Donnerstag den 17 Mai Erstes Blatt. tm6 Airzeigedlertt füt* den Ävers (ßiefjeit* Alle Anzcigen-verMittlimgSßellen beS Ja- unb AuSlaabr» nehmen Anzeigen fit den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg- Rrbofti»», Lkpedition und S)rudtrci: Kchskstraße Ar. 7. Bezugspreis viertcljährl. 9R(. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9$ monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierieljährt. mit Bestellgeld. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Dlälier für hesslfche Volkskunde. Adresse für Depeschen: ANzeiger HietztL. Fernsprecher Nr. 51. Meßwer Anzeiger E-eneral-^nzeiger Annahme een Anzeigen zu der nachmittags für de» felgenden Lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Lbbestellungen spätestens abends vorher. Politische Tagesschau. Trotz des offiziösen Dementis erhalten sich die Gerüchte von Kämpfen zwischen Deutschen und Belgier« in dem streitigen Grenzgebiet zwischen dem Kongostaat und Deutsch- Ostafrika. Lionel Decle, der Führer der Kairo-Kap- Expedition des Daily Telegraph, meldet uuterm 20. April auS Uvira in Nord-Tanganyika: Die Lage hier ist kritisch. Die Deutschen haben das gesamte Kongostaat-Gebiet bis zum Rusizi Fluß und zum Norden des Seees flfou gewaltsam ergriffen und dreitausend Quadratmeilen des «ongogebietes mit tausend Soldaten, fünfzehn Offizieren und Geschützen besetzt. Ende Februar sandten sie ein Ultimatum, das d,e sofortige Zurückziehung der Kongostaat Stationen östlich vom Rufizifluß unter Androhung kriegerischer Maßregeln verlangte. Da dies nicht geschah, folgte ein weiteres Ultimatum an den kommandierenden Offizier der belgischen Station mit der Erklärung, falls er sich am 1. April nicht mrückgezogen hätte, würden die Deutschen die Station angreifen. Der belgische Offizier zog sich zürück, und die Deutschen brannten darauf die | Station nieder. Das streitige Gebiet war an die Belgier verpachtet und | »en ihnen seit 1896 effektiv okkupiert außer während der Zeit der , Rebellion, wo es ihnen entriffen war. Deutschlands Standpunkt geht dahin, es habe, als der Kongostaat 1885 und 1894 sich neutral erklärte, «ls Grenze die Linie vom nördlichsten Punkte des Tanganyika-Sees brs dreißig Grad zwanzig Minuten östlicher Länge anerkannt. Der Kivu- Zee war auf den Karten fälschlich westlich von der Linie angegeben. Nachdem aber gefunden worden, daß er östlich von der Linie liegt, verlangt nun Deutschland alles Gebiet bis zum Kivu-See. Verhandlungen hierüber schweben zwischen König Leopold und Deutschland, doch ignorieren beide Regierungen die gegenwärtigen Ereigniffe, obwohl die deutschen Offiziere auf Befehl von Berlin handelten. England kann dabei interessiert werden, da Deutschland verlangt, daß die natürlichen Grenzen allein zulässig seien. Die Deutschen beanspruchen auch Mpororo, wovon «in Teil britisch ist, und die Konzentration enormer Truppenmaffen au der britischen Grenze erfordert zweifellos Aufklärung. Daß die Angaben des englischen Berichterstatters in den Einzelheiten übertrieben sein müssen, unterliegt für und keinem Zweifel. Die 3000 Quadratmeilen des angeblich von den Deutschen besetzten Gebiets werden ebenso wie die 1000 Soldaten und die 15 Offiziere, die gegen die Belgier aufgetreten sein sollen, um ein Erhebliches reduziert werden müsien, wenn die Grenzen der Wahrscheinlichkeit inne gehalten bleiben sollen. In der Hauptsache aber wird man doch annehmen müsien, daß es in der That zu einem gewaltsamen Zusammenstoß zwischen den streitenden Teilen gekommen ist, obwohl an amtlichen Stellen noch keine Bestätigung dieser Nachrichten vorlag. ES handelt sich> jetzt »m dieselbe Streitfrage, die der belgische Kammerpräsident Bernaert vor einiger Zeit durch mündliche Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt in friedlicher Weise zu erledigen suchte. Seine Bemühungen scheiterten damals an dem völlig unzulänglichen Kartenmaterial, das bislang nur über das strittige Gebiet existiert. Der Krieg in Südafrika. General Buller hat sich dieses Mal als einen bessern Propheten gezeigt, als man nach seinen bisherigen Vor- tzersagungen erwarten konnte. Er meldet aus Kamps !acm vom 15.: „Wir haben Dundee besetzt. 2o00 Buren uwen gestern nach Glenroe ab." Kamps Farm liegt an her etiwr 50 Kilometer langen Straße Helpmakaar-Dundee, beinahe genau in der Mitte zwischen beiden Orten. Man kann daraus, obgleich genauere Nachrichten fehlen, den Hergang so konstruieren, daß es Buller gelungen ist, nach Umgehung der äußersten linken Flanke der Duren bei delpmakaar den ganzen östlichen Schenkel tfcer Stellung bis rum Scheitelpunkte Dundee aufzurollen. Das Manöver war leicht, nachdem die Umgehung gelungen war, weil dadurch die Straße hinter den burtschen Stellungen in die Hände der Engländer kam. Die Umgehung aber wieder war kein großes strategisches Metstnstuck, da dem englischen General eine gewaltige Truppenzahl zur Verstigung stand, die Buren hingegen auf das Häuflein von ->00 „iann so hoch wenigstens schätzt sie Buller selbst — öufammen- «eschmolzen waren, da ferner das überraschend schnelle Vordringen des Oberkommandierenden im Freistaat auch trtter diesen Burenabteilungen seine moralische Wirkung aeübt haben wird. Uebrigens haben die Stellungen in Artal, namentlich die Pässe in den Drakensbergen, für dr> Buren an strategischem Wert verloren, seitdem ihre bauplarmee hinter den Vaal zurückgegaflgen rst und, wie sttzt bekannt wird, auch die Freistaalbezirke Ladybrand und Lcksburq vollständig von den Ihrigen geräumt sind. Die Besetzung des nördlichen Zipfels von Natal war ja zuletzt nicht mehr Selbstzweck, sondern sollte nur Bullers Armee w lanae wie möglich hier festhalten und vor alten Dmgen sie durch die Drakensberge über jnutf) den im Freistaat kämpfenden Buren in den Rucken G; Die letztere Sorge besteht Nicht mehr, seitdem der Freistaat geräumt ist. Daß sich aber Buller durch Abmarsch L»ch Westen mit dem Hauptheere vereinigen wird, ist schon deswegen nicht anzunehmen, weil er dadurch aus den ,vofcn strategischen Vorteil verzichten wurde, durch weiteres Vordringen nach Norden den Feind, wenn er der [ ' Robertssckjxn