Geschäft angehende fester J 8lk. 1O.~ Neu! “gemeldet. Bis lhreiber MW ffir itor pn M m mit Angabe lsvrüche unter ^P- b.8L erb. mis, toratbeiten bertrout, ichl. Offerten unter Debitton b. Bl. MKM en Lohn gesucht U, Weftanluge K :r tyiuSburftt Mott /tatti S. «fort Ml intenufe wachst. )e für leichte Srbttt es. Bahnhofflr. b». ^verlässiges Mbch« m Rinbe unb fit esucht. pab, Plvästraße 1 Ld»M gesucht tidMHCwjL läÄ7 mn unb fyuliatta iobn zu fof. S-mtt chm mit fluten 8«^ gevavlagc öt, ie§ Lvutmädchen fofir »hofyraße 60> L je. M O«k g«M- »«an»» 24 &i » ®! 4 (2&ÖJ KO ,i vä 9*3 Kk> o] • •MS ,0A 9'3 3M 3J « »?# «SM Rtiß .HF W »ÄS ‘ÄS®*A •5 Sw** *21! k3«? $ 6tÄ« 250] 53 64 [50] F L tzt x ..yl 59 B »«L°kili-L Ä »’S?# « S«'' #« ) K'S 922 7, fli •SS*4S’ Sn»00?1^ 1 43 93 W* jfl Re 270 Erstes Blatt. Samstag den i7. November 15V. Jahrgang woo Gießener Anzeiger General-Anzeiger KrscheNN ttgtlch mir Ausnahme deS MwntagS. Die Gießener K«»ikte«»rL1ter werken dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" rvSchtl. 4 mol beigelegt. Ale Anzeigen-DermittlungSstellen deS In« und AuSlcmdeA nehcken Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenPreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Aezngsprels vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholestcNea vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den atzendea Log erfcheinmden Nummer bis Bonn, 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abend- vorher. Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. 11-1—L!. JULI1 ■ 1 ■■ 1 ' n ■ Rebeftien, Expedition und Druckerei: -chnlstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hessische Landwirt, Slätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Cberhesstscher (Obßbmcrrin Neremsbesirk (Siegen. Am Sonntag dem 18.November findet in Daubringen eine Versammlung statt, in welcher der Sekretär des Vereins, Herr Oberlehrer Reichest aus Friedberg über „Das Erfrieren der Obstbäume" und über „Die wichtigsten Obstbaumschädlinge aus dem Tierreiche" sprechen wird. Für die Mitglieder aus Daubringen findet dann eine Verlosung von Obstbäumen statt. Die Mitglieder des Oberhessischen Obftbauvereins sowie sonstige Interessenten werden zu der Versammlung freundlichst eingeladen. Gießen, den 15. November 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: Schasräude in Grünberg. Nachdem in der Schafherde des Schäfers Schmidt in Grünberg die Schafräude ausgebrochen ist, wird hierdurch für die betreffende Weide die Weidesperre verfügt. Gießen, den 14. November 1900. Großherzoglich^ Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. ■. Betr.: Abhaltung der Biehmärkte. ' Der für den 28. November d. Js. vorgesehene Viehmarkt zu Allendorf an der Lumda wird wegen der dort herrschenden Maul« und Klauenseuche hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. November 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Deutscher Reichstag. Berlin, 15. November. 2. Sitzung. Nach Verlesung der Eingaben schreitet das Haus zur Wahl des Präsidiums. Bei der Wahl der Präsidenten werden 294 Zettel abgegeben, davon 26 weiße, die übrigen lauten auf den bisherigen Präsidenten Grafen Ballestrem, der unter Beifall erklärt, daß er die Wahl annehme und das Präsidium übernimmt, wobei er den Vizepräsidenten von Frege unter Heiterkeit mit sanfter Gewalt von dem Präsidentenplatze verdrängen muß. Er hält hierauf folgende Ansprache: Meine Herren! Sie haben mir wieder die große Ehre erwiesen, mich zum Präsidenten des deutschen Reichstages zu wählen, Sie haben mir nicht nur eine große Ehre hierdurch erzeigt, sondern eine besondere Genugthuung bereitet. Diesmal haben Sie mich nicht als einen Unbekannten gewählt, wie das letzte Mal, sondern Sie haben mich gewählt, nachdem ich zwei Jahre die Geschäfte des Präsidiums geführt habe. Ich glaube daher aus Ihrer Wahl entnehmen zu dürfen, daß Sie im »großen und ganzen nut meiner Geschäftsführung nicht ganz unzufrieden waren. (Zustimmung.) Diese erneute Wahl wird mir eine Anspornung jein, auch in dieser Session diejenigen Prin- zipren hoch zu halten, welche ich bei meiner ersten Wahl als maßgebend für die Führung der Präsidialgeschäfte bezeichnet habe. (Lebhafter Beifall.) Auch in dieser Session will ich die Würde des Reichstages nach jeder Richtung hin wahren. (Bravo!) Ich will ferner die größte Unparteilichkeit walten lassen. (Erneuter Beifall.) Ich will weder auf Parteien noch auf