m. 139 Zweites Blatt Sonntag den 17 Juni 1900 tag na ®ü BwhM^me des Msntags. Die Gießener -««ikienStLtter »erden dem Anzeiger tet Wechsel mH „Hess, kndwirt" e. .Mätter |ix heff. Volkskunde- 4 mal beigelegt. Gießener Anzeiger Bezugspreis Vierteljährl. Mk. 9,90 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholesteNe» vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährt. mit Bestellgeld. Iwrntlme von Anzeigen zu der nachmittags für dem senden Teg erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhe, Ldbestellungen spätesten- abends vorher. Henerat-Anzeiger Alle Anzeigeo-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilcnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Amts- und Anzeigeblntt fiw den Aveis Greszen. rm. ................. 11 ■ m MaNm, Expedition und Druckerei: Sch»tstraße Ar. 7. Gratisbeilageu: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klättrr für hessische Volkskunde. > ■■■ ■ "JS Adrefie für Drpefchen: Anzeiger Hietzr». Fernsprecher Nr. 51. Die Wirren in China. tate^milfien alle G-g?nstänbe vom NÄ'selbst -rMgi | sedÄ> gri'ang es den "englischen Marine- und Konsular- und hergestellt sein. Gruppe A., Ackerbau, ist mit 1 Ehrenpreis, 87 silbernen Medaillen, sowie 50 Diplomen bedacht; Gruppe B., Obstbau, mit 85 Mk. Geld, 104 silbernen Medaillen und 89 Diplomen, außerdem Obstprodukte (Apfel- und Beerenwein, Konserven, Fruchtsäfte) mit 39 silbernen Medaillen und 39 Diplomen, und Obstbäume mit 3 silbernen Medaillen und 3 Diplomen; Gruppe C., Weinbau, D., Gemüsebau, mit 1 Ehrenpreis, 37 silbernen Medaillen und 22 Diplomen; Gruppe E., Gartenbau, mit 500 Mk. Geldpreisen. Abteilung IV., Landwirtschaftliche Hilfsstoffe (Futtermittel, Düngemittel rc.), 15 Medaillen, 10 Diplome. V. Landwirtschaftliche Nebengewerbe, Brauerei, Brennerei rc., einschließlich Molkereiwesen, 2 goldene, 28 silberne Medaillen, 19 Diplome. VI. Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte 60 silberne Medaillen und Anerkennungen. Ich empfehle jedem Jntereffenten, sich das Programm der Ausstellung vom Sekretariat des hessischen Landwirtschaftsrats in Offenbach kommen zu lassen, und in der heff. landw. Zeitschrift die Ergänzungen zu demselben nachzulesen, und hoffe, daß Biehzucht und Landwirtschaft des Vereinsbezirks stark und gut in Darmstadt vertreten sein werden. Der Direktor des landw. BezirkSoereinS. v. Bechtold. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Am 14.—17. September d. Js. findet in Darmstadt auf dem östlichen Teil des Exerzierplatzes eine lavdwirt- schaftliche Landesausstellung statt, die ein Bild von der Entwickelung und den Leistungen der gesamten hessischen Landwirtschaft und ihrer Nebenzweige geben und Gelegenheit bieten soll, die Leistungen in größerem Wettbewerb zu Infolge von Unruhen in Tschifu sind ein deutsches Flaggschiff und ein britisches Kriegsschiff dorthin zurückgekehrt. Chinesische Briganten haben zu Qurnsan, 40 Meilen von Shanghai, drei Dampfer gekapert und die Passagiere beraubt. — Die „Daily Mail" meldet aus Shanghai: Außer in Yünnanfu fanden noch an anderen Punkten des Reiches Ruhestörungen statt. Aus Vorsicht hielten die Shanghaier Volontäre gestern abend eine Parade ab. Französische Truppen sind in Mengetze eingetrofsen. — Das Bureau Dalziel meldet aus Shanghai: Prinz Tsching ist vom Tsungliyamen zurückgetreten. Eine große Anzahl Missionen soll zerstört und em ausländischer Missionar gefangen genommen sein. — Aus Langfang wird gemeldet, ein Courier aus Peking habe dem englischen Admiral Seytnour einen Brief von der amerikanischen Gesandtschaft überbracht des Inhalts, daß General Tungfuhsiang mit 10 000 Mann am Sud- rrSgefahr, ausgenommen bei den tm Freien ooer | thore seinen Einmarsch mit Waffengewalt bekämpfen werde. Räumen ausgestellten Gegenständen. Futter und I Äuch jeien 2000 Boxer unweit Peking gesehen worden. In - ----- " r 1 ' Peking können Ausländer die Gesandtschaften nicht mehr verlassen. Die Boxer hauen die Telegraphenpfähle nieder. In Tientsin halte man die abgesandten Truppen für lächerlich unzureichen d. — Der „Times" wird aus Shanghai telegraphiert, daß ein e r n st e r Z u s a m m e n st o ß zwischen der Entsatzexpedition und Tungsuhsians Truppen unwert Peking stattfand. Angemessene Schutzvorkehrungen im Yangtsethal sind dringend geboten. Ein chinesischer Dampfer ging mit Waffen und Munition vom Kiangnan- Arsenal unter Ordres vom Tsungliyamen nach Tientsin ab. lieber die d e u t s ch e T r u p p e n m a ch t i n O st a s i e n wird geschrieben: Die fünf zum Kreuzergeschwader gehörigen Schiffe haben 2030 Mann an Bord; die beiden Kanonenboote „Iltis" und „Jaguar" zählen an Besatzung 242 Mann; die Kiautschoubesatzung in Tsingtau und den: verschiedenen Lagern kann mit der Chinesentompagnre auf etwa 2000 Mann angegeben werden, und der Ablösungstransport setzt sich, wie bekannt, aus weiteren 1200 Mann zusammen. Im ganzen unterstehen mithin dem Chef des Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral Bendemann, und dem Gouverneur in Tsingtau, Kapitän z. S. Jaeschke, gegenwärtig etwa 5500 Mann. Diese Truppen können in jeder Beziehung als ausgebildet gelten; auch die eintreffenden Mannschaften des Transports haben in der Heimat schon eine vollständig abgeschlossene, militärisch-in.fanterrstische Ausbildung genossen. Die Eifersucht der europarschen Machte hat am Mittwoch fast zu einem Kampfe z w i s ch e n F r a n - zosen und Engländern geführt. „Reuters Bureau" meldet aus Tientsin: . Die zunehmende Eifersucht der russischen und französischen Behörden auf Erleichterungen, die iiad) ihrer Annahme die britischen Angestellten der Bahn pien britischen Behörden gewähren, erreichte am Mittwoch ihren Höhepunkt. Französische Soldaten versuchten, sich einer Lokomotive zu bemächtigen. Der britische Lokomotiven-Jnspektor weigerte sich, ihnen die Maschine zu über geben, worauf die F r a n z o s e n versuchten, mit dem Bajonett geaen ihn vorzugehen. Eine britische Streitmacht wurde in Bereitschaft gehalten und die Sache gewann ein kritisches Aussehen; belohnen. Sie zerfällt in die Abteilungen für I. Tiere, II. Pflanzen- I bau, III. Forstwirtschaft und Jagd, IV. landwirtschaftliche I Hilfsstoffe, V. Nebengewerbe einschließlich Molkereiwesen, I VI Maschinen und Geräte, VII. wissenschaftliche Abteilung. I Di«e I. Abteilung umfaßt die Gruppen Pferde, Rinder, I Schweine, Ziegen, Schafe, Geflügel, Bienen, die III. Acker- I bau, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Gartenbau. An- I Meldungen aller Ausstellungsgegenstände und Tiere sind bis I längstens 1. Juli, für Geflügel, Ackerbau, Obst und Gemüsebau bis 1. August d. IS. bei der Geschäftsstelle des I hessischen LandwirtschastsratS in Offenbach auf den vor- I geschriebenen Anmeldebogen in doppelter Ausfertigung zu I erstatten. Formularien sind dort kostenfrei