Nr. 218 Zweites Blatt. Dienstag den 18- September 150. Jahrgang looo Heimat-Anzeiger Alle Anzeigen.vermitttungSftellen des In- und Susl^utze» nehmen Anzügen für den Gießener Anzeiger entgeh«. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pf,. Nezugspret» vierteljährl. Ml. 2M monatlich 75 Ps§. mit Bringerlohn; durch die Abholrstel^n Vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierleljäML mit Bestellgeld. ♦** Anzeigen za der eMwtttegi Mr tai 3<6ges*«5 Sag «scheinenden Nmnvrrc bis v«rm. H Whn. jpitestcns thaM H*t. testet SSrNch _ Ä jki ®U 8^S«^-k»e drS d Äte M Gießener Anzeiger 21 littst unb 2kirzeigeblei Goodwan gesprengt. General Macdo nald fing zwischen Minberg und dem Es sind mir wie der Kaiserin und Königin meiner Gemahlin während unseres Aufenthalts in der Provinz Pommern so zahlreiche Kundgebungen freudiger Teilnahme und treuer Ergebenheit entgegepgebracht worden, _ daß ich es nicht unterlassen kann, hierfür erneut unsere warme, dankende Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Die glänzenden Veranstaltungen der Stadt Stettin und die sympathischen, jubelnden Begrüßungen der ländlichen Bevölkerung haben uns überaus freudig und wohlthuend berührt. Im besonderen erwähne ich noch, mit welcher hohen Genugthuung ich bei dem festlichen Empfange in Stettin die Reihen der alten Krieger erblickte, die aus allen Teilen der Pro- vinz^zu unserer Begrüßung herbeigeeilt waren. Indem rch Sie beauftrage, dies zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, füge ich gern hinzu, wie ich auch die vortreff- lrck)e Aufnahme, die den Truppen trotz der gesteigerten Einquartierungslast überall zu teil geworden ist, auf das dankbarste anerkenne. konnten keine Verwendung finden, da die Buren die Abzweigung von Barberton und auch die Hauptliuie zum^Teil — Der Leitung der neuen „Deutsch-sozialen' Partei", die sich, um Liebermann v. Sonnenberg konstituiert hat, gehören an: Abg. Liebermann v. Sonnenberg — Dem Bundesrat ist ein Entwurf von Vorschriften, betr. den Kleinhandel mit Garni zuae- gangen. Weltanschauung sehe man in der deutschen Landwirtschaft verkörpert, die an ihrer Scholle hängt. Sie sei der Jungbrunnen aller Städte und vor allem der Wehrkraft. Unter dem Banner müsse man kämpfen und dem müßten sich auch die Gegner beugen. Der Handel aber sei da zu Hause, wo er was verdiene; er sei international. Geldsack aller Länder, vereinige dich! ist seine Devise. Einige führten nun gegen die neuen Handelsverträge die Arbeiterbeschäftigung ins Feld; wie hinfällig das sei, daß mau unzählige Russen, Galizier und Italiener in Deutschland beschäftigen müsse; andere kämen mit politischen Gründen. Ein Appell an die Faust dürfe aber niemals Widerklang in deutschen Herzen finden. Irre machen ließe man sich jetzt nicht mehr, wenn von Jnteressenharmonie gesprochen werde; diese gäbe es nicht. Vielmehr verlange jetzt endlich die deutsche Landwirtschaft, die noch immer 35% der Gesamtbevölkeruug ausmacht, berücksichtigt zu werden und von vornherein Klarheit zu haben. Sie müffe verlangen, daß das System der Meistbegünstigungsverträge zu Falle komme, das da zerstöre, was überhaupt für Handelsverträge von Wert sei. Am Getreidezoll hätten selbst die Arbeiter Jntereffe, was sogar der Sozialdemokrat Schippel zugegeben habe. Daß ferner niedrige Getreide- Preise niedrige Viehpreise im Gefolge hätten, sei eine nicht weg zu leugnende Thatsache. In letzter Zeit hätten nun wieder amtliche Erhebungen über die Rentabilität der Landwirtschaft stattgefunden, die ergeben hätten, daß größtenteils gar keine Verzinsung herauskomme. Die Reichs- und Staatsregierungen könnten sich dieser Thatsache nicht verschließen, wenn sie sich nicht ihrer festesten Stütze berauben wollten. Sie würden sich also nicht über die Forderungen der Landwirtschaft Hinwegsetzen, wenn diese einig und nachdrücklich darauf bestehe. Mit dem Appell an Einigkeit und Mut möchte er schließen. Würde seine Mahnung beherzigt, so würden auch die neuen Handelsverträge zu gunsten der Landwirtschaft entschieden. Als der Beifallssturm sich gelegt hat, erklärt Präsident Haas, daß er solchen ausgezeichneten Ausführungen nichts Ein neues Programm hat die Deutsch-soziale Partei nicht angenommen, vielmehr hat sie an dem alten festzuhalten beschlossen. Das achte Mitglied der Deutsch-sozialen Reformpartei im Reichstag, Abg. Gaebel, der dem Parteitag in Magdeburg nicht beiwohnte, hat sich nach der „Ttsch. Tagesztg." der Deutsch-sozialen Partei angeschlossen. Hienach sind bei der Spaltung in Magdeburg von den acht Mitgliedern der Deutsch-sozialen Reformpartei im Reichstag jeder der beiden neuen antisemitischen Parteien vier Reichstagsabgeordnete zugefallen: Bindewald, Graefe, Lotze, Werner her alten Deutsch-sozialen Reformpartei unter Ziminermann, der selbst dem Reichstage nicht angehört, Gaebel, Raab und Müller-Waldeck mit Liebermann v. Sonnenberg der neuen Deutsche-sozialen Partei. —Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Verfügung des Kriegsministeriums, besagend: Da die Beförderung von F e l d p o ß p a ck e t e n noch nicht angängig ist, beabsichtigt die Heeresverwaltung den