Zweites Blatt Sonntag den 18 Februar Meßmer Anzeiger Heneral'-Anzeiger Zlnrts- und Auzeigeblutt fiit? den Kreis Gieren Alle Anjeigen-VermitNungöstelle« de- In« und AuSlande- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische Uolbskunde. Ldrrff« für Depeschen: Anzeiger Kietze»« Fernsprecher Nr. 51. >»,«h»e •»* Anzeigen zu der nachmittags für de« jeljort« 1*1 erscheinenden Nummer bis »orm. 10 Uhr. »Bestellungen spätestens abend» vorher. McktNiin, Expedition und DruAerai: Fch.tstratz« Ar. 7. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,2» monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abbolestell«, vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Nr. Krschetol ISgNch mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener worden dem Anzeiger » Wechsel mit .Heff. Sandwirr *. ^Blätter Mr Hess. Volkskunde- wTchA. - mal beigelegt. * Politische Wochenschau. Gießen, 17. Februar 1900. Im Anschluß an die Flottenvorlage hat der Reichstag im Laufe der letzten Woche sich vornehmlich mit dem Kolonialetat beschäftigt, wobei wieder Freunde und Gegner unserer Kolonieen hart aneinander gerieten, ohne sich gegenseitig überzeugen zu können. Einen breiten Raum nahm dze Affaire Arenberg ein, die leider ge* eignet scheint, die Thätigkeit der Deutschen im Auslande zu verdunkeln. Aus den weiteren Verhandlungen des ReichS- tugS wollen wir nur noch die von amtlicher Seite gelegentlich der Beratung des Etats der Reichseisenbahnen abgegebene Erklärung hervorheben, daß es mit einer Reform der Personengeldtarife noch gute Weile haben wird, waS recht bedauerlich ist. Zwischen Berlin und Detmold scheint die Streit- cxt begraben zu sein, wie man aus dem zwischen dem Laiser und dem Grafregenten gepflogenen Telegramm- wechsel schließen darf. Diese Thatsache ist im Interesse rmmen und dieselbe, da sie ihm ebenso vortrefflich lag, ^i.e diejenige des Großindustriellen Müller in „Gebildete M enschen", mit bekanntem Geschick und den ihm so trefflich stehenden kleinbürgerlichen Allüren und Manieren durch- oesiührt. Allerdings hat der aufmerksame Zuhörer bis- wenlen die Empfindung, daß Herr Helm mit den Ergüssen des Verfassers etwas eigenmächtig verfährt und sich öfters reccht tüchtige Improvisationen gestattet. Da sie aber durchweg gut — oft besser als der Text — sind, vortrefflich vorgetragen werden und außerdem einen brauchbaren Maßstab zur Beurteilung der Routiniertheit des Darstellers bilden, so wollen wir sie sehr gern passieren lassen. Ein so „gewiegter" und in allen Sätteln gerechter Schauspieler wie Herr Direktor Helm darf sich, unbeschadet der Rolle, dergleichen Freiheiten ohne weiteres gestatten. Eine köstliche Figur gestaltete wieder in der Wiedergabe der Frau Geering Frau Helm. Dieselbe spielte die Rolle mit feinem Verständnis für die allerdings wenig beneidenswerte Situation der hinters Licht geführten Mutter. Dergleichen Aufgaben löst Frau Direktor Helm, wie wir schon wiederholt bemerkten, init einem bewundernswürdigen Ernst. Und in ihin gerade liegt eine so überwältigende Komik, so viel natürlicher Humor, daß auch eine an und für sich undankbare Aufgabe in dieser Auffassung zu einer lohnenden wird. Sehr vorteilhaft hat sich in letzter Zeit namentlich Herr P a r e n entwickelt. Auch diesmal wieder als Karl Eckersberg — mit dem Fabrikanten Geering diejenige Person, um die sich die ganze Fabel hauptsächlich dreht — gab er sich recht natürlich, und bot auch äußerlich wieder eine sehr ansprechende Erscheinung. Besonders anzucrkennen aber ist, daß Herr Paren sich eine ruhige, gemäßigte Sprache angewöhnt hat, so dasi sein Organ jetzt durchweg angenehm berührt. Herr Henry gestaltete den Maler Fichtner zu einer sehr sympathischen Figur, um so mehr als ihm sein Liebhabertalent und seine jugendliche Erscheinung au derartigen Rollen geradezu prädestinierten. Die Herren Kirchhoff und Walter, sowie die Damen K n ö s e. l und Hammer leisteten in den Nebenrollen alles das, was der „Dichter" von ihnen verlangt; und das ist, wenn die Darstellung dieses Lustspiels einen Genuß bieten soll, nicht gerade wenig! Auch Frl. Berken in ihrer traditionellen Hausmädchenrolle sah sehr niedlich aus; und das war gut, d»enn zu reden hatte sie als untergeordneter Geist wenig. Lobend hervorheben wollen wir noch, daß „die Dame in der Muschel" sich in der letzten Vorstellung recht diskret benommen hat. Das ist für sie wie für ihre Kundschaft ein gutes Zeichen! —er. Gießen, 17. Februar. Von Irene Triesch. Wie unsere Leser bereits wissen, ist das sehnlichst erwartete letzte Gastspiel von Irene Triesch in unserem Theaterverein wieder recht unsicher geworden. Die junge Künstlerin ist in letzter Zeit ungemein angestrengt thätig gewesen. Nach ihren großartigen Gastspielerfolgen in München und Wien tritt sie fortgesetzt in Frankfurt in Ibsens neuestem Drama „Wenn wir Toten erwachen" als „Irma" auf. Wie über die auch bei uns so beliebte Künstlerin selbst in ausländischen Zeitungen geurteilt wird, geht aus einer Kritik einer