Samstag dm 18 August 1900 MM MtM Bit B **■■*■' bet Amts» und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. und den So Nk»ug»prei» vterlrltährl. Mk HM monatlich 76 Pfß. mit Bringrrlotzar durch die AbholkfteLe» vieneltährl. Mk. LM monatlich 65 Pfg. Bei PostbeznH Mk 2,40 oierteljAM mit Bestell-el». RMta, BtteMea und Nr. 7. Gratisdeila-m: Gießemr FamUienblütter, Ker hegrßchr Landwirt, KAter für heUche DsLÄwn-r.______________ »i, »«■ifiteeritttt dem Sujeigec toi Mechel ■* .Hess. <- ^Mittet Der letzte Kampf um Deutschlands Kaiserkrone. (Aus bet glücklichsten Zeit des Kaisers Franz Josef.) --(Nachdruck verboten.) ■br* für Depeschen: jMqeifet KtchhM. Fernsprecher Nr. 5L lich: Wenn alle Herrscher, die aus Oesterreichs stolzem Thron saßen, den Sinn des jetzigen Kaisers gehabt hätten, es sähe besser aus mit der Geschichte unseres verbündeten Nachbarstaates. Aber all die großen Sünden seiner Vorgänger konnte Kaiser Franz Josef nicht gutmachen, selbst wenn ihm ein Mann wie Bismarck ratend und helfend zur Seite gestanden hätte. . t Es ist hier nicht der Ort, bte Politik des Österreich« ischen Kaisers einer eingehenden Würdigung zu unterziehen. Das wird Sache des Leitartiklers sein. Wir wollen hier nur an eine Epoche erinnern, die die glücklichste, vielleicht die einzig glückliche im Leben des Herrschers ist, der soviel Leid und Kummer kennen gelernt hat; der mit Recht an der Neige seiner Jahre ausrufen konnte: „Soll mir denn garnichtS erspart bleiben?" Zu den schweren RegierungS- sorgen, zu den Enttäuschungen in seiner äußeren und inneren Politik gesellte sich daS häusliche Elend, das schlimmer das Geschlecht der Labdakiden nicht erfahren hat. Sein Bruder Max wurde in Mexiko erschossen. Ein anderer Sproß seines Hauses, Erzherzog Johann Salvator (Johann Orth), segelte mit seinem Schiff hinaus in den weiten Ozean und kehrte nie wieder heim. Spurlos blieb er verschwunden. Sein Sohn, der hoffnungsvolle Kronprinz Rudolf, fand in dem Jagdschloß zu Meyerling ein mysteriöses, tragisches Ende. Und zuletzt, als ob des furchtbaren Leides noch nicht genug wäre, wird seine hochfiunige Gattin, „die niemals im Leben jemand etwas zu Leide ge- «»»«hm« W« lijtiflen |U bet —chmitts-r Mr b* VifiniirT »fcheimndrn Nummer M hchl X W* WMhfcD^fB **M M*r. Nr. 192 Erstes Blatt. Heute, am 18. August, feiert Oesterreich-Ungarn mit ihm sein langjähriger Verbündeter Deutschland 7 0. Geburtstag des Kaisers Franz Josef I. zerrissen das herrliche Oesterreich auch ist, an diesem Tage werden die Völker der Monarchie, die sich wie feindliche Brüder hassend gegenüberstehen, nur ein gemeinschaftliches Gefühl haben: Ehrfurchtsvolle Liebe zu dem Herrscher, der so viele schwere Tage während seiner langen Regevtenzeit gesehen hat, deffen milder und gerechter Sinn nicht fähig war, die verschieden gearteten Völker miteinander zu versöhnen; aber deffen leiderprobtes Alter doch ehrfurchtgebietend genug ist, eine daS Reich auflösende Feindschaft zu bannen. Es sind durchaus keine so tollen Vermutungen, wie man gern beschwichtigend zu versichern pflegt, wenn mau die Befürchtung ausspricht, daß nach dem Tode des greisen Herrschers vielleicht die große, gewaltige Monarchie der Habsburger in einen losen Staatenbund sich verwandeln wird. DaS HauS Oesterreich mit seinem anscheinend klugen, aber fo verhängnisvollen: „Tu felix Austria nubel® hat im Laufe der Zeiten schon trübere Erfahrungen an seinen er- heirateten Ländern gemacht. Mögen sich diese Vermutungen «un als wahr erweisen oder nicht, eines bleibt uuwiderleg- than", das Opfer eines feigen Mordbuben. Bei einem solchen trüben Herrscherleben sucht man unwillkürlich nach einer Zeit, wo auch einmal etwas Sonne das Dasein des Geprüften erhellt hat. Als ein solcher Sonnenblick ist die letzte Hälfte des Jahres 1863 zu bezeichnen. Da stand Kaiser Franz Josef auf der Höhe seines Lebensglückes, seiner Macht und seines Ruhmes. Preußen hatte sich immer noch nicht ganz von seiner Olmützer Demütigung erholt. Bismarck, der das StaatSruder mit fester Hand ergriffen hatte, wurde von der Mehrzahl nicht ernst genommen, oder Männer wie der große Geschichtsschreiber v. Sybel warfen ihm sogar im Parlament offen „notorische Unfähigkeit in diplomatischen Dingen" vor. Em Minister wie der Herr v. Bismarck allerdings, der scherzend aus die ernstesten Fragen einging, der keck den bewährtesten Parlamentariern die Worte ins Gesicht schleuderte: „In Deutschland verstehen die Parlamentsredner immer alles bester, vom Kriegführeu bis zum Hundeflöhen, als die gelernten Fachmänner!" ein solcher Minister war auch ein noch nie dagewesenes Monstrum. An die Bismarck'sche Sprache mußte sich erst daS Ohr gewöhnen. Die deutschen Länder und Ländchen wenigstens wollten Nichts von einem Preußen mit Bismarck wiffen. Lieber wollte man sich wieder dem alten, gemütlichen Oesterreich unterordnen. ES war ja mit dem heiligen römischen Reiche deutscher Nation so lange gegangen. Warum sollte im nicht wieder den Zustand vor 1806 nnederherfiellen Lehrzeit Gelegenheit zur Ablegung der Lehrlingsprüfung zu geben, und zivar unabhängig davon, ob für die betreffenden Handwerkszweide im Handwerkslammerbezirk Innungen bestehen oder nicht. II. Bei den Zwangsinnungen müssen Prüfungsausschüsse bestellt werden, deren Vorsitzende von dem Vorstande der .Handwerkskammer ernannt und deren Beisitzer von der Jnnungsversammlung und von dem Gesellenaus- schusse gewählt werden. So lange bei einer Zwangsinnung kein Gesellenausschuß besteht, ist das Bedürfnis durch Errichtung eines anderen Prüfungsausschusses zu decken. Bei Zwa-ngsinnungen, welche mehrere verwandte Gewerbe jn sich schließen, ist die Zahl der Beisitzer so zu bemessen, daß aus jedem der vertretenen Handelszweige erforderlichenfalls mindestens je ein Vertreter zur Prüfung hinzugezogen werden kann. So können z. B. der Vorsitzende und die Mitglieder des Prüfungsausschusses einer Zwangsinnung, deren Bezirk auf eine Stadt beschränkt ist, zugleich zu Vorsitzenden und Mitgliedern der von der .Handwerkskammer für die umliegenden Landbezirke gebildeten Prüfungsausschüsse bestellt werden. Der Prüfungsausschuß der Zwangsinnung ist lediglich