Angehörigen von Mitgliedern des ostasiatischen Expeditionskorps und den Armee-Oberkommandos Gelegenheit zu geben, aus einem Ende September von Hamburg abgehenden Materialtransportschiffe Packete zu entsenden. Die Packete müssen bis spätestens den 22. September seetüchtig verpackt und bis Hamburg frankiert, bei der Bahnhofskommandantur tershausen und Me mm in g er-Würzburg begrüßt hatte, Herrn Memminger das Wort erteilt. Der Redner führt kurz und sachlich aus, daß die Bauern und die befreundeten Gleichinteressenten Zusammengehen mußten, bte deutsche Wirtschaftspolitik eine Aenderung erfahre und der Bauernstand zu seinem Rechte komme und J.C.S Arbeit erhalte. Er legt dann die • * • Telegramme M Gießener Anzeigers. London, 17. September. Aus Laurenzo Marquez wird gemeldet, Frau Krüger ist Freitag Abend hier eingetroffen. Der Tag der Abfahrt des Präsidenten Krüger ist noch nicht bestimmt. Ein mit Burghern besetzter Eisenbahnzug traf Freitag Abend hier aus Transvaal kommend ein. Die Burenregierung veröffentlicht eine Proklamation als Antwort auf die Roberts. Es wird darin erklärt, daß die Großmächte die Unabhängigkeit der beiden Republiken anerkannt hätten. London, 17. ^September. „Daily Mail" meldet aus Wien: Ein dortiger Impresario habe Krüger 2000 Gulden pro Abend zur Abhaltung von Vorträgen Über den Krieg angeboten. London, 17. September. Der frühere Kolonialminister Hatkins erklärte in einer öffentlichen Rede, man hätte den südafrikanischen Krieg wohl vermeiden können, aber von dem Augenblicke an, wo man entschlossen war, ihn zu führen, hätte man die notwendigen Vorbereitungen treffen müssen. Die Haltung der Regierung charakterisiere sich in den Worten: Kriegerische Diplomatie, friedliche Vorbereitungen. London, 17. September. „Daily Expreß" hat ein Telegramm an den Präsidenten Krüger gesandt mit der Anfrage, ob er eine politische Erklärung abgeben möchte. Die Antwort, die vom transvaalschen Konsul in Lourenzo Marquez verfaßt war, lautete: Krüger ist nicht gesonnen, Ihren Vorschlag zu beantworten. Er befindet sich hier aus Urlaub und wird aus Gesundheitsrücksichten nach Europa reisen. Der Vizepräsident Burger wird ihn im Amte vertreten. Loudon, 17. September. Daily Mail meldet aus Lorenzo Marquez, Präsident Stejin sei nach dem Freist a at e zurückgekehrt. Dasselbe Blatt berichtet aus Pretoria, daß eine große Not unter den Buren-Familien bestehe, deren Männer den Krieg fortsetzeu. Lissabon, 17. September. Die Absendung des Regierungs-Telegramms an den Gouverneur von Mozambique, das die Aufforderung enthielt, den Präsidenten Krüger ohne Weiteres abreisen zu lassen, erfolgte, wie verlautet, erst infolge Intervention mehrerer Vertreter von Großmächten. Die portugiesische Regierung soll thatsächlich anfangs gewillt gewesen sein, auf Grund des bestehenden Geheimvertrages mit England, Krüger auszuliefern. Johannesburg, 17. September. Nach einer Meldung, welche von Koffern stammt, soll der Buren General De Wet am 7. September durch einen Schuß in die Lunge tötlich verletzt und einige Stunden später gestorben sein. Johannesburg, 17. September. Die 240 Lokomotiven, deren sich der General French in Barberton bemächtigt hatte. Deutsches Reich. Berlin, 16. September. Der Kaiser nahm während der Fahrt von Stettin nach Swinemünde den Vortrag des ■ ., . - ■ ------ ityt vuuu uic keS Auswärtigen Amtes Gesandten Grafen I Wunsche der bayerischen Bauern dar. Diese wollten nichts Wolff-Metternich entgegen. 1 x— .. ---- — Der Kaiser hat an den Oberpräsidenten der Provinz Pommern, Frhrn. v. Maltzahn, nachsteheirden Erlaß gerichtet: < , Vaalflusse eine Streitmacht von 700—800 Buren mit 3 -Kanonen ab. Er erbeutete 33 Wagen, 270 Zug- _____y .... ochftn und 65000 Patronen, sowie eine große Menge von I besetzt halten. Vorräten. Die Buren steckten 3 andere Wagen in Brand, um deren Wegnahme zu verhindern. Nach Meldungen aus Lorenzo-Marquez erklärte Schalk Burgher, den Krieg trotz der Abreise des Präsidenten Krüger energisch fortsetzen zu wollen. Krüger wird nach Paris und Petersburg reisen, da, wie es heißt, Anzeichen vorhanden sind, daß Rußland, wenn sich die Buren noch einige Zeit halten, intervenieren wird. Dem „Daily Telegraph" wird aus Lorenzo-Marquez gemeldet: Präsident Krüger w'trde vom portugiesischen Lokal-Gouverneur nach dessen Wohnhaus bei Seuden-Point eingeladen und wird dort jetzt unter Bewachung durch portugiesisches Militär gefangen gehalten. Der Sekretär des Gouverneurs ist für seine Detention verantwortlich gemacht und hat Instruktion, daß Krüger da« Haus nicht verlassen darf. Die Gefangennahme geschah auf die energische Vorstellung des britischen Generalkonsuls, der dagegen protestierte, daß portugiesisches Gebiet zur Basis für die Direktion der Exekutive von Transvaal oder auch nur zu Verbindungen mit derselben gemacht werden. Der französische Konsul und der französische Attachee wollten Krüger ihre Aufwartung machen. Doch ließ man sie nicht zu ihm. Ebenso werden auch Krügers Beamte nicht zu ihm gelassen. Vizepräsident Schalk Burger traf in Lorenzo-Marquez ein, um mit Krüger zu konferieren, doch erlaubte man ihm nicht, Krüger