Armee erfolgreich Widerstand leisten sollte, I im Rücken bedrohen zu können, und weil er ferner damit I die ihm gegenüber stehenden feindlichen Abteilungen frei I geben würde, die sich natürlich dann mit ihrem Hauptheere I vereinigen könnten. Ein weiteres Vordringen Bullers nach I Norden können jedoch die Buren mehr nördlich jetzt, wo I ihre klaren sehr zusammengeschmolzen sind, vielleicht eher I verhindern, als auf den ausgedehnten Stellungen auf den I Dnrkens- und Biggarsbergen, denn das Gelände bleibt I auch weiter nördlich noch für die Verteidigung günstig. Ob I nun in dieser oder in anderer Absicht, die- Buren haben I ihre bisherigen Positionen in Natal vollständig geräumt. I Eine Reuter-Depesche aus Kroonstad vom 14. meldet, daß I alle Sreitkräfte der Buren sich am Baalflusse zusammen- I ziehen. Der Feind verlasse seine Stellungen auf den I Biggarsbergen und die südlichen und westlichen Grenzen. I Das Kommando von Harrysmith sei auf dem Rüc^uge I nach Bethlehem und das Buren-Kommando von Brandfort I in Heilbron zusammengezogen. Nach Johannisburger I Meldungen beabsichtigen die Buren, ihre Gefangenen nach I dem felsigen Lydenburg überzuführen und dort den letzten I Widerstand zu leisten. Wenn das zuträfe, so beabsichtigten I die Buren in Natal also, sich mit dem Hauptheere am Vaal I zu vereinigen und Buller den Einmarsch rn Transvaal I kampflos freizugeben, lieber die englischen Operationen I bezüglich Vorbereitungen bei Kroonstad fährt dre obige I Depesche folgendermaßen fort: „Die Wiederherstellungs- I arbeiten der Eisenbahn bis Kroonstad werden wahrschein- I lich am Donnerstag beendet sein. Der Verpflegungsdienst I ! geht seinen regelrechten Gang. Mannschaften und Pferde I | erhalten ganze Rationen. Die Gesundheit der Truppen I ist gut." Sie fügt schließlich hinzu, man glaube, daß nicht | mehr als 2000 Freistaatler am Vaalfluß kämpfen wurden. Was die Reste der Oranjekommandos anbetrifft, die bisher hartnäckig im Bezirke Ladybrand ihr Wesen trieben, so besagt eine Reutermeldung aus Brandsdrift, I östlich von Thabanchu, wo zuletzt Rundle sein Lager hatte, vom 13. ds.: „Der Bezirk Ladybraiid ist vom Feinde ge--. I säubert. Dieser räumte seine Stellung bei Mequatlings- nek und befindet sich jetzt in der Nälje von Lindley." Das I letztere kann man nur schwer glauben. Lindley liegt in I der Luftlinie reichlich 160 Kilometer von Ladybrand ent^ I fernt. Am 11. aber stellte Rundle erst fest, daß der Feind I abgezogen sei. Er konnte also am 13. unmöglich schon in I der Nähe von Lindley sein. Glaubhafter ist die Meldung I aus Maseru vom 13., daß die Buren in beträchtlicher I Zahl am Caledon entling über Ficksburg nach Bethlehem I zögen. Damit war die allgemeine Marschrichtung ange- | | geben, die auch, möglichst weit von der englischen Einfalls- । I linie entfernt, sehr viel Wahrscheinlichkeit für sich hat; denn hier sind sie in ihrer rechten (westlichen) Flanke I sicher, während die linke (östliche) durch den Fluß gedeckt I erscheint. Werden alle diese Nachrichten in englischen Herzen I freudige Gefühle erwecken, so ist doch die Ungewißheit über I das Ähicksal von Mafeking ein Tropfen Wermut in dem I Freudenbecher der Engländer. Noch immer will vom Ent- I satze der bedrängten Stadt nichts verlauten, und um ihn I dennoch wahrsckjeinlich zu machen, stellt man allerhand I Vermutungen auf, die das Ausbleiben der erwarteten Nach- I richt auf unregelmäßige telegraphische Vermittlung schie-. I ben. Die Erregung der Engländer wird noch gesteigert I durch folgendes Telegramm aus Kapstadt vom 14.: „Bisher liegt eine amtliche Bestätigung der Meldung nicht vor, I daß eine britische Entsatzkolonne für Mafeking in Vryburg I angekommen sei." Ueber die Stimmung in Pretoria meldet der I aus der Gefangenschaft entlassene Journalist Hellawell, I daß die Buren glauben, der Krieg würde in vier bis sechs Wochen beendet sein. Die Burghers seien int I allgemeinen mutlos und viele desertieren. Um den Verlust I Kroonstads wettzumachen, sei die Nachricht verbreitet gewesen, Mafeking sei gefallen. Der Präsident des zweiten I Raads, Steinekamp, konstatierte auch die Mutlosigkeit der I Burghers und hielt ein baldiges Ende des Krieges für I möglich. Nach Cronjes Niederlage, meldet Hellawell, sei | der Friede sehr nahe gewesen, und nur Krügers energisches I Auftreten habe den Präsidenten Steijn verhindert, die Waffen niederzulegen. Krüger sei sehr erbittert gegen Hof-, I meyr, der den Krieg nicht durch eine Rebellion der Kap- I Holländer unterstützte. Die Polizei und die Eisenbahnbeam- I ten seien bereit, bei dem Nnrücken Roberts' in englische I Dienste zu treten. Die B u r e n d e l e g a t i o n ist am 15. d. M. in New-, I Aork eingetroffen. Eine aus neun Mitgliedern beste- I yende Deputation des New-?)orker Komitees fuhr ihnen I entgegen. Der Sprecher der Deputation, Richter van Hoe- I ven, sagte, als er an Bokd des die Buren bringenden Dam- I pfers „Maasdam" gekommen war, das New-Porker Ko- I mitee wolle sich bemühen, den Burendelegierten den Auf- I enthalt zugleich angenehm und für deren Vaterland nütz- I lich zu machen. Montagu White war bereits vorher an M. 114. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Gießener KamikteuvtLiter »erden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" b. „Matter für Hess. Volkskunde" »dchtl. 4 mal beigelegt. Bord des Dampfers gekommen, um die Burenmission übev den Stand der Dinge zu informieren und ihnen seine vvlla Unterstützung anzubieten. * Telegramme deS Oietzeuer Anzeigers. London, 16. Mai. Einer amtlichen Statistik zufolge betragen die englischen Verluste bis zum 12. er. rm aanzcn 18,799 Man«. pr Loudon, 16. Mai. Das Kriegsamt veröffentlicht diese Nacht 1 Uhr folgendes Telegramm Lord Roberts: Kronstadt 15. 1 Uhr 10Min. vormittags. Oberst Baden Powell berichtet unterm 7. Mai, daß Alles in Mafe- kina gut sei. Das Fieber nehme ab, und der moralische Zustand der Truppen sei befriedigend. Die Vorräte würden noch bis spät in den Juni reichen. Lorenzo M-rquez, 16. Mai. Einer Information auS Bureuquellen zufolge bemächtigten sich die Buren am vergangenen Sonntag der Stadtviertels der Eingeborenen von Mafeking. Nach kurzer Zett mußten sie aber den Ort wieder aufgeben. Madrid, 16. Mai. Eine Anzahl Republikaner, die aus einer republikanischen Versammlung zurückkehrten, begaben sich zum Konsul des Oranjefreistaates, um demselben ihre . Sympathieen für den Freistaat zu bezeugen. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß dem Freistaate die Unabhängigkeit gewährt bleiben werde. Washington, 16. Mai. Präsident Mac Kinley erklärte, er werde die Delegation der Buren amtlich empfangen, wenn sie mit LegitimationSpapieren versehen sei, und wenn sie um den Empfang nachsuchten. Im gegen- teiligeu Falle würde er ihnen nur einen Höflichkeitsbesuch zugestehcn. _ „ — Deutsches Reich. Berlin, 15. Mai. Aus Wiesbaden wird vmn 15. Mai gemeldet: Der K a i s e r ist hier um' 4 Uhr 52 Min. von Schloß Urville eingetrosfen. Ein offizieller Empfang fand nicht statt. Auf dem Bahnhofe hatten sich etnge- I funden: Der Großherzog von Sachse n-We i mar, I der zur Kur hier wellt, Polizeipräsident Prinz von 9t I tibor, der Vertreter der .Prinzessin Luise. Der Kaiser I trug die Uniform der Gardekürassiere. Der Kaiser unter» I hielt sich im Empfangspavillon längere Zeit mit dem Groß- I Herzog von Weimar und fuhr dann an der Seite seines I Adjutanten, General von Mackensen unter den Hochrufen I der zahlreichen Menschenmenge nach dem Schloß. Um 6 Uhr fuhr der Kaiser zum Intendanten Kammerherrn I von Hülsen, wo er mit Gefolge am Diner teilnahm. Um I halb 8 Uhr wohnte der Kaiser im Theater der General- | probe des Oberon bei. — Zur Enthüllung des Kaiserdenkmals I wird sich der Kaiser Ende August nach Erfurt be- I geben. — Beim Staatssekretär Grafen Bülow fand gestern ein Diner statt, an dem u. a. der französische und der amerikanische Botschafter, der sächsische, dänische und schwedische I Gesandte teilnahmen. — Die Budget-Kommission des Reichs- I tages hat heute die Beratung der F l o t t e n v o r l a g e. I fortgesetzt und zunächst die ersten fünf Paragraphen über I den Schiffsbestand, Indienststellung und Personalbestand | unverändert nach den Beschlüssen der ersten Lesung angenommen. Für die endgiltige Formulierung der §§ 6 und 7 über die Deckungsfrage wurde eine Subkommission, gewählt. Alsdann wurde eine Resolution beschlossen, die für Beginn der nächsten Session einen Gesetzentwurf über die Saccharin-Besteuerung vorzulegen ersucht, ferner eine andere Resolution, welche die Oeffnung der GrenzezurAbhilfedesArbeitermangels fordert. Hierauf wurde die Novelle zum Stempelsteuer-- g e s e tz beraten, in der besonders der Oberlandstallmeister Graf Lehndorf die Befreiung des Totalisators- befürwortete. Es wurden die erhöhten Sätze für die Lotterielose beibehalten, also 20 Prozent für inländische und 25 Prozent für ausländische - Lose. Die Begünstigung des Totalisators wurde abgc» l e hn f, ebenso wurde auch eine Begünstigung der Kirchenbau-Lotterien, wie namentlich Abg. Gröber beantragte, allgemein bekämpft. Ein Beschluß darüber ist noch nicht gefaßt. Tie Beratungen werden morgen fortgesetzt. — Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Freiherr v. Thielmann, hat sich der Wordnung des Vereins zur Förderung der Frankfurter Börse gegenüber dahin g - äußert, die Erhöhung der U m s a tz st e u e r Jetun ft - nanziellen Interesse des Reiches in i ch t ^^lorderllch er glaube mit dem bisherigen Nmsatzftempel von zwei Zehntel. des preuMchen Kultus. Ministeriums in der Schulreform frage erfährt die „Kreuzzeitung": Die Lehrpläne des Gymnasiums und Realgymnasiums sollten bis einschließlich Obertertia gleich- gemacht werden; das Griechische solle am Gymnasium nichb ni Obersekunda, sondern in Untersekunda beginnen. — Der „Liberalen Correspondenz" zufolge hat die Regierungin Danzig einen Justitiar nach Könitz entsandt zur persönlichen Vernehmung der antisemitischen Gym-^ n a s i a l l e h r e r, die sich an der Verbreitung der R i -i tualmordlegende in Könitz beteiligt hatten, und auf gemeinsame direkte Anweisung aus dem Ministerium des Innern und dem Kultusministerium ist den Beteiligten außerdem eine ausdrückliche Verwarnung erteilt worden mit Hinweis auf ein im Falle der Nichtbeachtung sofort zu gewärtigendes Disziplinarverfahren. Stettin, 15. Mai. Die Minister v. Miquel und Frhr. r>. Hammer st ein trafen heute vormittag hier ein und begaben sich zur Besichtigung des Eisenwerkes Kraft nach Kratzwieck a. O. Die Rückreise nach Berlin erfolgte um 4 Uhr nachmittags. Leipzig, 15. Mai. In der heutigen außerordentlich zahlreich besuchten Generalversammlung des Vereins deutscher Zeitungsverleger wurde angesichts der enormen Preissteigerung des Papiers infolge der Syndikatsbildung beschlossen, den Bau von Papierfabriken auf dem Weae des Genossenschaftswesens sofort anzubahnen. Es wurde eine Kommission gewählt, die einer baldmöglichst in Berlin einzuberufenden Versammlung, zu der auch Verleger größerer, dem Verein nicht angehörender Zeitungen eingeladen werden sollen, Bericht erstatten soll, an welchen Orten Deutschlands am geeignetsten Papierfabriken großen Stils zu errichten seien. Ein Zentralbüreau in Hannover soll Zeichnungen zu Beteiligungen an der Genossenschaft entgegennehmen. Zahlreiche Verleger erklärten bereits heute ihren Beitritt zur Genossenschaft. Homburg v. d. H.> 15. Mai. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen ttafen gestern nachmittag von Schloß Friedrichshof auf der Saalburg ein. Der Prinz hatte mit seinem Adjutanten den Weg auf dem Fahrrad zurückgelegt. Loudon, 16. Mai. Das Unterhaus nahm die Marine- Reservebill in dritter Lesung an. Autwerpen, 15. Mai. Passagiere des Dampfers „Alvertville", der aus Boma hier eingelaufen ist, berichten über den jüngst gemeldeten Aufruhr der Batetelas in der Festung Cinkakaffe, daß er einen äußerst ernsten Charakter trug. Die Zahl der Aufständischen betrug über hundert. Sie hatten die belgischen Soldaten überrumpelt und eingeschloffen. Diejenigen Soldaten, die sich flüchten konnten, und in dem Hause' des Kommandanten Schutz gesucht hatten, wurden umzingelt und beschossen. Der Gouverneur ließ telegraphisch Unterstützung aus Luki herbeirufen, worauf die Aufständischen, als die Unterstützung ein traf, die Flucht ergriffen. Man ist über die Haltung der Aufständischen sehr beunruhigt, da sie vollständig bewaffnet und mit reichlicher Munition versehen sind. Die Ursache des Aufstandes war, daß die Behörden des Kongostaates gezögert hatten, die Leute nach ihrer Heimat zurückkehren zu laffen, als ihre Dienstzeit abgelaufen war. Paris, 15. Mai. Mehrere Morgenblätter melden, der Zar werde im August zu längerem Aufenthalt nach Paris kommen; die Zarin werde ihn nicht begleiten; hingegen würden Finanzminifter Witte und der Minister des Auswärtigen, Murawjew, im Gefolge des Zaren sein. Rom, 15. Mai. Die spanische Regierung hat die Konsulate in Italien und Oesterreich beauftragt, den in Görz weilenden Jnfanten Don Carlos zu überwachen, da angeblich zwischen Don Carlos und den Car liste n- führern in Spanien ein reger Depeschenwechsel stattfand. Don Carlos soll die letzten Aufstände veranlaßt haben. — In der Kammer erfand die Opposition eine neue Variation der Obstruktion, nämlich eine musikalische. Nach Ferri, der stellenweise sehr heftig wurde, erhob sich Giolitti als Friedensstifter und beantragte die Ernennung einer neungliedrigen Kommission zur Beratung der Modifikation der Geschäftsordnung. Darauf beantragte Ferri die Feststellung der Beschlußfähigkeit, was der Präsident nach dem neuen Reglement als unstatthaft bezeichnete. Als Antwort begann die äußerste Linke mit Pultdeckeln zu arbeiten und sang die Arbeitermarseillaise. Der Präsident suspendierte nach den Bestimmungen des neuen Reglements die Sitzung auf eine Stunde. Wien, 15. Mai. Wie verlautet, hat sich die Erzherzogin Marie Therese (Herzogin von Braganza und Infantin von Portugal), Wittwe des Erzherzogs Carl Ludwig, Stiefmutter der Erzherzöge Franz Ferdinand und Otto, mit ihrem Oberfihofmeister Graf Cabriani verlobt. Prag, 15. Mai. „Narodni Listy" schlagen Repressalien gegen die Ausweisung von Tschechen aus dem preußischen Gebiete vor. Jeder preußische Staatsangehörige sei in den tschechischen Ländern von der tschechischen Bevölkerung so zu behandeln, daß ihm der Aufenthalt unmöglich gemacht werde. — Gegenüber den Versuchen, die Jungtschechen von'der Obstruktion abzubringen, schreibt dasselbe Blatt, daß es Unsinn wäre, zu glauben, daß sich die Tschechen mit der Lösung der Sprachenfrage zufrieden geben könnten. Ihre Ziele gehen weiter: Sie verlangen die völlige nationale Selbständigkeit des Königreichs. Ein Oesterreich wie das jetzige wollen sie nicht; die Dinge müßten zur Krise getrieben werden. — Die „Narodni Listy" wurden deswegen konfiszirt. Aus Stadt Md Kand. ** Militärischer. Kitte, Lazarettiuspektor auf Probe in Darmstadt, ist zum Lazarettinspektor ernannt morden. • * Personaluachrichten. Der Kanzlist bei dem Ministerium der Finanzen Heinrich Peter Krämer und der frühere Schutzmann Richard F i u n «zu Kanzlisten bei dem Ministerium des Innern ernannt. — Dem Oberamtsrichter Ludwig Seibert zu Höchst i. O. wurde das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Distanzritt Insterburg-Straßburg L 8. Von den auf dem Rückwege beim Distanzritt Insterburg-Straßburg befindlichen Offiziere übernachteten hier im Hotel „zum Rappen" die Leutnants Löb decke und Blank vom 12. Ul.-Regt. aus Insterburg. Diese setzten heute morgen ihren Ritt fort, während zwei Kameraden noch gestern abend nach Marburg weitergeritten sind. Die vier Offiziere kamen von Koblenz das Lahnthal herauf. • • Diebstahl oder Verlust? Einem Kommerzienrat und Fabrikbesitzer aus Gießen ist auf dem Wege von Wiesbaden nach Mainz eine goldene Uhr abhanden gekommen. ** Photographische Momentaufnahmen von der Denkmals-Emthüllung liegen uns in mehreren Exemplaren aus dem Verlag von Karl Krebs, Schulstraße, vor, die trotz der ungünstigen trüben Witterung größtenteils recht deutlich und wohlgelungen sind. Zwei oavoü zeigen uns den Ehrentempel mit dem Groß- Herzog und Prinzen Wilhelm, und auf der Esttade die Ehrengäste, links Oberbürgermeister Gnauth ,unb Beigeordneten Wolff, rechts die Generalität, die Stabsoffiziere des Regiments, die Stadtverordneten EmmeliuA und Kirch, den Schöpfer des Denkmals Ludwig Habich, die Ehrenkompagnie und Häuser Marktplatz 16 und 17 mit dicht besetzten Fenstern. Äne andere ist in dem Moment, ausgenommen, als Exzellenz Rau im Namen der Veteranen den Kranz niederlegt. Im Mittelpunkt steht das, Denkmal, im Vordergrund die inaktiven Offiziere, im Hintergrund die Sänger und die Kapelle der Marburger Jäger. — Eine recht reichhalttge Kollektion ist uns ferner von dem Verlag von H e i n r i ch N o l l, Mäusburg 7, vorgelegt, die vor allem auch den Vorbeimarsch der Veteranen, kompagnieen, jede einzeln ausgenommen, bringt. Die Gesichter sind deutlich zu erkennen, so daß diese Aufnahmen vielen Veteranen eine willkommene Erinnerung an diesen, für manchen vielleicht letzten, Parademarsch vor seinem Landesherrn sein dürfte. Auch von der Denkmals- Enthüllung liegen aus diesem Verlage mehrere Aufnahmen vor, die andere Momente wiedergeben, als die aus dem Krebs'schen Verlage, und von der entgegengesetzten Seite, des Dtarktplatzes ausgenommen sind. Die eine giebt den Augenblick wieder, in dem der Großherzog mit Oberbürgermeister Gnauth zur Linken und Prinz Wilhelm mit dem Stadtverordneten Kirch zur Linken, gefolgt von der Generalität, die Esttade verlassen und zur Besichtigung des' Denkmals schreiten, im Hintergrund die Ehrenkompagnie, sowie die Häuser der Schulsttaßen Ecke, ebenfalls mit vollbesetzten Fenstern. Eine andere bietet den Moment, als der Großherzog mit Oberbürgermeister Gnauth zur Besichtigung der Votivtafeln im Rathaus schreitet. Der Hintergrund ist im allgemeinen derselbe wie auf der vorigem. Eine dritte giebt die Stellung des Großherzogs und des Prinzen Wilhelm vor dem «Denkmal zur Abnahme des, Vorbeimarsches der Veteranen, Vereine, Schulen u. s. w. wieder. Auf ihr bemerken wir auch den Festredner, Pfarrer Dr. Naumann. Den Hintergrund bilden die Häuser der Ostseite des Marktplatzes, in deren Fenstern sich die Zuschauer wieder erkennen dürften. Bad-Nauheim, 15. Mai. Tie vielbeklagte