für den dieser zugehörigen Bezirk zuständig, jedoch können Mitglieder der Zwangsprüfungsausschüsse, wenn das praktische Bedürfnis es erfordert, von der Handwerkskammer in die von ihr gebildeten Prüfungsausschüsse berufen werden. III. Bei freien Innungen darf ein Prüfungsausschuß nur dann gebildet werden, wenn ihnen die Ermächtigung zur Abnahme von Prüfungen seitens der Handwerkskammern erteilt wird. Innungen ohne Gesellenausschuß, sowie allen gemischten Innungen, d. h. solchen, welche miteinander nicht verwandte Handwerkszweige in sich vereinigen, kann diese Ermächtigung nicht erteilt werden. Falw Innungen, in denen mehrere verwandte Handwerkszweige vertreten sind, das Prüfungsrecht erteilt wird, so ist die Mitgliederzahl des Prüfungsausschusses in gleicher Weise wie bei den Zwangsinnungen (vergl. II) zu ordnen. Die Zuständigkeit des Prüfungsausschusses einer freien Innung ist auf die Lehrlinge der Jnnnngsmitglieder beschränkt; sie darf innerhalb des Jnnungsbezirks auf alle daselbst vorhandenen Lehrlinge der betreffenden Gewerbe nur dann ausgedehnt werden, wenn zwei Drittel der beteiligten Handwerker des Jnnungsbezirks, welche Lehrlinge halten, der Innung angehören. Eine weitere Ausdehnung der Zuständigkeit des Jnnungsprüfungsausschusses, insbesondere über den Jnnungsbezirk hinaus, ist unzulässig. Dagegen steht nichts im Wege, die Mitglieder desselben, wenn das praktische Bedürfnis es erfordert, in einen von der Handelskammer zu bestellenden Prüfungsausschuß, zu berufen. IV. Den Prüfungen der im § 129 Abs. 4 und § 131 Abs. 2 der Gewerbeordnung erwähnten Lehrwerkstätten, gewerblichen Unterrichtsanstalten und Prüfungsbehörden, welche vom Staate für einzelne Gewerbe oder zum Nachweise der Befähigung zur Anstellung in staatlichen Betrieben eingesetzt sind, kann seitens des Ministers für Handel und Gewerbe die Wirkung der Gesellenprüfungen in der Weise beigelegt werden, daß von den mit Erfolg geprüften Personen die Ablegung einer Gesellenprüfung nicht weiter verlangt zu werden braucht. Atttisstge durch die Pariser |kttiv|Mn|. Von Paul Lindenberg. * (Nachdruck verboten.) XXL Zu den Palästen des Marsfeldes. — Zu viel des Guten! <— Das Paradies der Dameu. — Von der Niederrheiuischeu Sammet- und Seideu-Jndustrie. — Die Webschule zu Scherrebeck. Deutschlands industrielle Beteiligung. — Kreuz und quer. — Zu der Maschinenhalle. — Die Abteilung des Nahruugswesens. — Feuchte Ecken. Eine teils anregende, teils anstrengende Wanderung ist es, die uns durch die Paläste des Marsfeldes führt, die sich in ununterbrochen langen Linien erstrecken und ihre weißen, dekorativ reichgestalteten, mit doppelten Galerieen versehenen Außenseiten den erfrischenden und sorgsam gepflegten Gartenanlagen, die zwischen Eiffelturm und Elektrizitätspalast liegen, zukehren. Die Jndustrieen aller an der Ausstellung beteiligten Länder haben hier Unterkunft gefunden, in einer so überreichen Fülle und Abwechslung, daß selbst die interessiertesten Fachleute oft wehmütig den Kopf schütteln und entsagungsvoll ausrufen: „Nein, es ist zu viel des Guten, wir geben den Unter welchen Bedingungen das zulässig sein wird, ist weiterer Entscheidung Vorbehalten. Jedenfalls kommen diese Prüfungen als allgemeiner Ersatz für die Gesellenprüfungen nur vereinzelt in Betracht. V. Bei der Errichtung von P r ü f u n g s a u s s ch ü f f e n durchdie Handwerkskammer rst es als Ziel zu bezeichnen, daß jedem int Handwerkskammerbezirk vorhandenen Lehrling Gelegenheit gegeben wird, iu nicht zu weiter Entfernung von seinem Wohnort vor einem feinem Fache entspr^henden Prüfungsausschuß die Gesellenprüfung abzulegen. Als Bezirk der Prüfungsausschüsse kommt für die Regel der Kreis in Betracht. Dte Zahl der zu bildenden Prüfungsausschüsse hängt in erster Linie von der Zahl der im Handwerkskammerbezirk gehaltenen Lehrlinge des betreffenden Gewerbes ab. Wenn einerseits unter Umständen die Bildung mehrerer Prüfungsausschüsse für einen Kreis empfehlenswert erscheint, so ist andererseits bei einer ganzen Reihe von Handwerkern die Vereinigung mehrerer Kreise zu einem Bezirk zulässig. So kann die Zusammenlegung des Stadtkreises mit dem umliegenden Landbezirk oder Teilen desselben sich ost als praktisch erweisen. Im übrigen kommen als Sitze der Prüfungsausschüsse in erster Linie Orte mit guter Verkehrs- Verbindung (z. B. Marktorte, Eisenbahnknotenpunkte re.) in Betracht, sowie Orte, in denen das betreffende Handwerk am meisten vertreten ist. Den Lehrlingen der im Handwerks- kammerbezirk nur gering vertretenen Handwerkszweige ist wenigstens durch Errichtung je eines Prüfungsausschusses innerhalb des Handwerkskammerbezirks Gelegenheit zur Ablegung der Gesellenprüfung zu geben. In Ausnahmefällen — für Handwerkszweige, die im Bezirke nur ganz vereinzelt vorkommen — wird die Einrichtung • vereinigten Prüfungsausschusses mit einem ständigen Vorsitzenden und je nach dem Fache der Prüflinge wechselnden Beisitzern als zulässig erachtet werden können. Gießener Anzeiger /L, I M/tAV «' enirigat-BermtHuafeReHm »d 3» m» XiiAoM I X 1011 17 | jl I W vVfl || IV | 1101 «etzmm Anzeigen für den «ießener Anzeiger rntye*. JVIUVV Zetlevpreir: lokal 12 Psg., OHltoärü 20 Psg. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. ||||3ur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 22. August ds. IS. in Wetzlar anstehenden Viehmarktes an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine den Markt zu Leun betreffende Bekanntmachung in Nr. 168 des diesjährigen KreiSblatteS veröffentlicht worden sind. Aus der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen und den preußischen Kreisen Biedenkopf und Marburg dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aus- getrieben werden. Wetzlar, den 13. August 1900. Der Landratsamtsverwalter.