*u e*t*er »ewWtOUUtt •M* bm Wefrig« toi *t4H »M InMrr a. JHtta Freitag den 17 August Erstes Blatt. Nr. 191 lt>OO Gießener Anzeiger General-Anzeiger Aintr» und AnzeigebUrtt für den Kreis Gieren. teile btt mim allen die "düngen ’fl ihren Wannt »•■etee 9— li|eige* |U btt fxr b* Sag eti^oiitnbtr. Numwtt M wnn. M> Wte KrSttlei« toM b. Bl IfJl W 600.- 'eriimeti, KLe ÄnyigauBmxitttimgiftefl« H I». an* ÄuiUafce ■4mm 8Lnjetflee für bra Gießener Anzeiger etugeg*. Aettcnprei-: lokal 12 Bffl-, tuiwärtl 20 Bfl- 5468 I abjugeben US. werden müffen, möglichst zollfrei eingehen sollen, daß eS aber andererseits unbedingt notwendig ist, die nationale Arbeit vor der Konkurrenz des Auslandes durch Zölle zu schützen. Nachdem die Handwerkskammer« in den einzelnen Bundesstaaten errichtet oder die Funktionen dieser Kammern den bestehenden Gewerbekammern übertragen sind, macht sich vielfach das Bestreben geltend, einen Deutschen Handwerkstag zu schaffen, d. h. ein alle Kammern zusammenfassendes Organ, wie eS die Handelskammern im Handelstage haben, zu gründen. Ob das neue Organ ständig thätig sein soll oder ob es nur einmal im Jahre zwecks Abhaltung einer allgemeinen Versammlung und damit zur Herbeiführung einer Aussprache über die Gesamtheit interessierende Fragen in Funktion treten soll, darüber ist man sich, wie die „Berl. Pol. Nachr." schreiben, noch nicht einig. Jedenfalls würde die näherliegende Aufgabe die sein, erst einmal einen allgemeinen Handwerkskammerlag zu stände zu bringen und auf demselben die Frage zu besprechen. Es dürfte sich dazu demnächst schon Gelegenheit bieten, da in Lübeck am 27. und 28. September ein Deutscher Gewerbe und Handwerkskammertag stattfinden soll. Gratisbeilage«: Girßrarr FamiUenblättrr, Der heWchr Ksndwirt, Mütter für heUche Nsvcsksndr. ■treffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 61. >e am Ilm gefi- rb gebeten- iS IfcfOawi, trab Studeed: Ar. 7. We|»g»»rrts •krtetiabd. Mk. ,M monatlich 75 Psg. mit Brtnoerlobni durch bie AbholeßeLe» wertetlShrl Mk. IM monatlich 66 Psg. Bei Pakbezug VU. 2,40 viertelzLtz^ mu vestellgeG. Gießen, den 15. August 1900. Betr.: Die Vorschriften des Arbeiterschutzgesetzes vom 1. Juni 1891 über die Arbeitsbücher und Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Auflage vom 2. Juli d. I. (Gießener Anzeiger Nr. 154) noch im Rückstände sind, werden hieran erinnert, v. Bechtold. Politische Tagesschau. Zu der Frage der Verteilung der Einquartierungskosteu liegt eine wichtige Entscheidung der Aufsichtsbehörde vor. Ein Beschluß der Stadtverwaltung von Nauen, wonach auch Mieter zur Aufnahme von Einquartierungen verpflichtet sein sollen, hat die Zustimmung der Regierung in Potsdam erhalten. Gleichzeitig hat die Aufsichtsbehörde bezüglich der Frage, ob Beamte, die bisher von den Kommunalsteuern befreit waren, auch von der Quartierleistung sreibleiben müffen, dahin entschieden, daß derartige Leistungen nicht als Kommunal-, sondern als Staats- lasten aufzufassen seien. Demnach müßten also auch Lehrer rc. Quartiere stellen. Der Beschluß der Nauener Stadtverwaltung betreffs anderweiter Verteilung der Einquartierungslasten besagte Folgendes: Bei einer Belegung der Stadt mit Einquartierung in einer Stärke von 1000 Mann und darüber werden auch die Mieter,' welche einen jährlichen Mietszins von 300 Mk. und mehr zahlen, zur Tragung der Natural-Einquartierungslast herangezogen. Die Zuteilung geschieht von der Einquartierungskommission nach Maßgabe des Mietspreises und zwar so, daß als Einheit auf 300 Mk. Miete ein Mann kommt und dann auf weitere je 100 Mk. ein weiterer Mann. Die neugebildeteu Handwerkskammer« beginnen nunmehr, wie es ihr gutes Recht ist, ebenfalls ihre Wünsche in Bezug auf die Neuregelung unserer Handelsbeziehungen zu formulieren. Die Handwerkskammer in Breslau fordert die zu ihr gehörenden Innungen aus, ihre Wünsche, betreffend die Höhe der Zollsätze, zur Kenntnis der Kammer zu bringen. Es sei dabei im Auge zu behalten, daß diejenigen Produkte, welche aus dem Auslande bezogen neu Ä SL » beim w» im W siestE Zeit stehen und in ihrer einzigen Großartigkeit bei umfassendster Vielseitigkeit ihresgleichen suchen, bilden sak- tischeineGesamtrepräsentationdesdeutschen Gewerbes, der deutschen Industrie. Als solche sind sie berufen und verpflichtet, mit einer geschlossenen Darstellung ihrer Erzeugnisse von Zeit zu Zeit vor die Jnteressentenschaft zu treten und dieser ihre Leistungsfähigkeit als diejenige, welche auf die Qualität der gesamten Industrie. Deutschlands schließen läßt, in ganzer stolzer Vollständigkeit glänzend >vor Augen zu führen. Wie schon oben gesagt, sind die Weltausstellungen ihres internationalen Charakters wegen nicht dazu an» gethan, dem Interessenten das volle Können der einzelnen Länder, beziehungsweise ihrer Jndustriegruppen, zu zeigen. Man kann es der ausländischen Konkurrenz nicht übel nehmen, wenn sie sich bemüht, daraus Kapital zu schlagen und die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmärkte in Zweifel zu ziehen. Es ist daher, um auch dem Auslande gegenüber die erstklassige Stellung unserer deutschen Produktion zu wahren, durchaus nötig; daß die großen deutschen Jndustriebezirke sich zusammenschließen und inmittenihrer Gebiete die gemeinschaftlichen Leistungen vereinigen zu wirksamen und umfassenden Provinzialausstellungen. Der Wert und die Bedeutung derselben kann aber nur dann in vollem Maße gewürdigt und somit für die Aussteller ersprießlich werden, wenn die Beteiligung der betreffenden Bezirke eine allgemeine ist, wenn sich keine Firina von einiger Wichf- tigkeit ausschließt. Gerade durch die lückenlose Vollständigkeit tritt die gesamte Produktionskraft erst augenfällig in die Erscheinung, und allein dieses Zusammenwirken bringt den imposanten Eindruck hervor, der den Interessenten von der Konkurrenzfähigkeit des deutschen Ausstellers so überzeugt, daß er sich zu Ankäufen oder Aufträgen veranlaßt sieht. Dann ist mit einem Wort der Erfolg gesichert; denn nur die Umfassenheit in Verbindung mit der allseitigen Gediegenheit der Ausstellung hat eine