber verdächtigen Tiere mit anberem Geflügel wirksam verhindert wirb. § 7. Wirb bei solchen Transporten bie Geflügelcholera festgestellt, so hat bie Ortspolizeibehörbe des Bestimmungsortes ben Weitertransport zu untersagen, bie verbächtigen Tiere nach Analogie ber Vorschriften in ben §§ 2, 3, 4 zu behandeln, insbesondere auch dafür Sorge zu tragen, daß bie mit bem Geflügel in Berührung gekommenen Teile bes Fuhrwerks unb ber sonstigen Behältnisse mit heißer Sobalauge (3 Kilogramm käufliche Waschsoba unb 100 Liter Wasser) grünblich abgewaschen unb barauf mit Kalkmilch bestrichen werben. Der Weitertransport ist erst dann zu gestatten, wenn eine Frist von 8 Tagen nach bem letzten Erkrankungsfalle verstrichen ist. § 8. Die Ortspolizeibehörbe hat den Hänblern auf Verlangen geeignete Plätze zur Verscharrung ber Kabaver anzuweisen, falls eine Gelegenheit zum Verbrennen ber- selben sich nicht bietet unb bas Verbringen berselben noch bem Wasenplatz ober in eine Abdeckerei ungeeignet erscheint. § 9. Das Treiben von Geflügel zu anderen, als zu Weidezwecken, ist verboten. Die zum Transport von Geflügel dienenden Wagen, Käfige, Körbe, usw. müssen so beschaffen fein, daß das Herabfallen von Koth unb Streu verhindert ist. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. Im Anschluß an vorstehende Anordnung laffen wir nachstehende Belehrung über die Geflügelcholera im Interesse der Geflügelbesitzer folgen. Gießen, den 18. August 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Belehrung über die Geflügelcholera. Die Geflügelcholera ist eine ansteckende Krankheit, welche sämtliches Hausgeflügel, namentlich Hühner, Enten und Gänse befällt und gewöhnlich mit dem Tode endigt. Die Ansteckung gesunder Geflügelbestände erfolgt am häufigsten durch den Zukauf fremden Geflügels. Außerdem , Fann bie Krankheit burch Kabaver krepierter unb die Abgänge (Blut, Eingeweide, Federn) geschlachteter kranker Hühner, Enten und Gänse verbreitet werden. Endlich kaum, sich gesundes Geflügel dadurch anstecken, daß es auf Straßen unb Weiben ober in Bäche unb Tümpel getrieben wirb, welche zuvor kranke Geflügelherben passiert haben. Die Ansteckung eines Geflügelbestanbes macht sich zuerst burch plötzlich auftretenbe Tobesfälle bemerkbar. Die Gänse, Hühner unb Enten sterben nicht selten, ohne baß auffälligere Krankheitserfcheinungen an ihnen wahrgenommen würben. Bei genauerer Untersuchung ist aber nach bem ersten Auftreten ber ersten Tobesfälle zu bemerken, baß einige Tiere matt unb traurig finb, gesträubtes Ge- fieber besitzen unb an stinkendem Durchfall leiben. Der entleerte Kot ist zuerst breiig unb von weißgelber Farbe, später schleimig unb wässerig unb von grüner Farbe. Die Krankheit greift in ben an gesteckten Beständen rasch um sich. Eine Behandlung des erkrankten Geflügels mit Arzneimitteln ist in ber Regel ohne Erfolg unb deshalb nicht zu empfehlen. Zweckmäßiger ist bie unverzügliche Trennung ber noch vollkommen gefunb erschein eüben Tiere von ben kranken. Die ge- sunben Tiere müssen in vollstänbig abgefonberten Räumen untergebracht werden und besondere Futter- unb Tränkgeschirre erhalten. Ferner empfiehlt sich bie sofortige Tötung unb unschäbliche Beseitigung ber erkrankten Tiere, ba eine Genesung derselben nur ausnahmsweise zu erwarten Dst. Das getötete kranke wird ebenso wie das krepierte Geflügel am besten durch Verbrennen unsck)ädlich gemacht. Wo diese nicht durchführbar ist, ist eine Verscharrung der mit Aetzkalk überstreuten Kadaver in mindestens einen halben Meter tiefen Gruben vorzunehmest. Düngerstätten eignen sich zur Beseitigung der Kadaver nicht, weil sich der Ansteckungsstoff der Geflügelcholera im Dünger lange Zeit erhält unb burch letzteren verschleppt werben kann. Nachdem sämtliche erkrankten Tiere krepiert ober getötet sind, empfiehlt es sich die Oertlichkeiten, in welchen bas kranke Geflügel untergebracht war, unb alle Gegen- stäube, mit welchen baSselbe in Berührung kam, grünblich von bem Ansteckungsstoffe zu befreien. Dieses geschieht am besten auf folgenbe Weise: a) Verbrennen bes Kotes, ber Futterreste unb bes zusammengekehrten Schmutzes; b) grünbliche Reinigung des Bobens, ber Thüren, Wänbe, Sitzstangen, Futter unb Tränkgeschirre mit heißer Sobalauge (3 Kilogramm käufliche Waschsoba auf 100 Liter Wasser). Schwimmbassins müssen abgelassen unb ebenfalls grünblich gereinigt werben. Schabhafte unb geringwertige Holzgegenstänbe werben am zweckmäßigsten verbrannt. Erb unb Sanbboden sollen, wenn möglich minbestens 10 Centi- meter tief ausgehoben unb mit ben Kadavern und dem Kote unschädliche beseitigt werden. c) Lüftung und Trocknung der gereinigten Ställe und hierauf d) Uebertüncheu ber Boben, Wänbe, Thüren usw. mit Kalkmilch 5 Kilogramm Aetzkalk auf 100 Liter Wassers Aus ber Art ber Verschleppung ber Geflügelcholera (1) ergiebt sich, baß ein Schutz gegen bie Einschleppung ber Seuche burch Beachtung folgenbcr Vorsichtsmaßregeln erzielt werben Fann: a) Vermeibung bes Zukaufs von frembein, namentlich aus bem Auslanbe importierten Geflügel. b) Unschäbliche Beseitigung ber 9£bgänge bei Verwendung von fremden Schlachtgeflügel im Haushalt. c) Fernhaltung des Geflügels von solchen Straßen und Weiden usw., welche von fremden Gänseherben betreten oder befahren werden. d) Fernhaltung der Geflügelhänbler von den Gehöften. Ist der ^Ankauf von fremdem Geflügel nicht zu umgehen, so ist es ratsam, dasselbe 3 Tage in einem besonderen Raume abzusperren und erst bann zu bem alten Bestaube zu bringen, wenn sich währenb ber angegebenen Zeit Krankheitserscheinungen nicht gezeigt haben. Diese Vorsichtsmaßregel ist geboten, weil bereits angesteckte Tiere noch 24—48 Stunben nach Aufnahme des Seuchenstoffes den Einbruck gesunder machen können. Gefunden: 1 Geldstück, 1 Trauring, 1 Armband, 1 Kinderstrohhuk und 1 Stickerei. Gießen, den 18. August 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Die Befreiung der Gesandten. Gießen, den 18. August 1900. London, 17. August, Ans Tientsin wird gemeldet, daß die Verbündeten am 14. in Peking eingerückt find und die Gesandtschaften entsetzt haben. Die Kaiserin-Witwe sei geflohen, vom Kaiser sei keine Spur zu finden Man glaubt, daß derselbe ermordet worden ist. Paris, 17 August. Die „Agence National" erhielt ein Telegramm vom heutigen Tage, worin bestätigt wird, daß vor- gestern die verbündeten