Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren KrscheirN tLgklch mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Knmicieubtälter »erden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hcff. Landwirt" *. „Blätter Kc heff. Volkskunde" »dchtl. 4 mal beigrlegt. Alle Nnzeigen-BermittlungSstellen deS In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Greß euer Anzeiger entgeg«« Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. RMtiea, Expedition und Druckerei: -chntftraße Ar. 7. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn x durch die Abhoicstell« vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter snr hessische Uolbskunde.__________________ »«nähme von Anzeige« zu der nachmittag» für d« senden Tag erscheinender. Nummer bis een*. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Meldung über den Fall Mafekings erhalten. Dre Meld- unaen der „Daily Mail" scheinen vollständig unbegründet gewesen zu sein. Das amtliche Kriegsbulletin, aus tarn' der Berichterstatter der „Daily Mail" in Lorenzo Marquez seine alarmierende Meldung geschöpft hatte, lautet: „Dre Bundestruppen erstürmten und besetzten am Samstagmorgen die Forts um Mafeking. ^>n tat Nacht zum Sonntag wurden die Bundestruppen umzingelt, wobei, soviel bekannt geworden ist, 7 getötet und 17 verwundet, eine Anzahl auch gefangen genommen wurde. Die Verluste der Briten belaufen sich auf 50 Tote und Ver- Der Krieg in Südafrika. Däs Schicksal von Mafeking ist immer noch! nicht geklärt. „Daily Mail" meldet zwar vom 17. tk M. aus Lorenzo Marquez: Aus Pretoria kommt dre Nachricht, Mafeking sei entsetzt. Laffans Bureau dagegen mel^ tat aus Pretoria, Mafeking ist noch umzingelt. Offiziell wird angekündigt, daß die britische Entsatzkolonne bei K r a a l p a n eine entschiedeneNiederla g e erlrtten habe. Kraalpan liegt ungefähr 50 Kilometer südlrch von aber nicht entschuldbaren Egoismus auf eine Beteiligung daran verzichten. Auch, ist es eine der Schattenseiten der gesteigerten Entwickelung auf allen Gebieten, daß die beruflichen Anforderungen die Kräfte des einzelnen so sehr in Anspruch nehmen, daß die Teilnahme für die allgemeinen Interessen dabei nur zu leicht zu kurz kommt — bis dann irgend ein besonders krasser Vorfall chnen etn mahnendes Tua res agitur zuruft. Hoffentlich hat diese Mahnung diesmal eine etwas dauerhafte Wirkung. Dre rückschrittlichen Erfolge die etwa erzielt werden, werden dann unter Führung der geistigen Elite unserer ganzen Nation vor dem Unwillen der übergroßen Mehrheit des, dutschen Volkes bald und schmählich zusammenbrechen. Daß sich die ganze geistige Elite unseres Hessenvolkes. dem Goethebunde anschließen wird, daran zweifeln wir nicht. Aber auch die weitesten Kreise unserer Bevölkerung mögen sich! um das Banner scharen, das uns zum Siege führen soll unter der Devise „G o e t h e". Aus Washington wird gemeldet: .Staatssekretär Hay und Präsident Mae Kinley werden die Burendele- , gierten nur privatim empfangen. Von einer Intervention ^W'Sonboner Kriegsamt hat noch keine beende | ÄÄ Entsatztruppe vom Süden her zu erwarten ist. Die Buren- Haben große Geschütze auf Vtafeking gerichtet. Wie es- heißt, besteht die Entsatztruppe aus ausgewählten Leuten der Imperial Light Horse und aus Norfolk-Reitern. — General Hunter ist von Fourteen Streams das nördliche Vaalufer mit der zehnten Division heraufmar- schiert und hat in besonders feierlicher Weise von tar ersten, ausTransvaalgebiet gelegenenStadd Christiania ohne Widerstand Besitz ergriffen. Eine „Times"-Drahtung aus Dundee vom 15. Mar sagt, die gestrige Verfolgung war so kräftig, daß die Buren keinen weiteren Widerstand leisteten und sich völlig zuruck- zogeii, wahrscheinlich nach Laingsnek/ Sie zerstörten die Eisenbahn hinter sickj. t General Buller meldet unter dem Datum vom 17. aus Dannhauser: Meine vorgeschobenen Posten dürften in Newcastle eingetroffen sein. Die fünfte Division steht ut Staffeln auf dem Wege Elandslaagte-Glencoe und ist nut der Ausbesserung der Eisenbahn beschäftigt. Alle Berichte stimmen darin überein, daß 7000 Buren am 14. und la. Mar in großer Eile nordwärts gezogen sind. Abteilungen der Yeomary besetzten Lady- brand und Rundle besetzte Mequatlinsnek. In dem Distrikte G r o o t d r i n k wurde ein Magazin von den Ausständischen vollkommen ausgeplündert. Dre . Bewohner von Upington befürchten einen Angriff. Der Hessische Goethebund. Gießen, 18. Mai. In unserer Landeshauptstadt beabsichtigt man, dem Plane des Darmstädter Journalisten- und Schriststeller- vereins zufolge, einen Goethegedenkstein zu errichten. Am nächsten Sonntag wird dort zu diesem Zwecke eine Versammlung stattftnden. Heute abend findet in Darmstadt eine Versammlung zur Gründung eines Hessischen Goethebundes statt. So schrieb uns gestern Professor Dr. Harnack von der, Darmstädter technischen Hochschule. Beiden Versammlungen ist der beste Erfolg zu wünschen. Dec Gedanke zur Errichtung eines Goethegedenksteins ist in einflußreichen litterarischen und wissenschaftlichen Kreisen Darmstadts mit großer Sympathie ausgenommen worden, und an der Verwirklichung dieses Projektes ist nickst mehr zu zweifeln. Aber auch der Hessische Goethebund imifä gedeihen. Auch! wir Oberhessen, insbesondere wir Gießener haben die Pflicht, so zahlreich als möglich ihm hei zutreten. ,, , . Er wird geschaffen zur Abwehr geistiger Rückständigkeit, lieber ganz Deutschland beginnt sich bereits der Goethebund zu verbreiten und Männer gehören ihm allenthalben an, die auf wissenschaftlichem, künstlerischem und litterarischen Gebiete zu den Führern! der Nation gehören, die geistige Blüte unseres Voltes repräsentieren. Der Goethebund erhebt flammenden Protest dagegen, paß in dem Ringen divergierender Welt- und Kunstanschauungen! nicht mehr, wie bei den übrigen Kulturvölkern, das ästhetische Gewissen, sondern die Polizei die berufene Richterin sein sol l. Daß alle diese Männer einen Kampf gegen die Sicklrch- leit führen, wie die Verteidiger der „Kunstparagraphen" dec heute im Reichstage wieder zur Beratung anstehenden Lex Heinze glauben machen wollen, .ist eine so ungeheuerliche Behauptung, daß ihren Verbreitern schon durch dre bloße Zurückweisung allzuviel Ehre angethan wird. Im Gegenteil wenn das heuchlerische oder verkrüppelte Srttlichkerts- «efühl, dem jene angefochtenen Paragraphen entsprungen stvd, tatsächlich zur Herrschaft gelangen sollte, dann würde die Sittlichkeit nickst gehoben, sondern untergraben und verraiftet werden. Heuchelei und Prüderie srnd immer der dankbarste Nährboden für die Unsrtt rchkert gewesen. Eine Lebensanschauung, die den Körper als ein Werkzeug der Sünde betrachtet, das Sittlichkeitsideal in der Abtötung der Natur suckch und mit ihrer durch eine widernatürliche Erziehung mißleiteten Phantasie aNes korper- licbe aeschlechtlich sieht, sollte an der Wende des 19. Jahr- dunderts ihr Panier über dem