N* S6S Erstes Blatt» Freitag den 16. November 15V. Jahrgang ipoe General-Anzeiger Alle Lnzckgen.BcrmittlungSstellen deS In« und Ausland«! nrhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg. Acjugspreis vicrteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertetjähN. mit Bestellgeld. ■eee|eit von Anzeigen zu der nachmittag» für den feitaAei Lug erscheinenden Nummer bis vorm. 16 Uhr. Ndbeyellungen spätestens abends vorher. »glich Ä Ä mit Ausnahme deS W ® M Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. Hihftj-, Expedition und Druckerei: -chnlstraße Ar. 7. GrÄisbeilagen: Gießener Familienblntter, Der hessische Landwirt, Glätter für hessische Volkskunde. «dreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Volkszählung im Jahre 1900. Wie bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnisnahme, daß sich die für die Stadt Gießen ernannte ZählungS- Kommiffion für die am 1. Dezember lfd. IS. statthabende Volkszählung zusammensetzt, wie folgt: Vorsitzender: Großh. Polizeiamtmann Hechler. MÜglieder. Stadtverordneter Adami, m h Keller, » H Schiele, „ • Brück, h h Hanau, M „ Schmall, „ m Jughardt, „ „ Wallenfels, w Helfrich. Gießen, den 14. November 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Der Böget« nab Geflügelzuchtverein Gieße» »ttb Umgegend hat in seinen Zuchtstationen auf der Hardt, Birklar, Philosophenwald rc. eine größere Anzahl, etwa 30 Stück, rassereiner junger Hähne, Minorka und rebhuhnfarbige Italiener, zum Preise von 2 Mk. das Stück an zu verkaufen. Auch sind rassereine Hennen zu haben. Jntrresienten wollen sich gefl. an den Direktor des Bcr eins, Herrn August Schwan, Seltersweg Nr. 64 hier, wenden. Ich mache auf diese bequeme und billige Gelegenheit zum Bezüge vorzüglicher Zuchthähne und -Hennen der beiden am besten bewährten Hühnerrasfen aufmerksam. Gießen, den 13. November 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Die Thronrede. Wenn von vielen Seiten erwartet wurde, die Thronrede werde mit politischen oder stilistifch,en Schlagern glänzen, so hat man sich einer gründlichen Täuschung hin- gegeben; die Thronrede bringt kein „Kaiserliches Programm, nicht für die innere und uid)t für die äußere Politik, und wo sie die chinesischen Gräuel schildert, geht sie über das Maß einer in der Sache gerechtfertigten Energie des Tons nicht hinaus. Die springenden Punkte der augenblicklichen und zukünftigen Politik — soweit sie von parlamentarischen Einflüssen abhängt — sind die Chinafrage mit ihrem Appendix konstitutioneller und parlamentarischer Erörterungen und die Gestaltung unserer zukünftigen Wirtschafts- und Handelspolitik. . Die Chinafrage wird wenig anmutig durch eine Kreditforderung von 152 Millionen und die Forni ihrer Bewilligung. Gegen die Forderung selbst wird nicht allzu viel Einwand erhoben werden. Die Majorität des Reichstages ist mit der Reichsregierung davon überzeugt, daß Schritte in China unternommen und daß die deutsche Ehre und deutsches Interesse gleicherweise gewahrt' werden mußten. Es werden sich also gegen die Thatsache der Geldaufwendung selbst nicht viele Stimmen vernehmen lassen. Konservative, Nationalliberale, Freisinnige Vereinigung, Zentrum und ein erheblicher Brnchf- teil der Wilden —o.us ist die Majorität — erkennen die Bedeutung der Chinaexpedition an, und werden darum in der Sache selbst der Regierung nicht erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Tie Sozialdemokraten mit ihrem Anhängsel von Welfen, Polen rc. werden natürlich heftig opponieren, aber ohne Erfolg. Von Eugen Richter und den Seinen ist nach den vom Görlitzer Parteitag angenommenen Thesen für die auswärtige Politik zu erwarten, daß ihr Widerspruch, auch sachlich nicht allzu bitter wird. Sind also die Aussichten für eine rühme Behandlung der Chinapolitik günstig, so wird hingegen die Erörterung über die „konstitutionellen Kanteten" schon etwas brenzlicher für die Regierung werden. Die Thronrede bemüht sich zwar, dem drohenden Sturme vorzubeugen, indem sie hervorhebt, „daß ohne Zögern gehandelt werden mußte", und daß man über das „Maß der notwendigen Aufwendungen feine richtige d«r?sch°ftlich-Frageg-ht Thron- rede -nit der Bemerkung hinweg, daß em Z o l klar i s- aesetz im Laufe des Winters vorgelegt werde. Aus der lakonischen Kürze dieser Mitteilung sckstießen wir, daß über die Prinzipien des Zolltarifs und der Vertragspolitik im Schaße der Regierung noch kein endgiltiger Beschluß herbeigesüssrt ist. Welchen Standpunkt Graf Bülow als „innerer Politiker" einnimmt, ist immer noch nicht bekannt; ebenso wenig weiß man, ob er eine eingehenoere volkswirtschaftliche Bildung überhaupt besitzt, um in so wichtigen Fragen autoritär zu entscheiden. So viel gilt als sicher, daß er kein Agrarier im Sinne der Richtung der Kanitz rc. ist; er wird also für Prohibitivzölle und für den erdfeuchiten philosophischen Agrarismus des Grafen Kanitz nicht zu haben sein. Graf Bülow steht auf dem Standpunkt der „Weltpolitik", die ein Abschließen des Verkehrs der Nationen unter einander ablehnt und sich bewußt ist, daß die Zukunft jedes Kulturvolkes in einem freiheitlich und weitsichtig organisierten Verkehr liegt. Aus der anderen Seite wird er ebenso anerkennen müssen, daß die bedeutsame Verschiedenheit der Produktionsbedingungen in den Ländern mit ganzer und halber Kultur der Maßregel eines zollpolitischen Ausgleichs nicht entraten kann. Auf diesem Standpunkte wird die Majorität des Reichstages ebenfalls zu finden sein. Was die Thronrede sonst noch ankündigt, wird an die Akustik des Reichstagshauses kaum übertriebene Anforderungen stellen, ist aber