I Eine elfte unebener ssbrauerei ’’fn Hauptpijhkv MtrzogtvA Htffni bnehmer, evenlucll bei Sllchi, füt den bttaffentoi Ertragen teerten kann, unter 67285 an «M» 4 So-ltt, ' Sravkfurt a. Ho RawtthWogit tnV i teirt gereten, uneben le 15 §eM gute M- I. ' 8,VOMrH ÄÄJ lehlnen. wbefonbere auch c 'N Unterricht ^Mraße 34, \ ii MS I/, 6r«ffW, «fINi obett«U6«tou^. wi( n baS ^mmobihingeiä# lrmstavt, Hadfta&t- 2t luiifninWl Sonntag dm M*> SrtS«- eM”i SsineMGi*- fl den 18. 3^ . y Mbong- . mnftlid) M WiBt Kr,va‘ten! e, *r’ 8«rf! nbr i"°lB M M ;et SoKNIu^ nbe 1, JoWeMb. empfiehlt ite Unterkunft fttr rm Dirnen für künere «Aa zu mass. Preisen, sowie m:< iherberge'm Sonntag den 17. Jwi 1900 m. 139 Drittes Blatt. Kießener Anzeiger Heneral-AHeiger ?Scjag5preU vNrlrliährl. Mk. 2M monatlich 76 Pfg. mit Bringerloh«; durch die AbholesteLe» vierteljährl. Mi. 1,9t monatlich 66 Pfg. Lei Postbezug Mk. 2.40 oierteljäW mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-Bermittlung-ftelleu de» In« und Lu1l«deO nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entße-e»« ZeilenpveiS: lokal 12 Pfg., auSwSriS 20 Pfg. dnnRhme »mi Anzeigen zu der nachmittags für de« senden Lag «»scheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint täglich eit Ausnahme des Montag». Die Gießener pamtlienvkäller »erden dem Anzeiger toi Wechsel mit ^Heff. iandwirt" «. ^Blätter Jlt Hess. Sotlfhinbe* »tchtt. 4 mal beigelegt. Anrts- unb 2lnzeigeblntt für den Ttreis Gieren. ttttahie, Expedition und Druckerei: Achalstraßc Ar. 7. 9* .Igggggggggff Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger chietzse. Fernsprecher Nr. 5L 5 An einem 18. Juni, der im nächsten Jahre seine 80. i Wiederkehr feiert, drangen die bezaubernden Freischütz- Melodien zum ersten Male in das Berliner Publikum, und wenn auch blitzende Ordenssterne und glänzende Uniformen nicht im Zuschauerraume zu bemerken waren, so hat doch die Zeit gelehrt, wer von den beiden herrlicher, größer u,nd inniger war! Aber Spontini klang so angenehm ausländisch, so stolz, so vornehm. So kam es, daß die Berliner von damals ihn zunächst einem simplen deutschen Weber vorzogen. Und so ist Sir Arthur Sullivan eben heute auch schon viel populärer als unsere deutschen Operettenkomponisten, und da er von der Königin von England seinerzeit zum Ritter geschlagen worden ist, idyemt es ihm daheim auch nicht an Ehren und Lorbeern zu fehlen. Das nötige Selbstbewußtsein, das daraus resultiert, hat er entschieden, sonst hätte er in der Unterredung mit dem Kaiser wohl kaum gewagt, von einer Popularität unseres Kaisers in England zu prahlen, die nur durch Lord Roberts übertroffen würde. Bei der England durchaus abholden Stimmung der weitesten deutschen Volkskreise war das eine Bemerkung, die Zeugnis davon gab, daß Sir Arthur eine Autorität auf allen Gebieten des Taktes kaum sein dürfte. . Gleichsam als Quittung für den liebenswürdigen Empfang ihres Komponisten hat das in musikalischer Beziehung immer von deutscher Gnade existierende England sich in der „Times" eine Kritik der Nibelungen-Aufführung im Covent-Garden-Theater zu London unter Felix Mottl, einem der besten Wagner-Interpreten, erlaubt, die die ganze Unverschämtheit der englischen Presse illustriert. Mottl hat die Tempi zu langsam genommen, so langsam, daß die Götterrosse ihnen wie alte Mähren vorgekommen sind rc. re. Man kann sich nicht allzusehr wundern: die Engländer sind durch das Feuer ihrer berühmten Maultiere in Transvaal ein bischen verwöhnt worden. So flink können selbst Wagners Wallkürenrosse nicht sein! Aber Scherz beiseite: Giebt der Kontrast zwischen dem bejubelten Sullivan in Berlin und dem