zu sehen. Er reifte i darauf sofort wieder nach Transvaal zurück. Der niederländische Konsul Pott erhielt eine Notifikation vom General- gouverneur, er sei von Lissabon instruiert, daß Pott nicht länger als Vertreter der südafrikauischen Republik und des Oranje Freistaates anerkannt werde, da beide jetzt britisches Gebiet seien. Die meisten Transvaalbeamten sind nach I f w Präsident Krüger solle der britischen Regierung ausgeliefert werden. Er wird Tag und Nacht von 25 Polizisten zu Fuß und zu Pferde bewacht. Der greife Präsident leidet schwer an seinem Augenübel. Ferner meldet man aus London: Der Distriktsgouverneur von Lourenzo-Marquez erhielt eine telegraphische Anweisung von der portugiesischen Regierung, Krüger keine Hindernisse zu bereiten, falls er nächste Woche nach Europa abreisen wolle. Die Regierung befahl aber, Krüger nicht zu erlauben, mit irgendwelchen zivilen und militärischen Transvaalbeamten Verkehr zu pflegen, solange er als Flüchtling auf portugiesischem Gebiet sei. Der Gouverneur ist angewiesen, Krüger mitzuteilen, das sei notwendig, um jede Komplikation mit England zu vermeiden. Aus dem die Route Triest-Madagaskar befahrenden Dampfer „Styria", der in den nächsten Tagen in Lorenzo- Marquez eintrifft, wurden, wie anderwärts verlautet, für den Präsidenten Krüger und fein Gefolge Plätze reserviert. I ""ssen von der Handelspolitik wie sie seit 1890 qe- I tr!.c5cn wird, weil sie dabei zu Grunde gehen. Dagegen muffe man kämpfen bis zum äußersten. Angesichts der neuen Handelsverträge wollten nun die bayerischen Bauern Fühlung suchen mit Gleichmeinenden ohne Unterschied der Politik. Sie wollten ferner nichts wissen von der jetzigen Sozialpolitik, ferner nichts von Minister- und Fürsten- polttik. Bayern sei % Agrarstaat; mit dem Wohlstand der Landwirtschaft falle also gleichzeitig der Staat. Weiter wollten sie nichts wissen von der Weltpolitik, die jetzt in Deut chland getrieben wird, da sie Land und Leute und die Landleute vergißt. Er erwarte von den Hessen, daß sie ^?^ wit ihnen für die Handelsverträge im Sinne der Landwirtschaft eintreten und ihre Schuldigkeit thun. Lebhaft begrüßt, ergreift dann Dr. Böckel das Wort und betont von vornherein, daß er von jeder Partei heute ! absehen und lediglich der deutschen Landwirtschaft das Wort reden wolle. Diese müsse vor allem einig sein, wenn sie etwas erreichen wolle, und besonders das Großkapital bekämpfen. Den Kleinkram der Parteien müsse man beiseite lassen. Des Vaterlandes Wohlfahrt fei im Auge zu behalten. Die aber könne nur beruhen auf dem altbewährten Fundament, auf der deutschen Landwirtschaft, dem sich Handwerker- und Mittelstand anschließen. Gerade jetzt bei Abschließung der neuen Handelsverträge müsse man die Gesamtinteressen der gesamten deutschen Landwirtschaft in's Auge fassen. Alles früher Geschehene solle man fortan der Geschichte überlassen. Jetzt sei eine Stille in der Landwirtschaft, wie sie großen Gewittern voranzugehen pflege. Die deutsche Landwirtschaft fühle aber, was für sie der Abschluß der neuen Handelsverträge bedeute. ES würden Würfel fallen, von denen mehr oder weniger ihre Existenz abhänge, zumal sie seit mehr als 10 Jahren schwer unter der Caprivi'schen Wirtschaftspolitik gelitten habe. Namentlich müßten vor Abschluß der neuen Handelsverträge die Unterhändler mit Rußland die Interessen des Getreidebaues und der Viehzucht wahren. Früh müsse man anfangen, sich zu rühren, um zur Stunde der Entscheidung geeint bereit zu sein. Bei den Debatten am 18. Dezember 1891 habe er im Reichstag auf die abschüssige Bahn hin- gewiesen, die man in der Wirtschaftspolitik betreten habe. Damals fei unser Bundesgenosse wirtschaftlich gestärkt worden, zwei Jahre darauf der Feind. Jene Tage seien unvergeßlich und eine stete Warnung, wo man sogar das Kriegsgespenst in's Treffen geführt habe, um die Handelsverträge zum Schaden der Landwirtschaft herabzusetzen. Und zu unferm jetzigen Reichskanzler, der ja erklärt habe, Deutschland müsse ein Industriestaat werden, könne man nicht mehr Vertrauen haben als damals. Die Landwirtschaft müsse heute ihr eigener Bismarck sein, der von selbst die Landwirtschaft vertrat, weil er sie kannte. Ebenso wie die Handelskammern die Interessen des Handels wahren, so müsse man geschlossen die Interessen der Landwirtschaft wahren. Vor offenen Freunden brauche man sich dabei nicht zu fürchten, vielmehr vor den Leisetretern, die es mit niemand verderben wollen. Was man aber wolle, müsse man ganz wollen. Mit Lauheit imponiere man niemand, am allerwenigsten einer Regierung. Etwas Ganzes müsse man verlangen und sich nicht mit Kompromißanträgen begnügen. Durch die Zollerhöhung wolle man einen Schutz der Landwirtschaft und der Weltanschauung; deren gäbe eß zwei: die nationale und die internationale. Die nationale eingetroffen sein. Auf den Adressen ist der Name, Dienstgrad und Truppenteil des Empfängers genau zu bezeichnen. Die Beförderung ab Hamburg erfolgt kostenlos. An Offiziere dürfen Packete im Gesamtgewicht von je bis' 50 Ko., an Unteroffiziere und Gemeine je bis 30 Ko. gesandt werden. Dem Verderb ausgesetzte Gegenstände, wie