Wiener Fachzeitschrift hervor, in der wir über die Darstellung der Irma folgendes lesen: „Fräulein Triesch spielte die Irma. Die Künstlerin hat sich mit dieser Gestalt selbst übertroffen; sie hat tausendmal mehr hineingelegt, als man beim Lesen des Stückes hineinlegen konnte. Sie hat Töne dafür gefunden, eine Mimik entwickelt, die bald von dämonischer Gemalt erschien, bald die Seele des Zuschauers von heiligem Schauer erbeben ließen, mit einem Worte, sie hat eine Meisterleistung geschaffen. . . . Dieser galt in erster Linie der große Beifall, mit dem das Drama hier aufgenommen wurde". . . . Ibsens „Wenn wir Toten erwachen" errang bei der Erstaufführung im Leipziger Alten Stadttheater einen Achtungserfolg. Die düstere Symbolik des Dramas vermochte das Publikum nur wenig zu fesseln'. Darstellung und Inszenierung waren lobenswert. Frau Prasch-Grevenberg wird in der zweitnächsten Novität des Berliner Theaters, einem Schauspiel „Freilicht" von Konsistorialrat Reike, die Darstellung der weiblichen Hauptrolle übernehmen. Ausland Washington, 16. Februar. Nachdem Schweden entschlossen ist, den Hafen Bluefields in Nicaragua so lange zu besetzen und Zölle einzubehaltcn, bis die Regierung Nicaraguas Schadenersatz für die Beschlagnahme des schwedischen Schiffes „Condor" leistet, hierdurch aber die amerikanischen Interessen in Mitleidenschaft gezogen werden, so beschloß der Präsident Mac Kinley, zu intervenieren. bedeutende Geländeankäufe durch den Fiskus stattfänden. Auch bei uns wird fleißig angekauft, und sind in letzter Zeit um den namhaften Betrag von beiläufig 40 000 Mk. Grundstücke erworben worden. Weiter hin^f in den Vogelsberg sind im letzten Jahre wohl an hundert Stück größere und kleinere Parzellen und zwar zu bem Zwecke angekauft worden, damit die fiskalischen Grundstücke eine bessere Abrundung erhalten. Die angekauften Grundstücke werden größtenteils aufgeforstet. Die gezahlten Preise sind durchweg recht befriedigend. Birkenau, 16. Februar. Jetzt wird eS bald gefährlich, auf der Strecke Birkenau-Weinheim unserer Nebenbahn zu fahren. Erst kürzlich berichteten wir über einen durch das Herabstürzen eines ungeheueren Felsblockes gefährdeten Eisenbahnzug, und heute sind wir leider schon wieder in der Lage, Aehnliches berichten zu müssen. Kurz nachdem der 12 Uhrzug Birkenau-Weinheim in den zweiten Tunnel eingefahren war, löste sich zwischem dem ersten und dem zweiten Tunnel an einer steilen Felswand neben dem Bahnkörper eine ungeheuere keilförmige Erdmasse los und überschüttete das ganze Bahngeleise mannshoch mit Erde, Geröll und einigen schweren Steinblöcken. Streckenarbeiter, die der Weg an der Stelle vorbeiführte, berichteten dies sofort der Station Weinheim, und ein Dutzend Arbeiter waren denn auch bald zur Stelle das Bahngeleise wieder frei zu legen. Da aber die schweren Steinblöcke zuerst zerkleinert, ja sogar gesprengt werden mußten und das Entfernen der großen Erdmasse nicht so leicht zu bewerkstelligen war, sc konnte erst nach einer dreistündigen Arbeit das Geleise passierbar gemacht werden, so daß der Halbneunuhrzug eine dreistündige Verspätung erlitt. Daß bei dem immer nock- anhaltenden Regenwetter noch weitere Erd- und Steinrutschungen bei den jähen Bergabhängen zu befürchten sind, ist nur zu wahrscheinlich, und es ist deshalb wohl die größte Vorsicht von feiten des Maschinisten und Zugführers, sowie der Streckenwärter eine absolute Notwendigkeit. (W.Ztg.) Darmstadt, 16. Februar. Das Gesamtvermögen öse- I der Stadt Darmstadt betrug im Rechnungsjahre 1898/99 cht- | die Summe von 24,588,088.78 Mk. Die Gesamtschulden belaufen sich auf 15,473,064.15 Mk., so daß ein Vermögens Ueberschuß von 9,115,024.03 Mk. vorhanden ist. Die Einnahme an Hundesteuer beläuft sich auf 11,029 Mk. an Oktroi gingen 616,169.46 Mk. ein. Viertel hinter den Dien st jähren der Richter zurückbleiben. Damit stimmt die nunmehr in Heffen gemachte Erfahrung, daß der wirkliche Durchschnittsgehalt der höheren Lehrer um fast 300 Mk. hinter dem rechnungsmäßigen von 4400 Mk. zurückbleibt. Die vielbeklagten Unbilligkeiten und Härten in der Regelung des Besoldungs dienstalters sind hauptsächlich dadurch entstanden, daß man nicht auch bei der Berechnung der Besoldungsverdienstzeit in erster Linie die Dauer der dem Staate geleisteten Dienste berücksichtigte. So gingen jüngere, akademisch gebildete Lehrer ganz leer aus, die vor ihrer Anstellung schon sieben Jahre lang ihr Amt bekleidet hatten. ** Landwirtschaftliche Landes-Ausstellung in Darmstadt. Nach dem nunmehr festgestellten Programm der vom Hessischen Landwirtschaftsrat zu veranstaltenden Landes-Ausstellung zerfällt dieselbe in folgende Abteilungen: Abteilung 1: Tiere. Abteilung 2: Erzeugnisse des Pflanzenbaues. Abteilung 3: Forstwirtschaft und Jagd. Abteilung 4: Landwirtschaftl. Hilfsstoffe. Abteilung 5: Landwirtschaft!. Nebengewerbe einschl. Molkereiwesen. Abteilung 6: Landwirtschaftl. Maschinen und Geräte. Abteilung 7: Wissenschaftliches. Die Ausstellung findet in den Tagen vom 14. —17. (eventuell 21.