Truppen ihren Einzug in Peking ge- halten haben. Die chinefischen Truppen haben bei Sheng Shi Stellung genommen. Die Kaiserin hat mit ihrem Hof Peking bereits om 7. August verlassen. — Ein anderes Telegramm aus Shanghai meldet, LiHuug-Tschaug erfuhr ans Grund besonderer Znformationeu, daß die Verbündeten am Mittwoch in Peking angekommeu find. Diese erfreulichen Drahtnachrichten, bie wir bereits gestern nachmittag durch Aushang bekannt gaben, bringen endlich die langersehnte, mit Spannung erwartete Nachricht, nach der jedermann mit einem sichtlichen Gefühl der Erleichterung aufatmet, daß es (14.?) am 15. August den verbündeten Truppen vor Peking gelungen ist, in die Stadt einzudringen und die seit gerade zwei Monaten Dort ein- geschloffenen Europäer und fremden Gesandten zu befreien. Amerikaner, Briten, Japaner, Russen und Franzosen (nach den letzten Meldungen ss. Wirren) auch ein Detachement Deutscher, Oesterreicher und Italiener), be- aus- eng*- London, 18. August. Daily Mail meldet aus $ofbr Hama, Li Hung-Tschang habe die Vermittelung des Marquis Ito verlangt. Paris, 18. August. In einem offenbar inspirierten. Artikel erklären die „Temps", die einzig richtige, den Frieden zwischen den jetzt verbündeten Mächten garantierende Politik sei, in China den Status quo ante in dem Sinne einzuführen, wie es Kaiser Wilhelm in seiner Rede an die Offiziere der China-Truppen erklärte. Sollte England auf eigene Faust mit diesem oder jenem VizeköniK unterhandeln, so könnte Frankreich sehr leicht, wenn er wollte, ein ähnliches Spiel treiben, beispielsweise in der Provinz Szetschuan. Telegramme bet Gießener Anzeigers. Berlin, 18. August. General - Feldmarschall Graf Waldersee sprach bei seinen Abschiedsbesuchen in Berlin auch in der amerikanischen Botschaft vor und beauftragte den Vertreter des Botschafters, dem Präsidenten Mac Kinley seinen Dank für das ihm erwiesene Vertrauen zusprechen. Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts telegraphiert, daß die Garnison Hon Elandsriver, von der es hieß, sie habe sich, Delarey ergeben, nun doch n o ch S t a n d hält. Bis jetzt hat sie 67 Verluste zu verzeichnen. Lord Roberts hat daher Sir Frederick Carrington, der sich bei Mafeking konzentrierte, befohlen, sofort nach Zeerust zurückzugehen. Das ist ein Marsch von 34 Meilen, während das Elandsriver- I Lager noch weitere 39 Meilen entfernt ist. Gleichzeitig eilen von Osten her die berittenen Truppen Jan Hamiltonß. zum Entsatz der kleinen Garnison heran und sie werden wohl inzwischen daselbst eingetroffen sein. — Neber Lord K i t ch e n e r s und M e t h u e n s Verfolgung des Generals De Wet verlautet nichts mehr, da die Jagd jetzt in ein Gelände gedrungen ist, das für den Telegraphen unerreichbar ist. Da De Wet in nordwestlicher Richtung zieht, ist es nicht unmöglich, daß er der Entsatzkolonne zwischen Rustenberg und Zeerust in die Arme fällt. Aus Pretoria meldet Reuter vom 16. August: Es gelang De Wet, sich der Verfolgung Kitche- ners zu entziehen, obgleich Kitcheners Wagen sämtlich mit Doppelgespann vorzüglicher Pferde versehen waren., Es ist dies hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben, daß De Wet die Gegend besser kennt und nachts marschieren konnte, während bir britischen Truppen nur am Tage vorgehen konnten. De Wet ließ alle Gefangenen mit Ausnahme der Offiziere frei. Nach der neuesten amtlichen Aufstellung betragen die bisherigen britischen Verluste 39 057 Mann, näm- lich 1703 Offiziere und 37 354 Mann. Davon wurden getötet im Gefecht 272 Offiziere und 2549 Mann, an ihren Wunden sind gestorben 77 Offiziere und 712 Mann, an Krankheiten gestorben 146 Offiziere und 5036 Mann; als Invaliden in'die Heimat gesandt 1151 Offiziere und 26123 Mann. In dieser Verlustliste fehlen noch die Kranken und Verwundeten, die sich in britischen .Hospitälern in Südafrika befinden. „Daily Mail" berichtet aus Lorenzo Marquez vom 16. ds.: Nach einer Meldung, welche von dem hiesigen Konsul Transvaals stammt, soll Präsident S t e i j n, während er Krüger aufzusuchen bemüht war, unterwegs gestorben sein. Telegramm bet Gießener Anzeigers. Loudon, 18. August. Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 17. August, daß das Gefecht des Generals Hunter am 15. August wichtiger gewesen sei, als die-- London, 18. August. ..Daily Mail" meldet, da- cr.g- uche Auswärtige Amt erklärte, es sei unmöglich, vor dem 18. ds. eine amtliche Bestätigung von der- Einnahme Pekings zu erhalten. Loudon, 18. August. LaffanS Bureau meldet aus Washington: Die japanische Gesandtschaft hat ein amtliches Telegramm erhalten, worin mitgeteilt wird, daß die Franzosen in Iangtsun bleiben mußten. London, 18. August. „Morning Post" meldet: Der Zolldirektor von Tschifu bestätigt, daß der Einmarsch der Verbündeten in Peking in der Nacht zum 15. erfolgte. — Dasselbe Blatt berichtet aus Washington, der chinesische Gesandte glaubt, die- Flucht der Kaiserin werde Anarchie zur Folgt: haben. I Tu an und der kaiserliche Hofstaat mit dem Hauptteil | des Heeres und den Boxern am 7. August Peking ver- I lassen und sich nach Singan begeben hätten. Die ver- I bürt beten Truppen hätten ihre Operationen gegen bie I Mauern von Peking am 15. August begonnen, sie hätten I leinen längern Wib er stand erwartet. Auch Li-Hung- I Tschang hat bie Bestätigung erhalten, daß Peking ohne I Widerstand gefallen ist; seine nochmalige Bemühung, bie I Kaiserin zum Bleiben zu bewegen, scheint erfolglos ge- I blieben zu sein. Nach einer Reuter-Melbung aus Hong- I long a»i 16. haben bie Zollbehörben in Kanton eine Depesche erhalten, ber zufolge Sir Robert Hart Peking I bereits vorher unter chinesischem Geleit verlassen hat. I Ein Kreuzer sei entsanbt um ihn aufzunehmen, wenn er I bie Küste erreiche. Somit ist der Wiberstanb ber Chinesen, der nach ihren I Leistungen bei Ta tu und in Tientsin noch blutige Arbeit I versprach, wie ein Kartenhaus unter dem entmutigenden I Eindruck der ersten Schläge zusammengebrochen, und die I chinesische Feigheit hat die Mächte der brückenden Sorge 1 darüber enthoben, ob es der verhältnismäßig kleinen I Schar ihrer Truppen auch gelingen möchte, ber gewaltigen I Hauptstabt .Herr zu werben unb das Befreiungswerk zu einem guten Ende zu führen. Ohne Widerstand zu I finden — darin stimmen alle Nachrichten I überein — sind die verbündeten Truppen