Dienstag den l.\ Dezember 150. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger fctoeS*nuBgen spätestens afccnbß vorher. Amts- unb Anzeigeblatt für den Arris Giefzen beiKötoi, v ia fl V im Qfanitta* »VN Anzeigen zu der nachmittags für den IW f Nee** erscheinenden Nummer bis vorm. *10 Uhr. Ein e**b*, Expedition und Druckerei: K4«tstraße Nr. 7. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlantzeS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgejM. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., au-wärtS 20 Pfg. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. ”7”'" ■!1 . . 1 ssa— «dreffe für Depeschen: JUqttget HtvtzO». Fernsprecher Nr. 51. I e-ptidttip iws | XIIL Verhältnis zum Reich. XIV. Indisponible und reservierte Fonds. In der VIII. Hauptabteilung: Ministerium des Innern ist der umfangreiche Stoff der Uebersichtlichkeit halber noch in 8, Abschnitte eingeteilt, die zusammen 53 Kapitel umfassen: 1) Zentralverwaltung, 2) Lokal- und Polizeiverwaltung, 3) Kirchen und Religionsgemeinschaften, 4) Bildung und Erziehung, Knnst und Wissenschaft, 5) Oeffentliche Gesundheitspflege und Veterinärwesen, 6) Fürsorge für Hinterbliebene von Beamten, Unter- ! stützungs- und Versicherungswesen, 7) Landeskultur und Landwirtschaft und 8) Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe. Ich darf hier gleich auf die Bedeutung der I. und der XIV. Hauptabteilung Hinweisen. Unter der I. Hauptabteilung „Reste aus früheren Jahren" soll künftig der nach dem Abschluß der Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung des zweitvorhergehenden Jahres sich ergebende Differenzbetrag in Einnahme bezw. in Ausgabe vorgesehen werden. Liegt ein Einnahme- Uebersthuß vor, so wäre von diesem, thatsächlich in die Rechnung des Vorjahres übergegangenen Rest unter der XIV. Hauptabteilung „indisponible und reservierte Fonds" wieder in Ausgabe zu stellen, was von ihm im Vorjahr verwendet worden ist bezw. noch verwendet werden avird und was von ihm für besondere Zwecke reserviert bleiben soll. Würde sich ein Fehlbetrag ergeben haben, so müßte durch seine Einstellung unter jener Hauptabteilung bewirkt werden, daß er aus den laufenden Mitteln des neuen Jahres zu decken ist; hierdurch würde für die Folge erreicht, daß der Verwaltungsetat in sich balanciert. — Aus den in der Erläuterung zu der ersten Hauptabteilung im vorliegenden Budget näher angegebenen Gründen wollen Sie ersehen, daß im vorliegenden Entwurf danach noch nicht verfahren werden konnte, weil eben dieses Budget sich kennzeichnet als der Uebergang von der alten zur neuen Art der Veranschlagung und Verrechnung, wie von dem alten Staatssteuersystem zu einem neuen, für dessen Wirkungen und Erträge — namentlich bei der Vermögenssteuer — -zur Zeit noch jede sichere Unterlage fehlt. Die Einrichtung des zweiten Teils des Budgets „Einnahmen und Ausgaben für das Vermögen" schließt sich eng an die des ersten Teils an mit dem Unterschied, daß hier nur diejenigen Kapitel aufgeführt werden, unter denen Einnahmen oder Ausgaben wirklich vorkommen. Beiden Budgetteilen ist eine Uebersicht vorgebunden über die sämtlichen Einnahmen und Ausgaben, über die Ueberschüsse und Zuschüsse, die die einzelnen Verwaltungen bezw. Fonds liefern oder erfordern und eine Vergleichung derselben mit den Ueberschüssen und Zuschüssen der vorausgegangenen Finanzperiode bezw. des Vorjahres. Um das Budget selbst nicht zu umfangreich und für den Gebrauch unhandlich zu gestalten, wurde eine Reihe von Spezialetats in „Anlagen zum Budget" verwiesen, und zwar alle Etats derjenigen Fonds, für die besondere Rechner bestellt sind, es enthält somit das eigentliche Budget im Detail nur diejenigen Etats, deren Einnahmen und Ausgaben in der Hauptstaatskasserechnung zur Verrechnung gelangen und von den anderen Etats lediglich die Abschlußziffern der Einnahmen und Ausgaben. Dabei möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß die Erläuterungen, die bisher stets auf der rechten Seite des Budgets standen, jetzt unter die betreffendem Anforderungen rc. bezw. wenn auf der der Anforderung gegenüberstehenden Seite des Budgets freier Raum vorhanden war, dorthin gesetzt wurden; um sie sogleich als Erläuterungen Erkennen zu können, sind sie zudem mit schräg stehenden lateinischen Lettern — Petit Cursiv — gedruckt. Ich hoffe, daß diese Neugestaltung des Budgets Ihren Beifall finden wird und gehe nunmehr auf den materiellen Inhaltjd es Budgets näher ein, werde mich aber hierbei, um Ihre Geduld nicht allzusehr in Anspruch zu nehmen, darauf beschränken, nur das Wesentlichste und Wichtigste hervorzuheben. füll' beschäftigen, an den Mann, d. h. in diesem Fall an den Reichskanzler zu bringen. Den Kernpunkt bildete die Mißstimmung, welche in einem großen Teil des Volkes das Verhalten der Reichsregierung gegenüber dem Präsidenten Krüger von Transvaal hervorgerufen hatte. Der Reichskanzler zeigte sich gegenüber den zum Teil sehr scharfen Angriffen wieder als gewandter Redner und wußte sehr geschickt die Maßnahmen der Regierung zu verteidigen. Soweit er die Notwendigkeit der Neutralität, die Nnmög- keit einer burenfreundlichen Stellungnahme darlegte, fand er beim größten Theil des Hauses sowie des deutschen Volkes, dessen Blicke an jenem Tage mit größter Spannung auf den Grafen Bülow gerichtet waren, einsichtige Zustimmung. Weshalb aber der Empfang in Köln regierungsseitig so frostig ausgefallen ist, weshalb dem alten Herrn, als er zum Aufenthalt im Stationsgebäude gezwungen