zu beziehen, I ebenso das Ausstellungsprogramm. Wird die Anmeldung | zugelasien, so erhält der Aussteller einen Zulassungsschein, | der von diesem dem Ausstellungsgegenstand anzuheften ist. I 8t i Tieren ist bürgermeisteramtliche Bescheinigung nötig, | datz die Herkunftsgemeinde des Tieres seit mindestens vier I Wochen seuchenfrei ist. Die Aussteller haben für AuS- fiMung ihrer Gegenstände selbst zu sorgen; für Geflügel, krzeugnisse des Pflanzenbaues und Molkereiwesen über- I nimmt die Ausstellungsleitung auf Wunsch die Ausstellung. I Geräte und Maschinen, die im Freien aufgestellt werden, werden nicht nach den Firmen der Aussteller, sondern nach der Gebrauchsweise aufgestellt; für sie wird eine Platz- gelbühr erhoben nach Maßgabe deS Verkaufswertes, bezw. im gedeckten Raume nach Maßgabe deS Flächenraums. Der Verkaufswert ist bei der Anmeldung anzugeben. Für alle übrigen Ausstellungsgegenstände werden von hessischen Ausstellern, die nicht Händler sind, keine Platzgebuhren erhoben. Die Ausstellungsleitung übernimmt dte Versicherung gelten Feuersgefahr, ausgenommen bei den im Freien oder • flÄPAPTI ftntlhptt. StllttCT 11110 Ui vlUvllvU —--y , • * o-n /Et Sitreustroh wird zum Selbstkostenpreis geliefert. Für Ge- Mgel ist an Futtergeld 1 Mk. pro Stamm (2 Mk. pro Sammelklaffe) der Anmeldung beizufügen. Wartung und Wege der Tiere ist Sache der Aussteller. Die Prämiierung beginnt am 14. September vormittags 9 Uhr. Der Wettbewerb erstreckt sich in den Abteilungen I., II III.. V. nur auf Gegenstände und Tiere hessischer Aussteller. Jeder Ausstellungsgegenstand muß für eine bestimmte Klaffe angemeldet sein. Jeder Bewerber kann beliebig viele Preise erhalten, eS werden aber von den m ein und derselben Gruppe erworbenen Preisen nur die vier höchsten ausgehändigt. In der Tierabteckung findet noch ein gesonderter Wettbewerb für selbstgezüchtete Stert statt. Die zum Wettbewerb zuzulassenden Pferde, Rmder, Schweine, Liegen und Schafe müssen zur Zucht bestimmt sein und hessischen Züchtern gehören; eingeführte Tiere werden nur maelaffen, wenn sie reinrassig, und nachweislich mindestens bi? Ie$ten 6 Monate in der Wirtschaft des Züchter« und Ausstellers rur Budbt gehalten worden sind. Tiere von gewerbsmäßigen Viehhändlern find vom Preisbewerb ausgeschlossen/Die Einzelpreise sür Pserde, Rindvieh, Schweine, Schafe und Ziegen werden bei Zuerkennung nur zur Hülste auSbezahlt, zur anderen Hülste nach eurem Jahre aus den Mchweis, daß das Tier noch bis dahin zur Zucht ver- windet worden ist. (Unglückssülle ausgenommen.) Bon Schweinen werden zugelassen: reine Schweine des „rißen englischen Schlages (Iorkshire), deutsche Landschweine Kreuzungen zwischen beiden. Von Ziegen: Schwetzer- "”gcn und deren Kreuzungen mit anSgesprochenem Schweizer. l>,PU81ürnbtoCrUb^nb7nf?4ä3StflRen 52 Preise im Gesamt- b.trake von 3740 Mk. ausgesetzt, sür Rinder 137 Preise » Betrage von 15.130 Mk., für Schweine 46 Preise im Aetraae von 2400 Mk., für Schaft 8 Preise ,m Betrage Zn 350 Mk für Ziegen 26 Preise tm Betrage von 10075 Mk., für Geflügel 599 Mk. Preise, für Bienen 300 Mk. behörden mit Unterstützung des amerikanischen Konsuls, eine gütliche Beilegung zu Stande zu bringen. Die „Reutersche" Depesche aus Tientsin über den Zwischenfall zwischen den Engländern und Franzosen bemerkt noch, nachdem der französische Konsul darauf hingewiesen sei, daß alle Züge der Beförderung der Truppen aller Nationen dienen sollten, hätten die Franzosen ihren Widerstand ausgegeben und die britischen Eisenbahn- deamten seien wie bisher auf ihren Posten belassen. D-as fehlte noch, daß sich die Truppen der Mächte unter einander bekämpften! Die Eifersucht der Mächte ist schon bisher den Boxern auf das wirksamste tzu statten gekommen, viel wirksamer iwch als die Unterstützung des Aufstandes durch die chinesische Regierung. Wenn nun gar die Truppen der Mächte anfangen, die Waffen gegeneinander zu erheben, so muß die baldige Unterdrückung der fremdenfeilndlichen Beivegung als aussichtslos erscheinen. Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus in Tientsin meldet vom 14. ds. M.: Die Bahnlinie zwischen Tientsin und Taku wird von mit einem Scheinwerfer «us- gestatteten Zuge abpatrouilliert. Hier gewinnt die Meinung an Boden, daß die kaiserlichen Truppen die gemischte ausländische Truppe in der Nähe der Hauptstadt, wahrscheinlich bei Fengtai, _a n g r e i f e n werden, Mini) zwar werde General Fungfuhsiang das Vortreffen, General Nieh die Nachhut befehligen, während die Forts von Taku und die chinesischen Kriegsschiffe die innerhalb der Peiho-Barre liegenden ausländischen Kanonxn- ! boote und Torpedoboote angreifen sollen. Ich teile Pie Ansicht nicht, sondern glaube, daß dem Einzüge der fremden Truppen in Peking kein Widerstand entgegengesetzt wird. 10 000 Mann nach europäischer Act ausgebildete Truppen des Generals Guans stehen noch in Shanhai. Die Russen landeten unter anderen vier 8-Ctm. Feldgeschütze. Es verlautet, die ganzen über 1700 Mann starken Truppen mit Pferden und Geschützen sollen am Freitag abend den Marsch auf Peking antreten. Hiesige Abendblätter melden, General Nieh sei degradiert. Ueber die Boxer flieht der Bischof Anzer von Süd- Schantnng folgende Aufschlüsse: Wieviel Irriges wird über I die Boxer behauptet! Es gießt allerdings Gesindel unter ihnen. Doch weiß ich, daß auch die besten Stände I Chinas unter ihnen vertreten sind — Gelehrte, Mandarinen, hohe Beamte. Ich kenne den Ches der Sekte. Er heißt Chan und ist ein Gelehrter. Ev I verkündet, daß das regierende Herrs ch erhaus, die I Dynastie der Mandschus, die Fremdlinge seien, a b g e s e tzt I werden müsse. Die Bewegung der sogenannten Boxer rich- I tet sich also gegen die Dynastie selbst. Chan will selb st I Kaiser werden. Ein Günstling des Lwfes, Jü, ist der I eigentliche Gründer der Sekte. Es entstand die Sekte „vom I langen Messer" mit dem Programm, die Fremden pon I China abzuwehren. Jü wurde Vizekönig von Schantung. I Als von unserer Seite die Regierung in Peking Jü als I Förderer der Boxer bezeichnet wurde, berief man ihn ab, I — aber nur, um ihn im Range zu erhöhen. Die chinesischen I Beamten in der Gegend, in der meine, mehr als 50 000 I Köpfe zählende Mission steht, hatten in einem geheimen! I Edikt des Vizekönigs die Weisung, die Boxer ruhig gewähren zu lassen. Diese konnten also stets höherer Patronanz sicher sein, wenn sie etwa Christen mordeten. Ich I glaube nicht, daß die Teilung Chinas bevorstehe. | Tas ist ein zu kolossales Problem. Die beteiligten I Mächte Europas müßten ungeheure Truppenmassen dort- I hin entsenden; es wird also ihr eigenstes Interesse sein, I es nicht zu einer allgemeinen Revolutionierung Chinas I kommen zu lassen. Wenn die Mächte einig sind, so werden I sie der die Christen und Europäer bedrohenden Bewegung I Herr