—24. September d. I.) stakt. Als Schlußtermin für die meisten Anmeldungen, namentlich für Maschinen und Vieh, ist der 1. Juli festgesetzt. O. Ortender-, 16. Februar. In Ihrer Zeitung wurde kürzlich gemeldet, daß in der Umgegend von Salzhausen Offenbach, 16. Februar. Ein gräßlicher Unglücksfall hat sich vorgestern nachmittag in der Familie eines tn der verlängerten Waldstraße wohnenden Eisenhoblers ereignet. Die Frau des Eisenhoblers war damit beschäftigt, Wasser in eine Waschbütte herbei zu holen, um ein Kind später darin zu baden. Bevor sie den letzten Eimer Waffer herbeiholte, ermahnte sie nochmals das Kind, ein etwa 2J/4 Jahre altes Mädchen, auf dem Stühlchen, auf dem es sich eben befand, ruhig sitzen zu bleiben, da sie gleich wieder zurückkehren würde. Bei der Rückkehr in das Zimmer fand die unglückliche Mutter den Stuhl leer; dem Kind, das mit einem Ball gespielt hatte, war dieser in das Wafin gefallen. Um nun wieder in den Besitz des Balles zu gelangen, war die Kleine vom Stuhl herabgrstiegen, hatte sich — so nimmt man an — über die Waschbütte gebeugt und war dabei in diese hineingefallen. Die unglückliche Mutter fand das Kind bereits ertrunken vor. Wiederbelebungsversuche hatten leider keinen Erfolg. Fulda, 16. Februar. Nach kurzem Krankenlager ver- starb dahier unerwartet schnell Herr Fabrikant Jsfried Jacobson. DaS plötzliche Hinscheiden dieses hochgeachteten Mannes, der ein Alter von 63 Jahren erreichte, erregt in allen hiesigen Kreisen die schmerzlichste Teilnahme. Universität und Hochschiür. — Ernanntr Der Oberbibliothekar Dr. Seelmann in Berlin zum Professor. S. ist zurzeit der älteste Beamte an der Königlichen Universitäts-Bibliothek. — Berufen r Professor Dr. Werner in Zürich an die Uw« versität zu Wien. — Verschiedenesr Dem a.-o. Profeffor Dr. v. Luschan wurde der Lehrauftrag für Anthropologie, dem a.-o. Profeffor Dr. Karl von den Steinen der Lehrauftrag für Ethnologie erteilt. — Der Lio. theol. Hans Lietzmann, der sich in Bonn als Privatdozent für Kirchengeschichte habilitiert hat, ist 1875 geboren und hat in Jena und Bonn Theologie und Philologie studiert. 1896 wurde er in Bonn zum Licentiaten der Theologie promoviert. Der junge Gelehrte erfreut sich bereits in den Kreisen seiner Fachgenoffen, theologischen wie philologischen, großen Ansehens. Die Akademie der Wissenschaften in Göttingen zeichnete ihn für eine ihr vorgelegte Arbeit mit einem Preise aus. — Aus Heidelberg schreibt man: An der im März stattfindenden 200jährigen Jubelfeier der Berliner Akademie der Wissenschaften werden als Vertreter der hiesigen Hochschule, Prorektor Bergrat Rosenbusch und Geheimrat Kuno Fischer teilnehmen. — Aus Jena wird mitgeteilt: Auf Grund eines Staatsvertrages, den Hamburg, Bremen und Lübeck in letzter Zeit mit den thüringischen Regierungen geschloffen haben, können von jetzt ab die diesen angehörigen Rechtskandidaten am Ober« landesgericht in Jena ihre erste juristische Prüfung mit Wirksamkeit für Wien, 16. Februar. Von unterrichteter Seite wird, entgegen den gestrigen offiziösen Berichten über den Stand der Ausgleichskonferenz versichert, daß noch immer ernste Differenzen zwischen dem deutschen und tschechischen Standpunkte bestehen. Die Deutschen halten besonders daran fest, daß die Sprachenfrage, sowie die anderen als ein Ganzes behandelt werden, da sie sonst genötigt wären, Geständnisse zu machen, die ihnen selbst nichts einbrächten. Paris, 16. Februar. In der heutigen Kammer- Atzung hielt Gallifet eine längere Rede, worin er seinen gegen die Armee ausgesprochenen Tadel in Abrede stellt. Er sagte, daß der Abgeordnete Pelletan das Land ohne Ursache in Aufregung gesetzt habe. Die Armee verdiene daS Vertrauen des Volkes. Wer gegen die Armee spreche, sei ein schlechter Patriot. Die Ehrenhaftigkeit der französischen Offiziere sei unantastbar. Pelletan antwortet, daß die Rede Gallifets die von ihm aufgestellte Thatsache nicht widerlege. Anstatt die schuldigen Offiziere zu verteidigen, hätte der Kriegsminister erklären sollen, er würde die Schwindler und Diebe, welche sich in der Armee befänden, zur Rechenschaft ziehen. (Beifall links.) ES spricht alsdann der Abg. Herim. Derselbe spricht in ähnlichem Sinne wie der Kriegsminister. ch. Vom Nöse-Ball. Vergangenen Donnerstagabend hielt Herr Universitätstanzmeister Röse int Kaffee Leib als Schluß des diesjährigen Tanzkursus seinen „Röse Ball" ab. Das ungemein zahlreiche Erscheinen der Niu,. tanzenden sollte schon für das Vertrauen, das man in Herrn Röses Können setzt, Gewähr genug sein, umso Imehr dokumentierten die anmutigen, rhytmischen Bewegungen der Jüngerinnen und Jünger Terpsichores, die exakt ausgeführten Gruppentänze aufs neue die erprobte Tüchtigkeit des hiesigen Meisters. Dankbar und gerne werden Herrn Röses Schülerinnen und Schüler der Tanzstunde sich erinnern, wir aber rufen dem Röseschen Institut ein kräftiges vivat, crescat, floreat zu. ** Zum Besoldungsgesetz. Eine Zuschrift aus hessischen