Personen sehen, wenn ich meine Präsidialbefugnisse ausübe. Endlich will id) mir Mühe geben, die Geschäfte, mit denen der Reichstag befaßt wird, möglichst zu fördern. Um aber viel zu erreichen, dazu bedarf ich Ihrer Mithilfe und zwar Ihrer all- seitigen Mithilfe, nur dann wird es mir möglich sein, das zu'erreichten. Die große Zahl der Stimmen, die sich ruf mich vereinigt haben, läßt mich hoffen, daß die Mit- wirkung auf keiner Seite des Hauses fehlen wird. (Zustimmung.) Nochmals meinen herzlichsten Dank für den Vertrauensbeweis, den Sie mir gegeben haben. (Allseitiger Veifall.) Zum ersten Vizepräsidenten wird Abg. von Frege mit 190 von 290 abgegebenen Zetteln gewählt; 90 Zettel waren unbeschrieben, 3 lauteten auf von Treuen- fe:ld, 2 auf Singer, je 1 auf Levetzow, Schrimpf, Graf Bismarck-Bohlen, Sck,midt-Bingen und Dr. Schönlank. Abg. **n Frege nimmt die Wahl dankend an. Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten werden 293 Stimmzettel abgegeben. Davon sind drei un- giltig, banmter einer, der auf den Namen Li-Hung- T s ch a n g lautet. (Große Heiterkeit.) Weitere vier Zettel sind unbeschrieben. Von den 286 giltigen Zetteln lauten 181 auf Büsin g (nl.), 55 auf Schmidt-Elberfeld (frs.) und 50 auf Singer (soz.). Abg. Büsing erklärt die Wahl mit Tank anzunehmen. Es folgt die Wahl der Schriftführer ebenfalls durch Stimmzettel. Entsprechend einem Vorschläge des Präsidenten wird die Feststellung des Ergebnisses dieser Wahl nach 6er Sitzung erfolgen und in der nächsten Sitzung verkündet werden. Zu Quästoren ernennt der Präsident die Abgeordneten Rintelen (c.) und Münch-Färber (nl.). Der Präsident gedenkt dann noch kurz der seit der letzten Sitzung durch den Tod abberufenen Mitglieder des Hauses. Dieses ehrt das Andenken der Dahingeschiedenen v. Dziembowski, v. Manteuffel und Liebknecht durch Erheben von den Sitzen. — Montag 12 Uhr: Interpellation betreffend die 12 0 0 0 Mark-An Gelegenheit und eventuell noch Nachtrags-Etat für Ch ina. Schluß nach 5 Uhr. Jahresfeft des Oberhessischerr Vereins für innere Mission. s-r. Gieße«, den 15. November 1900. Das Fest begann am Dienstag um 3V2 Uhr mit einer Sitzung, an der sich außer dem Vorstand und den Synodalvertretern für innere Mission Regierungsrat Dr. Wagner, Beigeordneter Wolff, Strafanstaltsdirektor Clementz- Butzbach, Polizeiamtmann Hechler und mehrere Bezirksvorsteher und Armenpfleger der hiesigen städtischen Armenpflege teilnahmen. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten sprach Pfarrer Roeschen-Freienseen über „Fürsorge für verwahrloste und schutzbedürftige Kinder, besonders im Blick auf dasBürgerliche Gesetzbuch." Es giebt wenig Fragen, die unsere staatlichen, städtischen und kirchlichen Verwaltungsbehörden in den letzten Jahren so beschäftigt haben, wie die Frage der Unterbringung der in Zwangserziehung zu gebenden Kinder. So konnte der Referent auf Grund reichhaltigen Materials, wie Aeußerungen der Kreisämter, der städtischen Armenämter, mehrerer Erziehungsvereine u. s. ro., die ihm die zugesandten Fragebogen beantwortet hatten, und an der Hand einiger Erfahrungen mit ausführlichen und klaren Darlegungen und Vorschlägen hervortreten. Diese Frage hat seit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches und der Novelle zum Hessischen Zwangserziehungsgesetz eine erhöhte Bedeutung erhalten, indem die Möglichkeit der Zwangserziehung vergrößert und bis zur erreichten Volljährigkeit ausgedehnt worden ist. Heute ist man aus den mannigfachsten Gründen zur Familienerziehung übergegangen d. h. ihrem Elternhause zwangsweise entzogenen Pfleglinge sind in der Regel in einer Familie auf dem Lande zu erziehen; wo die Familienerziehung nicht ausreicht, also bei ganz verwahrlosten, tritt Anstaltspflege ein. Da nun die Verwaltungsbehörden schwer in der Lage sind, geeignete Familien zu finden, so haben bisher eine Reihe von Pfarrämtern und auch einige sogen. Erziehungsvereine die Ausfindigmachung und Ueberwachung dieser Familien freiwillig übernommen. Doch müßte jetzt ein Netz von Erziehungsvereinen sich über das ganze Land ausbreiten. Aufgabe dieser Vereine ist: für die vom Staat auf dem Zwangswege in Familien zu erziehenden Kinder geeignete Pflegefamilien, sodann geeignete Lehr- oder Dienststellen auszuwählen, den Vertragsabschluß zu vermitteln, die Erziehung zu überwachen und alle Verhandlungen mit den Pflegefamilien im Einverständnis mit der unterbringenden