immerhin bedeutend genug, um den vollen Ernst der Parlamentarier mit Beschlag zu belegen; an diesem aber wird es hoffentlich nicht so sehr fehlen, wie in der vorigen Tagung, die sich durch chronische Beschlußunfähigkeit bemerkbar machte. Die Beziehungen zum Ausland sind gut. Auch, diese Feststellung zeichnet sich durch bemerkenswerte Kürze aus; man 'kann das in verschiedenem Sinn auslegen. Doch wollen wir annehmen, daß die Kürze der Auslassung im umgekehrten Verhältnis zum Wert der behaupteten Thatsache steht. Was sich' aus unseren „englischen" und „russischen" Beziehungen . - allmählich herausdestilliert, weiß niemand; man darf indes Höffen, daß des Grafen Bülow Hand die diffizilen Fäden nicht verwirrt, sondern so knüpft, daß Deutschlands Stellung im Weltkonzert nicht verschoben wird. Den Franzosen wird der Satz über die Meltau s st e l l u n g nicht unangenehm in den Ohren klingen; seine Fassung beweist zu gleicher Zeit, daß der Kaiser nodj wie vor von der Bedeutung des internationalen Faktors unserer Kulturthätigkeit, dem der lebenschaffenden Macht des Verkehrs, überzeugt ist. Diese Argumentation wird sich keines durchschlagenden Eindrucks zu erfreuen haben. Das verfassungsmäßige Recht: des Reichstags, die entscheidende Instanz für alle Ausgaben zu sein, besteht, 'folglich muß dieses Recht peinlich respektiert werden, denn ein erfolgreiches Zusammenarbeiten von Regierung und Parlament hat die strikteste Innehaltung der in der Verfassung festgelegten Rechtsgrenzen zur Voraussetzung. Konnte die Negierung nicht eine Forderung von 152 Millionen vorlegen, so war eben die Summe geringer; der Reichstag hätte die kleinere bewilligt, und sich späteren Forderungen gegenüber hätte sich die Majorität wohl nicht als „Unmensch," gezeigt. Wir sind der Meinung, daß der Thronrede auf diesem Gebiet keine überzeugende Beweiskraft beiwohnt. Bei dem fortwährenden Geschrei über Cäsaris- mus, Autokratie und persönliches Regimen! sollte eine den Frieden liebende Regierung alles vermeiden, was solchen Anschauungen eine gewisse formale Berechtigung immerhin giebt. Die Regierung wird einen scharfen Strauß zu bestehen haben, und man wird ihr mit Recht die Lektion erteilen, daß die M i t r e g i e r u n g d e r Volksvertretung kein papierner Paragraph, sondern ein lebendiges Element ist, dessen der moderne d e u t s ch e S t a a t bedarf, wenn er g e s u n d bleiben will. Volltische Tagesschau. Wir lesen in der agrarischem „Dtsch. Tagesztg.": „Man wird grundsätzlich nichts dagegen haben können, daß gewisse Aufwendungen des Staats und des Reichs durch Anleihen aufgebrackst werden. Ueberall, wo das Reich oder der Staat durch die Aufwendung einen dauernden, wertvollen Besitz sich erwirbt, ist die Anleihe vollkommen am Platze. Wenn beispielsweise der Staat private Bahnen ankauft oder neue anlegt, wird die Aufbringung der Mittel auf diesem Wege für durchaus zweckmäßig und sachlich begründet erachtet werden müssen. Im übrigen aber sollte jedes Staatswesen und jedes Gemeinwesen sich p e i n l i ch st d a v o r h ü t e n , in eine Pumpwirt - schäft hineinzugeraten. Insbesondere sollte das Deutsche Reich viel mehr bestrebt sein, seine Schulden zu tilgen, als immer wieder neue Anleihen aufzunehmen. Der Reick)stag war wohl einstimmig immer dieser Meinung und hat auch gewisse Anläufe gemacht, um eine mäßige Schuldentilgung zu gewährleisten. Freilich waren diese Anläufe schvn an sich recht schwach und werden voraussichtlich ganz aufgegeben werden müssen. Der Anleihebedarf des nächstjährigen Etats beträgt fast 100 Millionen. Außerdem soll der Reichskanzler ermächtigt werden, Schatzanweisungen in der Höhe bis zu 175 Millionen Mark auszugeben. Auch das ist nur eine andere Form einer Anleihe auf kürzere Zeit. Dazu kommen die 152MillionenMarkder Chinavorlage, die ebenfalls durch Anleihe aufzubringen sind. Diese riesigen Anleihebedürfnisse eröffnen einen trüben Blick in die finanzielle Zukunft des Reiches. Wir kommen immer tiefer in die Kreide hinein; das läßt sich nicht verhüllen und nicht beschönigen. Wohl erwarten wir, daß die Kosten für die chinesische Unternehmung uns zurück- erstattet werden; aber diese Erwartung steht auf recht unsichern Füßen und kann leicht trügerisch sein. Angesichts dieses übermäßig starken Anleihebedarfs drängt sich denn doch die Frage auf, ob es nicht möglich sein sollte, die Kosten für die chinesische Unternehmung auf anderem Wege aufzubringen. Wir wissen wohl, daß es allgemein üblich ist, die Kostew für kriegerische- Unternehmungen zunächst durch Anleihen sich zu verschaffen. Aber wir wüßten auch keinen Grund, der dagegen spräche, in diesem besonderen Falle von der bisherigen Gepflogenheit abzugehen. Erhalten wir die Aufwendungen zurück, dann brauchen wir uns um die Unterbringung der dem Reiche ^fließenden Geldmittel feine grauen Haare wachsen zu lassen. Wir können dann gewisse Erleichterungen eintreten lassen, die recht wohlthätig wirken, oder auch unsere sehr notwendige Schuldentilgung einigermaßen beschleunigen. Es fragt sich nur, auf welche Weise und auf welchem Wege die Chinakosten, um ps kurz so auszudrücken, beschafft werden könnten. Wir möchten uns zunächst eines Vorschlags enthalten, glauben aber, daß, wenn man nur will, man ebenso den Weg finden wird, wie man ihn bei der Ausbringung der Flotten kost en in diesem Frühjahre gefunden hat. Daß die einzigen greifbaren Erfolge unserer chinesischen Unternehmung -der Großhandel haben wird, hat er selbst u. a. in seinen Telegrammen an den Reichskanzler zugestanden. Diese Thatsache würde einigermaßen den einzuschlagenden Weg andeuten. Mit