Richterkreisen im 4. Morgenblatt der F. Z. vom 14. d. M. wird bei allen höheren Beamten ein Echo finden. Denn die Klagen über die hie und da bei der Berechnung der Dienstzeit hervorgetretenen Unbilligkeiten und Härten sind so wohlbegründet, daß eine baldige Revision der einschlägigen Bestimmungen unumgänglich ist. Sie ist um so mehr in Kürze zu erwarten, als die noch immer stärkste Partei des Landtags diese Forderung in ihrem Wahlaufruf vertreten hat, und wohl auch die übrigen Parteien in dieser Frage mit ihr übereinftimmen. — Nicht nur den Richtern, wie der Verfasser jener Zuschrift meint, sondern allen Beamten wären Wohnungsgeldzuschüsse zu gönnen, da ihre Gehälter erheblich hinter den preußischen zurückbleiben, und eine Gehaltserhöhung, die wohl noch in weitem Felde steht, könnte nur pari passu bei allen höheren Beamten erfolgen, nachdem zunächst die nichtrichterlichen Beamten den Gehaltsvorsprung der Richter eingeholt hätten. Wenn der Einsender sich darüber beklagt, daß gegenwärtig eine Anzahl akademisch gebildeter Lehrer an Gehalt manche Richter, die gleichzeitig mit ihnen das Staatsexamen gemacht hätten, überträfen, so wird diese Thatsache großenteils darin begründet sein, daß erstere in einer Zeit großen Lehrermangels, letztere in einer Zeit der Ueber- füllung des Richterberufs ihre Laufbahn begannen. Jedenfalls ist in den untersten Klassen die Sachlage umgekehrt die, daß die Richter die höheren Lehrer von gleichem Dienstalter an Gehalt weit übertreffen. Unter allen Umständen muß ja das neue System der Dienstalterszulagen die Richter gegenüber den höheren Lehrern ungemein bevorzugen, weil überall in Deutschland die höheren Lehrer die kürzeste durchschnittliche Dienstdauer haben, und um ein volles Vermischtes. * Mannheim, 16. Febr. Der wegen Unterschlagung von Mk. 20 000 verfolgte Angestellte der Engel- hardt'schen Tapetenfabrik, Friedrich S a t t l e r, ist in München verhaftet worden. * Plauen (Vgtld.), 16. Febr. Das Schwurgericht tn Eger verurteilte den 20 jährigen Hugo Wettiuger auS Schönbach, der aus Eifersucht seine Geliebte erschossen hat, zum Tode durch den Strang. * Dover, 16. Februar. Auf dem deutschen Dampfer „O l i v a", mit 2000 Tonnen Kohle von Newport nach Bordeaux fahrend, erfolgte in der letzten Nacht eine furchtbare K e s s e l e x p l o s i o n, bei welcher siebe- Mann schwer verletzt und verbrüht wurden. Das Schr'fs erlitt schwere Schäden. Die Verletzten wurden hier im. Hospital untergebracht. Als Ursache der unter eigenartigen Umständen erfolgten Explosion wird der Wasserballast von 1200 Tonnen angenommen, den das nach Danzig gehörige Schiff auf der Fahrt mitführte. * Vom Kriegsschauplatz. Endlich ist den Engländern auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz ein erheblicher Erfolg zu Teil geworden. General French ist mit den Truppen, mit denen er vor einigen Tagen den Mooder Rioer überschritt, glücklich nach Kimberley gelangt. Es wird telegraphiert: Loudon, 16. Februar. Das Kriegsamt veröffentlicht folgendes, vom Feldmarschall Roberts an den Sekretär des Kriegsamtes gerichtete Telegramm: „Jacobsdal, 16- Februar, 2 Uhr morgens. French mit Artillerie, Kavallerie, berittener Infanterie in Kimberley eingetroffen." Das Kriegsamt fügt hinzu, es sei bemerkenswert, dah obige Depesche aus Jacobsdal datiert sei, welcher Ort für die Buren ein wichtiges Ver- -roviantierungszentrum gewesen sei. Diese Meldung verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch London; zahlreiche Häuser haben Flaggenschmuck angelegt. Zur Seit ist man damit beschäftigt, die Bilder von Cecil Rhodes (!) und French auszustellen. Obwohl feine Details bis jetzt vorliegen, nimmt man allgemein an, daß, da die Depesche aus Jacobsdal datiert ist, der Burengeneral Cronje diese Meldung aufgegeben hat. Kimberley ist bis jetzt 123 Tage belagert. — Ferner lief um dieselbe Zeit ein Telegramm aus Kapstadt ein, wonach die englische Batterie des General Clements Rens- burg aufgegeben hat, und sich auf dem Wege nach Arundel befindet. London, 16. Febr. Die Depesche von Lord Roberts, in welcher er den Entsatz von Kimberley mitteilt, pmrr Jacobsdal, 16. Febr., 2 Uhr Morgens datiert And traf heute früh um 4 Uhr 30 Minuten im Kriegs- •m}nHter}unT ein. (Die Depesche scheint also im Kriegs- mimfterium mehrere Stunden zurückgehalten worden zu . fein. Red.) L o n d o n, 16. Febr. Die heute Morgen veröffentlichte Depesche von Roberts, die meldete, daß French gestern abend Kimberley erreicht habe, war überall hier so gedeutet worden, als habe French auch Kimberley entsetzt, und war mit entsprechender Freude begrüßt worden. Namentlich auf der hiesigen Börse gab es ein lautes Freuden- geschrei, als die Nachricht bekannt wurde. Erft heute abend ist eine zweite Depesche eingetroffen, die die Annahme, daß Kimberley entsetzt ist, bestätigt. Roberts telegraphiert aus Jacobsdal, daß er heute Morgen folgende Depesche von French erhalten habe: „Habe Feind von der Südseite von Kimberley von Alexandersfontein bis