deutschen Volke aufpflanzen dürfen?! Leute, die die ganze strahlende Schönheitswelt auserer klassischen Kunst mit dem Anathem belegen, sollten »ber unsere Litteratur und Kunst zu Gerichte sitzen dürfen? Man sage nicht, daß es sich nicht darum handle, sondern vor allem um einen Schutz -der Jugend. Dieser Schutz der luaend ist eine heilige Aufgabe unseres Volkes, vor allem der Eltern und Erzieher, aber auch des Staates als Herrn der Schule und Hüters der öffentlichen Sitte, abe rauf dem Wege, den die Heinzemännchen einschlagen, wird er nicht erreicht. Wir sind der festen Ueberzeugung daß durch das unnatürliche Erziehungsprinzip unserer Sittlichkeitswächter, durch die Aechtung alles Körperlichen durch da<- die Lüsternheit anregende System der Verhüllung schon mebr junge Seelen verdorben worden sind, als durch die Auslagen unserer Schaufenster und die Vorstellungen unserer Schaubühnen. .. Es ist somit durchaus gerechtfertigt, daß die ganze fcrnae unter den höchsten Gesichtspunkten des geistigen Was behandelt wird, und es läuft thatsächlich auf eine bewußte oder unbewußte Irreführung hinaus, toenn man dem deutschen Volke weisniachen will, es handle sich eigentlich nur um ganz geringfügige Dinge, um die Bekämpfung wober Unsittlichkeiten, in deren Verurteilung alle anstan- iiacn Leute einig seien. Es handelt sich vielmehr um den Schutz unserer besten geistigen Güter gegen eine kunstfeindliche Bevormundung. Und diese zu schützen ist unseres Trachtens eine heilige Pflicht der Verbündeten Re- oierungen. Wir zweifeln nicht, daß die,e Auffassung durchdringen wird. Verschiedene Einzelregierungen haben mehr oder «minder deutlich erklären lassen, daß sie gegen das Gesetz stimmen würden, und wir glauben nicht, daß im Gegensatz hierzu irgend eine Regierung rückhaltlos für das ganze Gesetz eintreten wird. Wenn über tar Vorstoß, den der geistige Rückschritt bei diesem Anlaß wagt, ein Gutes im Gefolge hat, foi besteht dies darin, daß die Vertreter geistig hochstehender Kreise aus ihrer Zurückhaltung, Gleichgiltigkeit, ja Ab- neigung gegen die politischen Kampfe des Tages aufgerüttelt sind und eingesehen haben daß es ohne schwere Schädigung der allgemeinen wie der eigenen ^ntereyen .ächt angelst, fach auf ein noch so hohes Spezialgebiet znrückzuziehen und es im übrigen „den anderen" zu uber- lässen den Lauf der Welt mitzubestimmen. Die Vermöbelung des politischen Kampfes stößt feiner organisierte Staturen zu leicht ab, und läßt sie in einem erklärlicher»? In einem Brief aus! tarn Burenlager wird über die ,llrlaubspest" geklagt, d. h. über die Gewohnheit tar im' Felde stehenden Buren, von ihren Vorgesetzten kürzeren oder längeren Urlaub, sei es aus Gesundheitsrücksichten, sei es zur Besorgung häuslicher Angelten- heiten, zu fordern und in den häusigsten Fällen auch zu erhalten. General Botha^hat in einem Kriegsrat sich schon über diesen Unfug ausgesprochen und geradezu gesagt, daß diese Urlaubspeft' vielleicht schuld daran sein werde, wenn die Unabhängigkeit der Republiken verloren gehe. Die .Volksstem" äußert sich' darüber folgendermaßen: Daß ein kommandierter Bürger wegen ernstlicher Krankheit ober zur Erledigung dringender Familienangelegenheiten für kurze Zeit Urlaub erhält und sich,, aus dem Lager entfernt, entspricht den Einrichtungen . unserer nationalen Heeresorganisation durchaus. Daß aber unsere Bürger es alpinen rechtmäßigen Anspruch betrachten, von Zeit zu Zeck Urlaub zu erhalten, einen Anspruch, gegen den nach ihrer Meinung nichts emzu- wenden sei, verstößt nicht nur gegen das Interesse des Landes und des Staates, sondern ist auch iw Widersprach mit dem Geist unseres Kriegsgesetzes. Da es in jedem Falle eine ausgemachte Sache! zu sein scheint, daß dre Engländer im Falle der vollständigen Niederwerfung der föderierten Republiken mit den Grundbesitzern nicht viel Federlesens machen, sondern diese kurzweg expropriieren werden, muß sich! doch jeder Bürger die Frage vorlegen, ob er weise daran thut, durch eigene Schuld dem Feinde die Pfade zum Siege zu ebnen. Er wird sich bann zweimal besinnen, ehe er sein Kommando verläßt. Als ein Mittel gegen! diese „Urlaubspest" würden wir empfehlen, daß der „Große Kriegsrat" genaue Regulative über den zu erteilenden Urlaub giebt, die aber streng angewendet werden müssen ohne Ansehen der Person. Wir brauchen wohl kaum an das Pflichtgefühl unserer Bürger zu appellieren und ebensowenig werden wir nötig haben, auch den Frauen diese dringende Bitte ans Herz zu drücken, denn der Gedanke an den zukünftigen Verlust des Erbteils unserer Väter wird sowohl den Mann rote die Frau in dem festenj Vorsatz bestärken, zeitweilige Entbehrungen sich gern aufzulegen, wenn durch sie ba& grenzenlose Elend, das uns eine britische Oberherrschaft bringen würde, abgewendet werden kann. Es ist dies eine neue, bisher weniger bekannte, aber jedenfalls sehr unvorteilhafte Seite des Milizsystems, unter dem das Volksheer der Buren zu leiden scheint. Schließlich werden doch diejenigen recht behalten, die von Anfang an den Mangel an Mannszucht bei den Buren für den verhängnisvollsten Md schwächsten Faktor ihrer KriegsfLhrung gehalten haben. ♦ • Telegramme des Gietzeoer Anzeigers. London. 18. Mai. .Daily Mail" v-r°ff-n,licht em Telegramm aus Lorenzo Marquez. das besagt daß d, Nachricht über die Befreiung Mafekings noch nicht bestätigt ist. Es fei aber am vergangenen Sonntag em heftiges Gefecht in der Umgegend der Stadt bemerkt worden. Oberst Baden Powell soll die Buren i» eine» wundete." r t . In dieser Fassung befindet fiefy von dem Brande der Kaffernstadt keine Nachricht. Dagegen meldet die „Times" aus Lorenzo Marquez: Freitag und Samstag erstürmte eine starke Abteilung von Buren unter dem Kommando von Dewitz die Kaffernstadt bei Mafeking, trieb die Verteidiger auf die freien Baracken zurück und brannte die HütteN nieder. Der Kampf dauerte Samstagnacht noch fort. Die Engländer hatten 50 Tote. Portugiesische Beamte erhielten hinwiederum tai Nachricht, daß die Buren geschlagen und von der Entsatz-Kolonne abgeschnitten wurden. . Es sind also die widersprechendsten Nachrichten. In der obigen Nachricht wird als der Kommandant der Deutsche v. Dewitz angegeben. Gestern dagegen tag uns, eine Meldung vor, die Eloff als den Kommandanten bezeichnete, und eine heute durch Reuter mitgeteilte Meldung des in Kapstadt erscheinenden „Cape Argus" aus Lorenzo Marquez besagt: „Kommandant Eloff drang mit einer, Patrouille in Mafeking ein und wurde von der Garnison mit lebhaftem Feuer empfangen. 