war, nicht das ihm nach seinem Range zustehende Fürsten^ zimmer, sondern nur der Dienstraum des Stationsbeamten geöffnet wurde, darauf hat der Reichskanzler nicht geantwortet, und seine glänzende Beredsamkeit hat dieses Umgehen auch glücklich verschleiert. Das aber war eigentlich der Kern der Sache. Stellungnahme, Herausforderung Englands verlangte ja kein Mensch, nur ein bescheidenes Maß von 'Höflichkeit dem durchreisenden fremden StaatS- oberhaupte gegenüber. Und noch eins hätten wir zu hören erwartet: eine Antwort des Reichskanzlers auf das verächtliche Wort eines englischen Offiziers: „Only a German“. Es wäre ein zu beschämendes Gefühl, wenn wir bereits soweit gekommen wären, daß unser Bundesgenosse uns unbestraft schmähen könnte. Was wollen begeisterte Reden und prunkende Worte sagen, wenn die Thatsachen so ganz- andere Sprachen reden? Präsident Krüger hat inzwischen bei der Regierung im Haag freundliche, beim holländischen Volke begeisterte Aufnahme gefunden. Eine Antwort Englands hierauf ist das Bündnis mit Portugal. Mit Unrecht schilt man das kleine Königreich, daß es dem Briten Schergendienste leiste. Wenn der Große dem Kleinen die Freundeshand bietet, so muß der Kleine einschlagen oder er wird die Wucht dieser Hand als Faust fühlen. Wie Portugal hat auch das englische Parlament die Politik der englischen Regierung gut geheißen. Das Ergebnis der langwierigen Adreßdebatte hat darin bestanden, daß die Adresse mit 269 gegen 127 Stimmen zur Annahme gelaugte. Die Regierung hat also nicht nur über die Opposition gesiegt, sondern es gelang ihr, die Angriffe gegen das skrupellose Treiben Chamberlains mit erheblicher Stimmenmehrheit zurückzuschlagen. Während die Regierungen der europäischen Großstaaten die Köpfe recht voll hatten, hielt Prinz Georg von Griechenland, der „tapfere" Soldat, die Zeit für eine Rundreise geeignet. Er wollte Stimmung machen für eine „Angliederung" Kretas an Griechenland. In China wird die Lage immer verwickelter, und der Ausgang ist bereits mit Wahrscheinlichkeit dahin vorauszusehen, daß die mit tönenden Worten angekündigte Zerschmetterung der gelben Verbrecher in leere Phrasen zerrinnt. Dagegen nimmt der Krieg in Südafrika wieder ernstere Gestalt an. De Wet — warum ist dieses Genie nicht ein Jahr früher Führer der Buren geworden! — hat mit Heldenkühnheit die Umklammerung der englischen Heeres- massen durchbrochen, und dieser Botschaft folgt auf dem Fuße eine neue Siegesnachricht, nach der General Clements eine allem Anscheine nach bedeutende Niederlage auf dem Magaliesberge erlitten hat. Die ihrer Habe beraubten Kämpfer werden noch lang aushalten, und dem Briten noch viele schwere Wunden schlagen. Die Thaten aber, die dort rm fernen Süden des dunklen Erdteiles von vaterlands- und freiheitsliebenden Männern vollführt werden, verdienen durch Geschichte und Dichtung verherrlicht und verewigt zu werden, wie die Thaten unserer Väter am Beginne dieses Jahrhunderts. ' Politische Wochenschau. Nach kurzer, aber erregter Thätigkeit, welche vom Jn- und Auslande mit ungewöhnlicher Aufmerksamkeit und Spannung verfolgt wurde, ist der Reichstag in die Weihnachtsferien gegangen. Leider wurde auch in diesem Monate die alte Klage wieder laut; selbst bei wichtigen Besprechungen, zu denen die Tribünen überfüllt waren, hielt eS ein großer Teil der Volksvertreter nicht für nötig, seine Pflicht auszuüben. Die aber am Platze waren, haben ein gutes Stück Arbeit vor sich gebracht. Auch in dieser Woche kam es zu ausgedehnten und lebhaften Wortgefechten anläßlich der lersten Lesung des Etats. Die Etatsdebatte bietet der Volksvertretung jeweils die Gelegenheit, all' die kleinen und großen Schmerzen, welche die Oeffentlichkeit Volltische Tagesschau. Der Wormser Großindustrielle Reichstagsabgeordneter Freiherr von Heyl hat bekanntlich mit Unterstützung der nationalliberalen Fraktion des Reichstags, den Antrag ein- gebracht, den Reichskanzler zu ersuchen, ein Gesetz über die Beaufsichtigung der Kartelle dem Parlament vorzulegen. Wenn die verbündeten Regierungen einen Entwurf im Sinne der Heylschen Anregungen ausarbeiten und wenn der Reichstag demselben unter mehr oder minder weitgehender Modi» fikatton zustimmt, dann ist damit der Anfang zu einem tag MM» le des AGGG Bezugspreis vrertcljcihrl. Mk. 2,28 monatlich 75 Pfg. mit Beingerlohn; durch die AbholestelleA vierteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahrs mit Bestellgeld. aU pliuW6 & r'i Halb* SÄ* Dw hessische Budgetentwurf für 1901/8» i. Ziuanzminister Gn auth hat in der Zweiten Kammer foltzeßöen Vortrag über den Budget-Entwurf für 1901/02 ===i Gross« V"- H schwÄ ; Zimmer’- 'niiolichst zu vermeiden gesucht und im allgemeinen — um das Budget nicht zu umfangreich zu gestalten "festgehalten, solche Posten nur an einem Platze erMinen zu lassen. Es genügt hier wohl nur die An- b? der 14 Hauptabteilungen, sie sind betitelt: I Reste aus früheren Jahren. II. Domänen des Groß- vt»- ^"uses. HI. Staatsdomänen. IV. Lotterie. v _'ir e“e Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Ein- Fm £2 ,a3u§. verschiedenen Quellen. VI. Landstände. tv-w-^“Sm'ttifteriuni. VIII. Ministerium des Innern. Vn "aniMcn Ueberschüssen abgeschrieben, d. h. sie wurden aus Vermögen gedeckt. Nachdem diese Ueberschüsse aus ao Men Perioden in den letzten Jahren durch Verwend- bedeutender Beträge zu außerordentlichen Ausgaben i Edi ich zusammengeschmolzen sind, verbietet sich^ ein '01'M Verfahren — ganz abgesehen von den dagegen iPiiDj:nden