Oliphantsfontein völlig verjagt und will nun fein Terrain besetzen. Ich habe das Lager des' I Feindes nebst Vorräten an Proviant und Munition er- I Reutet. Verluste sind ungefähr 20 Mann. In Kimberley ist alles vergnügt und wohl." An der Südgrenze des Oranje-Frei- I staates scheint die Lage der Engländer noch I immer so schlimm zu sein wie je. Die Nachricht, I daß die Buren Rewsburg genommen haben, wird I mehrfach bestätigt. Der Erfolg dieser Waffenthat des Generals French, der sich bekanntlich schon bei Elandslaagte ausgezeichnet I hat, ist bedeutend auf militärischem Gebiete, von ganz be- I sonders großer Tragweite aber in moralischer Hinsicht. Ist es doch endlich einmal gelungen, eine wichtige, belagerte I Stadt zu befreien, und der Bann ist zum ersten Male ge- I krochen, der bisher die englischen Waffen gefangen zu I halten schien. Deutsches Keich. Berlin, 16. Februar. Wie verschiedene Abendbläter I melden, liegt es in der Absicht des Kaisers, in Gemeinschaft mit dem Prinzen Heinrich dem feierlichen Akte der am 21. d. Mts. in Kiel stattfindenden Vereidigung der I bei der ersten Marine-Inspektion eingestellten Rekruten beizuwohnen. Der Besuch des Kaisers in Kiel soll nur wenige Stunden dauern. — Nach der „Germania- ist in dem Befinden des I Abgeordneten Dr. Lieber heute wiederum eine Besse- I rung eingetreten. Nachdem gestern morgen infolge des I nächtlichen Fiebers eine große Schwäche eingetreten war, I blieb der Patient die letzten vierundzwanzig Stunden I fieberfrei. — Zum Gouverneur von Samoa ist dem Ver- I nehmen nach, der Präsident des Ministerialrates von Apia, I Solf, in Aussicht genommen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz, betr. I die Freundschaftsverträge mit Tonga und Samoa I rrud den Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag mit Sansibar. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt zu dem Artikel I des Pariser „Gaulois" vom 12. d. Mts., in welchem eine Unterredung des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe! mit einem Ungenannten, angeblich mit einem befreundeten I Franzosen, der durch Berlin gereift sei, berichtet wird, und I in welchem behauptet wird, Fürst Hohenlohe hätte bei der I Unterredung ausgerufen: „Ja, wenn Frankreich ge>| wollt hätte!" Es ist nötig, demgegenüber auf das be« | fiimmteste zu erklären, daß der Artikel des „Gaulois" auf Erfindung beruht. Fürst Hohenlohe hat in den letzten Wochen keinen Freund aus Paris empfangen, und noch I weniger gegen irgend jemand eine solche Aeußerung — Die „Nordd Allg. Ztg." hat anläßlich der Blättermeldung, daß auf höhere Anordnung in höheren Lehranstalten die zweite Strophe unserer Nationalhymne nicht mehr gesungen werde, daß diese in verbreiteten Schulliederbüchern überhaupt ausgelassen sei, an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen seien, darauf man die Auskunft erhalten, daß selbstverständlich eine derartige Weisung nicht ergangen sei. — Im Auswärtigen Amte wurde heute den Vertretern der amerikanischen und englischen Regierung die deutsche Ratifikationsurkunde zu dem Samoa-Abkommen .auSgehändigt. fll9, teil .ut. m i6, «ftitien T SrunI 5* >«■ W . bereitet f« HotleNxle .ungen der ©rubenatbeüe der Arbeiter M m uibtijm- __ Ichne BetÜR, 18- tzbn Heftiger Schneefalls I ettant. N to6 M mW wW Rodungen t\n 1 iu em tatailager du Fabrikant JSsck :n dieses hochgeachlr!' ren erreichte, erregt ite Teilnahme. ? unb9L? 'sSft ' tat Inh18'1'°dl Ä£ * -wtiugtim in h, i A Wta bt ." ftaige f ntaw fc» eitinblö»; SteQe botbeifübr ,®I'llta, unb , ’ jut sh ,'*■ $a ü '.'tatrt, ja bM Mmw tte»'Mta te, .«tat bas fe OCI dem im»5 sei :te Erd- uti >7 zu Hoff bitgtfy |( "Mw, fo»it Weit >t|amuuyLlofi Die o N tm Perwi.-. .vorhanden ist. t W auf 11,029 s in. äßlicherUiiM in der FMiK tinti chlicnden Wodlnr war bowö Msstz, i holen, um em 8iti i letzten Eimer Wassn es Kind, ein etwa 2'/( lchm, auf btm ti fit b: fit gltid) miede: &r in bai Limme: ihl leer; dm Sxti w W Vas'- veL Balles zu t< eadtzchirgen, hatte fij laschbütte gebeugt in! ie unglückliche Mck: Wiederbelebung wegen Unterfchl: llngestellte berg Das Äiwurgerich 'w SetWtw» ZUteeMenhal uf dem öeutfche- u* Me non wen ;n"Än s /, bei welch" Durbcn. SS Sochslhck. Dr. VtMtk an ,«»«**** tJorOr.«- .g HS jun9^n®itP^[ol0€ eö'ß®ltV ,ey LKK ui ^Arevie" VSKS--' ^tu-ung8,11 ihre HeimatSstaaten oblegen. - Wie bie „Soff. Ztg^ berichtet, hinter- 1-ei, bet Gioßkausmann Astrachow 3 Millionen Rubel zur Errichtung titier Frauenuniverfitüt in Moskau. Die Negierung fer nut dem dlan grundsätzlich einverstanden. Zunächst würden die medizinische, die nvthemotisch- und die naturwissenschaftliche Fakultät emgerichtet. 