______________ Politische Tagesschau. Geht er? Geht er nicht? Eine Berliner parlamentarische Korrespondenz verbreitete die angeblich verbürgte Mitteilung, 'Haß her Reichskanzler nunmehr geneigt sei, dem Dränaen seiner Familie, die schon läng st fein Scheiden aus dem R e i ch s d i e n st e wünscht, n a ch -u g e b e n. Jetzt versichert eine andere parlamentarisclje Korrespondenz mit derselben Bestimmtheit, daß die Meldung von dem bevorstehenden Rücktritte des Reichskanzlers wiederum unbegründet sei. Das ist nicht das erste Mal, daß solche Mitteilungen auftauchen und bestritten werden, und wird nach menschlicher Voraussicht nicht das letzte Mal sein. Ein sprechendes Zeichen der Zeit ist die Seelenruhe, mit der Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritte des ersten Beamten des Reichs aufgenommen werden. Man empfindet fast überall, daß ein solcher Vorgang, auch wenn er sich jetzt in diesen ernsten und ereignisvollen Tagen völlige, raum von tieferer Bedeutung fein würde. Was das diesmalige Gerücht anlangt, so wird zunächst abgewartet werden müssen, ob die parlamentarische Korrespondenz, die es verbreitete, es aufrecht erhält und zu begründen vermag. Denkbar wäre es immerhin, daß gerade jetzt der Reichskanzler das Bedürfnis empfände, die schwere Bürde seines Amtes tragfähigeren Schultern zu überlassen. Daraus, daß man in gewissen Kreisen, die eine gute Witterung haben, mit einem baldigen Rücktritte des Reichskanzlers rechnet, läßt die Haltung derjenigen Presse schließen, welche sonst lin besonderer Weise für den Reichskanzler Partei nahm, jetzt aber höchst auffällig seine ständige Ab- wesenheit bemängelt • und sich dem neuen aufgehenden Sterne zuwendet. _____ Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat die Aufsichtsbehörden der Handwerkskammern angewiesen, für die Regelung des Ge- seltenprüfungswesens die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Hierbei sollen im wesentlichen folgende Grundsätze beachtet werden: I. Allen im Handwerk — nur dieses kommt in Betracht — beschäftigten Lehrlingen ist nach Ablauf der Kampf auf, hier durchzukomrnen^!" Und nun erst die armen Ausstellungsbesucher, die weniger lernen als sehen wollen, sie wissen größtenteils nicht, wohin sie die Augen lenken, wohin sie die Schritte richten sollen, denn streng sachwissen- schaftlich^ Gegenstände wechseln mit allgemein fesselnden ab, und nach einigen Stunden Umherwanderns ist's ihnen, als ob ihnen das berühmte Mühlrad im Kopfe umherschwirrt. Betreten wir die linke Palastreihe, so gelangen wir zunächst in die Abteilung der Hüttenkunde und Minen, die Gewinnung der Metalle wird uns veranschaulicht und ihre Bearbeitung, wir werden eingehend mit dein Betrieb in den Bergwerken vertraut gemacht und mit den dazu nötigen Vorkehrungen, Maschinen und Werkzeugen; unter den gewonnenen Metallen nehmen Eisen und Stahl die Hauptstelle ein, gewaltige, prächtig geformte Portale wölben sich über uns, und in staunenswerter Riesenhöhe sehen wir die für die modernen Schiffskolosse bestimmten Schrauben im Gewicht von 80 000 Krlo. Des Kriegsgottes ist natürlich besonders gedacht, ganze Arsenale verschiedenster Geschosse sind aufgespeichert, und ihre Wirkung vergegenwärtigen die von ihnen getroffenen Panzerplatten, während wir in enger Nachbarschaft die Entstehung der Geschützrohre verfolgen können. Der Bezwingung und Verwertung des Gesteins ist gleichfalls ein breiter Platz gewährt worden, u. a. wie man in den Marmor-, Granit-, Sandsteinbrüchen vorgeht und wie »man bestrebt ist, hierbei Unglücksfälle zu vermeiden. Sehr hübsch sind die Sonderausstellungen der verschiedenen Nationen, vor allem der Vereinigten Staaten von Amerika mit den tausendfachen Proben der Landesmineralien, unter denen ansehnliche Goldklumpen manch' heimliche und laute Wünsche erregen; das „Gold des Meeres", den Bernstein, bringt Deutschland in stattlicher und umfassender Weise zur Schau. Die Gruppe der Bekleidungsindustrieen mit ihren mannigfachen Nebenzweigen schließt sich an. Hier ist das Paradies der Damen, von diesen Sälen vermögen sie sich nur schwer zu trennen und kehren immer wieder zu ihnen zurück, sobald sie es nur ermöglichen können. Madame Mode schwingt ja hier ihr beherrschendes Szepter und übt ihren allgewaltigen Einfluß auf all' die aus, die sich letzterem, ach wie gern, beugen! Auch die männlichen Besucher kommen zu ihrem Recht, wenn sie nur ein wenig Sinn für Beobachtung haben und nicht etwa selbst die Begleiter holder Schönen sind, sodaß sie ihre Studien nicht an anderen, sondern an sich anstellen müßten. Frisch und unternehmungslustig kommt jener beleibte Herr mit seiner jungen, hübschen Gattin an, seine Augen überfliegen das Gebiet und scheinen zu sagen: „O, das werden wir hier bald haben, damit werden wir bald durch sein!" — aber betrachtet ihn nach einem Stündchen, wie er zusammengeknickt und entmutigt umherschleicht und nach einem Ruheplätzchen sucht, die sämtlich! jedoch von Leidensgefährten besetzt sind — in allen möglichen Stellungen sieht man sie auf den von dürftigen Palmen beschatteten Rundsophas zusammengepfercht: diese lesen die Zeitungen, jene sehen nervös immer von neuem nach der Uhr, andere blicken fast stumpfsinnig vor sich nieder, die Klügsten aber befreundeten sich mit Morpheus, wobei es an gediegenen Schnarchkonzerten nicht fehlt. Diejenigen Männer, welche den „Zauber" hier schon kennen, suchen eins der vielen unter den offenen Arkaden gelegenen Restaurants auf und lassen sich dort von ihren Holden abholen — es soll allerdings schon vorgekommen sein, daß dann der teure Gatte nicht mehr ganz fest auf den Beinen war, da er die lange Zeit des Wartens zu einem gar zu liebevollen Studium der Gambrinusgaben benutzte. Unsere Damen, die sonst so leicht müde werden, namentlich in jenen Teilen der Ausstellung, in welchen die Männer sich gern näher umschauen, hier kennen sie nichts von Ermattung, in diesen weiten Räumen, angefüllt' mit Putz und Tand, mit Legionen der kokettesten Schuhe und Stiefel, mit künstlichen Blumen, Stickereien, Spitzen, mit den neuesten Erzeugnissen der Korsage-Fabrikation, mit Handschuhen, Hüten, Fächern, Coiffuren und — und das ist doch die Hauptsache — mit den Meisterwerken der bekanntesten Pariser Toilettenkünstler. Nach tausenden zählen die Kostüme, die in hohen, von allen Seiten durchsichtigen Glasschränken ausgestellt wurden und die von den duftigsten Matinees bis zu den prunkendsten Ball- und Gesellschaftsroben gehen; sehr hübsche Gruppen von Wachsfiguren verstärken