dieser Anoeutung wollen wir uns für heute begnügen. Es war nur unsere Absicht, darauf aufmerksam zu machen, daß es Pflicht sei, darüber nachzudenken, wie wir verhüten können, daß wir immer tiefer in die Kreide geraten." Der Krieg in China. In einer besonderen Beilage des „Reichsanz." werden Berichte der deutschen Gesandtschaft in Peking vom 31. Mai bis 29. August veröffentlicht. Sie enthalten die im wesentlichen bekannten Vorgänge vor und nach der Ermordung des Freiherrn v. Ketteler und bestehen aus Briefen desselben, Uebersetzungen von Noten des Tsung-li-Mmens, sowie aus Briefen des Geschäftsträgers v. Below und des Dolmetschers Cordes. Der Bericht Belows vom 29. August schildert zunächst den Tag der Ermordung des deutschen Gesandten; er hebt hervor, wie Frhr. v. Ketteler, ein moderner E-mont, trotz der einstimmigen Warnung der andern diplomatischen Vertreter am 20. Juni vormittags zu einer Besprechung mit dem Prinzen Tsching und Dan aufbrach. Gegen 2 Uhr nachmittags ging der deutschen Gesandtschaft ein Schreiben des Tsungli-Namen über den Vorfall zu, worin vorgegeben wurde, daß man den Namen des Ermordeten nicht kenne, und das 'behauptete, der Ermordete und sein Begleiter hätten zuerst gefeuert. Am spätem Nachmittag traf eine neue Note des Tsungli-Aa- mekis ein, worin auf die Unsicherheit der Straßen hingewiesen wird. Der Bericht jagt von dieser Note, da sie nach Kettelers Ermordung redigiert sei, biete sie einen weitern Beweis des schmachvollen Spiels, das die chinesische Regierung getrieben habe. v. Below schließt mit folgenden Worten: „Das männliche Wesen, die Thatkraft und Entschlossenheit Kettelers hatten ihm die Liebe und Achtung der weitesten Kreise gesichert. An jenem Tage, wo die chinesische Regierung die Aufforderung ergehen ließ, Peking innerhalb 24 Stunden zu verlassen, war Ketteler einer der ersten, die sich dagegen gesträubt hatten, ihren Posten zu verlassen, indem er ' auf die Gefahr hinwies, die ein solcher Beschluß für alle herbeiführen würde. Erst als die Kunde von dem ruchlosen Mordanschlag eintraf, erkannte man allgemein, wie recht er gehabt, und jeder fühlte, daß er durch feinen Tod alle gerettet habe!" Der Bericht des Dolmetschers Cordes vom 4. Juli erzählt: Auf die Note des Hamens vom 19 .ds., worin der Gesandtschaft eine 24 stündige Frist zum Verlassen der Stadt Peking gegeben wird, suchte Frhr. v. Ketteler eine Unterredung mit den Prinzen Tsching und Tuan am 20. Juni nach; er begab sich früh um 8 Uhr in die französische Gesandtschaft, wo eine'Beratung der Gesandten stattfand, und von dort um 8 einhalb Uhr mit Cordes in zwei Sänften nach der österreichischen Gesandtschaft, wo eine bewaffnete Eskorte ihn erwartete. Ketteler be- ?ahl der Eskorte zurückzubleiben, um nicht Aufsehen zu erregen und die Kansusoldaten zu Thätlichkeiten herauszufordern. Tie Sänften gingen mit nicht herabgelajserwn Vorhängen hinter einander, vorn die Kettelers; chinesischer Reitknecht ritt vorn und ein zweiter hulten. Verm Passieren des Tungtanyailon (Ehrenbogen» fesselte ein von Lanzenträgern begleiteter chinesischer Karren dre Aus- merksamkeit Cordes'. Als er wieder einen Blrck aus die Sänfte Kettelers richtete, stand, wie aus der Crbe gewachsen, links neben der Sänfte ein Mandfchu-Sol- dat in voller Uniform in A n schla gs st e I l u n d ie Gewehrmündung, kaum ein Meter vom ^enster der Sänfte entfernt, da, wo sich Kettelers Kopf befinden mußte. Cordes rief Halt, in demselben Augenblick krachte der Schuß, die Sänfte wurde hingeworfen und Cordes erhielt gleichfalls einen Schuß. Tie Leiche Ket- telers war verschwunden. Cordes wurde von einem heftigen Gewehrfeuer verfolgt und rettete sich noch dem Gebäude der amerikanischen Mission. Cordes hält die Blutthat für einen sorgfältig vorbereiteten. Racheakt hochstehender'Vertreter der chinesischen Regierung, die Ketteler niederstreckte, und die er teilweise ins Gesicht des Toppelspiels beschuldigt hatte. Er nennt als solche u. a. Kanghi, Yunglu, Prinz Tu nn und Tung- fuhsiang. Tie Thäter waren uniformierte Banneriruppen. In den Arsenalen des Jangtse-Thales herrscht fieberhafte Thätigkeit. Man glaubt, daß dort für Rechnung der verbündeten Regierungen gearbeitet wird. Täglich werden mehrere tausend Stück Schieße und Stichwaffen fabriziert. Die meisten davon gehen aus dem Arsenal von Nanking hervor. Das Arsenal von Shanghai hat niemals aufgehört zu arbeiten. Dem Deutschen Flottenverein wird aus Tientsin vom 12. ds. Mts. berichtet: 40 Kilometer westlich von Paotingfu haben französische Truppen ein befestigtes Dorf erobert. Auf Seiten der Franzosen beträgt der Verlust an Toten und Verwundeten 18, auf Seiten der Boxer 320 Köpfe. Ein Extrablatt des „Ostas. Lloyd" bestätigt den Lieberfall und die Mißhandlung zweier deutscher Soldaten durch eine englische Patrouille in Shanghai. Das Motiv der That war folgendes: Der Stadtrat und die Polizei von Shanghai waren mehr- sa-ch Preßangriffen wegen oer Rinderpest ausgesetzt. Die Molkereien erhoben Schadenersatzansprück>e. Die Stadtbehörden schoben die Schuld an der Ausbreitung der Pest unberechtigter Weise den Deutschen zu. Die beiden Soldaten beaufsichtigten das von der Rinderpest geheilte deutsche Vieh. Der „Köln. Ztg." zufolge beabsichtigt die deutsche Reichsregierung, ihre Seestreitkräfte in Ostasien zu viermindern und einige Linienschiffe, sowie Kreuzer heimzuberufen. Die Llnienschiffsdivision unter Kontre- Admiral Geisler wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr die chinesischen Gewässer verlassen. Die beiden Kreuzer „Irene" sowie „Gefion" treten ihre Heimfahrt bereits anfangs