Verwaltungsbehörde zu führen. Der angemessene Bezirk für den Erziehungsverein soll das Dekanat sein; größere Bezirke hemmen die einheitliche Verwaltung und find darum nach Dekanaten zu teilen. Zudem empfahl der Redner einen losen Verband der Erziehungsvereine, durch den die gemachten Erfahrungen ausgetäuscht werden, und der beim Mangel geeigneter Pflegefamilien die gegenfeirige Aushilfe vermitteln soll. Dabei betonte er, daß die Fürsorge für die Pfleglinge sich nicht auf die Darbietung der notwendigen Lebensbedingungen beschränken dürfe, sondern vielmehr in der zielbewußten Erziehung des Kindes zu einem tüchtigen, für einen Beruf ausgebildeten ©liebe der Gesellschaft bestehen müsse. — Bei der nun folgenden Debatte, an der sich auch die obengenannten Vertreter der Behörden beteiligten, kam die Anerkennung für vieles, was schon nach dieser Richtung hin geleistet worden ist, zum Ausdruck. Insbesondere wurde der Eifer der Verwaltungsbehörden dankbar anerkannt. Allgemein war man der Ansicht, daß der von dem Referenten vorgeschlagene Weg der gangbarste sei, und stimmte seinen Ausführungen durchaus zu. Erst der Beginn des Festgottesdienstes machte der gegenseitigen Aussprache ein Ende. Nach Beendigung deS Gottesdienstes in der Stadtkirche, wo Pfarrer Grünewald- Mainz zum Werke der Nächstenliebe aufrief, vereinigte matt sich zur Freien Versammlung in „Steins Saalbau", der trotz mannigfacher anderweitiger Veranstaltungen von einer großen Zahl von Freunden der inneren Mission gefüllt war. In seiner Eröffnungsansprache gedachte der Vorsitzende, Professor Stamm, des Grafen Zinzendorf, dessen 200jährigen Geburtstag man in diesem Jahre ge° feiert hat.__________________________________(Schluß folgt.) Aus Stadt und Kand. Gießen, 16. November 1900. ** Schwurgericht. Verzeichnis der Geschworenen für das 4. Quartal: 1. Carl L 0 rz, Kaufmann in Nidda; 2. Wilhelm Stoll, Landwirt in Heuchelheim b. N.; 3. Ernst Dömlin g, Kaufmann in Gießen ; 4. Wilhelm Benner, Bürgermeister in Treis a. L.; 5. Heinrich 2 ch udt IV., Oekonom in Steinfurth; 6. Georg Alt I., Kaufmann in Lauterbach; 7. Philipp Kraus- grill XL, Kaufmann in Nieder-Weisel; 8. Moritz Zehner, Oekonom in Schwalheim; 9. Josef Thür in cf, Kaufmann in Büdingen; 10. Peter Wilh. Bär^ Landwirt in Rohrbach; 11. Konrad Leschh 0 rn II., Bürgermeister in Obbornhofen; 12. Peter Fatum, Bürgermeister in Wohnbach; 13. Karl K 0 ch, Müller in Assenheim; 14. Ludwig H 0 rst, Landwirt in Ilsdorf; 15. Moritz Frhr. von Leonhardt in Gr.-Karben; 16. Heinrich Reuther II., Landwirt in Nieder-Mockstadt; 17. Albert Knicket, Landwirt in Alt-Widermus; 18. Martin Kasimir König, Beigeordneter in Ober-Mörlen; 19. Wilhelm Mäser, Landwirt in Selters; 20. Leonhard Metzendorf, Maurermeister in Schlitz; 21. Hermann Koch, Bürgermeister in Stockheim; 22. Johannes Fölzing, Landwirt in Billertshausen; 23. Paul Heiur. Korell, Landwirt in Eutorf; 24. Heinr. Winter VI., Landwirt in Glauberg; 25. Friedr. Helfrich, Rentner in Gießen; 26. Max Heß, Bankier in Friedberg; 27. Wilh. Ludw. Ul r i ch, in Langenbergheim ; 28. Johannes G 0 t t w a l s I., Landwirt in Ulfa; 29. Christoph Häuser IV. in Nieder-Weisel; 30. Karl Kirchhof, Landwirt in Nidda. ** Konzert der Meininger Hofkapelle am 2 3. N 0 v e m b e r. Mit Bezug auf unsere Notiz betreffs der Konzertreise der Hofkapelle wird uns mitgeteilt, daß die Herzogl. Hofkapelle in der kommenden .Saison sechs Abonnements-Konzerte in Eisenach, vier in Gotha, drei in Erfurt und vier in Hildburghausen veranstalten wird. Die erste größere Konzertreise begann am 20. Oktober und erstreckte sich über Eisenach, Gotha, Halle, Berlin (vier Konzerte), Frankfurt a. O., Cassel, Göttingen, Elberfeld nach Holland, wo acht Konzerte stattfanden, und von da uach Köln, Düsseldorf und Crefeld. Am 12. November war die Reise beendigt. Die zweite Reise beginnt am 23. November und führt von Gießen nach Frankfurt a. M. (zwei Konzerte), Baden-Baden, Karlsruhe, Mainz, Darmstadt, Marburg und über Eisenach und Gotha (2. Dezember) zurück. Außerdem ist die Hofkapelle für zwei Konzerte (im März) nach Leipzig und für je ein Konzert noch nach Jena, Pößneck, Cassel und Göttingen engagiert. Mit den Pensionsfonds-Konzerten wird die Hofkapelle in kommender Saison ein Pensum von über 60 Konzerten zu bewältigen haben. ** Der Männerturnverein feiert am Samstag auf Lony's Bier keil er sein Stiftungsfest, verbunden mit Eröffnungskneipe, worauf wir nochmals besonders aufmerksam machen, (s. a. Inserat.) Darmstadt, 15. November. Die vorgestern abend abgehaltene öffentliche Versammlung des Hessischen Goethebundes wurde durch Oberstleutnant Gad eröffnet, der u. a. mit Befriedigung die jüngst zu stände gekommene Gründung eines sich über ganz Deutschland erstreckenden Verbandes der Vereine erwähnte. Alsdann sprach Professor Dr. H a r n a ck in etwa fünfviertelstündigem Vortrag über das deutsche Drama im 19. Jahrhundert. — Die 8. Aufführung des Devrientschen G u st a v Adolf- Festspiels am Dienstag wurde durch die Teilnahme zahlreicher Professoren und Studierenden der hiesigen Technischen Hochschule bemerkenswert. Als der Beifall nach Schluß des 3. Aufzuges, wo Deutsche und Schweden Gustav Adolf gemeinschaftlich huldigen, noch nicht ganz verrauscht war, trat der Vorsitzende des Ausschusses der Studierenden, cand. electr. Glantz, vor, um bei geöffnetem Vorhang folgende Ansprache zu halten: „In diesem von edler Begeisterung getragenen Augenblicke bringt die anwesende Darmstädter Studentenschaft den Darstellern dieses Festspiels freudigen Dank dar. Die hehre Gestalt des Schweden Gustav Adolf zeigt uns die heldenhafte Verbindung ger- lieft/ daß noch etwa 1.500 Mark tzur Verfügung ständen, wenn sie ihre Aussage gemacht haben würde. Die Zeugin will der Frau Hausmann ihre Vermutung ausgedrückt haben, daß das Geld doch Wohl von Herrn Luppa herrühre. Zum nächsten Vormittag hatten sie wieder ein Rendezvous mit Kapitän Wilson am Anhalter Bahnhof verabredet und da habe Frau Hausmann dem Kapitän gesagt, er solle die 300 Mark lieber zurücknehmen und ihr den Schuldschein zurückgeben; denn sie wolle das Geld lieber nicht haben. An dem gleichen Abend ist dann der Schutzmann Stierstädter in der Wohnung der Frau Hausmann gewesen und diesem hat sie die 300 Mark mit der Bemerkung übergeben, sie wolle das Sündengeld nicht! Angekl. Luppa erklärt, daß Kapitän Wilson, den er nicht näher kenne, das Geld von ihm nicht habe. Die Zeugin Callis wird wiederum vom Vorsitzenden befragt, ob sie schwören wolle, daß sie diesmal die Wahrheit gesagt habe. Sie erklärt sich zum Schwur bereit. Schiller als Librettist. Nur wenig bekannt dürfte es sei«, daß Schiller sich mit dem Gedanken trug, auf Wielands Anregung hin, dessen Oberon als Opernbuch zu behandeln. Am 19. Dezember 1787 teilte er diesen Plan Körner mit. Dem Freunde leuchtete dre Sache nicht ein, und in seiner Antwort riet ihm dieser entschieden von der Ausführung des Projekts ab. — Adolf Pichler ist am 15. d. M. in Innsbruck infolge Herzschlags gestorben. Der tirolische Dichter hatte am 4. September sein 81. Lebensjahr vollendet. Er war 1819 zu Erl bei Kufstein geboren, studierte die Rechte, dann Naturwissenschaften, Medizin und Kunstgeschichte. 1848 zog er mit dem Aufgebot tirolischer Landesschützen an den Garda» fee und lieferte als Hauptmann einer Schützenkompagnie den Italienern einige erfolgreiche Gefechte im Ledrothal. 1867 wurde er Professor für Mineralogie und Geologie an der Universität Innsbruck und 1894 trat er in den Ruhestand. Als formgewandter Lyriker und scharf beobachtender Erzähler veröstentlichte Pichler eine Reihe von Büchern, die weniger Verbreitung fanden als sie verdienten. Er war einer der besten Kenner der Sitten und Schönheiten wie der Geschichte seines Heimatlandes, em warmer Mensch und ein charaktervoller Politiker. Universttät und Hochschute. — Der bisherige Privatdozent der medizinischen Fakultät der Universität Straßburg, E. Thilenius, wurde zum außerordentlichen Profesior an der medizinischen Fakultät an der Universität Breslau ernannt. Prozeß Sternberg. B-erlin, 15. November. I Der Vorsitzende teilt mit, er habe sich auf Grund des I Antrages der Verteidigung, die Landgerichtsräte Regen- I berg und Kämpfe als Zeugen zu vernehmen, an den | Landgerichtspräsidenten gewandt, um die erforderliche I Genehmigung zur Vernehmung dieser Richter herbeizu- | führen. Landgerichtspräsident Braum habe darauf er- I widert: Die Genehmigung zur Vernehmung der | bfeiben Richter über Umstände und Eindrücke, die I sie bei der früheren unter Ausschluß der Oeffentlichkeit I stattgefundenen Verhandlung derselben Strafsache ge- | wonnen, werde versagt, weil die Ablegung des Zeug- I nisses diese beiden Richter in eine derartige Kollision mit I den richterlichen Pflichten bringen würde, daß dies für I das Wohl des Deutschen