150. Jahrgang Sonntag den 16. Dezember Ameral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Alle Anzeigen-BermiktlungSstellm M In- und Auslands nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cnlge-«. ZeilenprriS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. des Volks habe man nichts übrig. Abg. Euler ist ein Anhänger der Fortbildungsschule. Er billigt nicht, daß man sich in so wichtiger Frage nicht mit den Interessenten ins Benehmen gesetzt habe. Wenn er die Ausdehnung der Anordnung auf ganz Deutschland unterstelle, so gingen 270 Millionen Arbeitsstunden und diese zu 10 Pfennig an Lohnwert angesetzt 27 Millionen Mark verloren. Die Schädigungen auf allen Gebieten seien berührt worden. Er wünsche, daß man im nächsten Jahre sich mit den Interessenten ins Be- ■ eee^eie een Anzeigen zu der nachmittags für bee nXimlni erfcheinenoen Nummer bis vorm. 10 Utz». Umstellungen spätestens abends vorher. MiMni, Expedition und Druckers: Achnkstrahe Ar. 7. u. i '■ ........-ijjjgra «drrffe für Depeschen: Auzei-er -tstzc»« Fernsprecher Nr. 51. Grattsbrilagr«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktstter für hessische DolKsKunde.__________________ M 295 Zweites Blatt. Orfchetnt ttgNch Ä edl LuSnahm- des W M Jx.. Ivbi A b । •0*01 dem Anzeiger M M I t* Wechsel mit „Hefl Wy W ■ ■ P.nbairt" u. „Blätter T P für Hess, volttkunde" 1 V V» ->Schtl.4mal beigelegl. ahrungen leiten lassen. Die Regierung I habe sich,"von einer absoluten Zweckmäßigkeit ihrer Maßregel für alle Fälle nicht überzeugt, Vorbehalten, Abhilfe zu schaffen, wo sie aus Grund weiterer Erfahrungen sich als notwendig erweisen würde. Eine grundsätzliche Aender- ung eintreten zu lassen, könne sie sich nicht entschließen. Wenn Abg. Schönberger die Schläfrigkeit in der Schule auf den oft trockenen Ton des Lehrers zurückführe, so sei dies marrchmal richtig, aber die Regierung könne daran durch Verfügungen nichts ändern. Sage der Abg. Schönberger: „Wer mit will raten, der soll auch mit thaten" unter Anspielung auf die Nichtübernahme der Fortbildungsschullasten auf den Staat, so erwidere er, daß die Regierung doch etwas gethan habe, insofern sie bereits in diesem Jahre 15 000 Mk. zur Unterstützung solcher Gemeinden eingestellt habe, denen die Aufbringung der Lasten schwer falle. Seines Wissens sei auch die Summe bis auf den letzten Heller verbraucht. Abg. Erk klagt über den Arbeitermangel auf dem Lande. Jedes weitere Mittel, diese Not zu beseitigen, sei zu begrüßen. Man möge die Zeit von 6—8 Uhr für den Unterricht wählen. Abg. Ulrich freut sich, aus der Regierungserklärung zu ersehen, daß an ein Rückwärtsschreiten im Sinne der Wünsche vom Lande nicht zu denken sei. Er könne als Kreisschulkommissionsmitglied Offenbachs die von der Regierung dargelegten Erfahrungen voll und ganz bestätigen. In Offenbach sei längst eingeführt, was man jetzt angeordnet habe. Die Schüler seien wie umgewechselt und Erfolge in jeder Hinsicht zu verzeichnen. Die Fortbildungsschule sei die notwendige Ergänzung der Volksschule. Man habe materielle Schädigung des Arbeiters behauptet. Er stelle fest, daß gemäß § 616 B. G. B. der Arbeitgeber kein Recht habe, wegen de-s Besuchs der Fortbildungsschule Abzüge Hulmachen. Die. Möglichkeit, die Jungen zu anderer Stunde in die Schule zu schicken, liege vor. Von einem Mangel an Bildung aus dem Lande habe' der Abg. Erk wohl noch nichts gehört. Der junge Mensch müsse in der heutigen Zeit etwas gelernt haben, wenn er vorwärts kommen wolle. Für ihre eigenen Kinder sorgten die Herren vom Lande durch Schulen aller Art, für die Kinder nehmen. „ c Ministerialrat Dr. Eisenhuth weist den Vorwurf, daß die Negierung sich nicht genug informiert habe, zurück und erklärt, daß sämtliche Kreisschulkommissronen bis auf eine sich zustimmend geäußert hätten. Man lasse bei allen Ausführungen außer acht, daß eine große Bewegungsfreiheit gelassen sei. Dem Wunsche, daß die Lokalbehörden neue Erkundigungen und Erwägungen ern- treten lassen sollten, stimme er zu. Dieser Weg sei schon beschritten, insofern die Kreisschulkommissionen, nicht wie ursprünglich angeordnet, erst Ostern, sondern schon im Januar 1901 ihre Erfahrungen berichten sollten. Er werde veranlassen, daß sie sich über alle Lokalverhältnisse genau unterrichteten. Abg. Dr. Seelinger weist auf die Zustände rn Lampertheim hin, die wenigstens für diesen Ort eine Ausnahme rechtfertigen möchten. Abg. Pitthan sieht die Sache durch die Erklärung der Regierung gemildert und schildert die rheinhessischen Zustände, soweit sie durch die Maßregel betroffen wurden. Abg. Kramer bedauert, daß eine Serie des vauses stets Gegnerin aller sozialen Maßnahmen sei. Er spricht sich gegen die Sonntagsschule aus. Der Mangel an Arbeitskräften werde bei ordentlicher Bezahlung auch auf dem Lande nicht vorhanden sein. Abg. Schönberger erklärt, die Landwirtschaft könne die notwendigen Kräfte bei ihrem diotstande nicht bezahlen. Gegen den Hohn, den man ihr ins Gesicht schleudere, lege er Verwahrung ein. Abg. Backes weist die Unrichtigkeit der Behauptung nach, daß das ganze Land in Erregung geraten sei. Abg. Weidner wendet sich gegen die Ausführungen der Sozialdemokraten. Nicht der Arbeiter werde ausgebeutet; eher könne man von einer Ausbeutung durch die Arbeitermasse sprechen. Die Arbeiter würden in die Stadt gelockt und man könne sie auch auf dem Lande, selbst wenn man das Geld hätte, nicht erhalten. Für ländliche Bezirke paßten die heutigen Maßnahmen nicht. Man müsse nach Anhören der Schulvorstände die Verhältnisse anders! regeln. Die Kreisschulkommissionen hätten nicht eine einzige Gemeinde angehört. Er könne sich