Nr. 164 Erstes Blatt. 'LNastag den 17 IM 1906 Heneral-Anzeiger Alle Snzeigen-vennitNlMgSstellen M In- und ÄuStenb* nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutgqz«. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Psg. Ännnhmr •*« Anzeigen zu der nachmittag- für den Hslyevd« Laß «scheinenden 9himmer bis eernt. 10 tthr. spätesten- »«r-er. ASezugspreiZ vierteljährl. Mk. «M monatlich 75 Pfg. mit Bnngerlohnj durch die AbholesteSe» vierteljährl. Mk. l,St monatlich 66 PjG. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäh^ mit Bestellgeld. mit Rxi**« des W Wh W MGllßmerAnznger Amts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gietzen. liefet*®*, Sfchedition und Druckerei: -chntOraße Ar. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger chis-O». Fernsprecher Nr. 5L Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der heWhe Kandwirt, Klätter für hessische DotKsKnnde. Politische Wochenschau. Irgendwelche Klarheit über die Lage in Peking hat auch die verflossene Wyche nicht gebracht; man ist nach wie vor auf die einander vielfach widersprechenden Nachrichten angewiesen, welche entweder von einzelnen chinesischen Bizekönigen, welche die Ereignisse, denen der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler aum Opfer gefallen ist, nicht billigen, verbreitet werden oder aber angeblich durch Läufer aus der chinesischen Hauptstadt überbracht worden sink. Daß die Mandarinen die Situation möglichst rosig zu färben bestrebt sind und die volle Gefahr, in der die Fremden in Peking, falls sie wirklich noch- am Leben sind, schweben, so lange wie nur irgend möglich verleugnen möchten, liegt auf der Hand; auch die übrigen Mitteilungen sind durchaus nicht zweifelsohne, und man thut aut, ihnen mit einem gewissen Mißtrauen zu begegnen. Leider hat auch die letzte Woche wieder reichliche Opfer gefordert, wenn auch' die genaue Zahl der Verluste der internationalen Truppen noch nicht bekannt ist. Hierüber die Oeffentlichkeit fortdauernd auf dem Laufenden zu erhalten, ist eine Pflicht der Regierungen. Vorläufig ist die Situation auf dem Kriegsschauplätze für die Verbündeten sehr mißlich, und man muß sich leider auf das Schlimmste gefaßt machen angesichts der gewaltigen Uebermach-t, in der die Chinesen den vereinigten Truppenteilen gegenüberstehen. Man muß sogar mit einer völligen Aufreibung der Verteidiger von Tientsin rechnen, wenn nicht recht bald Hilfe kommt. Diese kann vorläufig nur Japan bringen, dem ja endlich ein Attrndat seitens der Mächte übertragen worden ist, nachdem der von Rußland dagegen geleistete mehr oder minder offene Widerstand besiegt werden konnte. Wie schon gesagt, man weiß heute weder, wie die Lage im Innern Chinas ist, noch wer die augenblicklichen Machthaber sind, ob die Kaiserin-Witwe noch herrscht, ob der Kaiser am Leben ist oder nicht. Nur in einer Beziehung besteht jetzt völlige Klarheit: über die Ziele, weübe die deutsche Regierung bei ihrem Vorgehen in China im Auge hat. Das Rundschreiben des Staatssekretärs Grafen Bülow an die verbündeten deutschen Regierungen bringt in seinem ersten Teile freilich nichts neues, aber trotzdem kann seine Veröffentlichung nur um so freudiger begrüßt werden, als daraus das völlige loyale Verhalten der diplomatischen Vertreter in Peking außer Zweifel gestellt und die Behauptung ad absurdum geführt wird, als seien die Feindseligkeiten der Chinesen von den Fremden provoziert worden. Mit rückhaltloser Offenheit legt sodann Graf Bülow dar, welche Absichten die deutsche Regierung in China habe, und er bestätigt, was wir schon oft zu betonen Gelegenheit hatten: an eine Aufteilung des chinesischen Reiches wird nicht gedacht, ebensowenig verfolgt Deutschland irgendwelche Sonderinteressen. Es erstrebt im Einverständnisse mit den Mächten die Herstellung geregelter Zustände unter einer geordneten chinesischen Regierung und selbstverständlich weitestgehende Genug- thuung für die verübten Greuelthaten. Daß dieses Programm der deutschen Regierung die Billigung