Unzulänglichkeit der hiesigen Bahnhofszustände wurde gestern wieder durch einen bedauerlichen Vorfall illustriert. Eine um 5 Uhr 15 Min. mit dem > Zuge von Frankfurt angekommene ältere Dame stürzte einen Teil der namentlich an bedeckten Tagen ziemlich dunklen Treppe hinab, die vom Bahnsteig in die Stadt führt. Die Bedauernswerte zog sich eine bluttge Verletzung im Gesicht zu. Wenn man erwägt, daß bei dem Zustand vieler hier an kommenden Kurftemden auch an sich unbedeutende Unfälle infolge der damit verknüpften Erregung die ernstesten Folgen haben können, so scheint der berechtigte Wunsch doppelt angebracht, daß, solange die bisherigen Bahnhofs-- zustände bestehen bleibeü, wenigstens für eine ausreichende Beleuchtung der Bahnhof und Stadt verbindenden Fallstiege gesorgt werden möge. Vielleicht würde es sich auch empfehlen, auf dem Bahnsteig eine Warnungstafel etwa folgenden Inhalts anzubringen: „Tie verehrlichen Reisenden werden in ihrem eigenen Interesse gebeten, nicht den Hauptausgang (die Treppe herab), sondern die seitlichen Nebenausgänge zu benutzen." Tas würde ja nicht- gerade eine Ruhmestafel für die preußische Eisenbahnverwaltung, aber eine unter den gegebenen Verhältnissen seht angebrachte Einrichtung sein. n. Darmstadt, 16. Mai. Das frühere Palais des Prinzen Heinrich von Hessen, Wilhelminenstraße 34, von der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt erworben, wird gegenwärtig für die Zwecke dieser Anstalt umgebaut. Obgleich es sich hier teilweise um recht umfangreiche Arbeiten handelt, so wurde nicht, wie dies bei Staatsbauten geschehen soll, eine Submission ausgeschrieben, sondern die Arbeiten von dem Vorsitzenden dieser Anstalt nach seinem Belieben, ohne jede Konkurrenz einfach vergeben. Wenn nun auch für dieses Gebäude keine Staatsmittel Verwendung finden, so trögt dasselbe doch unzweifelhaft den Charakter einer Staatsanstalt, zu ivelcher der Staat und in noch hervorragender Weise der Gewerbestand durch seine gesetzlichen Beittagsleistungen herangezogen wird. Schon aus diesen Gründen sollten die berufenen Organe, und in erster Linie der Ausschuß dieser Versicherungsanstalt sich für verpflichtet erachten, die Interessen des Instituts und des Gewerbestandes nach allen Seiten wahrzunehmen und darüber zu wachen, daß jedem Handwerker die Möglichkeit zur Arbeitserwerbung gegeben wird. Durch die gänzlich unbegründete Bevorzugung einzelner wird die Unzufriedenheit in weiten Kreisen des Handwerks geradezu herausgefordert. Handwerker, die in den Pflichten ihres Berufes es unternommen und recht ftühzeitig den Vorsitzenden der Anstalt gebeten hatten, nicht etwa sie zu bevorzugen, sondern sie nur zur Konkurrenz zuzulassen, wurde nach ^.nger Zeit und nach mehrmaligem Ersuchen um einen Bescheid und Anwendung nicht üblicher Gebräuche die Antwort zu Leit, daß die Arbeiten bereits vergeben seien. Wir glauben, daß das Großtz. Ministerium des Innern als «ufsMbehördr, sowie au^ das Reichsversichcrungsamt ™ltr?,\CjC"L.PDrge^ «-r itzenden der Versicherns- Anstalt nicht einverstanden sein kann. Immerhin ist es bezeichnend, wenn am Vorabend des Beginns der Tbätia- keit der Handwerkskammer von sehr wohl berufenen Organen der Staatsverwaltung die Interessen des Handwerks so wenig beachtet werden, und es würde der Aussvrurd eines Reichstagsabgeordneten, der die Handwerkskammer als ein „leeres Ei" bezeichnete, zur Wahrheit werden Liegen die Sachen thatsächlich so, so wäre es allerdings wünschenswert, daß hier gründlich Wandel geschaffen Darmstadt, 15. Mai. Anläßlich des Besuchs der Torpedobootsdivision in den hessischen Rhein - städteu sandte der Großherzog gestern folgendes Telegramm ab: An Se. Maj. den Kaiser. Eurer Majestät melde Ich, daß Ich heute Eurer Majestät Rheintorpedobootsdivision an Meiner Landes- grenze in Bingen empfangen habe und mit derselben nach Mainz gefahren bin. Zum erstenmal vereint mit deutschen Kriegsschiffen in Meinem Land, drängt es Mich Eurer Majestät auszusprechen, welche Freude Mich und Mein Hessenland erfüllt beim Anblick eines Teiles unserer Wehrkraft, welcher mit dazu berufen ist, Deutschlands Größe zu erhalten. Ernst Ludwig. Der Kaiser antwortete: An Se. König!. Hoheit den Großherzog von Hessen. Ich danke Eurer Königlichen Hoheit von Herzen für den warmen patriotischen Empfang, welchen das Heffen- land unter Höchstihrer persönlichen Beteiligung der Rheintorpedobootsdivision bereitet hat. Wie dieselbe trotz aller Hindernisse immer weiter in das innere Deutschland vordringt, so wird auch, davon bin Ich überzeugt, die nationale Begeisterung, das Verständnis und das Interesse für unsere Aufgaben auf dem Wasser im deutschen Volke unter Führung seiner Fürsten immer weitere Fortschritte machen zum Wohle des zu Wasser wie zu Land Achtung gebietenden Vaterlandes. Wilhelm. Gestern nachmittag 4*/, Uhr traf die Erbprinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg, von Coburg kommend, hier ein und reiste um 5 Uhr in Begleitung der Hofdame Freiin v. Rotsmann, die zum Empfang hier erschienen war, nach Jagdschloß Wolssgarten weiter. — Der Großherzog begab sich heute früh von Jagdschloß Wolfsgarten in Begleitung des funktionierenden Generaladjutanten Freiherrn v. Senarclens-Grancy und Rittmeisters Kraemer nach dem Truppenübungsplatz bei Griesheim, wohnte der Besichtigung von drei Eskadronen des 1. Großh. Dragoner»Regiments Nr. 23 bei und kehrte sodann wieder nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. — Zur Vorbesprechung über die Gründung eines Hessischen GoethebuudeS zum Schutze von Wiffenschaft, Litteratur und Kunst fand Montagabend unter dem Vorsitz des Profeffors Dr. Har- nack im Kaisersaal eine Delegiertenversammlung statt. Es wurde nach eingehender Diskussion beschlossen, durch öffentlichen Aufruf alle interessierten Kreise zu einer konstituierenden Versammlung einzuladen, die am Freitag, abends 9 Uhr, im Kaisersaal stattfinden soll. Ein Statutenentwurf wurde durchberaten und angenommen. Für die öffentliche Versammlung hat Professor Dr. Harnack das einleitende Re- ferat übernommen. In Hechtshei», 14. Mai, wurde der bei dem Landwirte Jakob