1OOO Samstag den 17. Februar Aweils'A B5E Ucjugsprcis vierteljät.rl. Mk 2,2» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle* vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-LermittlungSsteklen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis-, lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Meßmer Anzeiger Heneral-"Unzeiger Nr. 4» txfttbri »glich mir Ausnahme de» Montag». Die Gießener 5H**tne*IC4ttcr »erden dem Anzeiger 6*i »echfe! mit ,M Sandwirl- m. „Blätter üftr befl. Volkskunde- »gchA. 4 »Oldeigelegt. ■ ■*•»»< »•« «nzeigen ,u der nachmittags für l^n -nl-rn»" t«e erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Wddestellungen spätesten» abend» vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen. GedrAi»«, «ppeditton und Druckerei: Kchutstraße Nr. 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hießen« Fernsprecher Nr. 51. GratrnKeilageu: Gießener' Zamsiienblätter, Der hessische Landwirt Dlallcr für hessische Volkskunde.__ * Vom Kriegsschauplatz. Heute kommt das erste Lebenszeichen wieder von dem dreifach geschlagenen General Buller. Er hat sein Hauptquartier von Springsteld-Brücke, wohin er nach seinem letzten verunglückten Entsatzversuch zurückgedrängt war, wieder nach Chieveley, südlich von Colenso an der Bahnlinie Pretoria-Ladysmith-Durban zu- rückoerlegt, das Richtigste, was er thun konnte. So hat er doch wenigstens die Möglichkeit, etwaigen Umklammerungsversuchen der Buren zu entgehen und sich rückwärts nach seiner Operationsbasis Pietermaritzburg zu konzentrieren. Jedenfalls hat Buller sein Hauptkorps in Chieveley beisammen, während seine Vortruppen noch die von ihm gebaute Feldbahn Springfield Chieveley halten und die vollständige Rückbeförderung des Trains decken. Der erste Teil des Telegramms bestätigt, daß die Buren, nachdem sie Buller über den Tugela zurückgeworfen, denselben ihrerseits überschritten, und sich am südlichen Ufer festgesetzt haben. Ob der Aufklärungsmarsch Dundonalds ebenfalls bei Springsield stattgefunden hat, geht aus der Depesche leider nicht deutlich hervor; er kann auch von Chieveley, etwa in östlicher Richtung erfolgt sein, wo die Buren sich schon lange festgesetzt halten. Von einer weitausgreifenden Umgehung Bullers durch Joubert, die erst gemeldet wurde, kann wohl noch nicht die Rede sein. Wir raten derartigen Nachrichten gegenüber wiederholt Vorsicht an. Was Buller jetzt eigentlich beginnen will schwebt noch vollständig im Dunkel. Vielleicht versucht er den Tugela nun östlich von Colenso zu überschreiten, was wir aber schon als unwahrscheinlich bezeichneten, oder erfordert den Neber- gang nochmals westlich der Stadt, was englische Blätter annehmen, oder aber er „hält Natal", wie er selbst sich geäußert haben soll, d.h.er bleibt südlich de« Tugela liegen und bindet dort einen großen Teil der burischen Streitmacht, die sonst am Modderriver oder im Norden der Kapkolonie bessere Verwendung finden könnte. Er wird sich wohl für das letztere entschieden haben. An weiteren Nachrichten liegen folgende Telegramme vor: c i Loudon, 15. Februar. Die amtliche Meldung, daß der langerwartete britische Einfall in den Oranjefreistaat endlich unter günstigen Auspizien begonnen hat, verursacht unendliche« Freude, und drängt die Ereignisse auf den anderen Kriegstheatern in Südafrika in den Hintergrund. Die „Times" erwartet von den Operationen des Lord Roberts während der letzten drei Tage strategische Folgen von höchstem Werte; nicht nur habe Roberts große Fortschritte in der Umgehung der furchtbaren Burenstellung bei Magersfontein gemacht, sondern die direkten Verbindungen zwischen dieser Stellung und ihrem Stützpunkt bei Bloemfontein abgeschnitten und festen Fuß auf ihnen ge- faßt. Die Anwesenheit einer großen britischen Truppenmacht im Oranjestaat müsie die Aussichten des Krieges für die Buren ändern. (?) — Dem „Morning Herald" zufolge soll Buller mit einer starken Division über Kapstadt nach de Aar gehen, um einen Flankenmarsch gegen die Buren auszuführen. Warren soll die Buren bei Ladysmith festhalten, bis der neue Plan in Fluß gekommen sei. — „Herald" will wissen, die Regierung wolle den Armee-Erlaß zurückziehen, weil ihre eigene Partei im Unterhause ihm feindlich entgegentrete. London, 15. Februar. AuS Fröre wird gemeldet, das Bombardement von Ladysmith dauere fort. Die Buren haben von TrichardtSfurt und dem Spionkop bis östlich vom Halangwana Verteidigungswerke auf beiden Seiten des Tugela aufgeworfen; sie haben auch drei Holzbrücken über den Tugela gebaut und einen Drahtseil-Apparat angebracht, um Proviant und Munition hinüberzuschaffen. Brüffel, 15. Februar. Soweit verläßliche Nachrichten vorliegen, verlegte General Buller sein Hauptquartier nach Chieveley zurück, wo er sich bemüht, den Weg nach Pietermaritzburg gegen die Buren zu halten. Deutscher Reichstag. 149. Sitzung vom 15. Februar. 1 Uhr. Die Beratung des Kolonial-Etats wird fortgesetzt. Beim Etat für Südafrika wird die weitere Forderung für die Eisenbahn Swakop- mund-Windhoek debattelos genehmigt. Auch die auf die Kolonial Ver- waltung bezüglichen Stellen des Etats des Auswärtigen Amtes werden debattelos genehmigt. Eine Forderung von 1 753 000 Mk. zur Erwerbung eines Grundstückes für ein Dienstgebäude für die koloniale Centralverwaltung sowie zugleich als erste Baurate waren von der Kommission gestrichen worden. Das Haus genehmigte die Streichung debattelos. Es folgt der Etat der elsaß-lothringischen Eisenbahnen. Die Kommission beantragt hierzu zwei Resolutionen: eine betreffend Aufhebung der billigen Sondertarife für den Kohlen-Transport, eine zweite betreffend Vorlegung von Nachweisen über die thatsächliche Dienstzeit des Fahr- und Stations-Personals. Beim Titel fortdauernde Ausgaben beantragt Abg. Müller- Sagan Ureis. Volksp ) eine Resolution betreffend Herabsetzung des von beurlaubten Mannschaften vom Feldwebel abwärts zn zahlenden Kilometer-Satzes von 1,5 Pfg. aus 1 Pfg. Weiter beantragt Redner eine Resolution betreffend Herabsetzung der Personentarife. Minister Thielen lehnt letzteres Verlangen ab. Der Personenverkehr habe sich auch unter dem gegenwärtigen Tarif gut entwickelt. (Heiterkeit.) Was den ersteren Punkt anlange, die Ermäßigung des Militärtarifs, so sei er nicht ermächtigt, darauf eine Erklärung abzugeben. Abg. Haas (Els.) bringt eine Reihe von Beschwerden vor. Minister Thielen erwidert, die Verwaltung sei bestrebt, die v-Züge vom Lokal-Verkehr zu entlasten, aber grade auch nach dieser Richtung hin seien die so viel bemängelten Platzkarten von Wert. Abg Riff (freis. Vp ) bespricht den Bffchweiler Eisenbahnunfall, bei welchem eine unglückliche Verkettung von Umständen vorgelegen habe. Hoffentlich würde der Schadenersatz gegenüber den Angehörigen der verunglückten Beamten nicht versäumt. Redner spricht noch den Wunsch nach einer Reform der Personentarife aus. Abg. Graf B e r n st o r f f (Rp ) hält ebenfalls eine Reform der Personentarife für dringend wünschenswert. Minister Thielen antwortet, falls eine Reform erfolge werde auch der Bequemlichkeit des Reisens Rechnung getragen werden. Anstatt der Rückfahrtkarten würden zwei einfache Karten gelöst werden müffen. Ein Rabatt würde dann aber nicht mehr möglich sein. Es ist noch eine Resolution Haas (Els.) eingegangen, welche für die Teilnehmer an Genossenschafts- und Darlehnskassen rc. Verbandstagen freie Rückfahrt verlangt. Nach weiterer kurzer Debatte wird der Titel 1 bewillig:. Die Abstimmungen über die Resolutionen sollen erst bei der dritten Lesung erfolgen. Beim Kapitel Besoldungen erwidert auf eme Beschwerde des Abg. Haas der Regierungs-Vertreter, daß das Sammeln unter den Beamten für Ehrengaben verboten sei. Das Zirkulieren von Bettrttts- listen zum Flotten-Verein unter den Beamten sei eine private An- gelegenheit.