I ist bas mit mächtigen Mauern bewehrte Pe - I ling ein gezogen, bie beutsche Fahne weht I weben ben en ber Mächte auf ben Zinnen der I Hauptstabt, unb bie Kaiserin unb ber Prinz Tnan, das Speer, die Boxer, kurz alle, bie sich schulbig fühlten unb I mit Recht bas strenge Strafgericht ber Mackste fürchteten, smb nach Westen geflohen. Ihr Ziel ist bie schon früher als I Zufluchtsort in Aussicht genommene altberühmte Haupt- I stadt Singan in ber Provinz Scheust, von wo aus bas I Aines, ,ch^ Reich sich zu b^r ganz Asien beherrschenden I Macht entwickelte. Singan, bas schon im 12. Jahrhundert vor ber I christlichen Zeitrechnung erbaut worben sein soll, ist noch I heute, was Umfang, Bevölkerung unb Handelsverkehr an- I geht, neben Peking bie bcbeutenbfte Stabt im nörblichen | China und bie Hauptstadt des gesamten Nordwestens Die Stadt ist unzählige Male zerstört unb wieber aufgebaut | worben, immer aber hat Singan als Vermittlerin bes I Handels zwischen dem Westen und dem Zentrum von China I Ane Bedeutung als Durchgangspunkt des Handels unb Verkehrs behauptet. Die Bevölkerung besteht heute aus I Thibetanern, Mongolen, Tataren, und den Mohamedanern, die sich nach dem großen islamitischen Aufstand in den | Zähren 1865—73 unterworfen haben. Die Stadt birgt I eine aus Stein gehauene Kolossalstatue des Buddha, und als ältestes Wahrzeichen christlicher Missionsthätigkeit eine ^n.emem Tempel aufbewahrte Tafel der Nestorianischen Mission aus dem Jahre 781. Der Name, der sich am längsten für diese älteste Stadt der Welt behauptet hat, ist Tschangan, b. h. „ewiger Friebe"; er möge für bie ferneren Ereignisse von guter Vorbebeutung werben Singan liegt in ber Luftlinie nach Südwesten, an bie i 1000 Kilometer von Peking entfernt. Den Nebelt Hütern mit Heeresmacht bahin zu folgen, um das Strafgericht an 4hnen zu vollziehen, ist so gut wie ausgeschlossen. Die Mächte werden sich also, gestützt auf die Ansichten ihrer jetzt wieder frei gewordenen Berater, darüber schlüssig zu machen haben, wie fick; ihr I weiteres Programm in China, dessen Hauptpunkte bekanntlich lauten: „Sühnefürdiebegange- nen Verbrechen und Bürgschaften für bie Zu - kunf t", abzuwickeln hat. Trotz der Flucht der Mand- schudynastie wird an Peking als ber Hauptstadt bes Reiches festzuhalten sein; ihre geographische Lage, bie Nähe ber Küste unb ihre Bebeutung für den gesamten Außenhandel machen die Stadt zur natürlichen Kapitale des Nordens und Ostens, und toenu' sich bie Mandschu weigern, dorthin izurückzukehren, so wäre in Erwägung äu Ziehen, ab nicht der Zeitpunkt geeignet erscheint, auf eine chinesische Dynastie, vielleicht auf das jetzt noch allgemein verehrte Haus der Ming, von dem noch Sprossen I vorhanden fein sollen, zurückzügreifen. Vermutlich wird I auch bie militärische Besetzung Pekings, nachbem die Bahn, I die schon bis Peitsang fertig fein soll, wiederhergestellt iß, bis auf weiteres aufrecht erhalten werden, zumal, ba I immer neue Truppentransporte in Taku eintreffen, für I Nachschub unb Deckung der rückwärtigen Verbindungen also I gesorgt ist. Die Lösung ber politischen Fragen unb Sorgen I ijt jedoch jetzt, wo Peking gefallen ist, nicht mehr an den I Tag gebunden, die Hauptsache ist die Genugthuunq, daß I e£ den Mächten gelungen ist, die Achtung vor dem Pölker- I recht zu erzwingen und ihre. Landesangehörigen nebst den I bedrängten eingeborenen Christen den Händen der füllt I vierten Barbaren, die bisher in Peking hausten, zu ent- I reißen. Dieser Erfolg wird überall in dem weiten Reiche, I von der sibirischen Grenze bis zu ben Gebirgen Mnnans, I mächtigen Wiberhall finden, beun Gewalt ist die ein - I $ige fremde Sprache, die man im Lande der! Mitte versteht, vor ihr werden auch die sich' beugen, die bislang zögernd und schwankend I spähten, auf welcher Seite am Ende der Er- I folg und damit ihr Vorteil sein möchte. Aus Shanghai wird vom 16. gemeldet: Die briti- I scheu Truppen werden morgen hier landen. Hier und I am Aangtse ist alles ruhig. Ein amtliches Telegramm aus I Söul (Korea) meldet: Nachrichten aus Pjöngjang zufolge I sollen die Einwohner jener Gegend aus dem in der Nähe I befindlichen Grenzgebiet geflohen sein, weil in der Nach? I barschaft 1 000 Russen gelandet fifib. General Frey telegraphiert aus Tientsin- vom I 9. August: Der Marsch auf Peking wurde veranlaßt durch I Nachrichten, die ben Russen unb Japanern zuginaen unb I wonach bie Chinesen die Absicht hatten, keinen Widerstand I zu leisten, sondern nach einem Schein widerstand bei Tung- I tschou Frieden vorzuschlagen. Nach Tientsin zurückgekehrt, I schlug ich den D e u t s ch e n , O e st e r r e i ch e r n und Italienern, die augenblicklich nicht in der Ersatzkolomiie I vertreten waren, vor, bie Absendung eines Detachements I zu ermöglichen, um gegebenenfalls bei ber Einnahme Pe- I kings mitzuwirken. Sie nahmen alle mit Dank an. Die I französischen Streitkräfte, welche in Tientsin verblieben I Maren, eilen mit ihnen der Ersatzkolonne nach, indem sie I verdoppelte Tagesmärsche machen. (Wir haben also dem | leiligten sich an diesem zweiten Entsätze, der am 4. August von Tientsin aus unternommen wurde, nachdem der erste Versuch unter Admiral Seymour gescheitert war. Nun wird man über die Vorgänge in Peking in dieser aufregenden Zeit und über die Haltung der chinesischen Regierung bald etwas Authentisches erfahren. Der Vormarsch von Tientsin hat zehn Tage in Anspruch genommen. Aus schwierigem, durch Ueberschwemmungen unwegbar gemachten Gelände mußte vorgerückt werden. Eine unsagbare Hitze erschwerte bie Operationen, aber eS ist trotz aller Hinder- niffe doch gelungen, und rascher, als eS für möglich gehalten wurde, befinden sich die aus der Pekinger SchreckenS- zeit übrig gebliebenen Fremden in Sicherheit. Nun wird auch ihrer Rückbeförderung nach Tientsin und Tangku nichts mehr im Wege stehen, da täglich neue Verstärkungen in Taku eintreffen und umfassende Maßnahmen zu einer gänzlichen Beendigung der schwierigen Expedition von allen Mächten unternommen worden sind. Der erste Eindruck der sehnlichst erwarteten Nachricht vom Einzuge in Peking und der endgiltigen Befreiung der dort Eingeschlossenen ist ein hochfreudiger. Ueberaö in der zivilisierten Welt wird mit Genugtuung empfunden werden, daß der heiße Wunsch langer Wochen nun zur Thatsache geworden ist. Ein verhältnismäßig