unter keinen Umständen einverstanden damit erklären, daß man mit Rücksicht auf das körperliche und geistige Wohl und die Ausbeutung der Kraft von den Anordnungen nicht abgehen könne. Bedürfnissen und Erfahrungen leiten lassen. Die Regierung I nehmen setze und eine bessere Regelung als die bis- ' 1, v . ic.....i herige unhaltbare dann erfolgen möge. Vielleicht könne man einen Sonntag wählen, einen Abend beibehaltert und auch für einen Tag die Arbeitszeit in Beschlag Ue,rrgsprets »iertcljährl. Ml 2,29 monatlich 75 Pfg mit Bringerlohn: durch die Abholcstellei» viertetiährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr!, mit Bestellgeld. Amtlicher Teil. BekauntmachuuL Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 19. Dezember ds. IS. in Wetzlar anstehenden DiehmarkteS an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine, den Markt in Leun betreffende Bekanntmachung in Nr. 168 des diesjährigen Kreisblattes veröffentlicht worden sind. Der Auftrieb beginnt um 9 Uhr vormittags. Aus der Provinz Oberheffen des Großherzogtums Hessen, dem preußischen Kreise Marburg und den Orten Mendorf der Bürgermeisterei Greifenstein und Hörnsheim d»er Bürgermeisterei Rechtenbach des diesseitigen Kreises dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgelrieben werden. Ferner ist da« Durchtreiben von Tieren dieser Arten d»urch Mendorf der Bürgermeisterei Greifenstein und HöruS- heim der Bürgermeisterei Rechtenbach des diesseitigen Kreises verboten. Wetzlar, den 10. Dezember 1900. ____________Der LandratSamtSverwalter. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. M.G. Darmstadt, 14. Dezember. Das Haus erklärt die Wahl des Abg. Koch-Oppenheim fsür gütig und führt in der Besprechung der Interpellation Schillund Diehl, die Fortbildungsschule betr., fort. Wesentlich neues bringt die Debatte micht mehr. Abg. Schönberger wünscht den Unterricht auf die Zeit von 7—8 Uhr verlegt zu sehen, da diese Verlegung win eine Stunde unmöglich so viele Nachteile zur Folge Ihaben solle, wie die Regierung vermute. Für die Widerspenstigkeit der Schüler sei oft die Schuld bei den Eltern su suchen, die ihnen sagten, daß die Fortbildungsschule leinen Wert habe. Weiteres Vorbringen des Redners lberührt Ministerialrat Dr. E i s e n h u t, der sich freut, in dem Abg. Schönberger einen warmen Freund der Fortbildungsschule gefunden zu haben: Er müsse aber dem neuen Freunde darin widersprechen, daß jener glaube, die Regierung sei bei ihrer Maßnahme nur von theoretischen Erwägungen ausgegangen. Wenn jemals in einer wichtigen Sache, so habe sich in dieser die Regierung von praktischen größere Emanzipation, wie wenn die Frau wäscht, während der Mann mauert. Das Fräulein Doktor müßte' aber gleich in den ersten Stunden ihrer Rückkehr von Zürich sich sagen, daß es für sie das gescheiteste wäre, den Staub des undankbaren Heimatortes umgehend wieder von den Füßen zu schütteln. Doch sie trotzt auf ihre Energie, ihre Kenntnisse und ihren Freimut und will sogleich durch Beharrlichkeit, die nicht weit vom Eigensinn ist, die Philister- gesellschast ihres Heimatsnestes erzieherisch „in Behandlung" nehmen. Dieses Vorhaben fällt ebenso ins Wasser der nahen Ostsee, wie ihre Sehnsucht nach Patienten, weil alle durch den Gevatterklatsch alarmierten honnetten Leute des Städtchens eine praktizierende Aerztin für die leibhaftige Unanständigkeit halten! Sie wird also boykottiert, ihr Wartezimmer ist ständig so leer wie manches Portemonnaie am Letzten des Monats und sie muß es sogar ruhig hinnehmen, daß ihre eigene Aufwärterin, statt ihre Herrin zu konsultieren, ihren gichtischen Arm zum alten schwachköpfigen Sanitätsrat trägt, weil's alle im Städtchen so machen und der Herdentrieb unausrottbar ist. In ähnlicher Lage befindet sich ihre Jugendgespiele Dr. mcd. Berthold Wiesener, der sich ebenfalls im Städtchen niedergelassen hat. Er ist Spezialist für Frauenkrankheiten, also in den Augen der guten Ostermünder ebenso unanständig, wie das Frl. prakt. Arzt. Aber er ist ein Schlauberger; nicht momentane Erleuchtung ist es, sondern ein wohl überdachter Plan, wenn er diesem Mädchen mit dem Doktorhut, das er in der Stille liebt, den Vorschlag macht, mit ihm zusammenzugehen, zusammen zu praktizieren, wofür es nur eine nicht anstößige Form giebt, die Ehe . . Sie beseitigt im Handumdrehen den pommerschen Stein des öffentlichen Anstoßes, und beide finden alsbald so viele Patienten, daß uns um die gesundheitlichen Verhältniffe jener Gegend ordentlich angst und bange wird. Nur sie selbst haben sich noch nicht gefunden. Wie früher nach Patienten, sehnt sich die Doktorin nun nach den Zärtlichkeit ihres Scheingatten. Die peinlichste Diät, mit der der Herr Doktor seine Frau „in Behandlung" genommen hatte, verfehlt ihre natürliche'Wirkung nicht, und am Abend des Geburtstages liegen sie sich in den Armen. Dazu Zitterspiel und womöglich noch Wellenrauschen, also melodramatische Rührseligkeit nach ältester Schablone. Dreyers feine Menschenbeobachtung läßt sich nirgends verkennen, nur giebt er uns ihre Resultate gewissermaßen im Vexierspiegel verzerrt, und übertreibt die Absonderlichkeiten und Beschränktheiten der süßen Kleinstädter ä la Kotzebue und Sudermann. Für die allzubreite Anlage entschädigen ein Paar köstlich erfundene Szenen. Auch ist anzuerkennen, daß in dem Stücke niemals doziert wird, wozu ja das Thema leicht verleiten konnte, sondern daß alle Gedanken in echt künstlericher Anschaulichkeit in Erscheinung gesetzt werden. Man vermißt aber doch, trotz der wirksamen Motive und Verkettungen, im szenischen Aufbau Feinheit und Akkuratesse, auch sind die beiden ersten Akte