benörgel- ten Mottl in London nicht nachhaltig zu denken? — Am 12. Juni hat ein halb vergessener Lyriker, aber als Volksvertreter noch immer Uuf seinem Posten thätiger, auch von seinen Gegnern ehrlich geschätzter Mann seinen 70. Geburtstag gefeiert. Es ist das der Gartenlauben-Dichter verflossener Jahre, der Freund Ernst Keils, Friedrich Hofmanns, Emil Ritterhaus', die alle vor ihm dahingeaangenr sind, während er noch in beneidenswerter Frische und Rüstigkeit seinen Rechtsanwaltspflichten zu genügen vermag: Albert Träger. Als Dichter einst durch die „Gartenlaube" sehr bekannt geworden, hat er in den letzten Jahrzehnten nur noch wenig poetisches von sich hören lassen. Er hat das Unglück, seit Jahrzehnten von allen möglichen Leuten für ein Gedicht gefeiert zu werden, das er gar nicht verfaßt hat. Aber sagen Sie selbst, verehrter Leser, was kennen Sie von Träger? Ich wette zehn gegen eins:. Sie antworten: „Wenn Du noch eine Mutter hast!" Aber es ist wirklich nicht von ihm, sondern von einem armen, unbekannten sächsischen Schullehrer, Kaulisch mit Namen, und Träger selbst hat es wer weiß wie oft erklärt und abermals erklärt. Es wird ihm nicht viel nütz^r, und allzu schwer wird er's auch nicht tragen, das Unglück, sonst sähe er nicht so fröhlich und immer noch kampflustig in die Welt, sonst schritt er trotz seiner 70 nicht so aufrech^ und elastisch durch die Straßen Berlins, sonst hatte er mchr so geistsprühend und von köstlichem Humor durchweht 6et seinem Jubelfeste auf seinen alten „Schwarm , die Frauen getoastet! $• reitwillig a uf die Seite derjenigen, welche die Sonder- tellung des Gymnasiums aufheben wollten. „Humanisten" und „Realisten" — wenn es gestattet ist, sch die beiden Grundrichtungen zu bezeichnen — reichten sich in dieser Frage gleich in der ersten Sitzung die Hände. Freilich gingen sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus. Die grundsätzliche Gleichberechtigung aller neunklassiaen Schulen war in letzter Linie den Realisten eine Frage der Gerechtigkeit, den Humanisten mehr eine Frage der Zweckmäßigkeit. Sie hatten eingesehen, daß die bisherige bevorrechtete Stellung der Gymnasien diesen selbst nachteilig sein Mußte. Gerade hierdurch wurden die Gymnasien mit einem starken Beisatz von Schülern belastet, der für die humanistische Ausbildung weder durch die besondere Geistesrichtung noch durch die angestrebte Berufsrichtung geeignet war. Die weitere Folge mußte sein, daß der so oft betonte Widerspruch zwischen den Anforderungen der praktischen Berufsarten und dem humanistischen Bildungsgang in immer weiteren Kreisen gefühlt »wurde, und daß dadurch eine lebhafte und keineswegs zu unterschätzende Gegnerschaft gegen dieGymnasien entstand. Gerade die Freunde der humanistischen Bildung müssen deshalb in den jetzigen Beschlüssen zur Berechtigungssrage den Beginn einer Wandlung zum Besseren erblicken. Werden diese Beschlüsse so ausgeführt, daß wirklich Licht und Luft für die verschiedenen Richtungen der höheren Schulen gewährt wird, so kann sich das Schülermaterial viel richtiger auf die einzelnen Schulformen verteilen, ein Gewinn von großer Bedeutung. Noch mehr hätte erreicht werden können, wenn es möglich« gewesen wäre, einen bis zur Obertertia reichenden gemeinsamen Unterbau der höheren Schulen zu schaffen. Das würde eine Maßregel fein, die gleichzeitig auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus freudig zu begrüßen wäre. Für alte Eltern an allen Orten, an denen nur eine Form der höheren Schulen besteht — und das ist die überwiegende Mehrzahl der Orte —, würde das bedeuten, daß sie ihre Kinder unter allen Umständen bis zur