Lebensmittel werden nicht befördert, sondern den Absendern zurückgesandt. Ausland. Madrid, 16. September. Hochstehende Damen versuchen die Verbindung zwischen der Prinzessin von Asturien und dem Herzog der Abruzzen zu begünstigen; doch bezweifelt man den Erfolg dieser Bemühungen, da Karl von Bourbon von den Klerikalen unterstützt wird, und auch französische Einflüsse gegen die Kandidatur des italienischen in Madrid sehr populären Fürstensohnes wirken. Turin, 16. September. Der Herzog der Abruzzen ist hier eingetroffen. Er beabsichtigt, demnächst seine zweite Nordpolreise zu unternehmen. Wien, 16. September. Das Verordnungsblatt für Eisenbahnen enthält eine Kundmachung, wonach die Kohlen- und Kokes-Tarife von den böhmischen Kohlenstationen der österr. Staatsbahnen nach Elbequai-Rosawitz um vier Kronen per Wagen ab 1. November erhöht werden. Fernerwirdderböhmisch-bayerische Kohlentarif mit 31. Oktober ohne Ersatz aufgehoben. Offenbar will man das Resultat der mit Bayern schwebenden Verhandlungen abwarten. Die gleichfalls in Aussicht gestellten Tarif-Erhöhungen nach den sächsischen Bahnstationen für böhmische Kohle sind vorläufig nicht kundgegeben worden. Graz, 16. September. Der ungarische Ministerpräsident Szell wurde vom hiesigen Civilgericht zur Zahlung von 481 Kronen für gelieferte landwirtschaftliche Maschinen verurteilt. Generalversammlung des hessischen Bauernbundes. -ff- Darmstadt, 16. September. Die hessische Landwirtschaft hat alle Parteiinteressen beiseite gelegt, um ihre gemeinsamen Interessen geschlossen zu vertreten: sie ist einig! Das ist das Resultat der gestrigen und der heutigen Versammlung, die heute vormittag 10 Uhr vom Land« und ReichstagSabg. Köhler-Langsdorf eröffnet wurde, der, nachdem er die Versammlung und speziell den Präsidenten des hessischen Landwirtschaftsrats, Geh. RegierungSrat Haas-Offenbach und die ReichstagSabgeordn-.ten Dr. Böckel, Lucke-Pat- ** Eine öffentliche Versammlung für Kaufleute, vermr- Der nächste Punkt betrifft die Agitation für den Arbeiterinnenschutz. Fräulein D u n k e r - Leipzig spricht für einen Antrag der Leipziger Genossinnen auf einen erweiterten Schutz und materielle Unterstützung während der gesetzlichen Schutzzeit der Wöchnerinnen. Wir, die wir an der Zukunft arbeiten, müssen aicch für ein Geschlecht sorgen, das sich der Zukunft freuen kann. Frau Jrer wünscht einen größeren Schutz für die verheirateten Frauen und die Krankenkassenunterstützung der Wöchnerinnen während der gesetzlichen Ruhezeit. Frau Zetkin: Der gesetzliche Arbeiterinnenschutz sei em Agitationsmittel gegen das Zentrum, dem damit die heuchlerische Maske vom Gesicht gerissen werden könne. Während das Zentrum die verheirateten Frauen aus der Fabrik heraus haben wolle, seien es gerade die Zentrumsgrößen, den Reichstagspräsidenten Graf Vallestrem eingeschlossen, welche die Arbeiterinnen in den Gruben ausbeuten. Die weitere Debatte bot nichts neues. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. September 1900, * Herr Adols Müller, in Firma Moritz Gregori und L-ohn, Kreuzplatz 14, bittet uns mitzuteilen, daß er mit oem unter dem Verdachte der Brandstiftung verhafteten Splelwarenhändler Müller vom Seltersweg nicht iden- TT 1 fn tu < p ?^inBaa der-Berlin ist der Meinung, wenn da- heutige Menschenmaterrat noch nicht auf dem S punkt der Zeit stehe urtd sich mit demselben noch 'nicht ideale Zustände schaffen lassen, so müsse dies Materäl ,,umgemodelt" werden. Es gehöre zur Aufgabe der sozialdemokratischen Bewegung, auch die Vorurteile der Menschen zu beseitigen und edlere Menschen zu erziehen. Frau W en g els-Berlin warnt vor Annahme des letzterwähnten Antrages Zetkin. Die Konferenz würde sich dadurch nur lächerlich machen. Arbeitersekretär K a tz e n st e i n-Mannheim erkennt an, daß viele ^männliche Sozialdemokraten die Frauenbewegung noch scherzhaft behandeln. Dieselbe Behandlung erfahre z. Zt. die Alkoholfrage, obwohl die gründliche Behandlung derselben der Partei bedeutend mehr Frauen zuführen wurde, als alle Resolutionen. Genossin Steinbach-Hamburg verwahrt sich da-. . _____ gegen, daß sie eine Männerfeindin sei. (Heiterkeit.) Sie I tisch ist. habe viele Genossen näher kennen gelernt, die so hoch I stehen, daß sie zu ihnen die größte Liebe hege. Andererseits habe sie aber aud} schon viel „böses Kraut" I können gelernt (Heiterkeit). Sie glaube nicht, daß eine I sozialdemokratische weibliche Bertrauensperson das er- | reichen werde, was den Männern nicht gelungen sei (Ruf- Was sie nicht gethan haben!). Die Zigarrenarbeiter seien I wohl die rötesten Genossen, auf den „Buden" werde von I nichts weiter gesprochen als von Parteisachen (Ruf: „und I Alkohol!" Heiterkeit), es sei denselben aber nicht gelungen, I die Arbeiterinnen in die Organisation hineinzuziehen. I Sie warne vor einer Ueberschätzung des Antrages, tuemi I derselbe jedoch angenommen werden sollte, so müßten die I weiblichen Bertrauenspersonen aber auch als völlig gleich- I berechtigt und zu allen Sitzungen zugezogen werden. (Sehr I richtig!) Sonst würde es meistens unterbleiben und heißen: I „Ach, was sollen wir mit der, die quatscht