zu wenig lustspielhaft, es fehlt ihnen der dramatische Schwung und die Steigerung der Effekte, der eigentliche lustige Kernschuß. Der frische, natürliche Zug, der durch das Stück geht, läßt jedoch die Dünnflüssigkeit der Handlung zeitweise völlig vergessend. Mit einer gewissen Unverfrorenheit nennt der Autor die Dinge stets beim rechten Namen. Ueberhaupt ist der Grundton des Ganzen von unverschleierter Derbheit, und die glücklichen Einfälle steigen wie Raketen aus diesem Milieu eines burschikosen Dialogs empor. Die Hauptperson des Stückes wurde von Frl. Schoeler- mann, diesem zweisellos bedeutendsten Mitgliede unseres Theaters, mit gesunder Intelligenz in durchaus von jeder Uebertreibung sich fernhaltender Auffassung mit echter, erfreulichster Lebenswahrheit gegeben. Sie hatte ihre Rolle erheblich wattiert. Der weibliche Arzt nahm in ihrer Person nicht nur Leben, sondern auch Begriff, Würde, Verständnis und Daseinsberechtigung an, und auch das Hervorbrechen der so ganz weiblichen Gefühle brachte die tteffliche Hießener Stadttheater. I« Behandlung. Komödie In drei Akten von Max Dreyer. Max Dreyer hat in seinen Stücken „Drei", „Winterschlaf", „Die Eine", „Haus", „Der Probekandidat" ein Talent gezeigt, das die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Auch sein Lustspiel „In Behandlung" zeigt, daß er die Gabe besitzt, mit Humor ins Leben zu schauen, und was er gesehen, auch mit Humor wiederzugeben. Er gehört nicht zu denen, die ein Lustspiel geschrieben zu haben glauben, wenn sie eine Anzahl mehr oder weniger plumper Spässe in Dialogform mit Requisitenscherzen gebracht haben. Zum Unterschiede davon nennt er sein Stück „Komödie", obwohl er damit zu viel sagte. Wohl wächst der Humor OllS der Idee des Stückes und ist organisch mit der Handlung verbunden, aber das Stück macht doch nur den Eindruck einer Skizze, die in übergroßen Dimensionen ent- toorfcn ist. Es mangelt ihm neben der ausreichenden Fülle des Stoffes die scharfe Konturierung, die mau von einer Komödie beansprucht. Der Verfasser führt uns eine Reihe flott gezeichneter Typen vor, aber er benutzt sie nur zn Episoden, um die Lücken der Handlung zu verdecken und die Situation der Heldin zu beleuchten. Der lustige und geschmackvolle Sarkasmus des Dichters richtet sich auf eine der wichtigsten Fragen der Gegenwart: das Recht der Frau mif Selbständigkeit, auf wissenschaftliche Arbeit, ferner Kegen alles Uebermaß philiströs beschränkter Kleinstädterei arno zum andern gegen alles Uebermaß moderner Mann- vveiblichkeit. Ein junges Mädchen aus einer kleinen «Hommerschen Hafenstadt hat Medizin studiert, obwohl ihre Wanze Sippe darob aus den wenigen Häuschen des Städtchens Wertet. Frl. Dr. med. Lisbeth Weigel aber ist so frisch Mab keck, sich jn ihrem heimatlichen Ostermüude sogar als «tzrakt. Aerztin niederzulaffen. Im Grunde ist das keine . Billigste Frei- Betten Bettstellen Fertige Kissen Fertige Deckt* Fertige Matrazec Bettfedem n. Paone: aise I. esden. ffir empfehlen unser grosses Lag« in lähmas* der bewährten Fahrig idel & Naumann in* und ( Gritzner in D*' ihinaschw^ ;j8 ,*-W® iilW reg 83- Ministerialrat Dr. Eisenhuth: Die Regierung inüffe eine Beurteilung der Frage vom pädagogischen, erueberifdjen Standpunkt, vom Standpunkt des Schul- interesses verlangen. Die Kreisschnlkommission fei nicht schablonenhaft und ohne Kenntnis der Verhältnisse vor- geaangen. Eine Reihe von Schulvorständen sei ausdrücklich gehört worden. Die Regierung kenne die ablehnende Haltung der Schulvorstände seit Jahren, doch habe ne auch gegen den Willen eines großen Interessentenkreises ihre Ansicht durchführen müssen. Abg. Wolf sieht pädagogische und andere wirtschaftliche Bedenken in Widerstreit. Die Regierung sollte den Schulvorständen, die nach Prüfung der örtlichen Lerhalt- nisse es wünschten, den Unterricht an Sonntagen gestatten. Abg. Ulrich wendet sich gegen die Abgg. Schönberger, Euler und Weidner. - Abg. Schmeel glaubt als Resultat der Interpellation die Thatsache feststellen zu können, daß der prinzipielle Standpunkt der Regierung, im Interesse des Unterrichts und der Erziehung die Abendstunden zu beseitigen, allseits gewürdigt werde. Den Bedürfnissen des praktischen Lebens wolle sie, wenn die Notwendigkeit sich aus Grund der Erfahrungen ergebe, entgegenkommen. Abg. Köhler-Langsdorf wundert sich über den un Lande erregten Sturm in dieser Frage und giebt ein Bild der Fortbildungsschulen seiner Heimat, wo an zwei Abenden, wie es aUgepietn gehalten werden sollte, von 4 bis 7 Uhr Unterricht erteilt wird. Mit scharfen persönlichen Bemerkungen der Abgg. W e i d n e r und U l r i ch klingt die Debatte aus. Finanzminister Gnauth beantwortet die Anfrage der Abgg. Frenay, Molthan und Genossen über die Warenhäuser und führt aus, daß die Regierung den im früheren Landtag bei der damaligen Anfrage Schmitt gleichen Betreffs in Aussicht, genommenen Weg nicht mehr beschreiten könne, sondern eine erneute Prüfung der Frage vornehmen müsse, auch bereits mit Sammlung des notwendigen Materials begonnen habe. Abg. Molthan ist Namens seiner Freunde von der Antwort wenig befriedigt. Das Ministerium Finger habe einen Gesetzentwurf in Aussicht gestellt. Er glaube, daß hierzu jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um endlich die unlautere Konkurrenz der Warenhäuser gegenüber den D e t a i l g e s ch ä f t e n zu beseitigen. Wie auch alle übrigen Schichten des Volkes, so müsse sich die staatliche Fürsorge auch auf den Kaufmannsstand, die kleinen Gewerbetreibenden insbesondere erstrecken. An der Erhaltung eines gesunden und kräftigen Mittelstandes habe der Staat das allergrößte