Stenner bedienstete Knecht Namens Kloos erstochen aufgefunden. Die Thal soll bei einem Streit begangen worven sein. Gestern nachmittag trafen die Staatsanwaltschaft und der Untersuchungsrichter, sowie Medizinalrat Dr. Balser hier ein. Die Leiche des Kloos wurde von letzterem seziert. Der Tod ist erfolgt durch einen Meffer- stich, der die Lunge durchbohrt hat. Weiter zeigt die Leiche aber Spuren von einer unbeschreiblich rohen, geradezu tierischen Handlungsweise. Der Kopf, wie der Unterleib sind durch Fußtritte arg verletzt. Die Thäter müffen mit aller ihnen zu Gebote stehenden Kraft auf den am Boden liegenden und mit dem Tode ringenden herumgetreten sein. Durch die eingeleitete Untersuchung und die Borermitteluugen der Gendarmerie bekam man Kenntnis über den ungefähren Hergang bei der Ermordung und die Thäter selbst. Zwischen 11 und 12 Uhr nachts hat sich der Vorgang in der Mainzer Straße abgespielt. Eines Frauenzimmers wegen dürften die Thäter mit dem Ermordeten in Streit geraten fein. Als sie sahen, daß ihr Gegner tot war, haben die, man muß sagen, „vertierten" Menschen, den Toten aufgehoben, vor das Gemeindehaus getragen, und dort angegeben, sie hätten den Toten eben in der Mainzer Straße liegend aufgefunden. Vernehmungen fanden gleich gestern nachmittag statt. Sämtliche Ausgänge des Ortes waren durch Gens- darmen besetzt, und diese verhafteten die Thäter. Im Ganzen wurden sieben Burschen verhaftet, von denen der jüngste 17, der älteste 23 Jahre alt ist. Die Namen sind Sttößinger (dieser wurde morgens gefoppt und hat daraufhin die nachfolgenden Mitthäter verraten), die Brüder Sippe!, Löb, Kaltenbach, Borstel und Orth. Alle sieben wurden noch gestern abend aneinander geschloffen von Gendarmen in die Stadt gebracht und in das Untersuchungsgefängnis, in dem sie einzeln inhaftiert wurden, eingeliefert. •* Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In Friedberg ließ man am 13. d. M. 16000 Brieftauben, die von Solingen und Remscheid aus mit der Bahn dahingebracht waren, auffliegen. — In der Nacht zum Sonntag wurden in der Frankfurter Straße in Marburg beim Morgengrauen die Laternen wieder angezündet und mitgenommene Ascheneimer und Restaurationslaternen an den Bäumen aufgehängt. — In Offenbach a. M. fand eine Versammlung von Frankfurter und Offenbacher Ju- tereffenten der Portefeuilles- und Sattlerwaren-Jndufirie statt. ES wurde eine Vereinigung der Portefeuilles- und Sattlerwaren Industriellen zur Wahrung der gemeinsame« Annersla Um 3 i • grnei Minz Nn ~ Hr bti8e Anläßlich dn iMheini war 6. ®- -Md N® II* M« l-jt Berliner \ SSattin W mehrerer her' Idatz einer der j schäft, dm G 'M anbeim zu einem en zn einer he Me Vntzle knzwislhen i tag tarn H • fan> bet 3l iöie Parteien beif xnö ®i dingungen so! Barckre" ge , Herr v. G. sei lei, der diese! serttngen sich der M 0lö war, uurbt e IW fä a/SO iWrde tzchel • Von Denffche $ seieüich exoi schast unb l - An bei ßellungsPa Verzögerung Wchrspiege Maschinen Wen ihre Magdeburg«! Nentoidel LchAe M Tagen ins. Abmessung Panierend treten« di, • Ei -iglione da« Fest i Dirosees ß Aarlen auf 1U ' 2oöi zu iB--' Ä, SÄ M-g M „ Der w MW« Hf» in der ® &V t ; gebracht- ® Xv nnniünd Jagd und Spart. MaeMUMe« Eisschränke Rasenmäher Gartenmöbel 3569 ?«n uerb.iiufen vom Ufer entfernt waren, kenterten sie. 30 bis 40 Leute sind ertrunken, 13 wurden gereitet. ^dbes .heute .selben M dnt «it bett lj9t es Nij 2°,Mich w Tnl-sqq, DA,chl«j, ittblBig. h^zog Do, n Hessen ^gderRhm :lbe Kotz oIr vtschlaud bot, überzeugt, du unb das 3> er iw deutsch« r weitere z»ri- : wie zu Lat Wilheli. bpriuzessii lrg, Don U ' in Stgitifing frtyfang M tu wfttt. - 'MM i Gennat- KtttmeiM GneShnrn, Sl.Trvßh. ianu wieder cbefprechuRß hedundeS Kunst fand i Dr. Har« g statt. Er bMi^b^eut« Mtuierendes abttibi 9 Uhr, entwurf wurde ffentliche 8er« einleilenbt Re« Sportwagen für Kinder «ud Pspperr, starke Leiter- u. Kastenwagen, Schubkarren, Ainderstühke, Botanisier- und Brotbüchsen etc. I* großer Auswahl, Gummibälle, Keif- aei jedertN-ZM, Lawn-Tennis-Spiele, beste jmm-Skimis-Schlägn uni -Mk, Turnapparate, Ringschaukeln, Croqnets. Deutscher Ilotten-Merein PriMM>-A«ssch«ß fit die jftflffli; Ndnheßk«. Einladung. Am Dienstag, dem 22. Wai, aöends 8% Uhr, findet im Caf6 Ebel Hierselbst die satzung-mäßige Jahresversammlung des Vereins statt, wozu der gesamte Vorstand und alle Vereinsmitglieder ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Abnahme der Jahresrechnung. 3. Neuwahl des Vorstandes. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 3560 Der Vorsitzende: Prof. Dr. W. Onckerr. um 24. und 25. Juni d. I. in dem dazu erweiterten großen Garten der Aestauration W. Ainu O statt. ' Das Fest-Comite. Gerichtssaat. 1. Gieße«, 15. Mai. Die heutige Strafkammer verurteilte I die Ehefrauen I. und Sch. aus Gießen wegen Diebstahls zu einer Ge- I fängnisstrase von 3 Monaten bezw. 1 Woche. Beide hatten des öfteren I an der Ausladestelle des Bahnhofs Kohlen aufgelesen. Da jene oft vor- I bestraft, diese unbestraft, ist der große Unterschied im Strafmaß er- I klärlich — Der Schuhmachermeister T. aus R. war laut Urteil des I Schöffengerichts Grünberg wegen Betrugsversuchs in eine HaWrase von I 3 Tagen verurteilt worden, weil er üch gelegentlich der Abschätzung des I während der Manöver verursachten Flurschadens einen unrechtmäßigen I Vermdgensvortetl dadurch hatte sichern wollen, daß er durch Aush^ung I von Kartoffeln die Abschätzungskommisfion zu täuschen versuchte. Er er- I wirkt durch die Berufung heute ein fteisprechendes Urteil. — Wegen 1 Ausspielung eines Teppichs ohne Genehmigung erhielt E. N. aus Schw. ! eine Geldstrafe von 10 Mk. - Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, I hat der Dienstknecht D. aus W. auf der Anklagebank Platz genommen, I um sich wegen Körperverletzung mit töllichem Ausgang zu verantworten. I Der Angeklagte ist erst 17 Jahre alt. Er hat einem Mitknecht emen I Hieb mit dem Peitschenstiel gegen den Kopf versetzt, an dessen Folgen I jener gestorben ist. Der Angeklagte erhält eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten unter Anrechnung der erlittenen nahezu