^^^jgung beg Ordinariums vertagt sich das Haus. Morgen 1 Uhr Fortsetzung der Etatberatung und Antrag Münch- Färber betr. Landelskammern im Auslande. Schluß 6 Uhr. Telegramme des „Gießeuer Anzeiger". London, 16. Februar. Nach Telegrammen der „Morning Post" aus Chieveley und Springfield haben die Buren den Tugela überschritten und die frühere Stellung der Engländer bei Spearmans Farm besetzt. Am 13. griffen sie die englischen Vorposten jenseits der Spearmans- Brücke an, wobei ein Leutnant und 6 Mann gefangen genommen wurden. Lord Dundonalds Rekognoszierung vom 13. d. M. endete mit dessen Rückzüge, wobei sein Nachtrab hart bedrängt wurde. Mehrere Batterieen und berittene Infanterie warfen sich den Verfolgern entgegen, und Dun- donald gelangte glücklich ins Lager zurück. London, 16. Februar. Ein Telegramm aus dem Burenlager vor Ladysmith meldet, daß General Botha an der Spitze einer kleinen Abteilung Buren den Tugela überschritten und die früher von den Engländern inne gehabten Stellungen bezogen habe. Die Abteilung geriet in ein Gefecht mit den englischen Lanzenreitern, wobei 13 von den letzteren getötet oder verwundet wurden. Brussel, 17. Februar. In den letzten Tagen erhielten die Buren an der Oranjegrenze fortgesetzt Verstärkungen, sodaß daselbst 20000 Bewaffnete unter General Cronje stehen. Man glaubt hier, daß General Joubert sich nach dem Modderfluß begeben wird. den Volkes, Pie Steigerung britischer Anmaßung und Ueber- hebung bis zur Unerträglichkeit bedeuten. Die Engländer möchten ihr militärisches Prestige wieder Herstellen und wir vermögen,.wie gesagt, dies Gefühl zu würdigen. Aber ist es auch möglich? Wie man die Dinge auch ansehen mag, diese Frage muß entschieden verneint werden. Daß der Engländer ein tapferer Soldat, em mutiger Offizier ist, weiß alle Welt und braucht nicht erst bewiesen zu werden. Aber ebenso gewiß ist auch, daß er kein guter Soldat und kein tüchtiger Offizier ist, und wenn schließlich das gewaltige Britenreich die kleinen Burenstaaten unterwirft, wenn Zweimalhunderttausend Notröcke, die um die Hälfte schwächeren Burenheere niederzwingen, so ist da von militärischem Ruhm absolut keine Rede, und das allgemeine Urteil über die Minderwertig-, feit der englischen Truppen kann dadurch nicht im geringsten eine Aenderung erleiden. Aber werden die Engländer sich in diese vernünftige Anschauungsweise ergeben? Das ist die Frage. Amllicher >iL Bekanntmachung. Da« Großherzogliche Ministerium des Innern hat die 3er Liverpool und London und Globe Versicherungsgesellschaft erteilte Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb im Groß- Herzogtum Heffen für die Feuer- und LebenSverficherungs brauche wegen Nichtbenutzung derselben für erloschen erklärt. Gießen, den 13. Februar 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. = Vermittlung? Die bereits mitgeteilte Meldung, daß man in Brüssel mach der nächsten Schlacht in Südafrika — die man schon fast selbstverständlich als eine neue englische Niederlage d-etrachtet — eine Intervention oder richtiger Vermittelung des deutschen Kaisers erwartet, tritt mit etwas größerer Sicherheit und auch mit größerer innerer Wahrschein- lichkeit auf, als es bei früheren ähnlich lautenden Meldungen der Fall war. Die Brüsseler Kreise, in denen man diese Information verbreitet, dürften bis dichl an die Umgebung des Ge- sVindten Dr Leyds hinanreichen, da im übrigen den Bewohner der belgischen Hauptstadt auch keine besseren Nach lichtenquellen zur Verfügung stehen, als den Bewohnern anderer festländischer Städte. Wenn nun auch die Vermutung nahe liegt, daß man es bei dieser Meldung mit ein ein Nachklang der Berliner Reise des Gesandten zu chun hat, so muß doch andererseits im Auge behalten werden, daß alle Gerüchte, wonach von dieser Reise be- ionders wichtige Folgen zu erwarten seien, bisher sehr entschieden dementiert worden sind. Aber es kommt etwas riibered hinzu, was ge'tade in diesem Augenblick den neuen Vermittelungsgerüchten größere Beachtung sichert als sonst. Natürlich kann niemals von einer Intervention die Rede sein, die von einer Vermittlung ihrem ganzen Charakter.nach verschieden ist. Eine Intervention wird von unbeteiligten Mächten angeboten und aufgedrängt und trägt in der Regel schon aus diesem Grunde einen unfreundlichen Charakter. Die Geschichte lehrt, daß sie, anstatt den Frieden herzustellen, vielmehr oft zum Kriege aeführt hat. Etwas anderes ist es um eine Vermittelung, die mit Aussicht auf Erfolg dann unternommen nierben, kann, wenn beide kriegführenbe Mächte barum ersuchen. Bisher war man aus Grünben, bie gewiß nirgenbs besser gewürbigt werben als in einem auf seine kriegerischen Leistungen so stolzen Lanbe wie Deutschlanb, in Eng- (unb nicht nur geneigt, jebes von außen kommenbe Vermittelungsanerbieten "als eine unfreunbliche Hanblung zu betrachten, fonbern auch keineswegs gesonnen, bie Initiative selbst zu ergreifen. Diese, wir wollen nicht sagen gerechtfertigte, wohl aber verstänbliche Haltung ber englischen Regierung jinbet, wie gar nicht bezweifelt werben kann, bie Zustimmung bes Parlaments unb der ungeheuren' Mehrheit der britischen Bevölkerung. Das wird auch von Denen bestätigt, die als Anhänger der Friedensbewegung dem Blutvergießen in Südafrika ein Ende machen möchten; das hat der radikale Abgeordnete Labouchere am eigenen Leibe erfahren müssen, als er in öffentlicher Versammlung für seine abweichende Meinung Propaganda machen wollte. Es erscheint trotzdem nicht ganz unmöglich, daß sich nach und nach den regierenden Kreisen das Gefühl aufge- »rängt hat, man führe in Südafrika einen hoffnungslosen Krieg. Der lange Kabinettsrat in London, die Besuche des Kaisers bei dem britischen Botschafter Lascelles hängen vielleicht mit dem Wunsche nach einer thunlichft ehrenvollen Beendigung des schimpflich begonnenen, unrühmlich und