werden". ' * * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 16. Juni. Aus Tientsin wird gemeldet: I Die Generale Tung und Ma konzentrieren ihre Truppen I bei Fengtal. Die Boxer drMen öffentlich in Tientsin. Die I ausländischen Truppen sammeln sich hier an. Die Ruffen I haben vier große Kanonen mügebracht, sowie viele Wagen mit Vorräten an Lebensmitteln. Die sranzösischen Seeleute haben ein Belagerungsgeschütz. I London, 16. Juni. „Central NewS" erhielt folgendes I undatierte Telegramm aus Peking: Der britische Gesandte I hält die gesamte Wache vor der Gesandtschaft. Die europäische Gesandtschaften, das Zollhaus, die amen- I kanische methodistische Kapelle sind verbarrikadiert. I Die Missionen und Kirchen sind der Regierung mivertraut. I Von den Verstärkungen hört man noch nichts. Die Stadt I ist jetzt verhältnismäßig sicher. s;» Sonbon, 16. Ium. Di- h-ulig-n Blä«-r hatten bic Lage in China für sehr ernst unb glauben Abmiral I Seymour fei genötigt, in Lang-Fang Truppenverstürkungen abzuwarten. Die Blätter äußern sich günstig über die Beilegung des franco-englischen Zwischenfalles in Tientsin. „Daily Telegraph" erklärt, es liege im Interesse aller Großmächte, daß sie gemeinsam vorgehen. „Daily Mail" kommentiert die Ankunft eines russischen Kriegsschiffes an der Mündung des Dang-tse Kiang und erklärt, die Gründe, die Rußland zur Rechtfertigung hierfür angegeben habe, seien nicht genügend. England könne Rußland niemals er« tauben, eine führende Rolle in dem Thale des Dang-tse- Kiang zu spielen. Der englische Einfluß müsse nicht nur nominell, sondern effektiv sein. London, 16. Juni. Gne Shangaier Meldung berichtet, daß dieMitgliedersämtlicherfremderLegationen thatsächlich in Peking gefangen seien. Die chinesischen Soldaten zögerten nur noch, sie anzugreifen wegen der dort ausgestellten Wachen. JedeSVerkehrsmittel zwischen den fremden Vertretern und ihren HilfS-Kolonnen fehlt. Die Mauern von Peking werden von Tausenden von Chinesen verteidigt und zahlreiche Geschütze seien an den Thoren auf gestellt. General Tung, der seine Befehle direkt von der Kaiserin-Mutter erhält, erklärte, kein fremder Soldat werde Peking betreten. Die fremden Verteter stellten am vergangenen Montag dem Tsung li Damen ein Ultimatum, in dem sie die sofortige Oeffnung der Thore Pekings forderten. Dasselbe wurde vom Tsung li Damen trotz der darin enthaltenen Drohung, Gewalt anzuwenden, unberücksichtigt gelassen, ebenso ein zweites Ultimatum, das in ähnlichem Sinne gehalten war. Die Haltung der chinesischen Soldaten wird jeden Augenblick drohender. Die allgemeine Lage ist äußerst ernst. Loudon, 16. Juni. „Daily Mail" meldet aus Ti ent- sin, daß die größte Unordnung in dieser Stadt herrscht, und daß die englischen Truppen, die die Eisenbahn benutzen wollten, erst in einigen Tagen in Peking eintreffen können. Rußland sei bereit, größere Truppenmaffen nach Peking abzusenden. Ein weiteres Telegramm berichtet, daß die internationalen Truppen den Versuch machen werden, die Befestigung von Taku diese Nacht zu stürmen. General Nieh mit 2500 Mann ist auf dem Wege nach Lou-KaiKung, das in der Mitte zwischen Tientsin und Peking liegt. Die Truppen deS Generals Tung begeben sich nach Peking. Brüssel, 16. Juni. Hier herrscht große Besorgnis über die Sicherheit des belgischen Gesandten in Peking, der zusammen mit dem Personal der französischen Gesandtschaft geflüchtet ist. Seit Montag hat die Regierung keine Depesche ihres Gesandten erhalten. Auch über das Schicksal von 50 belgischen Bahnbeamten, die sich auf der Flucht nach Tientsin befinden, ist man in größter Besorgnis. — Die russischen Truppen in der Mandschurei erhielten Befehl, sich kampfbereit zu halten. Paris, 16. Juni. Die verschiedenen RessortSminister beschlossen nach einer längeren Konferenz, daß die französische Regierung bei den chinesischen Wirren that- kräftiger eingreifen müffe. Sie gaben sofort die nötigen Befehle zu einer größeren Truppendemon- firation. Der Marineminister verständigte seine Kollegen über die Stärke der Infanterie- und Artillerietruppeu Frankreichs in den ostasiatischen Gewäffern. Der Krieg in Südafrika. Bon Lord Roberts ging am 15. d. M. in London eine ausführliche AepeschMber.-ie^K ä. m p f e vonn 12. d. M. ein. Darin heißt es: Die Buren waren so eifrig auf ihre Flanken bedacht, daß sie das Zentrum vernachlässigten, das Hamilton mit dem Sussex- und Derbyshire-Regiment und den City-Volunteers mit Unterstützung der Garden in glänzender Weise nahm. Die Briten verloren weniger als 100 Mann. Die berittenen Korps waren gestern mit der Verfolgung der Buren beschäftigt. Hamilton erlitt durch eine Shrapnellkugel eine leichte Verletzung an der Schulter, doch ist er nicht dienstunfähig. Baden-Powell sandte aus seinem Lager 30 Meilen südwestlich von Rustenburg eine Depesche, worin es heißt, er habe über 100 Aufständische fest genommen und sei mit 800 Mann in Transvaal eingerückt. Er stelle jetzt planmäßig Ordnung her, indem er Waffen und Vorräte einsammle. 600 Buren ergaben sich, auch wurden 230 Gefangene gemacht. Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom 14. ds. meldet: Der BurenführerCronjeinKlerksdorp hat sich, wie ein Bote berichtet, am 9. ds. der von Hunter entsandten Truppenabteilung ergeben. Er beschloß die Uebergabe, als er von der Besitzergreifung Pretorias erfuhr. Viele folgten in der Umgegend Cronjes Beispiel. Das Gerichtsgebäude in Klerksdorp soll voll von eingelieferten Waffen sein. Die politische Situation in K a p st a d t i st schwierig. Sir Gordon Sprigg soll ein neues M- binett bilden, dann aber wird, obwohl Sprigg zu den gemäßigten Politikern gehört, ein Koalitionskabinett unmöglich, m.nd die acht Bondmitglieder, die hinter Schreinen stehen, würden abfallen, Sprigg also keine Majorität haben. Cecil Rhodes wird in Kapstadt erwartet, man hofft v!ber, daß er sich nicht in die Politik mischt, was die Situation nur erschweren könnte. • • * Telegramme deS Gieherrer Anzeigers. London, 16. Juni. Baden-Powell, der heldenhafte Verteidiger von Mafeking, ist zum General-Leutnant befördert worden. Deutsches Keich. Berlin, 15. Juni. Die V o l l z i e h un a d e s F lot- len g e s e tz e s durch den Kaiser hat gestern in Homburg v. d. Höhe stattgefunden. Zu der gestrigen Abendtafel im königlichen Schloß waren Exzellenz von Li de- quist, der Kommandeur des 18. Armeekorps, sowie Baurat Jacobi befohlen. Heute früh traf der Kronprinz von Preußen ein. Das Kaiserpaar in Begleitung des Kronprinzen mit Gefolge ritt auch heute früh wiederum eigenstem Jntereffe gebotene Teilnahme und UnterWn»«^ nicht gefunden haben. ' * 8 Aus Stadt und Kand. *• Oberst von Dewitz, Kommandeur des hiesigen Infanterie-Regiments, ist heute von seinem längeren Urlaub zurückgekehrt und hat das Kommando des Regiments wieder übernommen. Offenbach, 15. Juni. In der Person des „Generalagenten" G. P. Martin hat unsere Polizei einem der verwegensten Kautionsschwindler das Handwerk gelegt. Martin, der erst 22 Jahre alt und verheiratet ist, kam im vorigen Jahre, nachdem er eine Borstrafe wegen schweren Diebstahls verbüßt hatte, nach Frankfurt. Obschon er mittellos war, gelang es ihm, Vertrauen und Kredit zu gewinnen. In Frankfurt, gegenüber dem Polizeipräfium^ mietete er sich einen Laden für 2000 Mk., in dem er Ornamente und — Schornsteinaufsätze in traulichem Verein auS- stellte — Dinge, die ihm natürlich in Kommission gegeben waren. Als Geschäftsführer setzte er einen Mann ein, der ihm vor allem Kaution stellen mußte, im übrigen aber nur den Laden zu hüten hatte, denn für die VerkaufSobjekte interessierte sich kein Mensch. Martin aber, der Inhaber dieses „großen" Geschäfts, glaubte trotzdem an eine Vermehrung seines Personals denken zu müssen, zumal er auch in Offenbach sich als Generalvertreter für alle möglichen Unternehmungen etabliert hatte. In seinen Inseraten, die er zur größeren Vorsicht durch eine Annoncen-Txpedition besorgen ließ, verlangte er nicht gerade viel; eines aber war für alle Bewerber unerläßlich: sie mußten Kaution stellen können. Gab einer in seinem Offertschreiben an, daß er über eine Kautionssumme verfüge, dann hatte er bereits 24 Stunden später ein Brieflein, in dem Martin ihn bestellte, und kam dann der Betreffende an, so wurde daS Engagement auch sofort vollzogen — falls er die Kaution bar in der Tasche mitsührte. Und hatte einer Geld, dann ließ ihn Martin nicht wieder los, bis das Engagement perfekt war. Dann wurden Verträge vereinbart und notariell beglaubigt, und darin wurde vor allem auch unter Androhung hoher Konventionalstrafen betont, daß keiner der Angestellten mit dem andern ein Wörtlein über die Art seiner Anstellung, seiner Beschäftigung, die geleistete Kaution rc. reden dürfe. Nach und nach hatte der „Herr General-Vertreter" auf diese Art 6 Leute angestellt, die alle mit unnützen Laufereien beschäftigt wurden; die eingezogene Kaution belief sich auf nahezu 5000 Mark, und davon lebte Martin und davon nach der Saalburg, wo Ausgrabungen vorgenommen, wurden. In das Homburger Schloß zurückgckehrt, fuhr die kaiserliche Familio uM.42 UhrKO Miu. nach Schloß Fr ied- r i ch s h o f zur Teilnahme au der Gedenkfeier für Kaiser Friedrich. Ter Kaiser reiste Nachmittags 3 Uhr mittels Sonderzuges von Bahnhof Cronberg nach Hannover, die Kaiserin und der Kronprinz kehrten heute nachmittag nach Hornburg zurück. — Das Mausoleum neben der Friedrichskirche in Potsdam war am heutigen Todestage Kaiser Friedrichs prächtig dekoriert. Das Kaiserpaar ließ einen kostbaren Kranz niederlegen, desgleichen die Kaiserin Friedrich, der Großherzog und die Großherzogin von .Baden, Prinz und Prinzessin Heinrich, sowie Erbprinz und Erb- prinzessin von Meiningen. Im Laufe des Vormittags erschienen Abordnungen derjenigen Regimenter, deren Chef Kaiser Friedrich gewesen, um Kränze niederzulegen. — Das Denkmal Kaiser Friedrichs vor dem Brandenburger Thor soll am 18. Oktober 1901, dem 70. Geburtstage des Kaisers, enthüllt werden. — Wie der „Reichsanzeiger" meldet, legt der preußische H o f für den Großherzog von Oldenburg die Trauer an vom 14. bis zum 27.*Juni. Der Kaiser wird an der am 19. d. M. stattfinden Beisetzung des verstorbenen Großherzogs in Oldenburg teilnehmen. — Der Kaiser hat dem bairischen Gesandten Grafen Lerchenfeld und dem sächsischen Gesandten Graf Hohen th al die Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klasse verliehen. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, ist der durch die Ernennung des Legationsrats Dr. S t u e b e l zum Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes feige- wordene Posten des Gesandten in Santiago (Chile) dem bisherigen Gesandten in Guatemala, Dr. v. Voigts-! R h e tz, übertragen worden, der in der Person des bis- I hörigen Generalkonsuls in Sofia, Legationsrates von Reichenau, einen Nachfolger erhält. Ferner tritt der Ministerresident in Lima, Z e m b s ch , in den Ruhestand und ist bei dieser Gelegenheit durch die Verleihung des persönlichen Gesandtentrtels ausgezeichnet worden. Auf den Posten in Lima ist, gleichfalls unter Verleihung des persönlichen Gesandtentitels, der bisherige Ministerresident in Port au Prince, Geh. Legationsrat Dr. M i ch a h e l l e s, berufen, der durch den bisherigen Kaiserlichen Generalkonsul in Antwerven, P e l l d r a m , ersetzt wird. — Für Wanderungen an den Telegraphen- und Fernsprech-Anlagen, um diese gegen den Uebergang von Starkströmen, sowie gegen störende induk- torische Einwirkungen der elektrischen Bahn zu schützen, hat die Große Berliner Straßenbahn-Gesellschaft an die Kaiserliche General-Po st kasssl eine Entschädigung von 5 9 6 0 0 0 Mark zu ent- I richten. In diesem Betrage ist die Entschädigung für Be- I seitrgung etwaiger in den Fernleitungen auftretenden I Störungen, sowie der Störungen, die durch die automobil I betriebenen Bahnen, oder durch gewisse, mit Oberleitung I ausgerüstete Bahnstrecken entstehen sollte, nicht enthalten. I Hierfür würde die Große Berliner Straßenbahn noch eine I besondere Entschädigung von zusammen 64 000 Mark zu I zahlen haben. — Im preußischen Abgeordnetenhause wurden I heute zunächst die Gesetzentwürfe betreffend die Verpflichtung I der Gemeinden in Hannover und Westfalen zur Bullenhaltung I in dritter Lesung, ferner die Vorlage betreffend Aen d erung I der Landesgrenze gegen das Großherzogtum I Oldenburg in erster und zweiter Leser angenommen. Als- I dann trat das Haus in die Beratung des vom Herrenhause I in veränderter Fassung zurückgelangten Gesetzentwurfes be- I treffend Zwischenkredite bei RentengutSgründ- I ungen. DaS Gesetz wurde in der Faffung des Herren- I Hauses angenommen. Es folgte alsdann die Beratung des I vom Herrenhause zurückgelangten Gesetzentwurfes über die I Warenhaussteuer. In der Spezialberatung über § 1 I wurde zunächst über einen Antrag Hausmann (natl.) ab- I gestimmt, die Steuergrenze auf 500000 Mk. festzusetzen. | Die Linke stimmte geschlossen. Bei Auszählung ergab sich I Beschlußunfähigkeit. Es waren 181 Abgeordnete anwesend, | von denen 66 für den Antrag stimmten. Der Präsident I setzte auf später eine neue Sitzung an mit der Tagesordnung I Weiterberatung des Warenhaussteuergesetzes. In der neuen I Sitzung wurde zunächst in wiederholter Abstimmung der I Antrag Hausmann abgelehnt. Es bleibt also bei der I Steuergrenze von 400000 Mk., wie das Herrenhaus I beschlossen hat. Dagegen wurde der Zusatz des Herren- | Hauses betreffend Steuerfreiheit der Beamten- I Konsum-Vereine einstimmig abgelehnt. Bei einer I weiteren Abstimmung über einen Antrag Barth zu § 5 I stellt sich abermals die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus. I — Im Herrenhause wurde heute u. a. der Gesetzentwurf | betreffend