9««l durch di? •*£&*** fall gesucht, ^austraßt«//, Dar; izerl JJJI Uv M, • Krausse. meli”g. 2. Ooieri. i. ptte. Der arme Jout 5. Onrert. i. Op J r. Thatowald. 7. Myct erdi. 8. Priaz Hein ron v. Straw. 11. Be ’otpourri v. Körnend Enträe 30 Pf? ffM DiMl: iball 111) ieib en Vereins Jock -berg. e dagewese MckoHB tihöchßdenselben. Wmplatz,M/"r, flottme«** nren ö 50 ft* > »tittatett 20 Psg- neIl NtrE r Vorstand. litung ,ns Bi-rkell^ MesM jb«»*** jtdWW- 7-rI'U"" H Hr. 41 Fünftes Blatt Sonmag den «8 Fco.uar 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger 2lmte«= und Zlnzeigeblatt für den Tireis Gieren ZZezugsprei» vierteljährl. Mk. 2^S monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Psg Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener ^««ilteuvlätter »erden dem Anzeiger hn Wechsel mit „Hess. Landwirt" h. „Blätter str hrff. Volkskunde- »kchtl. 4 mal beigelegt. Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den salgmden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. ÄeHhien, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Uotkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. * Die Kohlennot. Gießen, 17. Februar. Nicht mit Unrecht nennt man die Kohle den schwarzen Diamanten, aber vor diesem hat sie unendlich viel voraus - sie ist nämlich unentbehrlich, was man von Diamanten nicht behaupten kann. Der Bergarbeiterstrike in Oesterreich Hal auch für Deutschland verhängnisvolle Folgen gehabt, indem der Ausstand aus deutsches Gebiet übergetreten ist, und wenn wir heute sehen, daß eine große Anzahl von Betrieben im Königreich Sachsen mit Tausenden von Arbeitern den Dienst hat einstellen müssen, so ist daran die Arbeitsniederlegung der Arbeiter in den Kohlenbergwerken fd)iilb. Wir haben uns vor kurzem bereits an dieser Stelle mit der Angelegenheit beschäftigt, ohne zu ahnen, daß die durch den Strike in Oesterreich angefachte Bewegung eine Kalamität von solchen Dimensionen bei uns zeitigen würde, Ivie es thatsächlich der Fall ist. Welchen Umfang diese Kalamität schließlich anzunehmen vermag, läßt sich heute nach nicht übersehen, aber aus der Einschränkung des Ctaatsbahnbetriebs, wie er im Königreich Sachsen vom 19. D. Mts. ab angeordnet worden ist, kann man erkennen, das; selbst das heutzutage wichtigste Verkehrsmittel, die Eisenbahn, eine Einbuße erleidet, die in die Verhältnisse des Einzelnen und der Allgemeinheit tief einschneidet. Es ist natürlich- daß die gegenwärtige Kohlennot nicht nur auf die großen Privat- und Staatsbetriebe ihren Eni- sluß ausübt, 'sondern auch im Haushalt des Einzelnen sich äußern wird. Und das umsomehr, als gerade der diesjährige Winter die größten Anforderungen an das Feuerungs-Material stellt. Schon jetzt macht sich ein Steigen der .'Kohlenpreise bemerkbar, das einen sehr trüben Ausblick aus -die nächste Zeit gewährt, und in vielen Haushaltungen sehr schwer empfunden wird. Aber noch unheimlicher wirkt die Kohlennot auf die Erwerbsthätigkeit der vielen Tausende, die heute gezwungen sind, zu feiern, unb badurch dem größten Elend preisgegeben werden, ohne daß sie Zur Abwehr etwas zu thun vermochten. Wahrlich, die Saat, ^welche in Oesterreich gesäet wurde, hat auf deutschem Boden böse Früchte getragen! Vorläufig läßt /sich noch nicht ermessen, welche Ausdehnung der Kohlenarbeiterstrike in Deutschland nehmen luirb, und wir wollen hoffen, daß er sich nicht auf weitere Tistrikte verzweigt. Jedenfalls bleiben wir bei unserer schon früher ausgesprochenen Ansicht, daß eine Verständigung unter »den Parteien nach Möglichkeit anzubahnen ist, selbst wenn auf der einen Seite einige Opfer gebracht Kerben müssen, und die andere Seite von ihren Zorderungen etwas nachlassen muß. Das Sprichwort „Ein magerer Vergleich äst besser als ein fetter Prozeß" findet seine Berechtigung auch bei den Differenzen zwischen Unter- n-bmer und Arbeiter, besonders dann, wenn so viele direkt nicht Beteiligte in Mitleidenschaft gezogen werden. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Landftäude. nn. Darmstadt, 16. Februar 1900. Die Sitzung wird um einhalbzehn Uhr eröffnet. Am Ministertisch Staatsminister Rothe, Justizminister Wittmar, Finanzminister Küchler, die Ministerialräte Braun, Breid er t, Eisen Huth und Ewald, sowie Geh. Hofrat L e p s i u s. Die Generaldebatte über die Verlängerung des Finanzgesetzes wird heute fortgesetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Präsident mit, daß die Negierung bereit sei, die Interpellation der Abg. Ulrich unb Genossen „bie Vorlage eines Gesetzes zum Schutze (b er gewerblichen Arbeiter zu beantworten. Zum „Finanzgesetz" hält Abg. Seelinger an der Meinung fest, daß jede neue Steuer auf Widerstand stoße. St weist dabei auf die unzulängliche Bahnhofsanlage in Lampertheim hin, was namentlich bei schlechter Witterung sich bei einem Verkehr von über 1000 Arbeitern und Ardenerinnen außerordentlich mißlich zeigt. Dadurch würden die Arbeiter ins Wirtshaus und zum Alkoholismus gedrängt. Auch die Errichtung eines Amtsgerichtes zu Lampertheim sei zu einem unabweisbaren Bedürfnis geworden. — Ministerialrat Ewald sichert Erhebungen bezüglich des Bahnhofs Lampertheim w und daß, falls lsich die Notwendigkeit ergebe, auch Abhilfe eintreten ■töerbe. Abg. Schmitt Mainz kritisiert, wie schon in vor. Nr. berichtet, in scharfer Weise die Thätigkeit des fetzigen M i n i st e r i u m s R o t h e. Er kommt dabei in dem Schluß, daß er von der Thätigkeit des Finanz- itnb Justizministers voll und ganz befriedigt sei. Von bei Thätigkeit des Herrn Staatsministers könne er das leihet nicht sagen, da bet demselben ein vollständiger Mangel an Entschlossenheit vorhanden sei. Er kommt dabei ruf--en Fall oes Professors Schiller und dessen angebliche Dekorierung zu sprechen, und hätte gewünscht, daß man hier nicht so lange gezaudert, sondern tabula rasa gemacht hätte. Durch solche Vorkommnisse werde im Volk das Vertrauen zur Regierung nicht gestärkt. Im Gegenteil durch die Unentschlossenheit und das Zaudern und den Mangel an Energie des Minister-Präsidenten habe die Sozialdemokratie die besten Geschäfte gemacht: Auch bei andern Gelegenheiten sei dieser Umstand hemmend für das Staatsinteresse aufgetreten. Er kommt auf die im Laufe der Zeit erfolgten Ernennungen und Charakter- Erteilungen. Hier trete die Thätigkeit des Herrn Staats- Ministers ebenfalls in keinem günstigen Lichte hervor, sondern als diejenige eines Parteiministers. Er habe die in den letzten Jahren erfolgten Ernennungen kontrolliert und dabei gefunden, daß 95 Prozent aller Charakter-Erteilungen an nationalliberale Männer waren, 5 Prozent verteilen sich auf andere Angehörige des Landes. Zwei weitere Fälle zeigten, daß der Herr Staatsminister noch im alten Fahrgleis des Bureaukratismus weiter fahre, und das betreff das 50 jährige Amtsjubiläum zweier Mainzer Doktoren, die man am Geburtstage des Großherzogs vergessen habe, weil sie nicht weiß seien. Das Ressort des Justizministers leide ebenfalls an einigen Mängeln, besonders bej d-em Anklagerecht der Staatsanwaltschaften, das etwas abgeschwächt werden dürfte. Mit der Thätigkeit des Finanzministers kann er sich nur voll und ganz einverstanden erklären, weil aus den Thaten desselben Energie und Entschlossenheit