Absolvierung der Obertertia bei sich behalten können, mögen sie sich später für die humanistische oder für die realistische Richtung entscheiden. Wer die inneren und äußeren Opfer kennt, die bisher vielen Familien auferlegt wurden, wenn ihre Söhne schon im zarten Alter nach anderen Orten abgegeben werden mußten, wird den großen Wert einer solchen Umgestaltung anerkennen müssen. Die Begründung eines gemeinsamen Unterbaues wäre auf zwei Wegen denkbar, einmal durch Verlegung des griechischen Unterrichts an den bestehenden Schulen auf die Sekunden und Primen, und weiterhin durch Verallgemeinerung der Reformschulen nach dem Frankfurter System. Keins von beiden drang durch. Nach Anerkennung der Gleichberechtigung der neunklassigen Schulen wollten die .Humanisten nun auch das Gymnasium in seiner Eigenart erhalten und glaubten das bei einer Hinaufschiebung des Griechischen in die vier oberen Klassen nicht ermöglichen zu können. Was die Reformschulen betrifft, so muß ein Zur Schulreform fd>retbt man uns: In dem Kampfe, der seinem Ende zuneigt, ist durch llebertreibungen viel gefehlt worden. So hat einer der Vorkämpfer der G Y m n a s i e n in einem Artikel der „Preußischen Jahrbücher" erklärt: „Die Mehrzahl der Männer, die 1870 unsereTrup- pen geführt und selbst auf den Schlachtfeldern Frankreichs geblutet haben, ist eben in dem Bildungsgänge groß getoorben, den man heute als veraltet und unbrauchbar zuschließen will". Diesem Gedankengange sekundiert die „Köln. Volkszeitung", indem sie schreibt: „Schade, daß es in unserem statistischen Zeitalter noch feine Statistik darüber giebt, wie viele der höheren Offizielle, namentlich im General stabe, auf den Gym- nosialbänken gesessen und wie viele aus dem Ka- deittenhause hervorgegangen sind". Hier wird also etwa gesagt, daß das Gymnasium die Sirge von 1870 erfochten habe und daß ein zweites Jena für Deutschland hereinzubrechen drohe, wenn an der Prä- pocenz der Gymnasien gerüttelt würde. Die erfolgreichsten Feldherrn von 1870 waren — von den fürstlichen Persönlichkeiten, die ja wieder einen ganz besonderen Bildungsgang durchzumachen pflegen, abgesehen — doch wohl Moltke, Roon, Blumenthal, Werder, von der T tu n n. Moltke hat die K a d e t t e n a n st a l t in Kopenhagen besucht, Roon und Blumenthal sind ebenfalls auZ dem Kadettenhause hervorgegangen; die Jugenderziehung Werders und von der Tanns ist uns nicht bekannt, aber da beide bereits im 18. Lebensjahre in das hee-r eingetreten sind, so darf man vielleicht daraus schließen, daß sie nicht ein Uebermaß gymnasialer Er- zichung hinter sich hatten. Was die gegenwärtigen Heer- fübirer anlangt, so hegen Kaiser, Armee und Volk das antete Zutrauen zu Waldersee und Haseler. Nun ist allerdings Graf Häseler aus einer humanistischen Vor- bilidung hervorgegangen, Waldersee aber ist Kadett. Trotz- bern darf mau vielleicht hoffen, daß auch er mt Kriegsfälle feilte Sache erträglich machen wird! Ueber die Ergebnisse der Schulkonferenz wmd der „Nat.-Lib. Korr." von berufener Sette ge,chrieben. ber Schulkonferenz bedeuten nach der Ansicht derer, die ihren Wortlaut und den Gang der Ver- ssimdlungen kennen, einen wesentlichen Fortschritt der Andauungen, und es muß ausdrücklich festgestellt werden, & auch die Vertreter der humanistischen Gymnasien einen nicht.geringen Anteil an den erfreulichen Ergebnissen der Erratungen haben. Zwei Punkte sind es vor allem, an denen sich der Wandel der Anschauungen deutlich zeigte, no mlich das Berechtigungswesen und die Frage der Resorm- ^n der Berechtigungsfrage traten auch die Vertreter der humanistischen Gymnasien einmutig und be- Aerkiner Brief. (Plaudereien