zwingende Macht. Hieraus sollten die Aussteller zweierlei lernen: Einmal, daß es nicht unbedingt notwendig für jeden ist, mit großen Opfern sich an den fremden Weltausstellungen zu beteiligen; zweitens aber, daß keiner fehlen darf, wenn es gilt, im eigenem Lande die eigenen Erzeugnisse auszustellen, damit der d e u t s ch e Fleiß und die d e u t s ch e Arbeit vor allem auch in Deutschland zu Ehren gebracht werde und auf der L a n d e s - A u s st e l l u n g in Darmstadt hessischer Fleiß und hes sische Arbeit. Das haben die größten deutschen Industriellen längst erkannt und handeln danach, indem sie zur Zeit sich in Paris beschränken oder gänzlich fern bleiben, dafür aber z. B. in Düsseldorf 1902 umfangreich, würdig und reprä- sentabel ausstellen. Möchten viele noch ihrem guten Beispiele folgen, um an den weittragenden Vorteilen einer iso bedeutenden provinziellen Ausstellung partizipieren zu können; danw wrrd auch die erstrebte «nutzbringende Wirkung sicher nicht ausbleiben, dem Einzelbetrieb zum direkten Gewinn und unserer Industrie und Landwirtschaft zum ferneren Gedeihen. Deutsch» Islldloirlslhoftlichkr (Stnofftut^aftetag. Halle a. S., 15. August. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Vertreter der Verbände und Genossenschaften aus allen Teilen des Reiches trat gestern früh die Hauptversammlung des 16. Vereinstages der deutschen landwirtschaftlichen Ge- nossensck)aften zusammen. Den Verhandlungen wohnen bei: als Vertreter des Preuß. Landwirtschaftministeriums Geh. Reg.-Rat Brümmer, ferner der Landeshauptmann der Provinz Sachsen Geh. Ober-Reg.-Rat Bartels, Regierungspräsident Frhr. v. d. Recke- Merseburg, Dr. Heilig en stad t, Präsident der Preuß. Zentral-Ge nossenschaftskasse und Dr. Heßberger, Direktor der Zentralgenossenschaftskasse, als Vertreter des Ministeriums, für Elsaß-Lothringen Dr. A s ch e n b r a n d t, als Vertreter der Zentralstelle für Landwirtschaft des Königreichs Württemberg Reg.-Rat S t i n g e, als Vertreter der Stadt Halle Oberbürgermeister Staude, als Vertreter des landwirtschaftlichen Instituts der Universität Geh. Ober-Reg.-Rat Prof. Dr. Kühn, als Vertreter des deutschen Landwirtschaftsrats Generalsekretär Dr. Dade-Berlin, des bayerischen Landwirtschaftsrats Reichsrat von Soden -Frauu- hofen, des Landeskulturrats des Königreichs Sachsen Sekretär Dr. B a u b o l d - Dresden, der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Oekonomierat W ö l b l i n g. Für den Bund der Landwirte sind erschienen der stellvertretende Direktor Plaskuda und Hauptmann Schlieper. Der Allgemeine Verband landw. Genossenschaften in Oesterreich läßt sich durch, Prof. Franz Richter, der Rheinische Revisionsverband in Kempen ourch Frhr. v. Loe-Berger - hausen vertreten. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen Staatsminister Dr. v. B ö t t i ch e r hat das Ehrenpräsidium der Hauptversammlung übernommen und sein Erscheinen für heute zugesagt. Der Anwalt des Genossenschafts-Verbandes Geh. Reg.-Rat Haas-Offenbach hob in seiner Eröffnungsrede hervor, daß man in einer Provinz tage, in welcher sich die Landwirtschaft in dem glänzendsten Lichte zeige und vorbildlich erscheine. Dank der unermüdlichen Agitation des Verbandsdirektors v. Mendel habe das Genossenschaftswesen in dieser Provinz eine Ausdehnung genommen^ wie sie von niemand erwartet worden sei. Allerdings seien die sächsischen Genossenschafter seitens anderer Verbände und der Gegner des Genossenschaftswesens den heftigsten Angriffen und Gehäfsigkeiten ausgesetzt gewesen. Namens des gesamten Verbandes könne er die Versicherung abgeben, daß sie geschlossen hinter den sächsischen Genossenschaften stehen würden. Derartige Angriffe seien nur geeignet, die Einigkeit noch mehr zu fördern (Beifall). Der Anwalt brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und widmete dem verstorbenen Präsidenten der Preuß. Zentralgenossenschaftskasse, Freiherrn von H u e n e, der stets ein Freund und Förderer des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens gewesen sei, einen warmen Nachruf. Geh .Reg.-Rat Brümmer überbrachte die Grüße des aLndwirtschaftsministers Freiherrn v. H a m m e r st e i n - Loxten. Die preußische Landwirtschaftsverwaltung sei von jeher von der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens überzeugt gewesen. Sie erblicke darin ein sicheres Zeichen, daß die deutschen Landwirte in schwierigen Verhältnissen weit ent' fernt seien von der Staatshilfe alles zu erwarten,, sondern daß sie durch Zusammenschluß auch zur Selbsthilfe schreiten. Es folgte dann der Geschäftsbericht des Anwalts. Geh. Reg.-Rat Haas -Offenbach wurde für dre nächste fünfjährige Wahlperiode zum Anwalt wiedergewahlt, Oero-» Neber Zweck und Nutzen der Proviuzial- Ausstellnngen. Gießen, 16. August. Es sollte heutzutage eigentlich als eine völlig überflüssige Frage erscheinen, ob die Ausstellungen im allgemeinen ihren Zweck erfüllen, d. h. ob der geschäftliche Erfolg für die Aussteller ein thatsächticher und von solchem Vorteil ist, daß er im rechten Verhältnis zu den aufsiemen- deten Kosten steht; denn jedermann weiß, wie nötig es in der jetzigen Periode fieberhaften Schaffens auf allen Gebieten der einzelne hat, sich und seine Erzeugnisse bekannt zu geben. Nach den Ausführungen, die in der Hauptversammlung des landwirtschaftlichien Bezirks- und Viehzuchtvereins gemacht wurden (s. „Gieß. Anz." Nr. 183, 1. Bl.), scheint es aber nicht so. Herr Dr. v. Peter wies darauf hin, daß die Anmeldungen zur Beschickung der Landes-Ausstellung zu Darmstadt von feiten der Landwirte noch recht gering seien, und daß die Landwirte überhaupt die Gelegenheit zur Reklame, die dort ja unentgeltlich für sie gemacht wird. Mehr benutzen müßten. Diese Mahnung trifft aber noch weit mehr für die I n d u st r i e zu. Wenn auch der Wert jeder sonstigen Art von Reklame keineswegs zu unterschätzen ist, so giebt es doch eigentlich nur ein Mittel, dem Interessenten die Güte, Gediegenheit und Zweckdienlichkeit der Produkte ad vculos zu demonstrieren: das sind die A u s st e l l u n g e n. Dies bezieht