die Erweiterung des Landkreises Frank- I furt a. M. sowie die Vorlage betreffend das Ruhegehalt I und Reliktengesetz der Organisten, Kantoren und Küster I nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen, I desgleichen der vom Abgeordnetenhause eingegangene Gesetz- I entwurf betreffend die Aenderung der LandeSgrenze gegen I das Großherzogtum Oldenburg. — Auf dem diesjährigen zu Wabern abgehaltenen I Parteitage der Hessischen Rechtspartei wurde, neben der erneuten Forderung auf Wiederherstel- I lung deS hessischen Landes, folgende Resolution an- I genommen: Die Hessische Rechtspartei begrüßt in den Kundgebungen des Prinzen Ludwig vonBayern I die Regungen eines ihr verwandten StammeSbewußtseinS I — nicht in Abwehr gegen eine starke NeichSgewalt, auch nicht in grundsätzlicher Ablehnung ihrer Fortbildung zu einem wirklichen Kaisertume, daS wir auf verfassungsmäßigem I Wege und unter klaren Garantieen einzelstaatlicher Be- I schränkung sogar wünschen können; wohl aber als den not- I gedrungenen Protest gegen die fortwuchernden Usurpationen Großpreußens zur Ausbeutung | und Verfälschung eines wahren Reiches deutscher I Nation. Beklagen aber müffen wir, daß diejenigen, die I dlesem Großpreußen im Jahre 1866 zum Opfer fielen, von Süddeutschland aus bisher die ihnen geschuldete und aus ■ I Loudon, 15. Juni. Kumassi wird von 100 000 I Aschantis belagert. Die Verbindungslinie wird von 5000 Aschantis besetzt. Paris, 15. Juni. Waldeck-Rousseau hat soeben vor der Amnestie-Kommission der Kammer eine Reche wichtiger Erklärungen abgegeben. Der Ministerpräsident erklärte, das Ministerium sei entschloffen, der Agitation in der Affaire Dreyfus ein Ende zu machen. Es sei notwendig, den gerichtlichenVerfolgungen Einhalt zu thun. Die Ausdehnung der Amnestie auf die vom Obersten Gerichtshof Verurteilten müffe er ablehnen ebenso wie jede anderweitige Erweiterung des Projektes' durch die die Ausführung verzögert werden könne. Die Regierung fordere die Genehmigung deS Gesetzentwurfs nach dem Beschluß des Senates. Die Ausdehnung der Amnestie auf Alfred DreyfuS würde diesem das Recht be' nehmen, die Revision zu beantragen. Ein Mitglied fragt I wie sich im Fall der Ausdehnung der Amnestie auf Dreyfus seine militärische Lage gestalten würde. Der Ministerpräfi- dent erwidert, da die Amnestie völlige Auslöschung der Er. eignisse bedinge, befinde sich der Benefizant in der Situa. tion, in der er sich vor der Verurteilung befunden habe. Der Deputate Cauvin hat ein Amendement eingebracht, daS die Ausdehnung der Amnestie auf Dreyfus und ass die Verurteilten des Obersten Gerichtshofes bezweckt, aber verlangt, daß Dreyfus auf eine Wiedereinstellung in die Armee verzichtet, alle weiteren juristischen Schritte einstellt, und daß die anderen Verurteilten jede politische Agitation abschwören. — (Kammer.) Symian interpelliert über den kürz« lachen Ausstand in Chalons, wo 3 Arbeiter ge« tötet und 3 verwundet wurden. Waldeck-Rousseau führt aus: Die Gendarmen wurden durch Manifestanten wiederholt angegriffen. 23Gendarmenwurdenverwundet. Zeugen bestätigten, die Gendarmen hätten in gerechter Notwehr gehandelt. ZevaeS und andere Sozialisten greifen die Regierung an und verlangen eine parlamentarische Untersuchung. Waldeck-Rousseau lehnt dies ab. Die parlamentarische Untersuchung wird mit 270 gegen 250 Stimmen abgelehnt. Waldeck-Roufseau nimmt eine Tagesordnung Symian an, die erklärt, die Kammer rechne darauf, daß die Regierung alle durch die gerichtliche Untersuchung festgestellten Verantwortlichkeiten verfolgen lassen werde. Diese Tagesordnung wird mit 299 gegen 231 Stimmen angenommen. Madrid, 15. Juni. Sagasta erklärte, der Zwist innerhalb des Kabinetts sei derartig, daß eine Krisis unvermeidlich binnen wenigen Tagen ausbrechen werde, wenn der Anlaß zu einem anständigen Rücktritt gefunden sei. Die Abreise der Königin nach San Sebastian sei aufgeschoben. Die König werde wahrscheinlich nicht abreisen, ohne daß eine Abänderung eingetreten sei. Die Lösung der Krisis ist jedenfalls sehr schwierig. Budapest, 15. Juni. Dem „EgyetorteS" wird aus Travnik telegraphiert, dort herrsche große Erregung darüber, daß zwei vornehme Muhamedaner verhaftet und alle Muhamedaner, die nach Oesterreich reisen wollten, zwangsweise zuräckgesührt würden. * Gegen den Eduard v. Broi fall geraten ij daß er durch d und Titel vt durch Agenten ( halb Anzeige ge anwaltschast gei Ministerium sen morden. Es n schweren Beschu Zum Kon Präsident von ' femitifdjen „ wahr, daß der! vvn den in Kvniij als Vigilant Beckehr unterho Peterskn stattgehabten gn der Niederlage i in unterrichtet« Stiftung selten ihnen verübte e tagten, ba sie eh Schaden beläuft s P® eine Million New York Mietskaserne in i das Leben ver d°ben, der verworfen «Wenen »at, f0 w in S« ÄS,$tik ■ .«hi»« ‘A P-° SU* g S M°r- A »-it-rteif" ggution A“ Urlaub, W. darauf ** tr denn neue nnb weiter verc 1000 Mark ft« Str Main g'°g die« «udtam 1 Off-ub°r«°»° am ein örängenben; W „fein" ®llb “ttL Milli «raM UItb feinen eigen Die LerdachtSgrui die Festnahme W der aber hatte Ä nähme bekommen, m Sicherheit zu U roß nach Hanau ' die Fluchtrichtung mit der Hanauer Patron dort kurz konnte. Jetzt käme junge Leute, die lirsern wollten, 1 anderen haben ih bezahlen müssen, polizeilichen Umfd "toä —_______JUr Jwfcl '»Itb ein"0?'111«« 1. Gesetze' Dl- «MM Ä-» das üuf Dreyfus uni. 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Die mit 270 gegen A mu nimmt eine Läget Sammet rechne erilhtliche M/^i/ng ichhu fcfttti »ndr 9 gegen 231 Aivnm flirte, der Zwist iw baß eine SristS in» ehen werde, wenn bei itt gtfunbtn fti Di, ian /ti aafgtfäobti übttiftn, ohne daß Lösung der Äriffo ^tW1 wird am t üntßung to tbantt verhaftet ml meich reisen wollten । Kack manbeur des Mgk« seinem längere- üM o des Regimes-''bet Person des M' » Polizei einem ta » das Handwetl geh' verheiratet ist, irfttaf1 wgm f franffari. 0 l*> ‘ t«OT anbÄ tt btm $olt)**r )M., in dem et w» 1 in Sommesftoil fP” n eine.