aus der Kaiserstadt.) (Nachdruck verboten.) Mikado. — Glossen. — Ein Dichter-Jubilaum Trotz der noch immer nickst wieder zu Gunsten Englands umgeschlagenen Stimmung in der Spree-Metropole hrtt firfi ^err Arthur Sullivan, der Komponist des Mikad^" über seinen Empfang bei uns nicht beklagen können Mit der dem Mutschen angeborenen Begeisterung Üc attes ausländische hat man dem englischen Musiker lEiubelt und seinen drolligen, mitunter etwas gar zu Wren Mkadv-Rhytknn-N gelauscht. Es ist eben für, Deutschland und speziell für Berlin allemal «n ®reigntä> nta>nii pin fremder kommt. Leoneavallo und der ränke- Lchttge und ettle Spontini hat es vor 80 Jahren schon e-rauftt Freilich hat mancher darunter zu leiden, und « den Auszeichnungen unseres dcutlchesten Komponisten . J Svontinis Macht- und Glanztagen, wer bei Karl Maria von Weber liest, mit welchen Schwierigkeiten und Mnhrrniffen er zu kämpfen gehabt hat, ehe er seinen un- üblichen „Freischütz" in besäp-idener Ausstattung am £„ahnrmpnmarft zur Ausführung bringen konnte, wah- SSsota vorher Gasparo Spontinis Olympia" Ä L Moben mit einem Aufwand von über 20 000 Tha- K in aeradczu fabelhaftem Pomp über die Buhne des! N^rnboukes aeaanaen war, wird sich eines tiefen Seuf- R n?cht'entl>a?ten^k7nnen. Der König Friedrich Wilhelm de7Dritte hatte allen .Hauptproben beigewvhnt und war «mck> in den Zwischenakten der Ausführung auf der Buhne chien-n das Gros der Kritik hatte sich v Loboserheb- >mäen erschöpft; es gab nur eine Musik, die würdig war sitz? die Berliner Hosoper: das war die von Spontun. unbefangener Beurteiler zugeben, daß die vorliegenden Er- ahriungen, so günstig sie sind, sich doch noch auf zu kurze Zeit erstrecken, gsts daß jetzt schon dieses System allgemein eingeführt werden könnte. Auch die, welche in der Reform- chule die Schule der Zukunft erblicken, gaben das zu. Die Konferenz hat sich denn auch dahin erklärt, daß es „zur Zeit" nicht ratsam sei, die Reformschule allgemein einzu- führen. Ein Versuch, aus dem Beschlußantrag die Worts „zur Zeit" zu streichen und dadurch eine unbedingte Verurteilung des neuen Systems auszusprechen, wurde abgewehrt. Die Konferenz hat weiter erklärt, daß eine„Wetter- führung" der Versuche mit den Resorrnschulen zu gestatten' und zu fördern sei. Diese „Weiterführung" schließt — das wurde in der Konferenz ausdrücklich festgestellt — auch die Zulassung weiterer derartiger Anstalten in sich, und so ist die Möglichkeit geschaffen, auf breiterer Grundlage das Frankfurter System zu erproben. Darin liegt ein Zugeständnis ast die neue Auffassung der Dinge, das eine große praktische Bedeutung gewinnen kann, und das viel weiter geht, als die Freunde der Reformschule selbst im Beginn der Beratungen erhofft hatten. Wichtig sind auch die Besprechungen über die Behandlung des Englischen an den Gymnasien. Eme freie Wahl zwischen Englisch und Griechisch an den Gymnasien murde von keiner Seite befürwortet. Sie würde eine Spaltung des Lehrplans der oberen Gymnasialklassen bedeutet haben, die aus schultechnischen Gründen — wegen des verschiedenen Zeitbedarfs für die beiden Sprachen kaum durchführbar erscheint und in der Praxis außerdem vielfach 'an finanziellen Schwierigkeiten scheitern würde. Aber das Englisch soll neben dem Griechischen auch an den Gymnasien! wls wahlfreies Fach bestehen und möglichst gefördert werden. Gerade das Letztere ist wichtig; es zeigt, daß nach der Ansicht der Konferenz auch die humanistischen Gymnasien dem Englischen wegen seiner Bedeutung für das praktische Leben die erforderliche Beachtung sichern sollen. Das moderne Leben verlangt eben überall seine Rechte. Für