sich mehr oder weniger auf sämtliche Industrien, Landwirtschaft und Gewerbe; in erster Linie kommt es allerdings für die Großindustrie in Frage, da deren Betriebe auf die Vorführung ihrer Fabrikate durch Ausstellungen geradezu angewiesen sind; denn soweit ist man leider noch nicht, daß z. B. Maschinenmodelle durch Reisende „im Betrieb vorgeführt" werden können. Den Meltaus st ellungen gebührt unstreitig das Verdienst, überall bahnbrechend für die Ausstellungsfreudigkeit gewirkt und den Export günstig beeinflußt zu haben. Es liegt jedoch im Wesen der Weltausstellungen und galt lange Zeit hindurch sozusagen als „festes Prinzip", auf denselben die Einzelindustrieen aller Länder quasi als „Land er grupp en" darzustellen, sodaß zuerst das ethnographische Moment bei den Ausstellungen mehr in den Vordergrund trat auf Kosten des industriellen Zweckes. Erst seit 1870 begann man, die Wichtigkeit des Hauptzweckes gebührend würdigend, geschlossene Jndustrie- gruppen zu arrangieren, wodurch ein ausgezeichnetes Resultat erzielt wurde; damit war auch der Weg gezeigt für die Zentralisierung gewisser hervorragenden Industriegebiete durch die Pro- vinzial-Aus st ellungen. Ta auf den Weltausstellungen die Industrien aller beteiligten Länder, Deutschland nicht ausgenommen, naturgemäß stets nur lückenhaft vertreten waren und vertreten sein konnten, weil das vielgestaltige Bild eben nur eine Gesamtübersicht zu bieten vermag, fing man besonders in Deutschland an, sich für die ersichtlich fruchtbringenden Provinzial-Ausstellungen mehr und mehr zu erwärmen. Die großen industriellen Ausstellungen zu Königsberg i. P, Karlsruhe, Erfurt, München, Zwickau, Hannover, Düsseldorf (1880), Straßburg i. E., Nürnberg' Leipzig und Berlin waren infolgedessen, wenn auch nicht immer finanziell als Unternehmen an sich, so doch in Bezug auf die Erfolge, welche sie der deutschen Industrie brachten, äußerst befriedigend: sie bewiesen dadurch schlagend die gewaltig steigende Bedeutung, ja die Notwendigkeit der Provinzial-Ausstellungen, die sich deny,.auch heute in allen Teilen unseres deutschen Vaterlandes so fest eingebürgert haben, daß man sie nicht mehr entbehren könnte. Der riesige Aufschwung, der sich speziell in den Jn- bnskriegebieten Rheinlands und Westfalens mit ihren zahlreichen Großbetrieben während der wenigen Jahrzehnte seit dem Jnslebentreten der Ausstellungen vollzogen hat, ist nicht zum kleinsten Teile dem durch die letzteren mächtig angeregten Wettbewerbe zu verdanken. Diese gewaltigen Industriezentren, die in jeder Beziehung auf der Höhe der nomierat Johannsen- Hannover zum stellvertretenden Anwalt. , Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: „Welel)e Maßnahmen können zur wetteren Ausgestaltung der ländlichen Spar- und Darlehnskassen ergrifsen werden?" wurde nach -eingehenden Darlegungen- des Verbandsrevisors Mehrer Sparr-Rackow folgender Beschluß gefaßt: „Die Verbände werden ersucht, in verstärktem Maße daraus bedacht zu sein, daß die ländlichen Spar- und Darlehnskassen ihre Betriebsmittel aus Vern eigenen Bezirk entnehmen Die Einrichtung von Kinder-, Gesinde- und Arbeitersparkassen ist als eine durchaus gesunde wirtschaftliche und soziale Maßnahme zu bezeichnen und ist es den ländlichen Kreditinstituten durchaus zu empfehlen, ihren Geschäftsbetrieb auch auf derartige Kleinsparkassen auszudehnen." Hierauf sprach Verbandsdirektor Landtagsabgeordneter und Landrat z. D. v. Brockhausen-Stettin über: Welche Erfahrungen sind mit dem Bezüge von Kohlen seitens der landwirtschaftlichen Genossenschaften gemacht worden? Die Kohlenfrage sei nicht nur für die Industrie, sondern auch für die Landwirtschaft eine eminent wichtige. Daher sei es erklärlich, daß die Landwirte der Frage des genossenschaftlichen Bezuges näher getreten feiert. Die Erfahrungen der Genossenschaften seien sehr traurige gewesen. Wir befinden uns auch jetzt noch mitten in der Preissteigerung und sei auch für Geld kaum Kohle zu erhalten. Für die deutsche Kohlenproduktion komme fast nur Preußen in Betracht. An einem großen Teile der Kohlenförderung sei der Fiskus beteiligt, denn er besitze in Oberschlesien 2, im Ruhrrevier 1, int Saarrevier 11, im Bezirk Halle 2 Gruben Die Gruben im Ruhrrevier seien allerdings zum größten Teil Aktien-Unternehmungen. Den Landwirten sei ost von autoritativer Seite nahegelegt worden, sich genossenschaftlich zu organisieren. Jetzt müßten sie aber and) von dem Ministerium verlangen können, daß die fiskalischen Gruben sie bei ihren Abschlüssen in erster Reihe berücksichtigen. Der Verband müsse fest und energisch an die Staats-Regierung herantreten. Sollten sie mit einer Denkschrift an das Staatsministerium keinen Erfolg haben, so bleibe poch die Hoffnung, vielleicht mit einer Immediateingabe mehr zu erreichen. (Beifall.) Unsere Wünsche sind nicht unberechtigt; wir verlangen nicht eine Bevorzugung vor anderen Erwerbsklassen, sondern nur eine Berücksichtigung der Eigenartigkeit des landwirtschaftlichen Betriebes. (Lebhafter Beifall.) Hauptmann Schmidts-Breslau verlangt ein Ausfuhrverbot für Kohlen, Gallratski -Schneidemühl fordert, daß sämtliche Privatgruben in fiskalischen Besitz übernommen werden, da dies das einzige Mittel sei, dauernd eine Kohlennot zu beseitigen. Major En de 11- Kiekoz hält eine vorn Referenten vorgeschlagene Resolution für zu milde und beantragt mehrere Verschärfungen, Der Anwalt Geh. Rat Haas legt den Genossenschaften nahe, bevor sie mit solchen Forderungen herantreten, ein entsprechendes Quantum in ihren Händen zu konzentrieren, denn das von der Zentralgenossenschaft gemeinsam mit den EinkaufssteNen Neuwied, des Bauernvereins und des Bundes der Landwirte bezogene Quantum Kohlen habe rund 9 Millionen Zentner betragen. Der Referent v. Brockhausen bemerkt dazu, daß die Genossenschaften mit Leichtigkeit das zehnfache Quantum hätten absetzen können, sie seien aber bemüht gewesen, Aufträge abzuschieben (Sehr richtig!). Den Antrag auf Verstaatlichung aller Gruben bitte er abzulehnen. Als Abgeordneter müßte er jetzt dagegen stimmen. Der Staat würde den