grundsätzlichen Bedenken — auf die Tauer von selbst, und es ist vielmehr dahin zu streben, daß edürfnisse der laufenden Verwaltung Jahres a uch in den Einnahmen aus der V e r - :ung der gleichen Periode ihre Teckuna finden, iv eiteren war die Anordnung der Einnahmen und Jiben im bisherigen Budget ivenig übersichtlich: mit- ; nm >er verwandte Posten und wechselseitig sich bedingende ■ ^.mchmen und Ausgaben waren an den verschiedensten, I mlwit auseinander liegenden Stellen aufgeführt, wodurch I ,'urechtfinden in dem Budget und das Studium des- Itlw ebenso erschwert wurde, wie der rasche Ueberblick jtn t»te Wirtschaftlichkeit der einzelnen Betriebe. — Mit m neuen Sckwma, nach welchiem das Budget für das bereits aufgestellt ist, glaubt man .,k Mange soweit möglich beseitigt zu haben bezw. für i iwige beseitigen zu können. Das neue Budget zerfällt Hauptteile, einen ersten, der die Einnahmen und ,Mben der ldufenden Verwaltung, und einen zweiten, der an Hinnahmen und Ausgaben des Vermögens enthält D'e Einnahmen und Ausgaben der laufenden Verwaltung ivM'l, zunächst in 14 Hauptabteilungen gruppiert und es? sind danach innerhalb derselben in 117 Kapiteln jeweils M aufeinander Bezug habenden und sick) gegenseitig be- Oi'igenLen Einnahmen und Ausgaben zusammen-' und I vtnonoer gegenübergestellt, so zwar, daß die Einnahmen I qui der linken und die Ausgaben auf der rechten Seite I rfÄnen. Eine Teilung solcher Einnahmen und Aus- I gatten, die eigentlich unter verschiedenen Kapiteln aufzu- I süimn wären ober aufgeführt werden konnten, wurde I Mode de Paris, g. . 'Wlbung, JleueDrnfc •tabüfa und Gießen, den 17. Dezember 1900. cm . *«breue Vorlagen der Zweiten Kammer. Der Mein, Mam.Gastwlrtverband wünscht eine Revision des Gesi^ über den Urkuudenstempel. — Abg. Pitthan fragt öit I an' sich, nachdem der Gesetzentwurf 6» Nchulch der Dienstbezüge für die Forstwarte Annahme gesunden hat, dadurch das Verhältnis derjenigen hessischen Gemeinden gestalten wird, deren Waldungen außerhalb des Landes liegen. — Abg. Leun beantragt, die Tagegelder der Feldgeschworenen von 2 Mk. 10 Psg. aus m'n- ^stens 3 Mk. zu erhöhen. — Die Abgg. Dr. Frcnap unb I Genossen beantragen, die Regierung möge eine Se/eKes. I Erläge betreffs Abänderung der BesoldungsordEg vom I Juni 1898 vorzulegen, worin die GehaltSverhLU. I ursse der Landgerichtsdirektoren und Oder- I landesgerichtsräte in gleicher Weise geregelt I werden, wie dies durch die die Realschulbrrektoreu I betreffende Gesetzesvorlage geschieht. — Der OrtSvorstand I von Erfelden bittet, daß die Fortbi/dungS-Schule wie seither von 7 bis 9 Uhr abends gehalten wird. - I ^er -öerein Mainzer Kaufleute wünscht die Errichtung einer Handelshochschule in Hessen. — Eine Anzahl pen. I hon tert er Volksschullehrer wünscht eine Aenderung I des Artikels 15 des Gesetzes vom 21. Juli 1900, bit Witwen- und Waisenkasse der Volksschullehrer. — Die Gerichtsvollzieher des Großherzogtums erstreben die Verstaatlichung des Gerichtsvollzieher - In. stituts. — Endlich behandelt eine Regierungsvorlage den Erwerb der Fürstlich Jsenburgischen Besitzungen im Kreise Offenbach. ** Die Hessische Handwerkskammer hat sich ein^N I Mit der Frage der Großbazare beschäftigt uoS fobti ! festgestellt, daß bedauerlicherweise im großen Publikum da- Streben immer mehr hervortritt, die Einkäufe in den Großstädten und den dort bestehenden Waarcnhäusern zu machen. Es sei schon ein großes Unrecht, wenn seitens der „unabhängigen Bevölkerung" das Geld aus der Stadt und dem Lande hinausgetragen und so der heimischen Gdschäfiswelt die Unterstützung versagt würde. Leider aber könne man täglich die Beobachtung machen, daß auch Geschäftsleute jede Rücksicht, daß sie doch bei der einheimischen Bevölkerung ihr Brod verdienen, außer Acht lassen, und sich dem,.Zugr zur Großstadt" anschließen. Man beschloß deshalb, die Kammermüglieder zu beauftragen, daß sie die Handwerker ihres Bezirkes eindringlich darauf Hinweisen, daß es jemch ihre Pflicht sei, sich gegenseitig zu unterstützen, als M große Publikum die auswärtigen Geschäfte aufsucht. wenn der Vorwurf, daß die Handwerker eS grade so w* seine Berechtigung verloren hat, sei auch von einer Einwirkung auf die Allgemeinheit besseres Resultat zu echoen. Im Anschluß wurde die schwere Schädigung behandelt, dir gerade dem geringer gestellten Handwerker durch die Kredit- nähme der Kunden erwachse. Gar oft weiß der Handwerker das Geld für Lohn und Waareneinkäufe nicht aufzutreiben, weil er sich fürchten muß, bei seinen Kunden -u mahnen. Trotz der oft persönlichen Tüchtigkeit deS Handwerkers geht es dann, wenn erst der Lieferant borgen muß, schnell abwärts. Die Kammer hält es für ihre Pflicht, an den gerechten Sinn der Bevölkerung zu appellieren, daß jedermann sich zum Grundsatz mache, gleich zu bezahlen. Gleichzeitig wurde aber ehrlicherweise darauf hingewiesen, daß der größte Teil der Handwerker die Notwendigkeit einer geordneten Buchführung noch nicht einsieht und diese als nebensächlich betrachtet. Es könne deshalb eine durchgreifende Besserung nur dann erreicht werden, wenn die Handwerker sich angewöhnen, pünktlich Rechnung zu stellen. Komme der Handwerker erst ein halbes Jahr nach gelieferter Arbeit mit der Rechnung, so dürfe er nicht erwarten, daß es dem Kunden mit der Bezahlung gerade paßt. Wird die Rechnung aber mit der Fertigstellung der Arbeit eingereicht, so ist die gelieferte Arbeit und damit auch „die Pflicht, f bezahlen", noch frisch im Gedächtnis. Deshalb gehe HA der Mahnruf nach zwei Seiten: An die Handwerker, pünn- Kartellrecht gemacht. Von der Bewährung dieses neuen Gesetzes einerseits, von der Entwicklung des Kartellwesens, oie sich nicht im voraus mit Bestimmtheit feststellen läßt, andererseits wird es dann abhängen, ob und welche weiteren Maßregeln der Gesetzgebung erforderlich sein werden. Als selbstverständlich ist davon auszugehen, daß, wenn die Staatsaufsicht grundsätzlich eingeführt wird, derselben alle Kartelle zu unterwerfen sind. Es ist nicht unmöglich, daß man seitens der Agrarier einen Unterschied in dieser Beziehung machen will, und die Debatten des Reichstags über die Kohlenfrage lassen darauf schließen, daß man eine gewisse Neigung hierzu bei den Agrariern voraussetzen dgrf. Hat man doch ausdrücklich betont, daß Zuckerkartell und A?