der gesamten nationalen Presse findet, ist natürliche aber auch die des Auslandes verhält sich zustimmend. Und so glauben wir «denn tzanz gerne,.daß der vor«einigen Tagen zusammenberufene Ausschuß des Bundesrats sein volles Vertrauen ausgedrückt hat zu der Politik, welche die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten des deutschen Reiches verfolgt. Bekanntlich, war in den letzten Tagen viel die Rede von einer Einberufung des Reichstages. Doch hat man von einer solchen an maßgebender Stelle Abstand genommen, und man wird sich damit begnügen, das Reichsparlament in diesem Jahre möglichst früh, vielleicht schon Ende Oktober, zusammentreten zu lassen — wenn nicht ganz besondere Ereignisse eine sofortige Berufung notwendig machen. Daß wir offiziell mit China nicht im Kriegszustände leben, beweist die Ernennung des bisherigen Gesandten in Luxemburg, Mumm v. Schwarzenstein, zum Nachfolger des ermordeten Freiherrn von Ketteler. Die ostasiatischen Wirren absorbieren natürlich noch das gesamte Interesse, alle übrigen Ereignisse treten dagegen ganz zurück. In Rumänien ist an Stelle des Ministeriums Cantacuzeno ein Ministerium Carp getreten. Auch in Spanien kriselte es wieder im Kabinett, doch war nur der Finanzminister Villeverde das Opfer, der als Nachfolger den" Senator Salazar erhielt. Der zwischen Deutschland und der nordamerikanischen Union abge- schllossene Reziprozitätsvertrag ist freilich in wirtschaftlicher Hinsicht nicht von großer Bedeutung, aber immerhin als ein erfreuliches Zeichen der guten Beziehungen zwischen beiden Ländern anzusehen. Die Wolken des Unwillens der Armee ziehen sich dichter und schwärzer über dem Haupte der Regierung Frankreichs zusammen, und die Nationalisten schüren natürlich den Zorn des Militärs. Janwnt, der Generalissimus des französischen; Heeres, die Generalstabschefs des Landheeres und der Marine quittieren ihre Stegen in offener Auflehnung gegen den Kriegsminister, und dafür werden sie von den Nationalisten ebenso gepriesen, wie einst Esterhazy und heute noch Henry. Da der Kriegsminister bei den letzten Ernennungen, die u. a. den Vorwand zum Rücktritte der Generale bilden, einen Vorstoß gegen die Gesetze der An- ciennetät gemacht hat, richtet sich die Stimmung des Heeres gegen ihn, und man kann von dem Vorhandensein einer bedenklichen Gährung der in solchen Dingen so empfindlichen Kriegsleute sprechen. In der Kammer und im Pariser Gemeinderate geht es lustig weiter; an der Spitze der Nationalisten flegeln dort Lafies und Mery die Regierung an, billigen Ruhm bei ihren Leuten erntend. Aus dem Transvaal hört man, daß am 11. ds. die Buren den Nitralshügel auf der rechten englischen Flanke, nur 18 Kilometer westlich von Pretoria, genommen, zwei Geschütze erobert, viele Gefangenen gemacht und den Engländern schwere Verluste an Toten und Verwundeten zugefügt haben. Ob es wahr ift, was man dem Präsidenten' Krüger in den Mund legt? Er soll sich nämlich mit Zuversicht dahin geäußert haben, daß es den Buren gelingen« werde, sich Pretorias wieder zu bemächtigen. Das würde eigentlich beinahe heißen, Lord Roberts werde mit [einer gesamten Truppenmacht von den Buren entscheidend auf das Haupt geschlagen werden. Eine solche Hoffnung kann fteilich, am die Verluste anknüpfen, die für Lord Roberts von dem Winter unzertrennlich sind. Aber gerade die Schonung, die der englische Oberkommandierende jetzt schon längere Zeit Leuten und Pferden angedeihen läßt, geht jener Spekulation der Buren auf den ungünstigen Einfluß des Winters einigermaßen zuwider. Die Fabrikanten von Sensationsnachrichten haben übrigens, so sehr China s ie auch beschäftigen mag, den Burenkrieg nicht aus dem Auge verloren; so wurde beispielsweise gemeldet, die Buren hätten den Genexal Buller mit seinem ganzen Generalstabe gefangen genommen._____________________ Politische Tagesschau. Der „Reichsanzeiger" schreibt im nichtamtlichen Teile: Das handelspolitische Verhältnis Deutschlands zu den Bereinigten Staaten von Amerika entbehrte