Aktionären ein schweres Stück Geld in den Rachen werfen. Man kauft nicht in der Hausse, sondern in der Baisse (Beifall). Die Versammlung nahm hierauf die Resolution des Referenden mit den von Endell beantragten Abänderungen an. Dieselbe lautet: „Die Anwaltschaft wird ersucht, die bei dem Bezug von Kohlen seitens der landwirtschaftlichen Genossenschaften gemachten Erfahrungen so schnell als möglich in einer Denkschrift an das Staatsministerium darzulegen, sowie aus die der Landwirtschaft insonderheit dem "landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen durch die eingetretene Kohlennot drohenden Gefahren aufmerksam zu machen und zu bitten, möglichst noch im laufenden Jahre Sorge zu fragen, daß den landwirtschaftlichen Zentral- genössenschaften die Lieferungen von Kohlen in Zukunft sichergestellt werden" Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. August 1900. •* Persoualnachrichten. Dem Pfarrer Wilhelm Krämer zu Seckmauern wurde die evangelische Psarrstelle zu Groß- Bieberau, Dekanat Reinheim übertragen. Ernannt wurde am 10. August 1900 der Militäranwärter Karl Alle- brand zu Darmstadt zum Hauswärter im Neuen Kanzleigebäude. Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Biebrich, Magistrat, Nachtwachtmann, 950—1150 Mk. Gehalt und freie Dienstkleidung. Darmstadt, Kaiserliche Ober- Postdirektion, Landbriesträger, 700 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Daselbst, 2 Postschaffner, je 900 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Frankfurt a. M., Königliche Eisenbahn- Direktion , 5 Lademeister-Aspiranten, je 1020—1800 Mk. Gehalt und 60—240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Homburg v. d. H., Polizeiverwaltung, Nachtschutzmann, 1000 bis 1400 Mk. Gehalt und 175 Mk. jährliches Kleidergeld. Weyer (Kreis Oberlahn), Gemeinde Weyer, Gemeindeförster, 858 Mk. Gehalt und 40 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Direktion der Main-Neckarbahn, 9 Gehilfen für den StationS- und Abfertigungsdienst, je 1000 Mk. Gehalt. ** Der deutsche Verei« für öffentliche Gesundheitspsiege wird seine diesjährige 25. Jahresversammlung in den Tagen vom 12. bis 15. September in Trier abhalten. Der Ausschuß des Vereins hat soeben das Programm für die Trierer Versammlung ausgegeben. Der erste VerhandlungS- tag wird zwei Themata zur Besprechung stellen, ein ärztliches und ein vorwiegend technisches. DaS erste Thema lautet: „Maßregeln zur Bekämpfung der Pest"; das einleitende Referat hat Geheimrat Prof. Dr. Gaffky- Gießeu übernommen, der bekanntlich vor 2 Jahren die vom Deutschen Reiche nach Indien entsandte Kommission zum Studium der Pest in chrer Heimat leitete. Der zweite Gegenstand dieses Tages betrifft die Wasserversorgung mittels Thalsperren in gesundheitlicher Beziehung und hat die erste Autorität aus diesem Gebiet, Geheimrat Pros. Jntze in Aachen, die Güte gehabt, )aS Reserat über den technischen Teil dieser heutzutage o wichtigen Frage zu übernehmen, während Prof. Karl Zränkel (Halle) vorwiegend die hygienische Seite der Frage lehandeln wird. Auch am zweiten Tage stehen zwei Gegen- tände zur Beratung: „Die Ursachen und Bekämpfung der ;oheu Säuglingssterblichkeit", für welche Pros. Dr. Praus- nitz in Graz das Referat übernommen hat, und die zum erstenmale in einer Vereinsversammluug behandelte Frage „Hygiene des Radfahrens" mit Dr. Sigmund Merkel Nürnberg) als Referenten. Am dritten Tage steht nur ein Gegenstand zur Beratung, aber ein heutzutage besonders wichtiger: „Die kleinen Wohnungen in Städten, ihre Beschaffung und Verbesserung". Um diese schwerwiegende Frage von allen Seiten zu beleuchten, sind hierfür drei Referenten gewonnen: einBerwaltungSbeamter, ein Techniker und ein Arzt, Oberbürgermeister Beck (Mannheim), Geh. Baurat 'Stübben (Köln) und Medizinalrat Dr. Reincke (Hamburg). Den Kongreß soll am vierten Tag ein gemeinsamer Ausflug nach dem reizend in dem sang- und weinreichen Moselthal gelegenen Städtchen Bernkastel schließen. Einen besonderen Anziehungspunkt wird die diesjährige Versammlung des Vereins noch durch eine mit derselben verbundene Ausstellung für Gesundheitspflege erhalten, die sehr reichhaltig nnd mannigfaltig zu werden verspricht. Teilnchmen an den Versammlungen des Vereins kann Jeder, der Interesse für öffentliche Gesundheitspflege hat und den Jahresbeitrag von 6 Mark zahlt, mMr er dann den offiziellen Bericht über die Versammlung erhält. Beitrittserklärungen zu dem Verein werden von dem ständigen Sekretär, Geh. Sanitätsrat Dr. Spieß in Frankfurt a. M, owie später auf dem Bureau der Versammlung in Trier entgegengenommen. ** Wern gehört das Ob st? Zwischen Gartenbesitzern und deren Nachbarn entsteht oft Streit darüber, wem das noch am Baume befindliche aber auf des Nach^ bars Grundstück überhängende, sowie auf dasselbe übergefallene Obst gehört. Wie das in Kraft getretene Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt, gehört die am Baume überhäuge n d e Frucht dem Besitzer des Baumes, die über* gefallen e aber dem Nachbarn. „i“ Rodheim a. b. B., 15. August. Tierschausest. Die von der Herdbuchgesellschast des Kreises Biedenkopf für das Vogelsberger Rind veranstaltete Tierschau findet Dienstag den 21. August hier statt. Anfänglich war diese Tierschau auf Donnerstag den 30. August festgesetzt, da aber auf kommenden Sonntag und Montag unsere diesjährige Kirmes festgesetzt ist, so soll diese Besichtigung hiermit verbunden werden. Auf Wunsch des Landrats v. Heimburg zu Biedenkopf wird sich diese Tierschau zu einer Festlichkeit gestalten, indem auf dem BefichtigungSPlatze, der am Wege nach Fellingshausen, unterhalb der Schmallffchen Zigarrenfabrik gelegen, gleichzeitig Konzert abgehalten und am Nachmittag in den Lokalen noch ein Tänzchen sich anschließen wird. Die Tierschau erstreckt sich nur auf die 9 Ortschaften deS Bezirks Rodheim. „e“ Dorlar, 15. August. Die am Ausgang unseres Dorfes gelegene, der Witwe Schneider gehörige Wirtschaft ging, wie seinerzeit gemeldet, im verflossenen Winter durch Kauf an Herrn Failing aus Atzbach über. Dieser hat nun die Räumlichkeiten