verlustreich geführten Krieges zusammen. Vielleicht! — Denn es sei nachdrücklich betont, baß die Wahrscheinlichkeit, daß es sich so verhält, zwar größer ist als früher, aber immer noch nicht sehr groß. Daß die Buren eine deutsche Vermittelung, wenn sie auf englisches Ersuchen unternommen würde, nicht zurückweisen würden, darf als feststehend angenommen beerben. Eine solche Entwickelung der Dinge könnte nur freudig begrüßt werden; es ist schon früher dargelegt worden, Nvarum eine so empfindliche Erschütterung der englisches Macht, wie sie eine Folge ihres definitiven Unterliegens in Südafrika sein müßte, mit Nichten für Deutschland als wünschenswert angesehen werden kann: das hat mit einer Vorliebe für die Engländer gar nichts zu thun, sondern isst das zwingende Ergebnis sehr nüchterner realpolitischer Erwägungen. Andererseits würde ein entschiedenes Ob- füegen der Briten höchst unerwünscht sein: es würde den Triumph einer ehr- unb gewissenlosen Politik, ben Untergang ber Selbstünbigkeit eines kernigen unb freiheitlieben Deutsches Reich. Berlin, 15. Febr. Zur gestrigen Mittagstafel beim Kaiserpaar waren geladen Prinz Heinrich und Erb- prinzessin von Sachsen-Meiningen. Um zweieinhalb Uhr empfing der Kaiser den türkischen Botschafter Tewfik Pascha und Prof. Döpler jun. Um dreieinhalb Uhr unternahm der Kaiser mit dem Prinzen Heinrich eine Ausfahrt. Heute Vormittag geleitete der Kaiser seinen Bruder, welcher um 9 Uhr nach Kiel abreiste, zum Bahnhof. Um 10 Uhr hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militärkabinctts v. Hahnke und empfing später den Architekten Ebhard, welcher Pläne, Entwürfe und Modelle der Hochkönigsburg i. E. vorlegte. Später aedachte der Kaiser nach Hubertusstock abzureisen. Die Kaiserin wird erst in einigen Tagen dorthin folgen. — Dem Bundesrat ist der Gesetzentwurf einer kaiserlichen Verordnung zugegangen, wonach die Bestimmungen über die Bildung der Handwerkskammern mit dem 1. April d. I. in Kraft treten. Dagegen sollen die Bestimmungen über die Befugnis zur Ausbildung von Lehrlingen und die Bildung von Ausschüssen für Gesellenprüfung erst am 1. Januar 1901 und bic Bestimmungen über die Erteilung des Meistertitels erst am 1. Oktober n. I. in Kraft treten. — Die „Nat. Ztg." schreibt zu dem von der „Schles. Volks-Ztg." angekündigten neuen Militär forde- r u n g e n: Es sei bekannt, daß bei den letzten Manöverw Versuche mit Maschinengewehren angestellt worden sind; ebenso bekannt dürfte aber auch sein, daß der gegenwärtig zur Beratung stehende Etat keine Neuforderungen in dieser Richtung bringt und daß die Friedenspräsenzstärke des Heeres gesetzlich festgeleat sei. Die Versuche mit dem Maschinengewehr würden selbstverständlich fortgesetzt. Die Nach- richt von der Einführung der Gewehre in dem von der „Schles. Volksztgj." gemeldeten Umfange beruht jedoch lediglich auf Kombination. — Dem Bundesrat ist ein am 31. Dezember 1899 in Berlin abgeschlossenes Uebereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn zum Schutze der Urheberrechte an Werken der Litteratur, Kunst und Photographie zugegangen. — Wie die Blätter melden, ist Oberbürgermeister Kirschner an der Influenza erkrankt. — Dem Bundesrate sind die Gesetzentwürfe von Bestimmungen für frie Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900, für bic land- und forstwirtschaftlichen Aufnahmen im Jahre 1900 und für die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900 zugegangen. • ~ Nach der „Germania" ist in dem Befinden des Abg. Dr. Lieber eine wesentliche Aenderung nicht zu verzeichnen. Die erste Hälfte der letzten Nacht war sehr unruhig, dann aber stellte sich ein stärkender Schlaf ein. Das Befinden war im Laufe des heutigen Vormittags wieder befriedigend. Der heute hier eingetroffene Kardinalfürstbischof Kopp aus Breslau ließ sogleich nach seinem Eintreffen über das Befinden des Erkrankten Erkundigungen einziehen. Kiel, 15. Februar. Anläßlich der Heimkehr des Prinzen Heinrich prangt die Stadt in Flaggen- und Guirlandenschmuck. Besonders prächtig sind der Bahnhofsplatz, die Holstenbrücke und der Marktplatz ausgeschmückt. Um 7 Uhr abends findet eine allgemeine Illumination statt. Der Festschmuck bleibt bis Sonntag bis nach der Beendigung des Festzuges bestehen. Oberpräsident von Koeller ist zum Empfang eingetroffen. Greiz, 15. Febr. Die Greizer halbamtliche Landeszeitung erfiärt es nach eingezogenen Erkundigungen für unrichtig, daß die fürstliche Regierung im Bundesrat der Flottenvorlage zugestimmt habe. (Die Nachricht verdient natürlich nur als Kuriosum nufgefaßt zu werden.) Ausland. Wien, 15. Februar. Die hiesigen Blätter bleiben gegenüber den offiziösen Dementis dabei, daß der Reichsfinanzminister Kalley in nächster Zeit mit mehreren ungarischen Parteiführern, besonders mit dem Abgeordneten Kossuth, Besprechungen haben wird, um die Opposition für die event. Aktionen der auswärtigen Politik zu gewinnen, sowie für die Flottenvermehrung und die Kolonialpolitik Propaganda zu machen, damit das Parlament zur größeren Machtentfaltung Oesterreich Ungarns seine Zustimmung gebe, falls die erstere durch auswärtige Verwickelungen bedingt werden sollte. Lissabon, 15. Februar. Die Regierung wird keinerlei Truppenverftärkungen nach Afrika entsenden. Madrid, 15. Februar. Der heute früh 1 Uhr beendete Ministerrat beschloß die Freilassung von 28 auf der Insel Chafarinas im Bagno befindlichen Barcelonaer Anarchisten. Lokales und Drovilyieiles. * * Von der Universität. An der am 19. d. M. stattfindenden feierlichen Einweihung des physikalischen und und physikalisch-chemischen Instituts werden außer den Mitgliedern der Landesuniversität 26 Ehrengäste teilnehmen, darunter die Spitzen der hiesigen Behörden, sodann der Minister des Inneren Rothe, der Geh. Staatsrat Krug von Nidda, der Geh. Oberbaurat Hofmann, ferner von auswärtigen Professoren: Koch, derzeitiger ReLtor der technischen .Hochschule in Darmstadt, V a n t H o s f, Charlottenburg, K r u d w i g, Lüttich, Riecks, Göttingen, Lenard, Kiel u. a. m. lieber das einzuweihende Gebäude machen wir nach den Beschreibungen seitens der Herren Institutsleiter in der „Physik. Zeitschr." 