Interesse. Auf die ungleiche Konkurrenz, die den Detailgeschäften durch die größeren Bazare erwachsen sei, müsse der Niedergang des M i 11 e l st a u d e s in erster Linie geschoben werden, deren wirtschaftlicher Vorsprung sei durch ihre großen Geldmittel, ihre außerordentlich billigen Einkäufe, ihre intensivere Reklame, ihr unlauteres Geschäftsge- bahren bedingt. Der Redner geht hierauf auf die Untersuchungen des Bundes der. Handel- und Gewerbetreibenden, auf das am 1. April 1901 in Kraft tretende, die Warenhäuser besteuernde Gesetz, auf das Vorgehen der anderen deutschen Staaten ausführlich ein und wirft die Frage auf, inwieweit Hessen hier zu folgen habe. Nack) deren Beantwortung weist er sämtliche gegen die Besteuerung der Warenhäuser zu machenden und gemachten Einwendungen zurück. Ter größte Teil unserer Gewerbetreibenden fei der Auffassung, daß ihr Schutz in erster Linie auf dem Wege einer Warenhaussteuer erfolgen müsse. Fleiß, Ausdauer und Intelligenz seien die Vorbedingungen für ein Blühen des Mittelstandes. Es empfehle sich auch ein engerer Zusammenschluß in genossenschaftlichem Sinne. Ein wesentlicher Schutz werde aber die Besteuerung der Warenhäuser sein; lediglich ein Schutz-, nicht ein Steuergesetz wolle man, und er bitte namens seiner Freunde die Regierung, nochmals eingehend zu erwägen, ob nicht durch Spezialgesetz oder zusätzliche Bestimmungen zu Steuergesetzen hier die nötige Hilfe geleistet werden könne. Abg. Wolf unterstützt lebhaft den Vorredner und Künstlerin in der rechten Art zur Anschauung. Bei Frl. Sch. sieht man immer eingehendes Studium, reiche Begabung und ernstes Streben harmonisch vereint. Herr di Balthyni, der Darsteller des Dr. Wiesener, zeigte eine überlegte Ruhe, die zu seiner nicht besonders scharf gezeich- neten und darum auch nicht so dankbaren Herrennatur« Rolle nicht übel paßte. Dieser männliche Affocie der heilkünstlerischen Firma hat aber auch viel Humor, und den traf der Darsteller nicht ganz. Das Zusammenspiel der beiden Doktores war zuweilen ganz genußvoll. Ein alter derber Schiffskapitän, die am besten gezeichnete Nebenfigur, bietet ein reiches Feld für einen behäbigen Grog Humor. Herrn Kirchner, der sich sichtlich die größte Mühe gab, fehlt dieser Humor leider, und die gute Frau Krohn kann nur durch drollige Komik wirken. Die mehr oder weniger spießbürgerlichen Unken fanden in den Damen Kruse, Eichenwald und Helm kostbare Vertreterinnen. Die wenig sympathische Aufgabe des verschmähten Bräutigams zu lösen, mißlang Herrn R einh ardt. Einen jungen, stark erotisch veranlagten Backfisch spielte Frl. Kugler. Ich glaube, die Rolle ist ganz anders anzufaffen, als es Frl. K. that. Diese Edith ist nicht mehr so eckig, ein feuriges Blut und ein ungezügeltes Temperament. Ein muckerischer Schwerenöter und Pantoffelheld von charakteristischer Färbung und guter Wirkung war Herr Lachmann, Fr. delaChapelle eine Gattin, die den besten Kommentar zu ihrem Mann lieferte. Im ganzen genommen, war die gestrige Aufführung nicht übel, wenngleich sie durchweg noch flotter hätte sein können. Die Darsteller nahmen fast ausnahmslos den Ton zu ernst und bedächtig, obwohl das Stück an sprühender Laune nicht wenig in sich birgt, die allerdings nicht so ganz offen zu Tage liegt, sondern hervorgesucht sein will. Das schwach besetzte Hans unterhielt sich trefflich und gab seiner Befriedigung durch vielen Beifall beredten Ausdruck. P.w. bejaht auch die Frage, vb die Einführung der Steuer steuerpolitisch gerechtfertigt sei. Er bringt auch statistische Nachweise, die er z. T. auf den Tisch des Hauses nieder- Haas I. bekämpft die Auffassungen der Vorredner. Mit der Steuer sei garnichts geholfen, man müßte dann konsequenterweise auch gegen die großen Spezialgeschäfte vorgehen. Es gehe nicht an, ein Stenerausnahme- gesetz gegen eine gewisse Kategorie unserer Bevölkerungs- llassen zu schaffen. v, Abg. Frenay unterstützt die Abgg. Molthan und Wolf und weist einige Ausführungen des Vorredners als unrichtig zurück. Die Warenhäuser seien großkapitalistische Unternehmungen der höchsten Potenz, bei ihnen drehe es sich weniger darum, die wichtige Funktion des Handels auszuüben als lediglich auf alle Art und Weise dem Kapital zu einer entsprechenden Dividende zu verhelfen. Er hoffe, daß die Regierung ihre Erhebungen und Untersuchungen beschleunigen und bald zur Kenntnis des Hauses bringen werde. > Oberfinanzassessor Glässing rechtfertigt nochmals die Stellungnahme der Regierung, giebt einen Ueberblick über die Arbeiten des Finanzministeriums zur Lösung dieser Frage und weist nach, wie ungemein schwierig diese sein werde. Ein treffliches Material werde man gewinnen, wenn man das Ergebnis des ersten Veranlags- jahres der preußischen Warenhaussteuer und zugleich den Abschluß unserer Vermögenssteuer abwarten werde. Vor- sicht auf diesem Gebiete, die schon der preußische Finanzminister für notwendig erachtet habe, sei sehr am Platze. Die Sitzung wird um halb zwei Uhr geschloffen. Mehrere Redner haben sich noch zum Wort gemeldet. Nächste Sitzung: Samstag vormittag 9 Uhr. iMtoirffdjflftüdjer Kerem für die Provinz Oberhchen. Ansschußsitzuug. f—r. Gießen, 13. Dezember. Zur heutigen Ausschußsitzung hatten sich zahlreiche Mitglieder im „Hotel Prinz Karl" eingefunden. — Seitens der Regierung war Ober-Regiernngsrat Nover und als Vertreter des hessischen Landwirtschaftsrates war Generalsekretär Dr. Müller aus Darmstadt erschienen. Der neue Präsident, Oekoiwinierat Schien ke eröffnete die Versammlung mit einigen einleitenden Worten, teilte mit, daß eine große Anzahl neuer Mitglieder ihre Aufnahme beantragt habe und ließ die betreffende Liste zirkulieren. — Dem Verein ist vom Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft pp. in einer Zuschrift eröffnet worden, daß mit Ablauf der Finanzperiode 1897— 1900 und des Rechnungsjahres 1900—1901 die über Verwendung der Staatszuschüsse an den Landwirtschaftsrat, die landwirtschaftlichen Vereine und den Landes-Pferdezuchtverein getroffenen Bestimmungen außer Kraft treten. Diesen Vereinen sollen Staatszuschüsse nur insoweit zugewendet werden, als die eigenen Vereinsmittel nicht ausrechen, da die Kontrolle über die Verwendung der staatlichen Zuschüsse an die Vereine nicht geringer sein soll, wie die über die Verwendung aller sonstigen Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln. Zu diesem Zwecke müssen die Voranschläge der genannten Vereine künftig bis Ende März des dem betreffenden Etatsjahr vorhergehenden Kalenderjahres in doppelter Ausfertigung an das Ministerium eingesendet werden. Die bisherige Zweiteilung der Rechnungsstellung (Teil 1, eigene Mittel, Teil 2, Staatszuschuß) soll wegfallen und analog dem Rechnungswesen der Behörden verfahren werden. Außerdem sollen alljährlich von den beteiligten Vereinskassen Ueberjichten über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben aufgestellt und eingesendet werden. Die Oberrechnungskammer hat die übliche Prüfung der Rechnung vorzunehmen. Oekonomierat Sch lenke sieht in diesen Bestimmungen einen Eingriff in die Freiheit des Vereins, den dieser nicht so ohne weiteres hinnehmen könne. Die Regierung könne nicht verlangen, daß der Verein auch über die Verwendung der von ihm aufgebrachten Mittel Rechf- nung ablege. Der Verein passe nicht in die Schablone des staatlichen Rechnungswesens. Der Ton des Erlasses habe ihn befremdet. Offenbar wehe aber ein anderer Wind als seither. Die Regierung habe zur landwirtschaftlichen Ausstellung in Darmstadt keine Mittel bewilligt, sich auch sonst zurückhaltend benommen, sodaß jetzt die Provinzialvereine mit bedeutenden Beiträgen zur Deckung der Kosten herangezogen werden. Die Errichtung einer hessischen Landwirtschaftskammer stehe vor der Thür, wozu jetzt noch diese Aenderung? Oberregierungsrat Nover bestreitet entschieden, daß bei der Regierung konträrer Wind herrsche. Der Erlaß über das Rechnungswesen sei nur die Anwendung der bestehenden Vorschriften, wie sie das Ministerium von allen Fonds und Vereinen verlangt habe, die staatliche Beihilfe bekommen. Es müsse nachgeprüft werden können, ob die Mittel fachentsprechend verwendet worden seien. Eine getrennte Rechnungsführung sei umsoweniger notwendig, als an die Stelle einzelner Zuschüsse ein Gesamtstaatszuschuß treten werde. Man bedürfe einer genaueren Prüfung angesichts der außerordentlich ungünstigen Finanzlage des Landes. Nach den Angaben des Finanzministers drohe ein Defizit von 2 000 000 Mark. Er wisse von früher, daß man in den landwirtschaftlichen Vereinen oft nicht gewußt habe, wohin mit dem großen Staatszuschuß? Das müsse vermieden werden, zumal die letzten Zuwendungen an die landwirtschaftlichen Vereine fast 200 000 Mark betragen hätten. Man müsse aber rechtzeitig wissen, was die Vereine an Mitteln notwendig hätten, um den Landständen mit bestimmten Forderungen gegenübertreten zu können. Die durch den Erlaß an- georbneten Uebersichren der wirklichen Einnahmen und Ausgaben sollten dazu dienen, den Staatszuschuß zu regulieren. Seien also,•_ Umbau des Hauses habe einen Kostenaufwand von 1400 M. erfordert, von denen 1000 Mk. von der Sparkasse Büdingen zur Verfügung gestellt worden seien, während die rneinde Lindheim den Rest aufzubringen habe. — Da Zuchtverein Herchenhain hatte seinem für die Anstellung nach, Darmstadt bestimmten Vieh mehr Begleu« mitgegeben, als ihm vom Provinzialverein zugestcmdl- kvorden waren. Der Ausschuß lehnte deshalb den Crsc- der beanspruchten Mehrkosten ab, sprach sich aber für zahlung zuviel gezahlter Rückfrachtkosten aus. Bei dieser Gelegenheit führte Oberregierungsrat N ooer aus, daß die Regierung nicht in der Lage gewesen sei einen Staatsbeitrag zu den Kosten der Ausstellung . Darmstadt zu leisten, weil im Voranschlag dafür nid)*- vorgesehen war und weil die schlechte Finanzlage da Landes (die Schuldenlast beträgt 289 000 000 Mk.) gegen eine den Landständen vorzulegende Sondervorlage gesprochen habe. Es seien nur 10 000 Mk. für den Deutschen Landwirtschaftsrat vorgesehen und diese seien zusammen mit einer weiteren Summe von 10 000 Mk. zur Teckimg der Ausstellungskosten geliehen worden, müßten aber M zurückbezahlt werden. Generalsekretär Dr. Müller wies darauf hin, bnr die Ottchtgewährung von Mitteln auch damit begründ worden sei, daß die Gewerbeausstellungeu ebeufai/f’ keim Staatszuschüsse erhielten. Eine landwirtschaftliche Aufstellung müsse sich aber innerhalb weniger Tage abfvulen und könne nicht wie eine Gewerbeausstellung Wochen und Monate lang geöffnet bleiben und so die Kosten aUrnählm decken. Mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung fei eir. viel größeres Risiko verbunden. So habe man in Darmstadt einen Umschlag von 180 000 Mk. in 4 Tagen gehabt Punkt 5 der Tagesordnung betraf die Bestimmung der geeignetsten Zeit für die L a n d w e h r ü b u n g e n in der Provinz. Das Generalkommando hat fick) bereit erklärt, den berechtigten Wünschen der Landwirtschaft nach dieser Richtung entgegenkommen. Aus eine Rundfrage des Ministeriums haben die Bezirksvereine sich, für sehr verschiedene Zeiten ausgesprochen. In Gießen war man für Mitte Februar bis Ende März, im Vogelsberg verdient man zu dieser Zeit noch, vie^ Geld mit Holzhauen und' nannte die Zeit: Mai und Juni, wieder