Reiches und des Bundesstaats I Preußen schädlich sein könnte. Hierauf wird die Vernehmung der jetzt 16 jährigen I Callis fortgesetzt: Frau Hausmann habe versucht, von I Sternberg Geld zu erhalten und da sie solches nicht | bekam, habe sie ihr gesagt, es könne nichts schaden, I wenn sie schlecht gegen St. aussage, ihr könne nichts I passieren. Thatsächlich sei Sternberg nicht der Mann, I mit dem sie bei der Fischer zusammengewesen sei. Aus I ihren Besuchen bei der Fischer habe sie einen Vorteil von 1 etwa 100 Mark gehabt. Eines Tages sei der Angeklagte | Luppa mit zwei Herren ersckstenen und habe sie gefragt, I was sie ausgesagt habe. Es habe ihr geschrienen, als | ob die Herren schon ziemlich genau wußten, wie ihre> ] Aussage ausgefallen sei. Der eine Herr half ihr bei der | Aussage aus, der andere stenographierte alles und Luppa | habe sie ermahnt, die Wahrheit zu sagen. Einer der j Herren habe auf Sternbergs Millionen'hingewiesen und I gesagt, derselbe könnte viel Geld hinauswerfen, und da | habe sic gesagt: „Ra, dann tonnte er ja mal ein paar I braune Lappen schweißen". Präs.: Sie hatten das Gefühl, daß der Goldstrom sich später über Sie ergießen könnte? Zeugin: Ja. Präs.: Wirkt das vielleicht auf Sie ein, jetzt hier die Wahrheit zu sagen? Zeugin: Nein. Präs.: Der Goldstrom ist aber nicht gekommen, dagegen wissen Sie nod)| von anderen Beeinflussungen, die Sie nun erzählen müssen. Die Zeugin erzählt: Als | sie und Frau Hausmann vor dem Untersuck)>ungsrichter vernommen wurden, habe sich ein Herr-, der sich als Kapitän Wilson vorgestellt, mit ihnen in Verbindung gesetzt, sie sollten doch nicht so ungünstig gegen Sternberg aussagen. Nachdem sie ihre Aussagen vor dem Untersuckfungsrichter gemacht, habe Kapitän Wilson mit ihnen im Zimmer für Angeschuldigte ein Glas Bier getrunken und dabei einen Revolver hervorgezogen, mit der Drohung, Frau Hausmann niederzuschießen, wenn sie ihn verraten würde. Dann sei er — wie er sagte, im Auftrage des Herrn Luppa — mit ihnen zum Mittagessen zu Peter Becker gegangen und habe dort wieder gesagt, sie sollten doch nicht' gar so ungünstig aussagen. Präs.: War denn der Revolver des Kapitän Wilson ein wirklicher Revolver oder etwa nur ein solcher von Chokoladc? Zeugin: Cs war ein wirNick-er Revolver. Kapitän Wilson habe sie und Frau Hausmann am nächsten Tage nach einer Konditorei beim Anhalter Bahnhof bestellt und dort im Laufe des Gesprächs der Frau Hausmann 300 Mark au f einen Schuldschein gegeben, wobei er durchblicken Vermischtes. Düffeldorf, 15. November. Gestern wurde der Stabsarzt Dr. Schimmel durch zwei Offiziere verhaftet und in das Militärgefängnis abgesührt. Die Verhaftung soll mit dem Elberfelder Militär-Befreiung S- Prozeß Zusammenhängen. Berlin, 15. November. Zu dem in Bremen vorgekommenen Pestfall wird gemeldet, daß alle unter ärztliche Beobachtung gestellten Personen heute als gesund entlassen worden sind. ES ist keine weitere Pefterkrankung vorgekommen. * Paris, 15. November. Der aus Spanien über Bordeaux kommende Südexpreßzug ist heute vormittag 8/412 Uhr in den Pyrenäen zwischen Dax und Bayonne entgleist und den hohen Damm herabgestürzt, während er sich in voller Fahrt, 120 Kilometer pro Stunde, befand. Bis jetzt wurden 16 Tote und Über 30 meist schwer Verwundete aus den zertrümmerten Waggons geschafft. Außerdem werden noch 7 bis 8 vermißt, die gelötet fein dürften. Die meisten Reisenden befanden sich beim Frühstück im Speisewagen. Hilfe war anscheinend nur schwer zu beschaffen. In der Umgegend gelang es, sieben Aerzte aufzubieten. Unter den Getüteten befindet sich eine Frau Dombrowska aus Kiew, sowie der italienische General Carnera. Seiner Frau wurden die Beine zerschmettert. Carnera war in einer besonderen Mission nach Madrid gereist, um die Thronbesteigung des Königs von Italien anzuzeigen. (Nach der „Ag. Havas" ist der Getötete nicht Carnera, sondern der Vertreter Perus in Paris, Minister Carnevaro.) Die Ursache der Entgleisung scheint in einer Schadhaftigkeit des Bahndamms zu suchen zu sein, da der Lokomotivführer nichts Ungewöhnliches bemerkt hatte. * Ein Duell zwischen Kindern. In dem Dorfe Cocentaiva in der spanischen Provinz Alicante gerieten, wie aus Madrid berichtet wird, zwei Knaben von 14 und 8 Jahren in Streit, der Sine — „Liebesaffaire" zur Ursache hatte. Sie forderten einander zum Duell! Als Waffen wurden Messer gewählt. In dem Duell brachte der achtjährige