die Unterrichtsbehandlung wichtiger Fächer wurden Anforderungen entwickelt, die, wenn sie durchgeführt werden, eine bedeutsame geistige Vertiefung des Unterrichts, darstellen und reiche Fürsorge tragen können. Das setzt freilich voraus, daß Schstler und Lehrer sich ungestört ihren Aufgaben widmen können. Die Konferenz hat daraus auch sofort die Konsequenzen gezogen. Sie will zunächst dest Schülern das „A b s ch l u ß e x a m e n" (zwischen Unter- und Obersekunda) abnehmen. Einhellig wurde der ungünstige Einfluß dieses Examens hervorgehoben, das sich in den Ausbildungsgang störend eindrängt und die Kraftanspannung der Schüler in falsche Bahnen treibt. Eltern, Lehrer und Schüler werden ihm keine Thränen nachweinen. Die Konferenz hat aber auch mit einer wuchtigen Ueberein- stimmung ausgesprochen, daß die Sch ul frage vor allem auch eine Lehrerfrage ist, und daß die hochgesteckten Ziele nicht erreicht werden können, so lange nicht die schöne Kraft, die der Lehrerstand jetzt zur Agitatton für Verbesserung seiner materiellen und sozialen Stellung ver- wendet und verwenden muß, wieder seiner eigentlichen Aufgabe zugeführt werden kann. Man darf hoffen, daß auch die Finanzverwultung sich dem Druck dieser Stellungnahme nicht entziehen wird; sind es doch nicht nur Lehrer, sondern auch viele unabhängige Männer aus ganz anderen Be- r^lfskreisen, die sich ohne Rücksicht auf ihre verschiedene, Auffassung in vielen sonstigen Fragen in dieser Forderung zusammengesunden haben. Konferenzdeschlüsse, auch wenn sie noch so bedeutsam sind, sind noch keine Verwaltungsmaßnahmen! Grundsätzlich bedeuten die Abschlüsse der Schulkonferenz zwar nicht den Beschluß der Entwickelung — dazu kann und darf es ja nie kommen, — aber doch in wichtigen Beziehungen« einen sehr beachtenswerten und sehr erfreulichen Fortschritt. Was sie praktisch bedeuten werden, wird sich nur allmählich zeigen und davon abhängen, welche Maßnahmen die Unterrichtsverwaltung und — last not least — die Finanzverwaltung darauf aufbauen wird. Die Unterrichtsverwaltung hat — das ist wohl allen Mitgliedern der Konferenz deutlich zum Bewußtsein gekommen — ein volles Verständnis für die Anforderungen unserer Zeit bewiesen. Die Finanzverwaltung aber — das glauben wir hoffen zu dürfen — wird sich immer vor Augen halten, daß für die Nation kein 'Kapital sich so gut verzinste'wie das,, welches für die Ausbildung der Jugend aufgewe.ndet ist. das Georges Duval in einer französischen Wochenschrift erzählt: Vor kurzem siedelte einer meiner Freunde von Montauban nach Paris über in der Absicht, hier ein Vierteljahr zu bleiben. Er mietet eine Wohnung und richtet sie für seine Frau und das Mädchen, das er mitgenommen hatte, ein. Das letztere war ein braves Ding, er kannte seine Familie und hatte seine Tüchtigkeit schon über ein Jahr lang schätzen gelernt. Achtundvierzig Stunden nach ihrer Ankunft wünscht Rosalie die gnädige Frau zu sprechen. „Madame, ich habe Ihnen etwas neues mitzuteilen." — „Erben Sie?" — „Nein, Madame, aber ich muß sie verlassen". — „Wie, Rosalie, plagt sie das Heimweh nach Montauban so sehr?" — „Das ist es nicht. Ich habe eine andere Stelle gefunden". — „Die besser ist, als ihre jetzige?" — „Urteilen Madame selbst. Hier putze ich die Stiefel, bürste die Kleider und mache die Betten, dort werde ich eine rote, spitzenbesetzte Seidenrobe tragen, ich werde Granatblüten in den Haaren haben und meine Beschäftigung wird darin bestehen, mir den ganzen Tag lang Luft zuzufächeln." — „Sind Sie närrisch geworden?" — „Nein, Madame, ich werde — Andalusierin. Der Direktor von „Andalusien zur Zeit Grevy's" bietet mir drei Francs