1899, Dezemberheft und in der „Chemiker-Zeitung" 1899, Nr. 75 nachfolgende weitere Mitteilungen: Das Gebäude ist in Sockelhöhe mit Lindorfer Basaltlava, im übrigen mit roten Blendziegeln verkleidet, die Architekturteile bestehen aus grauem Sandstein. Das mansardenförmige Dach ist in seinen geneigten Flächen geschiefert, oben mit Holzzement abgedeckt. Das hierdurch entstehende große Plateau kann für Versuche im Freien benutzt werden. Mit Ausnahme der hölzernen Decken über dem Erdgeschoß und denjenigen im eisenfreien Flügel sind die Zwischendecken aus Stampf beton zwischen Eisenträgern hergestellt. Der Raum für konstante Temperatur im Sockelgeschoß des eisenfreien Flügels wurde mit einem Betongerölle, in welches Zuganker aus Deltamaterial eingelegt sind, überdeckt. Die Decke über dem Raum für magnetische Versuche ist aus Holzbalken unter Vermeidung von Eifenklammern hergestellt, und als Holzkassettenoecke ausgebildet. Die vier steinernen Festplatten werden durch besondere Balken getragen, welche mit der sonstigen Decke keine Berührung haben. Beim inneren Ausbau dieses Flügels wurde ebenfalls alles Eisen vermieden und durch Kupfer oder Messing ersetzt. Der in der Mitte des Gebäudes befindliche Turm, der sich auf einem Quadrat von 4,90 Meter Seitenlänge 24 Meter hoch erhebt, stellt freie vertikale Höhen für Versuchszwecke zur Verfügung. Jene Plattform kann auch zu astronomischen Zwecken verwendet werden. Der große Hörsaal des physikalischen Instituts ist 11,50 Meter lang, 9,80 Meter breit, 7,75 Meter hoch, von oben und von der Seite beleuchtet. Er bietet einen 4 Meter breiten Raum zum Experimentieren, und 120 Sitzplätze in geraden nach hinten zu aufsteigenden Reihen. Es ist zu erwarten, daß die beiden neuen trefflich eingerichteten Institute unserer Alma mater neue Scharen von Zöglingen zuführen werden. * ** Von der Universität. Zur Errichtung von Bismarck- säulen in Friedrichsruhe und in Straßburg Els. hat die hiesige Studentenschaft 393 Mark aufgebracht, wozu die Korporationen 362 Mark, die Richtkorporationsstudenten 31 Mark steuerten. Das Ergebnis darf im Verhältnis zur Gesamtzahl der hier Studierenden als durchaus erfieulich bezeichnet werden. ** Stadtlheater. Wie wir schon mitteilteu, findet am nächsten Dienstag, dem 20. ds. Ms., die Benefiz- vorstellung für den hier allgemein beliebten Heldenvater Karl Walter statt. Derselbe hat sich dazu die Bauernkomödie mit Gesang „Der G'wissenswurm" von L. Anzengruber gewählt; wir sind überzeugt, daß Herr Walter damit eine gute Wahl getroffen hat, zumal unserem Theaterpublikum in dieser Saison noch keine bayerische Dialektkomödie zu sehen Gelegenheit gegeben wurde. ** Konzerthaus vier Jahreszeiten: Ab 17. Februar wird das Kasseler Reichshallen-Ensemble in drei täglichem Gastspiel in den „Vier Jahreszeiten" debütieren. Selbiges erfreute sich in Kassel bekanntlich eines guten Rufes und wird sich auch hier beim Publikum durch genußreiche Abende zu rechtfertigen wiffen. Da das Gebotene nach Kasseler Berichten sehenswert ist, dürfte ein Besuch der „Vier Jahreszeiten" bestens zu empfehlen sein. (Siehe Inserat). ** Vakanzen im Bezirk des 18. Armeekorps. Braubach, Magistrat, Polizei- und Stadtdiener, sowie Vollziehungsbeamter, Anfangsgehalt 900 Mark, ca. 300 Mk» Nebeneinnahmen, mindestens 50 Mk. Wert der von der Gemeinde zu stellenden Dienstkleidung, in Summa 1250 Mark. — Großauheim (Kreis Hanau), Gemeindebehörde, Ortspolizeidiener, 1200 Mk. jährlich und freie Dienstkleidung. — Großauheim (Kreis Hanau), Gemeindebehörde, Ortspolizeidiener, 900 Mk. jährlich und freie Dienstkleidung, sowie die Gebühren für Bekanntmachungen u. s. w. im- ümgefähren Betrag von 300 Mk. pro Jahr. — Hachenburg, Polizei-Verwaltung, Polizeisergeant, 1000 Mk. Anfangsgehalt, steigend bis 1200 Mk.; außerdem jährlich 100 Mk. Kleidergeld. — Ober-Postdirektionsbezirk Frank- irrt (Main), Briefträger und Postschaffner, je 900 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Ober- Poftdirektionsbezirk Frankfurt (Main), Briefträger und Postschaffner. .,** Die diesjährige erste Definitorial- Prüfung der Schulamts - .-Aspiranten und -aspirantinnen beginnt am 6. Mai im Schulhause der Landes-Baugewerkschule zu Darmstadt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 7. April bei der betreffenden Kreisfchulkommission einzureichen. ** Annahme von Supernumeraren für )en Eisenbahndienst. Im Amtsblatt Nr. 103 Groß- herzoglichen Ministeriums der Finanzen sind die nach- tehenden Vorschriften über die Annahme von Zivilsuper- numeraren für den Hessischen Stellenanteil im Dienst der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft veröffentlicht. 1. Bezüglich der Einstellung von Zivilsupernumeraren für den Hessischen Stellenanteil sind die Bestimmungen über )ie Annahme von Zivilsupernumeraren für den Preußischen Staatseisenbahndienst maßgebend. Demnach sind Bewerber, die neben der körperlichen Tauglichkeit für den Bahnhofsdienst die Reife für die erste Klasse einer neunstufigen höheren Lehranstalt besitzen, vorzugsweise zu berücksichtigen. Wenn solche Bewerber in einer zur Deckung des voraussichtlichen Bedarfs ausreichenden Zahl vorgemerkt ind, ist die Aufzeichnung von anderen Bewerbern über- -aupt zu unterlassen. Bewerber, welche eine neun- (oder ieben-)klassige höhere Lehr-Anstalt — in Hessen oder Preußen — vor der Einführung der Abschlußprüfung verlassen haben, dürfen als Zivilsupernumerare, soweit ihre Berücksichtigung überhaupt in Frage kommt, unter der Voraussetzung angenommen werden, daß sie entweder die Reife für die Prima vor dem Verlassen der Anstalt erlangt oder später erworben, oder daß sie sich der Reifeprüfung an einer sechsklassigen öffentlichen höheren Lehranstalt nachträglich unterzogen haben. Zeugnisse von Privatlehr- anstalten und Zeugnisse der Prüfungskommissionen für Einjährig-Freiwillige gelten nicht als Nachweis der vorgeschriebenen Schulbildung. 2. Bewerber, welche bis zum 1. Januar 1898 in Hessen die spezielle Prüfung im Finanz- ach erster Kategorie bestanden haben (Finanzaspiranten), können ohne den Nachweis der unter Ziffer 1 bezeichneten Schulbildung als Zivilsupernumerare angenommen werden. Solchen Personen wird, mit Rücksicht auf die in der Prüfung bereits nachgewiesenen Kenntnisse, die für Zivil- upernumerare vorgeschriebene Ausbildungszeit um ein Jahr gekürzt. Sind sie vor dem 1. Oktober 1898 in den Eiseübahndienst eingetreten, so ist für ihre Zulassung zur Fachprüfung erster Klasse für die Stationsassistenten in den Bestimmungen des Bundesrats (Reichs-Gesetz-Blatt 1892 S. 730) vorgeschriebene einjährige Probezeit und die daran anschließende formlose Prüfung im Bahnhofsdienste eine unerläßliche Bedingung. Die seit dem 1. Oktober 1898 in den Eisenbahndienst eingetretenen Fi.ianzaspiranten haben ign äußeren Betriebsdienste die volle für Zivilsupernumerare vorgeschriebene Ausbildungszeit zurückzu- legen. Für die Abkürzung der dreijährigen Ausbildungs zeit kommt daher nur der Bureaudienst in Betracht. % Gewährung der für Zivilsupernumerare im zweiten unb dritten Vorbereitungsjahre zulässigen Monatsbesoldung richtet sich lediglich nach der Länge der Beschäftigung im Eisenbahndienst. ** lieber Brandschäden. Nach den Aufstellungen der Brandversicherungskasse des Großherzogtums sind im abgelaufenen Vermaltrmgsjahre im ganzen 581 135 Mark an Brandschäden und Abschätzungskosten vergütet worden. Davon kommen auf die Provinz Oberhesseu 247116 Mark, Rheinhessen 167 240 Mark und Starkenburg 166 778 