^.^EuSring keineswegs der abfälligen Beurteilung würdig seien wie die industriellen Kartellen. Jede Unter- I k^ldung aber, die in dieser Hinsicht gemacht wird, ist, so meint die freisinnige „V. Z.", unberechtigt- wenn der Äon= Pfund Zucker infolge der Maßnahmen des Zuckerkartells mit 5 Pfg. teurer bezahlen muß als bisher, fo empfindet er dies genau so, wie wenn er das Liter S* * Thna U^Ä9: Beschlüsse des Petroleumsyndikats oder das Stück Seife infolge der Beschlüsse des Seifen- kartells mit dem gleichen Anschlag erwerben muß^ ! x"M- Abg- Backes ist von der Antwort nichit befriedigt, bittet die Regierung, zu sorgen, daß ! diese Belästigungen in Wegfall kämen. h Nunmehr führt in Beantwortung der Anfrage des ^bg- v. Brentano und Genossen, das Eisenbahnunglück bei O f f e n b a ch betreffend, Flnanzminister Gnauth aus, daß über die Ursachen glucks 5- Z- Nicht endgiltig geurteilt werden könne. Are gerichtlichen Unterjuchlungen würden nichck vor Ende ves Wahres abgeschlossen werden können. Ob der gegen gewisse Einrichtungen der Eisenbahnen erhobene Tadel be- ^atT Jroge sei noch nicht zu beantworten. Aas Reich-okisenbahnamt habe bei sämtlichen deutschen Regierungen eine gründliche Prüfung angeregt, ob und wie die weiteren Einrichtungen zur Verhütung von Unfällen getroffen werden könnten. Die Regierung werde fidi an der demnächstigen Konferenz beteiligen und auf finanzielle Opfer in ihrem Eintreten und ihren Vorschlägen ;feinc Rücksicht nehmen, allerdings-unter BeackKung geringen Anteils an der Geineinschaft. 9 qf Abg. v. Br e n t a n o ist im allgemeinen mit der ^.^wort zufrieden, bemängelt aber, daß die Regierung ihre Erklärungen nach, dem bescheidenen Anteile, der ihr nach dem bestehenden Vertrage gegeben sei, bemessen müsse. Es bestehe tm gesamten Publikum die Ueberzeugung daß die in Frage stellende E i s e n b a h n v e r w a l t n n a am n n r e ch t e n O r t z u s p a r c n pflege. Man befürchte, daß auch letzt nach diesem traurigen Ereignisse die Eisenbahn- I Verwaltung außer einigen beschwichtigenden und be- I dauernden Worten nicht s't h u n und darauf spekulieren werde daß Vergeßlichkeit und Nervosität unserer heutigen Zett alles wieder aus der Erinnerung werde schwinden las^n. Pflicht der Volksvertretung sei es, sine ira und auch, ohne Rücksicht auf die Verwalt u n q wirk- W ?ber auch nur vermeintliche Mißstände zur Sprache zu bringen. Seien die Mißstände wirklich vorhanden, so vertraue man insbesondere der heutigen Regierung, daß was an ihr liege, zur Abstellung der MWtände alle ..a'Je einsetzen werde. Seien es nur vermeintliche, so wurde durch die Interpellation wenigstens die Verwalt- ung dahin gedrängt, zu beweisen, daß das Publikum ssch im Irrtum befinde, daß die Verwaltung auf einer I ^'be, daß die möglichst hohe Betriebs- ficheryeit geboten sei. » Vorredner, so geiselte besonders scharf .ll...lllrrch bw Thatsache, daß der preußische Eisen- I nßmVrfir"!! Cr fielen noch bevor eine Untersuchung I ? gewesen sei, öffentlich einem unglücklichen I bcr Verhältnisse die Schuld am Unglück I eiiierÄchchine^d,b/c^^^^^^^O' daß an dem Rangieren $TTie ble Schuld gelegen habe und er stelle öffent- I über beiinh^n^nT?16 ^Erichtsbehörden möchten auch dar- I werden dürfen ßeit nod) habe manövriert PreDchru rxxKÄ * “ f t 19Q1 £ n ”« Staadt* ‘ DtfW«* J-i» ben k. l • UI1& ;riai • v, Ans i M-m» be» MchhiE«. Mttn Wibt uwe anbett. ♦* Tie n'äG Ftlbbti VJ; 21. Dezember, über 5„ Zinnat hort ein, T Feldpost also etwa J Mrt Briefe und Postkai w TeMaufeu, 16.' , klaffe von hier na > W, Löst man \eboi) aitng nach @rünbcrg ui besten, so macht bie Mohat el sich/ baj man f J^rhtten kauft jtatt jMi, 14. Dezember tici'cht des EteNtizit 'tify'x erstellte Mafchinena irgiing von 24 000 gleit öei Anschlüsse umfassen I Skiern mit 639 Zähle: ilf Rampen, 402 Bogenlc ittl: 23 659 Glühlampenäo brannten 52,8 Pr Jir DeMet n. Rett IW-Qtunben. Die Eit U Angaben M. 1211 W. 9751.12 zu verzeichi to! Betrage von 9457.40 7^ Das städtische g ««chenschaWm'cht M Ä”*n, vk U u2 000 zur Deckung t Men ^ttänbetung in bet LW'ahr 1900/1901 W ?■' 1-844.81 besteht in s''"nahmen der stä Krügen M.553O26O.14 :omnfer der Zuschuß Mk. I Wettbewerb gegen das Warenhaus Tietz angestrengten Pro- I ^fses, ln dem die beklagte Firma gesiegt habe, nichts I aeues vor und befürwortet schließlich nochmals die Aus- Ä?^^^ner progressiven Einkommensteuer als einziges Mittel der Abhilfe. Nach Beendigung dieser Besprechung kommt zur Beratung die Regierungsvorlage, den Erwerb der Jsen- ! bürg i scheu Besitzungen im Kreise Offenbach be- treffend. ^er Ausschuß beantragt, sich einverstanden zu erklären: 1 nut der Veräußerung des Fürstl. Hauses in hprr ^Olserstraße und der ersteigerten Feldgrundstücke Gemarkung Offenbach, 2. mit der Bildung eines Wnhi sbie Restaurierung des Fürstl. Schlosses am Z.