einer Renovierung unterzogen und wird daneben eine Metzgerei betreiben. Damit ist auch hier einem längst empfundenen Bedürfnis abgeholfen. Die Wirtschaft wurde am verflossener, Sonntag eröffnet. Alsfeld, 12. August. In den Tagen vom 18. bis zum 20. August veranstaltet der „Verband Gabelsberger Stenographen jn Hessen und Waldeck" hier seine fünfte Hauptversammlung. Am 18. findet abends von halb neun Uhr an im Vereinslokal des hiesigen Vereins („zum Gambrinus") eine Vertreterversammlung statt. Sonntag den 19. halten zunäch'st die Unterrichtsleiter der Einzelvereine eine Konferenz ab, alsdann folgt ein Wettschreiben und von 11 Uhr ab im großen Saale des „Deutschen Kaisers" eine öffentliche Hauptversammlung, bei der Herr Eisenbahnbetriebssekretär Gaßmann aus Fulda einen Festvortrag über „Entwickelung, Ausbreitung und Nutzen der Stenographie" halten wird. An das gemeinschaftliche Mittagessen schließt sich ein Spaziergang und von abends halb neun Uhr ab (ebenfalls im „Deutschen Kaiser") ein Kränzchen. Für Montag den 20. August ist bei genügender Beteiligung ein gemeinschaftlicher Ausflug nach der Altenburg vorgesehen. Darmstadt, 15. August. In einem Ausschreiben des Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe an die Verwaltungsbehörden, welches das Kreisamt Darmstadt den ihm unterstellten Bürgermeistereien zur Kenntnisnahme und entsprechender Berichterstattung über die in Betracht kommenden Verhältnisse bekannt giebt, wird ausgeführt: „Angesichts des zunehmenden Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitern sind aus den Kreisen der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung mehrfach Wünsche bezüglich der Verlegung der Ueb- ungen der Reservisten und Landwehrleute während der Erntezeit geäußert worden. In jüngster Zeit hat Großherzogl. Ministerium des Innern auf Antrag des landwirtschaftlichen Vereins für die Provmz Rhem- Hessen bei Großherzogl. (25.) Division eine Verlegung der 14 tägigen Landwehrübung ab 12. Juli l. I. aus die Zett vom 8. bis 21. l. MtS. erreicht. Ebenso hat das General- kommando erklärt, es sei gerne bereit, allen Wünschen, welche aus Anlaß des Arbeitermangels in der Landwirtschaft geäußert werden, thnnlichst entgegenzukommen. Hierbei werde empfohlen, thnnlichst Rücksicht auf die Zeiten zu nehmen, in welchen keine Erntearbeiten fiattsinden, und der Militärbehörde während dieser Zeiten die Einberufung zu überlasten, so z. B. keinen Antrag auf Befreiung von den Hebungen während der Zeit zwischen Heu- und Kornernte- zu stellen. Auch sei zu erwägen, ob nicht die verschiedenen Gegenden des Landes verschieden zu behandeln und die Anträge hiernach, getrennt nach den verschiedenen Gegenden, zu stellen seien. Um für die Berücksichtigung dieses letzteren Umstandes Material zu gewinnen, empfehlen wir Jhnem eventl. nach Benehmen mit den landwirtschaftlichen Bezirksund Ortsvereinen, festzustellen, welche Zeiten für den dortigen Kreis oder Teile desselben als diejenigen zu bezeichnen sind, in welchen Erntearbeiten stattfinden, und in welchen remgemäß Einberufungen zu militärischen Hebungen nicht gewünscht werden. Heber das Ergebnis dieser Feststellungen wollen Sie uns demnächst berichten." Darmstadt, 15. August. Der Grundbesitz, der zum Fürstlich Jsenburg-Birstein'schen Fidei- kommiß gehörig, und in den Gemarkungen Offenbach, Forst Dreieich und Gehspitz belegen ist, wird auf Antrag )er Bergisch-Märkischen Bank am 1. Oktober dS. Js. auf dem Amtsgericht zu Offenbach zwangsweise versteigert werden. Die Kapitalforderung beträgt 6,5 Millionen Mark, zu denen 503 750 Mk. für rückständige Zinsen und Amorti- fationsraten kommen. Aus Rheinheffen, 15. August. Um der allgemeinen Arbeiternot abzuhelfen, hat der landwirtschaftliche Verein für Rheinheffen eine größere Anzahl Feldarbeiter aus Ungarn kommen lassen, welche sich bei den gegenwärtigen Erntearbeiten sehr gut bewähren. Alzey, 16. August. Am Montag und Dienstag tagte hier der Zweigverband „Mitteldeutschland" des Verbandes deutscher Bäckerinnungen, genannt „Germania". Rach der im „Hotel Eß" am Bahnhof fiattgehabten Begrüßung der sehr zahlreich Eiugetroffenen ward ein Frühstück eingenommen und darauf unter klingendem Spiel der Marsch nach dem Verhandlungslokal angetreten. Dort begrüßte der Vorsitzende, Herr Sim men-Kassel, die erschienenen Vertreter des Kreisamts (Kreisamtmann Herberg) und der Stadt (Bürgermeister Dr. Sutor) und eröffnete sodann die Verhandlungen. Nachmittags 3 Uhr fand Festessen und abends 8 Uhr Familienabend mit Konzert und Feuerwerk in den Räumen des „Geselligen-VereinS" (Kasino) statt. Oppenheim, 13. August. Das Aussehen der Weinberge in der hiesigen und den benachbarten Gemarkungen ist ein ganz vorzügliches, und läßt nichts zu wünschen übrig. Der Behang an Trauben ist ein guter, teilweise sogar ein sehr guter, so daß der Winzer voller. Hoffnung die Weinernte erwartet. Die Fruchte selbst sind stark und voll und entwickeln sich ganz prächtig. Vielfach trifft man schon schwarze Frühburgunder und weiche Oesterreicher Trauben. Vereinzelt haben sich zwar Anflüge von Peronospora und Oidium gezeigt, doch wurden sofort Gegenmaßregeln zur Unterdrückung dieser Schädlinge mit Erfolg angewendet. Vom Sauerwurm zeigen sich nur ganz unbedeutende Spuren. Im Weingeschäft ist es eben ruhig, Mittelweine werden wenig und gute Sachen gar nicht verlangt. Die Lagerbestände erstrecken sich auf 1898er und 1899er. : Zum Eisenbahnunglück bei Caftel Giubileo. In Rom traf die erste Nachricht erst nach einer Stunde ein, und zwar wurde von einer auf dem Wege liegenden Zollstation telephoniert. Der Bahnhof Rom erhielt erst aus Umwegen eine Mitteilung. Die verunglückten Züge waren von einer riesigen Menge gestürmt worden. Erwägt man ferner, daß zu der Leichenfeier in Rom etwa hundert- fünszigtausend Menschen zusammengeströmt waren, so kann man sich ein Bild von der Verwirrung machen, die aus, dem Bahnhof herrschte. Dazu kommt, daß das gesamte Bahnpersonal, infolge der Anstrengungen der letzten Tage übermüdet war. Der erste Zug ging nach Florenz um elf Uhr ab; es folgte zehn