bisher Der erforderlichen Gleiche Mäßigkeit in der gegenseitigen Behandlung beider Teile. Während von deutscher Seite die Auffassung zur Anwendung gebracht wurde, daß nach dem preußisch-amerikanischen Vertrage von 1828 den Vereinigten Staaten Anspruch« aus meistbegünstigte Behandlung zustehe, und demgemäß für die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten der deutsche Konventionaltarif zu gelten habe, ließen die letzteren auf Grund ihrer abweichenden Auffassung des erwähnten Vertrags die deutsche Einfuhr von denjenigen Zollermäßigungen nicht teilnehmen, welche der Präsident auf Grund der in Sektion 3 des Dingleytarifs ihm erteilten Ermächtigung einigen anderen Ländern eingeräumt hatte. Nach, längeren Verhandlungen ist es jetzt gelungen, diese Ungleichheit zu beseitigen. Durch Proklamation vom 13. d. M. hat der Präsident der Vereinigten Staaten diejenigen Zollermäßigungen, welche er an Frankreich, Italien und Portugal gewährt hat, mit alleiniger Ausnahme der für portugiesische Schaumweine zugestandenen und auch von ^ranrreid) und Italien nicht erlangten Vergünstigung auf die Einfuhr aus Deutschland für anwendbar erklärt, wogegen deutscherseits auf die amerikanische Einfuhr wie bisher der aus den Verträgen mit Oesterreichs-Ungarn, Italien, Belgien, Rumänien, Rußland, Serbien und der Schweiz sich ergebende Konventionaltarif angewendet werden wird. Es darf mit Befriedigung begrüßt werden, daß auf diese Weise ein Anlaß zur handel Apolitischen. Verstimmung zwischen den beiden großen, in lebhaftem Warenaustausch miteinander stehenden Ländern aus der Welt geschafft und eine Grundlagezuweiterer wirtschaftlicher Annäherung hergestellt ist. — Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt am Schluß eines Artikels über das neue Abkommen. Damit ist, trotz der über die Auslegung der Meistbegünstigungsklausel fortdauernden Meinungsverschiedenheit, thatscichlch das alte Prinzip der gleichen gegenseitigen Behandlung wiederhergestellt. Wird dieses in Zukunft von einer Seite verletzt, so kann sich, der andere Teil durch das beiden Kontrahenten zustehende Recht dreimonatiger .Kündigung des Abkommens vor waigen Nachteilen schützen. Sollte sich Deutschland zur Kündigung veranlaßt sehen, so würde damit jede Verpflichtung erlöschen, den Vereinigten Staaten von Amerika weiter den Konventionaltarif zu gewähren. Darin, daß dies von amerikanischer Seite durch den Abschluß des Abkommens ausdrücklich anerkannt und damit die Gefahr eines wirtschaftlichen Konflikts zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ganzwesentlichverringert worden ist, liegt die größte Bedeutung der getroffenen Vereinbarung. Wir hatten in unserer Stummer 161, erstes Blatt, einen Artikel unter der Uoberschrift „Zur Frage der Ausbildung des katholischen Clerus" veröffentlich^ dazu wird uns jetzt aus Kreisen der evangelischen Geistlichkeit geschrieben: Ihr geschätztes Blatt macht auf eilte Broschüre des; bischöflichen Seminars zu Mainz, Dr. Holzammer, über obige Frage aufmerksam. Da mir diese Broschüre nichk vorliegt, (wir wiederholen, daß sie auch! uns nicht vorliegt und daß wir wortgetreu den Angaben der „Straßb. Post" gefolgt sind. D. Red.) kann ich nicht darüber urteilen, aber einige Bemerkungen möchte ich an Ihren Artikel knüpfen. Es ist zunächst nicht richtig, wenn gesagt wird, Professor Schmid, der ordnungsmäßig gewählte, aber vom Papst nicht bestätigte Bischof von Mainz sei später aus der katholischen Kirche ausgetreten. Ich habe selbst von 1861 bis 1864 philosophische Kollegien bei ihm gehört, auch' persönlich mit ihm verkehrt und weiß bestimmt, daß er nicht ausgetreten, allerdings aber dem katholischen Gottesdienst sich ferngehalten und den evangelischen besucht hat. Auch ist er nieives Wissens später nicht «ochne Assistenz eines katholischen Geistlichen beerdigt woirden. Wenn nun die Zustände unter Dozenten und Hörern so dargestellt werden, wie es der Artikel thut, so muß doch auch die Qualität der Geistlichen, die, nehmen wir nur