^mit der Errichtung einer Oberförster- und fünf §,o^stb)artstellen und nut der vorgeschlagenen Regelung ^o^brhaltnssse der in den Staatsdienst vom 1. Oktober übertretenden vier Fürstlickfen Forstbeamten. Tie Ermächtigung zu erteilen, 1 268 000 Mk. durch Begebung | einer nach Lage des Geldmarktes verzinslichen Anleihe in dem Nennbeträge aufzubrrngen, der zur Beschaffung bAor Summe er orderlich sein wird. Die. Tilgung dieses Schuldkapitals soll ui der Art erfolgen, daß die durch ,ieweils hierfür bestimmten Mittel ^.Ankauf einer entspr^lfenden Anzahl von Schuldver- ^'bungen verwendet werden. Dem Staat soll das Recht I Vorbehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreib- I be^aaes Äs?i!i^"^ölung mittelst Barzahlung des Nenn- I I unopn fnrr 4-^en ^nrybei’n ber Schuldverschreib- un9«J foU cm Kundlgungsrecht nicht zustehen. I bje w o l) l e r - Darmstadt berichtet, daß am 1. Oktober I Regierung bei der Zwangsversteigerung in Offenbach I bic Afbnburg-Besitzungen erworben habe. Der Steiavreis I hp°H 1 °°° m Sd)t mit 1 194700 Mk. über M? auf I UebeShiißUUv^ r^e"be Hh^tbek hinaus und stellt den Überschuß des Steigpreifes dar, der nach den Ver-l steigernngsbedingungen gegen Uebergabe des Steigbriefs I in Höhe^von 7^12?der halbjährigen Annuität | A Hohe von <312a Mk. ergiebt zu dem Ueberschuß des A vt /f rt FlOlt 1 . t Ö C Summe von 1 268 000 (1 oben) wegen der eine Anleihe zu machen ist Das erworbene Schloß am Main will die Regieruna be- $)af?en' dos fürstl Palais in der Kaiserstraße an die Stadt ^kaufen. - Der AusschußanLag, dem An- sinnen der Regierung entsprechend, findet einstimmige An- uohme. - Die dringliche Anfrage' der Abgg.' D? Kenan Molthan und Genofsen, den Sch i f f s u n f a l l a u f d e m R h e l n z w l s ch e n Bingen und R ü d e s h e i m und die dortigen Verkehrsverhältnisse betreffend, findet ihre bur5 Finanzminister Gnauth. Da die Besprechung der Interpellation auf Antrag des Aba Pennrich verschoben wird — derselbe Gegenstand hat Erweiterung durch zwei Anträge erfahren — kann hier von werterem Eingehen auf die Antwort abgesehen werden. m 5^ Anfrage des Abg. Backes, die Einrichtung der Reffend" Station Goddelau-Erfeldei? be- SeLk # ' rr'?1!? Welchen Gründen ist bei der Station ! Goddelau-Erfelden, entgegen der Absperrung ans anderen A^^onen, die ^Perronsperre auch auf den Wartesaal rind die Aborte ausgedehnt, da das Perron doch hinlänglich Raum zu wirklicher Perronsperre bietet?" wird von 9 mit- aut h dahin beantwortet, daß dies S nSiJ!1«16 Durchgangsreisenden, denen hierdurch gesck h - Qe Vorzeigung der Fahrkarten erspart bleibe I M ktrefcnb: D , ..Ehrend der Qeit h rL-> Äi! üjÄfifrj; S!.r.K Aus Stadl und Land. (Zuschriften über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünschk und werden auf Wunsch gut honoriert.) Kesstscher Kandtag. Zweite Kammer der Stände. m Darmstadt, 15. Dezember. ™ ,,7ie -oesprechung der Anfrage der Abgg Dr Trenav ‘ ®‘iOrb’fort^t@e"Of,C,L b-«arenhäufeOetB ten anre8un9 der Jnterpellan- !„Vni ?reude und hofft von einem Gesetze eine sehr 8 D^ung des seßhaften Kaufmannstandes. -imrr fn i va! b (Soz.) glaubt nicht, daß die Regier- Snrn-L ,^Uf?fd,E In «cäu8 auf Beschleunigung der Vorarbeiten erfüllen werde. Lockartikel seien nicht pin 2fe^unt. der Warenhäuser. Und wahr sei, daß sie nur knm harbeJ-teteO; billige Artikel wolle das Publi- le?'s Shpb ..heutigen Kleinhändler s bestehe ui dem Betrugen, dem A u f h ä n a e n. ^re Angestellten int Warenhause seien oft in viel besseren Arbeltsverhältnissen als in Kleingeschäften. Die Erstreck- ung der Arbeiten der Regierung auf alle Großbetriebe re. |o te doch dem Abg. Molthan zu denken geben. Selbst Bestte^Ohp"? Finanzminister schlummere die (Heiterkeit.) Jedes kapitalistische Unternehmen mit I ?pnQl §r!,nber llu^c konsequenterweise auch besteuert wer- Nprb,-P^» n?Ä ber Ansicht der Gegenseite beginne das Verbrechen erst, wenn em Kaufmann anfange, in mehreren suchen zu gleicher Zeit zu verkaufen. . Wenn der Umsatz oher dw Rettung des Mittelstandes für die Besteueruna Mobbend follten, so müsse auch die Besteuerung der Detailgeschafte, aller Großbetriebe überhaupt auf allen Ge- I bieten des wirtschaftlichen Lebens erfolgeiu Eine Umsatz- I npfriinj =l cal5 solche. Die Besteuerung des Rein- I gewinnv sei gerechtfertigt. Nur mit der Verschärfung der Einkommensteuer sei dem Schutz des Gewerbes gedient. Die nut der Bevölkerungszunahme in I feuiein Verhältnis stehende Zunahme der Geschäfte müsse I tertynbert werden. Der Redner schilderte schließlich die I b!- rotionelle Gestaltung der Produktion I imö Distribution emzurichtenden modernen Wirtschafts- I tvUuUS. • unb ?bg- Graf Oriola betonen die Ä^^frer Partei an der Hebung des kaufmännifchen ^p^lverblichen Mittelstandes freudig Mitarbeiten zu $o^"- .Dw nationalliberale Partei billige in ihrer großen Mehrheit durchaus die Haltung der Regierung in dieser I &f!iey9en s^'ra9e‘ < Sie identifiziere sich init dieser I BhHw? "^^lvcirte bas Ergebnis der Ermittelungen, die Aufstellung statistischen Materials ab, die für Hessen die Loren' wldpn^ .