den Eindruck, namentlich in den elektrisch glänzend bestrahlten „Salons de Lumiere", die eine Gesamtausstellung der allerersten Pariser Schneider, wie Worth rc., enthalten und zum Teil einen fast fabelhaften Wert verkörpern. Eine historische Abteilung zeigt uns die Thorheiten und Launen der Mode von 1800 an Oesterreich wäre natürlich sofort bereit, wieder wie einst die alleinige Führung zu übernehmen. Es grollte dem aufstrebenden Preußen und seinem Minister, der sogar dem Grafen Karolyi ganz unverfroren geraten hatte, Oesterreich thue am besten, seinen Schwerpunkt nach Ofen zu verlegen. Die Gelegenheit war also jetzt für Oesterreich die günstigste, die man sich denken konnte. Kaiser Franz Joses berief einen Fürstenkongreß nach Frankfurt a. M. Dort sollte über das Wohl und Wehe des Deutschen Reiches beraten werden. Das Endziel war klar- gesteckt: unter der Maske einer Bundesresorm wollte Oesterreich sich unter Zustimmung seiner Vasallen die erste Stellung wieder sichern, und Preußen ganz an die Wand drücken. Damit wäre allerdings der unglückselige Dualismus auf einmal beseitigt worden. Aber auch das alte Elend des achtzehnten Jahrhunderts wäre wieder herausbeschworen worden. Daß das verhütet wurde, das haben wir Bismarcks „notorischer Unfähigkeit in diplomatischen Dingen" zu verdanken, denn die Hohenzollern selbst hatten sich nie ganz von dem Wahne sreimachen können, daß Oesterreich als äfteste und größte Macht die führende Stellung in Deutschland gehörte. Kaiser Franz Joseph lud auch den KpNlg von Preußen zu dem Kongreß ein. Lange wider- Sh der selbständige Sinn des Königs. Als aber König ann von Sachsen selbst nach Karlsbad, wo König Wil- 1 mit seinem Minister sich zur Kur aushielt, kam, und mit Zureden und Bitten nicht nachließ, da schwankte König — „es ist alles schon dagewesen" lernen wir auch hier wieder, und wer weiß, ob nicht allerhand Verdrehtheiten, über die wir jetzt spöttisch lächeln, uns in kurzem schon von neuem beglücken! An die fertigen Toilettesachen schließen sich die Gruppen der Seiden-, Sammet-, Wollen-, Leinewand- Waren, der Gardinen- und Spitzen-Jndustrie, der Stickereien und Passementerieen, darunter die wundervollen Seiden- und Damaststoffe aus Lyon mit täuschend aufgewirkten Blumen und Spitzen, die man, wenn man nicht ganz genau prüft, als ausgenäht betrachtet. Aber auch hier, auf dem bisher unbestrittenen französischen .Textil-Gebiet, behauptet Deutschland würdig seinen Platz, hauptsächlich) durch die Kollektiv-Ausstellung der Niederrheinischen Sammet - und Seiden-Jndustrie, die in einem prächtigen, aus Zedernholz errichteten und reich mit Bronzeschmuck verzierten Pavillon, der allein die Kleinigkeit von 300 000 Mark gekostet haben soll, untergebracht worden ist. Großen Beifall und rege Beachtung finden die in der (von Pastor I a c o b se n ins Leben gerufene) Webschule zu Scherrebeck, einem nahe Tondern gelegenen Kirchdorfs, hergestellten Wandteppiche, welche in der aus Norwegen und Schweden übernommenen Technik der Handweberei außerordentlich geschickt und künstlerisch wirkend hergeMlt worden sind; es ist lebhaft anzuerkennen, daß diese uralte Art der Weberei so gewissenhafte und zielbewußte Pflege erhält und, von tüchtigen Malern unterstützt, so gute Resultate zeitigt, wie man es in Paris bewundern kann. Aber auch in unserer deutschen Heimat sollte man sich mehr um diesen eigenartigen, einen fröhlichen Eindruck hervorrufenden Zimmerschmuck kümmern und den Erzeugnissen dieser Webschule, die nur idealen Zwecken dient und von großem erziehlichen Wert ist, mehr Beachtung schenken, damit auch im eigenen Lande deutscher Fleiß Und deutsche Intelligenz die. verdiente Anerkennung finden. Verschiedene fremde Staaten haben umfassende Gesamt-Ausstellungen veranstaltet von imposanter Schönheit, so die Schweiz, deren Seiden- und Sammet-Fabrikanten neuen Ruhm ernten, Italien mit Seidenstoffen in Hellen Farben und köstlichen Venetianischen Spitzen, Rumänien mit farbenreichen National-Kostümen und originellen Stickereien, vor allem aber Rußland und Japan, ersteres u. a. die kostbarsten golddurchwirkten Stoffe für kirchf- liche Zwecke, eine Fülle von schönen Pelzen, aber auch Putz und Toiletten zur Schau stellend, letzteres seine „Gemälde in Seide", denn thatsächlich machen diese kunstreichen Stickereien den Eindruck der erlesensten und farbenfrohesten Malereien. Die Abteilung der Mechanischen Künste schließt sich an mit tausenderlei Maschinen und Werkzeugen der Verarbeitung von Metallen und Holz, mit Motoren und anderen Maschinen, die kleineren Betrieben dienen, mit Telegraphen- und Telephon-Apparaten; sie leitet zu der im Elektrizitätspalast, welcher die Verbindung zwischen den beiden Reihen der Paläste des Marsfeldes yerstellt, untergebrachten Abteilung über, die uns mit allen Geheimnissen der elektrischen Kräfte vertraut macht und welche Verwendung letztere in zahllosen Zweigen des öffentlichen Lebens finden, sei es im Verkehrswesen, in der Beleuchtung, im Haushalt, in der Fabrikation vieler chemischer Erzeugnisse, in der Telegraphie und Telephonie, m der Regulierung der Uhren und anderer Apparate, im Heizungswesen rc. Wie hier, so ist auch Deutschland in der benachbarten Abteilung der ChemischenJndustrien hervorragend vertreten; der in zierlichsten und reizvollsten Formen gestaltete Pavillon der deutschen Parfümerie-Fabrikantien lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, und man hört gerade von französischer Seite manch ehrendes Wort darüber. Von allgemeinem Interesse ist die außerordentlich reich beschickte Gruppe des Ingenieur- und Transpdrt-Wesens mit den jüngsten Errungenschaften des Rad- und Automobil-Sports wie der Lust- schiffahrt. Welche Umwälzungen dieses Gebiet aufzuweisen hat, zeigt uns die rückblickende Ausstellung mit ihren Tragstühlen und schweren Kaleschen, den Gala- und Reisewagen, darunter verschiedene von geschichtlicher Bedeutung; die schon das System unseres Velocipeds aufweisende erste Draisine aus dem Jahre 1795 steht neben der ersten, von Stephenson erbauten Lokomotive, welche am 3. Mai 1831 zum ersten Male zwischen Whitstable und Canterbury lief. In d er