Minuten später der Schnellzug nach Ancona-Rimini, der bis Orte auf demselben Geleise wie der Florentiner Zug fährt. Bei Portonacciv, an der Zollgrenze Roms, wurde bemerkt, daß die Westinghousebremse versagte. Sie wurde repariert, versagte aber bei Castelgiubileo wieder, weshalb der Zug hielt. Niemand dachte daran, daß in wenigen Minuten ein anderer Zug von hinten komme, was um so gefährlicher war, als die Bahnlinie dort eine große Kurve beschreibt. So erfolgte denn plötzlich der Zusammenstoß. Vier Wagen wurden ganz^ lich zertrümmert, zwei andere schwer beschädigt. Wohl die einzige Person, die in den drei letzten Wagen leben blieb, war Reinhold Schöner. Alle seine Coupegenossen wurden getötet, er selbst konnte aus dem Fenster springen. Nach einem furchtbaren Krach erhob sich furchtbares Hilfe- aesckrei Nur die fester gebauten Salonwagen blieben unversehrt Der Zugführer forderte die unverletzt gebliebenen Passagiere auf, mit dem verschont gebliebenen vorderen Teil des Zuges weiterzufahren, was viele thaten. Großfürst Peter blieb und schrieb ein Bittet an den König. Ein Alpenjägerleutnant erhielt den Auftrag, das Bittet nach Rom zu bringen, und machte sich zu Fuß auf den Weg. Zum Glück stieß er auf eine berittene Karabinier^ Patrouille. Einer der beiden Gendarmen gab ihm nach einigem Zögern ein Pferd, und der Offizier jagte in Karriere nach dem Quirinal. Das Weitere ftt bekannt. Die ersten Mannschaften, die auf der Un gluckste Ue eln- trafen, waren Zollbeamte, dann erschienen Pompierv und Vereine vom Roten, Weißen und Grünen ^uz. Der König war bei den Rettungsarbeiten der erste und eifrigste. Eine weinende Kleine, die mit zerschmetterten Bemen nach ihrer Mutter rief, hob er selbst auf, legte sie auf ent Polster und liebkoste sie. Das Kind wemte herzzerreißend und verlangte nach seiner Mutter. Der König konnte seine Tbränen nicht zurückhalten und versprach ihm, es zu seiner Jitter zu bringen. Ob die Mutter gefunden wurde, ist nickt bekannt Unter den Toten befindet sich auch eine eleaant gefleibete junge Frau, vielleicht eben die Mutter dieses Müdes. An der Stätte des Unglücks steht es, vb- schon die Leichen weggeschafft sind, entsetzlich aus. Der ntfere Teil und die Vorderräder der Maschine des zweiten, ^uaes sind glatt wegrasiert. Von den letzten Waggons des angefahrenen Zuges sieht man nur mehr em Durchs einander von Holz- und Eisenteilen. Einem .Waggon, sowie dem Postwagen wurden die Wände eingedruckt. Daq. Innere ist völlig zerstört. Militär bewacht die Unglücksstätte, an der Pioniere und Eisenbahnarbeiter thätig sind. Die Scene, die sich bei dem Zusammenstoß abspielre, war nach dem Bericht von Auaenzeugen grauenhaft. Aus dem Chaos von Maschinen und Wagen stieg Qualm und Lohe hervor. Die unversehrt gebliebenen Passagiere waren wie versteinert und mußten unthätig zuschnuen, wie sich die Verwundeten und Sterbenden unter den schweren Eisenmassen wanden und gellend um Hilfe riefen. Wahnsinnig vor Verzweiflung suchten Eltern ihre Kinder unter den Trümmern hervorzuziehen. Schrecklich erging es dem Abgeordneten Massimini, der so fürchterlich eingekeilt war, daß er verloren schien und einem Karabinierioffizier seine letzten Grüße an seine Familie auftrug. Der König sprach ihm Mut zu. Tas Entsetzlichste war aber, daß Massimini zusammen mit einem Eoupegenossen eingeklemmt war, der den Qualen erlagen. Der Leib des Toten schwoll dermaßen an, daß Massimini zu ersticken drohte. Um ihn zu retten, wurde unter dem Geleise eine Höhlung gegraben; aber der schwerverletzte Massimini mußte zuerst mit seinem einen heilgebliebenen Arm ein Seil um den Leichnam seines Genossen schlingen, damit derselbe herausgeholt werden konnte. Erst dann kam die Reihe auch an ihn. Die Leichen wurden alle nach dem Schauhaus auf der Tiberinsel gebracht, wo sie auf Marmortischen liegen. Nicht alle sind agnosziert. Sie weisen sämtlich Verstümmelungen auf, die jeder Beschreibung spotten. Unter den ersten Personen, die man aus den Trümmern zog, befand sich eine wunderbar schöne junge Dame, die außer sich vor Verzweiflung nach ihrem Vater rief. Man sagte ihr, ihr Vater sei unverletzt, und schaffte das Mädchen mit Gewalt in den Wagen des Hilfszuges. Der Vater, Bankdirektor Venosta, wurde verwundet aufgefunden. Ein schwerverwundeter Mann rief herzzerreißend nach seinem Söhnchen. Im Augenblicke, da er nach Rom geschafft werden sollte, fanden Pioniere den Knaben mit gebrochenen Beinen, aber lebend unter den Trümmerhaufen. Die Freude des Vaters läßt sich nicht beschreiben. Schwer zu retten war Pater Vannu- telli, dessen von tiefschwarzem Vollbart umrahmter Kopf stundenlang aus dem Eisenchaos herausragte, ehe der Körper freigelegt werden konnte; ihm ist ein Bein zerschmettert. Im Unglückszuge reisten auch die Frau und Tochter des Majors Eitra. Wegen Ueberfüllung fuhren die Damen im Dameneoupe und wurden gerettet, während der Major umkam. Es war entsetzlich, als die Damen nach der Katastrophe angstvoll nach dem Vater riefen. Man brachte sie in den nach, Florenz weiterfahrenden Zug und spiegelte ihnen vor, ihr Vater sei gerettet worden. Die Aerzte mußten eine wahre Odyssee durchmachen, ehe sie ankamen. Sie wurden mitten in der Campagna abgesetzt und mußten stundenlang herumirren, bis sie den vom Fuckellicht düster erhellte?! Schauplatz des Unglückes erreichten. Die Entrüstung über die Sorglosigkeit der Bahnverwaltung ist allgemein. Die „Tribuna" stellt sodann Nachlässigkeit in der Hilfesendung fest. Das Militär kam viel zu spät an, um erfolgreich eingreifen zu können. Der „Avanti" geißelt die schonungslose Ausnutzung der Eisenbahnen durch eine Privatgesellschaft. Die anderen Zeitungen teilen diese Ansicht. Diesmal soll wirklich eine skrenge Untersuchung stattfinden. Merichtssaal. Darmstadt, 15. August. Ein von der Ferren-Zivilkammer des hiesigen Landgerichts am 25. Juli d. I. erlaßenes Urteil ist in den Kreisen der Gewerbetreibenden vielfach erörtert worden, so daß die eingehendere Wiedergabe des bett. Rechtsstreites von Interesse sein dürfte. Der Kläger, Rechtsanwalt Justizrat Schödler, und