hervorgehe und ein energischer Wille ohne Bureaukratismus dieses ganze Ressort beseele. Es liege ihm fern, dem Ministertisch Komplimente zu machen, aber er könne sich nicht versagen, Sr. Exzellenz den Wunsch auszudrücken, daß er noch recht lange und mit kräftiger Hand die Geschicke des Landes leiten möge zum Wohle des Volkes und des hessischen Staates. Staatsminister Rothe ^erklärt, das Haus werde es begreiflich finden, wenn es ihm schwer falle, auf alle die Angriffe des Abg. Schmitt zu erwidern, weil sie so unerwartet und maßlos seien, wie dieses von feiten des Abgeordneten geschehen sei. Niemand wisse besser, wie der Abg. Schmitt, daß er den Posten, den er heute einnehme, nicht gesucht habe. Er hafte aber auch nicht an dem Ministersessel und werde au der Stelle nur so lange bleiben, als es der Wunsch des Großherzogs sei. Abg. Schmitt habe ihm Mangel an Energie vorgewvrsen. Er könne aber versichern, daß er der letzte sei, der sich etwas zu gute rechne, aber das könne er sagen, daß seine Arbeitslast in den letzten anderthalb Jahren so groß gewesen sei, wie er sie noch nicht zu verzeichnen hatte. Wenn ihn der Abg. Schmitt verantwortlich machen wolle für die Nichterfüllung feiner Wünsche bei der Bischofswahl zu Mainz, so müsse er diesen Vorwurf von der Hand weisen. Er könne aber auch die Versicherung vor dem ganzen Lande geben, daß in der ernsten Stunde der Wahl das Ministerium nur davon geleitet wurde, den religiösen Frieden des Landes zu erhalten. Möge der neue Bischof zum Segen des katholischen Volkes noch recht lange regieren; seine besten Segenswünsche, des Staatsministers, werden ihn begleiten. Als Staatsminister sei er jederzeit bestrebt gewesen, die das Land betreffenden großen Fragen in objektiver Weise zu lösen. Freude habe es ihm gemacht, daß der Abg. Schmitt seinen beiden Kollegen Beifall gespendet habe, aber er habe auch die Empfindung, daß ihm als leitendem Minister seine beiden Kollegen die Anerkennung nicht versagen, daß er jederzeit der erste gewesen sei, seine ganze Arbeitskraft zum Wohle des Landes zu verwenden. (Bravo!) Staatsminister Rothe geht nunmehr auf die Klagen des Abg. Schmitt wegen der Ernennungen u. s. w. des näheren ein unb wiederholt diese in längeren Ausführungen. Justizminister Dittmar weist das ihm gespendete Lob des Abg. Schmitt mit Entschiedenheit zurück, weil er sich solidarisch erkläre mit der Person des Herrn Staatsministers, vor dessen Arbeitskraft, Gerechtigkeitssinn und Loyalität man nur die allergrößte Hochachtung haben müsse. Die Angriffe des Abg. Schmitt seien unerhört, entbehrten aber sicher nicht des Grundes, der vom Herrn Staats-Minister bereits angedeutet und in der Mißstimmung des Redners in der Bischofswahl zu Mainz zu suchen sei. Die Angriffe seien zwar in mystischer Weise erfolgt, aber der Abgeordnete habe auch gar nicht den Mut und den Willen, hier mit offenem Visier zu kämpfen. Er behandelt in eingehender Weise die Klage des Abgeordneten wegen Nichtbeförderung von Richtern, für die er jederzeit die Verantwortung übernehme. Auch bezüglich der Nichtanstellung jüdischer Richter erwarte er jederzeit einen Antrag aus dem Hause. Finanzminister K ü ch l e r ist mit dem ihm vom Abg. Schmitt gespendeten Lob nicht einverstanden, weil er sich jederzeit solidarisch mit den Handlungen des Herrn Staatsministers erkläre. Sein ritterliches Empfinden müsse sich aber aufbäumen, wenn er als Folie zu solchen maßlosen Angriffen dienen solle die der Abg. Schmitt soeben dem höchsten Beamten des Landes zugeschleudert habe. Er stellt fest, daß es ungemein schwierig gewesen sei, bei der kolossalen