Knabe seinem Rivalen einen furchtbaren Stich- in da« Herz bei, der diesen sofort tötete. - Die Chinese«, die jetzt so sürchterlrch gegen bte Europäer wüten, bringen, wie bekannt, vielfach ihre eigenen Kinder rm zanepen Atter ums Leben. Diese grausame Sitte würde jedoch arocifdlod ganz bei ihnen verschwinden, wenn es erst einmal allgemeiner ber chnen bekannt wäre, wie kräftig sich alle Kinder bn^der ErnährungKnorr- Hafermehl" entwickeln und wie stolz die Eltern später auf chre h'-rw» großgezogenen Söhne und Töchter sein können. Manischer Kraft und germanischer rkugend. Möge dar foarmonifcfye Zusammenwirken der Darsteller über das Ichöne Ziel der WohltlMgkcit hinaus zur Erstarkung des germanischen Geistes unter den stammverwandten Völkern beitragen. Im Namen der anwesenden Studenten grüße ich herzlich alle unsere nordischen, insbesondere die schwedischen Kommilitonen, die am heutigen Abend in unserem Meise weilen. Wir freuen uns über diesen ihren Beweis der Hochhaltung der heiligen Güter der Reformation, an denen wir gemeinsam stets festhalten wollen". . cand. electr. Andersson erwiderte mit folgenden Worten: f . Zn Vertretung meiner nordischen Landsleute kühle' ich mick) veranlaßt, für die große Ehre, die Sie uns heute abend erwiesen haben, meinen Dank zu sagen. Wir können nicht anders, als unsere lebhafte Freude und Anerkennung ausdrücken für die schöne Art und Weise, wie die Erinnerung an einen unsrer größten Helden und Könige gefeiert und geehrt wird. Daß hier in Deutschland sich Herzen finden, die von denselben Idealen wie die unsrigen erfüllt sind, führt uns unwillkürlich! auf die Frage: Befinden wir uns eigentlich in einem ganz fremden Lande unter einem fremden Volke? Nein, im Gegenteil! Wir sind ja wie das große deutsche Volk Abkömmlinge von dem edlen germanischen Stamme, und wir sind mit Recht darauf stolz. Während unseres Aufenthaltes hier in Darmstadt haben wir immer ein Entgegenkommen und eine Gastfreundschaft gefunden, die uns eine sehr liebe Erinnerung für das ganze fernere Leben geben wird. Auch heute haben wir eintrn Beweis für die dauernden Sympathien erhalten, die das verwandtschaftliche Band der germanischen Brüder noch fester knüpfen wird. Im Bewußtsein, dieser ^Sympathien und in 'devHochischätzung unserer Stammesverwandtschaft sage ich im Auftrage meiner Landsleute meinen herzlichsten Dank für die Aufmerksamkeiten, die uns an diesem Abende zu teil geworden sind. Sie können überzeugt sein, daß der heutige Abend uns stets unvergeßlich bleiben wird". Nach Schluß der Vorstellung fand eine gesellige Vereinigung der Professoren, Studierenden, Darsteller und Ausschußmitglieder statt. -f Dotzheim, 15. November. Gegen den Metallarbeiter Roth, der früher drei Jahre in Wiesbaden Schutzmann war, ist von der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen dringenden Verdachts, den Braud in der Philippi u. Kalkbrennerschen Fabrik angelegt zu haben, erlassen worden. Roth hatte zwei Tage in der Fabrik gearbeitet und war dann wegen Differenzen mit einem Werkmeister entlassen worden. Roth hat dabei geäußert, er werde sich rächen, und als ihm am Abend des Brandes eine Frau begegnete und ihn auf den Feuerschein aufmerksam machte, sagte er barsch: Halt's Maul! Die Zeugin E h l e r t wird mit der Callis konfrontiert. Die Konftontatiou ergiebt wesentliche Widersprüche nicht. Justizrat Dr. S e l l o und Rechtsanwalt Dr. Wert Hauer wünschen Auskunft, wie der Mann ausgesehen habe, der in dem Kuppeleiprozeß Krüger als Zeuge aufzutreten hatte. Zeuge v. Tresckow erklärt, daß dieser Mann, der ein kavaliermäßig auftretender junger Mann gewesen, ganz anders ausgesehen habe. Die Verteidigung beantragt die Vorlegung der Akten in der Sache Krüger. Frl. Katharina Meyer, die Oberin des Magda- lenenhauses in Brandenburg a. H., bekundet: Die Zeugin Ehlert ist feit dem 17. September d. I. in diesem Erziehungshaus, sie hat jedoch der Oberin nichts von ihren Abenteuern mit dem „reichen Maler" erwähnt. Als der Vater der Ehlert nach Brandenburg kam und der Tochter au,gab, ihm ihre Beichteschrift aufzusetzen, hat er die Tachter als ungehorsam und lügnerisch geschildert. Nächste Zeugin ist die 16jährige Elisabeth Sauer- mann. Sie hat von der Callis gehört, daß bei der Fischer ein Maler aus Frankfurt a. O. sei, der junge Mädchen zum Modellstehen gebrauche und die Mädchen viel Geld verdienen lasse. Die Callis habe ihr nichts von Sternberg