^"lschließung der gesetzgeberischen Fak- liquet aus wurden. Vorläufig spreche sie ein non 1T . ?lbg. Reinhart empfiehlt der Regierung, ihre imÄT 0Uf die Frage der kaufmännischen Vorbild- I ung der Besitzer von Handelsbetrieben auszudehnen. Die I Roklage rühre s E. auch vielfach von dem Mangel an Ka fömiP Pr Udf" Ginen Freund der Warenhaussteuer tonne er sich nicht nennen. ' I ^9A-^olthan findet, daß nach den Erklärungen des ^berfinauzassessors Glässing, betr. die umfangreichen I Untersuchungen, man ja eher Grund habe^ sich über die Haltung der Regierung zu freuen. Was die progressive eine'^Erböbun^^fei ferine ^ortei, wenn sich SBünfrf^ & ^ogUch zeige, stets geneigt, auf die Wunsche des Abg. -Lr. David einzugehen. Er freue sich I • 8anb “ uiib9 hnfle” ha?0^11 «nd vieler Abgeorbneten vom ?enn fld| dw Ermittelungen der ffnun ,ms9 sm llcr Vorlage verdichten würden, diese Anklang und Annahme finden werde unoL7«°" gnauth: Tie Antwort ber Regier- toPAHnrb • F^'unde der Warenhaussteuer und ihre I 8a» besriebigt. Diesen Erfolg habe er qe- d sich lnerbei um eine der allerschwersten Js^be?"® stcuertechnischen Fragen, unb nicht L. x< oer Regierung bisher gewesen, eine be- fnite Us9 ^'iden. Das Tempo der Vorarbeiten habe infolge der Durchführung der Steuerreform ni gange Mnes von einem Sck-ntzverein gegen unlauteren | i I beV®(“„"b' ÄS S.K- SS13* Ä“Ä I allem die Schuld. tiagc Qn I m ^9- ®rQi Oriola unterstützte die Ausführung-. . Vorredner. Bei Aufstellung der Unglücksfäl e durchfahrenen Kilometer beachtet werben Danach^L b'' relativer ^Rückgang zu verzeichnen. Freilich biirie b™ urcht genugem Wenn bie Rangicr-Verhältniäe bei pn"' buch tu ber That in dem vom Abg. Ulrich' qeschilb/»"' Zustanbe sich besinben, bann müsse bie Regierung Luch bie Klage Uber bie übermäßige Belastung ^ber 2° I Geleise stehe richtig. Eine K o n k u r r e n z b a h n d u» na?° 6 Erg würbe in mancher Hinsicht ablngi? b»- ^".P.^ed müsse er noch singen, bas richte sich a»? ?es preußischen Ministers v TlÄ bie D-Wagen. Rebner schilbertc ihren Bau, Einrichtung und großen Gefahren unb schloß, baß hier f&atfsÄ Mißstmibe beständen, bie ber Beseitigung harrten Wr°«lichke,t der Einkünfte aus ber $etriebäqemi? schdst für den hessischen Staat, wolle man doch ber S 1 Ischen Meinung zurufen, „diese Einkünfte tonnen ° . nur bann erfreue», wen» sie aus einem Betrieb ber ffn ! bahnen gewonnen werben, bei dem für bie te ", trageuHt." Unfercn Sieben na4> Möglichkeit «gc g7 w.r» * Mußworten beS Abg. Bähr wÄs», Besprechung geschloßen. Das Haus beschließt, obtiol» i einige Redner ihre Verhinderung erklären, am nächsiii, Dienstag, vormittags 10 Uhr, wieder zusamn,enznimc" Anspach' nehmen'"^ bk San8C foI8cnbc Woche in -.ch ühnung zu stellen; an das Publikum, pünktlich zu - Auf den Preußischen und Hessischen Staatsbahnen wird nehmer für diese Pfandbriefe von neuem eingesetzt worden 8136 Schneider. 15 m 0 9006 8145 26 0 und 8004 über 8149 Balser. 8122 Bekanntmachung Gäste sind willkommen. Der Vorstand. 8146 8C61 Mulch, Pfandmeifier. Fr. Leo Naclif., C. Herber, Settersweg. 7765 56 42 15 m 39 cm der von 0 0 Die Zusammenkunft ist bei Seifwiese auf der Kreisstraße Oppenrod nach Albach. Bemerkt wird, daß das Bau- Ich habe meine Praxis völlig wieder aufgenommen. Sprechstunden: Vormittags von 8 bis 9y2 Uhr. Nationalliberaler Verein Der Vortrag des Herrn Prof. Dr. Biermer Durchmesser und 6 bis Länge mit 80,79 fmz 49 Nadelstämms von 14 bis Durchmesser und 5 bis Länge mit 24,18 im. HllÄleinbergischen, Pfälzischen und Stationen der Reichs- ":objhnen erhalten diese verlängerte Giltigkeitsdauer (drS '.um 8. Januar 1901) nur auf den Preußischen und s-nschev Strecken. Auf den Strecken der vorgenannten flatyntn selbst erstreckt sich die Giltigkeitsdauer nicht über Nöiianncht des zehnten Tages, vom Lösungstage ab ge- c iM hnnaus. Die Giltigkeitsdauer der Arbeiter-Rückfahrt- kam nicht zu Stande. * Paris, 15. Dezember. Die letzten aus Madagaskar hier eingetroffenen Telegramme bestätigen die Nachricht, nach denen bedeutende Gold'felder in der Provinz Mananyary entdeckt worden sind. lange gezögert hätte, sich des weiteren Verlaufes der Dinge bei den Spielhagen-Banken gebührend anzunehmen. In- wiefern dies das Publikum im allgemeinen beruhigen wird, ist durchaus noch nicht abzusehen. Vielleicht wird hierdurch der Run auf Pfandbriefe durchaus nicht aufgehalten, Die Aufgaben der deutschen Kolouialpalitik findet nächste» Freitag, de» 21. Dezember, abeuds J/o9 Uhr, im oberen Saale der Restauration Weidig, statt. von Mk. 76 982.88, der in liquidierten Ausständen, in Vorlagen und in baarem Vorrat besteht. •• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Eine Kohlenhandlung in Darmstadt hat 200 Zentner Kohlen Prima Fettschrot zur Verfügung gestellt. — Generalleutnant z. D. August Freiherr v. Amelunxen ist auf seiner Besitzung Peckelsheim im Alter von 72 Jahren nach kurzem Krankenlager gestorben. — Die Leiche des vor einigen Tagen am „Michelsberg" m Mainz aufgefundenen Mannes ist die eines R. v. Bredow aus Breslau. Nach einer Photographie stand der Selbstmörder früher als Offiyer in österreichischen Diensten. Rabertshausen, den 14. Dezember 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Rabertshausen. Widdersheim. Mk 32 000 zur Deckung der Kosten für den Rest der bau- ichtz i Vrränderung in der alten GaSfabrik in das Rech- nurngSjalvr 1900/1901 übertragen werden; der Rest mit Mk 1844.81 besteht in liquidierten Ausständen. — Die. — .......r -—uu|bvVmiVII, Zi «nahmen der städtischen Betriebsrechnung | sondern gerade noch erleichtert, indem doch jetzt starke Ab- bet^igm Mk. 5530260.14, die Ausgaben Mk. 5450587.26, | i ' r " ' ' ' „ ? / darimer der Zuschuß Mk. 3 353 461.33, verbleibt ein Rest * sind. Andererseits darf man aber nicht