Arbeitsanhäufung, die das neue Ministerium gefunden, rasche Lösungen zu schaffen; daß es aber gerade der Loyalität des Staatsministers zu verdanken sei, daß im Gesamt-Ministerium ein Geist der Arbeitsfreudigkeit und Ausgleichung herrsche, wie man ihn nicht besser finden könne. Er beleuchtet nochmals die jetzige Eisenbahnpolitik in Hessen und wünscht, daß man jetzt endlich mit Nebenbahn - Projekten zurückhalte. Die Kammer habe bereits 32 Millionen hierfür verpulvert, und das sei seiner Ansicht nach genug. Die Verstaatlichung der Hessischen Lud- wigsbahn sei durch den Drang oer Verhältnisse bedingt worden. Wäre es nicht geschehen, dann hätte er einmal das Geschrei hören wollen, wenn man dieselbe nochmals zehn Jahre konzessioniert hätte. Abg. S ch m e e l kennzeichnet in längerer Rede die maßlosen Angriffe des Abg. Schmitt, als dessen Ursache er die Verdrossenheit über den Ausfall der Bischofswahl zu Mainz in der Partei des Abgeordneten bezeichnet. Wegen vorgerückter Stunde wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Morgen früh 9 Uhr Fortsetzung der Beratungen. Lokales unb VrovüyieUes. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gietzeu, den 17. »Februar 1900. ** Das Notariat in Oberheffeu. Diejenigen, welche behauptet haben, das Notariat entspreche ganz dem Bedürfnis unserer Bevölkerung, haben Recht behalten. Obgleich die Notare vorerst mit dem Jmmobiliengeschäft noch gar nichts zu thun haben, werden deren Dienste, wie wir hören, in Gießen täglich vom Publicum in Anspruch genommen. Ganz besonders lebhaft aber sind die Notariate in den kleinen Landstädten der Provinz beschäftigt. Es ist ganz ohne Zweifel, daß mit der Zeit eine sehr wesentliche Entlastung der Gerichte durch daS Bestehen des Notariats herbeigeführt sein wird ** Bauer'scher Gesangverein. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, begeht der Bauer'sche Gesangverein morgen, Sonntag, seinen Maskenball. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Verein, dessen Veranstaltungen von früher in bestem Rufe stehen, weder Kosten, noch Mühe gescheut, um auf dem Gebiete des Humors etwas wirklich neues zu bieten, und so dürfte es jedem Freunde deS Faschings zu raten sein, die „Bauern" zu besuchen. = Volkartshain (Kreis Schotten), 15. Februar. Gestern morgen gegen 8 Uhr, als die Familie des Landwirts Karl Strauch in dem benachbarten Kirchbracht beim Kaffeetrinken war, kam der Pfarrer Herr Stein hier, und meldete, daß es bei ihm brenne. Schnell eilten, die Leute heraus, und sahen, daß seine Scheune thatsächlich brannte. Durch sofort herbeigeeilte Zimmerleute, welche gerade im Ort beschäftigt waren, konnte das Wohnhaus, obwohl mit der Scheune unter einem Dach, noch gerettet werden, sodaß der Schaden nicht so ganz bedeutend ist; auch ist der Eigentümer versichert, lieber die Entstehung des Feuers ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. Zwei Personen wurden bei den Rettungsarbeiten durch eine einstürzende Wand schwer beschädigt. Dem Einen sollen mehrere Rippen gebrochen sein, sodaß ärztliche Hilfe erforderlich war. x Freienseen bei Laubach, 17. Februar. Dahier kam es in diesen Tagen bei einer Holzversteigerung zu einer Schlägerei, wobei ein hiesiger junger Mann einen Schlag auf den Kopf erhielt, wobei das eine Auge eine solche Verletzung erhielt, daß es in der Gießener Klinik entfernt werden mußte. Der Thäter ist ein junger Mann von Lardenbach, welcher bereits auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhaftet wurde. X Radmühl (Kreis Lauterbach), 16. Februar. Ein bedauerlicher Unglücks fall ereignete sich vorgestern in dem Dampfsägewerk