6än Ehrendiplom als Doktor - Ingenie^er technischen Hochschule u Charlottenburg wird dem Prinzen tzemrich durch> emeAbordnung les Lehrkörpers der Anstalt am Sonntag ^'e(™ Ja werben Die Deputation besteht aus dem Rektor Magmfi^us Geheim- qRrofeffor Riedler sowie dem Prorektor und einigen Mitgliedern *1 JKÄ — Die üsäsfischen und lothringischen Studenten der Um- "M^SNaßburg iÄÄ-" ■“« S,mp°.hi°-D-p-Ich° an Prüft- deut Krüger zu senden. _____ Kunst und Wissenschaft. etratzburg, 16. Februar. Der alt-elsässische Dichter und Schrift- fikller, Johann Christian Hackenschmidt, ist heute nacht im Alter von 51 Jahren an Altersschwäche grstorben. Karlsruhe, 16. Februar. Oberlandesgerichtsrat Müller wurde an Stelle des zurücktretenden Wielandt zum Reichsgerichtsrat ernannt. Arbeiterbewegung. Magdeburg, 16. Februar. Der Hafenarbeiterstreik ist soeben allgemein geworden. Auch ein Packhofarbetterstreil ist in Sicht. Dresden, 16. Februar. Die Nachrichten, daß auch die Bergleute »es Plauen'schen Grundes streiken wollen, sind unrichtig. Die Arbeiter sind bisher überall sämtlich angefahren. Zwickau, 16. Februar. Im Zwickauer Revier befinden sich 4000, im Oelsnitz-Lugauer Revier 1800 Ausständische. Die Staatsregierung hat den Arbeitswilligen unbedingten Schutz zugesichert. Brünn, 16. Februar. Unter den Arbeitern bet Rossitzer Kohlenbergwerke bereitet sich eine Ausstanbsbewegung vor. Der Streik bürste Montag proklamiert werben. Delegramme des »Gietzeuer Anzeigers Halle, 17. Februar. Die Bergwerks-Verwaltungen der Braun» tohlenbezirke Halle, Weißenfels, Zeitz unb Meuselwitz haben bie Forber- ungen ber Grubenarbeiter abgelehnt. Morgen finben 9 Versammlungen der Arbeiter statt. Montag wird wahrscheinlich der Streik au s brechen. Schnee« und Unwetter. Berlin, 16. Februar. Seit heute mittag findet in Berlin ein heftiger Schneefall statt, zeitweise begleitet von einem äußerst heftigen biiame. Auf den Strecken der Pferde- unb elektrischen Bahn haben sich infolge ber niebergegangenen Schneemassen umfangreiche Verkehrs- fioärmgen eingestellt. Auch aus anberen Gegenben bes Reichs liegen ihnUche Witterungsberichte vor. Lübeck, 16 Februar. Hier wütet starker Schneesturm, bet den Verkehr sehr beschränkt. Der Straßenbahnbetrieb ist teilweise ein* geste llt. Die Eisenbahnzüge treffen mit stunbenlanger Verspätung ein. Flensburg, 16. Februar. Infolge bes großenSchneesturmes »erden viele Betriebsstörungen berichtet. Der Verkehr auf ben Klein- dahaen ist vollstänbig eingestellt worben. — In Hamburg mußte aus demselben Grunbe auf verschiebenen Linien der Straßenbahnverkehr auf- gehs en werden. — Aus Kiel wird mitgeteilt, baß infolge bes Schnee- stumus die Hebungen bet Kriegsschiffe auf bet Kieler Bucht eingestellt «erd n. Braunschweig, 16. Februar Seit ber letzten Nacht herrscht andauernb Schneesturm. Der elektrische Straßenbahnbetrieb ist teil* »eite eingestellt. Der Eisenbahnverkehr nach bem Harz hat aufgehört. Mehrere Züge ftnb im Schnee stecken geblieben, barunter der Schnellzug von Magdeburg erst bei Eisleben, dann bei Helmstedt. Mühlhausen (Elsaß), 16. Februar. Hier und in der Umgegend wuttoe in der Nacht bei furchtbarem Sturm ein heftiger Erdstoß verspürt. In vielen Häusern öffneten sich die Thüren unb Fenster. Dresden, 16. Februar. In Sachsen herrscht starkerSchneesturm. Der Bahnverkehr ist bisher mit Mühe aufrecht erhalten worben. Karlsruhe, 16 Februar. Vom südlichen Schwarzwalb werben |eroaltige Schneestürme gemelbet, bie in verschiebenen Ortschaften erheblichen Schaben verursachten. ___________——— Handel und Uerkehrs Uachrichten. «tetzeu, 17. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen »ochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. C.80-0.90, Hühnereier per St. 7—8 4, 2 St. 00—00 4, Enteneier 1. St. 0—0 4, Ganse* Ärr per St. 0—00 4, Käse 1 St. 6—8 4, Kasematte 2 St. 6—6 4, Erbsen per Liter 20 4, Linsen per Liter 30 4, Tauben per Paar X 1.00—1.20, Hühner per St. X 1.20—2.20, Hahnen per Stück X 1.20—2.01), Enten per St. X 2.00—2.40, Gänse per Pfund X 0 00—C.OO, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 4, Schweine- fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 4, Kalbfleisch per Pfd. 64—68 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—64 4, Kartoffeln per 100 Kilo 4.C0 bis' 4.50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ttr. X 6.60—7.00 Milch per Liter 16 4. Keurstr Weidunge«. Depeschen deS Bureau .Herold". Wien, 17. Februar. Heute findet ein Mi nist er rat statt, in welchem die Erklärung festgelegt werden soll, mit welcher das Kabinett vor den Reichsrat zu treten hat. Das Urteil im Prozeß Kriegsheim. Berlin, 17. Februar. Im Prozeß KriegSheim wurde gestern abend noch das Urteil gefällt. Der Angeklagte von Kriegsheim wurde zu sechs Jahren Gefängnis, 500 Mk. Geldstrafe, event. noch 50 Tagen Gefängnis und zu 5 Jahren Ehrverlust, der Mitangeklagte Wißmann zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Dr. Lieber. Brrlin, 17. Februar. Die im Befinden Dr. Liebers seit gestern früh eingetretene Besserung hat auch am Abend angehalten. Dr. Lieber hatte einen ruhigen, fieberfreien Schlaf. England sucht „Landsknechte"! Neapel, 17. Februar. Die englischen Werber treiben ihr Handwerk hier offen und ungestört. Born Kriegsschauplatz. London, 17. Februar. Ein Telegramm aus Coles* berg berichtet, bei dem letzten Gefechte