andere Wünsche hatte man in der Wetterau. In der heutigen Ausschuß sitzung wurde als dringend notwendig bezeichnet, mit einem einheitlichen Voranschlag an die Militäwemat- tung heranzutreten. Da auch, die Meinung herrschte, oaß die Regimenter in der Zeit von Mitte Februav bis Ende März ganz (gut die Hebungen abhalten könnten, einigten sich die anwesenden Bezirksvereinvver- treter auf diese Zeit. Der Regierungsvertreter wurde gebeten, den Beschluß dies Ausschusses an maßgebender stelle zu vertreten. Eine längere Debatte entspann sick), über die Frage, ob man sich an der im Herbst 1901 in Halle a. S. vorn deutschen Landwirtschaftsrat geplanten Aus stell' ung beteiligen solle. Oekonomierat Leithiger meinte, daß man Simmenthaler ausstellen müsse, da für dieie Rasse in Mitteldeutschland ein gutes Absatzgebiet ent> standen sei. Nach den Bestimmungen würde dann den 4000 Herdbuchtieren entsprechend eine Kollektion oon -2 Stück auszustellen sein. Oberamtmann Hofmann-M- Güll spricht sich für Ausstellung von Vogelsberger w aus. Die Regierung werde wohl die noch nicht verausgabten 10 000 Mk., die für den Deutschen LandwirtMSr^ rat vorgesehen sind, zur Verfügung stellen. Mit Simmem thaler Vieh müsse man dann besonders auf der in Maw - heim geplanten Ausstellung hervortteten. — Dr. Mutte bezweifelt, daß die Regierung das Geld hergeben roemy- Dr. von P»t er-Friedberg weist auf die Notwendigni regster Beteiligung hin. Er habe vor kurzem auf Bezirkstierschau in Aschaffenburg die Erfahrung genm 1 , daß die Landwirte der dortigen Gegend, die ihre -öuii bisher aus dem Ried und dem vorderen Odenwaw v - zogen hätten, nun aus Wiesbach( holten, weil das heS l ' sche Vieh auf der Frankfurter Ausstellung so schlecht abgeschnitten habe. — Ter Ausschuß beschließt Beteiligung au der Ausstellung in •^ai^ 1 je einer Kollektion von Vogelsberger und Simmentya Vieh. , _ Die Regierung hat die llmarbeihmg unsere. S größten Teil veralteten hessischen Feldstras-t^ s e tz b u ch s in Angriff genommen und zu diesein- o richterliche und Verwaltungsbehörden sowie wttrscya liche Korporationen zu gutächtlichen Abu^,W-rtscbaft- gefordert. So hat auch eine. Kommission des lanvffvirlscyui lichen Provinzialvereins getagt und ein Gutachten sammengestellt. Kreisamtmann Boeckmann res 1 Namens der Kommission. Er greift nur eniigc: Bui aus dem schriftlichen Gutachten heraus^ Tie Beibehaltung des Wertersatzes wird befürwortet, dagegen tritt für Abschaffung des sogenannten Pfandgeldes „e.chslM lV,, . ,»n S-W inbeit mW arftoW1 1 “,a bet S» Unb TW T»»”l »isd * s« d würben, b:3 es trotte M schütz fei e4 auM Hattet sei, am Moß Stunde in einem 4 des meisamlmanl Wrganisation DM Gutachten neu findet die Mnuü Ttad) Eckedigu gckegenheiten schließ iS-WM litt lotalt unb ttttbtu ( B " SovdN'Pcho nnb beS Neujahrsfest Tagen von Stativ »tu 20. Dezembe 12.26 nachts über Kl 3.05 nachm. bis M 4,k) noch SchnÄM 1-3 91 nachts bis Staffel ( (Ankunft 6.52). - Köln (Ankunft T51 4.55 nach«, bis Kc (Ank. 11.16); 12.2 1.42 nchs biißaff R) bis Frankfurt (S M 2.03)-, 4.54 ' 6.45 nafyn. bis Fr bis Fulda (M. 3.3! — Am23.Drzer ö.35 nachm. bis 9i (Ank. 8.35); 12.2 Sangerhausen re.; (Munft 6.07); n 4.54 natyn. big sr lMbtr:3,10 naä ym« W 10.35; 7'7 nachts (Schnei sorgens (Schne U-oO vom. bis Frt ^faW.6.52) “Mailly bi, 1,'AWtt: 45 M 6.61), _ 2«’’" 1 455®ffl'“ablv ÖSS)1 den 9 erkiäit, nichts von ihm wiffen zu wollen. Darauf habe et nach dem Revolver gegriffen und sei dem aufschreienden und entfliehenden Mädchen nachgesprungen. Ueber die nun folgenden Einzelheiten will der Angeklagte nichts mehr wissen, auch nichts davon, daß er den ihn festnehmenden Personen Widerstand geleistet. Er wurde zu 5 Jahren Gefängnis öerurteUt. Darmstadt, 13. Dezember. Eine interessante Frage hat jüngst das Amtsgericht I hier beschäftigt. Ein Passagier, der die Dampf st raßenbahn benützte und sich aus der P l a t t f o r m vor dem Zugabtcil der zweiten Klasse befand, weigerte sich, den Billetsatz dieser Klasse zu zahlen. Auf Klage entschied das Gericht, daß der Fahrgast nur dem Preis der dritten Klasse zu erlegen brauche, die Plattform von beiden Wagenklassen sei die gleiche. Im Reglement der Bahn ist nur vermerkt, daß das Stehen auf der Plattform erlaubt ist. Müller wies barauf: Mitteln auch damit erbeausstellungen eher Eine landwirtschai' inerhalb weniger Süp- Geiverbeausstellimg ' M und so bidor-": V ttschaftlichen AusM VJ' inbtn. So w rar 180000 M. ,n 4 N-W \>eir«y Oie AM dieL^wehrübuup iwnbo tyitwWM: bei Laudimchchast Mi ltn. Ms eine Miu; jeziilsvereine (ich für P ochen. In Gießen im«, A'äH, im LogkÄ^' oie| Geld mit Mm ) Funi, wieder *u: au. 3n der heutig^ end notwendig W* >M°g «« di- Ä imh die Meinung l -7it von Mitt.^ ,5äSä?«= rhfllOO 1 in rnnneral vwi» » em gnuv srwfe ,eram‘5wi* ptfuna von cllu Ä hie noch 1,v Ä*. SS. ,nbu 9wnb- -ASM *K’Ä«sä> H . Uff fl” ,d; t «ii iir ein'Kr i (i) - 2 (I) 6 solche von 4 Uhr nachmittags ab im Laden des Herrn Gärtners Berger. •* Aus de« Bureau des Stadttheaters. Am Sonntag gelangt Ferdinand Raimunds Meisterwerk, die dreiaktige Zauberpoffe „Der Verschwender", Musik von Conradin Kreutzer zur Aufführung. Der Billetvor- verkauf für die Sonntagsvorstellungen findet vor den Feiertagen bis abends 61/, Uhr in Ernst ChallicrS Musikalienhandlung statt. — In die kommende Woche fällt das zweimalige Gastspiel des Affendarstellers F. Johnson auS New Aork. Der Berliner „Lokal-Anzeiger" schreibt: Das Alexanderplatz Theater hat nun einen Affen und zwar einen recht gewandten, der sich in der Restroy'sche Posse „Der Affe und der Bräutigam" in der Person eines Mr. Johnson zur großen Ergötzlichkeit des