der Firma Heß u. Schuster in Birst e i n. Während der Frühstückspause fehlte der 17jährige Arbeiter Grock von hier. Seine Mitarbeiter suchten nun nach ihm, und fanden schließlich seinen Leichnam in einer Abteilung des Sägewerks gräßlich verstümmelt liegen. Grock ist mutmaßlich bei irgend einer kleinen Nebenarbeit vor dem Frühstück in eine Transmission gekommen, und hat dabei sein Leben eingebüßt. Es waren ihm beide Beine vom Körper total abgerissen, der Kopf war zur Hälfte ab, auch hingen noch weggeschleuderte Fleischteile an der Zimmerdecke der betreffenden Sägewerk Abteilung. Es war grauenerregend, den toten Körper anzusehen. Allgemein erregt der Fall die innigste Teilnahme. m , ,, x Trais-Horloff, 17. Februar. Auf hiesiger Braunkohlengrube und Brikettsfabrik „Grube Friedrich" werden seit einigen Tagen, außer zu Jndustriezwecken, keine Briketts mehr an Fuhrwerke verabreicht. Sämtliche Briketts gehen per Bahn nach Auswärts. Für viele Leute, welche ihren Brandbedarf hier holten, ist dieses Vorgehen der Verwaltung unangenehm. . . W. Aus der Wetterau, 16. Februar. Derjemge Wetterprophet, welcher im Herbste vorausfagte, daß der heurige Winter kräftiger ausfallen würde, als die beiden vorhergehenden, hat recht behalten. Unsere Winterfrüchte haben sich bis jetzt gut gehalten, und die Tragknospen an den Obstbäumen ebenfalls. Eine auffallende Erscheinung zeigt sich aber bei dem Hausgeflügel, nämlich: es ist sehr träge im Eierlegen. Die Klage ist allgemein, und die Folgen davon sind ungewöhnlich hohe Eierpreise, wir müssen 7 bis 8 Pfg. für gute Landeier zahlen. N. Aus dem mittleren Niddathale, 16. Februar. Eine kurze Nachricht, wie eS mit unseren Holzpreisen steht, dürfte zur Vervollständigung Ihrer Mitteilungen nicht unwillkommen sein. Die kürzlich stattgehabte Versteigerung brachte alle Sortimente des Brennholzes, sowie des Bau-, Werk- und Nutzholzes. Die Kauflust war rege, es wurden ungefähr 50 Prozent über den Tarifpreis erzielt, woraus folgt, daß die Preise gut waren. A Mainz, 16. Februar. Während die vom Oberrhein und Neckar heute hier eingelaufenen amtlichen Wasserftands- nachrichten fallen melden, ist der Rhein hier sowohl wie in Mannheim noch fortwährend im steigen und zwar beträgt die Zunahme hier von gestern abend bis heute abend noch nahezu ein Meter. Teilweise ist das starke Wachsen hier dem Main zuzuschreiben, der auch stark im steigen, ist. Nachrichten von unterhalb melden, daß die Nahe und die Mosel gleichfalls steigend sind, so daß die Schifffahrt als „eröffnet" anzusehen ist. Vermischtes. * B e r l i n, >16. Februar. 1500 MarkBelohnung, und zwar 500 Mark vom Untersuchungsrichter zu Thorn und 1000 Mark vom Polizeipräsidenten zu Posen, sind auf die Ergreifung eines ehemaligen Offiziers ausgesetzt, der seinem Transporteur auf dem Bahnhof zu Posen entsprungen ist. Der Flüchtige ist der Leutnant a. D. Hellmuth Wessel, geb. am 12. Mal 1871 zu Halle a. S.; es ist gegen ihn eine Untersuchungshaft wegen Betrugs, Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung verhängt. Wessel, auf den auch seitens ber, Berliner Sicherheitsbehörden eifrigst gefahndet wird, ist 1,67 Meter groß, hat dunkelblondes, halbgeschnittenes, fast hochstehendes Haar, kleinen dunkelblonden Schnurbart mit aufgedrehten Enden, braune Augen, hellblonde Augenbrauen und gesunde Zähne. Es wird um seine Verhaftung und Ablieferung in das nächste Amtsgericht gebeten. * B u d a p e st, 15. Febr. Während sich in der Gemeinde Mernh (Ungarn) der Landwirt Karl Mayer und seine Frau auf einer Faschingsunterhaltung befanden, brach in ihrer Behausung Feuer aus, wobei drei Kinder