erzählt, sie selbst kenne Letzteren überhaupt nicht. Staatsanwalt Braut teilt hierauf folgendes mit: Nach einer Mitteilung des Kriminalschutzmanns Tietz sitze der Detektivdirektor Schulze, der heute wegen angeblicher Krankheit beurlaubt worden ist, in der Weinstube von Peter Becker. Er habe die Zeugin Hausmann dorthin kommen lassen, sei dann aber mit ihr verschwun - den, als der Kriminalbeamte nahte. Der Gerichtshof beschließt die Vernehmung des Schutzmanns Tietz und der Frau Hausmann. Die Zeugin Ehlert erklärt noch auf Befragen, daß ein anderes Mädchen von einem „Herrn aus der Wil- helmstraße" gesprochen habe. Die Zeugin Sauermann setzt ihrerseits hinzu, daß ein Mädchen namens Erhardt ihr einmal gesagt habe, sie habe mit Sternberg nickst verkehrt, sie sage es aber, denn derselbe müsse hineinfallen. Minna Teichert, ein groß gewachsenes, jetzt 14jähr. Mädchen, ist seinerzeit einmal ihren Eltern weggelaufen und in jener Zeit mit der Callis einmal bei der Fischer gewesen. Was dort mit einem anwesenden Herrn vorgefallen, schildert die Zeugin wesentlich anders als bic Callis. Beide Mädchen werfen sich gegenseitig Unwahrheiten vor. Minna Teichert giebt zu, daß sie ihr Alter dem Herrn gegenüber fälschlich als über 14 Jahre angegeben habe. Der betreffende Herr sei viel jünger gewesen, wie Sternberg, er sei etwa 24 Jahre alt gewesen und mit Sternberg nickst identisch Auf Befragen, ob Jemand auf sie eingewirkt: habe, erklärt die Zeugin: Stierstädter sei mehrmals bei ihr und ihren Eltern gewesen und habe auf sie eingewirkt.' Zeuge Stier st ädter tritt den Behauptungen des Mädchens entschieden entgegen, die Teichjert bleibt aber dabei und fugt hinzu, daß Stierstädter ihr gedroht habe, sie werde in ein Er-» zichungshaus gebracht werden, wenn sie nicht sagte, daß sie Sternberg kenne. - Es wird sodann der Kriminalschutzmann Tietz über । das Intermezzo bei Peter Becker vernommen. Er will bemerkt haben, daß die Zeugin .Hausmann in die Beckcr'sche Weinhandlung gegangen sei, wo Direktor Schulze gesessen habe. Als er selbst, der Zeuge, in die Weinhandlung gekommen sei, habe er gefragt, ob nicht n o cfy ein anderes Zimmer vorhanden sei. Der Kellner habe dies aber verneint. Thatsächlich habe er aber festgestellt, daß noch ein Hinterzimmer vorhanden sei, das noch einen Ausgang nach der Werft- I straße habe. Frau Hausmann habe erst in einer Kon- I ditorei gesessen, dann sei Herr Wolf gekommen, habe mit I ihr gesprochen und sie sei dann fortgegangen. Sie habe I in der Konditorei auch von 20 000 Mark gesprochen. Frau Valeska Hausmann bestätigt, daß sie in her I Konditorei von einem Kellner der Becker'schen Wirtschaft I herausgerufen worden sei, da sie ein Herr zu sprechen I wünsche. Sie habe allerdings gesagt, daß sie sich um I 2 0 0 0 0 Mark nicht mehr kaufen lasse, sondern I die Wahrheit chagen werde, daß sie die Callis nicht zu I ihrer Aussage beeinflußt habe. Als fie'auf die Straße I gekommen sei, habe sie dort einen ihr der Person nach I bekannten, dem Namen nach aber unbekannten Mann ge- I troffen, der sie die Werftstraße entlang in eine Quer- I straße uni) dort in eine Weinstube geführt habe. Dort I haben sie über die Callis'sche Aussage gesprock-en. ^e I habe gesagt, daß sie jetzt die reine Wahrheit sagen werde, I worauf der Herr ihr vorgeschlagen habe, es wurde Das I Beste fein', wenn sie verschwände. Sie ) o 111 e I sich heute d is pe n s ie r e n l a s s en u n d d an n nach I Holland abreifen, lieber die näHeren Bed mgungen sollten mündliche BcspreckMngen folgen und der Herr hatte I ihr gesagt, es würde bei ihr nachmittags 4 Uhr em Telegramm eintreffen, in welchem weiteres mitgeteilt wurde. Der Gerichtshof beschließt, sofort durch erneu | Schutzmann in der Wohnung der Zeugin nach dem Tele- | gramm recherchieren und es event. sofort herbeiholen zu I lassen. Der Präsident vertagt darauf die Sitzung bis Freitag I vormittag halb 10 Uhr. Gerichtssaal. Seibiiü. 