hatten die Engländer 60 Tote und 80 Verwundete. Die Buren hatten keine Verluste. London, 17. Februar. Zu dem Siege des Generals French über die Buren wird noch gemeldet, daß der General den Buren eine große Anzahl Vieh abgenommen hat. Die Buren wurden durch das Schnellfeuer des Generals überrumpelt und mußten die Flucht ergreifen. Die Verluste der Engländer sind unbedeutend; ihre Begeisterung ist unbeschreiblich. London, 17. Februar. Die „Times" melden aus Chieveley: General Lyttle ton erhielt das Kommando der 2. Division während der Krankheit des Generals Clerry, welcher an Blutvergiftung leidet. London, 17. Februar. Oberst Baden-Powell berichtet an das KriegSministerium aus Mafeking vom 29. Januar: Im ganzen seien bis zu diesem Tage durch die Beschießung der Stadt 5 Offiziere und 20 Mann getötet, 8 Offiziere und 52 Mann verwundet und bei den Ausfällen 123 Mann gefangen worden. Von den Kriegs- Kombattanten wurden 12 getötet und 23 verwundet. Die Regierung hat der „Birmingham Post" zufolge ihr Ver kaufsrecht geltend gemacht und sämtliche Geschütze aller Waffen-Fabriken des Landes angekauft, sowie das Recht auf alle in Fabrikation befindliche Vorbehalten. Infolgedessen konnte daS Kriegsministerium die Absendung von 5 neuen Schnellfeuer-Batterien anordnen. London, 17. Februar. Ein Telegramm aus dem Burenlager vorLadysmith berichtet vom 14. Februar, daß gestern nachmittag die Engländer, welche Chieveley verlassen haben, ihre Stellungen am Tugela aufgaben, und die Buren bei Blaukranz östlich von Colenso bombardierten. Die Buren antworteten mit Gewehrfeuer. Weitere Einzelheiten fehlen noch. ^^London, 11. Februar. Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet, daß ein schweres Gefecht bei Famah im Oranje Freistaat stattgefunden hat. Die Buren sollen dabei ihre Stellungen behauptet und die Engländer zurückgetrieben haben. London, 17. Februar. Im Unterhause wurde gestern das Gerücht verbreitet, daß General Buller den Tugela wieder überschritten habe. London, 17. Februar. Das Kriegsamt veröffentlicht ein Telegramm aus JacobSdal vom 16. ds. folgenden Inhalts: Die Verschanzungen bei Magersfontein sind aufgehoben. Die Buren bemühen sich zu entkommen. General French durchzieht das Land nördlich von Kimberley. Eine Infanterie-Abteilung unter dem Befehl des Obersten Kelly Kenny steht äugen blicklich im Begriff, eine Buren-Abteilung auf dem Wege nach Bloemfontein zu verfolgen. London, 17. Februar. Dem Kriegsamt zufolge verfügt General French über 3 Schwadronen Ulanen, 1 Schwadron Husaren, 1 Schwadron Dragoner und 2 Batterieen berittener Artillerie sowie 8 Kompagnieen berittener Infanterie, im ganzen 6000 Mann. Kapstadt, 17. Februar. Der Kommandant Pre- torius ist nach Modder River gesandt worden, wo er den Buren ausgeliefert werden soll. Darmstadt, 17. Februar, 1 Uhr 30 Min. nachmittags (Telephon Meldung.) In der heutigen Sitzung spricht dcr Abgeordnete Reinhardt-Worms im Namen der nationalliberalen Partei sein Bedauern über die von dem Zentrums - Abgeordneten Dr. Schmitt-Mainz gegen den Staatsminister Rothe gerichteten Angriffe aus und bringt demselben in Anerkennung der guten Geschäftsleitung ein Vertrauensvotum. Im übrigen erklärt er sich ausdrücklich im Namen seiner Partei gegen einen Kulturkampf, wenn er ihnen nicht aufgezwungen werde. Abgeordneter Haas- Offenbach stellt fest, daß die Initiative in der Wohnungsfrage nicht von der ersten Kammer, sondern schon vor langen Jahren von dem Abg. Reinhardt in der zweiten Kammer angeregt und der Regierung der Entwurf zur Prüfung vorgelegt worden sei. Abgeordneter Gutfleisch-Gießen erklärt sich auch im Namen der hessischen Anwaltskammer gegen die neuen Bestimmungen des Justizminifters, wonach den im Examen bestandenen Rechtskandidaten noch Bemerkungen über mangelhaftes Wissen und Lücken in ihren Kenntnissen in die Zeugnisakten eingetragen werden. — Auch er ist mit den Angriffen auf den Staatsminister nicht einverstanden, kann aber auch einem absoluten Vertrauensvotum nicht zustimmen. Man arbeite ohne gegenseitige Vorurteile und hoffe sehr viel von dem neuen Ministerium. Gin Kulturkampf aber, wie beinahe in Aussicht, untergrabe das Ansehen und den Wohlstand des Landes; er müsse deshalb durchaus vermieden werden. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr. Fortsetzung der Finanzdebatte, zu der noch 10 Redner eingetragen sind. Auf der Tagesordnung steht außerdem Be- artung der Vorlage der Landes-Lotterie. Unübertroffen zur Haut- u. Schönheitspflege. $Myrrholin-Seife Als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraße 2 «ugedot der Arbeitnehmer r 1 Weißbinder, 8 gepr. Heizer, 2 Bauschloffer, 1 Maschinist, 2 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 1 Taglöhner, 1 Fuhrknecht, 1 Schneider- Ithrling aufS Land, 1 ältere Frau für einen leichteren Laufdienst, 2 Schreibgehilfen. Nachfrage ver Arbeitgeber: 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Messerschmied, 1 gepr. Heizer, 1 Sckmied, 1 Wagner, 1 Schneider, 2 Bauschreiner im Alter von 18 bis 22 Jahren, 1 Fuhrknechle, 2 HauSburschen, 1 Fahrbursche, 1 junger Küfer* tursche, 2 Dienstmädchen, 8 Flickerinnen. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Mechaniker, 1 Sattler, 1 Kupferschmied, 1 Schirmmacher, 2 Schneider, 1 Schreiner. MWMilllWd Anlage eines neuen Iriedhofes am Aodtöerg. Die Herstellung von 1678,50 qm Chaussierung und 1815 qm Hflasteruug, einschließlich Lieferung aller Materialien, soll Donnerstag, 22. Ieöruar, vormittags 11 Uhr, Hentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Beding* mgen Hegen bei uns auf Zimmer 7 zur Einsicht offen. Angebote E Vordruck find bis zum genannten T-t mln einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 16. Februar 1900. Das Stadtbauamt. Schmandt. 1263 M NWWWWWD Hohversteigerung im Zteillbacher (Stmdnbcnmlb. Nächsten Mittwoch den 21. Februar 1900 soll im Distrikt Helgenwald und Gesäng folgendes Gehölz versteigert werden: 137 rm Buchen-Scheitholz, 80 „ „ -Knüppelholz, 50 „ „ "Stockholz, 4500 Buchenwellen, wobei Durchforstungswellen, 14 rm Eichen-Knüppel, 200 Eichen Wellen, 6 rm Eichen-Stöcke, 6 „ Radel-Knüppel, 16 „ „ -Stöcke, 1500 Radel-Reiser. Der Anfang ist morgens 9% Uhr bei der Lehmkaute. Steinbach, am 16. Februar 1900. Grotzh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 1274 Hohversteigerung Im Nieder- Befsiugener Gemeindewald werden versteigert: Aounrrstag ben 22. Lebruar: 110 fm Fichten. Bauholz von 16 bis 34 cm Durchmesser und 12 bis 18 m Länge, 2 BuLen-Stämme (Wagnerholz), 3 Birken-Stämme, 1 Kiefern-Stamm, 315 Fichten-Derbstangen, 2000 „ -Bohnenstangen. Freitag ben 23. Februar: 60 rm Buchen-Scheitholz, 50 „ Buchen- u. Eichen*Knüppel, 20 „ Radel-Knüppel, 2600 Wellen Buchen- u. Eichen-Reiser, 600 „ „ erste Durchforst., 2000 „ Radel Reisig, 180 rm Buchen-Stöcke, 50 , Radel-Stöcke. Der jedesmalige Anfang ist vormittags 9 Uhr. Die Zusammenkunft am 1. Tag im Ort, am 2. Tag beim Pflanzgarten. Rieder-Befsingen, 16. Febr. 1900. Gr. Bürgermeisterei Rieder-Bessingen. ___________Horst.________1258 Versteigerung DtenStag, ven 20. ds. Mts., Bor mittags 10 Uhr versteigere ick Mai- gaffe 15 dahier auf Antrag des Karl K l e b e in Gießen gemäß handelsgesetzlicher Bestimmung: SO Ztr. Lchweife gegen Barzahlung. 1281 Born, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag, den 20. dS. Mts., nach- mittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1) mehrere medizinische bezw. veterinärmedizinische Werke, wie Hering's Operationslehre, Möller's Chirurgie, Arzneimittellehre von Fröhner, 2 Bde Pathologie und Therapie rc., mehrere Herren-Anzüge, darunter einen vollständig neuen schwarren Gehrockanzug, 1 Reisedecke, 1 Reisekoffer und verschiedenes Weißzeug, sowie eine große Präzisionsuhr. 2) 2 Pferde, 1 Partie Schuhwaren, mehrere Dutzend Filz-, Strohhüte und Mützen, 1 Sopha, 1 Vertikow und andere Möbel. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. 1280 Born, Gerichtsvollzieher. 0-in pi chlniirtcn Waschbiitten Waschböcke Waschkörbe Wasch klammern W aschbretter WaMchseile in größter Auswahl empfiehlt 1279 Willi. Koblermann Neustadt 12, Neubau. Eier-Abschlag! I a. frische Eier;um Austtinkeu per Stück 7 Pfg. empfiehlt 1284 Heb. Arnold II. Markt straffe 28. Areuudtiche Hirrtadung zu den Eiaiigklifalioils-Verfammlllvgk« welche von Sonntag, 18. vis Sonntag, 25. Ieöruar im Saale Erlengaffe 10, I. Stock jeden Abend stattfinden. 1265 Sonntag, 18. Aevruar, aöeuds 8 Ahr: Thema: Eile thut not! 1. Mose 19, 14. Prediger K. Urech. Montag, IS.Aeöruar, aöeuds 8V,Nhr: Thema: Nicht fern. Mark. 12, 34. Prediger I Berber-Marburg. Ilenstag, 20. Aevruar, aöends 8 Ahr: Thema: Biel Vergebung I Jes. 55, 7. Prediger K. Ureck-Wetzlar. Sonntag, 25. Aevruar, aöends 8 Ahrr Thema: Die JüngersckaftJesu. Mark.8, 34—87. Rev. Carrs-Marburg. Aedermanu ist herzlich willkommen! Eine große, altrenommierte Zigarreufabrik in den Preislagen von 25 bis 100 Mk., sucht für htes. Platz und Umgegend einen tüchtigen Vertreter bei hoher Provision. — Gefl. Offert, erb. unt. Rr. 1288 a. d. Exp. d. Bl. 1273 Giessen, den 17. Februar 1900. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Plank, geb. Zentner, und Kinder Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 18. 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Bemannung versü 1 machtvollen Flotte !Lage eines [tarfen Idem Rücken gebunb l u naeschwöcht unb /) wnferti Reiches getvt ^mmentressen von l ÄeMngen der schär rveitere ^eldari M tresien, aus die, tkann, um weitere Bl üeabsichtigt, die bauei " N der Aushebung bec iiwölf neue Linien-Z Die von der Artillerie silolle zeigte, wie nöti mit Feldartillerie ver flrtiflerie für zwei w jlch 36 Batterien Fe AMerie. Wenn di M Aiegsamt zwei ’R« Landes send' caMerie sür drei M eine bestimm Achtet werden. S Eavallerie-Regimet «lu^anie besindlict menfer aus der Ye L?" B-st-nd «n Ähr.®? Scttice ^ren des ^ieae« Wertvolle Machtresi ^^tkräften besitzt Uevloven Vereine MW-MMe o-. ?»ii ucvkiiufcii Mietgeluche Verinietungen