Mark. ___________ x Homberg a. O., 14. Februar. Die zwischen Homberg und Rieder-Gemünden verkehrende Personenpost erlitt vorgestern unterwegs einen Unfall, der leicht die schwersten Folge hätte haben können. Als die Poft in die Nähe des an der Ohmftraße gelegenen Hofes Wäldershausen kam, scheuten die Pferde wohl infolge des Abladens von Draht, das dort vorgenommen wurde. Die Pferde gingen durch, bezw. von der Straße ab, und der schwere Personenwagen stürzte mit seinen fünf Insassen kopfüber die Böschung hinab. Da brach zum Glücke die Deichsel, so daß die Pferde sich von dem zu Boden liegenden Wagen loslösen konnten. Nur hierdurch wurde Schlimmes ver- hütet. Die Personen im Postwagen krochen durch das zertrümmerte Fenster in das Freie. Einer mitfahrenden Frau waren durch den Sturz die Kleider vom Leibe gerissen worden. Dessenungeachtet kamen alle mit dem Schrecken davon. Den Zug in Nieder Gemünden konnten die Reisenden, welche mit einem Wägelchen von dem nahen Hofe weitergefahren waren, nicht mehr erreichen. A AuS dem Jlsbachthale, 15. Februar. Die Zeichen des kommenden Frühlings mehren sich trotz des Anhaltens des Winters. In den Morgenstunden hört man schon den aufmunternden Ruf der Meise: spitz die Schar (Pflugschar)! Jedenfalls hat dieser Ruf auch einen Landwirt aus unserem Thale bewogen, den Pflug zu gebrauchen, wenn auch der Schnee noch den Boden deckte. Dieser Landwirt pflügte dieser Tage frisch und wohlgemut seinen Acker, eine Erscheinung, die man hier während des Winters noch nicht beobachtet hatte. Mehren sich so die Zeichen des naheyden Lenzes, so können wir doch nicht glauben, daß schon die Kraniche, wie jüngst eine Notiz von Laubach mitteilte, ihren Rückzug begonnen. Spaß beiseite, das sind Schneegänse gewesen. Gewöhnlich werden diese mit den Kranichen verwechselt. Der Rückftrich der Kraniche erfolgt bekanntlich etwas später als zu Anfang des Februar. § Bleichenbach, 14. Februar. Inmitten unseres Dorfes stand bis vor einiger Zeit eine uralte Linde, unter welcher einst ein Blutgericht abgehalten werden sollte, worüber unsere Dorfchronik folgenoes berichtet: Am 19. Juni des Jahres 1705 wurde unter der in der Mitte des Dorfes stehenden Linde, nächst der Brücke, unter freiem Himmel ein Blutgericht gehalten über einen Mann Namens- Peter Gram von Hapete aus Nieder-Hessen gebürtig, weil er sich zwei Weiber hatte antrauen lassen. Die erste war aus der Pfalz. Mit ihr war er in Frankfurt a. M. getraut worden. Die zweite war aus Ortenberg mit Namen Su- sanna Reitz. Da sich der Pfarrer in Ortenberg geweigert hatte, die Trauung zu vollziehen, so hatte sich Peter Gram nach Heldenbergen gewandt, allwo sie ein katholischer Geistlicher vollzog. Die ihm erste anvertraute Frau hatte er vor einem halben Jahre verlassen, und sich hierher begeben, wo er sich mit Holzschneider: beschäftigte. Als sie seinen Aufenthalt erforscht und ihn gesunden hatte, wurde er inhaftiert und in das Gefängnis nach Ortenberg gebracht. Nach Hanau wurde alsdann der Vorfall berichtet, und von dort aus verfügt, es solle der Bigamist mit Ruten gepeitscht und des Landes verwiesen werden. Der Amtmann ließ ihn aber auf der Meinung, er werde hingerichtet. Am 18. Juni brachte man den Gefangenen von Ortenberg hierher in Gewahrsam und zwar in das Rathaus (jetzt in Besitz des Gastlvirtes H. Hartmann) das damals von dem reformierten Schullehrer Cyrinkus Krahn bewohnt wurde. Den folgenden Tag mußte der reformierte Geistliche dem Gefangenen, da derselbe sich zur reformierten Religion bekannte, das hl. Abendmahl reichen und ihn zum Richtplatze begleiten. Zugegen war das Gericht von Ortenberg, die beioen Schultheißen, sämtliche Gerichtsschöffen, der Physikus Licentiat Müller und Defensor Licentiat Drescherer, beide von Hanau. Das Urteil, daß er hin- gerichtet werden sollte, ward dem Bigamisten vom Amtmann vorgelesen, dann vor demselben der Stab gebrochen, und dem Doppelbeweibten vor die Füße geworfen. Hieraus iel derselbe nebst seiner ersten Frau vor dem Amtmarme auf die Knie und beide baten um Gnade. Diese wurde auch erteilt, allein der Bigamist mußte Urfehde schwören: 1. Daß er feine erste Frau nehmen, die andere wieder verlassen; 2. daß er sich im Hananischen Lande nicht rächen, und 3. daß er dieses Land verlassen, und nie wieder betreten iwvlke. Nachdem er .dieÄ'mit einem Eide beschworen hatte, wurde er bis auf die Grenze nach Stockheim hin mit Ruten gepeitscht und somit aus oer Landgrafschaft Hessen verwiesen. Schlitz, 14. Februar. Der „Schützer Bote" schreibt: Am Sonntagnachmittag wurde im „Deutschen Haus" von Herrn Eisenbahnsekretär Blum-Gießen der angekündigte Vortrag über „Die Notwendigkeit der Verstärkung der beut» chen Kriegsflotte" vor einer sehr zahlreichen Versammlung zehalten. Nachdem Herr Forstmeister Stockhausen mit einer urzen Ansprache Herrn Blum der Versammlung vorgestellt, prach derselbe über das oben erwähnte Thema, und schilderte )ann in überzeugungstreuer, zündender Weise die Entstehung, )en Zweck und die Ziele des deutschen Flottenvereins, wo- bet Redner seine Erlebnisse unb Erfahrungen aus seiner Marinedienstzeit eindrucksvoll einflocht. Seinen nahezu zwei- kündigen, von der Versammlung mit großem Beifall auf» genommenen Vortrag, schloß Herr Blum mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und den Landesherrn, das legeisterten Widerhall fand. Die Anwesenden ehrten den Redner durch Erheben von den Sitzen. Darauf erhob sich Herr Forstmeister Stockhausen zu einer von patriotischem S'{wk’ lP" als Mt foer m ln Ti Mini ,J | iöUrjip : Tqc - W j *1 r’Mier'JS €eiSi'S"bef- M'1’ in di- der K ‘ W'Tb tnSet*1 Er? soll aü E erba' V>ü" Senken niÄt W S West«, ' Seiishem. »• MssaN ereignete faa. Tas zwWhng Mette feiner W Obnnmllers R. D im Zimmer befinbh- &en Kortin: .W.M Geivehr war >eol tos unb zerschmetterte tlntertieser. A Mainz, 15. F trHnrn amtlichen Ne Mb in WM 5,25 Meter V Mannheim-.gestern" NeckarMd: 5,54 i im Zunft M Tage der gegenwärtige S Ä Mainz, 15. zesan Sirchenvorstanl von dem Mimstemi streitnng derBe des Großher^vFi das Sommundßtiietfi Rirdje ein Beitrag non hnital anSgtföfagtn pMcheu Gemeinden ( K M Wchfi (Zreis AW mittete Schadenfeuer, da Futtermittel in Äsche der Feuerwehren der u lich, dem verheerenden 15. Februa Peter Heimcrle, ist R im Fahre der mit Friedrich bald wieder nach Der »abtn itder und mc ?en ganzen Feldzug öeai demokratischen i dem Dahing Frankfurt, 15. « an der Spj »ÄS« Herr Al B-ib-ch b,g,b,„. , J. ^a kammer Wekibigung * 10,1 Sionat, hs 14 »eH)i Ü.M'i 2 Preise ä Mk. 30.