Publikums präsentierte. In der That reicht das Talent des Mr. Johnson in der Darstellung des gliedergewandten Vierhänders an das seiner einst vielgenannten Vorgänger völlig heran, selbst Aloys Müller, der Affenmüller der 70er Jahre, entwickelte nicht größere Behendigkeit und Natürlichkeit in seiner Darstellung. Dienstag den 18. ds. ist Volksvorstellung und zwar wird „Dorf und Stadt" von Charlotte Birch- Pfeiffer gegeben. ♦* Spezialitäten. Am letzten Sonntag fand im Lokal zu den „Vier Jahreszeiten" eine große Spezialitäten- Vorstellung statt. Man schildert uns die Leistungen der Künstler als sehr gut, namentlich die der Gebrüder Orelly als Salonakrobaten. Frl. Dalby als Tanzsoubrette zcrchnetc sich durch ein schönes, wohlklingendes Organ und flotten Tanz aus und wußte das Publikum auch durch hochelegante Toiletten zu fesseln. Frl. Martha Bosmann soll eine gute Liedersängerin sein. Die Vorstellungen am Nachmittag und Abend waren sehr gut besucht und es mußten 3 bis 4 Nummern zugegeben werden. Das Publikum konnte mit dem Bewußtsein den Saal verlassen, einige fröhliche Stunden verbracht zu haben. — Am morgenden Sonntag finden wieder zwei Vorstellungen mit neuem Programm und neuen Kräften statt, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr. ** Auch ein Jubiläum. Man schreibt uns: Im Laden des Herrn Fr. Krogmann an der Bahnhofstraße bemerkt der Vorübergehende einen Kassenschrank mit der Aufschrift: „Tausendster Kassenschrank aus der eigenen Fabrik." Die Kr.'sche Fabrik hat aus kleinen Anfängen die Fabrikation von Kaffenschränken zu einem heute schon ganz bedeutenden Industriezweig Gießens gestaltet. Das Personal des Herrn Krogmann hat ihm aus Anlaß des 1000. Fabrikats zweiGedenktafeln überreicht. Zu Ehren dieses Tages findet eine Feier in Lonys Bierkeller statt. Hande! und Uerlrehr. Uolkswirtschast. — Die deutsche Hypotheke«bank in Meiningen veröffentlicht in unserer heutigen Nummer ein Inserat, das Beachtung verdient. Sohlen. ES notieren: Ruhr-Fettnutz Körnung I und II Mk. 240 biS Mk. 250, Nutzschmtedekohlen Mk. 220 bis Mk. 230, Deutsche Anthrscit-Nußkohlen Mk. 380 bis 390, englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 430 bis Mk. 440, Rutzr-Flammnuß Körnung I und II Mk. 240 diS Mk. 250, Ruhr - Flammnuhkohlen III Mk. 220 bis Mt. 230, Fettschrot Mk. 190 bis Mk. 200, Ruhr-Bruchcoks Mk. 330 bis Mk. 340. Alles per 10 Tonnen ab Mannheim. Englische Jndustrtckohlen geringwertiger Qualitäten beschweren andauernd btn Markt und werden zu jedem Preise abgegeben. Spiritus. Spiritus hat während der Berichtswoehe den Preis nicht viel geändert. Das Geschäft ist weniger belebt wie in den vorhergehenden Wochen, doch fanden die Zufuhren prompte Aufnahme und schließt Rohspiritus heute an der Berliner Börse mit Mk. 44,90. Auf heute beruft der Ring seine angeblich Getreuen zum ersten Appell zusammen Die Versammelten dürften wenig mit den Erfolgen der Leitung zufrieden sein, da die bekannten Ausschüttungspreise wenig denjenigen Preisen entsprechen, die außerhalb des Ringes erzielt wurden. Die Regiffeure dieser Versammlung werden Übrigens die Anwesenden mit den bekannten Floskeln zu beruhigen suchen. Vor Schluß wurde der statistische Bericht pro November bekannt. Derselbe weist eine kolossal starke Produktion gegen den Parallelmonat des Vorjahres auf, eine Abnahme des Konsums und eine Zunahme des Bestandes um rund 62 Mill. Liter. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden in Plankstadt zirka 4500 Zentner Tabak neuer Ernte von Mk. 24 bis 28 verkauft. Der Preis wurde durch das Eingreifen dreier großer Fabrikanten bis zu Mk. 28 getrieben, der Handel, der sehr wenig kaufte, hätte diese Preise keinesfalls angelegt, da der Tabak in Brand teilweise sehr zu wünschen übrig läßt, die Abhängung dagegen war musterhaft. Im Grenzhof wurden von drei Parthien, teilweise verhagelt zwei zu Mk. 22 bis 24 gekauft. Es sind in der badischen Pfalz noch die Orte Freudenheim, Seckenheim und einige kleinere Reste in verschiedenen Orten zu verkaufen, womit sodann der Einkauf bei uns geschloffen werden dürfte. In der Rheinpfalz sind die Schwergutorte Mutterstadt, Dannstadt und der Schneidgutort Schifferstadt, ferner von den Zigarrenorten noch die Orte Bellheim (fast ganz), Herxheim, noch zirka 2500 Zentner zu verkaufen und hat sich der Preis von Mk. 28 auf Mk. n6 herabgedrückt; wir halten auch diesen Preis für diese Qualität noch zu hoch. Die abgehängten Neckartabake, die jetzt geliefert werden, sind, rote bereits von uns erwähnt, größtenteils schlecht geliefert. Wir haben wiederholt von der beliebten Einkaufsweise abgeraten, da jetzt noch Zeit wäre, die fertigen Tabake zu kaufen. Wir hoffen, daß, hierdurch gewitzigt, die Herren Händler und Fabrikanten in Zukunft beim Einkäufe etwas vorsichtiger verfahren werden. In alten Tabaken war das Geschäft während der Berichtswoche ruhig. Lose pfälzer Rippen geschästhlos, lose feine Mk. 8 bis 9, gebündelte Mk. 11,50 bis 12 verpackt. Schiffsnachrichten. Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star Linie* in Antwerpen, ist laut Telegramm am 12. Dezember wohlbehalten in New-York angenommen. — Ei» praktisches Weihnachtsgeschenk sür die Dam^n. wett, das zugleich auch dem Schönheitssinn entgegenkommt, ist eine jener eleganten Nähmaschinen, die das hiesige Geschäft der Singer Co. Nähmaschinen Akt. Ges., Bahnhofstr. 