einmal ein Jahrzehnt lang, aus den Hörsälen der betreffenden Professoren her vorgeg äugen ist, eine minderwertige gewesen sein? Sollte sich jemand finden, das zu behaupten? So durchaus ehrenwerte und in .Gießen damals hochgeachtete und hochverehrte Männer die Professoren Schmid und Lutterbeck gewesen, schon durch ihr Aeußeres die Achtung herausfordernd, so waren auch die Geistlichen jener Schule durchaus tüchtige Leute. Besonders einen Vorzug durften sie ihr eigen nennen — das war ihre Weitherzigkeit, die sie auch iü Den Angehörigen anderer Konfessionen Christen und Brüder sehen ließ; das war demgemäß ihre T o l e r a n z, die ihnen auch möglich, maochte, in einem freundschaftlichen Verkehre mit Geistlichen der evangelischen Kirche nichts Unrechtes: zu finden. Das hörte allerdings mit Beginn der Aera „Talwigk-Ketteler", in der die katholisch-theologische Fakultät zu Gießen, wie es damals hieß, „trocken gelegt" wurde, auf. Was für einen Staub in den 50 er Jahres das sog. Konkordat, welches damals „stillschweigend" geschlossen wurde, aufwirbelte, werden die Aelteren unter uns noch in gutem Gedächtnis haben. Es war das die Zeit der traurigsten Reaktion in Hessen, «eine Zeit, die hoffentlich niemals wiederkehrt. Heber die Frage, ob die Männer, welche ein so wichtiges Amt im Volk verwalten, wie die Geistlichen, besser vorgebildet werden, wenn sie unter Menschen verschiedener Anschauung zunächst sich bewegen und deren Anschauungen kennen lernen, oder wenn sie von der Gymnasialzeit an bis zur Kutte in Konvikten) Seminarien usw. abgeschlossen von der übrigen Menschheit gehalten werden —■ sind übrigens alle Unbefangenen sich längst klar. Daß man auch auf anderen Gebieten dem Ein- sperrungssystem nicht hold ist, beweist der fortwährende Ansturm der Lehrerschaft gegen das „Internat" der Semi- narien, wiewohl dieses den Zöglingen eine viel freiere Bewegung gestattet, als in geistlichen Seminarien geschieht. Mesdnichtk der ®r. Stffifdjtn Gemrdr-MMorts. Die Jahresberichte der Gewerbe-Inspektoren im Groß- Herzogtum Hessen sind als Beilage zur „DarmstÄ>ter Leitung" erschienen. Die über 24 Bogen starke Broschüre enthält reichliches Material. Man hat dieses Jahr der Veröffentlichung der Berichte mit größerem Interesse ent- qeqengesehen, als dies früher der Fall war. Einmal glaubte man bezüglich der Thätigkeit der beiden im Jahre 1898 den vier Gewerbe-Inspektoren beigegebenen Assistentinnen wenn auch« noch« kein abschließenDes, aber ein doch mehr auf die praktische Erfahrung sich! gründendes, und darum für weitere Schlüsse maßgebendes Urteil zu vernehmen. Man erinnert sich wohl noch, daß durchs Einstellung von weiblichen Hilfskräften in der Beaufsichtigung der gewerblickien Anlagen unser Land als erstes vorangegangen ist, und daß man diesen Schritt der Regierung verschieden beurteilt hat. Sodann war es die Ausführung der Beschlüsse des Reichstages und Bundesrates, über die Fabrikthätigkeit verheirateter Frauen Erhebungen zu veranlassen, die die dafür interessierten Kreise mit besonderer Spannung erwarteten. Und man kann sagen, die Angelegenheit ist in ziemlich ausführlicher Weise zu Eledigung gekommen. . Die Urteile der Inspektoren über die Notwendigkeit und Mitzlichkeit ihrer weiblichen Hilfskräfte sind verschieden ausgefallen. So berichtet der Gießener Inspektor, dem als Assistentin Fräulein Schumann zu Mainz beigetteten ist: c „Ob der Verkehr der Assistenttn mit den Arbeiterinnen selbst bisher ersprießlich war, läßt sch zur Zeit noch nicht beurteilen. Weibliche Bertrauenspersonen find im diesseittgen Bezirk unter den Arbeiterinnen ncht vorhandeii, sDoaß ein Verkehr der Assis^nttn nut solchen Personen nWt statt finden konnte. Beschwerden, welche von den Arbeiterinnen nicht dein männlichen Auffichts- dcamtcn mitgeteilt werden tonnten, sind der Assistentin im diesseitigen Bezirk nicht anvertraut worden." Der Inspektor in Darmstadt dagegen schreibt: „Durch den direkten Verkehr der Assistentin mit vielen Arbeiterinnen sind manche Mißstände