zweimonatlichen I Nntersmhungsh ? x; chj. Ein hiefiger Fuhrknecht erhielt wegen Körper- I Verletzung 6 Wochen Gefängnis, dagegen wird das Verfahren gegen I einen hiesigen jungen Kaufmann eingestellt, well die Anklage weaen schwerer Körperverletzung nicht aufrecht erhalten werden konnte, und der Verletzte auf die Stellung eines Strafantrags verzichtete. Des weiteren werden 2 junge Burschen aus Großen-Buseck ebenfalls wegen Körperverletzung zur Verantwortung gezogen; ebenfiMs werden zwei Burschen aus Staufenberg wegen emer gleichen Strasthat unter Annahme mlldernder Umstände zu einer Geldstrafe von ie 25 Mk. | und zur Zahlung einer Geldbuße an den Verletzten m Höhe von je 20 Mk. verurteilt __ . _ __ Matrrz, 14. Mai. In der heutigen Sitzung der Strafkammer des Landgerichts wurde gegen den Landwirt Schott von Essenheim, der vor einigen Monaten wegen Tötung eines Jagd Hüters m dem Ober-Olmer Wald verhaftet worden war, verhandelt. Die Anklage wegen Tötung des Jagdhüters wurde fallen gelaffen und hatte sich Schott nur noch wegen Jagdfrevels zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft beantragte zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht kompensierte die Strafe mit der Untersuchungshaft, worauf Schott auf freien Fuß gesetzt von Frabrikationsgeheimnifi-rr ist von Seiten der ausländffchen Konkurrenz gang und gäbe. In Elberfeld standen dieser Tage, wie das Patentbureau Reichau & Schilling, Berlin mitteilt, der Werkmeister G., Buchhalter S., Ingenieur D. und Kaufmann P. vor der Strafkammer. Sie waren bei der rheinischen Filiale der englischen Jointleff-Radfelgenfabrik-Birmingham angestellt und hatten den Arbeiter P. für Geld und gute Worte bewogen, m eme rheinische deutsche Konkurrenzfabrik einzutreten, wobei er sich zur Geheimhaltung der von chm in der deutschen Fabrik erworbenen Kenntnisse verpflichten mußte. Die ausspionierten Fabrikationsgeheimnisse gab der Arbeiter P. nach nur zehntägiger Arbeit in der deutschen Fabrik an die englische Konkurrenzfabrik ab und versuchte dann noch in eine zweite deutsche Konkurrenzsabrik einzutreten, um ein Felgenverzmnungsverfahren auszukundschaften. Es gelang ihm dies nicht. Dank dem Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb wurde er verhaftet und hatte sich nun mit seinen Anstiftern zu verantworten. Letztere hatten ihn übrigens mit einem umfangreichen Fragebuch ausgerüstet bevor er auf Spionage ging. Der Arbeiter und der Hauptanstifter erhielten je drei, die anderen Anstifter je einen Monat Gefängnis, während die eigentliche Anstifterin, die englische Firma in Birmingham, natürlich frei ausging. Kekanntmachung. Donnerstag den 17. ***' mittags 3 tthr, sollen dahier Neu- wdt 55, Haus- und Küchengeräte aller Art zwangsweise gegen bar versteigen Verden. Gießen, den 16. Mm 1900. rb86 Seipel, Gerichtsvollzieher. Stähl Schlachthaus. Freibank. 3538 Heute «ud morgen: Slhmeimflkislh 30 M. Die Feier des 35jähr. Bestehens des Gesangvereins Eintracht findet 02170] Arbeitspferd preiswert zu verkaufen. Hoflohnkutschei- Huhn. Vermischter. • Erneute starke Schneefälle werden aus der Provinz Posen und den Königreichen Sachsen und Württemberg gemeldet. • Neber das Duell, das am Sonntagmorgen gegen ; Uhr beiBerlin ausgefochten wurde, wird noch berichtet: Anläßlich der Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen Wilhelm war mit seiner Gattin auch der Fideikommiß- besitzer v. G. nach Berlin gekommen und hatte in einem Hotel Wohnung genommen. Der Gatte, ein sehr lebens- lüftiger früherer Gardeoffizier, suchte seine Freunde und die Berliner Balllokale recht reichlich auf und ließ seine Gattin vielfach allein. Eines Abends war er in Gesellschaft mehrerer Herren in einem Ballsaal. Hier ereignete es sich, daß einer der Herren, Mitglied einer auswärtigen Gesandtschaft, dem Ehegatten eine Bemerkung über seine sich jedenfalls anderweitig Zerstreuung suchende Gattin machte, was zu einem erregten Wortwechsel führte und die Veranlassung zu einer Herausforderung mit schweren Bedingungen gab. Alle Bergleichsversuche scheiterten an der Hartnäckigkeit des inzwischen wieder abgereisten Rittergutsbesitzers. Am Samstag kam Herr v. G. wieder nach Berlin, und Sonntag früh fand der Zweikampf statt. Um 6 Uhr fuhren in zwei Wagen die Parteien zum Grünewald hinaus, und zwischen Zehlendorf und Wannsee wurde Aufstellung genommen. Die Bedingungen sollen „dreimaliger Kugelwechsel und zehn Schritt Barriöre" gelautet haben. Nach dem zweiten Gang brachte Herr v. G. seinem Gegner einen Schuß in die rechte Schulter bei, der diesen kampfunfähig machte. Nach diesem Gange vertrugen sich die Gegner durch Handschlag, und nachdem der zum Glück uicht lebensgefährlich Verwundete verbunden war, wurde er nach seiner Wohnung geschafft. Herr v. G. hat sich als Offizier der Landwehr sofort seiner vorgesetzten Behörde gestellt. • Bon der Pariser Weltausstellung. Das Deutsche Haus in der Ausstellung wurde am 15. d. M. feierlich eröffnet. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Botschaft und der deutschen Kolonie wohnten dem Festakte bei. — An demselben Tage brach in dem elektrischen Aus- stetungs Palast eine Feuersbrunst aus, die eine wettere Verzögerung der Fertigstellung der elektrisch zu beleuchtenden Wasserspiegel zur Folge hatte. — Die deutsche Maschinen-Abteilung nähert sich , letzt mtt Riesenschritten ihrer Vollendung. U. a. hat die Firma R. Wolf, Magdeburg-Buckau, die wieder in erfolgreichster Weise den hochentwickelten deutschen Lokomobilenbau vertritt, ihre aus- gestellte 200—300pferdige Compound-Lokomobile vor einigen Tagen in Betrieb gesetzt. Diese Lokomobile, die durch ihre Abmessungen und ihre elegante Ausführung wahrhaft imponierend wirkt, ist die einzige mit Dampf betriebene Ver- ireterin dieser Maschinengattung in der Maschinenhalle. • Ein schweres Unglück ereignete sich m Ron- ’ inlionc bei Rom. Die Bevölkerung feierte am 14. d. M. das Fest der Santa Lucia, deren Kapelle am Ufer des Lirosees liegt. Als zwei mit jungen Leuten dicht gefüllte Barken auf dem Rückwege von der Kapelle noch 300 Meter Schiffsmchrichteu Norddeutscher Llovd. Vertreten in Gießen durch die Agenten- Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) 2)« Doppelschrauben-Postdampfer „2R6 wbt M tim zrigl bit W oben, gerader» . der Unkerle'« iter mnfrn mit den am Boden ^getreten fein, oreronltelnngro den ungefähre" selbst. 