geringes Häuflein von Soldaten der internationalen Mächte hat genügt, um die Ohnmacht des chinesischen Riesenreiches von neuem bar» zuthun, dieses Reiches, in welchem alles drunter und drüber zu gehen scheint, beffeit Herrscher niemand kennt, dessen Kaiserin sich eine neue Residenz sucht, und dessen Soldaten oft nicht gewußt haben, ob sie mit oder gegen bie Boxer, mit ober gegen die fremden Truppen zu Felde ziehen sollten. Man hat in den letzten Tagen oft betont, daß China in seiner Widerstandsfähigkeit stark unterschätzt worden sei. Die Art unb Weise, wie die Chinesen ihre Unfähigkeit zeigten, den Vormarsch auf Peking zu verhindern, verdient bei der Beurteilung der Frage chinesischer Kräfteentfaltung sehr mit in Berechnung gezogen zu werden. Da gab es zwar hier und da ein gewisses Aufflackern nationalen Mutes, unb zeitweise heftige Versuche, bas Expeditionskorps aufzuhalten, aber von irgend welcher imponierenden Gegen- , mehr und charakte vollen Verteidigung war eigentlich wenig zu sehen. Es ist schwer zu sagen, welche Folgen ber Einmarsch in Peking auf die inneren anarchischen Zustände China« ausüben wird. Abzuwarten bleibt, welche Wirkung die Flucht der Kaiserin auf bie Bizekönige des Südens zeitigt, und ob sich daraus bedenkliche Folgen für den Bestand ber Mandschu Dynastie ergeben. Noch schwieriger aber als alle diese rein chinesischen Angelegenheiten bleibt bie Frage, was die internationalen Mächte nun thun werden. Es war von allen Regierungen hervorgehoben, daß eine Sühne für die den Gesandten erwiesenen Unbilden zu erfolgen habe. Aber die Schuldigen sind in das Innere des Riesenreiches geflohen und; vorläufig nicht zu erreichen. Rache aber an Unschuldigen zu nehmen, verbietet die Hochachtung, bie zivilisierte Völker sich selber schulbig sind. Auch^ kann ein Blutbad, wenn vielleicht daran von I mancher Seite gedacht worden ist, nur eine noch größere I Erbitterung der Chinesen gegen alles Fremde Hervorrufen I und das irregeleitete Volk zu neuen Greueln aufstacheln. Cs lft daher auf den ersten Blick nicht zu ersehen, worin eine entsprechende Sühne zu bestehen hat, und möglicher- I weise wird diese Frage zunächst zu vertagen sein, und man sich zufrieden geben müssen, wie bei allen großen Schicksalsund Wetterschlägen, wie Hungers-, Wassers- und Feuersnöten, wo man auch nicht hinterher eine Verantwortung I feststellen kann. Was aber war die chinesische Empörung I anders als ein Elementar-Ereignis, das niemandes Ehre verletzt, das vielmehr, sobald eS eintrat, ertragen werden I mußte, so gut eS ging. Nun, wo die chinesische Flut in chr altes Bett zurückzudämmen beginnt, soll man Maß nahmen treffen, um bei ähnlichen Vorkommnissen, die bei Kolomalpolitik treibenden Völkern niemals ganz audbletben, besser geschützt zu sein. Auch scheint eS zweifelhaft, ob Amerika, Japan unb Großbritannien von einer Politik der Sühne etwas wiffen wollen. Nun, wo überhaupt nach dem ersten militärischen Erfolg die eigentliche Arbeit auf dem Gebiete der Politik wieder beginnt, wird sich sehr bald eine gewisse Verschieden- heit der politischen Interessen der einzelnen Nationen er- | wüstn unb eS ist sehr bie Frage, ob sich bie bisherige In- I tereffen-Gemeinschaft auch noch über die Befreiung der Ge- I sandtschaften hinaus dauernd aufrecht erhalten wird. Ein Weg für die Zukunft ist ja bereits gewiesen: eine I Aufteilung Chinas ist von keiner Seite beabsichtigt. Ist I ^at man Grund anzunehmen, daß die Militärischen Maßnahmen bei allen Mächten eine gewisse überschreiten, um so jedem Mißtrauen die Un? fcinc internationalen Schwierigkeiten ffÖrcnbcr* Anfang sich leicht vermeiden läßt, erregen mufi6 , fte cinmal begonnen haben, Besorgnis Die Wirren in China. Cs .kann nicht mehr baran gezlveifelt werben baß I Peking in den yanbcn ber Verbündeten iff „nh sL'r, sandten und Ausländer, die Ä* toO, von der Außenwelt abgefrtjlol® n, sich g qen hre Bedränger wie Helden terkibigt haben frei lind Leitartikel.) Eine weitere v°>n Wolfsjch^ Bureau ver breitete Nachricht über das Ereignis ist am 17 ilm 11 mir 40 Min. vormittags in Shanghai aufqegeben'und lautet „Die verbündeten Truppen zogen am 15. August in sßefinn ein. Man glaubt, daß die Truppen Puanschikais, be^ (J5nU9- verneurs von Schantung, nach der Provinz Sch e n s i I gezogen find, um die auf der Flucht begriffene Kaiserin Ku schützen". Ferner besagen Meldnngen englischer Agenturen aus Shanghai, dortige Mandarine hätten die Nach I richt erhalten, daß die Kaiserin-Regentin, Prinz, französischen General dafür erkenntlich zu sein, wenn er es veranlaßt hat, daß neben denen der übrigen Mächte auch Die flaggen beg Dreibundes über Peking toebeu können.) Eine Note der„Agence Havas" besagt: In Beantwortung einer erneuten Mitteilung Lihung- tschangs erklärte der Minister des Auswärtigen Del- cafse, die Entschließungen der Regierung könnten erst ab- geandert werden, wenn die Befreiung des Gesandten vollendete Thatsache sei. , Rüstungen. Durch die bevor st ehende Entsendung von Truppen nach China wird namentlich die Artillerie eme große Verstärkung erhalten, nicht weniger als sieben Batterieen, zu denen noch zwei Eisenbahnbau-Kompagnien und eine Pionier-Kompagnie hinzutreten. In einigen Tagen ist die Veröffentlichung der Namen derjenigen Offiziere /zu.Erwarten,ipie zur neuen Chinabrigade kommandiert werden. — Wie verlautet, ist eine große Lieferung von Mützen eines besonderen Modells für die Chinatruppeu ausgeschrieben worden, da nachlräglich auch an maßgebender Stelle Bedenken über die Verwendbarkeit des Strohhuts ausgetaucht sind, der auch unseres Erachtens als Tropenlleidung recht unpraktisch sein dürfte. Unfern mit dieser Kopfbedeckung ausgerüsteten Truppen wird daraus voraussichtlich kein Nachteil erwachsen, da, wenn sie in China ankommen, bie schlimmste Zeit tropischer Hitze schon vorüber ist. An Borb ber Schiffe werben ohnebies nur Mützen getragen, unb bei ber schon im Oktober in Clflna eintretenben Kälte wirb man sich eher nach Pelzmützen umsehen müssen. seine letzten Telegramme vermuten lasten. Die Kolonne Hunter- hatte 3 Tote und 40 Verwundete und einen Vermißten. Ein Unterleutnant ist seinen Wunden erlegen. Lord Kitchener telegraphiert am 15. daß er von Südwesten aus, dem belagerten Oberst Hoare bei Elands- rivcr zu Hilfe eilte. Die Aeomanry hatten gestern ein Gefecht östlich von