folgenden Abteilung der Erziehung und des Unterrichts nimmt Frankreich den bedeutsamsten Platz ein mit einer Uebersicht des gesamten Nnterrichts- wesens und sehr lehrsamen Rückblicken auf frühere Zeiten; auch hier ist Japan, das enorme Anstrengungen gemacht Wilhelm. Bismarck sah schon im Geiste seine Pläne durchkreuzt. Es kostete ihm die äußersten Anstrengungen, seinen Herrn von dem verhängnisvollen Schritte zurückzuhalten. Und als er endlich seinen Willen durchgesetzt hatte, als König Johann ohne Erfolg abgereist war, da konnte Bismarck seinen verhaltenen Groll nicht länger unterdrücken. Mit geballter Faust schlug er aus einen Teller mit Gläsern, daß die Scherben im Zimmer rings herumflogen. Jetzt erst war ihm wieder wohl. Preußens Fernbleiben vom Kongreß ließ alle Beschlüße, die gefaßt wurden, wirkungslos bleiben. Aber dem preußischen Minister zürnte man bitter, sogar im eigenen Lande selbst. Man hielt seine Politik für toll, für abenteuerlich. Und doch wie klar stand ihm sein Ziel „Los von Oesterreich, kein Groß-Deutschland, nur ein Klein-Deutschland!" schon vor Augen! Dem Kaiser Franz Josef aber jubelte man in allen deutschen Landen zu. Selbst Die, die einst auf Preußens Seite standen und vom König Wilhelm allein das Heil des Reiches erwarteten, selbst die gingen zum größten Teil ins österreichische Lager über. Die Besten aber fürchteten, daß Preußen nun von Oesterreich erdrückt werden würde. Kaiser Franz Joses stand aus der Höhe seiner Macht. Ein Schritt noch, und die Krone, die man einst Friedrich Wilhelm IV. vergeblich angeboten hatte, war sein. Wie gefürchtet Oesterreich damals war, wie sehr man an Preußen verzweifelte, das geht daraus hervor, daß selbst die Königin Victoria von England den Kaiser aufsuchte hat, um den anderen Kulturstaaten gleichzukommen, zu ftnden, besonders fesseln die Ausstellungen der kunstge- werblrchen Schulen, die uns zeigen, wie meisterhaft Irma- ^apan Zeichensllft und Pinsel zu führen versteht. Deutsch- land ist in dieser Gruppe nicht vertreten nach feinem glänzenden Erfolge in Chicago, es hätte das dort Ausgestellte nur wiederholen können. Desto häufiger treffen! wir deutsche Aussteller in der Abteilung der Schönes Künste und W i ssenschaften, die sehr reichhaltig rtt, da sie auch vieles enthält, was sich kaum in diesen; Rahmen fügt. Buchdruck, Lithographie, Autographie, Photographie, kurz, die vervielfältigenden Künste mit Maschinen, Rohmaterialien wie fertigen Erzeugnissen sind hier untergebracht worden, dann wird uns die Herstellung von Banknoten und Briefmarken, Münzen und Medaillen gezeigt, der Musik wurde ein breiter Raum gewährt mit sehr beachtenswerter geschichtlicher Gruppe, in welcher wir auf das mit frohsinnigen Malereien geschmückte Klavier Marie Antoinettes stoßen, und viel hübsches enthält auch die der Bühne gewidmete Abteilung mit dem stets anziehenden Leben und Treiben hinter dem Theatervorhang und all den Geheimnissen der szenischen Ueberraschungen, welche die Augen der Zuschauer blende«. Die WisseNf- schaft ist durch reiche geographische Sammlungen repräsentiert, darunter die umfassende des Prinzen Jerome Bonaparte, dann durch die Zweigabteilungen der Optik und Chirurgie, wobei sich Deutschland durch seine meisterhafte JnstrumenteN-Jndustrie vor allen anderen Staaten auszeichnet. Und das Gleiche ist in der Maschinenhalle, zu der wir unsere Schritte lenken, der Fall; hier stampft unb- saust und rasselt und dröhnt es ununterbrochen, daß man sein eigenes Wort nicht versteht, gewaltige Räder schwingen sich in hohem Bogen, und viele Zentner schwere Hämmer fallen wuchtig nieder, man ist ja im Reiche der modernen Cyklopen. Die deutschen Maschinen sind gesondert aufgestellt und finden noch ihre Ergänzung in einer eigenen kleineren deutschen Maschinenhalle, die vierzig Aussteller vereint; hier tritt Deutschland mit voller Wucht auf und erzwingt sich einen Erfolg, wie es ihn bisher auf keiner anderen Ausstellung gefunden. Aber, wer nicht ganz spezielle Interessen verfolgt, rettet sich gern aus dem ohrenbetäubenden Gesurr und Gesumtne in die Wein- und Bierstadt, als welche uns die mit der Landwirtschaft verbundene Abteilung des Nahrun Zswesens erscheint. Sie bietet einen äußerst fröhlichen Anblick d ar, denn viele der großen Wein-, Bier-, Chokoladen- rc. Firmen haben ihre Erzeugnisse in den oft auf das phantastischste und mannigfaltigste errichteten Pavillons und Kiosken ausgestellt. Da giebts Gehöfte, Zelte, Burgen, Bauernstuben, Schiffe, Türme, Mühlen, Klöster, und Gott sei Dank, man braucht nicht nur die Fässer und Flaschen von außen zu betrachten, sondern kann sich auch mit ihrem Inhalt befreunden, mit den edlen Gaben der Champagne und Bourgogne, der Gironde und Bordeaux', und es ist kein schlechter Stoff, der einem hier gereicht wird, und gern thut man manch kräftigen Zug, dexn gewiß, solch eine Ausstellung ist ungeheuer sehenswert und unterhaltend, aber einen Durst macht sie daneben, einen) Durst, daß man die hohen Pachtsummen versteht, welche die Inhaber der zahllosen Durststill - Stationen bezahlen! müssen! Aus Stadt und Kund. Gießen, 17. August 1900. ** Elektrizitätswerk. Wie aus dem Anzeigenteil unseres Blattes ersichtlich, ist die Lieferung eiserner Träger für das hier zu erbauende Elektrizitätswerk ausgeschrieben. Wie wir hören, wird dasselbe in der für diesen Zweck vor mehreren Jahren angekauften Neumühle errichtet, und es ist sowohl für die Beleuchtung unserer ausgedehnten Bahnhofsanlagen, wie zur Abgabe von Licht und Kraft an Geschäftsleute und Private, die daraus reflektieren, bestimmt. Die Bedingungen für die Anmeldungen dürften in aller Kürze bekannt gegeben werden. Der Bau des Werkes soll derart beschleunigt werden, daß eS thuulichst schon im kommenden Frühjahre in Betrieb gesetzt werden kann. ** Fahrplauänderung zum 1. Oktober. Strecke Gießen —Gelnhausen: Personenzug 501, der auf der Strecke Stockheim—Nidda bisher nur Montags, Dienstags und Freitags verkehrte, wird auch an Sonntagen gefahren. Personenzüge 511 und 514 Gelnhausen—Nidda und zurück^ die bisher nur Sonntags, Montags und Donnerstags verkehren, werden auch an Samstagen gefahren. — Strecke