pro Tag, frei Essen und Wohnung. Wenn der Himmel mir solch einen Edelmann in den Weg schickt, wird Madame doch selbst einsehen, daß ich mich nicht weigern kann." Und am anderen Tage ging Rosalie hin und wurde braune Andalusierin... Die Frau meines Freundes macht sich sofort auf die Suche nach einem anderen Mädchen. Bald stellt sich ihr auch eins vor, und es entspinnt sich folgendes Zwiegespräch: „Wieviel Lohn beanspruchen Sie?" — „150 Francs". — „Monatlich?" — „Ja, monatlich". — „So viel Pflege ich sonst nicht zu geben. Wenn Sie einen so hohen Lohn ♦ Die Dienstmädcheufrage hat in Paris durch die Weltausstellung jetzt eine eigentümliche Wendung genommen: Die Ausstellung macht den Hausfrauen Konkurrenz, sie jagt ihnen die Dienstmädchen ab. Es find jedoch merkwürdige Zwecke, zu denen in der Weltausstellung so viele Dienstmädchen gebraucht werden, wie folgendes Geschichtchen zeigt, fordern, können Sie jedenfalls auch etwas ganz besonderes«' — „Ich kann den — Bauchtanz". — „Wie, den Bauchtanz?" — „Ja, als die Weltausstellung anfing, war ich im „Theater von Kairo" engagiert. In 24 Stunden man mir den Bauchtanz beigebracht. Ich bekam lOO Soua den Tag dafür. Dann hatte ich aber einen Krach mit Abd-rrl-Hamid, meinem Brodherrn, und mußte gehen. Ich bin bereit, den Orient zu vergessen, wenn ich auf eine, anderen Stelle ebenso viel verdiene. Dann will ich auch statt des Bauchtanzes wieder den Korbtanz aufführen Anders aber nicht. Also, 150 Francs. — wollen Sie oder wollen Sie nicht? Ich bin gar nicht in Verlegenheit. Drei mal hat mich schon der Direktor des „Optik-Palastes" seine X-Strahlen haben wollen". $ bie tätliche Wirkung des sog. Br-Soli» auf alle Haus- und Küchenkäfer. DaS gesetzlich geschützte Mittel ist überall zu haben. Fabrikant Gg. Brüs Darmfta-t* Preis Mk. 1,80 per Packet. 2083 ORIL Fleisch-Extract ans bestem Ochsenfleisch mit löslichem nährendes Fleisch-Eiweiss übertrifft trotz billigeren Preis« alle Liebig’schen Extracte an Nährkraft and Wohlgeschmack und ist in allen besseren Drogen-, Dell- catessen- n. Colonialwaaren-Handlungen za haben. ■ ■ Awlk a (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelberg Hotel u. 'Pension „zur Krone^ Sommerfrische. Pensionsproepekt tu Führ. grat. Bos.: (J. Diofenbaah. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird — beginnend mit Mittwoch den 13. Juni d. I. - im Jmpflokale (Gewerbeschule, Asterweg 25) jeden Mittwoch, vormittags 9 bis 10 Uhr, abgehaften werden. Jmpfpflichtig im laufenden Kalenderjahre find die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahrgängen. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder habm, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich find. Wer die Termine nicht benützen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bi« zum Jahrerschluffe auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren find, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termin geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit be ansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur au einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Gießen, den 8. Juni 1900. 4070 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________I. V.: Wolff.______________________ Jnka - Seifenpulver (Salmiak-Terpentin-Seifen p ul ver) ist ein unübertreffliches, allgemein beliebtes Wasch- und Bleichmittel. Es verleiht der Wäsche einen anhaltend angenehmen Geruch. Ueberall erhältlich. 224 Man achte auf das Wort „Jnka“a dkX stört das Glück der zärtlichsten Ehen. Darum, junge Hausfrauen, hütet euch vor zu häufigem Hausputz, aber nehmt das Mittel, das gründlich und auf lange hilft: Dr.Thompsons Seiienpulver, Marke schwan. 