uns doch nur I etwas vor." I Genossin Zeise- Köln rechnet auch nicht auf An- | nähme des Antrages auf Gleichberechtigung der weib- I lichen Vertrauenspersonen durch den Parteitag. Am meisten leide die Parteipresse unter der Gleichgiltigkeit I der Genossen gegenüber der Frauenbewegung. I Arbeitersekretär Dr. Braun- Nürnberg hält es für I überflüssig, über die Form lange zu sprechen. Es hätte | vorher ein Situationsbericht über die Frauenbewegung I gegeben werden müssen. Leider gebe es nur geringe An- I sätze einer Frauenorganisation und an vielen Jndustrie- I orten fehlen selbst diese. Wenn auch viele Leiter der poli- | tischen und der Gewerkschastsbewegung Gegner der I Frauenbewegung sind, so sollte man die Männer nicht im I allgemeinen so schlecht machen. Am besten entwickele sich I die Organisation dort, wo Männer mit Frauen zusammen - I arbeiten. Es wurden dann die Vorschläge der Frau Zetkin an- I genommen. Danach sollen in jedem größeren Ort oder I Jndustriebezirk nach vorausgegangener Verständigung mit I den Genossen von den Genosjinen eine Vertrauensperson I gewählt werden, welche die Agitation unter dem weib- I lichen Proletariat planmäßig leitet. Die Vertrauensper- | sonen der Genossinnen sind überall, wo die Vereinsgesetze I dem nicht entgegenstehen, von den Organen der allge- I meinen Bewegung zu allen Sitzungen und Arbeiten als gleichberechtigte Mitarbeiterinnen heranzuziehen. Es wird zum nächsten Punkt: Die Agitation unter dem weiblichen Proletariat, geschritten. Angenommen wird folgender Antrag der Genossin Zetkin: „Zur Agitation unter den Arbeiterinnen sind, wie es schon der Parteitag zu Gotha beschlossen, in bestimmten Zwischenräumen kurze, populär gehaltene Flugblätter herauszugeben,-welche in knapper, kräftiger Darstellung einzelne Seiten der Arbeiterinnen-Jnteressen und der Frauenfrage behandeln (Lohnfrage, Arbeitszeit, Ueberstundenarbeit, sanitäre Bedingungen, gesetzlicher Schutz, Gewerkschafts-Organisationen, Gcwerbe-Schieds- gerichte, Krankenversicherung rc. re.)- Diese Flugblätter sollen die Form kleiner Broschüren erhalten, aus gutem Papier gedruckt und geschmackvoll ausgestattet werden. Mit ihrer Herausgabe wird eine Kommission betraut." Die Kommission soll ihren Sitz in Berlin haben. In einer Resolution wurde es der Parteipresse zur Pflicht gemacht, der Agitation unter den Arbeiterinnen künftig mehr Ausmerksumreit zu widmen. Die Genossin Dun ker- Lerpzrg legte den größten Wert auf die persönliche Agitation in den Fabriken. Reichsratsabg. Pernerstorffec- Wien Vertreter ba,i die Fraueyfrage nur ge ost werden konire durch dte Frauen, es gebe viele angesehene Parteigenossen, die in Bezug auf bie Frauen- frage achselzuckend sagen: Es sind ja nur Fr^en Genossin Vogel-Berlin glaubt im Gegen^is dass die Frauenbewegung zu schwach sei, um ohne Mithilfe de? Genossen weiterzukommen. Genosse Katzen st ein - Mannheim hält die Frage des Salzaufschlages für ein geeignetes Agitationsmittel unter den Frauen. (Ruf:Kohlennot!) Ueberhaupt müssen die Interessen, der Konsumenten bei der Handelsvertrags- Politik gegenüber den Hungerzöllen agitatorisch verwertet werden. t Steinbach-Hamburg: Der Begriff „Weibchen" muß den Männern im Verkehr mit uns völlig ausgetrieben werden. (Heiterkeit.) Die Frauen dürfen nicht zu politischen Zwecken ausgenutzt werden. Ein Mittel auf diesem Wege sind die neutralen Gewerkschaften, von denen man vorläufig noch wenig wissen will. (Zwischenruf mehrerer Genossen: „Hoffentlich niemals!") Das kommt noch! Ueber die Gewerkschaftsbewegung hat man früher auch gelacht, und jetzt ist es die Hauptsache (Sehr richtig!). Genossin Dun ker-Leipzig will noch Flugblätter in den Frauenabteilen der 4. Wagenklassen der Eisenbahn verteilen lassen. mehr hinzuzufügen habe. Es erübrige ihm nur, den Beschluß der gestrigen Versammlung der drei landwirtschaft lichen Provinzialvereine mitzuteilen, mit dem Anheimgebeu, sich der Resolution anzuschließen; denn auf die Einigkeit lege er das größte Gewicht. Nach Verlesen der Resolution wird diese zur Diskussion gestellt. ReichStagSabg. Luche warnt vor Spaltung, vor Vertreten von Parteipolitik, wodurch die gemeinsamen Jntereffen in den Hintergrund geschoben würden. Er bitte der Resolution zuzustimmen, da sie ein bedeutendes Mene tekel für die deutschen Negierungen sei. LaudtagSabg. Korell bittet auch um Annahme der Resolution, um der Regierung zu zeigen, daß auch der kleinste Bauer voll und ganz damit einverstanden sei. Dann spricht er noch sein Befremden darüber aus, daß die Regierung bei der gestrigen Versammlung nicht gesagt habe, ob und wie weit sie über den jetzigen Zollsatz von 3,50 Mk. hinauszugehen geneigt sei. Land- und ReichStagsabg. Köhler bemängelt, daß im Ministerium Handel, Gewerbe und Industrie und Land wirtschaft durch ein und dieselbe Person vertreten seien. Wir müssen eine besondere Vertretung haben. Der Sekretär deS hessischen Bauernbundes, Redakteur Hirsche!