die Macht jener Große Mobiliar-Versteigerung. In geschäftlichem Auftrage versteigere ich Mittwoch öen 19., mut. noch Donnerstag den 20. Dezember im Bieker'scheu Saale, Neustadt 55 dahier: mehrere Salou-, Wohu-, Speise- und Schlafzimmer-Eiurichtuugeu in hoch, seiner Ausführung, außerdem 1 Kücheueiurichtuug, mehrere Garnituren, Schreibtische, Spiegelschräuke, Buffets, Bücher- und Kleiderschräuke, Tischchen, Teppiche, Vorlagen usw. worden. * Salzburg, 16. Dezember. Am Mittwoch fand hier ein Duell zwischen dem russischen Grasen Zähre w s k y und dem GesandtschaftS-Attachee GrafenOrlow auf Pistolen statt. Ersterer wurde tötlich verwundet und starb gestern. Die Gegner waren zur Austragung des Ehrenhandels aus München nach Salzburg gekommen. Die Ursache ist unbekannt. Eine Aussöhnung Märkte. Grünberg, 15. Dezember. Fruchtmorkt. Weizen 15,50—15,80 Mark, Korn 15,00—15,20 Mark, Gerste 13,00—00,00 Mark, Hafer 12,50—13,00 Mark, Erbsen 17,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Samen 00,00—00 Mark, Kartoffeln 0,00-0,00 Mark. Frankfurt a. M-, 14. Dezember. Finanzielle Rundschau. Das wichtigste Ereignis der vergangenen Woche bleibt das thatkräftige Eingreifen unserer Banken in Sachen des Obltgalionendienstes der S p i el h a g e n- B a n k. Damit ist allerdings ein schweres Präjudiz geschaffen. Ein neues Vertrauen, das schon uuter Umständen einen neuen Leichtsinn in Kapitalistenkreisen zeitigen kann. Aber es giebt eben doch Augenblicke, in denen unsere großen Finanziers nichts anderes thun können als rasch eingreiftn, also auch keine Zeit haben, sich über die weiteren Folgen lange zu überlegen. Der gewaltige Realpolitiker der neueren Geschichte, Fürst Bismarck, hat schon einmal von dem Fehler der Deutschen gesprochen, bei entscheidenden Dingen allzusehr über das fern Abliegende das Nächststehende zu übersehen. Dies wäre auch der Fall gewesen, wenn die Hochfinanz noch • nttn bl eibt unverändert Die nächste Feldbricfpost nach China geht am Freitag, -cm 21. Dezember, über Brindisi unmittelbar mit einem npMeir. Dampfer bis Shanghai. Derselbe trifft am >5.i, Januar dort ein, Taku, Tientsin und Peking erreicht »tc r Feldpost also etwa Anfang Februar. Die Post be- c 1 ert Briefe und Postkarten. v-'Teilsbansen, 16. Dezember. Ein Retourbillet Fl affe von hier nach Gießen via Grünberg kostet •OIL Löst man jedoch eine Fahrkarte mit Rückbeförde- -m'.gnoch Grünberg und von da eine ebensolche nach legtu, so macht die Gesamtsumme 1.90 Mk. aus. So erni o^iit es sich, daß man sich hier zur Fahrt nach Gießen Fahrkarten kauft statt einer und dabei 10Pfg. spart. Mainz, 14. Dezember. Aus dem Rechenschaftsbericht des Elektrizitätswerkes wird gemeldet: Die visch sv erstellte Maschinenanlage genügt für die Stromver- Ijfrqunt] von 24 000 gleichzeitig brennenden Glühlampen. Di'i- Anschlüsse umfassen bei einer Gesamtzahl von 625 Häusern mit 639 Zählern am 31. März 1900 17 321 Gl'lihlamPen, 402 Bogenlampen und 87 Motoren, insge- ittni 23659 Glühlampenäquioalente; am Tage des stärksten konnte brannten 52,8 Prozent der angeschlossenen Lampen. ;)uo Dezember v. I. ^betrug die Abnahme rund 897 000 TW-Stianbcn. Die Einnahmen betrugen Mk. 137 434, : Iißgaben Mk. 127 140.99, sodaß ein Ueberschuß von Mk 9754.12 zu verzeichnen ist, der sich um die Zuschüsse m lAelmge von 9457.40 also auf Mk. 293.72 vermindert. — -Das städtische Gaswerk verzeichnet in seinem ReichnschaftSbericht Mk. 1 301 318.92 Einnahmen, Mk. 2MU4 11 Ausgaben, verbleiben Mk. 33 844.81, wovon Werkholz vormittags und das Brennholz nachmittags von 1 Uhr ab zur Versteigerung kommt. Oppenrod, 14. Dezember 1900. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Gießen, den 8. Dezember 1900. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Versteigerung. KreLtag den 11. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal SelterSweg 11 gegen Barzahlung: 1 Pianino, 1 Vertikow, 1 Kaffaschrank, 1 Glasschrank, Sofas, Kommode, Kleiderschränke, 2 Lederkoffer, Regulateure u. a m. Gießen, den 12. Dezember 1900. Bekanntmachung, betreffend: Das städtische Elektrizitätswerk. Während der Zeit vom 11. Dezember a. e. bis zum 5. Januar 1901 haben die definitiven Anmeldungen zum Au- '>chjl»ß au das Elektrizitätswerk zu erfolgen. Mr die nachbenannten Straßen und Plätze ist die Legung der vorgesehen: ! Mcestraße, Am Brand, Asterweg, Bahnhofstraße, Bleichstraße, Brau- ass'ch Bergstraße, Dammstraße, Frankfurterstraße, Gartenstraße, Goethe- siraichl, Grünbergerstraße, In den neuen Bäuen, Johannerstraße, Kirchplatz, ÄieküiFraße, Lindenplatz, Ludwigstraße, Mäusburg, Marktftraße, Markt- , lasy, Rarburgerstraße bis zur Steinstraße, Moltkestraße, Neustadt, Nord- . ’.ildigi, Ostanlage, Plockstraße, Senkenbergstrabe, Sonnenstraße, Schul- Schillerftraße, Steinstraße, Seltersweg, Südanlage, Wallthorstraße, We^nlage, Wilhelmstraße. In den übrigen Straßen wird die Legung der Kabel nur dann er* fohM wenn eine genügende Anzahl Anschlüsse gemeldet ist, sodaß sich die e.