8** in der Mninzfr ibn M- ** I sä* brt •* K-» jSS?** fH* * ***** 9 Eonnenstraße LS. 3582 fressen dieses Erwerbszweiges begründet. — Die Bischoss^- »eihe des Professors Dr. Brück wird, der „Frkf. Ztg- wfalge, am nächste» Sonntag unter großen Feierlichkeiten m Dom zu Mainz durch ben Erzbischof Dr. Noerber non Freiburg und die Bischöfe Willi von Limburg und Ludert von Fulda vorgenommen. — Auf dem Fr aut- futter Ostbahnhofe wollte man em wertvolles Rennpferd in einen Waggon verladen. Auf dem benutzten Stea glitt das Tier aus, that einen mächtigen Sprung unb rannte sich den Schädel em sodaß eS mErttan ver- riidete Der Schaden beläuft sich auf 25—30 000 Mark. L Der bei der Bootskatastrophe seinerzeit verunglückte Gdmnafiallehrer Ricker aus Neiße ist bei St. Goars- bausen geländet worden. — Der in Worms wohnhafte frühere Besitzer der Privatpostanstalt Wormatia, Boniffer, ist in der Gemarkung Osthofen tot aufgefunden worden. Den Tod hatte er sich mittels eines Revolverschusses bei- gebracht. Boniffer hinterläßt seine Frau mit neun größten* tcls unmündigen Kindern.__ Neueste Meldungen. Plauen i. B., 16. Mai. Seit gestern herrscht hier und im übrigen Vogtlande großes Schneetreüb e«f Es schneit unaufhörlich. Der Schnee liegt bereits fußhoch. Vorher war große Kälte und regnerisches Wetter. AllePflanzen sind verdorben. Auch wird H o ch- wasser befürchtet. Paris, 16. Mai. Ter „Figaro" zweifelt an der von mehreren Blättern gebrachten Nachricht von dem B e - suche des Zaren in Paris. Es sei beschlossen, daß der Zar nicht nach Darmstadt reist. Er werde im August den großen Manövern in Böhmen beiwohne^ und dann nach der Krim reisen. Für einen etwaigen Besuch der Pariser Ausstellung bliebe daher nur der Monah Juli übrig. P a r i s, 15. Mai. Dem „Gaulois" zufolge ist D r e y - fus gestern in Paris, aus der Schweiz kommend, em- qetrosfen. Er machte in der Stadt verschiedene Besuche. Rom, 16. Mai. Nach der gesttigen Kammersitz-- ung, begab sich der Ministerpräsident Pelloux sofort zur Bahn, um den aus Neapel zurückkehrenden König über das Geschehene zu informieren. Heute um 11 Uhr fand ein Ministerr at statt. Ein Teil der Minister will sofortige Neuwahlen, ein anderer sttitte Anwendung des , neuen Reglements, d. h. die Sitzungen unter dem Schutze des Militärs abhalten. Jetzt oder nie ist nach, ihrer Meinung der Moment gekommen, in dem die Regierung ihre starke Hand beiveisen muß. Der Präsident der Kammer beabsichtigt die Besttmmungen des Reglements gegen die Ruhestörer im Hause unnachsichtlich in Anwendung bringen und die Tumultuanten nötigenfalls durch Karabinieri aus der Aula entfernen zu lassen. Die Kaltblütigkeit des Kammerpräsidenten sowie die an Crispi erinnernde energische Sprack>e Pelloux' läßt darauf schließen, daß diesmal mit der Obsttuttion wirklich aufgeräumt werden soll. Außerdem war den Herren von der äußersten Linken an- I zumerken, daß sie lieber auf ihre undankbare Rolle ver- I richtet hätten, aber mitmachen müssen, um sich nicht zu I blamieren. Die Partei Zanardelli-Giolitti (sekder Majestät I allergetreueste Opposition) verhält sich analog der Weisun- I ihres in Palermo gebliebenen greisen Häuptlings Zanar- I delli mäuschenstill. — Zur Staffettenfahri Stratzvurg-Berlia (773 km) tragen wir noch nach, daß die Fahrt vornehmlich den Zweck hatte, den militärischen Wert längerer Staffelten festzustellen. Im ganzen haben sich 214 Fahrer — ausschließlich Mitglieder der „Union* — daran beteiligt. Die kürzeste Zeit für eine bestimmte Strecke legten die Frankfurter Fahrer zurück, die die 42,2 km lange Strecke Frankfurt a. M.— Gelnhausen in 1 Stunde 5 Minuten absolvierten. Bon Wittenberg ab, 93 km von Berlin entfernt, Übernahmen Berliner Fahrer den Dienst und lieferten um 3 Uhr 4 Minuten das Schreiben im Reichskanzler« palais in der Wilhelmfiraße ab, wo sie vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe persönlich empfangen und eingehend nach dem Verlauf der Fahrt befragt wurden. Die Fahrt, welche somit 33 Stunden 40 Min. in Anspruch nahm, führte über folgende Strecken unb Stationen, denen wir die Kilometerentfernung und die Ankunftszeiten beifügen: Abfahrt in Straßburg i. E. Samstag früh 5 Uhr, Lichtenau (30,3, 6,05), Rastatt (52, 6,56), Durlach (78,9 7,50), Mingolshain (108,5, 8,49), Heidelberg (132,7, 9,37), Heppenheim (160,9, 10,34), Darmstadt (189,6, 1145), Frankfurt a. M. (218,3, 1,00), Gelnhausen i.260,5, 2,10), Schlüchtern (392, 3,20), Flieden 303,1, 3,45), Fulda (322,2, 4,34), Schlitz (342,7, 5,50), Hersseld (371,1, 6,50), Hühnebuch 397,1, 8,20), Eisenach (431,8, 10,5), Mechterstädt (447,4, 10,49), Gotha (463,9, 11 32)7 Erfurt (488,9, 12,35), Weimar (514,8, 1,39), Eckartsburg (540,7, 3,53), Kösen (553,7, 4,20), Weisenfels 578,2, 5,50), Halle (611 7 8,15), Bitterfeld (641,3, 9,15), Gräfenhainichen (658, 10,07), Wittenberge (680, 11,03), Treuenbrietzen (713,4, 12,15), Potsdam (749,6, 1,45), Friedenau-Berlin (773,6, 2,40). Saude! und Verkehr. ÄockswittschLs^ Kranklurter Börse vom 15. Mai. Wechsel aal New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult Mai i.lOJ/o, do. per alt Juni 2.00®/«, Diekonfe-Kommandit per ult. -Ma* 1.05 ,o, per ult. Juni 2.00«/», Lombarden per ult Mai 0.50 /c, do. per ult. Joni 0.00«/ , Berliner Handelagea. per ult. Juni Notierungen: Kreditaktion 225.20-00.000 J^nto- Kommandit 185.90-30.000, Staatebahn 185.40-00-00 ' Lombarden 26.00-00 00, Ungar. Goldrente d7 ^d Italiener , 8prt>2. Mexikaner 25.50, Oeeterr Coupons 84. Amenk. Coupon« 4.188/<, Privat-Diskont 4«/g B. 48/<°/o G. lUhr: Kreditaktien 225.20-00.00-000 , Di,k<»to-Kom- mandit 185^0-20-50.000, Staatabahn 000.00-00-00, Lombarden - • bis 00.00. Mrürrbera, 12. Rai. Fruchtmarkt. Weizen 14,00-16 00 Mark, Korn 14^0-16,50 Mark, Gerste "^0-l6,00 Mark, Hafer 14,50-15,00 Mark, Erbsen 00,00-00,00 Mark, Linsen 00,00-00,00 Mark. Kartoffeln 3, w-4,40 Mark.____ §5cvw