und Mängel aufgefunden und beseitigt worden, deren Vorhandensein wohl dem männlichen Personal entgangen wäre." Und noch! reichhaltiger wird von Offenbach berichtet, daß die Zuteilung eines weiblichen Aufsichtsbeamten zu der Gewerbeinspektion sich von großem Vorteil gezeigt habe. Der Verkehr der Assistentin mit den Arbeiterinnen habe die Thätig- keit der staatlichen Aufsichit den Arbeiterinnen näher gerückt und in Bezug aus wirtschaftliche, gesellschaftliche und sittliche Fragen den Aussichtsbeamten ein ungetrübtes Bild der thatsächlichen Verhältnisse an die Hand gegeben, denselben damit zugleich eine wesentliche Handhabe bei der Beurteilung einschlägiger Angelegenheiten geliefert. Die Einführung weiblicher Beamten in den Gewerbeauf- sichtsdienst könne, wie sich), nach den Verhältnissen des Bezirks bis jetzt beurteilen lasse, als ein wesentlicher Fortschritt für die Durchführung der gesetzliche n M.a ß n a h m e n bezeichnet werden, namentlich auch in der Richtung, daß den Beamten, die infolge ihrer Vermittlerrolle zwischen schroff gegenüber stehenden Gegensätzen sich in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der beiden Parteien, der Arbeiter und der Arbeitgeber, einleben sollen, ein weiterer Einblick in diese Verhältnisse bezüglich der weiblichen Arbeiter eröffnet worden sei. Der Inspektor zu M a i n z enthält sich über den Wert oder Unwert weiblicher Assistenz des Urteils. Aus diesem Schweigen wäre zu schließen, daß man in Mainz zu einem maßgebenden Urteil noch nicht gekommen, oder von weiblicher Hilfskraft sich nichts oder wenig verspricht. Erwägt man nun, daß den Inspektoren zu Gr c ß e n und M a i n z dieselbe Assistentin bergegeben ist, während die andere Assistentin mit ihrem Sitze zu Offenbach 'auf diesen Inspektionsbezirk und demjenigen zu Darmstadt ihre Thätigkeit äu entfalten hat, also auf die Bezirke, in denen man von der weiblichen Hilfskraft bereits Erfolg gespürt hat und sich noch größeren verspricht, so könnte, man daraus den Sckckuß ziehen, daß ,nan in der Person der ersten Assistentin, und ihre Leistungsfähigkeit, den außerordentlich schwierigen Beruf auszuüben, sich vielleicht geirrt habe, oder daß die Verhältnisse in Rheinhessen und Oberhessen so einzigartig im Vergleich zu denjenigen in Starkenburg sind, daß eine Assistentin für diese Bezirke unmöglich und darum unnötig wäre. Wir halten R|icfe Urteile für verfrüht, denn eins rst im Auge zu behalten: die Thätigkeit der weiblichen Beamten ist von so kurzer Dauer, daß ein abschließendes Urteil weder nach der einen, noch nach der anderen Seite jetzt iwch nicht abgegeben werden kann. Vielleicht erfahren wir am nächstjährigen Jahresbericht über diesen Punkt etwas Näheres. Es ist unmöglich, bei einer Kritik im Rahmen unseres Blattes auf alle einschlägigen Verhältnisse des gewerb- lichen' Lebens unseres Landes einzugehen. Wir wollen nur die Verhältnisse Ob er Hessens in den Bereich unserer Betrachtung ziehen und die anderer Bezirke nur vergleichsweise anführen. Rach der Zählung ain 30. September 1899 waren im Lande 3017 gewerbliche, der staatlichen Aufsicht unterstellte Anlagen im Betrieb mit einem Gesamtpersonal von 80806 Arbeitern, nämlich im Bezirk Darmstadt (Starkenburg ohne den Kreis Offenbach- 1238 Anlagen mit 23 570 Arbeitern, Offenbach 607 : 19 158, Gießen 1109 : 11529 (zur Zeit des stärksten Betriebs 13 609), Mainz 1113 : 26 544. Arbeiter unter 16 Jahren waren es insgesamt 6589, darunter 4219 Männliche und 2370 Weibliche. Diese fallen auf Dar m st a d t 2052 (M. 1447, w. 605), Offenbach 1517 (M. 852, W. 665), Gießen 1039 [1302s (M. 698 [9141 W. 341 [388], Mainz 1981 (M. 1222, W. 759). Die Zahlen sämtlicher Arbeiterinnen sind 15 076, nämlich Darmstadt 3611, Offenbach 4644, Gießen 2648, Main z 4173. __________Fortsetzung folgt. Aus Stadt und Land. Sietzen, den 16. Juli 1900. • • Personalnachrichteu. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Schlitz Leonhard Metzendors, Johann Fend und Georg Gniß verliehen; der Regierung-- assessor Pfeif fier zu Darmstadt wurde mit AuShilseleistung bei dem Sekretariate diese- Ministerium- beauftragt. * * Nach China. Wir haben in unserer Nr. 163 (Viertes vlatt) in einem „Die deutschen Rüstungen" überschriebenen Artikel bereit- u. a. mitgeteilt, daß die Herren Oberstleutnant Petze!, Hauptmann Bartsch, Leutnant Fischer und Assistenzarzt Krüger vom Regt. 116 in das ostasiatische Expeditionskorps cingereiht worden sind. Am Samstagabend fand au« diesem Anlaß im Garten des Offizierskasinos ein Abschiedsessen statt. Am Sonntag früh 6" Uhr haben die 40 Köpfe zählenden Mannschaften Gießen verlassen. Am Sonntagabend sind sodann auch die Offiziere nach Darmstadt abgereist. Hauptmann Bartsch hat, wie wir hören, in früheren Jahren bereit-, von seiner Gattin begleitet, an einer Afrikaexvedition teilgenommen. Wir können nur wünschen, daß sie alle wieder nach erfolgreichem Zuge in guter Gesundheit zurückkehren. * * Unfall hat sich, wie wir hören, am Freitag aus einem hiesigen Fechtboden zugetragen. Ein Studiosus, Angehöriger eine- hiesigen Korps, stürzte beim Fechten infolge eines Fehltrittes zu Boden und verletzte sich an einem Bein so erheblich, daß die Wiedergenesung erst nach Monaten erhofft werden kann. Es sollen schwere Sehnenzerrcißunacn vorgekommen sein. Die Merzte des Großherzogtums sind bestrebt, mit den Krankenkassen des Landes andere, für sie günstigere Vereinbarungen zu erreichen Nach einem Beschlüsse des Landesverbandes der hessischen Aerzte werden darüber statistische Erhebungen von sämtlichen Acrztcn de- Lande- gemacht, wie hoch sich au- ihren Einnahmen das Honorar für die Cinzelleifiung, resp. für jeden «... rechnet. Aus Grund diese- gesammelten wtaui, ,vuva dann weitere Schritte in dieser Angelegenheit gethan werden. • * Der Jahresbericht der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (unter dem Prstektorat Kaiser Wilhelm- II.) ist erschienen, und wir entnehmen daraus folgende Daten, die gewiß unsere Leser und die Mitglieder der Gesellschaft am hiesigen Platze, 249 an der Zahl, interessieren dürsten. Hiernach sind insgesamt 61 Schisse und 392 Personen im vergangenen Jahre 1899/1900 an den deutschen Küsten verunglückt, von denen 345 Personen gerettet und nachweislich 47 Personen umgekommen sind. Die Rettung ersolgte bei 88 Personen durch Selbsthilfe, bei 27 durch Hilfe von anderen Schiffen, 23 durch Privathilfe vom Lande aus und 207 durch Rettungsstationen; davon 145 durch Rettungsboote und 62 durch Raketenapparate. 30 Rettungsstationen traten 40 mal in Thätig- keis, darunter 29 mal mit Erfolg. Unter den verunglückten Schiffen befanden sich 32 deutsche, 9 schwedische und nor- wegifche, 8 dänische, 4 englische, 4 russische, 2 holländische, 1 französisches und 1 österreichisches Schiff. Die Rettungsstationen der Gesellschaft sind 29 mal mit Erfolg thätig gewesen und haben 207 Menschenleben aus Seenot gerettet. Von diesen Rettungen erfolgten 24 durch Rettungsboote, 5 durch Raketenapparate. Die Zahl von 207 geretteten Menschenleben ist die größte seit dem Bestehen der Gesellschaft. Die Zahl der seit Begründung der Gesellschaft durch deren Gerätschaften geretteten Personen ist damit aus 2717 gestiegen. Die Zahl der Rettungsstationen beträgt 116; davon befinden sich 72 an der Ostsee, 44 an der Nordsee. — Die Jahresbeiträge betrugen von 53896 Mitgliedern 151383,70 Mk. Die außerordentlichen Beiträge betrugen 102 353,37 Mk. Davon lieferten die Sammelschiffchen 23583,09 Mk. Die Gesamteinnahme belief sich aus 316469,28 Mk. Die Gesamtausgabe auf 213629,37 Mk. Die Zahl der Bezirksvereine beträgt 62, der Vertreter- schasten 272. Vertreter für Gießen ist Herr Jean Kirch, der Anmeldungen als Mitglied stets gern entgegennimmt. Staufenberg, 14. Juli. Etwa 40 Schülerinnen der höheren Töchterschule zu Gießen, begleitet von Frau Bichler aus TextorS Hardt und anderen Damen, kamen aus zwei mit grünen Zweigen, Fähnchen und Lampion- geschmückten Leiterwagen hier an, stiegen am Eingang des Ortes ab und wanderten fröhlich der