der Beklagte, Glasermeister Schulz, sind langjährige Nachbarn, ihre beiden Hofraiten liegen in der Saalbaustraße unmittelbar nebeneinander. Letzterer hatte im Laufe dieses Jahres im Erdgeschoß seines Hinterhauses, direkt nach der SigentumSgrenze des Klägers, einen Gasmotor ausgestellt, durch den verschiedene Holzbearbeitungsmaschinen, wie Kreissäge, Hobelmaschine, betrieben wurden. Durch das hieraus erwachsende Geräusch fühlte sich der Kläger beschwert, suchte zuerst im Guten eine Aenderung herbei- zuführen und beschritt nach erfolglosem Verlauf den Klageweg mit dem Antrag, den Beklagten schuldig zu erkennen, Einrichtungen zu treffen, welche die Uebertragung von Geräusch und Erschütterungen des Gasmotors und der hiermit in Verbindung gebrachten Arbeitsmaschinen des Beklagtm von deffen Hofraite her nach der Hofraite des Klägers ausschließen, sowie derartige Störungen zu unterlaffen und den Gasmotorbetrieb bis zur Beschaffung solcher Einrichtungen eimustellen, auch allen dem Kläger mit der Klagezustellung entstandenen und noch entstehenden Schaden zu ersetzen. Zur Begründung dieses Antrages wurde vorgebracht, daß die fraglichen, tagtäglich von früh morgens bis abends nach 7 Uhr betriebenen Maschinen seinem (des Klägers) Grundstück übermäßiges Geräusch zuführten, hierdurch die Benutzung desselben, ins- Handel md Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 15. August. Wechsel auf New-York zu O.OO-OO. Prämien auf Kredit per ult Aug. 1.30%, do. per ult Sept. 2.30%, Diskünto-Kommandit per ult. Aug. 1.05%, do. per ult. Sept. Wteratur. — Eine Ueberraschung ist das eben erschienene 1. Hest der »Illustrierte« Welt". Nach außen verjüngt, nach innen dasselbe echte deutsche Familienblatt, so tritt e8 seinen 49. Jahrgang an, den vorletzten eines seltene» Jubiläums. Der Krimtnalromann „Doktor OhlhoffS Geheimnis", die humoristisch angehauchte Erzählung „Peter Flott", und „Liebe", ein Schweizer Idyll, usw. usw., bürsten gern gesehene Lektüre feto. Der Bilderschmuck ist ebenso fein gewählt, wie tadellos auSgeführt. Der Technik zu wendet sich: „Die Niagarafälle und ihre industrielle Verwertung", der Kriminalistik zu: „Abfassen eines PaletotmarderS", dem LiebeSleben die herzinnige Gedtchtillustration: „Äug' in Äug'". Wie alljährlich zu Beginn deS Jahrganges bringt die „Illustrierte Welt" auch diesmal ein originelles Preisrätsel; die ausgesetzten 38 Preise find Anreiz genug, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Die „Illustrierte Welt" erscheint in der Deutschen VerlagS-Anstalt in Stuttgart in jährlich 28 Heften zu 30 Pfg. Das 1. Heft ist durch jede Sortiments- und Kolportage- Buchhandlung zur Anficht zu erhalten. besondere der Dohnräume, in unstatthafter Weise beeinträchtigten und durch Verminderung des Mietwrrtes der Wohnungen, sowie des Der« kausswertes bei Hauses den Kläger schädigten. Der Beklagte beantragte Klageabweisung, indem er den fraglichen Betrieb als nur während einzelner Tagesstunden stattfindend, sowie das durch ihn verursachte Geräusch usw. als nicht erheblich und deshalb zulässig bezeichnete und sich unter S0ee zugnahme auf verschiedene in jenem Teil der betr. Straße von jeher bestehende andere größere gewerbliche Betriebe auf Ortsüblichkeit berief. Das nach Vernehmung von Zeugen und eines Sachverständigen sowie zwei gerichllichen Augenscheinen ergangene Urteil 'gab unter Belastung des Beklagten mit sämtlichen Kosten dem Klageantrag in der Hauptsache statt und wies nur den auf gänzliche Unterlaffung des Betriebes zur Zeit bezüglichen Teil desselben ab. Die Entscheidungsgründe stellten an der Hand der verschiedenen Zeugenaussagen fest, daß seit Mai dS. Js. infolge des ftreitiaen Betriebes erhebliche Belästigungen im Hause des Klägers entstanden seien, die auch durch den Augenschein Bestätigung gefunden hätten. DaS sausende Geräusch deS Motors wurde hiernach in sämtlichen Räumen 1 eS Klägers mehr oder weniger störend bemerkt In der Schreibstube zitterten die Tische, mitunter auch der Fußboden, selbst daS Hospflaster und der KieSboden deS Gartens bebten. Namentlich im Garten hörte man daS Geräusch der Maschine so stark, daß die Benutzung desselben außerordentlich beeinträchtigt erschien. Hiernach wurde der Kläger für berechtigt erachtet, Abhilfe zu verlangen. Zwar könne nach $ 906 deS Bürgerlichen Gesetzbuches der Eigentümer eines Grundstückes die Zuführung von Geräusch und Erschütterungen insofern nicht verbieten, als hierdmch die Benutzung seines Grundstückes nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werde, im Fragefalle sei jedoch unzweifelhaft, daß eS sich hier um „erhebliche" Einwirkungen handle, welche den Wert und die Benutzung des Hauses des Klägers bedeutend verringerten. Beklagter sei deshalb zu Einrkchtu"gcn verpflichtet, wodurch diese fiör'ndcn Einwirkungen beseitigt mürben. Auch die Berufung deS Beklagten auf angebliche Ortsüblichkeit treffe nicht zu; denn die hier fragliche Gegend fei kein sogenanntes Fabrikviertel (worauf sich S 906 des Bürgerlichen Gesrtz- buchrs beziehe) und dann sei in keiner Weise die gleiche Störung seitens der anderen, in der Nähe befindlichen Motoren dargethan. Der Klageantrag sei mithin begründet mit der einzigen Beschränkung, daß dem Beklagtm „eine Unterlassung" seines Betriebes zurzeit nicht angesonom werdm könne. Dieser könne auf seinem Grund und Boden beliebige Einrichtungen treffen, habe aber zugleich dafür zu sorgen, daß die von seinem Betriebe ausgehenden Einwirkungen nicht in erheblichem Maße die Benutzung der Nachbargrundstücke beeinträchtigen. Die entsprechenden Schutzvorrichtungen zu treffen, sei jedoch Sache des Beklagten und innerhalb dieses Rahmens eine Beschränkung desselben in der Benutzung seines Eigentums un- zulässig. (Darmst. Ztg.) Kandmrtschast. — Ein hervorragender Anziehungspunkt auf der landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt dürfte die vom hessischen Landwirtschaftsrat zu errichtende landwirtschaftliche Schauhalle mit ihren Vorführungen werden. In derselben werden, die ganze Dauer der Ausstellung über, immer abwechselnd viertelstündige Vorführungen von Lichtbildern vermittelst eines großen Projektionsapparates veranstaltet, welche bestimmte Gebiete aus der Landwirtschaft und ihrer Nebenzweige behandeln und von Sachverständigen mit kurzen Erläuterungen begleitet werden. Die Vorführungen behandeln u. a.: die Entwicklung des landwirtschaftlichen Vereins- und Genoffenschaftswesens, die Viehzucht im Großherzogtum Heffen mit ihrer Einrichtung und preisgekrönte Tiere, die Ergebnisse von Düngungsversuchen der landwirtschaftlichen Untersuchungsstation zu Darmstadt, die Pflanzenkrankheiten und chre Bekämpfung, die ländlichen Volkstrachten mit typischen Bauernhäusern, landwirtschaftliche Musterbetriebe, Landwirtschaftliches von der Pariser Weltausstellung, Landwirtschaftlich-Historisches, die Landwirtschaft in den deutschen Schutzgebieten u. a. In den Zwischenpausen werden geschäftliche Reklamelichtbilder vorgeführt. 