des Ehepaares buchstäblich verkohlten. * Petersburg, 14. Febr. Nach neuntägiger Verhandlung wurde heute der Chef der Fondsabteilung der hiesigen Filiale des Kredit Lyonnais, Johannes Groes, wegen Verschleuderung von 90 000 Rubel mit dem Verluste aller Rechte und Einreihung in eine Arrestantenkompagnie auf zwei Jahre verurteilt. Der der Mithilfe und Mitwissenschaft angeklagte Buchhalter Wengel wurde mit dem Verluste aller Rechte und Einreihung in eine Arrestantenkompagnie auf ein Jahr bestraft. _______________________________ Kunst und Wissenschaft. — Sonntagsruhe für die Aerztek An den Ausschuß der preußischen Aerztekammern ist, wie die Deutsche Mediz. Ztg. berichtet, seitens der Aerztekammer der Provinz Sachsen folgender Antrag gerichtet worden: Der Aerztekammerausschuß wolle nach vorheriger Durchberatung in den übrigen Kammern den Kultusminister bitten, daß er die Vorstände der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften u. s. ro: auffordere, für die Sonntagsruhe der Kassenärzte insofern Sorge zu tragen, als an den Sonntagen nur diejenigen Konsultationen und Besuche durch die Kassenmitglieder von den Aerzten gefordert werden dürfen, die unaufschiebbar sind, weil eine Gefahr für Leben und Gesundheit der Patienten ohne die Inanspruchnahme des Arztes am Sonntag zu befürchten ist. Insbesondere sollen sich die Krankenkassen befleißigen, die Hilfe des Arztes nicht erst am Sonntage nachzusuchen, wenn schon an den Wochentagen die Notwendigkeit der Zuziehung des Arztes wegen einer Krankheit ersichtlich ist. Alle Untersuchungen, welche lediglich dazu dienen, den Gesundheits- oder Krankheitszustand von Kassenmitgliedern sestzu- stellen und darüber Gutachten oder Bescheinigungen auszustellen, sollen für die Sonntage in Wegfall kommen und nur an den Wochentagen Erledigung finden. — Das Victor von Scheffel-Denkmal, welches dem Dichter in Säkkingen von Kunstfreunden errichtet wird, soll voraussichtlich schon im Juni d I. feierlich enthüllt werden. Bis jetzt sind von freiwilligen Gaben insgesamt 17 600 Mk. bei dem Denkmalsausschuß eingegangen, und bei dieser Gelegenheit wird bekannt, daß auch der Kaiser eine Summe von 1000 Mk. und der Großherzog von Baden, sowie sein Sohn, der Erbgroßherzog, eine Summe von je 500 Mk. gespendet hab:n.______ _______________________________________________________________ Handel und Uerlrehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 16. Februar. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult Februar 1.00%, do. per ult. März 2.40 %, Diskonto Kowmandit per ult. Febr. 0.75%, do. per ult. März 1 65%, Lombarden per ult. Februar 0,75% do. per ult. März 1.- Zn, Deutsche Bank per ult. März 0.00%, Dresdener Bank per ult. Febr. 0 00%, Berliner Handelsges. per ult. Febr. 0.00. Notierungen: Kreditaktien 237-7.30, Diskonto-Kom- mandit 194.50-80, Staatsb. 141.20-00, Gotthard 141.80-00, Lombarden 29.60-30.10-30, Ungar. Goldrente 99.00, Italiener 94 20, 3proz. Mexikaner 26.40, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 4%% Brief. 1% bis 2b/4 Uhr: Kredit 237.30-00, Diskonto 194.80-60-70. Staatsbahn 141.20-00, Lombarden 29 90-30.20, Berl. Handelsg. 172, 3proz. Mexikaner 26.40 B. 30 G., Harqener 226.20-5 50-226.50. Kohlen. Da der Streik in Böhmen, Schlesien und Sachsen andauert, werden disponible Mengen hier zu jedem verlangten Preis aufgekauft, sodaß Preisnormen für Effektivlieferung z. Z. nicht bestehen. Berlofurrgerr. (Ohne Vervähr.) Italienische Rote Kreuz«Lose vom Jahre 1885. Ziehunz am 1. Februar. Auszahlung am 9 November 1900. Hauptpreise Serie 10962 Nr. 46 20 000 Frcs. Serie 10842 Nr. 27 200u Frcs. Serie 5200 Nr 15, Serie 3806 Nr. 46 je 1000 Frcs. Serie 8572 Nr. 29, Serie 5373 Nr. 27, Serie 8195 Nr. 45, Serie 782 Nr. 36 Serie 328 Nr. 13, Serie 17 Nr 28, Serie 451 Nr. 43, Serie 2ui Nr. 21, Serie 4311 Nr. 6, Serie 5273 Nr. 36 je 50 Frcs. Auszug aus den Standesamtsregister« ter Stadt Gieße«. Aufgebote. Februar. 