15 November. Unter der Anklage der gesährlichm Sörpemrusung tz-m sich 6icr dt--877 geborene Buchhatte,Setzei,-u Marte Helene Kottze ger-Llttch ,u Peronlworlen. Die Arg - klagte wurde beschuldigt, ihre betten, 7 unb 10 JW« alten ®M> kinder fast täalich mit einem weit über biumenftarfen stocke blindlings InS Gesicht und auf den Kopf geschlagen, sie wiede. holt mtt den Füßen von sich gestoßen und mit den Füßen vor den Leib gr- tteten zu haben. Wiederholt habe sie die Kinder gegen die Möbel aeschleudert und in barbarischer Weise gezüchtigt. Auch ihren Mann hat die Angeklagte mehrfach geprügelt, so zum lebten Male erst vor 14 Tagen. Sie hatte ihn im Bette gewürgt, gegen den Unterleib getreten u. s. w., sodaß er laute Hilferufe ausgestoßen habe. Vernichtend für die Kothe war da« Gutachten detz Pottzeiarztes. Das jährige Kind sei ihm in eine» Zustande zur Untersuchung übergeben, wie er selten jemand gckchen hätte Der Umfang der Blutunterlaufungen war derart, daß bet wetteren M ßhandlungen unbedingt das Leben des Kindes tn Gefahr war. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu zwei Monaten Gefängnw-^, November. Sämtliche Geschwor enen haben ein Gnadengesuch unterzeichnet wegen Umwandlung der Zuchthausstrafe in Gefängnisstrafe für Maslofs. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Nidda, 15. November. Der gestrige sogen. Martinimarkt (Schweine- und Krammarkt) war trotz der ungünstigen Witterung sehr stark befahren und besucht. Die Preise für Einlegeschweine ttn Alter von 6 Wochen stellten sich auf 10-12 Mk. das Paar; größere waren schon höher im Preis. Für fette Schlachtschweine wurden 41-42 psg- per Pfund lebend Gewicht bei guter Qualität bezahlt._________ __ Ci« fSrmttcheS Studium würde dazu gehören, wollte die Hausfrau sich mit allen den vielen Fabrikaten der Lebens- und Genuß' Mittelbranche bekannt machen, die täglich in den Zettungen a”9ePrte‘, sind. Die Frauen thun daher am besten, sich an schon bewährte, bekannte Erzeugnis zu halten, wie z. B. Kathreiners Malzkaffee, der unstreitig ein ausgezeichneter Kaffee-Ersatz rst und zu den allerbesten Zu sätzen zählt, die man gebrauchen kann. Kathreiners Malzkaffee — von fielen Leuten gern pur getrunken — macht nämlich den Kaffee mch nur voller und milder im Geschmack, sondern auch bekömmttchcr. ÄÄJ 9elunb t8i, Nethflutu^ Manien äber eute öormittag ^Bayonne /abgestürzt, ” pro Stunde, lber 30 weist ‘etten Waggone ° vermißt, lcnoen befanden Dar anscheinend end gelang eö, leten befindet der italienische ton die Beine ung des Könige Havas" ist der lretrr Perus in der Entgleisunz amms zu suchen gewöhnliches be- )orfe Cocentaina wie aus Madrid 8 Jahren ii •H zur Ursch W Als Walri uell brachte urchtbaren Stich fjalt.' (schm WiM dn m auhnvrdmiliihni tmverstlit Breslo» Äst. amt dürste es sei», Innig Znrtgung hin. i 19. Dejembn ilL' leuchirir W Elch tMirdrn von msbruck infolge fyty u 4 September fem bei -usstein gebom, inmdkuchgesch^ Men an den ®at»' PagniedenM'L lurbe er ProMft lsbruü und 189 kt md scharf deobachten- •“CiSS* w dn tztirM o’fe’e* fÄ .'n vor den ko , S-Ä'li- w'M‘ «$? b sri m ML de? |U I« di5ü*: 55*3-« us« ^2 rM !fl 3^2 belvih^ tJ. ts&8?5 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stockhausen für bas Jahr 1901/1902 liegt vom 22. d. Mts. an auf dem Bürgecmeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten acht Tage lang offen. Stockhausen, den 15. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Stockhausen. ____________________________Faust._______________________7445 Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Harbach für das Jahr 1901/1902 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürger- metsterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Harbach, den 12. November 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Harbach. Münch. 7446 Hekanntmachung. Zacharias Haubach zu Gießen und Marie Gerhard daselbst haben durch notariellen Vertrag vom 3. Oktober 1900 für ihre bevorstehende Ehe Gütertrennung in Gemäßheit d-r SS 1426 u. ff. des B. G. B« vereinbart. Eintrag in das Güterrechtsregister ist erfolgt. 7458 Gießen, am 6. November 1900. Großherzogliches Amtegericht. DeKanntmachung. Karl Parr, Schmied zu Gießen, und Marie Schneider von da haben durch Vertrag vom 7. November 1900 Ecrungenschaftsgemeinfchaft gemäß 1519 bifi 1548 B. G Bs. vereinbart. Eintrag in das Güterrechtsregister ist erfolgt. 7454 Gießen, am 13. November 1900. Großherzogliches Amtsgericht. ÄDWMM Prima feinste Cerveiatwurst, Mo. Mettvmst, sowie 6984 hschftiue frantfnrtrr USrstchk« Ht Paar 25, 80 und 35 Pfennig empfiehlt Fr. Schreiner «elterSweg 65. Voll-Heringe per Stück 6 Pfg., Rollmöpse per Stück 6 Pfg., 7437 Sardinen per Pfund 50 Pfg-, empfiehlt Carl Petri, Marktplatz. Urima holländische Vollheringe per Stück 6 Pfennig empfiehlt 7899 fr. Kco Nächst., C. Derber. 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