des Jahres 1901 an. — Die „Post^ kann feststellen, daß die Nachricht eines englischen Blattes, wonach demnächst 5 0 00 Mann deutscher Truppen als Verstärkung nach China abgehen sollen, jeder Begründung entbehrt. Der „Temps" bestätigt die Meldung, daß die Unterhandlungen zwischen den Großmächten und der chinesischen Regierung nunmehr auf der angegebenen Basis begonnen hätten. Die Besetzung der Kaisergräber und die Enthauptung dreier hoher Beamten in Paotingfu haben, wie übereinstimmend gemeldet wird, einen tiefen Eindruck auf die Chinesen gemacht. Nach einer Reuter- Meldung aus Washington soll daS Aufleben eines schon j ängst bemerkten offensiven Geistes unter den Boxern auf Rechnung der Eutrüstung der Chinesen zu setzen sein, daß, während Friedensverhandlungen schwebten, die Verbündeten nicht gezögert haben, einen der höchsten Beamten — es ist der Provinzschatzmeister und stellvertretende Vizekönig Tingyung gemeint — hinzurichten. Dieser Mann sei immer Nichtstreiter gewesen, er habe die verbündeten Truppen bei ihrem Einmarsch in Paotingfu bewillkomMnet und ihnen seinen Namen angeboten. — Dergleichen Ausstreuungen sollen wohl nur den Zweck haben, in den Augen der Chinesen die Amerikaner, die an der Hinrichtung nicht beteiligt waren, als besondere Freunde erscheinen zu lassen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß den stellvertretenden Vizekönig die Verantwortung trifft, in Puotingfu die Abschlachtung zahlreicher Staatsangehöriger Englands, der Vereinigten Staaten und Belgiens zugelassen zu haben. Nachzutragen ist, daß die auf Kala an marschierende deutsch-italienische Kolonne unter dem Befehle eines deutschen Obersten steht und außer einem deutschen Bataillon und einer Kompagnie Seesoldaten an italienischen Truppen ein Bataillon Bersaglieri, Artillerie und eine Reiterschwadron enthält. Es wird wohl längere Zeit vergehen, bis wir von dieser Kolonne näheres hören. Im belgischen Senat erklärte bei der Erörterung über die aufgegebene belgische China Expedition der Minister des Aeußern: Weder Deutschland noch Frankreich hätten das Recht Belgiens, an der Aktion in China teilzunehmen, bezweffelt. Die Erwerbung chinesischen Grund und Bodens stehe in Frage, doch handle es sich um eine einfache Nieder- laffung ohne politische Bedeutung. Solche Erwerbungen seien in Tientsin und anderen Orten möglich, erforderten jedoch keinerlei militärisches Vorgehen. * Telegramme des Gieheuer Anzeigers. London, 15. November. „Morning Post- will bestimmt wissen, daß die amerikanische Regierung im Falle der Aufteilung Chinas einen Handelshafen beanspruchen wird. Peking, 15. November, Den chinesischen Bevollmäch. tigten hat sich eine lebhafte Besorgnis wegen der Verzögerung der Unterhandlungen bemächtigt, denn die Kaiserin ist in höchstem Grade darüber aufgebracht, daß sie den Abgang weiterer militärischer Expeditionen nicht verhindern kann. Graf W a l d e r s e e beabsichtigt nämlich, außer der am Sonntag nach dem Norden abgegangenen Expedition noch weitere Expeditionen abzusenden. Aus allen Städten, wo sich deutsche oder französische Posten befinden, laufen täglich Beschwerden beim chinesischen Hofe ein, wegen Plünderungen und Ermordung meistens alter und harmloser Personen. Diese Beschwerden sind jedenfalls der Grund, weshalb der Hof nicht nach Peking zurückkehrt. Indessen haben die Kaufleute von Peking ein Gesuch an die Kaiserin gerichtet, um sie zu bitten, nach der Hauptstadt zurückzukommen. Peking, 15. November. Obgleich die Gesandten in ihrer gestrigen Sitzung mit der Abfassung der an die chinesische Regierung zu richtenden Note so gut wie fertig geworden sind, so sind doch noch ein oder zwei Punkte Vorbehalten worden, die in der Sitzung am nächsten Montag diskutiert werden sollen. Bis dahin werden die Regierungen ihren Gesandten Instruktionen über die wichtigste noch schwebende Frage erteilen, nämlich über die Frage der Thronfolge. Die Gesandten haben sich dahin geeinigt, die Abschaffung der inneren Zölle, genannt Li Sin, zu beantragen. Hongkong, 15. November. Die Boxer haben in einer Reihe von Ortschaften einen Aufruf verbreiten lassen, der zum Kampfe gegen die Fremden bis aufs Messer auffordert. Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Kirchen und Häuser der konvertierten Chinesen zu zerstören. Auf den Kopf jedes fremdenfreundlichen Chinesen wird eine Belohnung ausgesetzt. Den bekehrten Chinesen wird bis zum 30. November Zeit gelassen, den christ- l chen Glauben abzuschwören. Mit diesem Tage soll dasBlutbad unter denChristen undFremden beginnen.________________________________________________ Buren und Engländer. Man schreibt aus Kapstadt: Die aus Transvaal von Lord Roberts ausgewiesenen und nach der Kapkolonie gesandten Buren sind für die englische Regierung zur Zeit eine große Beunruhigung, da sie ein Bindeglied zwischen den Afrikandern der Kapkolonie und den Buren in Transvaal bilden und auf diese Weise die Beziehungen zwischen den beiden Stämmen aufrecht erhalten. In London wurde eine Bekanntmachung veröffentlicht, wonach das Verbot der Warenausfuhr nach dem Oranje- freistaat und Transvaal wieder aufgehoben wird. Die „Gelderland" ist mit dem Präsidenten Krüger an Bord in Suez eingetroffen. Niemand erhält Erlaubnis, die Kabine des Präsidenten zu betreten. Auch Krüger zeigt sich nicht auf Deck. Wie die Schiffsoffiziere sagen, ist seine Gesundheit gut, er hat guten Appetit und schläft gut. Unter den Personen, die an Bord kamen, befand sich auch ein Abgesandter des Komitees für die Empfangsfeierlichkeiten in Marseille. In dem deutsch ostafrikanischen Hafen Dar-eS-Salaam