31 an verlange es überall! 3047 Vergebung von Kanarbeiten. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen werden im Wege schriftlichen Angebots am Dienstag de» 19. Juni d. Is., vormittags 8 Uhr, im Amtszimmer de» Unterzeichneten, woselbst die Voranschläge zur Etnficht offen liegen, vergeben. 1. Kaualumbau in Lollar. Veranschlagt zu Maurerarbeiten 210,88 JL Chaussier« und Pflaster- arbeiten 29,60 „ Lieferung von Eement- röhren 272,— „ 2. KaualnmbaubeiDaubriugeu Veranschlagt zu Lieferung von Cement- röhren 40,— Schlofferarbeiten 80,— „ 3. Kaualumbau au derStratze Gießen-Rödgen. Veranschlagt zu Lieferung von Cement- röhren 32,— JC. Gießen, am 14. Juni 1900. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. 4212 Verdingung. Die Anlieferung von jährlich rd. 800 ebm Wasserbau- fteiuerr zur Unterhaltung der Ufer- und Fluhbauwerke an der Lahn zwischen Gießen und der Landesgrenze bei Heuchelheim soll für die Zeit vom 1. April 1900 bis 31. März 1901 tn einem Lose öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen find bei Grohh. Hochbauamt Gießen in den Dienststunoen zur Einsicht offen gelegt und sind Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen bis längstens Freitag den 29. Juni I. I., vormittags IO Uhr an die unterzeichnete Behörde einzusenden. Zuschlagsftist 3 Wochen. Mainz, den 6. Juni 1900. Großh. Wasserbau amt Mainz. Schmitt. 4220 W* \ K mit Bechtel s Dalmiak-Gallseife Zlllll.2 ttpit ttttrn gewaschene Stoff jeden Gewebes. Vor- Tätig in Packeten zu 20 u. 40 Pfg. bei ■ 1483] Benner & Krnmm, Jean Denn & Cie. 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IS., nachmittags 3 Uhr, werden in unterfertigter Oberförsters! nachstehende Arbeiten öffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert: Liefern von ca. 645 cbm Steinen in 13 Losen, Chauffieren von ca. 500 lfd. m Wegen in 10 Losen, Planieren von ea. 1440 lfd. m Wegen in 12 Losen. Die Zusammenkunft stkdet bei dem Brauhofs-Weiher statt. Nähere Auskunft erteilt Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 14. Juni 1900. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 4231 DolMid-Erhebung. Nächsten Donnerstag, den 21. Jnni d. IS., von nachmittags 2 biS 5 Uhr, findet die letzte diesjährige auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgeldern statt und zwar in der Wirtschaft des Herrn Karl Ranft in Benern. Londorf, am 14. Juni 1900. Der Rentmeister. Schmidt 4213 Heugras Nerßeigerimgkit der Fürstlich IMßschkll Rentei Ach. Das Heugras von den Fürstlich« Wiesen rc. wird versteigert: Donnerstag de« 21. Jnni, vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich, oberhalb der Stadt, zusammen 100 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke. An demselben Tage, nachmittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, zus. 10 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgartm an Der Eisenbayn- brücke. Freitag de« 22. Jnni, vor- mittags präzis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbesfingen, im Ganzen 180 Mrg. Zusammenkunft in Mühlsachsen. Montag den 25. Jnni, vormittags präzis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zus. 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Lich, den 11. Juni 1900. Fürstlich Solmfische Rentei. ________Kreiling. 4148 Mnfrtrn neu u. gebraucht, für Gas, lilUlUl v Benzin, Petrol, il Dampf rcr Arbettsmaschirren all. Art, Acetylen- und Luftgas-Anlagen. Günstige Zahl« ungSbeding. A. Collin, Arantfurt a. M., G., ttaiserstraße 60. [230 S HW PW W Gardinen, abgepasst und vom Stück. 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