— Darmstadt, 16. Februar, 1 llhr 15 Min. nachmittags. (Telephon Meldung.) In der heute fortgesetzten Generaldebatte über die Vorlage deS Finanzgesetzes reagierte der Zentrums Abgeordnete Dr. Schmitt-Mainz in äußerst scharfer, rücksichtsloser Weise gegen die Geschäftsleitung des Minister-Präsidenten Rothe, dem er Mangel an jeder Energie und Entschlossenheit vorwirft. Wohl erkennt er seine guten und entgegenkommenden Eigenschaften in diplomatischer Beziehung an, doch habe seine lässige Handlungsweise, sein Mangel an Entschiedenheit und Thatkraft in den berühmten hessischen Fällen verschuldet, daß das Vertrauen des Volkes in ihn sehr erschüttert sei. Auch könne er ihm den Borwurf eines Parteiministers nicht ersparen, da nach Ausweis der Verzeichnisse 95% der in den letzten Jahren verliehenen Orden und Charaktere der nationalliberalen Partei anheimfalle, während nur 5% auf die anderen Parteien verteilt sind. Die Geschäftsleitung des Finanzministers wie Justizministers müsse er dagegenvoll und ganz als mustergiltig anerkennen. Nur durch that- kräftiges und entschiedenes Vorgehen könne der Staatsminister sein gesunkenes Renommee wieder Herstellen. Hierzu biete sich bei dem bevorstehenden Wahlreform Gesetz, und anderen wichtigen Vorlagen die beste Gelegenheit. Der Abgeordnete Schmitt würde sich freuen, wenn der Minister den ihm gezeigten Weg beschreiten würde. Der StaatSminister wie auch seine Kollegen der Finanz- und der Justizminister entgegnen auf diese Angriffe in gebührender Weise. Aus allem geht hervor, daß anscheinend das Verhalten der hessischen Regierung bei den Bischofswahlen in Mainz die Unzufriedenheit der Centrumspartei und feines Abgeordneten Schmitt in hohem Maße erregt hat. Der Staatsminister erklärte, daß er am Samstagvormittag die Interpellation des Abgeordneten Ulrich über das Gesetz betr. den Schutz der Arbeiter beantworten werde. 5 Preise k Mk. 20.— in bar. | 50 Preise: Jsoller-Buaeleffen. Dem fleißigsten Sammler am 1. Juli Mk. 600.—, am 1. Dezember Mk. 1200— Extra Prämie! — »ei Einsendung von 80 oder 50 Einschlägen erhält überhaupt jeder i» jeder Zeit — ein nützliches Geschenk! Fordern Sie im Laden oder direkt bei der Fabrik Aug. Luhn & (So., Barmen-R-, den Prospekt über Luhns PreiS-Berteilung. — Luhns Fabrikate sind in allen besseren Geschäften zu haben. 466 Frankfurt, 15. Februar. Die „Frkf. Ztg." schreibt brüte an der Spitze ihres politischen Teils: Unser Kiollege Herr Alexander Giesen hat sich heute nach 8 atz buch begeben, um im dortigen Zellengefängnis die von der Strafkammer zu Darmstadt wegen Minister- und Be- »mtenbelcidigung gegen ihn ausgesprochene Gefängnisstrafe soil sechs Monaten zu verbüßen. Hofgeismar, 14. Februar. Unter dem Pferdebestande des Hauptgestüts Beberbeck ist seit einiger Zeit die Influenza in so starker Weise aufgetreten, daß die Opfer, velche dieselbe bis jetzt gefordert hat, ganz bedeutend sind. Man schätzt den Schaden, welchen das Gestüt zu verzeichnen hat, auf über 100 000 Mark. Samoa. Berlin, 16. Februar. Die Ratifikation des Samoa-Abkommens soll, den „Berl. N. N." zufolge, heute vollzogen werden. Die Veröffentlichung des vom Reichstage angenommenen Gesetzes geschieht in den nächsten Tagen. Nach Apia selbst wird sofort nach geschehener Veröffentlichung an das Konsulat die Weisung ergehen, die deutsche Flagge zu hissen. Damit ist die Besitzergreifung von feiten des Reiches vollzogen. Arbeiterbewegung. Die Kohlenuot. Der Ausstand der sächsischen Bergarbeiter nimmt mit jedem Tage größere Ausdehnung an. Infolge des immer größer werdenden Kohlen - mangels hat die sächsische Staatsdahnverwaltung eine Einschränkung des gesamten Personenverkehr- von Montag, 19. Februar, an verfügt, um den Betrieb überhaupt aufrechtcrhalten zu können; voraussichtlich werden nur Früh-, Mittags- und Abendzüge regelmäßig verkehren. Die Kohlennot in den sächsischen Städten steigt täglich, die Einstellungen von Betrieben nehmen immer größeren Umsang an. Die Zahl der bisher arbeitslosen Arbeiter dürfte bereits 6000 bis 7000 betragen. — Im Meuselwitzer Braunkohlenrevier hat sich die Situation wieder kritischer gestaltet; die Entscheidung über den Streik soll am Sonntag erfolgen. Zwickau, 15. Februar. Der Streik ist im Wachsenbegriffen. Nach Mitteilungen von Interessenten befanden sich gestern morgen 15 Proz., abends 28, heute morgen 27 Proz., nach Angabe des Streikkomitees gestern die Hälfte, heute zwei Drittel der Belegschaft im Ausstand. — Bon 12,000 Mann Belegschaft sind 50 Proz. ausständig. Plauen i. 14. Februar. In der Nachbarstadt Auerbach und in einigen Städten des Erzgebirges sind die Schulen wegen Kohlenmangels geschlossen worben. Magdeburg, 14. Februar. Unter den Hafenarbeitern ist nächster Tage wegen der Forderung einer Lohnerhöhung ein Ausstand zu erwarten. In der Getreideverladung sind bereits Stockungen infolge des Kornträgerausstandes eingetreten. Dux, 14. Februar. Von den 107 größeren Schächten des Braunkohlenbeckens Außig Komotau sind heute 56 im Betrieb. Gestern wurden 766 Waggon Kohlen gefördert. BrüNN, 15. Februar. Die große sozialdemokratische Versammlung, welche in der vergangenen Nacht im Arbeiterheim zu Gunsten der streikenden Kohlenarbeiter abgehalten wurde, nahm einen sehr tumultuösen Verlauf. Der Regierungsvertreter wurde arg bedroht und mußte flüchten Die Ruhe wurde erst durch ein energisches Eingreifen der Polizei wiederhergestellt. Telegramme des ^Gießener Anzeigers Halle a. d. ®«, 16. Februar. An die Bergwerksbesitzer ist eine Eingabe der Braunkohlenbergleute abgesandt worden, deren wichtigste Forderungen sich auf Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeitszeit und bessere hygienische Einrichtungen erstrecken. Die Petenten verlangen, daß ihre Eingabe bis morgen beantwortet werde und sprechen ihre Hoffnung aus auf eine friedliche Erledigung der Wünsche der Arbeiter. Zwickau, 16. Februar. Die Königin-Marienhütte, das größte Eisenhüttenwerk Sachsens mit drei Hochöfen und ca. 2000 Arbeitern hat infolge Kohlenmangels gestern den Betrieb eingestellt. Earmaux, 16. Februar. Die Kohlenarbeiter hielten gestern abend eine Versammlung ab, worin ein Brief der Bergwerksbesitzer verlesen wurde, in welchem diese die Arbeits-Einstellung während der Dauer der Verhandlungen annehmen. Jaurös hatte telegraphisch die chm angebotene Rolle eines Schiedsrichters abgelehnt. Kirchliche Nachrichten. SvangeltfHe Gemeinde. Sonntag den 18. Februar. Sexagesimae. Gottesdienst. I« der Dtadtktrche. Bormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Bormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 2«/i Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde Pfarrer Dr. Grein. Abends 8 Uhr: Geistliche Musikaufführung des Kirchengesangvereins. Donnerstag den 22. Februar, abends 8 Uhr, Videlstunde im Konfit mandensaal, Kirchstraße 9. 1. Petri, Kap. 6. Pfarrer Dr. Grein. Räckftkünftigen Sonntag, ben 25. Februar, findet im Abend- gotteSdienst Beichte und heil. Abendmahl für dte Matthäus« und MarkuSgemeiude gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Ju der JohauneSkirche. Bormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag den 19. Februar, abends 8 Uhr: Bibelftuude im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 10, 1 ff Pfarrer Euler. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 17.Februar. Nachmittags um 4*/i Uhr und abends um 8 llhr: Gelegenheit zm heil. Beichte. Vermischtes. * Mannheim, 15. Februar. In der Engelhardt'- ichen Tapetenfabrik hat ein Angestellter, Friedrich Sattler, Leiter einer Filiale, 20 000 Mark unterschlagen. Er ist flüchtig. * Nordhausen, 15. Februar. Ein öffentlicher Feuer-Versicherungs - Beamter ist hier als Brandstifter entlarvt worden. Der Landmesser a. D. Büchner, als Versicherungs-Kommissar für unsere Stadt in Diensten der Provinzial-Städtefeuer- joZietät der Provinz Sachsen, wurde dieser Tage wegen dringenden Verdachts der Brandstiftung in Haft genommen. Das Feuer brach in seinem Wohnhause aus, n.'mrde aber schnell entdeckt und gelöscht. Dabei fand man imi ganzen Gebäude die raffiniertesten Brandvorrichtungen. Ämr anderen Tage erhängte sich Büchner im Unter- mchungsgefänanisse. * Ostenoe, 14. Febr. Auf dem gestern vormittag ’l Uhr von hier nach Dover abgegangenen Dampfer Leo- Do-Il) II. sprang eine Dame über Bord, die schon do-rher ein auffallendes Benehmen gezeigt hatte; alte Rettungsversuche waren vergebens. * Zurich, 14. Februar. Vor drei Wochen reifte ein I junger Militärarzt Dr. Degen aus Luzern mit Bundesunterstützung zum Kriegsschauplatz nach Südafrika. In Marseille wurde der hochintelligente junge Arzt plötzlich wahnsinnig und mußte in eine Anstalt gebracht werden. * Innsbruck, 14. Febr. K ampf mit Wilde-! r e r in Aus Waidring, Bezirk Kitzbühel in Tirol, wird ein blutiger Kampf mit Wilderern gemeldet, der Sonntagabend Im Morathal stattgefunden hat. Der Jäger Unter= rainer war nachmittags zufällig im Morathal auf zwei Wilderer gestoßen, die soeben ihre reiche Beute, einen Hirsch und drei Gemsen, auf einen Schlitten geladen hatten. Die Wilderer forderten ihn auf, sich sofort zu entfernen, widrigenfalls sie ihn erschießen würden. Der Jäger, der das Aussichtslose eines Kampfes einsah, entfernte sich. Am Eingänge des Thales traf er mit anderen Jägern und mit Gendarmen zusammen, die eben* nach den Wilderern spürten. Nun gingen sie wieder hinein ins Thal, wo es bald zu einem blutigen Zusammenstoß kam, in dem ein Wilderer aus Kirchdorf erschossen und der Gendarmeriepostenführer Haas aus Waiding durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt wurde. Der zweite Wilderer erhielt einen Streifschuß. Er wurde gefangen genommen und in die Fronveste Kitzbühel gebracht. * Rom, 14. Februar. Der Leutnant der Reserve Erwin Janichen, ans einer Hochzeitsreise nach Italien begriffen, wurde bei einem Besuch des Forts Castcllaccio auf Rigi bei Genua als Spion verhaftet. Vor dem Divisions-Kommandeur klärte sich jedoch der Jrrtum^auf. Janichen wurde unter höflichen Entschuldigungen ^frei- gelassen und konnte die Hochzeitsreise nach San 'Remo fortsetzen. Sonntag den 18. Februar. Sexagesima Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 llhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Lommunion? um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; Militärgottesdienft mit Predigt. . tT1 v. um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht. Seifte getragenen Rede und legte der D-rsammlnng ben I an den deutschen Flottenverem anS tz-rz, er schloß e n-m Hoch auf "«(er teure« Vaterland. Durch Em- ^chnüng S die aufgelegten Listen erklärten daraus £er '-tt-ieaer- und der Militär Verein, sowie noch>61 bet4n tt-s-nd-n ihren Beitritt zum A^^^^Sto/haulen'lum ointger H gründenden Ortsgruppe provisorischen Borsi^ dieses Amt Si.iNieim. 14. Februar. Im nächsten Frühjahre an hiesiger Station ein Magazin und ein weiteres 'r>ienltrinim er erbaut werden. Offen Bad, a. M., 15. Febr. Durch die Jubelrieb- iebunq beS Krematoriums haben sich die Kosten einer Feuerbestattung bedeutend reduziert Der Bereu, für Re- »tm des BestattungswejenS und Zulassung der Feuerbestattung Mainz übernimmt die Feuerbestattung für seine Mitglieder zum Preise von I7N Mark emschliebl.ch aller linkosten vom Einsargen der Lerche bis zur Ablieferung ber Aschenreste. Für Mchtmitglieber tritt ein entsprechender Zuschlag ein. Wirb kirchliche Feier gewünscht, so erhöhen sich bie Kosten um die ortsübliche Taxe. Der Verein erhebt von ben Hinterbliebenen die Bestattungskosten, so bah jede Weiterung vermieden wird. Die Anmeldung eines Todesfalles hat bei dem Vorsitzenden des Vereins oder (ni einem sonstigen «orstandsrnitgliede zu erfolgen. Durch diese Einrichtung stellt sich die Feuerbestattung in den meisten Fällen nicht höher, in vielen Fällen aber billiger als die Erdbestattung. Bensheim, 15. Febr. Ein trauriger Unglücks fall ereignete sich in dem benachbarten Schönberg. Das zwölfjährige Töchterchen eines Sattlermeisters I hielte mit seiner gleichalterigen Freundin, der Tochter 1 des Obermüllers R. Dabei ergriff es unglücklicherweise ein ini Zimmer befindliches Flobertgewehr und zielte mit den Worten: „Jetzt schieß ich Dich tot", auf ihre Freundin. Tas Gewehr war jedoch scharf geladen, der Schuß ging les und zerschmetterte dem unglücklichen Kinde den ganzen Unterkiefer. △ Mainz, 15. Februar. Nach den heute hier einge. trnffenen amtlichen Nachrichten steigt der Rhein allent hcilben sehr stark, stellenweise sogar rapid. Maxau meldet: 5,25 Meter stark steigend. Kehl: 3,43 Meter stark steigend. Mannheim: gestern 4,40 Meter, heute 5,01 Meter. Wimpfen: Neckarstand: 5,54 Meter stark steigend. Hier ist der Rhein int Laufe des Tages 56 Zentimeter gestiegen und beträgt btr gegenwärtige Stand um 7 Uhr abends 2,10 Meter. △ Mainz^ 15. Februar. Gemäß eines von dem Diö- zchan Kirchenvorstande für das Bistum Mainz gefaßten und bom dem Ministerium genehmigten Beschlusses soll zur Bestreitung der Bedürfnisse der katholischen Kirche des Großherzogtums im Etatsjahre 1900/1901 auf d,s Kommunalsteuerkapitol der Angehörigen der katholischen Kirche ein Beitrag von 8/10 Pfennig auf die Mark Steuer- kaDital ausgcschlagen und mit den Kommunalsteuern der politischen Gemeinden erhoben werden. △ Aus Rheinhessen, 15. Februar. In Partenheim (Streis Alzey) wütete verflossene nacht ein bedeutendes Schadenfeuer, das sechs Anwesen mit bedeutenden Futtermittel in Asche legte. Erst mit in Anspruchnahme btr Feuerwehren der umliegenden Ortschaften war es möglich, dem verheerenden Elemente Einhalt zu gebieten. Alzey, 15. Februar. Ein alter Achtundvierziger, Peter Heimerle, ist vorgestern hier gestorben. Er gimg im Jahre der Volkserhebung als Vierundzwanzig- zÄhriger mit Friedrich Hecker in die Schweiz, kehrte aber bald wieder nach Deutschland zurück, um den Kampf für die Reichsverfassung mitzumachen. Aus der Pfalz trat er mit dem rheinhessischen Hauptkorps der Freischaren nach Boden über und machte von Waghäusel an unter Willich den ganzen Feldzug mit. Heimerle blieb bis zum Tode dem demokratischen Gedanken ergeben. Der „Alz. Beob." iviidmet dem Dahingeschiedenen ehrende Gedenkworte. •sä '"-«ess ’säs» K'-S? SÄ ’Wtt Dom fofa T" E ait £ lot®, ÄH Don den, ehr erreichen. 