wurde Krüger eine Ovation bereitet. — Wie aus Paris gemeldet wird, werden alle fremden Konsuln in Marseille, ausgenommen der holländische, dem Beispiele der französischen Behörden folgen und sich den Vorbereitungen für Krügers Ankunft fernhalten und sich am Tage derselben nicht zeigen. — Ein iuternationales Komitee hat beschlossen, Krüger und damit dem gesamten Volke der Buren eine Weltovation zu bereiten. Zu diesem Zweck ist eine Ansichtspostkarte hergestellt und im Verlag der Aktiengesellschaft „Postkartenverlag von Künzli, Zürich" erschienen, die im Bild eine Verherrlichung Krügers zeigt und, um als Drucksache zu gelten, nur mit Namen, Stand und Wohnort des Absenders versehen, an Krüger nach Paris adressiert ist. Wir glauben, die hübsche Postkarte wird viele Abnehmer finden und dem alten Ohm Paul einige Freude machen. „Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß die britische Regierung eine Anleihe von 30 Mill. Lstr. zur Deckung der Kriegskosten machen werde. Telegramm des Oietzeuer Anzeigers. London, 15. November. Aus Suez wird gemeldet: Präsident Krüger weigerte sich, den holländischen Konsul von Suez zu empfangen, weil dieser Beamte englischer Nationalität ist? Auch der Konsular-Agent in Port Said ist englischer Abstammung. Der Kreuzer „Gelderland" ist nm 1 Uhr 50 Min. gestern nachmittag im Kanal eingetroffen und heute morgen 5 Uhr in Port Said. In Port Said erwarteten zwei Säcke mit Briefen und Telegrammen den Präsidenten Krüger.__ Deutsches Reich. Berlin, 14. November. Der Kaiser, die Kaiserin, sowie der Kronprinz wohnten heute vormittag in der Siegesallee der Enthüllung der Standbilder des Markgrafen Johann II., Ludwigs des Römers und des Kurfürsten Johann Cicero von Bildhauer Felderhof, Graf Goertz-Schlitz und Manche bei. Graf Goertz erhielt das Großkreuz des roten AdlerordenS, Felderhof und Manthe den toten Adlerorden 4. Klaffe. Graf v. Goertz- Schlitz ist der Schöpfer der Gruppe Ludwigs II. — In einem ausführlichen Bericht heißt es u. a.: Während der Kaiser mit dem Künstler und dem Grafen Lerchenfeld die Gruppe aus einiger Entfernung betrachtete, begrüßte die Kaiserin die Gattin und den Sohn des G.rafen Goertz, einen jungen Gardeoffizier. Der Kaiser hatte währenddessen auch den Reichskanzler und die Herren v. Wedel herangerufen und zog später auch noch Prof. Karl BegaS in die Unterhaltung über das Werk des Grafen, über das er an sich nur Worte der Anerkennung hatte, wenn ihm auch der Sockel etwas zu breit erschien. — In das königliche Schloß zurückgekehrt, empfing her Kaiser die Meldung des Generalleutnants z. D. Frhrn. v. Zedlitz-Leipe. Demnächst hatten Major v. Falk vom Jnf.-Regt. Nr. 32, der die Orden seines verstorbenen Vaters, des Staatsministers Dr. Falk überreichte, und der Direktor im Reichspostamt Sydow, der die Orden seines verstorbenen Vaters, des Wirkt. Geh. Rats Präsidenten Dr. Sydow, überreichte, Audienz. Um 12 Uhr eröffnete der Kaiser im Rittersaal des kgl. Schlosses des Reichstag. Um 1 Uhr wurden Geh. Ober-Reg.-Rat v. Bremen und Architekt Bodo Ebhardt empfangen, die Pläne zum Ausbau der Marxburg vorlegten. Um P/2 Uhr trat der Kaiser vom Bahnhof Friedrichstraße aus den Jagdausflug nach Schlesien an. Er traf in Trachen- berg am Abend ein. Jrn Gefolge befinden sich Graf Eulenburg und der Gesandte Graf Wolff Metternich. Der Minister des Innern, v. Rheinhaben, ist ebenfalls mit dem kaiserlichen Zug eingetroffen. — Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist, obwohl es im Ganzen befriedigend ist, noch immer häufigen Schwankungen unterworfen, was bei der Natur des Leidens nicht verwunderlich und auch zu unmittelbaren Besorgnissen keinen Anlaß gibt. Ein Winteraufenthalt ber Kaiserin an der Riviera wird insoweit vorgesehen, als in Bordighera vom 10. Januar ab eine Billa für sie gemietet wurde. — Nach dem „Reichsanzeiger" trat heute nachmittag 3 Uhr das preußische Staatsministerium unter dem Vorsitze Miquels zu einer Sitzung zusammen. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht ferner eine Verordnung betr. die Rechtsverhältnisse in den deutschen Schutzgebieten, die am 1. Januar 1901 in Kraft tritt. Die Verordnung stellt die Angehörigen fremder farbiger Stämme den Eingeborenen gleich, soweit nicht der Gouverneur mit Genehmigung des Reichskanzlers Ausnahmen festsetzt. Japaner gelten nicht als Farbige. Die Verordnung fetzt Abänderungen des Gesetzes über die Konsulargerichrsbarkeit bei Grundstücken und Bergwerkseigentum fest, gibt Vorschriften und Gesetze über den Schutz von Werken der Literatur, Kunst, Erfindungen 2c., und die Bestimmungen des Civil- und Strafprozesses und hebt die bisher für die einzelnen Gebiete geltenden Sonderbestimm» ungen auf. — Den Abendblättern zufolge richteten die Aeite st en der Kaufmannschaft Berlins an den Reichskanzler eine Eingabe, die in der Bitte gipfelt, eine Revision des Reichsstempelgesetzes dahin in die Wege zu leiten, daß den deutschen Börsen ihre internationale Bedeutung wiedergegeben werde. — Der Reichsetat für 1901 balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit 2,240,947,301 Mk. Davon sind dauernde Ausgaben 1,912,608,694 Mk.; die Anleihe beträgt 97,286,384 Mk. Schatzanweisungen können bis zum Betrage von 175,000,000 Mk. ausgegeben werden. — Wie die „National-Ztg." hört, fordert der neue Marineetat für die Verlegung des Torpedobootshafens in Kiel nach der Wiekerbucht als erste Rate 400000 Mk. — Das Beamtenkorps bei unseren Truppen in Ostasien wird eine weite Verstärkung erhalten. Die Feldpost wird durch acht Feldpoftsekretäre verstärkt werden. Die Feldintendantur wird um einen Feldintendanturrat und zwei Feldintendantursekretäre vermehrt. — Offiziös wird darauf hingewiesen, daß mit der im lausenden Etat vorgesehenen Vermehrung der etatmäßigen Eisenbahnsekretärstellen um 200 ber Abschluß keineswegs erreicht sei, vielmehr werden, da bas sachliche Bedürfnis für eine weitere Vermehrung dieser Stellen nach Lage der Dienstverhältnisse als vorhanden anzuerkennen sei, auch in dem Staatshaushaltsplan für 1901 eine beträchtliche Zahl neuer Eisenbahnsekretariatsstellen vorzusehen fein. — Dem „Börs.