®«"** tfSÄ* A dir vm ^^r 'tm aber. traW ' fl| et auch 1 m¥'je möglichl" :ter, L Inseraten, K n s-lll-ll»'«rveM »eÄ s * trabe gautees : ß- ti* i* X * «Äi* e «ft« Io«, * in S-r* Ä* 62*f biif‘ fr «dft L,* *. tt* Äs fi ’’f zchlle er auch, so lange es eben ging, die Gehälter. Einer der Leute, der 2000 Mark Kaution gestellt hatte, wurde dafür zum Prokuristen befördert. Allerdings wünschte er auch, den Mann alsbald los zu sein, nachdem er ihm diese Vertrauensstellung eingeräumt. So sandte er ihn nach Baden auf die Tour, um dort Ornamente und Schornstein-Aufsätze zu verkaufen; die Reisekasse wurde mit ganzen 40 Mark ausgestattet, und als der „Prokurist" dann in Karlsruhe festsaß, sandte ihm Martin 20 Mark, damit er Weiterreisen könne. Einem anderen, der ebenfalls eine hohe Kaution gestellt hatte, gab er gleich zu Anfang 5 Tage Urlaub, damit er seine Uebersiedelung nach Offenbach bewerkstelligen könne. Aber schließlich mußte Martin doch darauf denken, neue Hilfsquellen zu erschließen. So erließ tr denn neue Inserate, und wieder hatte er Erfolg. Und weiter veranlaßte er einen anderen Angestellten, der 1000 Mark Kaution gestellt hatte, weitere 1500 Mark ein- zuzahlen; dafür sollte auch er „Prokura" erhalten. Und der Mann ging in seine Heimat, verkaufte dort sein Häuschen und kam freudestrahlend mit den 1500 Mark hier an. Offenbar wollte Martin dieses Geld auf die Bank tragen, um ein „Bankkonto" zu besitzen und auszunützen und etwa dringenden Kautionsgläubigern nachweisen zu können, daß -fein" Geld auf der Bank liege. Aber inzwischen hatte die Polizei Veranlassung genommen, sich den vielseitigen Mann >md seinen eigenartigen Geschäftsbetrieb näher anzusehen. Vie Verdachtsgründe mehrten sich so schnell, daß alsbald Die Festnahme des Schwindlers angeordnet werden mußte; der aber hatte Wind von der gegen ihn geplanten Maßnahme bekommen, und darum war er darauf bedacht, sich m Sicherheit zu bringen. Er machte sich auf dem Stahlroß nach Hanau auf den Weg, die Polizei aber ermittelte dir Fluchtrichtung, und eine telephonische Verständigung mit der Hananer Polizei hatte zur Folge, daß der saubere Patron dort kurz nach feiner Ankunft festgenommen werden tonnte. Jetzt kamen Anzeigen in Menge. Zwei neu engagierte juwge Leute, die am Tage der Festnahme ihre Kaution abliefern wollten, kamen noch mit heiler Haut davon, alle anderen haben ihre Vertrauensseligkeit mit schwerem Gelde bezahlen müssen. In der Kasse Martins wurden bei der polizeilichen Umschau ganze 19 Pfg. gefunden. (Offenb. Ztg.) Uermischtes. * Gegen den Geheimen Oberregierungsrat a. D. Frhrn. Eduard v. Broich in Berlin, der in Vermögensver- snll geraten ist, wird die schwere Beschuldigung erhoben, daßr er durch das Versprechen, den Betreffenden jOnben? unk- Titel verschaffen zu wollen, teils selbst, teils dunch Agenten Geld zu erlangen versucht habe. Es sei des- ballv Anzeige gegen ihn wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft gemacht worden. Auch dem preuß. Staats- mftnsterium feien die Manipulationen schon unterbreitet worden. Es wird sich ja bald Herausstellen, ob diese schweren Beschuldigungen begründet sind oder nicht. Zum Konitzer Mord erklärt der Berliner Polizei- vratsident von Windheim die Behauptung der antisemitischen „Staatsbürger Zeitung" für unwahr, daß der Reporter des „Kleinen Journals" Rauch von den in Könitz beschäftigten Berliner Kriminalbeamten als B i g i l a n t benutzt worden sei oder mit denselben Verkehr unterhalten habe. Petersburg, 14. Juni. Bei dem dieser Tage hier ftatttgehabten großen Brande desPrivatmagazins der Niederlage des Marineministeriums liegt, wie in unterrichteten Kreisen versichert wird, Brand- siiptung seitens Beamten vor, die auf diese Weise von ihnen verübte enorme Unter schleife verheimlichen wollten, da sie eine Revision der Vorräte erwarteten. Der Schaden beläuft sich, wie jetzt angenommen wird, auf mehr als eine Million Rubel. New York, 15. Juni. Bei dem Brande einer Mietskaserne in der Jastonstraße haben zehn Personen das Leben verloren, sechs erlitten schwere Verletzungen. M Tagen. Gießen, 18. Juni 1900. Strafkammer. Der am Donnerstag vom Schwurgericht wegen Brandstiftung zu vier Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust Gerichtssaal. Gießen, 16. Juni 1900. — Schöffengericht. Ein hiesiger Dienstknecht hatte gegen einen »der chn erlassenen Strafbefehl wegen Tierquälerei Einspruch er; (oben, der verworfen wurde. — Wegen Unterschlagung hatte sich «ne Frau von hier zu verantworten. Da sie im heutigen Termin nicht rshimen war, so wird ihre Verhaftung verfügt. — Ein hiesiger Laternen- litkr hatte in Gemeinschaft mit einem Dachdecker einen Studenten >nf handelt. Beide Angeklagten erhalten eine Gefängnisstrafe von je vmrrtellte Tagelöhner Konrad Wöll IN. aus Brauerschwend erschien heute aufs neue vor den Schranken des Gerichts, und zwar diesmal vor der Strastammer, angeklagt eines fürchterlichen, folgern M»««« Verbrechens gegen 172» des Strafgesetzbuches. Seine ISiähnge, geistig zurückgebliebene Tochter, die an dem Verbrechen zunächst passiv Beteiligte, hat er nicht allein mit sich ins Verderben gezogen; seme eigene Frau wurde von dem Verbrechen in den Tod getrieben. Li«brave Frau hat, nachdem sie die Folgen des unlauteren Verhältnisses zwischen ihrem Manne und ihrer Tochter, so wie sie es in ihrer Be- fangenhelt verstand, aus dem Wege geräumt hatte, Selbstmord durch verübt. Das nach der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung verkündete Urteil des Gerichtshofes lautet gegen den angeklagten Vater dem Anträge des Staatsanwalts gemäß auf «tae Zuchthausstrafe von 5 Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für 10 Jahre. Seine unglückliche Tochter, das Opfer seiner Gemeinheiten, erhält eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten abzüglich der mit einem Monat in Abrechnung zu bringenden Untersuchungshaft. — Ein hier m Diensten stehender Hausknecht Jakob Hart, der sich in mehreren Fällen mit ein und derselben Person des Vergehens gegen den S 176 8 des Str.-G. B. schuldig gemacht hatte, erhält mit Rücksicht auf feine seitherige Unbescholtenheit eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren; werden ,hm die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Verhandelt wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. — I. Well von Ober-Breidenbach hatte in seiner Eigenschaft als Vormund Ende 1899 und Anfang 1900 einen Schuldschein und die dazu gehörigen Belege gefälscht und, um sich einen unrechtmäßigen Vermögens- oorteil zu verschaffen, Mündelgelder in Höhe von 100 Mk. unterschlagen. Wegen Vergehens gegen SS 267 und 268 « des St.-G.-B wird auf eine Gesamt-Gefängnisstrafe von 5 Monaten gegen den Angeklagten erkannt unter Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft. — Der Dienstknecht Hermann Röhrig in Gambach war durch Urteil Großh. Schöffengerichts Butzbach wegen Körperverletzung durch ein gefährliches Werkzeug und mittels Messers in eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten genommen worden. Die von ihm eingelegte Berufung ist insofern von Erfolg, als die Strafkammer in Uebereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten erkannte. — Der mehrmals, auch mehrfach wegen Betruges, vorbestrafte 37 Jahre alte Dienstknecht Johs. Hamel von Vadenrod wird wegen Betrugs und Betrugsversuchs in eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten genommen, wovon 1 Monat Untersuchungshaft in Abzug zu bringen ist Er hatte beim Wirt Hofmann hier sich als einen Bier- und Mineralwafferhändler ausgegeben und bei diesem ein Geschäft gemacht, bei welcher Gelegenheit er eine Zeche von 7,73 Mk. hinterließ, die an dem Betrage für die in Aussicht gestellte Lieferung abgehen sollte. Des weiteren versuchte er, sich bei einem Müller als Knecht zu vermieten, um das hierbei übliche Mietsgeld im Betrage von 3 Mk. einzuheimsen, was chm indeß nicht gelang. . Leipzig, 15. Juni. Das Reichsgericht hat heute in der Revisionsverhandlung des Prozesses gegen den Raubmörder Gönczi nach dem Anträge des Reichöanwalts auf Verwerfung der Revision und Bestätigung des Urteils des Berliner Schwurgerichts vom 7. April, das bekanntlich auf Todesstrafe lautete, erkannt. Die erhobenen prozessualen und materiellen Beschwerden wurden als unbegründet zurückgewiesen. 