17 Buren wurden getötet, Eloffund90 Mann der Patrouille gefangen genommen." , t y, Aus den 7 Toten und 17 Verwundeten sind hier 17 Tote geworden. Kommandant E l o f f ist, wie wir gestern bereits kurz antauteten, der mutige Enkel des alten Krüger, der, nachdem er lange als Kommandant des Johannesburger Forts dem Kriege ferngehalten, auf sein inständiges Bitten endlich von Krüger nach Mafeking zur Belagerungsarmee geschickt wurde. Er hat sich schon beim Jameson'schen Einfall einen Namen gemacht, indem er die drohende Gefahr rechtzeickg meldete, und die Bürger zum Kampfe aufrief. Der kühne Sturmangriff auf Mafeking würde ganz seinem "Temperament entsprechen. Sarel Eloff hat nicht umsonst zwei Jahre auf dem Johannesburger Fort Günter deutschen Offizieren und mit diesen! zusammen gedient. Seine Anschauungen über Kriegsfüh^ rung haben sich dadurch von den burischen Ueberlieferungen, entfernt, und in tau ihm zur Verfügung gestellten Manm schäften hat er äußerst tüchtige, von deutschen Offizieren geschulte Truppen in tar Hand, die für den jungen Führer durchs Feuer gehen und ihm folgen, wohin er sie immer führt. Eloff ist dabei ein äußerst kühner und verwegener Mann, der vor Begierde brennt, dem Feinde eine Schlappe beizubringen, und vor keiner Gefahr zurückschreckt. Der „Central News" wird vom 16. Mai aus Lorenzo Marquez telegraphiert: Den letzten Nachrichten zufolge leiden die Einwohner Mafekings im höchsten Grade Mangel an Nahrungsmitteln. Sie hoffen sehr auf baldige Entsetzung. Die belagernden Burentruppen' wurden bedeutend verstärkt, weil die baldige Ankunft der Gießener Anzeiger HenerLt-^nzeiger I«stan- und seine Nichte wohnten dem Feste bei. Wie», 17. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Die dritte namentliche Abstimmung ergab nur die Anwesenheit von 93 Mitgliedern (die Czechen beteiligten sich an der von ihnen beantragten Abstimmung nicht), worauf unter stürmischem Widerspruch der Czechen der Präsident die Sitzung auf eine halbe Stunde unterbrach. Nach Wiederaufnahme der Sitzung konstatierte der Präsident die Anwesenheit von 123 Abgeordneter, somit die Beschlußfähigkeit des Hauses. Die Czechen protestierten stürmisch und lärmend gegen dieses Vorgehen des Präsidenten und bezeichneten die Sitzung als illegal, bis schließlich der Präsident nachgab, die Sitzung schloß und die Fortsetzung für morgen anberaumte. Die zweitnächste Sitzung soll erst am 6. Juni stattfinden. — Die Christlich.Sozialen verlangten in einer Interpellation Maßregeln zum Schutze und zur Gleichberechtigung mit den katholischen Studentenverbindungen auf der Wiener Universität. — Die Regierung brachte einen Gesetzentwurf betreffend Einführung der 9-Stundenschicht im Bergbau ein. Der Finanzminister ersuchte um Verlänge. rung des Budget'Provisoriums bis Ende ds. Jrs. und um Bewilligung zur Begebung einer 3% prozentigen, eventl. 4 prozentigen Investitions-Rente im Betrage von 68 380 300 Kronen. ■"•'Sa Hinterhalt gelockt haben, indem er sie ein Fort ein» nehmen ließ und sie hinterher angriff, wobei die Buren 40 Tote und 75 Gefangene zurücklaffen mußten. Londo», 18. Mai. Nach einer New-Yorker Nachricht hat die in New-York befindliche Buren-Gesandschaft eine Mitteilung erhalten, nach derMafekingnichtgenommen, aber weiter belagert wird. London, 17. Mai. Die portugiesischen Behörden fahren fort, alle Lebensmittel-Zufuhren für Transvaal zu beschlagnahmen. Ein Protest aus Prätoria ist dieserhalb an die Großmächte abgegangen. London, 18. Mai. Nach einem nachts hier eingetroffenen Telegramm aus Kapstadt soll Mafeking entsetzt sein. — Die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich ausschließlich mit der Lage Mafekings. Sie zeigen sich über das Schicksal der Stadt nicht im geringsten besorgt, sondern verzeichnen im Gegenteil die Thatsache, daß dieserhalb Vor- . kehrungen zur Feier der Entsetzung der Stadt getroffen werden. Sie weisen auf die Erklärung Wyndhams im Nnterhause hin, daß ca. fünf Tage notwendig seien, um Nachricht über die Entsetzung der Stadt zu erhalten. Loudon, 18. Mai. Aus Vredefort wird unterm 17. Mai gemeldet: Sonntagmorgen setzten amerikanische Kundschafter, ehe sic Kronstadt verließen, den Güte rbahnhof in Brand, weil sie während ihres Aufent- I Halles in der Stadt mit der Bevölkerung schwere Differenzen I gehabt hatten. Die Amerikaner sind von allen Frei-Korps I diejenigen, welche währerd des Krieges am meisten zu leiden | hatten. Durban, 18. Mai. Kleine Abteilungen von Gefangenen, I die bei Bullers Vormarsch gemacht wurden, treffen hier I täglich ein. An Bord eines Transportdampfers befinden I sich insgesamt 145 Gefangene. Washington, 18. Mai. Der Kongreß-Ausschuß, I der die Buren-Delegation von New-York ab- I holen wird, um sie nach Washington zu begleiten, wird I auS 5 Senatoren und 5 Abgeordneten bestehen. Im Chi- I cago bereiten die holländischen und deutschen Arbeiter! für die Buren-Gesandtschaft einen großen Empfang vor. I — Zum Fleifchbeschaugesetz schreibt die „Germania": Der Kompromißantrag dürfte wahrscheinlich die Mehrheit des Reichstages finden, zumal wenn die Regierung, wie verlautet, erklären sollte, daß sie über den Kompromißantrag nirijt hinausgehen werde. Im Zentrum sei man geneigt, dem Kompromiß zuzustimmen. — Das preußische Abgeordnetenhaus hat heute den Gesetzentwurf betreffend die Bewilligung weiterer fünf Millionen Mark zum Bau von Arbeiterwohnungen in 1. und 2. Lesung genehmigt. Die Petition des Berliner Frauenvereins (Helene Lange u. Gen.) um Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium wurde unter Ablehnung der Anträge Rickert (frs. Bg.) auf Ueberweisung zur Berücksichtigung und Dr. Endemann (ntl.) auf Ueberweisung als Material nach dem Kommissionsbeschluß durch Ueber- gang zur Tagesordnung erledigt. ** Postlagernd. Schon wiederholt sind Beschwerden | an das Reichspostamt gelangt, weil post lagern de | Sendungen unbefugter Seite abgeholt worden sind. Die I Beschwerdeführer erhielten regelmäßig den Bescheid, daß I eine Prüfung der Empfangsberechtigung bei den Abforderern von einfachen postlagernden Sendungen unmöglich sei. Dadurch kam es oft vor, daß annoncierende Arbeitgeber und Arbeitsuchende, die sich die eventuellen Offerten postlagernd erbaten, beim Vorsprechen am Postschalter erfahren mußte», daß die für sie bestimmten Sendungen, vielleicht mit wertvollen Zeugnißoriginalen re., bereits abgeholt waren, wahrscheinlich von einem Unbekannten, der die Annoncengebühreu sparen wollte. Die Schalterbeamten sind nunmehr an- | gewiesen worden, dem Publikum entgegenzukommen. Die I Beamten werden daher von denjenigen Personen, die post- ‘ lagernde Sendungen unter einer bestimmten Chiffre erwarte«, eine Visitenkarte abfordern, die sie durchreißen, eine Hälfte mit der Chiffre versehen und in das Postfach legen, die andere Hälft dem berechtigten Empfänger zurückgebeu. Es werden dann die Postsendungen nur an die Vorzeiger der entsprechenden Kartenhälfte auSgehändigt. DaS Verfahren dürfte sich alle Postanstalten empfehlen. Bivge», 17. Mai. Das Schöffengericht zu Ober- Ingelheim verurteilte den Lehrer Jakob Niebergall von Hornbach, weil er einen Schulknaben derart züchtrgte, daß der Arm des Knaben vollständig steif geworden ist, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 25 Mk. event. 