demPlateau vonOttoshoop. Roberts drückt die Ansicht aus, eS sei dem Kommandanten DeWet nur dadurch gelungen zu entkommen, daß er seine Abteilung in kleinere Trupps teilte. Zum letzten male hörte man von ihm aus der Gegend von Rustenburg. Deutsches Reich. Berlin, 17. August. Aus Kassel wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute morgen 7Vi Uhr nebst Gefolge einen größeren Spazierritt durch die Rasenallce über den Hühnerberg bis zum Staatsbergwerk oberhalb des DruselthaleS, dort bestiegen die Herrschaften den bereitstehenden Wagen und fuhren durch das Druselthal nach dem Schloß zurück. Später empfing der Kaiser den Chef des großen Generalstabes v. Schlieffen, der am Morgen hier eingetroffen war, zum Vortrag, nachher den Chef des Militärkabinetts v. Hahnke. — Dem heute abend 8 Uhr 10 Min. hier einoetroffenen Grafen Waldersee brachte die Menge jubelnde Ovationen dar. Er fuhr im kaiserlichen Wagen nach WilhelmShöhe. — An der Abendtafel bei dem Kaiserpaar nahmen außer der Umgebung u. a. Generalfeldmarschall Graf Waldersee mit Gemahlin und Botschafter Fürst Münster-Dern- burg teil. — Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet: Der Prinz von Wales ist heute nachmittag zum Kurgebrauch hier eingetroffen. — Nach einer Meldung aus Cronberg ist der Prinz von Wales heute mittag 12'/, Uhr mit Extrazug hier ein- getroffen und begab sich zu Wagen nach Schloß Friedrichs- Hof, wo er mehrere Tage zum Besuche der Kaiserin Friedrich zu verweilen gedenkt. — Ein hiesiges Blatt will wiffen, daß man an den maßgebenden Stellen nunmehr entschlossen sei, alsbald die erforderlichen Schritte zu thun, um die Oberlehrer und Direktoren der höheren Lehranstalten im Gehalt den Amtsrichtern bezw. Landgerichtsdirektoren gleichzustellen. Ob zu den maßgebenden Stellen auch das Finanzministerium gehört, wird nicht gesagt. Die Entschiedenheit, mit welcher auS diesem Reffort heraus im Landtage allen Anregungen, Härten und Ungleichheiten bei der Besoldung einzelner Beamtenklassen, namentlich der Unterbeamten zu beseitigen, entgegengetreten wird, läßt die Nachricht nicht glaubwürdig erscheinen. — Wie aus München berichtet wird, ist zum Staatskommissar für die Münchener Börse der Regie- rungS- und Fiskalrat Albert Reiter in München ernannt worden. — Zum siebzigsten Geburtstage Kaiser Franz Josephs schreibt daS „Mil. Wochenbl.": Die Oesterreich:Ungarische Monarchie und das uns durch Tradition und Waffenbrüderschaft so nahestehende kaiserliche und königliche Heer begehen am 18 August 1900 die Feier des siebzigsten Geburtstages ihres erlauchten Herrschers und Kriegsherrn. Auch die preußische und deutsche Armee nimmt- an diesem Feste den herzlichsten Anteil. Ueber ein halbes Jahrhundert schon zählt sie mit Stolz Kaiser Franz Joseph alS Regirnenttchef zu den ihrigen; vier Königen und Kaisern ist er ein persönlicher Freund gewesen, seit fast einem Menschenalter verbinden die beiden großen Mächte auch politisch und militärisch gleiche friedliche Ziele. Im fernen Osten stehen gerade jetzt zum Schutze europäischer und christlicher Kultur Oesterrercher und Deutsche vereint — zum ersten male wieder seit 36 Jahren — vor dem Feinde. Da werden alte Erinnerungen wach an Eugen von Savoyen und Leopold von Anhalt- D-ffau, an die große Zeit der Befreiungskriege, an das Seegefecht bei Helgoland, in dem die ersten Anfänge preußisch-deutscher Seemacht unter deS österreichischen Helden Tegetthoff Führung fochten. Die alte und die neue Waffenbrüderschaft und die gemeinsamen soldatischen Anschauungen und Ueberlieferungen aber finden heute ihren Ausdruck in den ehrfurchtsvollsten Glückwünschen für den greisen kaiserlichen und rittet; lichen Herrn. Möge ihm durch Gottes Gnade nach manchem schweren Schicksalsschlage ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein, möge er der deutschen Armee, insbesondere den Regimentern, die in ihm ihren durchlauchtigsten Chef verehren dürfen, auch weiter sein gnädiges Wohlwollen bewahren. Der „Reichsanz.- schreibt: In dankbarer Liebe und Verehrung begehen morgen die Völker der verbündeten österreichisch-ungarischen Monarchie die Feier des siebzigsten Geburtstages ihres ehrwürdigen Herrschers. Dem erlauchten Bundesgenossen des deutschen Reiches, den wir in diesem Frühjahr an unvergeßlich schönen Maitagen als hochgeehrten Gast begrüßen durften, schlagen auch zum morgigen Freudentag in unserem Vaterlande die Herzen warm entgegen, und unser aller Segenswünsche vereinigen sich mitdem Gebet, das in Oesterreich wie in Ungarn die Gemüter der Patrioten bewegt: Gott schütze, Gott erhalte den Kaiser und König Fran, Joseph! Auch die „Nordd. Allg. Zig.- bringt einen warmen Glückwunschartikel. — Der Gesetzentwurf über das Urheber- recht sollte bekanntlich noch dem vorigen Reichstage zu- gehen. Die Beratung desselben im preußischen Staats- Ministerium währte aber so lange, daß die Einbringung im Bundesrat und Reichstag sich nicht mehr ermöglichen ließ. Wie die „Post- von gut unterrichteter Seite erfährt, find nicht nur seitens des preußischen Kultusministers, sondern auch der Militärverwaltung verschiedene Wünsche geltend gemacht worden. Durch die Aenderung des Schutzrechts, welches die Komponisten genießen, werden auch die Militär- mufiker in Mitleidenschaft gezogen. Ausland. Paris, 17. August. Das „Echo de Paris" meldet, 7>er Zar würde am 15. oder 17. September hier eintreffen. Der Besuch sei noch durch den Grasen Murawiew vereinbart Wrten. — Der Streik der Pariser Kutscher ist stationär, da die Unternehmer die Bildung eines Schieds- ^richts ablehnen. Die Kutscher verlangen nunmehr die vinsirhrung des Taxameters und einen fixen Taglohn. — Die Ausstandsbewegung der Hafenarbeiter hat nunmehr alle französischen Seehafen ergriffen Madrid, 17. August. Tie kgl. Familie verließ gestern San Sebastian, um Bilbao zu besuchen, wo sie um 5 Uhr nachmittags landete. Eine große Menschenmenge begrüßte die kgl. Familie, welche um 7 Uhr wieder abreiste. Rom, 17. Aug. Ta die Arbeiter auf den Reisfeldern von M o l i n e l l a in den A u s st a n d getreten sind, wurden 300 Soldaten zum Ersätze der Arbeiter entsandt. Es heißt weiter 2000 Soldaten seien bereit, ebenfalls dorthin abzugehen. Wien, 17. August. Der dem Oberkommando des Grafen Waldersee zugeteilte Generalsstabshauptmann Wojcik wurde heute vom Kaiser in Ischl empfangen. — Anläßlich des 70. G e b u r t s t a g e s d e s K a i s e r s prangt die Stadt im Festschmuck. Alle Häuser sind beflaggt. In den meisten Schaufenstern stehen Büsten oder Bilder des Kaisers mit Blumen geschmückt. Heute abend findet Illumination statt, die sich bis in die äußersten Stadtteile erstreckt. Tas Rathaus, die Votivkirche und die Palais der Erzberzöge, die Banken, sowie zahlreiche Privatgebäude waren durch unzählige elektrische Flammen feenhaft erleuchtet. Auf dem Kahlen- und Leopoldsberge brennen Höhen feuer. In den Straßen wogt eine festlich gestimmte Menge. Aus allen Landesteilen laufen Meldungen über Illuminationen und Fackelzüge ein. — Heute fand in dem reichgeschmückten Sitzungssäle daes Rathauses anläßlich des 70. Geburtstages des Kaisers eine Festsitzung des Gemeinderats statt. Der Bürgermeister hielt die Festrede, die mit einem dreifachen Hoch au- tzen Kaiser schloß, worauf stehend die Volkshymne gesungen wurde. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Hierauf wurde die Gedenktafel zur Erinnerung an das Regierungsiubiläum des Kaisers im Jahre 1898 enthüllt. — Wie die „Politische Korrespondenz" meldet, überreichte die Deputation sämtlicher Rektoren der deutschen Universität en Oesterreichs anläßlich des 70. Geburtstages des Kaisers dem Unterrichtsminister Härtel eine Huldigungsadresse mit dem Ersuchen, dieselbe an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen. New-Port, 17. August. Carl Schurz und andere Führer hielten sich vom Freiheits-Kongreß fern, da letzterer augenscheinlich vollständig in Bryan'sches Fahrwasser geraten war und nun auch thatsächlich dessen Wahl befürwortet. — Der Chef des Bundesgeheimdienftes empfahl den Rücktransport zweier italienischer Anarchisten, welche laut einem aus Italien eingetroffenen Briese Mac Kinley ermorden wollten. Der Rücktransport wurde empfohlen, weil beide schon H a f t st r a f e n gehabt haben. —' Bis heute mittag waren von dem neuen deutsch-amerikanischen Kabel 324 Seemeilen; ausgelegt. Das Wetter ist schön bei glatter, ruhiger See. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. August 1900. ** Konzert. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, konzertiert unsere Regimentskapelle morgen nachmittag von 5 Uhr ab in „Steins Garten-. •* Ostafiatifcher Hilfsverein Gießen. Die vereinigten Militärvereine unserer Stadt, deren Aufruf zur Gründung eines Hilfsvereins vom besten Erfolg begleitet war, hatten am Donnerstag im „Hotel Großherzog von Hessen- eine Sitzung anberaumt, und hierzu die Spitzen unserer Behörden, sowie andere angesehene Mitbürger eingeladen, um über ihre seitherige Thätigkeit zu berichten, und mit diesen Herren gemeinsam in eine Vorberatung der Statuten einzutreten. Durch Abwesenheit.von Gießen und Unwohlsein waren die Eingeladenen zumeist am Erscheinen verhindert, und nur die Herren Oberst v. Dewitz, Kommerzienräte Georgi und Koch, Stadtrat Kirch und Postsekretär i. P. Mayer anwesend. Der vorgelegte Statuten-Entwurs wurde sehr eingehend durchberaten, und für die Ausarbeitung der beschloffenen Satzungen ein Ausschuß ernannt. Die Genehmigung derselben bleibt der konstituierenden Versammlung Vorbehalten, deren Berufung im Interesse allgemeiner Beteiligung erst im Monat Oktober stattfinden wird. Es entsprach der ungeteilten Auffassung der Beratenden, daß die Vereinsthätigkeit hierdurch in keiner Weise eine Unterbrechung erleide; das gegenwärtige Komitee der Militärvereine wird demgemäß zur Einleitung der Organisation Listen cirkulieren lassen. Von verschiedenen Seiten wurde hierbei der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß ohne Ausnahme alle Diejenigen, welche seither durch pekuniLre Zuwendungen unsere Bestreb- ungen unterstützten, als Mitglieder beitreten, dies durch Einzeichnunq bethätigen und daß ferner in weitesten Kreisen auf Beitritt neuer Mitglieder zu diesem patriotischen Werke zu rechnen sein werde. Der Vorsitzende, Herr Möbus, hatte die Versammlung mit freundlich begrüßenden Worten, die namentlich den Gästen galten, eröffnet; er schloß sie mit dem Dank für deren Mitarbeit und dem Allen sympa- tischen Wunsche, daß die Vereinsthätigkeit blühen und eine recht segensreiche, aber nicht von zu langer Dauer sein möge. Diesen Wünschen schließt sich der „Gieß. Anz.- in weitgehendstem Maße an und erklärt sich gern bereit, allen Aufrufen, Bekanntmachungen usw. kostenlose Aufnahme zu gewähren, wie überhaupt die löblichen Zwecke dieses patriotischen Wohlthätigkeitsvereins durch geeignete Lokal- notizen und Veröffentlichung der eingegangenen Gaben in jeder Weise zu unterstützen und zu fördern. -d- Bad Nauheim, 17. August. Zu dem Besuch unseres Bades seitens des Prof. Dr. Brieger (s. „Gieß. Anz.- Nr. 168) schreibt die „Deutsche med. Wochenschrift": Zahlreiche Tagesblätter haben übereinstimmend die Nachricht verbreitet, daß Geheimrat Prof. Brieger — der bekanntlich in ministeriellem Auftrage längere Zeit in Wien und Süddeutschland geweilt hat — sich auch nach Nauheim begeben habe, um die Heilmethode des Prof. Schott kennen zu lernen und deren offizielle Einführung an dem zu errichtenden Institute für physikalisch- Therapie in Berlin °?^ubereiten. Wie wir au« sicherster Quelle erfahren, sind diese Angaben durchaus unbegründet; der Besuch des Prof. Brieger hat lediglich informatorischen Zwecken gegolten und ist von dem Inspirator jenerNotiz in seiner Bedeutung offenbar verkannt und subjektiv überschätzt worden. -vt- Vilbel, 17. August. In der Nacht vom 16. aus den 17. I. MtS. wurde in der Apotheke des Herrn Mettenheimer hier, ein Einbruchsdiebstahl verübt. Der Thäter erbrach den Fensterladen, zertrümmerte die Fensterscheibe, öffnete sodann das Fenster und gelangte durch diese- in die Apotheke. Hier erbrach er die Ladenkaffe und nahm deren Inhalt im Betrage von Mk. 77.68 an sich, mit dem er auf gleichem Wege das Weite suchte. Von der Person des ThäterS fehlt jede Spur. Es ist anzunehmen, daß der in Friedberg verübte Apothekeneinbruch von demselben Thäter verübt worden ist. -iz- Nounenrolftz 17. August. Gestern mittag um 12 U^r brach in der Hofraithe des Heinrich Zimmer V. hier ifeuer auS. Da die meisten Leute noch auf dem Felde beschäftigt waren, so konnte dem Umsichgreifen deS Feuers nicht gleich Einhalt geboten werden. Es wurde zuerst in dem Holzschuppen wahrgenommen, und erreichte alsdann deck daranstehenden Viehstall. Beide Gebäude brannten voll- ständig nieder. Der inzwischen an die Brandstätte geeilten Feuerwehr gelang es noch, das Weitergreisen des Brandes zu verhüten. Darmstadt, 17. August. Wie auS guter Quelle verlautet, ist vor einigen Tagen der Generalstaatsanwalt und vortragende Rat im Justizministerium, Geheimrat Schlippe, von einem Schlaganfall betroffen worden. Er soll sich jedoch auf dem Wege der Besserung befinden._________ Kinioersttüt und Hochschulei verkitt, 17. August. Gegenüber den Blättermeldungen, Prof. Zorn in Königsberg sei als Staatvrechtvlehrer an die Universität Bonn berufen, ohne daß das betr. Fach vakant sei, weist die „Nationalztg.