-Offenbach mahnt auch zur Einigkeit, die man von den Gegnern gelernt haben müßte, die stets geschloffen gingen, wenn eS gelte, ihre Jntereffen in der Gesetzgebung zu vertreten. Hierauf wird folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die zu Darmstadt vereinten hessischen Bauern deS hessischen Bauernbundes, des Bundes der Landwirte und oer landwirtschaftlichen Vereine für das Großherzogtum Hessen sehen die gegenwärtigen Zollsätze der landwirtschaftlichen Produkte als durchaus ungenügend an und bitten die Landesregierung dringend, für Verdoppelung der bestehenden Getreidezölle und wesentliche Erhöhung der Zölle auf andere landwirtschaftliche Produkte einzutreten." Nach kurzen Worten der Freude über die endlich zu stände gekommene Einigung und Jber Mahnung zum Standhaftbleiben seitens des LandtagSabg. Weidner schließt kurz nach 12 Uhr ReichStagsabg. Köhler mit einem Hoch auf den Bauernbund die Versammlung hessischer Landwirte. Sozialdemokratische Frauenkonferenz. Mainz, 16. September. r^raulein Bader eröffnete gestern in der Restauration des Herrn Rothermund als Vertrauensperson der sozialdemokratischen Frauen und Mädchen Deutschlands i ine zum ersten Male tagende Konferenz. Die Rednerin führte aus, daß der Frauenkongreß nicht den Zweck habe, sich von der sozialdemokratischen Bewegung der Männer zu trennen, sondern derselben sich immer mehr zu nähern u sozialdemokratische Bewegung mehr und mehr Zu fordern. Daß zum ersten Male eine Frauenkonferenz vor dem Parteitage tage, beweise, daß auch bei den grauen bedeutende Fortschritte gemocht worden seien. Sie I Posse, daß in 25 Jahren die Bewegung unter den Frauen I solche Fortschritte gemacht, wie bei der politischen und | gewerkschaftlichen Bewegung der Männer. Zur Präsidentin der Konferenz wurde die G e n o s s i n | Zetkin gewählt. Nach Annahme einer Geschäftsordnung I und der Aufstellung einer Tagesordnung, sprach die Ge- I nossin Zetkin über den „Ausbau des Systems der I Vertrauenspersone n". Die Rednerin will volle I Gleichberechtigung für die weiblichen Vertrauenspersonen I bei der gewerkschaftlichen und politischen Organisation und I Mitarbeit bei derselben. Die Genossen seien nach dieser I Richtung noch gerade so rückständig, wie die übrigen Ge- I sellschastsklassen". An der Debatte zu dem Antrag des I Ausbaues der weiblichen Vertrauenspersonen beteiligten I sich zahlreiche Rednerinnen. Die Genossin Jrer ist der Ansicht, daß die Ver- I emsgesetzgebung in Preußen es unmöglich mache, daß I weibliche Vertrauenspersonen bei der männlichen poli- I tischen und gewerkschaftlichen Organisation Mitarbeiten I könnten. In Preußen würden ja schon die politischen Ver- I Sammlungen aufgelöst, in denen ein paar Frauen an- I wesend seien. Frnu Steinbach warnt vor großen Hoffnungen. I Die hier gestellte Forderung sei eine Machtfrage. Sie be- I Zweifle, daß die Männer gewillt sein werden, den Frauen I volle Gleichberechtigung Auzugestehen. Das gegenwärtige I loäialdemokratische Männer- und Frauenmaterial sei vor- I jaujig noch von derartiger Beschaffenheit, daß mit dem- rsefit ^ale Zustande sich nicht schaffen (affen. 8 0ebe noch sehr viele Genossen, die die I terocaunn X'Ie9 rückständig chatten und von einer Frauen- aemnAÄ It,ollcu' Trotzdem müsse der Ver- j ^K^durchzüschem Gleichberechtigung der Frauen in _ b'NM Zietz - Hamburg erwidert der Genossin chrer *”c,n" bte Vrremsgesetze den Frauen nicht Beschränkunaen auferlegen wurden, wäre überhaupt eine gesonderteFrauen- bewegung unnötig. ö 1 v I deS die die der staltet von der Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes, findet am 20. September abends 9 Uhr im Cafs Ebel statt. Es wird ein Vortraq über die ..Wirtschaftliche Lage der Handlungsgehilfen und ihre Forderungen an die Gesetzgebung" gehalten werden O Groß-Karben, 16. September. Bei der auf dem Selzerbrunnen gestern abgehaltenen Lehrerversammlung waren nahezu 200 Lehrer anwesend. Landtagsabg. Backes aus Darmstadt hielt einen Vortrag über den jetzigen Stand der Gehaltsvorlage. Unter allgemeiner freudiger Zustimmung der Versammlung erklärte er, daß die Besoldungssache im Herbste nochmals die beiden Kammern beschäftigen werde, und er glaube versichern zu können, daß die Beratungen und Beschlüsse zur vollsten Zufriedenheit des hessischen Lehrerstandes ausfallen werden. . o. Friedberg. 16. September. Dienstag 18. September wird der Großherzog hier zu einem viertägigen Aufent' halte eintreffen, und in dem Großh. Schlosse Wohnung nehmen. -armstadt, 15. September. Ein imposanter Leichenzug, wie man ihn bet uns nur selten gewohnt ist, passirte heute die Straßen der Stadt nach dem Friedhof. Galt es doch, Überreste des plötzlich verschiedenen Kabinettsbuchhalters Regierungsrat Carl Rothermel, der Mitglied und Ehrenmitglied einer ganzen Anzahl Vereine gewesen und sich um das Darmstadter, das hessische, ja das deutsche Turnwesen sehr verdient gemacht hat, zur letzten Ruhe zu geleiten. Tausende von Freunden und Bekannten waren in dem Zug, viele Tausende hatten sich in der Straße als Zuschauer eingesunden. Unter Vorantritt der Kapelle Hilge eröffnete der Kriegerverein Darmstadt den Zug. Dem Kriegerverein folgten die Fahnen der hiesigen Turnvereine, deren Mitgliedern sich zahlreiche Freunde Verblichenen zugesellt hatten. Dann trug ein Turner ... Orben, es