Friedber g—H a n a u: Gemischter Zug 3962 Heldenbergcn und ihn bat, doch glimpflich mit dem König von Preußen, um ihrer eigenen Tochter willen, umzugehen. Aller Augen waren auf das aufstrebende Reich der Habsburger gerichtet. Der König von Preußen war fast ganz verlassen. Selbst sein Sohn mißbilligte seine Schritte. Der König aber hatte seinem Minister das Wort gegeben, an besten Politik zu glauben und ihm treu zur Seite zu stehen. Und er war bekannt, daß er nie sein gegebenes Wort brach. Dieses Jahr 1863 ist das glücklichste in dem so ereignisreichen Leben des österreichischen Kaisers. Bald aber sollte Schlag auf Schlag folgen, und einsam sollte er unter seiner bunten Völkerschar dastehen. Jetzt an seinem 70. Geburtstage wird er vielleicht zurückdenken an die vielen falschen Hoffnungen und Enttäuschungen. Ein Gedanke aber wird ihn doch beglücken und neu ermutigen, nämlich der, daß ihn jeder Untertan seiner völkerreichen Monarchie liebt und daß es auf dem ganzen Erdenkreise wohl Keinen giebt, der ihn nicht ehrfurchtsvoll achtete. Nach Ischl, wo er einst seine unglückliche Gemahlin zum ersten Male sah, und wo er nun seinen 70. Geburtstag feiern wird, sind jetzt Aller Sinne gerichtet, und Millionen Glück- und Segenswünsche werden dem greifen Herrscher zugesandt werden, der da von sich sagte: „Soll mir denn gar nichts erspart bleiben?" . . . zeige ergebenst an. Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte. die Unruhestifter. Etwa 20 Ruhestörer wurden verwundet. ->e Polizeistationen sind voll von Gefangenen. Hochachtungsvoll Markus Bauer. Kan-wirlschast. - Der Verband landwirtschaftlicher G-nosienschaften, veffen Verwaltung sich seit seiner Begründung in Offenbach befand, wird, wie schon gemeldet, auf Beschluß des VerbandstageS vom I. Oktober ab definitiv nach Darmstadt verlegt werden. Die — gleichfalls schon gemeldete — Wahl des Geh. Regierungsrats Haas zum BerusSanwalt des Verbandes auf Lebenszeit dürfte vermutlich dessen Austritt auS dem hessischen Staatsdienst zur Folge haben. Grrichtssaal. — Wegen Entwendung eines EieS aus dem Schwänen» nefte wurde der Bursche Heinrich Schwer aus Nowawes vom Potsdamer Schöffengerichte zu sechzig Mark Geldstrafe oder zu zehn Tagen Haft verurteilt. I Auftrag auf H-rfi-llung und Lieferung von 3000 Stiften I 10000 Sifte" ^hl und einigen Tausend Stiften Fleychkonserven erteilt erhalten. Es ist deswegen wieder Tag. und Nachtarbeit eingeführt, und weil eine ausreichende Zahl von Civilarbeitern vorläufig nicht erhaltbar war, find 84 Soldaten für den Tag- und 84 für den Nachtdienst kommandiert worden. Diese militärische Hilfe soll jedoch I "ur so lange in Anspruch genommen werden, bis genügend Arbeiter eingestellt find. B liJD!a4n$' 16. August. Eine sozialdemokra- I enche Frauen-Konferenz soll hier in der Stadt I halle am 15. September stattfinden. Es dürfte dies das I erste sozialdemokratische Frauenparlament sein. Tic Teilnehmerinnen sollen ihr Mandat durch eine Versammlung I erhalten. Mit beratender aber nicht beschließender Stimme I sonnen sich aber auch Genossinnen und Genossen beteiligen I "denen die Förderung der proletarischen" Frauenbeweauna I am Herzen liegt, die aber kein Mandat besitzen. Die I Frauenbewegung bleibt das Schmerzenskind der Sozial- I Demokratie. Seit 15 Jahren ist sie kein Stück vorwärts ge- I kommen; sozialdemokratische Frauenorganisationcn sind ja I genügend erstanden, aber zum Teil sind sie wieder einge- I gangen, zum Teil fristen sie das kümmerlichste Dasein; es giebt keine sozialdemokratische Frauenorganisation von I -oedeutung, und die sozialdemokratische Gewerkschaftskom- I Mission rn Hamburg zählte 1897 noch 14 644 gewerkschaftlich I organisierte Frauen, 1898 gab es nur noch 13 481. Die I beweglichen Klagelaute der Gewertschaftskommissiou, daß die jüngeren Arbeiterinnen für den Lohnkampf nicht zu gewinnen seien, weil sie in erster Linie ans Heiraten dächten, und die älteren deshalb nicht, weil sie mit ihrem ge- ringen Einkommen, das sie als Zuschuß zum Arbeitslohn des Mannes betrachteten, zufrieden seien, sind vollständig verhallt. Man hat sich nun entschlossen, durch Bertrauens- personen die Agitation in die Höhe zu bringen; vergebens, in Mainz will man dieses System ausbauen. Auch glaubt , man, durch eine nachdrückliche Agitation für den gesetzlichen , Arbeiterinnenschutz das Interesse der proletarischen Frauen I machrufen zu können. Sodann will man Bildungsvereine für Frauen und Mädchen errichten. Aber all diese kleinen Mittelchen werden nicht genügen, die sozialdemokrattsckie Frauenbewegung in die Höhe zu bringen. Worms, 16. August. Von dem großen Treffer I mit 200 000 Mk., welcher in die Dinkelmann'sche Haupt- kollekte fiel, wurde bereits gestern abend ein Zehntel-LoS durch den Unterkollekteur Pfeiffelmann ausbezahlt. Von den 58 dabei Beteiligten — fast durchweg dem Arbeiterstande angehörig — fanden sich die hier Wohnenden in dem Bardong'schen WirtschastSlokale (Mainzerstraße) ein und in fröhlichster Stimmung nahm jeder seinen Anteil mit 300 Mk. in Empfang. ** Meine Mitteilungen inS Heffen und den Nachbarstaaten. Am Samstag verbrannte ein in Bad-Nauheim bedienstetes Mädchen ihr neugeborenes Kind. — In Osthofen wurden einem auf dem Bahnkörper beschäftigten Arbeiter von einem Güterzug beide Beine abgefahren. Der I ^ann hatte einem aus der anderen Richtung kommenden I Zug aus dem Weg gehen wollen, ohne darauf zu achten, I daß auf dem Geleise, das er betrat, ebenfalls ein Zug nahte. — In Mainz haben viele der Reservisten, die sich I uach China meldeten, schon ihre Gestellungsordre vom Be- I zirkSkommando erhalten. — In Friedberg wurde nach Erbrechen eines Fensterladens und Zerschneiden der Scheibe I in die Mohrenapotheke eingestiegen. Der Einbrecher I fand nichts als vergessene 17 Pfg. vor, da die Kasse abends geleert und in Sicherheit gebracht wird. — In Planig wurde bei einer Brodrevision alles Brod, was Minder- I gewicht hatte, an ärmere Einwohner unentgeltlich ver- I abfolgt. Die Streichhölzer werden teurer! In der vom 12. bis 13. August in Berlin abgehaltenen Generalversammlung des „Vereins deutscher Zündwarenfabrikanten" haben die