* auf die Thatsache hin, daß im KultuSctat für 1900 zur Errichtung je eines Gesetzordinariates in der evangelisch theologischen und juristischen Fakultät der Universität Bonn Mittel eingestellt und b willigt sind. Für die bewilligte Ersatzprofessur in der Bonner juristischen Fakultät sei Prof. Zorn berufen. ______________________________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießt«, 18. August. Marktbericht. Auf dem beutigeu Lochenmarkt kosteten: Buller per Pfd. X 1.00—1.20, Hühnerei» l per 6t. 0 - 0 2 Et. 13-15 H, Enteneier 2 St. 00—16 4, «ünse» eier per Si '00-00 4, Käse 1 St. 6—8 H, Käsematte 2 St. 6—6 4, Erbsen per Mer 24 Linsen per Mer 34 Tauben per Paar x 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.40, Hahnen per ettid X 0 60—1.00, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund x 0.00—0.00 Ochsenfletsch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 60—70 4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 A, Hammelfleisch pec Pfd. 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.60 bij 6.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 6.50—6.00, Muck per Liter 18 H. Bohnen per Pfund v—15 ____________ Krieskasten der Redaktion. Ehina. a) + 6,686», b) im Frühjahr — 0,644», im Sommer + 9,9l», im Herbst + 13,65», im Winter 4- 2,837°._____________ Neueste Meldungen. Kopenhagen, 18. August. Ein Erdbeben mit starkem Getöse begleitet, ein sehr seltenes Phänomen, hat in Friesland stattgefunden. Paris, 18. August. Wie (wo? D. Red.) verlautet, erhielt die Negierung die Einladung, französische Offiziere zur Teilnahme an den deutschen Kaiser- Manövern zu entsenden. Paris, 18. August. Wie die heutigen Morgenblätter berichten, wird der Besuch des Zaren erst im Oktober stattfinden. Rom, 18. August, De^ Bischof A n z e r! ist gestern (nach China auf seinen Posten abgereist. Mailand, 18. August. Die Anklagekammer beschloß gestern die Verweisung Brescis vor das nächste Schwurgericht, daS am 27. August beginnt. Der Prozeß gegen BreSci wird am 29. zur Verhandlung kommen. Wien, 18. August. Ein ungeheures Gedränge durch- wogte gestern die Straßen Wiens. Trotz des strömenden Regens wollte jedermann die Illumination sehen, die am Vorabend des 70. Geburtstages Kaiser Franz Josefs inszeniert wurde. Am lebhaftesten ging eS vor dem Rathause zu, daS in allen feinen gothischen Linien durch elektrische Lampen nachgezeichnet war. Eindruck machten auch die großen Scheinwerfer aus dem StephanS- turm und den Türmen der Botivkirche, die Museen, die Kuppeln der Kaiserburg und der Obelisk vor dem äußeren Burgthor. Vor dem Rathause entstand ein lebensgefährliches Gedränge, sodaß man UnglückSsälle befürchtete. — Auch in Budapest fand eine große Illumination statt. Trotzdem dieselbe erst in den letzten Tagen beschlossen war, fiel sie doch verhältnismäßig glänzend aus. Wien, 18. August. Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel sandten an Kaiser Franz Joses aus Anlaß der Feier seines 70. Geburtstages herzlich gehaltene Glückwunsch-Telegramme. Budapest, 18. August. In der hohen Tatra find vor einigen Tagen drei aus Galizien nach Ungarn gekommene Touristen und zwei Führer in der Nähe der Franz- JosefS'Spitze verunglückt. Eine aus Tatrafuered entsandte Rettungs-Expedition fand bisher nur die Hüte und Stöcke der Verunglückten. Budapest, 18. August. In der Petrozfenzer Gegend sind infolge von Ueberschwemmungen fast alle Straßen, Bahndämme und Brücken beschädigt, sodaß der Verkehr voraussichtlich längere Zeit vollständig eingestellt werden muß. Auch die Arbeiten in den dortigen Kohlenwerken ruhen infolge der Ueberschwemmungen fast gänzlich, sodaß etwa 3000 Bergleute brodloS find. Der Schaden beläuft sich auf über eine Million Gulden. 94.50 85.50 92.40 99.20 00.00 Pfg 24 Pfg. Pfg 03408 Logis zu vermieten bei 22 Pfg S. Elsoffer^Marktstr. 27. Pfg- L. Schmidt, Gr.-Linden . Pfg. ausgeführt von der 555€: Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfg, Sinn bei Herborn. 03382 5554 5557 A. Krött SShne. 5542 Stadt. Schtachthaus UehreretW.Taglöhm 5464 gegen guten Lohn gesucht. 5552 H. Wiun. Ür sofort gesucht. 5546 Proccnt Procent (Kin Sofa, 1 Küchenschrank rc. umzugs- halber billig abzug. Neuenweg 30. Stadl WormS unk. b. 1901 unk. b. 1907 dto. Grldsortenr 5547 Born, Gerichtsvollzieher. Ziemliche Lauffrau oder Mädchen sofort <1 gesucht. Bahnhofstraße 37, III. (Kin Dienstmädchen vom Lande gesucht. 13/ 03392__Ludwigstraße 24, II. Jea» Dern, Rödelsee. 206.70' Darmst. Bk.-Actien Verantwortlich für den allgemeinen Teil: I. B.: A. Steffenhagen; für den Anzeigenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversitälS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 20 Franken-St. Engl. Sovereigns Dollars in Gold 44 44 44 24 48 72 4 4 4 4 3 3 4V6 4 3 5 4 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 Ital. staatSgar. Eisenb. Freibank Heute: 31/, Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 31/, Frkf. Hyp.Tred.B. unk. b. 1906 Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrod bet: 08389] Reise Glockenbirnen und Pflaumen am Baum zu verkaufen. .Lotz, Kirchenplatz 11. Ildende ourser 000.001 Oesterr. Tredit-Aetien Oesterr. Silberrentc Ung. Gold-Rente Portugiesen Mexikaner am ort. S. I-III Monopol-Griechen von 1887 Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Gießen, den 18. August 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. 93.: Georgi. Karl Post von Wieseck ... 44 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwärzbrod bei: C. Post von Wieseck .... 66 Psg. G. Jacoby v. Alten-Buseck. . 66 Der Brodvertäufer. I Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod . 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod , 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod . r Kg. (4 Pfd.) Weitzbrod . 96 40- 96.00 23.90 40.10 42.20 Eine Schlafstelle in der Nähe der Nordanlage gesucht. Offerten unter 03409 an die Exp. d. B! oller Systeme 03896 werden schnell und billig revariert. H Kitzler, Bahnhofstraße 58. ■■H Stuifoctea DU Technikern Limbachi Maichinnhn Elektrotediik. Hoch- ui Tiifbn . Staatlich, Aufetchk Grummetgras-Versteigerung der Stadt Hießen. Montag den 27. und Dienstag den 28. August 1900, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das GrummetgraS von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wisseckböschungen meistbietend versteigert werden und zwar: Bei ben hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiefigen Bäckern. Gießen, den 18. August 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.. Hechler. Satz auf der Kneipe. 03391' Danksagung. Innigsten Dank der Verwaltung der Emma, Heilquelle Boppard! Meine )etzt fünfzehnjährige Tochter Ida litt feit frühester Jugend an Blutarmut, Entkräftung, großer Nervenschwäche, Appetitmangel, Schlaflosigkeit und an Geschwülsten an den Gelenken und am Halse. Sie durfte auch deshalb, auf Verordnung des Arztes, die Schule eine Zeit lang nicht besuchen. Da alle Mittel und Kuren ohne Erfolg blieben, versuchte ick es mit dem Brunneu der Emma ■ Heilquelle. — Schon nach kurzem Gebrauch dieses herrlichen Mittels war meine Tochter gründlich geheilt und in den Besitz einer blühenden Gesundheit gelangt. 6445 Conrad Krauß, Kaufmann in Fulda. 20 M. Kckhuung demjenigen, der mir den Dieb ermittelt, welcher mir in der Nacht vom 14. auf den 15. d. Mts. aus meinem Vorgarten die Figur eine- Rehes gestohlen hat, o daß ich denselben gerichtlich belangen kann. [03384] Molttestratze 4. 15 bis 20 tüchtige WilMil.Hmd>«g. inben dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn beim Kirchen.Neuba« in __Der für Montag den 20. August I. I. angesagte V or trag1 des Kerrn Ingenieur Iörlsch über AeuerlSscheinrichtuugen bei per Pariser Weltausstellung, verbunden, mit Borführnng von Lichtbildern, findet Umstände halber erst Donnerstag den 23. August, abends 8y3 Uhr, im Saale des Caf6 Leib statt. Um zahlreiches Erscheinen in Uniform wird ersucht. DaS Kommando: Kräftiger Taglöhner vom Land sür dauernde Arbeit gesucht. I ßhrlino* gesucht: I. Kutscher, uCmilUgo34il Schlosserei, Lollar üjn I Affic zu vermieten. 08893 tilll IlüglS Steinstraße 43. Wigandt. Lindenstruth. G. R. V. 1885. Sonntag den 18. August: Vereins tour nachWetzlar(Sckützengrt.) • Abfahrt 3 Uhr Hotel Schütz. Nicht» fahrer 3.25 Uhr mit der Bahn. 5653 Der Aahrwart. DflicotKrho kauft man am IWlbt/lkUl WC billigsten im 03387 Kaufhaus S. Elsoffer. B1/, Deutsche RcichSanl. 3 Preuß. SonsolS 3V, Gr. Hessische Obl. ‘ ' Stadt Darmstadt v. 1891 Steins Garten. Sonntag den 19. August: Grosses Konzert L. Schmidt, Gr^Linden ... 24 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . W. Steinmüller, Lang-GönS . 24 „ E. Post von Wieseck .... 26 Kapelle das Grossh. Hess. taf.-Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhele unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan. 1. The Honeymon! Marsch v. Rosey. 2. Ouvert. zu „Das eherne Pferd“ v. Auber. 3. Cagliostro - Quadrille v. Strauss. 4. Fantasie über Koschats „Verlassen* v. Roindel. 5. Quvert. z. Optte. „Die schöne Galathea“ v. Suppe. 6. Westfalenlied v. Peters. 7. Venus steig hernieder. 8. Potpourri a d. Optte. „Der Obersteiger* v. Zeller. 9. Ouvert z. „Frau Luna“ ▼. Linoke. 10. Leuchtende Sterne, Gavotte v. Siegmund. 11. Zucker und Kaffee, Polka• v. Millöcker. 12. Aus und mit dem Publikum, Potpourri y. Petras. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrad« 2« Angebot der Arbeitnehmer r 1 Metzger, 1 Schreiner, 3 Taglöhner, 1 landwirtschaftl. Arbeiter, 2 Fuhrknechte, 1 Hausbursche, 1 Näherin und Flickerin. Nachfrage der Arbeitgeber» 1 Spengler, 1 Bauschreiner, 2 Putzer, 1 landwirtsch. Arbeiter, 3 Fuhrknechte, 2 Hausburschen, 3 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen zu zwei Damen bet hohem Lohn, 1 Laufmädchen, 1 Lauffrau. Lehrlinge» 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Friseur, 1 Glaser, 1 Kellner, 1 Kupferschmied, 1 Mechaniker, 1 Sattler, 2 Schneider, 2 Schreiner, 8 Schuhmacher, mehrere Spengler gegen tägliche Vergütung, 1 Wagner. vom 19. August bis 2. September 1900, Der hiesigen Bäcker. . 28 Pfg 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod , . 56 , 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod . . 26 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod . . 52 , Versteigerung. Mittwoch den 2L d. Mts, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Liebigstratze 29 dahier die zur Konkursmasse deS AsphaltiererS Hermann Thiele gehörigen Mobilien im Auftrag der Konkursverwalt- ung gegen Barzahlung» 1. Hausgeräte rc. Schreibtisch, 2 Säulen mit Figuren, Hängelampe mit Lüstre, 2 Oel gemälde, Zimmerteppich, eisernen Blumentisch, bemalten Ofenschirm, 2 Tische, Bücher- und Briefregal, 2 Rouleaux, 18 Bände MeyerS Konversation- ■ Lexikon, Dezimal- wage mit Gewichtsteinen, Kopier o w „ preffe u. s. w. 2. Borräte und Handwerksgeschirr. Ca 70 Cenlner Asphalt, 6 Fatz yjjyA 1 Tatz Earbolineum, zwei Halbfäffer Holzcement und Theer, 5 Säcke Cement, 1 Rolle Holz» eementpapier, eine Partie Gerüst, ffangen, ca. 10 Cenlner Brennholz. 2 Bütten mit Aephaltmatertal, 4 leere Theerfäffer, Bickel, Hämmer, Zangen, Benztnlampev, katerne«, Schippen, Zug- und Sperrketten, Brecheisen, Durchwurf, Stampfer, eisernen Schachtkranz mit Deckel, Eementwalze, Bandmatz rc. 3. einen grotzen Hofhund. 03412] Eifriger, junger Mann, 26 I. alt, verheiratet, welcher Oberhessen, Naffau, Rhernpfalz 6 Jahre für eine Likör- und 2 Jahre für eine Cigairenfabrik Ober« yeffens mit sehr gutem Erfolg bereiste, bis jetzt selbstständig, sucht wegen Aufgabe seines Geschäftes per 15 September oder L Oktober Stellung in selbiger Branche. Offerten unter 0 3412 an die Expedition. 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrod bei: L. Schmidt, Großen-Linden . 22 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . W. Steinmüller, Lang-GönS . 22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bei: 3oh. Kd. Belte v. 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