8 Tage Gefängnis. △ Kirchhain, 17. Mai. Die Vorbereitungen für das vom 15. bis 17. Juni ds. Js. gelegentlich der Generalversammlung des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer Caffel in der Kreisstadt Kirchhain stattfindende landwirtschaftliche Fest, verbunden mit Tierschau und Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, sind in vollem Gange. Der Festplatz wird neu geebnet, und zweckentsprechend hergerichtet. Große Festhallen sind bereits im Bau begriffen. Fast in allen größeren Ortschaften wetteifert man in den Vorbereitungen zur Stellung enl- sprechender Festwagen für den geplanten Festzug, bei dem die hochinteressanten ländlichen Trachten unseres Kreises ganz besonders in Erscheinung treten werden. Auch eine Lotterie, die bereits die Genehmigung für den UmfangAdeS Regierungsbezirks Cassel erhalten hat, ist vorgesehen. Die Verlosung soll umfassen: Nutz- und Zuchtvieh, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, zusammen 885 Gewinne im Werte von 9000 Mk. Loudon, 17. Mai. Die Taufe defS Herzogs von York fand heute im Schlöffe zu Windsor und darauf für dle Gäste der Königin eine Frühstückstafel statt. Zum Ehrendienst des Prinzen Albrecht von Preußen war im Auftrage der Königin General Godfrey Clerk abgeordnet. Unter 1 den Taufgästen befand sich der deutsche Geschäftsträger Graf Wolff Metternich. Bruffel, 17. Mai. Am 10. April ist hier zwischen dem deutschen Gesandten Grafen Alvensleben und dem Exminister Beernaert namens des Kongostaates vorläufig ein Vertrag, betreffend daS umstrittene Gebret am Kivusee, abgeschlossen worden. Die Souveränität des Gebietes wird darin unerörtert gelassen Der Kongostaat verpflichtet sich, sich vorläufig euia: Einmischung in die politischen Angelegenheiten jenes GebletcS zu enthalten, und nicht mehr Soldaten dort zu unterhalten als Deutschland. — Der König hatte heute eme lange Konferenz mit dem Staatssekretär des Kongo- staates, und man folgert aus alledem, daß es in der Thal einen unangenehmen Zwischenfall zwischen Deutschen und Belgiern im inneren Afrika gegeben hat, der aber, da inzwischen eine diplomatische Etmgung erfolgte, möglichst vertuscht werden soll. — Heute mittag reist der König nach Ostende ab. Er wird sich I dort an Bord der „Alberta" nach der Insel Whigt * Be dem Holzp NutzhoM starken i »J 2V, IM bergt: Feuer ven * 3un »nwalter HrozeßPE /•hm naß) w in @elW. $latUb. lein weitM Leute, zur i ter uneingklll er in ebenso ( eigenen M Hon du«he Fjchi-kter SBi nicht btt leise voll die er »3ii di inen angi mm ihr ganz •jräulein von jt'ßt übersteig Hark ganz b Mdende Grr der hohen hi Kork erbring teils verschl Lebemann, HCUtylt M Md -ÄVUp den. 3mm ber fyäufig u. f. iv., te ider tjoneni Laß vielleid) -schiefe Bahn iallgemein bei Langes, und Laß weniger «etwa Mfenf ldenen er Tii verschwendens Wen Sumn »jedem der dr fremden @utei reiste Wim rrsolgk W ■ ft glechMg < ungen in ss hat Kortüm ein Weisungen i * Sto ^rinz 6a: •W ab, und K,n Passagier "eisender 'fassen Wnb, al gegnete, ni er auch ein hielt einen solchen in l ^an« einen Aus Stadt und Land. *• Französische Borträge. Unserer gestrigen Notiz über die französischen Vorträge des Lektors Goetschy fügen wir ergänzend hinzu, daß für Interessenten Listen zur Einzeichnung im Univerfitätsgebäude beim Verwalter Stork, und in der Rickert'schen Buchhandlung bis zum 28. d. Mts. ausliegen. Die Höhe des Eintrittspreises wird den Betrag von 5 Mk. für den Cyclus von sechs Vorträgen nicht übersteigen. Näheres soll später durch Annoncen im „Gieß. Anz." bekannt gegeben werden. ** Hebet ein Kirchenkonzert zum Besten der Protest at io nskirche in Speier, das die Vereinigung Frankfurter Künstler, die ihre Kräfte in den Dienst des guten Werkes gestellt haben, und auch uns nächsten Mittwoch mit ihren Vorträgen erfreuen wollen, am 29. April ^terskirche zu Frankfurt veranstaltet hat, • xet ™rt,9e „General-Anzeiger": „Am Sonntag 9?rntPf ^.eter8firc^e ^m Besten des Ausbaus der ftntt1 ö" Speier ein geistliches Konzert ■ nnVu baAuU bx“ B.esten derartiger Veranstalt- »ngen zählt, die wir m der letzten Zeit hier gehört ** Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaate«. In Bad-Nauheim wurden am Dienstag vom neue» Sprudel die ersten Bäder in "einem Zelte, das dicht an der Quelle errichtet worden ist, gegeben. Zu wissenschaftlichen Zwecken, um schon jetzt die Wirkungen des neuen Sprudelwassers feststellen zu können, ließ in dem Zelte Professor Dr. Schott mehrere Patienten, darunter auch einige Aerztti von auswärts, baden und wiederholte die Experimente mehreremale an Personen mit verschiedenen Herzleiden. Das Resultat soll ein äußerst zufriedenstellendes sein. In etwa einer Woche können Bäder vom neuen Sprudel im Badehaus V abgegeben werden. *— In den letzten Tagen sind Prinz Aribert von Anhalt und Staatsminister Freiherr von Berlepsch in Bad-Nauheim angekommen. — In Westhofen stürzte der Vater des Lehrers Lotz im neuen Schulhause rücklings die Treppe herunter und war — Die Beratung der Novelle zum R e i ch s st e m p e l - g e, e tz, und zwar des Stempels für Aktien, Renten und Schuldverschreibungen wird fortgesetzt. Bei der Abstim- mung wird angenommen: 1) Der Antrag Müller-Fulda, me Anteilscheine der Reichsbank zur Stempelsteuer heran- Mziehen; 2) der Antrag v. Kardorfs, betr. Einfügens des ^träges in den Nennwert, um welchen inländische Aktien Wer den Nennwert ausgegeben werden (bezw. bei der Emission). Tie weitere Abstimmung über den Antrag von Kardorff, den Stempel auf Renten und Schuldverschreibungen auf 1 Prozent (statt 4 vom Tausend) festzusetzen, (owre über den Antrag Müller-Fulda, diesen Stempel auf b vom ^au,end zu erhöhen, wird auf morgen, wo die Be-, rarung fortgesetzt wird, vertagt. , T Gesammtvorstand des Reichstages hat gestern »bend im Hauptrestaurant im .Reichstage zu Ehren des Präsidenten Grafen Ballestrem ein Festessen ab- gehalten. Zu demselben hatten auch Abg. v. Levetzow der Alterspräsident Lingens und der Büreaudirektor Geheim-, rat Knack Einladungen erhalten. Wahlprüfungskommission des Reichstages hat heute die früher beanstandete Wahl des Abg. Tirzlaff ftons.) für giltig erklärt. ' 5^. - .t-Worßen treten unter dem Vorsitz des Direktors Amtes die amtlichen Statistiker Deutschlands zu einer. Konferenz in Jena Msammen. Der Gegenstand der Verhandlungen bildet die Durchführung der diesjährigen Volkszählung, der land- und forstwirtschaftlichen Anbauerhebung, der Viehzäkstuna ferner die Reform der Statistik über" die Bevölkerung bewegung und die Saatenstands- und Erntestatistik. Sämt- kiche Bundesstaaten sind bei der Konferenz vertreten — Zur Beratung über die Einrichtung eines weiter- telegraphischen Dienstes für 'die deutsche Landwirtschaft wird binnen kurzem eine Konferenz nach Hamburg einberufen werden, an der außer Ver-, rretern des Reichs und der Bundesstaaten sowie der Meteorologie auch Landwirte aus verschiedenen Leiten des Reichs teilnehmen. Ä M m e2re,ni9le h-rv-rrag-nd- Nummer, tn sich,und dieSolisten erfreuten sämtlich durch künstlerisch. Leistungen. Fräulein Marie flauer,Vobran fana ei» Sirte aus .Elias- mit schöner Stimme, seinem Verständnsi I unb innigem Vortrag. Fräulein Bertha S^avelseld^ sang die Arte „Sei stille dem Herrn".rmelknd und spater tm Verein mit Fräulein Kayser ein Duett aus dem „Judas Maeeabäus-. Ihre Stimmen «Len fo harmonisch zusammen, daß dieser Vortrag als eine Derb des Abends bezeichnet werden darf. Nicht vergessen sei I Herr Adolf Redner, der das Larghetto aus dem Violin- Terzett von Beethoven spielte, und später in I. S. Bachs bekannter „Air" auch die Kraft und Fülle seines Teno« Horen ließ. Schließlich heben wir noch besonders hervor die ausgezeichnete Durchführung von Härtels Recitativ I Arle aus „Xerxes" für Alt durch Fräulein Stapelfeld/ die letzte Nummer des Programms: Bach-Gounods Medi JÜJ0? !