Fabrikanten von Sicherheitshölzern eine Konventton abgeschlossen, nach welcher die Verkaufspreise entsprechend erhöht werden. Die der Konvention beigetreten Fabrikanten repräsentieren neun zehntel der deut- schen Gesamtproduktion. Die erhöhten Konventionspreise tretenen mit dem Tage des Konventionsabschlusses in Kraft, b. Bad-Nauheim, 16. August. Die RegulierungS- arbeiten an der Ufa schreiten ihrer Vollendung entgegen. Das Stück an der Promenade entlang zwischen den Gradierbäuen und Friedberg ist seit einiger Zeit fertigge- stellt, und der Teil zwischen Ludwigsbrunnen und den Siedehäusern wird in wenigen Tagen vollendet sein. Von den Siedehäusern bis zu den Parkanlagen ist nur noch eine kurze Strecke zu regulieren, da innerhalb des Parkes die Regulierung schon früher gemacht wurde. Das Bett der Ufa wird 4 Meter breit gemacht. Von dem Ludwigsbrunnen nach den Siedehausern zu wird streckenweise ein Geländer errichtet, weil hier die Ufer senkrecht sind; auch soll die hölzerne Brücke zwischen den Siedehäusern und dem Elisa- bethen-Stift später durch eine eiserne ersetzt werden. — Bei Nieder-Mörlen ist die Regulierung ebenfalls nahezu vollendet. 0 -g. Rieder Ofleiden, 15. August. Bei Ausbeutung eines Basaltbruches in der Nähe unseres Dorfes ist man auf ein mächtiges Kieselguhrlager gestoßen. Diese Erde, auch Bergmehl oder Infusorienerde genannt, ist staubartig, ab- farbend, leicht zerreiblich und von weißer und grauer Farbe Die Kieselpanzer untergegangener Kieselalgen bilden den Hauptbestandteil des KieselguhrS. Die Bohrungen werden I fortgesetzt, teilweise auch mit gutem Erfolg. Dabei fördert ES «ne fremde Gesteinmasse zutage, die einer IS U ,9en Schlack- mit schieferartigen Zeichnung Sman cine weiß- Einkrustung wahr — Am »bbana Parnblenv-schiefer schließen, nnn 8 logen, »hohen Berge»" liegt eine große Masse von riesigen Quarzttblöcken, unter denen im Früh- I und Herbst das Rauschen -ine- Baches vernehmbar ist. Die Umgebung ist mit Wald bestanden, sodaß das I ©onje mnen malerischen Anblick bietet und das Wanderunas- ztel vieler Spaz.-rganger .ft. Ein benachbarter Ve - schönerungSveretn ist tn anerkennenswerter Weife dem ene- g-g-n gekommen, und hat die Umrandung mit Anlaa-n her, W«- B°n den nahen Höhen genießt man herrliche Feri- sichten in den Vogelsberg, die Lahnberge, den Knüll und Westerwald. Durch Anlage der neuen Ohmthalbahn dürfte nun jedem Naturfreund Gelegenheit geboten sein, diese Punkte leicht zu erreichen. _ Arheilgen, 15. August. Ein in Darmstadt dienender I 'öolbat von hier hat am Sonntag seinen kranken Groß- I bater besucht. Letzterer ist seitdem von dem behandelnden I «tjt als blatternkrank erklärt worden. Die Militär- I bEhörde hat infolgedeffen die ganze Korporalschaft des be- I treffenden Soldaten interniert und die Impfung der ganzen I Kompagnie angeordnet; der Garnison ist bis auf weiteres I oer Besuch Arheilgens verboten. s r ^üinz, 16. August. Die Armee-Konserven- I ' nf 9at vom Kriegs Ministerium wieder einen bedeutenden I AmiSel äkB Urrkehr. Kolkswirtsch-st. Frankfurter Höret vem 16. Auguat. Wechsel auf Hew-York zu 0,00-00. PräULieH auf Kredit per ult Aug. 1.25°/fo do. per ult Sept. 2.30%, Diekonto-Kommandit per ult. Aug. 1.05 %, do. por ult Sept 2 0/o, Lombarden per ult Aug. 0 55%, do. per ult Sept. 0.95 0/«. Deutsche Bank per ult. Aug. 1.20%. Notierungen: Kreditaktien 206.40-00000, Dtokonto- Kxmmandit 175.50-30-40-000, Staatsbahn 138.60-000, Lombarden 25.00-00.CO, Italiener 93 30. Spanier 71.70, Sproz Mexikaner 25.20, Bochumer 191.50-60-40-50-190.70 bz., Laura 207.70-207 bz., Harpener 181.40-180.90 bz., Gelsenkirchen 191.90-60 bz., Privat-Diakont 4aie°/o. I1/« bis 2®/, Uhr: Kreditaktien 206.40-50 bz., Dfr- kcnto-Kommandit 175.50-30-000 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staatsbahn 138 60 bz., Lombarden 25.00 b., Laura 000-000. 3proz. Mexikaner 00.00 bz. Arbeiterbewegung. Mainz, 16. August. Zwischen der Lohnkommission der strikenden Fabrikarbeiter der Lederwerke und der Direktion finden wegen der ausgestellten Forderungen Unterhandlungen statt. Die Direktion will die zehnstündige Arbeitszeit und bet Ueberstunden zehn Prozent Lohnzuschlag bewilligen, die weitergehenden Forderungen nicht. Eine Versammlung der ausständigen Arbeiter und Arbeiterinnen lehnte diesen Vorschlag ab. Heute findet mit der Lohnkommission unter Zuziehung von Vertretern 1 des Gewerkschaftskartells und des Aufsichtsrats der Lederwerke ein Einigungsversuch vor dem Gewerbegericht statt. Hamburg, 16. August. Der Verband der Eisenindustriellen hat die vorgeschlagene Vermittelung des Hamburger Gewerbegerichts ab- gelehnt, weil Verhandlungen durch dritte nur den sozialdemokratischen Hetzern zu gut kommen würden. Er ist also nach wie vor entschlossen, den Werftarbeiterstreik als Machtfrage zu behandeln und bis zum Unterliegen emes Teils kommen zu lasten. — Der Strike dehnt sich weiter aus. Heute morgen wurden sämtliche Arbeiter der bisher ganz unbeteiligten Wencke'schen Werft ausständig, weil Strikearbeit verrichtet werden sollte. Auch aus Flensburg wird gemeldet, daß ein Terl der dortigen Werftarbeiter die Arbeit verließ. Außerdem ist die Möglichkeit vorhanden, daß der Ausstand auf alle Zweige der Hamburger Eisenindustrie und auf die Schauerleute übergreift. Die letzteren haben eine Versammlung einberufen, um zu beraten, ob eine Lohnerhöhung gefordert werden soll. Brüssel, 16. August. Der Ausstand der 58rüffelet Hafenarbeiter ist beendet. Paris, 16. August. Die strikenden Kutscher ersuchten ben Mmsterpräfidenten Waldeck-Rousseau, das Schiedsrichter-Amt zu übernehmen. Er ist dazu bereit, wenn auch die Unternehmer diesen Antrag stellen. Die zweitgrößte Unternehmer-Gesellschaft, deren 1600 Kutscher Miene machten, sich dem Ausstand anzuschließen, hat sich mit diesen geeinigt flidAflfttnflfa Vebe ferne u M« «* üliwnaiüllö, Mvefct m Sammte von Elten & Keussen und Velvets na HtL ghitotettbaxx A m AulkA aI« (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelberg, ■■ '*’*■ WÄvfl Hotel u. Pension ,,zur Krone*1, Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Führ, grat Bes.: G. Diefenbach. —Windecken—Hanau