1. Kroßherzogl. Kessische Landes-Lotterie. Ziehung 3. Klaffe 11. Juni 1900. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 156 Mk. gezogen. (Ohne Gewähr.) 14 30 100 13 79 274 90 322 [250] 74 86 413 92 516 25 29 675 82 87 745 57 66 [250] 71 79 887 903 45 65 1123 36 54 [2501 258 83 91 331 418 91 507 51 76 663 76 715 834 38 87 929 87 [250] 2007 35 58 179 320 23 50 52 93 401 25 31 57 73 98 503 83 84 94 98 610 29 727 77 854 902 13 21 46 3054 68 91 181 94 98 200 28 304 10 23 47 52 60 91 442 69 91 521 70 612 64 87 815 43 54 73 903 87 97 4040 [250] 208 57 (500] 73 316 52 59 70 96 425 [250] 90 520 61 [250] 62 90 604 23 [1000] 62 711 36 51 86 [500] 891 963. 5014 55 161 228 51 56 302 15 18 47 [5000] 422 61 68 76 516 27 621 34 85 88 751 71 93 803 09 78 89 901 59 65 99 6046 56 74 161 87 233 305 19 432 58 [1000] 86 567 93 637 95 708 72 856 64 90 906 [250] 30 36 52 55 56 7043 70 132 33 60 210 12 24 42 43 51 85 86 300 22 443 44 64 [250] 65 75 88 501 06 26 49 613 24 46 72 768 79 88 811 54 68 927 29 57 74 8047 57 107 57 65 70 71 85 212 33 39 70 71 327 437 58 571 90 647 49 60 711 32 80 825 60 91 910 95 9058 89 91 113 98 221 58 341 52 74 408 [2000] 18 26 38 571 80 612 [250] 42 778 837 [2501 94 928 39 55 75. 10067 122 215 75 82 84 86 306 86 95 437 40 80 514 27 29 614 15 24 72 83 99 700 23 95 815 38 41 901 15 [50 000] 91 11042 71 74 97 109 15 215 449 81 93 [250] 99 515 16 62 612 704 83 87 844 71 78 977 12008 37 43 61 75 85 101 20 50 [250] 70 242 82 88 334 89 471 99 526 58 621 726 58 862 75 925 37 13015 22 86 127 89 271 314 28 82 414 46 82 83 544 45 719 38 77 81 800 65 73 923 14035 39 [500] 103 81 245 84 300 [250] 26 61 68 83 438 48 70 93 99 507 30 48 55 62 82 94 633 38 80 723 [250] 814 20 90 948 54. 15010 12 96 111 27 72 209 30 65 70 306 29 412 59 521 25 74 90 619 [250] 717 [1000] 32 92 829 72 919 20 68 16040 107 222 80 92 306 [250] 435 44 61 83 92 554 57 72 635 66 98 702 37 834 63 932 17014 38 47 162 82 216 20 314 23 60 66 [250] 70 88 [2000] 94 438 55 86 502 [500] 10 17 86 614 49 95 731 818 94 98 902 4 79 18009 97 [250] 115 73 89 229 57 322 42 453 65 76 519 80 81 768 70 800 20 52 956 57 19020 35 39 77 98 140 41 90 92 210 38 43 78 301 81 89 403 4 8 66 99 544 53 63 70 607 [250] 56 61 71 94 726 28 811 [250] 70 74 93 94 907 8 31 45 52 94 96 98. 20057 78 123 24 86 [250] 90 253 74 335 70 85 [250] 445 [250] 601 61 77 794 856 [500] 72 925 53 21023 111 19 61 219 34 39 44 300 14 65 94 467 586 600 12 38 61 66 [250] 80 715 27 34 89 816 [250] 21^35 69 99 924 50 53 67 86 22026 37 57 86 [250] 133 320 39 49 522 51 72 613 714 98 816 29 52 91 935 23021 [250] 31 32 37 62 87 127 30 63 79 282 95 396 453 71 93 588 94 664 92 721 838 900 20 [3000] 24004 23 83 85 118 36 48 98 207 46 83 344 458 [250] 546 60 619 50 726 45 48 82 90 819 [250] 28 29 44 48 66 91 947 49 54 67 84 91 93 25032 52 136 205 21 41 314 435 91 556 67 68 643 832 83 [500] 941 26128 93 240 47 329 72 423 [10 000] 30 49 84 94 99 588 617 31 709 [2000] 50 61 857 965 90 27014 49 82 124 80 204 10 78 336 50 62 427 69 [3000] 73 816 21 25 48 86 99 [250] 637 99 708 80 889 937 78 80 28002 11 47 52 132 232 57 60 72 79 [500] 330 68 92 464 551 662 84 789 48 884 901 29 [1000] 42 53 58 29021 32 41 68 96 136 64 223 329 30 66 [250] 89 458 73 88 612 51 88 740 55 810 56 81 903 11 21 58. 30031 79 94 101 46 75 257 73 310 15 62 76 81 426 33 45 97 556 82 92 96 601 12 52 73 77 89 93 785 806 28 920 39 70 [15000] 31066 123 24 [250] 26 [250] 44 214 [250] 49 68 [500] 334 45 49 64 [250] 400 5 59 70 586 87 629 37 97 728 818 43 |250] 74 81 903 77 32079 94 263 81 95 304 41 [250] 46 [250] 68 70 440 66 518 53 69 [250] 617 56 76 735 844 49 [250] 78 [1000] 85 910 49 58 87 [250]._________________________________ Arbeiterbewegung. Zum Maurerftreik. In der heute morgen um 10 Uhr ab- gehaüenen Vertrauensmännerversammlung wurde mitgeteilt, daß 203 Maurer nach allen Richtungen a6gereift sind. 49 Mann feien anderweitig beschäftigt, und nur noch 127 im Ausstand. Heute morgen soll, wie in der Versammlung bemerkt wurde, ein Unternehmer die Forderungen der Ausständigen bewilligt haben. Es wurde der Beschluß gefaßt, im Streik auszuharren. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. , 16 Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wocdenmartl kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—1.00, Hühnereier per St. e—0 X 2 St. 11—12 Enteneier 2 St. 12—14 X Gänse- eiet per St. 1 —11 H, Käse 1 St. 6—7 4, Küfematte 2 6L 6—6 Erbsen per Liter 19 Linsen per Liter so Tauben per Paar JL 0 80—0.90, Hühner per St. X 1.40—2.00, Hahnen per Stück X 1 OC—1.60, Enten per St. X 1.80—2.20, (Käufe per Pfund X 0.00—0,00 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H Schweinefleisch per Pfd. 50—70 4, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 X Kalbfleisch per Pfd. 64—66 X bammelfleisckr per Pfd. 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bis 5.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 8.00—9,00, Milch per Liter 16 lviehmürkte. In der abgelaufenen Berichtswoche vollzog sich der Handel in Großvieh schleppend. Die Preise bewegten sich aber auf der vorwöchentlichen Höhe. Die steigende Tendenz der Preise für Schweine hält noch an, jedoch dürfte ein baldiger Stillstand zu erwarten sein. Für gute Qualität norddeutscher Kälber werden fortgesetzt hohe Preise angelegt. In Ferkeln ist der Absatz nur gering.____________________________________ Familien Nachrichten. Verlobter Fräulein Else Riegel mit Herrn Gustav Lessing. Gießen-Düffeldors. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 16. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 16-, Lust 13°. Rübsamen'sche Badeanstalt Neueste Meldungen. Hannover, 16. Juni. Der Kaiser kam gestern abend 10.19 Uhr hier an, und begab sich in die Villa des Feldmarschalls Grafen Waldersee, wo eine Soiree stattfand. Bei der Ankunft des Kaisers ereignete sich ein Zwischenfall. Als der Wagen des Kaisers die Rampe zum Fürstenzimmer verließ, stürzte sich ein junges Mädchen durch die Absperrung hindurch und wollte einen Blumenstrauß und einen Brief in den Wagen des Kaisers werfen. Als die Polizeibeamten das Mädchen daran verhinderten, nahm ein Herr aus dem Gefolge des Kaisers dem Mädchen den Brief ab. Er enthielt ein Gnadengesuch für den Vater des Mädchens, der im Gefängnis sitzt. Lübeck, 16. Juni. Der Kaiser wird mit Rücksicht auf das Ableben des Großherzogs von Oldenburg an dem heutigen Festmahl im Rathaus anläßlich der Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals nicht teilnehmen. Die Abreise des Kaisers erfolgt früher als ursprünglich vorgesehen war. Madrid, 16. Juni. Der Minister des Auswärtigen erklärte, er habe Nachrichten aus Marokko erhalten, welche die Lage in der Hauptstadt Tanger als ernst hinstellen. Der Kriegsminister hat ein Telegramm aus AlgesiraS erhalten, in dem berichtet wird, daß drei junge Spanier den Gouverneur von Gibraltar, während er aus spanischem Boden in der Nähe der Stadt spazieren ging, mit Steinen beworfen haben. Man befürchtet infolgedessen einen diplomatischen Konflikt. Prag, 16. Juni. Nach einer Meldung hiesiger tschechischer Blätter werden demnächst 500 Wiener Tschechen zum orthodoxen russischen Glauben Übertreten. Wmch dkll 20. Ni c. vormittags von 8 Uhr an W das Heugras von den Gemeindeten der Gemeinde Alten-Buseck an Nit und Stelle versteigert werden. Oer Anfang ist am Weg nach Meseck an den Trischern. Men Buseck, am 16. Juni 1900. gwßh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 4251 Fasel-chs. Dnikrstag dkll 21. Jovi 1. J. vormittags 10 Uhr mb ein der hiesigen Gemeinde ge- Miqer schwerer Faselochs versteigert. Mendorf a. Lda., 15. Juni 1900. Kr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. Rein. 4236 LJ Iln lWltn nniMl '. Mobiliar-Nersteigkruus. Dienölag den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr, werben Neustadt 33, II, nachverzeichnete, gut erhaltene Möbel wegzugshalber gegen Barzahlung versteigert: 2 Betten mit Svrungrahmerr, 2 «leiderschrünke, 2 Waschtische, 1 Dertikow, 1 Losa, Bilder, Tische und Stühle, 1 Blumentisch, 1 Kommode, 1 Süchenschrank, Haus- und Küchengeräte u. s. w. 02554____________I. A.: Schneider. Versteigerung Mittwoch den 27. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfand- lokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: a) 1 Billard, 2 Kassaschränke, 2 Bertikows, 1 Spiegel und GlaSschrank, Sofas, Kommode, Kleiderfchränke, 2 Regulateure, 2 Handkoffer u. a. m.; b) 1 Fahrrad, 1 Faß Ocker. Versteigerung b findet bestimmt statt. Gießen, den 15. Juni 1900. 4234 Mulch, Pfandmeister. V er Steiger ung. Wegen Aufgabe der Wirtschaft lasse ich Mittwoch den 20. d. MtS., morgens 9 Uhr beginnend, sämtliches lebende und tote Inventar, als: 1 junge trächtige Kuh, 2 Läuferschweine, 1 Ziege, 25 Hühner und 1 Hahn, ferner 24 Wirtstische, 15 Bänke, 50 Stühle, 2 Buffets, 1 vollständigen Bierapparat, 1 Gläserschrank, 1 fast neuen Eisschrank, 1 Flügel- und 1 Tafelklavier, 1 franz. Billard, 1 Kegelspiel nut 8 neuen Kugeln, eine Anzahl Lampen und einen Kronleuchter, 400 Gläser (verschiedene Sorten), sowie sonstige Wirtschafts und Haushaltungsgegenstände 02639 gegen Barzahlung freiwillig versteigern. Ldg. Schön III., Zum Gchöuhof, Lollar. o. Schniall, era»nnut Schuhe und Stiefel für Arbeiter und Landleute, sowie fein großes Lager in allen feinen und farbigen Schuhwarcn sehr preiswert. Geschäfts-Verlegung. Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß sich mein Rasier- and Frisier-Geschäft von heute ab LV" 1 Heuenbäue 1 befindet. 02559 _______________PI»« Stier, Iriseur. Zu den vier Jahreszeiten Grünbergerstraße 47. Großes Frühschoppenkonzert des Aamen-Hrchesters Karmonia. Nachmittags: 2 große Konzerte. Anfang 4 Uhr und abends 8 Uhr. Eintritt frei! 4248 Eintritt frei! Cafe Ebel. Unseren geehrten Gästen machen wir die ergebene Mitteilung, dass wir die seit Jahren unter obigem Namen von unserer lieben, so plötzlich verschiedenen Mutter geführte Wirtschaft in bisheriger Weise weiterführen werden. Wir bitten desshalb höflichst, das der Verstorbenen in so reichem Masse bewiesene Wohlwollen und Vertrauen auch uns zu erhalten; wir werden bemüht sein, dasselbe in jeder Weise zu rechtfertigen. Giessen, den 16. Juni 1900. 4243 Karl Balzer Kinder. Auslosung von Schuldverschreibungen. Bei der heute vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der evangelischen Kircheugemeinde zu Gießen — betreffend die drei älteren vierprozenligen Anlehen — wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen: von L t. B, ä 100 Mk., Nr. 103, 194, 225 und 254 , , C, ä 300 „ Nr. 116 „ „ D, ä 500 „ Nr. 129, 216 und 278 „ „ E, ä 1000 „ Nr. 3, 29 und 90. Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Oktober 1900 zum Nennwert gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und der zugehörigen Ztnsschein-Anweisung, und zwar bei der evangelischen Kirchenkaffe (Herrn Rendant Doering) dahier oder bei den hiesigen Bankhäusern. Vom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, am 15. Juni 1900. Der evangelische Gesamt Kircheuvorstand. ____________________Dr. Naumann._________________4249 Akademischer Gesangverein. Nächste Probe Montag den 18. Juni, abends 8 Uhr, in der großen Aula, verbunden mit Generalversammlung. Tagesordnung: Rechnungsablage. Neuwahl des Vorstandes. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Univerfitätsfeier wird dringend um zahlreiches Erscheinen ersucht 4224 Der Vorstand. Bäckerverein Frühauf. Gouutag den 17. Juni 1900: 4235 Waldfest, Merstrche, 1. Schneise rechts. Bei ungünstiger Witterung von 4 Uhr ab in Steins Harten. Freunde und Gönner des Vereins sind willkommen. Der Borftaud. Bürger-Gesellschaft Eouutag den 17. Juni 1900: Ausflug* nach der Dadenburg. Abgang nachmittags 3 Uhr von der Ederstraße. 4228 Bei ungünstiger Witterung im ßafL Leib.___________Der Vorstand. Sonntag den 1. Juli feiert der Kriegerverein chrüningen Fahnenweihfest verbunden mit Zn verkaufen Die Grasttvte | von einem Morgen Wiese ist zu verkaufen. Näh. 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Stiftungsfester in Steins Garten. Nachmittag 4 Ilhr: Konzert und Gesangevortrage der teilnehmenden Gesangvereine. Abends: BALL. Karten im Vorverkauf einschließlich für Konzert und Ball i 1 g bei den Herren Friseuren A. Aff, Neuendäue, K. Wottman«, Kaplans, gaffe, Herrn Kaufmann Sakomorr, Schulstraße, und Herrn Gastwirt Alamme (Kühler Grund). An der Kaffe: Karten für Konzert ä 30 Psg für Ball 1 Mk. Karten einschließlich für Konzert und Ball 1.20 Mk. 4258 DaS Festcomits. Gegen Provision oder feste Spesen suchen wir zum Besuche der Tischler- kundschaft für Hessen einen gewandten Reisenden, der bereits bei obiger Kundschaft eingeführt ist. Mart. Wilh. Gutberlet & Pohl Sari- und Möbeloerfirrnngeu aller Art ___Buchholz i. Sa. 4255 Südd. Vers.-Akt.-Ges. (LebenS-, Aussteuer- rc. Branche) sucht für Gietzen Plnh-Inspekioren mit festen Bezügen und Platzspesen. Routinierte Kaufleute werden durch Direktions- Beamte theoretisch und praktisch eingear- beitet. Gefl. 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