folgte der vierspännige Leichenwagen mit unzähligen Bouquets und Lorbeerkränzen bedeckt, dem " Angehörigen mit Freunden, sowie den Vertretern ... Deutschen Turnerschaft, dem Turnkreise und Gaue folgten. Hieran schlossen sich die Deputationen der einzelnen Turnvereine des Kreises mit über 70 Standarten und Bannern. Unter den Seibtragenben bemerkten wir auch Kabinettsrat Römhelb als Vertreter bes Großherzogs. Am Grabe würbe der Trauerzug durch einen von dem Sängerchor der Vereinigten Turnvereine vorgetragenen Choral empfangen, worauf Pfarrer Eger sprach. Nach dem Gebet folgte em weiterer Choral. Dann sprach der hessische Turmnspektor Schmuck unter Niederlegung zweier Kränze ftr den hiesigen Turnverein, wie für den Mitlelrheinkreis. Es folgte Herr Hoffmeister-Ludwigsburg als Vertreter des Deutschen Turnausschusses, der im Namen der Deutschen Turnerschaft einen Kranz niederlegte. Namens der Kreisvorturnerschaft legte Herr Heidegger-Wiesbaden einen Kranz nteber. Namens des Kriegervereins Darmstadt, dessen Ehrenmitglied der Verstorbene war, sprach unter Nieder- l-gung eines Kranzes Hauptmann Waldecker. Dann kamen die hiesigen und auswärtigen Vereine unb uuo Offenbach, Frankfurt, Mainz, Hanau, Gießen, Marburg Wetzlar, Worms, Kastel 2c., die alle Kränze ntebv.uäh>°' — Die Landwirtschaftliche Ausstellung war heutk zum Erdrücken besucht. Während am erst»' Tage ca. 4000, gestern ca. 16000 Personen anwesend waren, schätzt man )en heutigen Besuch auf über 35000 Personen. Ver- chiedene Ohnmachts- und sonstige kleine Unfälle gaben der istlfsbereiten Sanitätswache Anlaß, helfend einzugreifen. Während der gestrige Luftöallvnauf stieg von Fräulein cn Paulus gut von statten ging, sodaß sie in jtiein^™u wohlbehalten landen konnte, kam sie nur bis vor oen Wa^, unterhalb des Exerzierplatzes, wo der Ballon ich m den Bäumen festhing, sodaß die Luftschifferin wie )er Ballon aus den Aesten herabgeholt werden mußte. — vernehmen mit Bestimmtheit, daß die Leiche des nunmehr verstorbenen Prinzen Heinrich von Hessen hierherverbracht und auf dem Mausoleum auf der Rosenhöhe beigefetzt werden soll. y v Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter biefer Rubrik hebenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) rt. t Gieße«, 17. September 1900 Dem Einsender des ^.-Artikel in Nr. 216 sei noch erwidert 'daß er bester gethan hätte mit dem Vorstande des Kaufmännischen Vereins Fühlung zu nehmen *) als in geschehener Weise ungerechtfertigte Kritik zu Üben. Wie m der ersten Entgegnung schon erwähnt, ist in dem neuen Gesetze für die Angestellten eine Ustündige ununterbrochene Ruhe- pau/e bestimmt und es dürfte dem größten Teil der Angestellten gleich- gütig sein, ob diese Pause von 8 Uhr abends bis 7 Uhr morgens oder ® 8 "ahrt. In dieser Beziehung hält also der^ Vorstand des Kaufmännischen Vereins eine Diskussion für überflüssig Was den L-d-nschluß anbelangt, so konnte de- Vorstand nur i-A n, laß wte vorher der dazu berufene Detaillisten-Verein die Wege tut Eräelunn etner möglichst Allen Rechnung tragenden Einigung anbahnte. In der Versammlung ist der Vorstand des Kaufmännischen Vereins vertreten gewesen, und der erfolgte Beschluß, der mit allen gegen eine Stimme ?^°^snroUrbre,CT s? zufriedenstellend, daß der Kaufmännische Verein keine Veranlaffung haben wird, daran etwas auszusetzen. Es kann nur werden, daß niemand geschädigt wird, wenn Einigkeit herrscht, Äii- der Versammlung betonte, darf die ideale ?^änfay der Verkaufszeit hat, nämlich die Förder- ung des Familienlebens, auch nicht gering angeschlagen werden. c, müssen dazu bemerken, daß diese von uns gelassene Rubrik, die die Ueberschrtft „Eingesandt" trägt, dazu da ist, daß Angelegenheiten werden^^bmelnem^Interesse von unseren Abonnenten öffentlich behandelt Herrn Verfasser des Ll.-ArtikelS in Nr. 217 deS „Gieß. c^ch JIarJ£r n müssen, daß dem Einsmder des m-ArtikelS, betreffend das Oeffnm und Schließen der hiesigen Läden, ein ganz unbedeutender Schreibfehler unterlaufen war, indem es sich tn diesem Eingesandt hauptsächlich um das Ocffnen der Läden bandelt. Im weiteren will der Herr Einsender rotff en, um welche Zeit die Arbeiter, die früh um 6 Uhr an ihrer Arbeitsstelle sein müssen, ihre Einkäufe besorgen sollen. Laut Reichsgesetz können vom 1. Oktober an die Verkaufsläden von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends ununterbrochen offen gehalten werden. Also, Herr M., wer ist am besten informiert? Nochmals, Ihr Händler im Kleinen, wenn Euch etwas an Eurer Existenz gelegen ist, dann unterschreibt nicht die Liste deS Detaillistenvereins. Vom 1. Oktober an steht Euch reichsgesetzlich das Recht zu, Eure Läden von morgens 5 bis abends 9 Uhr offen |u halten. m. Arrrefte Meldungen. TelephouischeMeldnngeudeSGiehcnerStuzr'tsters. Darmstadt, 17. September- Der Landgerichts Präsident Sp einem ist gestern plötzlich gestorben. B. fiJlaittfif 17. September. Der Sozialdemokratische Parteitag erwählte Srnger-Berlin und Ullrich-Offenbach zu Bor- sitzeaden. ®tbtl ist krankheitshalber nicht erschienen. Dresden, 17. September. Prinz Albert von Sachsen ist gestern abend auf der Rückkehr