hiesigen Burgruine zu. Wie wir hören, waren die Mitschülerinnen von BichlerS beiden Töchterchen einer Einladung Frau BichlerS gefolgt. Nach einigen Stunden fröhlichen Zusammensein- fuhren sie abends gegen 8 Uhr wieder zurück. Bad-Nauheim, 15. Juli. Bis zum 12. Juli sind 12818 Kurgäste hier zur Anmeldung gekommen, wovon an genanntem Tage noch 5893 Personen anwesend waren. Vom 1. April bis 12. Juli 1900 wurden 150573 Bäder, darunter 6799 Freibäder, gefertigt. Abgegeben wurden am 6. Juli 2718 Bäder, 7. Juli 2723 Bäder, 8. Juli 1891 Bäder, 9. Juli 2692 Bäder, 10. Juli 2576 Bäder, 11. Juli 2667 Bäder, 12. Juli 2569 Bäder. — Programm der Unterhaltungen: Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen. Montag den 16. Juli, abends von 8 — 10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Die Dame von Maxim. Dienstag den 17. Juli, nachm. von 4«/,—6i/2 Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Liszt- und Wagner-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Einmaliges Gastspiel der Hosschauspielerin Frl. Kannöe. „Die berühmte Frau". Mittwoch den 18. Juli, nachm. von 41/, —7 Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kapelle des Königl. Bayer. 9. Ins.- RegtS. „Wrede" aus Würzburg unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Witt. Abends von 8 Uhr ab Lampionsbeleuchtung der Terrasse. Bei gutem Wetter spielt die Kurkapelle nachm. von 4—6 Uhr am Teich. Abends 8—10 Uhr im Saal Tanz. Donnerstag den 19. Juli, nachm. von 4'/,—6i/z Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Nachm. 4 Uhr Theatervorstellung für Kinder und Erwachsene: „Die Puppenfee". Abends 8 Uhr „CharleyS Tante". Freitag den 20. Juli, nachm. von 4Va—6Vi Uhr und abends von 7—8*/, Uhr aus der Terrasse Konzert der Kapelle des Magdeburg. Drag.-Regts. Nr. 6 aus Diedenhosen. Abend- 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Zum ersten Male: „Der arme Jonathan". SamStag den 21. Juli, nachm. von 4«/a—61/, Uhr und abends von 8—10 Uhr Konzert der Kurkapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saal Zaubervorstellung des HoskünstlerS Meunier-Sölar aus Frankfurt a. M. Sonntag den 22. Juli aus der Terrasse Konzert der italienischen Bersaglieri-Kapelle F'mole. O Bleichenbach, 13. Juli. Vor Beginn des Baues der hiesigen Wasserleitung hatten viele Bürger die Ansicht, daß die Quelle das täglich nötige Wasserquantum nicht liefern könne. Diese Befürchtung ist jetzt gänzlich beseitigt, da die Quelle noch stets den alten „Brauhausbrunnen" mitspeisen hilft. Wenn auch abends und morgens die Wasserabgabe dieses Brunnens etwas nachläßt, so fließt doch während der Nacht ein bedeutender Wasserüberfluß vom Bassin in einen Graben ab, das bei zu befürchtendem Wassermangel ja auch noch bis zum Morgen gesammelt werden könnte. — Die Gemeinde ist mit der Anlage dieser neuen Quellwasserleitung, deren Wohlthaten man jetzt zur Sommerszeit erst schätzen lernt, recht zufrieden. § tzartmanushaiu, 14. Juli. Dem Lehrer Hofmann wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule in dem benachbarten VolkartShain definitiv übertragen. Darmstadt, 14. Juli. Am 13. Juli, als am 34. Ge- dächtniStage der Gefechte bei Laufach-Frohnhofen, begaben sich eine Anzahl Herren von hier zum Besuche und Schmücken der Gräber dorthin. Am Denkmal in Frohnhofen wurde ein Lorbeerkranz mit Widmung des ,.«,iuutS des Landesverbandes „Hassia", desgleichen eiw Lorbeerkranz mit Widmung vom Kriegerverein Darmstadts sowie eine Kranzspende vom Kriegerverein „Germania" niedergelegt, ebenfalls auf dem Friedhose in Laufach em Lorbeerkranz mit Widmung des Präsidiums des Landesverbandes „Hassia" und auf dem Massengrab in Aschaffenburg. Weiter erhielten sowohl die Maffengräber als auch die Einzelgräber noch je eine besondere Kranzspende. — Auch da- Oesterreicher-Denkmal bei Aschaffenburg wurde gleichfalls mit prachtvollem Lorbeerkranz und der Widmung „von 66ern Mitkämpfern" geziert. — Die Landwirt- schastliche Genossenschaftsbank zu Darmstadt hält eine außerordentliche Generalversammlung am Montag den 30. Juli, vormittag- 10t/, Uhr, im großen Saale des Hotels „Darmstädter Hof" ab. Tagesordnung: 1. Abänderung des GesellschastSvertrageS nach den Bestimmungen de- neuen Handelsgesetzbuches. 