4, jetzt wieder in einer prächtigen Weihnachts Ausstellung den Kunden vor Augen stellt. Jedem Salon geretcht eine dieser Maschinen, die in ihrem Aeußeren so schmuck aussehen, zur besonderen Zier, ihr Hauptvorzug liegt aber in ihrer unübertroffenen Konstruktion und Leistungsfähigkeit, — Eigenschaften, die auch von der Jury der Pariser Weltausstellung wieder anerkannt worden sind, die der Singer Co. für die von ihr ausgestellten Nähmaschinen die höchste vor ihr zu verleihende Auszeichnung, den „Grand Prix“, zuerkannt hat. Das ist wiederum eine Anerkennung von Fachleuten, wie sie die Allgemeinheit schon seit Jahrzehnten ausgesprochen hat. Die Singer Nähmaschine besitzt denn auch Eigenschaften, die sie jeder Dame lieb und wert machen müffen. Besonders möchten wir auf ihre neuere Errungenschaft, die Herstellung moderner Kunststickereien, Hinweisen, eine Kunstfertigkeit, die ohne besondere Apparate auf ihr g.-übt werden, und die sich jede Dame nach einer leichten und kostenfteien Unterweisung an- eignen kann. Wer daher ein zugleich praktisches wie elegantes Weihnachtsgeschenk für seine weiblichen Angehöiigen erstehen will, der kaufe ihnen eine Original Singer Nähmaschine. 5 mit ornSn Nie j1 LLb SÄ® “Fäk äs'*'" ■■‘f.Don der Sparkasse 2, ft mf'T"' 7 Wangen habe - iin hatte seinem für d: best mmten Vieh meH !« Prmnzmlverein < ten^^^b deshalb £ Esrachtlosten aus. Ihrtc -berregierungsE. nW in der Lage Mi >en kosten der Ausstell^ a un Voranschlag bapii. [\ die schlechte Finanz, beträgt 289000 000 » wrzulegende Solidem:!- ur 10000 M für den ehen und diese seien m- ne von 10000 Mk. zur' iehen worden, müßten; Zu Weihnachts-Geschenken empfiehlt 2 Sämtliche in allen Preislagen. J. Kaan Kreuz 10 8050 8136 Schneider. i PM Eine 2. il'; /licht neu. Ms Wahres 1848 auch : Lanken brachten, ti 05231 «atharinengasse 17. 4788 DUUWMMtzsMt veranschlagt zu 350,— JC. 1837,50 M // Durchmesser und 6 bis Wes Kpejialseslhiist furEimahmuvgeu 14 bis 05251 aller Art. 05175 9006 26 und 4 Ung. Gold-Rente 4 Balser. 8122 bto. Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 47.50 4 Veldsortenr 8102 Versandt per Nachnahme zollfrei. Brief 20 Frankm-St. Cmttts mit Firma Qhigl. SovereiguS SollarS in Sold Adendeonrfer 211 6C Darmst. Bk.-Actten 000.001 Oesterr. Lredit-Actien ** U«t»«fitttS^uch. und ®t«tKbrMittri t» verschiedtilts 56 42 96.40 87.65 93.50 100.00 100.50 00.00 4 57.90 4 15 m 39 cm 15 m 4 8 3 92.00 91.00 99.00 4 4 4 5 4 der von Banknoten bto. Eidarbeiten Chaussier- und Pflaster- orbeiten Liefern von Grundbausteinen Liefern von Decksteinen Liefern von Kies Steinsetzen rc. Seidene Schürzen Zier, Bans- n. Kindersehürzeu Durchmesser und 5 bis Länge mit 24,18 fm. Procent 4*/s Oesterr. 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Dezember 1900, vormittags 9V2 Uhr, soll im Oppenröder Gemetndewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden. A. Bau- uud Werkholz. 55 Etchenstämme von 14 bis 49 cm Hafenfellt Marder, Iltisse, Otter und Aüäli Regenschirme n. Handstbehe jeder Art. B. Brennholz. rm Buchen-Scheitholz, ,/ Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppelholz, Buchen-, Eichen- und Nadel. Wellen, rm Buchen-, Eichen- und -E । fi! w «"»s 1 nt't i -tE u EM Ein Dachshund entlausen. Nr. 809. Abzugeben bei 05198 Bäckermeister Deibel, Neuenweg. Länge mit 30,79 fm, 49 Nadelstämme von 3 Portugiesen Mexikaner amort. S. I-IH Monopol-Griechen von 1887 in Höhe von 12000 Mk., I 18 Mille erste Hypothek, ist Umt: halber mit ’/8 Verlust zu verkam. Das Grundstück, Villa, liegt in fn L'age einer Universitätsstadt A. deutschlands, ist mit 40 Mille or!8-. 8«/, Gr. 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Steindrucken । Erben) istrasse ?• Das Adressbuch der Stadt Giessen gelangt in einigen lagen I Verzeichnis der bet der Schluß zur Ausgabe Verteilung zu berücksichtigenden Gläu zur Ausgabe. biger bet der Gerichtsschreiberei Großh. Da die Schutzmannschaft in diesem Jahre Bestellungen nicht Amtsgerichts Gießen überreicht. Zur entgegen genommen hat, sind solche ohne Verzug an den Verteilung gelangen JL 1247,58 H, unterzeichneten Verlag zu richten. Nach Erscheinen des Luches I während die Schulden, die daran erlischt der ermässigte Subskriptionspreis. iXeif nehmen, JL 11995,92 H be- t agen. Es entfallen somit auf die- v. Münchow sche Hof- und Universitäts-Druckerei 3- Bor», ^mtmnamatet. 8129 ________________Seltersweg 52._____________ VCkgebUNg Ju bevorstehendenJeiertagen empfehle: üon Bauarbeiten. Wildschweio, Hirsch, Reh und Ha- im Ausschnitt, Hasel-, Schnee, und Birk- Samstag den 22. l. Mts , Schnepfe«, Feldhühner, Krammctsvögel und wilde nachmittags 3 Uhr, sollen in Speztalrtät tn Gänselebern, sowie alles sonstige Geflügel. Alles nur in'prima Uachbenannte Arbeiten und Liefer- Qualität zu den biüigsten Preisen. Hkreiskouranl zu Diensten. 8.28 ungen öffentlich in Accord gegeben Ph, Umsonst, Wild- u. Geflügelhgndlong, Mainz, Tklephou 120. werden. Große Kpezialitäten-VorstellunM' Anfang nachmittags 4 Uhr nnb abends 8 vollständig neues Personal!__ Kursbericht Bim J. Kurz «fc Co., Gießen, Katzohosfir-ße 63. Frankfurter Börse vom 14. Dezember 1900. e Xönigrr. Sachsen Technikum Hainichen Höh. u. mlttl. Fachschule f. Maschinenbau und Elektrotechnik. Ingenieure 5, Techniker 4 u. Werkmeister 2 Sem. Staatl. Oberaufs. tToirektor E. Boltz. Auf der letzten I iisr einstimmig delchu» mit großer Freude vV i oderation der deutM , miß genommen. Sie» jl fiteiie unseres Voiles! 3 hxrtaiten zu sördern | 3 litte Bitte, derselben I s wenden und erwägen i henke besonders ivid) 'Lösung gebracht werde Tie „LeWr. Neue 2tr diesem Besst «tidtischer Arbeitsnachweis Gieß« MavtenftvoL« Ä. «ngedot der «rdeitnehmer: 1 Bierbrauer, 1 Küfer r geprüfter Heizer, 1 Wagner, 1 tücht. Schuhmacher, mehrere Taglöhner, 1 Hausbursche, 1 Lauffrau, I 1 Schreibgehilfe. n Brief Geld 16.27 16.23 Franz. 20.42 20.38 Oesterr. 4.20 4.17 Amcric.