-Kour." wird von gut unterrichteter Seite bestätigt, daß die Nationalliberalen darauf bestehen, ihre Ansprüche auf Besetzung eines Postens im Prä- fibium des Reichstages geltend zu machen. Die Fraktion will für daS.Amt des zweiten Vizepräsidenten Herrn Büsing dem Hause in Vorschlag bringen. — Man meldet auS Konstantinopel: Aus eng« lischer Quelle verlautet, die türkischen Transportschiffe, welche die nach Genua zum Umbau gehenden Kriegsschiffe begleiten, werden von dort weiter nach England segeln, um Cardiffs Kohlen zu laden und nach den Farsun-Jnseln im Roten Meere zu bringen zur Errichtung einer deutschen Kohlenstation. Stuttgart, 14. November. Die Meldungen, daß jetzt nach dem Ministerwechsel ein Anschluß Württembergs an die hessisch-preußische Eisenbahn-Gemeinschaft geplant sei, sind, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, vollständig aus der Luft gegriffen. Ausland. Stockholm, 14. November. Nach der neuen HeereL- ordnungsvorlage wird die Dienstzeit auf 365 Tage ausgedehnt. Die jährlichen Kosten betragen 1 700 000 Kr., für die Stamm-Mannschaft der Küstenartillerie 1000000 Ar. Die Kosten für die wehrpflichtige Küstenartillerie betragen 375 000, für Neubauten der Küstenartillerie 2 590000 Kr., die auf 6 Jahre verteilt werden. Kopenhagen, 14 November. DaS Befinden ber russischen Kaiserin-Witwe hat sich verschlimmert. Die auf Mitte November festgesetzte Rückreise nach Petersburg ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der Thronfolger wird dieser Tage allein nach Petersburg zu- rückkehren. Brüssel, 14. November. Hier bildete sich ein Komitee, das den Papst ersuchen will, den Antisemitismus zu verdammen und besonders, wie einige feiner Vorgänger, die Haltlosigkeit der Blutlegende auszusprechen. Rom, 14. November. Das heute veröffentlichte parlamentarische Programm der Regierung konstatiert, datz tgga ivordrn,' - . ahliia betret t'iH Willen deS AMliehmn d sä die Srenzst' regelt worden. Wien, 14- lonserenz ei mitaüenW - Nach dir Röni c.ehabt haben. Pttttsburs Ministers deS sagt: Die An 8. d. M. diit #ufM * u^m am 13. t i* ««• ®' Saisn brachte ut gut. W Mig btf ubi typhuS mit Verlauf. - Die J Meer-Flott ist unlängst be em zweiter fol nächst in St® ti.it! jibtn bit Ion!. Litton f.uergeschiißen, . 6 HoWkanon Meer Potte lioch bit nad) 2 Jahr Märest, 14 dem Prozesse: begann heute mi Mieten». Dieser zuerst vorn Bo dinn m Gehn gellagte leugnet, habe, eS habe st Karol gehand daß diese Wor! toi bezogen. ■ r _ Die «Dm valaani schreib/ elkMÄ '• ^In^nblnbui poribrtM unb sw unlan Kolonie bad unsnr L'.rdr und dah wir di 0 eifrig das ®o £jner Sbtnbnumt In Smifh ’Ä* * »< Ä 'S'11 »tttn. wenn °Jne M 3hleaig M \S Nfij toi tu ""in ..wo, nr lschncn nicht mfMtn banatfi nl N t ff 6eran M dxg, ? Uhftrt 8bbt^ t u?11 ° e'v Unb Wen b-e^chtc f5 'nten, ber a Zur Eisenbahvkatastrophe bei Offenbach die Beließt! in ReichSkanjlrr btt Wttzt zn Itiltn, onolt Trbtuwg giiLgnale bei Bahnhöfe und Haltestellen vor; üLt die Durchführung dieser Vorschrift ist von der Auf- nchtsbehörde eine Frist bis zum 1. Dezember 1903 f‘ willigt. Vorsignale für Blockstationssignale werden nur 1111 Ausnahmefällen angebracht. Die Notwendigkeit, »ninen solchen Ausnahmefall bei dem Signalmast der Die Frankfurter Eisenbahn-Direktion schreibt der „F-rkf. Ztg.": „Bereit aus jede sachliche Frage Antwort zu geben, ersuchen wir um gefällige Aufnahme des folgenden: Im gestrigen Abendblatt der „Frankfurter trotz der schmachvollen Ermordung des Königs Humbert die freiheitlichen Institutionen und das Funktionieren der ganzen Staatsmaschine keine Beeinträchtigung erfahren haben. Die Beziehungen zu den anderen Mächten seien die herzlichsten und durch teilnehmende Kundgebungen aus allen Staaten in feierlicher Weise bekräftigt worden. Was die militärische und politische Aktion Italiens in China betreffe, so vollziehe sie sich gemeinsam und mit dem Willen des Parlamentes, auch mit dem vollständigen Einvernehmen der anderen beteiligten Mächte. In Afrika sei die Grenzfrage gleichfalls in befriedigender Weise geregelt worden. Wien, 14. November. Die österreichische Bischofskonferenz erließ an alle Gläubigen eine Aufforderung, mit allen Mitteln gegen das Duell anzukämpfen. — Nach auS Belgrad hier eingegangenen Meldungen soll die Königin Draga vorgestern eine Fehlgeburt gehabt haben. Petersburg, 14. November. Eine Mitteilung des Ministers des kaiserlichen Hauses, Barons Fredericks, besagt: Die Influenza, die sich bei dem Kaiser am 8. d. M. mit allen für diese Krankheit charakteristischen Zufällen, abgesehen von häufigem Schweiß, sich zeigte, u hm am 13. d. M. den Charakter eines typhösen Prozesses an. Das heute ausgegebene Bulletin lautet: Der Kaiser brachte die Nacht gut zu. Das Allgemeinbefinden i't gut. Temperatur 38,7, Puls 72. Kopf frisch. Kräfte völlig besliedigend. Die Diagnose ergab Unterleibs- lyphuS mit für den Augenblick völlig befriedigendem Verlauf. — Die Regierung hat beschlossen, die Schwarze Meer-Flotte bedeutend zu verstärken. In Nikolajew ist unlängst der Bau eines Kreuzers begonnen worden und em