2) Erhöhung de- Grundkapitals auf eine Million Mark durch Ausgabe von 500 aus Namen lautende Aktien jede zu 1000 Mk. Nennbetrag. 3) Festsetzung des MindeftbetragS, unter dem die Ausgabe neuer Aktien nicht erfolgen soll. 4) Ausübung des Bezugsrechts. Genehmigung eines Vertrags wegen Uebernahme der von den VerbandSgenoffenschasten '6iß zu einem bestimmten Zeitpunkte nicht gezeichneten Aktien. 5) Wahl weiterer AufsichtSratSmitglieder (nach § 23 des Entwurfes). Darmstadt, 14. Juli. Für das Studienjahr 1900/1901 ist, wie wir bereit- meldeten, Dr. Schering zum Rektor der Technischen Hochschule ernannt worden. Als Prorektor fungiert Geh. Baurat Professor Koch. Vorstände der sechs Fachabteilungen sind für das kommende Studienjahr die nachstehend genannten Professoren: Architektur; Wickop, Jngenieurwesen: Geh. Baurat Dr^ Schmitt, Maschinenbau: Geh. Baurat Pfarr, Elektrotechnik: Dr. Wirtz, Chemie (einschl. Elektrochemie und Pharmacie): Dr. Diessenbach, Mathemattk, Naturwissenschaften und allgemein bildende Fächer (Allgemeine Abteilung); Dr. Dingeldey. Darmstadt, 14. Juli. Der Großherzog empfing am- 14. Juli den Oberstleutnant Petzel vom Stabe des 3. Ostasiatischen Jusanterie-RegimentS, den Batterieführer Hauptmann v. Plönnies und den Oberleutnant Frhrn. v. Rechenberg vom Ostasiatischen Feld-Artillerie-Regiment, den Assistenzarzt Dr. Krahn vom Kriegslazarett des Ostasiatischen Expeditionskorps, den Assistenzarzt Dr. Eisen- Huth vom Feldlazarett des Ostasiatischen Expeditionskorps, den Roßarzt Aul ich vom Großh. Train-Bataillon Nr. 25, die Professoren der Landes-Universität Gießen öirmer und Beling, den Kreisamtmann Born von Schotten, den RechnungSrat Henkel von Gießen. — Ein Telegramm des deutschen Centralkomitees vom Roten Kreuz vom 13. d. M. teilt mit, daß der augenblickliche Bedarf an BerufS- krankenpflegern für China gedeckt ist. Mainz, 14. Juli. Gestern fand eine Versammlung der vereinigten Finanz, und Bauausschüsse, der Kommissionen für StraßeN'Angelegenheiten und elektrischen Anlagen statte um einen Vortrag des StadtratS Riese-Frankfurt a. M. über die Nmwandlung des Straßenbahnbetriebes in einen elektrischen Betrieb entgegenzunehmen. Bon einer Besprechung über deu Ankauf der Bahn selbst durch die Stadt wurde vorerst abgesehen. — Die Stadt hatte zum Zwecke der Wasserversorgung die Erbauung eine- Hochbehälters ausgeschrieben. Die Eröffnung der eingelaufenen Offerten ergab, daß aus das auf 100,000 Mk. veranschlagte Projekt die merkwürdigsten Preisunterschiede eingereicht worden waren. So verlangte eine Firma in Mühlheim a. Rh. eine Summe von 56,576 Mk. und eine hiesige Firma 104,576 Mk. — Differenz 48,000 Mk. Bingen, 15. Juli. In der letzten Stadtverordneten^ Sitzung wurde bei der Budgetberatung zum ersten Male der Versuch gemacht, auch hier indirekte Besteuerung in Form einer Kanalsteuer und Oktroi auf auswärtiges Bier einzuführen. (Per Hektoliter Bier 80 Psg.^ einheimisches Bier durch Braustoffbesteuerung zirka 20 Psg. per Hektoliter.) Beide Vorlagen wurden unter Führung, de- Stadtverordneten May scharf bekämpft. Bon einem Bieroktroi sollten schon die Erfahrungen abschrecken, die jetzt das Reich mit seiner Steuer auf ausländische Biere macht. Die indirekte Besteuerung widerstreite der Verkehrs- uud Gewerbesreiheit, sowie dem Grundsätze einer gerechten Belastung nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit. Bingen habe sich bis jetzt trotz aller großen Unternehmungen bev letzten Jahre von der veralteten, ungerechten und belästigenden indirekten Besteuerung frei gehalten, es solle auch ferner frei bleiben. — Beide Vorlagen wurden mit 10 gegen 6 Stimmen abgelehnt, womit eine Erhöhung, der Umlage um etwa 10 Prozent notwendig erscheint. Vermischter. * Frankfurt, 14. Juli. Heute nachmittag gegen 2