ür Sopran, Violine und Harfe, ein glänzender Abschluß des genußreichen Konzerts." ** Die Staatsanwaltschaft richtet einen Steckbrief gegen den Grafen zu Altleiningen-Westerburo Friedrich Wichprecht Franz, geboren am 30. Dezember 18r>3. Au dem Grafen soll eine durch die hiesige Straf« kammer am 16. November 1898 verhängte Gefängnisstrafe 1 von 6 Monaten vollstreckt werden. Die Strafe rührt a« ■ dem bekannten Ehebruchprozeß her. ** Das Ministerium gibt bekannt, daß Weine ix Fässern mit dem bayerischen Aichstempel nach dein übrigen Reichsgebiete, sowie umgekehrt Weine in Fässern mit dem deutschen Aichstempel aus den anderen Bundesstaaten nach Bayern unbeanstandet eingeführt, hier wie dott emgelagert und in den Originalgebinden weiterverkauft werden dürfen. Verboten ist jedoch, die entleerten Fäffrr zu Weinsendungen, sei es innerhalb des betreffenden Staates sei es nach dem Ursprungsstaate des Stempels weiter zu verwenden oder etwa mit dem fremden Aichzeichen versehe«e leere Fässer über die Grenze einzuführen und nach der Befüllung zurückzuliefern. Schutzleute für Kiautschou gesucht. An die Schutz- Mannschaft in München erging die Aufforderung, sich alk Schutzleute nach Kiautschou zu melden. Bedingung ist, bat per Bewerber vollkommen gesund, gut geeignet und ledig ist; die Besoldung 3200 Mark für das Jahr, sowie freie Hin- und Rückfahrt. Der in den Reichsschutzmannsdienst Uebertretende muß sich auf mindestens drei Jahre verpflichten. Deutsches Keich. ,_______ ______ , . Berlin, 17. Mai. Zu der gestrigen Früchstückstafeli I begeben. AbN» arser toam Graf Görtz-Schlitz mit Ge- Paris, 17. Mai. Der König von Schweden wird hiett der Kaffer Cercll ab als erstes gekröntes Haupt der Weltausstellung einen Perfall unb Grafen Seebach S 3” & Tn’toS“'? H^"u."st füc be“ Wellung empfing der Kaiser Ernst v. Wildenbruch mit seiner I «-i'l GI Aussicht genommen. Der König wird im Gattin. Heute morgen unternahm der Kaiser einen Spa- I höheren Hotel Evans Wohnung nehmen, das die Regie- zlerrttt nach dem Nerothal und nahm das Frühstück mit I '“I*9 den Besuch fürstlicher Personen ein- dem Prinzen und der Prinzessin von Schaumburg-Lippe achten ließ. ein. Hierauf nahm Q>. ~ Die Gräfin Marcel (Madame Gyp) hat den Wiesbadener Ausenth^t^s zimi 24.^M^^l^rlängern^^^ | - 171 Gestern abend fand im Deutschen - Eine lpindert Mann starke Delegation des- I 7 Jn bcr Weltausstellung großer Empfang statt, der deutschen Kr ie g e r b u n d e s im Staate -Je' e h)» I blc geladenen Gäste, Aussteller und Vertreter der deutschen York trifft morgen in Hamburg ein. Dieselbe besucht I Kolonie in fröhlichster Stimmung bis nach Mitternacht zu- .vamburg, Berlin Dresden, Frankfurt a. M., Stuttgart, I sammenhielt. Der Reichskommissar Geheimrat Richter em- b^t^Ek^^?^kmal den Ky ff Häuser und pfing die Gäste. Auch der deutsche Botschafter Fürst Münster Karlsruhe trifft die Delegation am 29. oder 1 —k e— ori,X1- •- — - - 4ü. Mai ein. Zu ihrem Empfange werden große Festlichkeiten vorbereitet. Der Großherzog von Baden wird die Herren in Karlsruhe empfangen. — In der Budgetkommission des Reichstages gab heute Staatssekretär Freiherr v. Thiel- mann die Erklärung ab, die Nachricht, er habe gegenüber Bertretern der Frankfurter Börse sich dahin geäußert, die ® r 7 v h u n g d e r Umsatzüeuer sei im finanziellen Interesse des Reiches n i ch t f o r d e r l i ch , er glaube, mit i>em bisherigen Umsatzstempel von zweizehntel vom Tausend auskommen zu können, sei gänzlich aus der Luft gegriffen. ' Rauchsalon. die Stirn u des betreffet machte. W ter Mörder Mit bem Ste ®.tocNm wei !tz°ndock '«chwervertv Eskilstun SS® Signali yfttt. % *«toafjnet. 57 $Ql 2” Wij m”' d-r in em, d ** über a‘fate , z» P d-r- S" hl*** Va"9t Mann f’Mfeli clä t’nf? ' 1 öe^fh t « "Ai «9. L- - seines C Inders; 2? w ^apels. Gonnods j S^njeubet i "Sterke Sefangniäjh träfe rührt, *6 Weine "pel nach M in Fzfi aderen Bur! - hm wie i. a lveiterveric »tleerten Fx senden Star! apels weiter pichen versch und nach k In die :rung, H ü inR # N M bi) Mtz r, N freie Mnnsdimft ^ahre vn- Lefchwerdei tlagtrnbi n sind. Di Kfchrid, baj i Abfordervi stich sei. De beitgeber ui n YvsiiLW i^xtn mtzln leicht mit M t waren, 4 lnoncengebiP । nunmehr o kommen, i men, die pes hisfre ttwarla en, eine M üch laM Hi i HM k Da-' 8* icht Z° OK Nieder^ nabtn derc ständig sln Gng zu $ Wis- _ . Lungen I der Se^ LaudwirtsM Ä S- , r>M* ZtLM ® s* ”« N«”8< otÄn'J l«* ”s G--°" S"S Ä ä; sofort lot. — In der Fabrik von Heinrich Lanz in Mannheim brach dieser Tage ein Brand aus. Der Betrieb der Fabrik ist dadurch in keiner Weise gestört worden, und die Fabrikation findet, wie man. uns von dort schreibt, nach wie vor geordneten Fortgang. Vermischter. * Berlin, 17. Mai. Heute nachmittag entstand auf dem Holzplatz der Firma Seckel & Schwertzer, Bau- und Nutzholzhandlung zu Schöneberg Feuer, das bei dem starken Winde mit großer Schnelligkeit um sich griff. Nm 2y3 Uhr stand bereits die Hälfte des mehrere Morgen großen Terrains mit seinen Lagerbeständen von Hölzern aller Art in hellen Flammen. Die Berliner und Schöneberger Feuerwehr war alsbald zur Stelle und begann mit den schwierigen Löscharbeiten. ♦ Zum Selbstm 0rd des Rostocker Rechtsanwaltes Kortüm macht man folgende Mitteilungen: Prozeßpraxis besaß Kortüm fast gar nicht, dagegen warf ihm nach oberflächlicher Schätzung seine ausgedehnte Praxis in Geldangelegenheiten ein Einkommen von 25—30 000 Mark ab. Die Bollmachten, die ihm von seiner Klientel bei dem weitgehendsten Vertrauen, dessen er sich allgemein erfreute, zur Regelung von deren Geldangelegenheiten in der uneingeschränktesten Weise ausgestellt wurden, wußte er in ebenso ergiebiger wie unauffälliger Weise zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen und die Unregelmäßigkeiten schon durch eine lange Reihe von Jahren hindurch in so geschickter Weise zu verdecken, daß im Publikum bisher nicht der leiseste