üfiiefmden Kosten rentieren. ' Son denjenigen Interessenten, welche auf unsere erste Aufforderung n tmläufigen Anmeldung bereits Anmeldungen eingere^cht haben, nehmen wir- daß diese vorläufige Anmeldung als bindende anzusehen ist, fo- fferrie nicht innerhalb der vorgenannten Zttt eine absagende Antwort erfolgt. Der Stadtplan mit dem eingezeichneten Kabelnetz liegt im Bureau te«!Mischen Elektrizitätswerkes — Neumühle — aus. Dortfelbft sind a-ttÄ die, für die Anmtldungen vorgeschriebenen Formulare, sowie die Be- .diüHgeit für den Bezug elektrischer Energie kostenlos erhältlich. Wegen injj’i’i Auskunft wolle man sich an das vorgenannte Bureau wenden. Als praktisches Weihnachts-Geschenk eignen sich die Maggi-Erzeugniffe: »Maggi zum Würzen", Gemüse- und 9raftsuppen, Bouillon»Kapseln und Gluten-Kakao ganz besonders: in hübsch affortrerten Weihnachts-Kistcken auf das Angelegentlichste empfohlen von Vermischtes. • Berlin, 15. Dezember. Unter dem Verdachte, in der Nacht zum 14. August 1898 die 23 Hahre alte Luise Günther in der Hasenhaide ermordet'zu haben, ist am Mittwoch Abend in Friedrichsberg der 28jährige, wegen Sittlichkeitsverbrechens vorbestrafte Strasche verhaftet B. Brennholz. rm Buchen-Schntholz, „ Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppelholz, Buchen-, Eichen- und Nadel- Wellen, rm Buchen-, Eichen- und Nadel-Stockholz. Hohversteigerung. Freitag bett 21. Dezember 1900, vormittags 9^2 Uhr, soll im Oppenröder Gemeindewald nachverzeichnete» Holz versteigert werden. A. Bau- und Werkholz. 55 Eichenstämme von 14 bis 49 cm J Der Vorauschl .jfttic 1H1/1902 liegt T Ww Bürgermei ersten Kommissionsfirmen übersehen, die in der Lage sind, ihren Klientel beruhigende Auskünfte wenigstens über den Status der anderen Hypotheken-Banken einigermaßen zu geben. Man darf nicht übersehen, daß es noch keineswegs die allerfeinsten Institute dieser Art sind, die, ohne allerdings bis jetzt einer Kritik unterlegen zu sein, Pfandbriefe auch bis zum Betrage von 800 Millionen ausgegeben haben. Kurz, es gilt hier ein Gebiet zu schützen, das, wenn das Mißtrauen des Publikums einmal weiter geht, für die Kapitalistenkreise einfach verloren geht. Damü dürfen wir aber auch die prinzipielle Frage noch anschnewen, ob daS Publikum hierdurch nicht ein gefährliches Vertrauen überhaupt zu der Intervention unserer Banken bekommt, sodaß es möglicherweise nach kritikloser als bisher alle möglichen Papiere aufkaust. Kann doch bezüglich der vertrauensseligen Anlagen immer wieder in Pfandbriefen der Vorwurf nicht schwer genug erhoben werden, womit andererseits natürlich durchaus noch nicht jene Finanzkreise losgesprochen werden sollen, die seit Jahrzehnten gerade dieses Gebiet immer von neuem anwachsen lassen. Der Kernpunkt der ganzen Situation bei den Spielhagen Banken liegt bei der Frage, ob jene „Hyänen des SchlachtseldeS", die fern von den besseren Kreisen der Hochfinanz auf eine regelrechte Ausbeutung der Terrains und Grundstücke jener nunmehr zusammen- I gestürzten Institute hoffen, wirklich schließlich ihre Beutewünsche erfüllt sehen können. Es ist keine! wegs sicher, daß diejenigen, welche jetzt die Intervention so lobenswert in die Hand genommen haben, dies leicht verhindern können. Was Kohle betrifft, so ist augenblicklich wohl kaum an eine Preisherabsetzung seitens des Syndikats zu denken. Das kommt aber nicht zu der Thatsache, daß die Händler mit ihren Vorräten gegenüber der geringeren Nachfrage nunmehr doch gezwungen sein dürften, billigere Preise zu machen. Das wird natürlich von Unerfahrenen Handel und Verkehr. Volkswirtschaft, einfach auf die moralische" Wirkung der Kohlend-öatte J । zurückgeführt, während einfach die Verhältnisse bte Preise verändert haben. Jene Debatte selbst hat wohl kaum einen Einfluß auf die Haltung von Kaufleuten ausgeübt, geschweige auf die noch zäheren Mitglieder des Syndikates. An Anlagepapieren, wir meinen 4proz. Stadte- Obligationen, sowie 4i/2proz. Industrie Obligationen, ist das Geschäft sehr groß gewesen. Es ist durchaus möglich, daß in dieser Beziehung der Verkehr noch eine Zeit lang zunimmt. Der Voranschlag der Gemeinde Rabertshausen für das ' " J vom 21. Dezember d. I. ab acht Tage lang auf _ Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht offen. Kirchliche Rachrrchtr«. tzkvouaelifÄe «emtitibt. Montag den 17. Dezember, abends 8 Uhr: Btbelstnnde tm Konfnmandensaal der Johanneökirche. Hebräerbrief Kap. 4,14—16 und Kap. 5. Die Erhabenheit des Hohenpriesters Jesus ChristuS. Pfarrer Dr. Naumann. Samstag de« 22. Dezember, nachmittags 3 unterbrochen werden. Die gleiche Vergünstigung tritt auch '"»furr - n i« Verkehr auf der Cronberger,, Kerkerbnch . Brdhl- " maitdjer tj?1 thütet, mb Main-Neckar-Bahn, der Sächsischen und Olden- '!»n.d°E burq*. Staatsbahn, der Lübeck-Bitchener., bet «uttn- »inifterTV'. .vüfefct., der Mecklenburgischen Fricdrtch-Franz-Etsenbahn, to’k" «au, foiMtin lVerkehr mit der Holländischen der Niederländischen »aii s '.,lhe l(n k. k. Oesterreichischen Slaal-bahnen. Die direkten >!ü^hrl'nrten nach und von Badischen, B-iY-r,sch-n, *|ie Ms der Petris .■>-!.-« und Stationen der Reichs- te heutige Kummer umfaßt 14 Seite«' in schöner Auswahl empfiehlt Zuverlässiger Zeitrmgsträger für Heuchelheim gesucht. Anerbieten an die Geschäftsstelle M „Gießener Anreioer" in großer AuLwaKl. C. Röhr & Co P. Jos. Mobs, Seifenfabrik, beste Qaalität in grosser Auswahl „ empfiehlt die gl06 Lowen-Drogerie, W. Kübinaer. Karrer KaaaritavSgkl pa. Sänger, zu verk. Sonnenstraße 18. Tischtücher und Servietten Ulti ft bei UlteJ Co Pferd fromm und zugfest, einspännig gefahren, kr«?.r8et Wallach, preiswert zu verkaufen. 06218 Eichgärten 15, P. Jos. Mobs, Seifenfabrik, Specialität: lsio? Sämtliche renommierten Veilchen - Parfüms tSL'J% S» k3il" >«dk« Arbcksbursche wird für Gießen gesucht bei freier Fahrt. Meldungen sind zu richten an die Ex« pedition dieses Blattes unter G A. WöM Litton unb Glühstrümpfe Imperial: Stück 45 Pfa.. 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