Nord, der bisher nur vorn 15. November bis 16. Februar verkehrte, wird künftig vom 1. Oktober bis 31. März befördert. •• Personal»achrichten. Dem praktischen Arzte Dr. Vierling in Mainz wurde der Charakter als SanitätSrat verliehen, der OberrechnungSrevisor bei der II. Justifikatur- Abteiluug der Oberrechnungskammer Friedrich Engelbach wurde auf fein Nachsuchen mit Wirkung vorn 1. August 1900 aus dem Staatsdienste entlassen, der Revisionsgehilfe Otto Klöß aus Darmstadt wurde zum OberrechnungS- reoisor bei der II. Iusttfikatur-Abteilung der OberrechuungS- kammer mit Wirkung vom 1. August ernannt. •• Feuerwehr. Um die Schlagfertigkeit der Feuerwehr zu erhöhen, sollen, wie wir hören, zeitweise bei den Hebungen unvermutet Angriffe auf fingierte Brandobjekte stattfinden. So fand gestern seitens der Gießener freiwilligen Feuerwehr ein solcher statt auf ein Haus in der Kaplaneigasse, der, wie wir hören, recht gut gelungen ist; die Anwohner schienen zwar etwas erschreckt zu sein, glücklicherweise war es ja aber kein Ernst, wenn auch kein Spiel. Möge nur das Ko-PS unter der derzeitigen wackeren Leitung auch größeren Zuzug aus den Bürgerkreisen finden, und die Bürgerschaft erkennen, wie nützlich und nötig die Feuerwehr ist. ** Manöver-Postsendungen. Die militärischen Herbsrübungen bcainnen jetzt. Es sei deshalb auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Aufschriften bei den Manöver-Postsendungen hingewiesen. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname), Dienstgrad und Truppenteil — Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron, Batterie, Kolonne u. s. w. — und für gewöhnlich der ständige Garnisonsort, eintretendenfalls mit dem Zusatze „oder nachzusenden". Die Angabe eines Marschquartiers empfiehlt sich nur dann, wenn es genau bekannt und wenn vorauszusehen ist, daß die Sendung so zeitig an dem angegebenen Bestimmungsort eintreffen wird, daß sie vor dem Weitermarsche in Empfang ge- । nomine« werden kann, und daß die Abholung von der Post I auch mit Sicherheit Zu erwarten ist. Da der Stab des Regiments und die einzelnen Bataillone u. s. w. ihre Post- sacheii in vielen Fällen bei verschiedenen Postanstalten in Empfang nehmen, so ist eine genaue und richtige Aufschrift bei den an Offiziere gerichteten Manöver-Postsendungen ebenso wie bei den Mannschafts-Sendungen unentbehrlich I Durch mangelhafte oder ungenaue Anfertigung der Auf- I schriften wird die Ankunft der Sendungen oft erheblich I verzögert. Zur Vermeidung von Auslassungen in der Auf- I fdjnft oder zur Erhöhung der Deutlichkeit empfiehlt sich I die Verwendung von Briefumschlägen mit entsprechendem I Vordruck. Vermischtes. • Berlin, 16. August. Der in Charlottenburg wohnende Zahntechniker Otto Horwitz versuchte heute morgen I seinen älteren Bruder Bruno durch drei Revolver« schüsse zu töten und beging alsdann Selbstmord durch Vergiften. Man glaubt, daß die That in einem Anfalle von Geistesstörung verübt wurde. * Ueber eine empörende Herzlosigkeit des eigenen Sohnes gegen seine leibliche Mutter wird aus Bartenstein gemeldet: Dort hatte der Barbier K. seine Mutter bei sich wohnen. Seil längerer Zeit war es ausgefallen, daß die I Frau nicht mehr sichtbar war. Die Polizeibehörde stellte Nachforschungen an und dabei wurde die 70jährige Frau in elendestem Zustande im Schweinestalle vorgesunden. Sie soll dort seit fünf Monaten gelegen haben. Ihr Körper starrte über und über von Schmutz und Ungeziefer und der ganze Leib war mit Wunden bedeckt. Man hat die beklagenswerte Frau bei fremden Leuten untergebracht. Die ganze Stadt ist über das Geschehnis empört, zumal K. ein wohlsituierter Mann und Hausbesitzer ist. K. ist in I Haft genommen worden. Dresden, 16. August. Zu der aus Leipzig gemeldeten VerhaftungS-Affaire wird gemeldet, daß es sich um einen jungen Menschen aus Württemberg handelt, der thatsächlich in der Trunkenheit derartige Aeuße- rungen gemacht hat. Er soll zunächst auf seinen Geisteszustand untersucht werden. * Karlsruhe, 16. August. Heute früh brannte in Hofstetten bei Wolfach das Haus des Hofbauern Allgeier nieder, wobei vier Personen den Tod in I den Flammen fanden. * New-York, 16. August. Bei dem Rassenkampf I zwischen Weißen und Schwarzen, der die ganze Nacht un Nachtlebenviertel New-Jork- stattgefunden hat, find nebzig Personen verletzt worden. — Aus Lake Cpriffie (Süd-Carolina) wird berichtet: Ein Volks- I h°ufe von 5000 Weißen scharte sich gestern zusammen und griff die Negerbevölkerung an, um den Tod des Pottzeweamten zu rächen, der am Sonntag von den I schwarzen getötet wurde. Die Polizei zerstreute schließlich | Kunst und Mist'rnslhuft. ~ Dem Dünen Poulsen ist es gelungen, einen Apparat zu kon- flkuteren, welcher ein Telephongespräch in der Ferne aufzeichnet und nach Belieben wiedergiebt. Die -Umschau" (Frankfurt a. M., H. Bechhold Verlag) ist in der Lage, über diesen interessanten Apparat, den Telephonographen, eingehend zu berichten und eine Reihe vorzüglicher Abbildungen desselben zu geben. Nach den Mitteilungen der „Umschau" leistet der Apparat noch weit mehr, als bisher in Die Oeffentlichkeit gedrungen ist. Er ersetzt nicht nur den bisherigen Phonographen, deffen Mängel allgemein bekannt sind, und hält nicht nur kurze telephonische Müteilungen, wie bereit« erwähnt, fest, man kann aus ihm stundenlange Reden, die in weiter Ferne gehalten werden, telephonisch mederschrelbeN' man kann diese Reden gleichzeitig Hunderten, ja Tausend Abonnenten eines Nachrichtbureaus gleichzeitig per Telephon mitteilen. verspricht der vollkommenste Schnelltelegraph zu werden, wodurch das bisherige langsame Telegrapbensystem und die teueren Drahtleit- ungen entlastet werden Mit demselben Apparat vermag man auch den •r* inG.ch°n. Die heutige Mummer umfaßt 10 Sette«. rohen und gebrannten Kaffee in reinschmeckender und kräftiger Ware. C. Roth II. ff. geräucherte Frankfurt, grMjirßchku ä Paar 85 und 30 Pfg. empfiehlt von heute ab jeden Freitag und Samstag Fr. Schreiner, flSie erste Etage in unserem Hause Seltersweg 83, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, ist vom R. Oktober l. 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