Verdacht gegen ihn ausgekommen war, obwohl die ergaunerten Gelder bereits auf exorbitante 'dummen angewachsen waren. Manche der Klienten werden um ihr ganzes Vermögen gebracht sein, u. a. soll ein tzräulein von B. an 45 000 Mark verloren haben. Schon letzt übersteigt die festgestellte veruntreute Summe 500 000 Mark ganz beträchtlich. Das erwähnte, allein die Aktiva bildende Grundstück dürfte nebst Einrichtung nach Abzug der hohen Hypothekenbelastung vielleicht 15 000 bis 20 000 Mark erbringen, welche aber das Verfahren wieder größtenteils verschlingen dürfte. Kortüm war Junggeselle und Lebemann, der sich das Dasein möglichst angenehm zu machen wußte, und dessen deliziöse Heine Herren-Diners' und -Soupers in seinem Freundeskreise sehr geschätzt wurden. Immerhin geben seine vornehme Lebensweise und der häufige Besuch fashionabler .Weltbäder, wie Ostende u. s. w., keine ausreichende Erklärung für den Verbrauch der horrenden Summen. Man glaubt deshalb zunächst, daß vielleicht Börsenspekulationen den Weltmann auf die sthiefe Bahn geführt haben möchten. Wie aber erst jetzt allgemein bekannt wird, war er auch ein Don Juan ersten langes, und man ist daher jetzt zu der Annahme geneigt, daß weniger seine kostspieligen! Lebensgewohnheiten oder etwa Börsenspiel als vielmehr seine zahlreichen Liaisons, denen er Diamanten ynb andere kostbare Pretiosen in verschwenderischer Fülle geopfert haben soll, die ungeheuren Summen verschlungen haben. Vielleicht aber ist jedem der drei Faktoren ein gut Teil des verpraßten fremden Gutes auf das Konto zu setzen. Nach Lugano reiste Kortüm am 28. April. Sein Selbstmord durch Gift erfolgte dort am 5. d. Mts. Erst im Lause des Donnerstags begannen sich die näheren Umstände seines Todes und gleichzeitig auch das Gerücht von den großen Veruntreuungen in Rostock zu verbreiten. Wie noch erzählt wird, hat Kortüm kurz vor seinem Tode seinem Hotelwirt in Lugano ein Couvert mit einer Geldsumme und den An-^ Weisungen über sein Begräbnis übergeben. * Stockholm, 17. Mai. Das Dampfschiff „Prinz Carl" ging gestern abend von Arboga nach Stockholm ab, und hatte um Mitternacht Quicksund passiert, als ein Passagier, nachdem er eine größere Anzahl Mitreis ender in den verschiedenen Schiffsräumen ein geschlossen hatte, in jeder Hand einen Revolver haltend, alle Personen, denen er auf dem Schiffe begegnete, niederzuschießen begann. Später benutzte er auch einen Dolch und ein Messer. Der Kapitän erhielt einen Dolchstich in den Rücken, eine Frau einen solchen in die Brust, ein Knabe einen Messerstich, der Steuermann einen Revolverschuß in die Schulter, von vier im Rauchsalon Karte spielenden erhielt einer einen Schuß durch die Stirn und wurde getötet, da er trotz der Drohung des betreffenden Individuums eine unwillkürliche Bewegung machte. Als das Dampfschiff in Köping anlangte, sprang der Mörder in ein Rettungsboot und ruderte eilig fort. Mit dem Steuermann als Führer ging das Dampfschiff nach Stockholm weiter, wo es heute früh anlangte. Die Polizei ging sofort an Bord und nahm die Leichtverwundeten in Gewahrsam, 4 Schwerverwundete wurden nach dem Krankenhause überführt. In Eskilstuna verfolgten vier Polizisten eine Persönlichkeit, deren Signalement mit dem des Mörders übereinstimmte. Am nachmittag wurde der Verdächtige in Skopsdorg verhaftet. Im Augenblicke seiner Verhaftung wollte er einen Revolverschuß auf die Polizisten abfeuern, wurde jedoch entwaffnet. In seinem Besitze wurden zwei Revolver und noch 57 Patronen gefunden. Der Verhaftete erklärte, mit einem gewiffen Johann Philipp Nordlund identisch zu sein, der im April nach Verbüßung einer Strafe wegen Brandstiftung aus dem Gefängnis entlassen war. Er gestand ein, daß er die Blutthat verübte. Er hat dem Kapitän über 800 Kronen geraubt. Ueber die Mordthat äußerte sich Nordlund völlig gefühllos * Eine schreckliche Katastrophe hat sich im Hafen zu Petersburg ereignet. Auf einem Minenboot platzte der Kessel, wobei 6 Matrosen sofort getötet rmd einer schwer verwundet wurde. Die Unglücklichen vnrden viele Meter hoch in die Luft geschleudert und später als gräßlich verstümmelte Leichen aus dem Wasser gezogen. Das Unglück ist nicht durch Ueberheizung entstanden; es wird vielmehr angenommen, daß Waffer in die Feuerung gekommen ist. Universität und Hochschule. — Ein Prnfefforenstreit in Heidelberg. Auf dem Parteitage der badischen Bolkspartei, der am 2». April d. I. m vffenbmg abgehalten wurde, bemerkte Hofrat Osthoff, ein Heidelberger Professor I der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, dessen Freireligiosität I unanfechtbar sei, der aber glaube, daß in gewissen Kreisen ein anderer I Wmd herrsche, habe sich vor einigen Jahren bei der Besetzung eines I theologischen Lehrstuhles für die Anstellung eines Positiven ausgesprochen. I zJafcei zitierte er das, wie er sagte, damals auf diesen Herrn gemünzte I Witzwort, „er fürchte nur Gott nicht, sonst alles auf der Welt". Ost- I host hat die anwesenden Berichterstatter ersucht, diese Aeuherung nicht I m die Oeffentlichkeit zu bringen; doch wurde in der »Franks. Ztg." über I den Zwischenfall berichtet. Geheimrat Königsberger, der diese I Aeußervng auf sich beziehen mußte, verlangte in einem Briefe von I Osthost näheren Aufschluß. Osthoff gab offen zu, daß er ihn gemeint I habe, sprach aber zugleich sein tiefes Bedauern aus und erklärte sich I zur öffentlichen Zurücknahme bereit. Nach weiterem Briefwechsel gab I sich Königsberger mit der ihm angebotenen Erklärung zufrieden, ver- I langte aber, daß sie in der Nummer der „Franks. Ztg." erscheine, die I am Montag den 7. Mai, morgens 8 Uhr in Heidelberg emtreffe, I widrigenfalls er alle Schriftstücke veröffentlichen werde. Osthoff sandte I seine Erklärung denn auch am Samstag den 5. Mai an die „Franks. I Ztg." ab. Doch erschien die Erklärung in der betreffenden Nummer I nicht, und Königsberger übergab die Briefe und Erklärungen sofort einem Heidelberger Blatte. Noch am Montag brachte die „Franks Ztg." in ihrem Abendblatte, das abends nach 7 Uhr in Heidelberg ausgegeben wird, die Erklärung, und in der Dienstagsnummer des Heidelberger Blattes, die 19 Stunden später ausgegeben ward, wurde der Brief» wechsel veröffentlicht. — Verschiedenes r Aus Heidelberg wird berichtet: Wir wir erfahren, hat man im Nachlaffe von Geh. Rat Georg Meyer ein um- I fangreiches druckfertiges Manuskript über das »Wahlrecht" aufgefunden, das in rechtsvergleichender Behandlung die Anforderungen der verschiedenen Gesetzgebungen vor allem an den Aktivwähler zu Parlament und Gemeindevertretunq darstellt ______________________ Kunst und Wissenschaft. Ein Volksschullehrer als Ehrendoktor. Ains Stockholm wird der ^,Voss. Ztg." mitgeteilt: Daß ein Volksschullehrer zum Ehrendoktor ernannt wird, ist sicher ein seltener Fall. Diese Auszeichnung wurde dem hiesigen Volksschullehrer Gustav Flink durch die Upsalaer Universität zu Teil, indem die philosophische Fakultät von ihrem alten Recht, zu Ehrendoktoren Männer zu ernennen, „deren gelehrten, künstlerischen oder bürgerlichen Verdiensten die Fakultät ihre Achtung bezeigen will", Gebrauch machte. Erst lange nachdem er Volksschullehrer geworden war, besucht Flink an der hiesigen Hochschule Vorlesungen in Chemie und Mineralogie. 