9ten sich trotz de» U tytnftunbcn bart man W- fpif bit §char ‘uf auch einen £anb’ Wtz M wbtautyt, W. Dieser uifo rvvhltzumü r Mrmd des WM :tn stch io die Zeihn vir doch nicht glaub« :ine Notiz von Lackis Spaß beiseite, bas Bch werden dich mit Ackjtrich der franidjt zu Anfang des Februar, nr. Inmitten nufere; ine uralte Linde, unter »gehalten werden foüli lenbes berichtet: Ak 'fiter der in ber Kitii r ’ßriide, unter freien einen Kann Warnend oessen gebürtia, tovS cherr. Drr «V WA :axvX\vixt a. M. getrau rderh mit Namen 6i< n Ortenberg geweizat ) hatte sich Peter Öra iie ein katholischer Ai ertraute Frau hatte e> , und sich hierher bt n beschäftigte. Als sie gefunden hatte, wurde ignis nach Crtenfcerfl im der PorM berichtet, her Bigamist mit Men ien werden. Der Aint- ia, er werde hingenchtü anqenen von Ertenbei in bas MW <» nanu' bas bamalS w irintuö mahn =W* 'S"“"’?*?«™ Sä itn »Z $ierauf 1 * »“SIS MS rÄt Bote' chltibi .Schützer vk n f kgndi5 Sieße" btt beul' .ahlreich" fe' it ein« ter Ischen Bttt S eine"' LUHNS SÄ LUHNS Je nach Anzahl der Ende jeden Dionats emgesandten Ern- ichläge usw. von Luhtts Wasch-Extrakt (mit rotem Band), Seife (mit Bergmann), Luhns Salm.-Terp^-Kernseife (mtt rotem Kreuz). LuhnS Mond-Seife, Luhns Kinder-Seife, LuhnS Blumen- Seife usw. werden folgende Preise verteilt: 1 Preis A Mk. 50.— in bar. | 10 Preise L Mk. 15.— m bar. ~ - ----- in bar. 25 Preise: Eleg. Kaffee-ServiceS. in bar. | 50 Preise: Isolier-Bügeleisen. Ärmste KMungeR. 7 -'ixifbetr d?.S Bureau ' Berlin, 16. Februar. Wie den „Berliner Politischen Nachrichten" in parlamentarischen Kreisen erzählt wurde, hat der Finanzminister Dr. Miquel den Wunsch ausgesprochen, daß die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Besteuerung der Warenhäuser im Ab- geordnetenhause bis auf das Ende der nächsten Woche verschoben werde, weil er persönlich daran teilnehmen wolle. Zürich, 16. Februar. Ein furchtbarer Orkan hat vorgestern bis zum Abend am Bodensee gewütet. Die ausgefahrenen Schiffe mußten sofort in den Hafen zurückkehren. Die Schiffahrt wurde eingestellt. Paris, 16. Februar. Präsident Loubet leidet an einer leichten Erkältung. Er hat infolgedessen die Empfänge im Elys6e für heute abbestellt. Der für heute angekündigte Ministerrat ist wegen des Todestages FaureS auf morgen vertagt worden. Dr. Lieber. Berlin, 16. Februar. Wie die Blätter melden, hat das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber sich gestern nachmittag sehr ungünstig gestaltet. Der Patient war von Fieberanfällen geplagt, und auch sonst waren schlechte Symptome vorhanden. Die Aerzte sind in großer Besorgnis. Der neue Zola-Prozeß. Paris, 16. Februar. La bori trifft für den am 9. März beginnenden neuen Zola - Prozeß seine Vorbereitungen. ES wird für dieses Mal eine gründliche Durchführung des Prozesses von 1898 erwartet. Die der Senats- Kommission überantwortete Amnestie - Angelegenheit soll ehestens erledigt werden. Der künftige englische Kriegsmiuister. London, 16. Februar. Dem „Manchester Guardian" zufolge soll Lord Kitchener nach Beendigung des südafrikanischen Krieges mit der Leitung des Kriegsamtes betraut werden. Diese Meldung, welche ossiziell bestätigt wird, erregt in militärischen Kreisen großes Aufsehen. aoBgefilhrt von der 128? Herr J. IVebhnt heute sanft entschlafen ist. Anfang 41/, Ehr. Giessen, 15. Februar 1900. Entröe 30 Pfg< Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 18. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Liebigstrasse 66. 1214 Geschäfts - Empfehlung Suppen -Würze I. Atzbach, Grünbergerstraße 10 a. 23 eingetroffen. 1234 2200 50 abzuschließen. 0595 1209 Lc empfiehlt ÄS Verantwortlicher Redakteur: H. ft o egt et. — Druck und Verlag der Brühl'scheu UniverfitätS-Buch. und Stnndruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen. llerihictniiiwii MAGGI Mietsieluche WWdMs (Offene Stellen WWKM Herein c MMn-GGllliH 880 40 45 1200 2400 74C0 99 99 99 findet für das hiesige Platz- und Außen- geschäft der Unfall- und Haftpflicht- Branche bei alter, hochangesehener Ver- ficherungS - Aktien - Gesellschaft, in Gießen und Umgegend seit Jahren bestens eingesührt. angenehme, dauernde Stellung gegen Gehalt, Provision und Reisespesen Offerten unter U. u. H. 0575 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Eichen-Wellen, Nadel-Wellen, worunter 912] Domino billig zu verleihen bei H Tichy, Seltersweg 60. Palmin Schmalz Margarine Blütenmehl Puderzucker 1207 Hostversteigerung. 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Die osfizie immer kürzer, je länger di hie mMlten Details ein Mögendes über den dische Hellen: Der Tvn der ' l" geMgter nnd — m Gegensätze zu de Manschen Litten - tabc" hin, übet gewis webereinstinimung '^wgen, die von vornk betrachtet wurden' JWCV Schivicrigkeiten' Mt man sich ll0 - tonnm zum Beispie erst '£* b-i d.n L,dZ ”*n«n »er Junger, tüchtiger Verkäufer und Kontorist der Kolonial- und Delikateßwaren- Brancke sucht per 1. April Stellung. Offerten erbeten an die Expedition d. Bl. unter F. H, 1221._________________ 0587] Ein Mädchen hat Tage frei im Weißzeugn. u Ausbeffern. Neuflabt 48. Der« Hx finb fa Wl" e*sLw «« eil in d M ?eer y,:. . «n. Robert Stuhl, Neustadt 23. Kröne Aeringe P-r Pfd. 15 Pfg. 1189 I M. Schulhof. 1212] Stube mit Küche und möbliertes und doch gut kochen, kann jedermann mit Zmimer zu verm. «teiustratze 71. , ---------------------- und Kraft-Sappe« I m?*,1. ÄI™'C Mansardenwohnung per Boniiion-KapseSn 1. Marz zu vermieten. 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Freie Beköstigung oder Vergütung. 1225 Näheres in der Expedition d. Bl. Ein Lehrling, sowie ein Lehrmädchen (evang.) für mein Manufakturwarengeschäft gesucht. 1217 Hermann Spruck, Marburg. Bekanntmachung. 2)ie Bfireauatanden für die Großh. Hess. Eisenbahn-BetriebS-Jnspektion lunb2, die Maschlnen-Jnspektivn und Verkehrs-Inspektion Gießen sind bis auf weiteres tote folgt festgesetzt: Für das Sommerhalbjahr von 7«/, bis 12«/, und von 3 bis 6 Uhr, . * „ Winterhalbjahr „ 8'/, „ 1 „ „ 3 „ 6'/, „ was tn Abänderung der im Adreßbuch von Gießen für 1900, Seite 205/206, veröffentlichten Büreaustunden hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Gießen, den 15. Februar 1800. 1230 Zie Vorstände der Hr.Kess. Hisenvayn-Wetrievs-IrrlpeKtion 1 und 2, ZSa/chinerr-Inspektion, Werkehrs-InspeLtiov Stabt Llhichthaus. Freibank. 1139 Heute und morgen: OGnstkisch 54 Pfg. Kalbstrifch 45 Pfg. Prima Hridelbeonnm per Liter 80 Pfg. Restauration Seng, Seltersweg 50. 1222 Fst. Speiserüböl ttt itttit t ■