2.00%, Lombarden per ul*. Aug. 0.55%, do. per ult Sept. 0.95%, Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 % NotleinngeB: Kreditaktien 206.40-000.00, Diakon tc- Kommandit 175.20-10-20-000, Staatebahn 138.60-000, Lombarden 25.20-24,90, Italiener 93.30, Spanier 71.40, Sproi, Mexikaner 25.20, Bochumer 190-191.20-000 bz., Laura 207.50-00.00 bi., Harpen er 180.30-000.00 bi., Gelsenkirchen 190.60-191.20 bz., Privat-Diskont 4,/ie%- 1% bis 2% Uhr: Kreditaktion 206,40-00 bi., Diskonte-Kommandit 175.10-000.00 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staate bahn 138.50 bz., Lombarden 25.00 b., Laura 000-000. 3proz. Mexikaner 00.00 bz. ObstdurchschuiitSpreise vom 13. Aug. 1900 (die Preis« verstehe' sich bet sofortiger Lieferung): der Emtoer Mk. Stachelbeeren..... Johannisbeeren . . . < Aprikosen ...... Pfirsiche....... Himbeeren ..... Früh-Birnen, je nach Sorte „ 2Lpf«l, „ w n Kirschen....... Mirabellen...... Pflaumen ...... Reineclauden . . . . Frankfurt a. M., den 13. August 1900. Centralstelle für Obstverwertung 8.00 14. 30. 80. 32.50. 7.50-14. 7—14. 14. 18-20. 7. 14. Stuttgart, 13. August. (Allgemeiner Deutscher VerstcherungS- Vcretn.) Vom 1. Januar bis 30. Juni 1900 wurden 41775 neu« Versicherungen abgschloffen und 7687 Schadenfälle reguliert. Von letzteren entfallen auf die Haftpflichtversicherung 2331 Falle wegen Körperverletzung und 1594 wegen Sachbeschädigung; auf die Unfallversicherung 3346 Fälle, von denen 40 den sofortigen Tod und 29 eine gänzliche oder teilweise Invalidität der Verletzten zur Folge hatten. Von den Mitgliedern der Kapitalverstcherung für den Todesfall sind im aleichen Zeiträume 416 gestorben. Am 1. Juli 1900 waren 361711 Policen über 2 480 983 versicherte Personen in Kraft. Wöchentliche Nebnficht der Todesfälle tu Gießen. 32. Woche. Vom 5. bi« 11. August 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800 (incl. 1600 Mann Militär) SterbltchkeitSziffer: 16,77, nach Abzug der OrtSfiemdm 12.58 %q. Kinder SS starben an: Zusammen: Erwachsene: hn vom Lebensjahr: 2.—15. Iah« Unterleibstyphus Rückenmarks - Ent- 1 (1) 1 (1) zündung 1 1 — — Magengeschwür 1 (1) 1 (1) - — LebmSschwäche 1 1 — Atrophie 3 — 3 - Krämpfen 1 — 1 Gumma: 8 (2) 3 (2) 5 — Anm. Die in Klammern gefetzteo Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kriefkasten der Redaktion. Herrn L.-Stanfenberg. Der Marktbericht wird nach Ihrem Wunsche vervollständigt werden. P. P. Den Eingang sämtlicher Saison-Neuheiten in Tuch und Buckskin für Herbst und Winter 187 zeig, ergeben.st an. Hochachtungsvoll Markus Bauer. Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte. — Da- Bessere ist der Feind de» Guten. So sind dis früher so vielfach zur Kräftigung von Patienten gebrauchten Fleischsolutionen und Extrakte in neuerer Zeit völlig durch andere eiweiß. reichere Nährpräparate ersetzt worden, da sich gezeigt hat, daß erstere infolge ihres angenehmen Geschmackes und Salzgehaltes wohl als Genußmittel, infolge des Mangels an Eiweißstoffen, den eigentlichen Kraftbildnern dagegen niemals als Kräftigungsmittel dienen können. Ein Präparat mit außerordenllich hohem Eiweißgehalt ist die Somatose, die sich als Kräftigungsmittel für schwächliche Personen vorzüglich bewährt hat, und hierbei manchmal geradezu Triumphe feiert. So finden wir auch ihre Anwendung vor allem bei Bleichsucht und Blutarmut, bei allen Erkrankungen des Magens und Darmes, bei denen die gewöhnliche Kost nicht verdaut wird, bei allen mit Fieber einhergehenden Krankheiten, insbesondere auch bei Lungenschwindsucht, wo Ueberernährung einen der wichtigsten Heilfaktoren bilDet, kurz überall da, wo der erschlaffte Organismus einer energischen Kraftzufuhr bedarf. Arbeitsvergebung. Die zur Erbauung eines neuen Schulabortes für die 1. Schule zu Ullendorf a. d. Lda. nötigen Arbeiten werden steitez in 24. August 1. >«., Vormittags io Uhr, »enigstnehmend in Accord gegeben, und zwar: veranschlagt zu Srd- und Maurerarbeiten 441,75 Zimmerarbeiten 103,50 „ Dachdeckerarbeiten 53,91 „ Spenglerarbeiten 14,— , Schlofferarbeiten 33,— „ Schreinerarbeilen 69,20 „ Weißbinderarbeiten 58,91 „ Sisen-undRöhrenlieserung 43,87 „ Allendorfa.d.Lda.,aml4.Aug. 1900 Gr. Bürgermeisterei Mendorf a. d.Lda. Rein. 5492 Lieferung von Grenzsteinen. Die Lieferung der für die Neben bah« Lollar—Londorf nötigen Grenzsteine und zwar 82V Stück für die Bahngrenzen und 679 Stück für die Weggrenzen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis DieuStag den 28. August l.J., vormittags 10 Uhr, im Amtszimmer des Großh. Kreisbauinspektors, woselbst die Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Gießen, 11. August 1900. Großh. Kreisamt Gießen. I« V.: Boeckmann. 5478 ff* geräucherte fraWnrt.gratoötMtn a Paar 25 und 30 Pfg. empfiehlt von heute ab jeden Freitaa und Samstag ö Fr- Schreiner, 5398 Mehgerrneifter. 5219] Empfehle mich im Damenfrifiere«. Anna Tichy, Seltersweg 60. Wasserdichte Wagendecken Pferdedecken Zelte und WirifchaftshallkU Grösste Spezialfabrik. L. Stromeyer & Co., Konstanz. Meeh. Weberei, Decken-, Zelte- und Säckefabrik. 5340 Vertreter: Otto Scheel, Giessen, Bahnhofstrasse 50. 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