1883 nahm Flink an der Norden- skiöldschen Grönlandexpedition teil, blieb aber auf Island, um dort mineralogische Studien zu treiben. Nach dem Ural unternahm er im ganzen sieben Forschungsreisen, und seine letzte Reise hatte wiederum Grönland zum Ziel. Das Ergebnis seiner Forschungen sind umfassende Sammlungen von Mineralien und eine Menge wissenschaftlicher Abhandlungen. Gerichtssaal. Mainz, 17. Mai. Ein raffinierter Schwindler hatte sich gestern in der Person des dreißigjährigen Kaufmannes Nik. Hilden- brandt aus Tborn vor der Strafkammer zu verantworten. Er ist unter den verschiedensten Namen und Standesbezeichnungen, mit gefälschten Papieren reichlich versehen, im Dezember in den Städten Mainz, Bingen, Gießen, Kassel und München ausgetreten, und hat besonders seine Wirte, a er auch Geschäftsleute und Verkäuferinnen um hohe Geldbeträge und Wertsachen geprellt. In Freiburg erhielt er kürzlich vier Jahre, und in Hanau fünf Vierteljahre Zuchthaus. Die Strafkammer erkannte auf eine Gesamtstrafe von 7'/, Jahren ZuchtbauS._____________________________________________________ Amldwirtschast. — Um die Arbeiterfrage auf dem Lande durch Gewinnbeteiligung der Arbeiter zu lösen, hat sich eine Anzahl von Volkswirten mit praktischen Landwirten, Industriellen und Kaufleuten zu- sammengethan, die folgenden Versuch einer Agrarreform planen: Von einem Großgut soll etwa ein Drittel der Fläche als Pachtland für die Arbeiter abgetrennt werden. Die Pacht würde sich in der ortsüblichen Höhe halten und mit der Verpflichtung verknüpft sein, einen Teil der Arbeitszeit dem Gutsbetriebe für den ortsüblichen Tagelohn zur Verfügung zu halten. Neben dem Lohn sollen die Arbeiterpächter den größten Teil des Reingewinnes erhalten Ferner soll ein Konsumverein eingerichtet werden, eine Viehverficherung, Genossenschafts-Molkerei, -Brennerei, -Stärkefabrik, -Mühle rc. An dem Plan beteiligt sind Theodor Barth, Hans Crüger, der Anwalt der Schulze-Delitzsch-Genoffen- schaften, Richard Roesicke, hervorragende praktische Landwirte, wie Amtsrat Max Mankiewicz in Falkenrehde, Heinrich Sohmey, der Geschäftsführer des Ausschusses für Wohlfahrtspflege auf dem Lande; ferner Fabrikbesitzer Dr. Ginsberg-Berlin, Albrecht Guttmann-Berlin, I. Stern, der Direktor der Posener Sprit-Aktiengesellschaft, Hermann Sudermann, Dr. Franz Oppenheimer u. f. w. Um das Programm in die Praxis zu übertragen, sollen 500,000 Mk. beschafft werden, und ein engeres Komitee, das sich zur Ausführung des Planes gebildet hat, hat unter der Hand von dieser Summe bereits 250,000 Mk. zusammengebracht. In der Person eines erfahrenen praktischen Landwirts, Lothar Meyer, glaubt man einen geeigneten Leiter gewonnen zu haben, und es ist somit die Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß das hochintereffante Experiment wirklich gemacht werden wird. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 20. Mai. Rogate. Gottesdienst. In der Ttadttirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde. Vormittags 9Vs Uhr: Profeffor D. Stamm. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Irr der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JoharrneS» gcmetnde. Pfarrer Dr. Naumann. Donnerstag den 24. Mai. Himmelfahrtag. Gottesdienst. In der Stadtttrche. Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Schlosser. Än der AokanneSkircke. Bormittags SV, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Friedhofskapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzuyehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Samstag den 19. Mai. Nachmittags um 41/, Uhr mid abendS um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 20. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6V, Ubr an: Gelegenheit zur hl. Beichl. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. Militärgottesdienst mit Predigt. . _ . . x „ um SV, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2V, Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Dienstag und Freitag abend 6V, Uhr ist Maiandacht. m der jgnegey. SamStag den 19. Mai 1900. Vorabend 7«- Uhr, morgens 883 Uhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 8&» Uhr Gottrrdirrrst brr inaelitischerr Arligio«zrftAsch>st. Sabbathfeier am 19. Mai 1900. Freitag abend 7«» Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 9W Ubr. Wochengottesdienst morgens 680 Uhr, abends 9f5 Uhr. Arbeiterbewegung. Berlin, 17. Mai. Der Direktion der „Großen Berliner Straßenbahn" sind gestern neue Forderungen durch 12 Angestellte der Bahn und 2 Mitglieder des Verbandes der Handels- und Transport- Arbeiter -»gestellt worden. Hierauf ist heute ein Schreiben der Direktion an die gewählte Kommission der Arbeitnehmer ergangen des Inhalts, daß das Direktorium bereit sei, morgen vormittag eine lediglich aus Bahnangestellten bestehende Abordnung zu empfangen und mit derselben über die Forderungen zu beraten. Eine Unterhandlung mit Mitgliedern des Verbandes der Handels- und Transport-Arbeiter, die nicht im Dienste der Straßenbahn stehen, wird prinzipiell abgelehnt. Das Direktorium ist der Ansicht, daß sich bezüglich der Gehaltserhöhung und täglichen Dienstzeit ein Einvernehmen erzielm laffen werde; dagegen wird eine Reihe Einzelforderungen entschiedener Ablehnung begegnen. Die Direktion scheint mit einem bevorstehenden Strike zu rechnen, da alle Vorbereitungen für einen Ausnahmezustand geschaffen werden. Auch die Regierung nimmt bereits zu der Angelegenheit Stellung. Cm Kommissar des Ministers hat, wie verlautet, bereits dieserhalb heute mit der Direktion veihandelt. IEJ1LL1___ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 18. Mai 1900. Zu der in Nr. 115 des „Gießener Anzeigers" gebrachten Notiz über den Weißbinderstreik erklären wir, daß die Zahl der Ausständigen richtig ist, und die Situation genau dieselbe, wie am Tage des Ausbruchs des Stteiks. Die Situation ist für die Gehilfen immer noch so günstig, wie am Anfang, trotz der weitgehendenOrganisation derArbeitgeber. Die Gehilfen find entschlossen, auszuharren, bis ihre Forderungen bewilligt werden. Zeugnis legt davon ab, daß ungefähr 60 Mann abgereist sind, und daß der Weißbindermeister Z. nach Flanksurt gereist ist, um den Vorsitzenden des Arbeiter-Agitationsbezirks um Arbeiter zu bitten. Die Lohnkommisfiop. I. A.: Stock. Schiffsnachrichteu Norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch die Agenten: Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 16. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Großer Kurfürst, Capt. W. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr nachmittags wohlbehalten in New-Iork angekommen. Bremen, 17. Mai (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer Kaiserin Maria Theresia, Capt. A. Gichter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr morgens wohlbehalten in New-Aork angekommen. Neueste Meldungen. Berlin, 18. Mai. Infolge der gestrigen^ Erklärung des Staatssekretärs v. Thielemann in der Sitzung des Budgetausschusses des Reichstages wird in parlarnentari-, schen Kreisen, in denen eine weitere Ermäßigung des Umsatzstempels erstrebt wird, jeder weitere Versuch als aussichtslos angesehen. Es wird also bei einem Umsatz- stempel von dreizehntel Pro Mille aller Voraussicht nach sein Bewenden haben. Berlin, 18. Mai. Tie Annahme, daß bei einer aus Rußland zugereisten Dame ein Fall echter Pocken vorliegt, wird von zuständiger Seite für unzutreffend erklärt. Es handelt sich lediglich um Windpocken, die bei dieser Dame allerdings in sehr schwerer Form aufgetreten sind. Die Aerzte rechnen damit, die Patientin morgen vielleicht schon aus dem Krankenhause entlassen zu können. München, 18. Mai. Eine Versammlung der na«, tionalliberalen Partei nahm eine Resolution an, welche die Notwendigkeit der Opposition deÄ Reichstages gegen die Lex Heinze betont. London, 18. Mai. Lord Hamilton erklärte gestern in Betreff der Hungersnot in Indien, es handle sich nicht allein um einen Mangel au Lebensmitteln, sondern auch um einen Mangel an Beschäftigung. Die erste Pflicht der Regierung sei jetzt, die Industrie im Lande zu fördern. London, 18. Mai. Bei Bradfort entgleist« ein Expreßzug und siel den Tamm herab. Soweit! bisher bekannt, sind 8 Personen schwer verletzt. Brüssel, 18. Mai. Prinz Albert von Bel-, gien unterbricht am 22. d. M. seinen Aufenthalt int Feldlager von Beversoo, um am 24. Mai in Berlin ein- zutreffen. Wie unterrichtete Hofkreise wissen wollen, dürfte dieser plötzlichen Abreise des Prinzen und voraussichtlichen Thronfolgers von Belgien die Verlobung mit einer deutschen Prinzessin zu Grunde liegen. Wien, 18. Mai. Die Blätter konstatieren, daß der Verlauf der gestrigen Parlamentssitzung den Beweis erbracht habe, daß oie Bemühungen des Präsidenten Dr. v. Fuchs, die tschechische Obftruktion zu unterdrücken, seitens der Rechten nicht die genügende Unterstützung fanden, und daß ein kleiner Teil der Polen und Slaven falsches Spiel treiben und die Tschechen insgeheim unterstützen. c f New-Bork, 18. Mai. Bestem Vernehmen zufolge soll beabsichtigt werden, auf das Ersuchen der amerikanischen Aussteller in Paris die Beratung des a me r i fa - ni sch-fr an zö fischen Handelsvertrages wieder aufzunehmen und noch: vor Vertagung der Kammer darüber abzustimmen. M. W5äßK W Einige vorjährige Herren- und Damenräder K h Danksagung. Für die vielen Beweise Herzlicker Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust unserer lieben, unvergeßlichen Gattin und Mutter Elise Volk, geb. goßmrr, sagen innigsten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Hch. Volk, Wagenwärter. Gießen, den 18. Mai 1900. 02198 95.15 86.20 93.20 00.00 000.00 sLine Stube, Küche, Bodenanteil, Keller, zu vermieten. Große Mühlgaffe 21. E618 Mulch, Pfandmeister. flach yfmerik ausgeführt von der 3620 in nach Grünberg 3609 3624 Der Vorstand Mali 02208 02199] Eine Kaute Dünger abzu- geben.A. Katz, Südanlage 15. Erlernen gratis. Heinrich Noll, Miillsbmg 7 nehme ich zurück. E. Saum. 2041 Procent 57.50 Gelbforteur Brief Prämiiert: Butzbach 1898. 225.30 Darmst. Bk.-Ac^ien 3% 4 4 3 3 20.41 4.17 4 4 4 3 5 4 «rief 16.33 20.45 4.20 «elk 81.40 84.46 4.17«/, 100.00 99.30 99.30 98.95 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 Jtal. staatSgar. Eisenb. 98.00 00.00 Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 Abendcourser 000.00 | Oesterr. 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Mai: Grosse Konzerte 97.0t 97.0t 25.20 41.70 45.50 Kapelle des Marburger Jäger-Bataillons unter persönlicher Leitung ihres Stabshoboisten Herrn Schönere. I. Konzert: Anfang 4 Uhr. Eintritt 40 Pfg. II. Konzert: Anfang 8 Uhr. Eintritt 40 Pfg. Bier im Giss. I. Programm. I. Teil. 1. Regiments-Marach v. Gerold. 2. Fest - Ouvertüre v. Lortzing. 3. Der Wanderer, Lied v. Fr. Schubert. 4. Jonathan-Walzer v. Millöcker. II. Teil. 5. Viertes Finale a. d. Op. .Undine“ v. Lortzing. 6. Ungarische Variationen fttr Trompete-Solo v. Eghardt (vorgetragen von Herrn Schwäre). 7. Frühlingslied v. Gounod. 8. Gavotte v. Lobitzki. III. Teil. 9. Jagd-Ouverture v. L. Hintze. 10. Ueber den Wellen, Walzer v. Rosas. 11. Aus meinem Album, Potpourri v. Latanu. 12. Kinderlieder, Marsch v. Ziehrer. n. Programm. I. Teil. 1. Heesen-Kassel! Marach v. Bohmann. 2. Ouvertüre t. Op. „Zer und Zimmermann“ v. Lortzing. 3. Die Liebe zum Volke, Divertissement für Tromba- Solo v. Suppe (vorgetragen von Herrn Schwarz). 4. Rheineagen, Walzer v. Stahl. II. Teil. 5. Parade-Marsch v. Möllendorf. 6. Fantasie a. d. Op. „Faust“ v. Gounod. T. Altdeutscher Liebesreim, Lied, v. Tegernsee. 8. Waidmanns Jubel, Quadrille v. Carl. III. Teil. 9. Ouvertüre z. Optte. „Leichte Kavallerie“ v. Fr. v. Seppi. 10. Auf Glückes Wogen, Walzer v, Waldteufel. 11. Die Kunst für Alle, Potpourri v. Reckling. 12 „En avant“, Marsch v. Lang. Sängerkranz. Am Sonntag dem 20. Mai 1900: Partie laut Karte. Abfahrt nachmittags 2 Uhr 5 Min., Rückfahrt abends 10 Uhr 15 Mm. Oesterr. dt». Americ. Fr. Krogmann ■ Wetzsteingasse 33 Grösste leistungsfähigste Werkstätte Oberhessens für Fahrräder Vertreter erster deutscher Firmen als: Adler, Mars, Gritzner, Patria. Zubehör- nnd Ersatzteile in grosser Auswahl.» Prompte, schnelle Bedienung. — 30.6 Erlernen unter meiner persönlichen Leitung, auch bei ungünstiger Witterung in einem geschlossenen Raume, auf einem Lernapparat. Die Mi Dame» mit dem Hund sagen dem Herrn, welcher den Weg nach dem Schiffenberg ging, ihren herzlichsten Dank für seine Aufmerksamkeit betreffs der zwei Männer, die am Wege lagen. Wir sind wohl und glücklich zu Hause angelangt, hoffentlich Sie auch. Herzlichste Grüße und nochmals herzlichsten Dank sagen Ihnen 4 Mebe Mse zur § Daraus Antrag H ibes Strafgefc gen gniife wenbung f »Anwesenheit 1 „,3a" und 210 »obgelehnt. Nach der $ Liest der Prasid Munckel Mi .trag, der inha Ischlechts vor be: kirnen zu fdji darauf bec föo^albemottoA •twie der Trrn< ■ M, wenigste chren Mtzdr« der Notwend polizeilichen such besproci sistierten Fro und wachse n zur Verantw. empfangen. Präsident tzor, indem e W der Är weit sonst te Abg. S sich für die in den sanit auch das Er nicht den Be aber wir si llchen Erker gründe wiedi »christlicher S to» davon A Wip l',a' Eichen, öie , persönlid 3u treffen. übergeordnet W Fälle v M gestellt S'fe Sitter ?ctuil8 der ®täbte n fesqwati nicht W der Nr ’fieUl9en, f0 ?Wmen tzkr -k > AiL -if). einL ,'*‘6en ^Qttn.) e,nb ^dieser ^erofunn ?e d ,Qtk fiutf) S n9 'be ein.Ätettu