von Pillnitz nach dem Manuöverquartier Wölkau infolge Durchgehens der Pferde aus dem Wagen geschleudert worden und verstarb nach zehn Minuten. (Prinz Albert Karl Anton Ludwig Wilhelm Viktor war geboren am 25. Februar 1875 zu Dresden als jüngster Sohn des Prinzen Georg, des Bruders von König Albert von Sachsen. Prinz Albert war kgl. sächs. Rittmeister und Eskadron- chef im 1. Ulaneu-Regt. Nr. 17 Kaiser Franz Joseph, und Hauptmann ä la suite des 2. Zägerdal. Nr. 13, Ritter des Schwarzen Adlerordens. Der Oeffeutlichkeit bekannter geworden ist sein älterer Bruder Prinz Mar, der vor kurzem als Pro- fesior des Kirchenrechts au die Uuiversität Freiburg in der Schweiz berufen worden ist. D. Red.) Dresden, 17. September. Der König war durch die Nachricht vom Tode des Prinzen Albert tief erschüttert. Die Trauer in der Stadt ist allgemein. Loudon, 17. September. Die „Köln. Ztg." meldet: Gegen die Ernennung Yunglus zum zweiten Bevollmächtigten werden schwerwiegende Bedenken geltend gemacht, da sich die Truppen Yunglus .nicht nur an den Angriffen auf die Gesandtschaften beteiligten, sondern diese auch auf Weisung WngluS erfolgten. Aus dem Haag. Reuter's Bureau erfährt, daß die niederländische Negierung ihren Konsul in Lourenzo Marquez telegraphisch beauftragt hat, Krüger mitzuteilen: Die nieder- ländische Regierung sei bereit, ihnen ein Kriegsschiff für die Uebersahrt nach Holland zur Verfügung zu stellen. Wenn Krüger dies Anerbieten aunimmt, kann das holländische Schiff in fünf bis sechs Tagen in Lourenzo Marquez ankommen. * * • Mainz, 17. September. Auer gab in einer Festrede namentlich einen Rückblick auf die vor 25 Jahren auf dem Parteitage in Gotha erfolgte Vereinigung der Lassalleaner und der Eisenacher. Er schloß seine Rede mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Beide Reden waren von Musik- und Gesangs-Vorträgen eingerahmt, unter denen das von W. Weißheimer komponierte Heweghsche „Bet' und arbeit- einen großen Erfolg davontrug. Dem Komponisten wurde Cm "ästiger Lorbeerkranz überreicht. Weitere Gesangs, Musik- und turnerische Borträge bildeten den Schluß der Feier. p Berlin, 17. September. In einem westlichen Vororte lebte ein Schriftsteller in ungetrübter Ehe. Am Sonntag vor acht Tagen kehrte der etwas schwächliche Mann von einem AuSgange nicht wieder zurück. Nachforschungen führten zu dem Ergebnis, daß der Mann in Begleitung einer jungen Dame Berlin verlaffen hatte. Mit ihm waren 600 Mk. verschwunden. Nun übergab die betrogene Ehefrau die Angelegenheit den Behörden, um das junge Mädchen wegen Ver- und Entführung ihres Mannes bestrafen zu lasten. Von dem Pärchen ist noch keine Spur gefunden. Pofen, 17. September. Bei einem Hausbrande in Prämitz bei Owinsk sind ein 14jähriges Mädchen und ein 10jähriger Knabe bei den Rettungsarbeiteu in den Flammen umgekommen. Der Wirtschafts-Sekretär Goltz, der beide Kinder retten wollte, erlitt schwere Brandwunden. Todes-Anzeige. Teilnehmenden Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser liebes Kind Johanna gestern abend 11 Uhr im Alter von 3'/, Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Eltern: Georg Simon und Frau. Gießen, den 17. September 1900. Die Beerdigung findet Dienstag den 18. September, nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Grabenstraße 7, aus statt. 6146 Reinhard Buderus sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. 6147 Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels 94.60 85.90 92.00 00.00 00.60 Danksagung 6140 Kursbericht Proerm Procent flDöbliertcS Zimmer sofort zu vermieten 08865 Weserstraße 13. 4 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 etibforitnt Brief Franz. Banknoten Oestcrr. dto. 4.17 Americ. Darmst. Bk.-Actten OOO 00 Oswalds Garten Verantwortlich für »en all,e»etn« P «Uttk.j für ktn Au,ei«, r 4 8 3 00.00 4 56.95 4 Geld 16.28 20.39 r« 3 5 4 Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, guten Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkel« Uberrdcourfer 000.001 Oestcrr. Lredit-Actien Oestcrr. Silberrmte Ung. Gold-Rente Portugiesen Mexikaner amort. S. LIU Monopol-Griechen von 1687 Tisenb. Rcntenb. Obl. BuderuS Obl. Deutsche ReichSanl. Preuß. LonsolS Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 18^1 Stadt WormS unk. 6. 1901 Oesterr. Staatsoahn v. 1885 Jtal. staats§ar. Lisenb. 08868] Junges Laufmädchen ge^ sucht. Grünbergerstraße 10», 1 Tr. 96.55 97.30 23.95 40.15 42.10 98.00 00.00 100.00 98.50 98.26 98.70 J- Kurz & Co.. Hießen, SahllhMaßk 63. Frankfurter Börse vom 15. September 1900. 20 Franken-St. Engl. Sovereigns Dollars in Gold 08874] Ein Beutelchen mit Inhalt gefunden. Abzuholen Bismarckstraße 7. Größerer, gebrauchter ReisekofEer zu kaufen gesucht. Offerten unter 03876 an die Expedition d. Bl. erbeten. Brief 16.32 20.43 4.20 Mdt. Schlchthaus. Freibank. 6148 Heute und morgen: Hinbfltifo 56 pfg. Schmimsteilch 45 pfg. 08869] Für sofort oder später ein auberes, ehrliches Dienstmädchen (15 bis 19 Jahre) zu einer kleinen Familie ge« ucht. Demselben ist Gelegenheit gegeben, dauernde Stelle zu haben und sämtl. 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