10. Louis Heß, Kaufmann dahier, mit FumztSkr Fuchs zu Mainz 10. Konrad Döring, Taglöhner bautet, mit E isabetbe Hofmann zu Heuchelheim. 12 Konrad Häde, Eoacksarbeiter zu Borbeck, mit Anna Marth« Elisabethe Wetzel zu Borbeck. 12. Adolph Sieglinger, Geschtrrbändler babier, mit Marie Stichler zu Altenburg. 14. Heinrich Karl Rothwtsch, Bahnardetter dahier, mit Marte WÜ- helmt-re Jullmann dahier. 14. Otto Peter von Eifi, Metzger dahier, mit Christiane Margarethe Decker Hierselbst. 15. Heinrich Honig, Fuhrmann zu Barmen, mit Emilie Reh hterselbst. 15. Dr. Karl Leopold Albert Vogler, prakt. Arzt zu Hamburg, mit Luise Auguste Amalie Kltngspor zu Gießen. Eheschlietznnge«. Februar. 10. Max Ludwig Ehmke, Kaufmann zu Alsfeld, mit Luise C arlotte Noll Hierselbst. 10. Karl Heinrich Friedrich Ritter, Kontrolleur zu G ünberg, mit Katharine Karoline Auguste Schmidt hterselbst. Seborene. Februar. 4. Dem Schreiner Heinrich Lehleitner eine Tochter, Sophie. 6. Dem Arbeiter Johann Georg Kaiser ein Sohn. 7. Dem Ausläufer Karl Mandler em Sohn 7. Dem Lackierer Karl Käs eine Tochter, Lina. 7 Dem Wirt Wilhelm Fischer eine Tochier 8. Dem Etsendreber Ka>l Enz ein Soh . 8 Dem W>rt Kar: Schmitt eine Tochter. 8. Dem Fabrikarbeiter Christian B.cker ein Sohn, August Ludwig Christian. 9. Dem Fuhrmann Heinrich Häuser eine Tochter. 9 Dem Schuhmacher Heinrich Wiegand ein Sohn. 10. Dem Taglöhner Johann Georg Karl emc Tocht.r, Ma'ie. 12. Dem Schlosser P^ter Bott ein Sohn, Heinrich Wilhelm. 14. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Weber eine Tochter. Gestorbene. Februar. 9. Elisabeie Trechsler, geb. Schmitt, 37 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhn«rs Peter T^chssir dahier. 10 Ludwig v. Schmalkalder, 75 Jahre ait, Großh. La> dgerichtsrat i. P. dahier 11. Katharine Vetzberger, geb. Artz, 57 Jahre a't, Witwe dahier 12. Helene St ack, geborene B ck r, Schuhmachers W twe dahier. 12. Johann Georg Brömer. 56 Jaore alt, Steinbruchvesitzer dahier. 14. Emilie L-ngermann, 80 Sabre alt, ledig, Rentnerin dahier. 14. Klara Rothe, geb. Liebhaber, 50 Jahie alt, Kindergärtnerin dahier. 15 Johannes Rebhut, 57 J.hre alt, Metzger und Wirt dahier. Kunst-Ausstellung. auesteUung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Milanz am 31. Dezember 1899. Aktiva. v4L H 1. An Kaffenkonto . . - 428 2b 2. Warenkonto .... 5699 77 3. Geschäftsutensilien . . 280 50 4. Debitorenkonto . . . 1150 — Summa 755ö 55 Passiva. w4L H 1 Mitgliederguthaben. . 870 — 2. Kapitalschuloen . . . 2000 — 3. R servefond .... 2172 55 4 Betriebsrücklage . - 1200 — 5. Dividenden . . - . 1316 — Summa 7558 55 Die Mitgliederzahl betrug Ende 1898 96 Eingctreten in 1899 2 Summa 98 Ausgetreten in 1899 ___9_ Demnach Bestand Ende 1899 89 Genoffen. «Landwirtschaftlicher Konsum-Werein I Leihgestern. Eingetragene Genossenschaft mit u^beschr. Haftpflicht. Der Borftaud: 1270 Balthaser Schäfer. Johannes Textor. Balthaser Brückel- Filiale in frankfurt a. M.: Kaiserstraße 75. R.WOLF Magdeburg - Suckau. mit ausziehbaren Jlohrenkesseln, von 4 bis 200 S^erdekraft, sparsamste - - --Setriebsmaschinen für Industrie und Sandwirthsehaft. Dampfmaschinen, ausziehbare 5töhren-S)ampfkessel, Centrifugalpumpen, ^Dreschmaschinen bester Systeme. 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