zweiter soll, wie hier in Marinekreisen verlautet, demnächst in Sewastopol gebaut werden. Das Deplacement sineS jeden dieser beiden Kriegsschiffe beträgt etwa 6400 TonS. Die Armierung besteht aus 12 sechszölligen Schnell- r.uergeschützen, 12 dreizölligen Schnellfeuergeschützen und 6 Hotchkißkanonen. Ferner werden für die Schwarze Meer Flotte noch 6 Torpedojäger von je 350 TonS gebaut, die nach 2 Jahren fertig sein sollen. Bukarest, 14. November. Die Gerichtsverhandlung in bcm Prozesse wegen der Ermordung Fitkowski's begann heute mit dem Verhör des Mitschuldigen Nicolas Mietew. Dieser erklärte, die Ermordung Fitkowski's sei zuerst vom Volke in öffentlicher Versammlung, bann vom Geheimkomitee beschlossen worden. Der Angeklagte leugnet, daß er bei der Voruntersuchung erklärt habe, eS habe sich um ein Komplott gegen den König Carol gehandelt. Karambulew erklärt dagegen, er wisse, t»aß diese Worte sich auf ein Komplott gegen den König Earol bezogen. ilanzirrt in 101 Mk. Davon Mk.; die Anleihe igen rönnen bis geben werben, irbeit btt neue HtbvbvvtShaswS rte MM N ren Trapp» « j erhalten. vnM wecki. itendanlmrat litt i, daß mit der v Q der etatmßi' 0 bet ba WWty r,f Stellen M „jUitlWI«* il eine betracht' utitnii« 6 alt« tat«! ,, Die $01* äfibent^F Opel- E --LS s'-s- Koloniales. Die „Deutsch - Ostafrikanische Zeitung" in Dar-eS- Salaam schreibt unter dem 6. Oktober: »In einem Teile der heimischen Presse kommt man, ausgehend von einigen Artikeln über hier angestellte Fahr versuche, welche wir s. Zt. in Verbindung mit Vorschlägen sür einen geregelten Trans- porlbrttikb und für di; Schaffung eines umfangreichen Fuhrwesens in unserer Kolonie veröffentlichten, zu dem unberechtigten Schluffe, daß unsere Liebe für die Zentralbahn im Abnehmen begriffen sei und daß wir deshalb der G-ündung eines geregelten Fuhrwesens so eifrig das Wort redeten. Das „Berl. Tagebl." versteigt sich in üiner Abendnummer vom 31. August sogar soweit, folgendes seinen Lffern aufzutischen: „Die „Dtsch.-Ostafr. Zig.", welch- früher zu den eifrigsten Verteidigern der Zentralbahn gehörte, führt jetzt sogar den Nachweis, daß ein wohieingrrichtetes Fuhrwesen und gute Landstraßen in Deutsch Ostafrika nicht Hand in Hand mit einer Zentral- bahn gehen könnten. — Wunderbarer Standpunkt! — Im Grgcntell, eS erscheint sogar mehr angebracht, daß, bevor eine E fenbebn durch daS Land gelegt wird, sich das Transppitwesen, also auch der Straßenbau, auf einer gewissen Höhe befindet, denn in allen Ländern der Erde, in welche, langsamer oder schneller, Kultur und Zivilisation hraeingetragen worden ist, bezw. sich von selbst entwickelt hat, und wo eine arbeitsame und leidlich intelligente Bevölkerung für die Schaffung von V.rkehrswegen Sorge trug oder an derselben mithalf, ist der Schienenweg im allgemeinen nicht gleich hinter dem Fußsteige entstanden, selbst wenn die Vorteste des ersteren auch schon bekannt waren. Wenn wir m unserem Deutsch-Ostasrika in dem Drange, die Reichtümer der Kolonie schnell ausgeschlossen zu sehen, uns nicht scheuen, einige der sonst so gesunden ©tobten der Verkehrsentwicklung zu überspringen und sofort das beste ur.b schnellste Verkehrsmittel, b'e Bahn, erstreben, so ist die Begründung hierfür indem Charakter deS hiesigen Eingeborenen Menschenmaterials zu suchen, dtsien Arbeitskraft und Intelligenz vorläufig noch nicht dazu ausreichen, um ohne ständige Aussicht und Anleitung durch Europäer im Sinne eines schnellen roi tschastlichen Wachstums thätig sein zu können. KLlchtsdestowerstgcr wollen und müffen wir mit ihr Zeit in Drutsch- Ostasrcka ein geregeltes Fuhr-Transportwesen zur Durchführung zu vrmgcn v rsuchen, und wenn wir dabei mit den größten Schwierig- rclten zu kämpfen haben, und auch schon mit einer Zentralbahn r 4* *5*tn „ ,nntn' benn "n- q otz: P.r'elntzader will ihre Speis^ng n nicht allein von den beiden Endpunkten entnehmen, sondern strebt danach, sich heran, .bilden. Jedenfalls aber wird der Bau von »ahnen m unserem Schutzgebiet der Entwickelung des Fuhrwesens bT $hrtn‘\De bunden-n Ausbau guter Verkehrtzstraß-n keinen Abbruch thun und umgekehrt wäre es ein Unding zu glauben, daß t*it gut eingerichtetes Fuhrwesen und schöne fahrbare Karawanen- st.aßen die Rentabilität einer parallel laufenden Bahn beeinträchtigen kö inten. bl! Ott« «wS «•M. di, ’M1/, utit W ws di» Tralh,„, tln M @raf Vernich. Der !nHö mit dem Diedrich ist, \ ?ch immer bn her Natur 1 unmittelbaren nusenthalt der Aschen, als in la für sie ge- -ute nachmittag um tmttt dem en. cht ferner eine lisse in den Januar 1901 >ie Angehörigen n gleich, soweit S Reichskanzlers t als Farbige. tfefä über die mb Bergwerks- über den Schutz /gen rc., und die es und hebt bit SonberbestiM' >« wflö V. 4* "t" 00 000 t 18en ’goOOOOt ; -A rie btWf :"’“t 95900Ü0P letlt i folgenden: Im gestrigen Avenovtan oer „Frankfurter her tW' 3«itung" wird gefragt, ob der Si g n a l m a st bei Bude 11, AsindeNo r bcr auf „Halt" zeigte, kein „Vorsignal" hatte. Wir 'croibern hierauf: Erst die „Betriebsordnung für die aupt - Eisenbahnen Deutschlands", vom 1. Oktober 1898 Me njotb^1 ö gültig, schreibt in § 1 (Absatz 3 und 4) die Anbringung 0"? «eltiM >'on Vorsignalen, jedoch nur für die Einfahrt- t : ! ’ i i n u n f o (ß f. « fi « f o 1, rr k c^nstpstellen tinr • * tiV® V Blockstation 11 als vorhanden anzunehmen, ist vor dem Unfalltag in keiner Weise hervoraetreten. — Es ist ferner im heutigen Morgenblatt der „Frankfurter Zeitung" gesagt, es sei nach Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn der größere Teil des vorher über die Strecke Hanau (West-) Frankfurt (Ost) gegangenen baierischen Durchgangsverkehrs auf die stark belastete Strecke H a n a u (Ost)-O f f e n b a ch - Fr a n k - (Hauptbahnhof) gelegt worden, zweifellos um Ersparnisse zu machen. Dies sei vielleicht der Grund für die Anlage der Blockstation zwischen Mühlheim und Offenbach gewesen, da die Legung des dritten Geleises auf der Strecke (Ost)-Frankfurt Geld gekostet haben würde. Diese Annahmen sind gänzlich unzutreffend. Ein jeder, der die Frankfurter Verhältnisse kennt und sich vorstellt, welche Schwierigkeit für den Bahnbetrieb und den städtischen Verkehr bei der Durchführung von Eisen- babn - Zügen vom Bahnhof Frankfurt (Ost) über die stäotische Verbindungsbahn bis in die Nähe von Griesheim, und dann — zurücksetzend — bis in den Haupt Güter- oder Personenbahnhof entstehen, muß zugeben, daß die Umlegung des in Rede stehenden Verkehrs auf die Linie über Offenbach umgehend geschehen mußte, und zwar ohnejede Rücksichtauf Mehreinnahmen oder Ersparnisse, sobald das bisherige Hindernis, nämlich das Privatinteresse der Hessischen Ludwigsbahn beseitigt war. Für die Anlage eines dritten Gleises Hanau (Ost)-Frankfurt (Hauptbahnhos) besteht zurzeit kein Bedürfnis. Sollte dies Bedürfnis hervortreten, so würde die notwendige Gleichmäßigkeit in den Anordnungen für die Betriebsführung die Herstellung einer zweiten z w e i - gleisigen Strecke erfordern, wenn nicht anders neue und schwere Betriebsgefahren geschaffen werden sollen. Die Blockstation 11 zwischen Offenbach und Mühlheim ist schon im Jahre 1894, also drei Jahre vor der Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn angelegt worden, und ist auch nach heute nicht wegen des starken Verkehrs nötig, sondern für die Regelmäßigkeit des Betriebes zweckmäßig. Aus Mainz erhält dasselbe Blatt folgende Zuschrift von Herrn Heinrich Klein : Es herrscht nunmehr kein Zweifel, daß mein Neffe und Teilhaber Herr Emil Klein, ein Opfer der unheilvollen Katastrophe geworden ist. Wie die „Frankfurter Zeitung" mitgeteilt hat, machte Herr Kaufmann Jakob Klebe in Fulda die Interessenten darauf aufmerksam, daß er es vielleicht ermöglichen könne, über solche Opfer der Katastrophe, die nicht identifiziert werden konnten, durch Einsendung einer Photographie der betreffenden Person Aufklärring zu verschaffen. Nachdem ich Herrn Klebe die Photographie des Herrn Emil Klein einsandte, erhielt ich gestern abend folgende Antwort des Herrn Klebe: Leider erkenne ich in der eingesandten Photographie meinen Reisegefährten. Ich fuhr mit Herrn Klein von Bebra bis Fulda, wo ich ausstieg. Wir unterhielten uns sehr eifrig und gut, und ich entnahm unserem Gespräch, daß Herr Klein aus Mannheim ist und seit einigen Jahren in Mainz wohnt". Ferner hat Herr Kaufmann Jakob Ebert von hier Herrn Emil Klein in einem der Wagen gesehen; Herr Emil Klein hat noch von Eschchege aus an seine Frau depeschiert, ihn um 11 einhalb Uhr abends zu erwarten, und auch von Eschwege aus wird bestätigt, daß Herr Emil Klein den D-Zug benützt hat. Aus Stadt und And. Gießen, 15, November. *• Stadltheater. Die gestrige Volksvorstellung, in der Schillers „Die Räuber" vor vollbesetztem Hause gegeben wurden, erfreute sich des ungeteilten Beifalls des Publikums, das besonders den Darstellern der drei Hauptrollen (Fräulein Korn als Amalie und den Herren Liebscher und Ramseyer als Franz und Karl Moor) anhaltend laute Anerkennung zollte. — Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Die Erstaufführung von Hermann Sudermanns vieraktiger Lustspiel-Novität „Johannisfeuer" findet morgen der hohen Honorarkosten' wegen bei mittleren Eintrittspreisen statt. Abonnements billets haben mit Zuzahlung Giltigkeit. Auch für etwaige Wiederholungen der Novität haben aus demselben Grunde durchweg erhöhte Preise Geltung. Am nächsten Sonntag Nachmittag bringt die Direktion als Kindervorstellung das Märchenspiel „Hänsel und Gretel". Bad Nauheim, 14. November. Die beiden Ladendiebinnen, die vor einiger Zeit einem Laden in der Kurstraße einen Besuch abstatteten, wurden in Gießen ermittelt. Die beiden Dämchen behaupten, die Sachen nur „zur Ansicht" eingesteckt zu haben, sie dürsten jedoch bald eines andern belehrt werden. Darmstadt, 14. November. Die Bezirksverbands- Versammlung der Gewerbevereine des Bezirks Darmstadt, die Sonntag in Nieder Ramstadt stattsand, beriet u. a. auch über eine Verfügung der Kreisschul-Kom- mission, wonach die Unterrichtszeit für die Handwerkerschulen im Kreise Darmstadt auf die Zeit von 5—7 Uhr abends zu legen sei, wie bei den Fortbildungsschulen. Sämtliche Vertreter sprachen sich in scharfer Weise hiergegen aus. Mit einer solchen Maßregel werde auch die Lehrzeit der Lehrlinge aufs neue verkürzt; gerade in der Zeit von 5—7 Uhr sei der Lehrling für den Meister am unentbehrlichsten. Sache Großh. Centralslelle für die Gewerbe und Großh. Handwerkskammer sei es, hier für das Handwerk einzutreten. Darmstadt, 14. November. Der Großherzog hat das. dem verstorbenen Prinzen Wilhelm gehörige Palais auf der Rosenhöhe käuflich erworben. Mainz, 14. November. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat zwei dringliche Anträge an die Bürgermeisterei eingereicht. 1. In Anbetracht einer zweifellos im Anzug begriffenen Geschäftskrise, die sich heute schon in stärkerem Angebot von Arbeitskraft wie seit Jahren bemerkbar macht, möge die Stadtoerordnetenver- sammlung der Bürgermeisterei eine größere Summe für umfangreiche Notstandsarbeiten zur Verfügung stellen. 2. Wegen der unerhört hohen Koh len preise die wahr- [ scheinlich in der nächsten Zeit noch eine weitere Steigerung erfahren, wird die Stadtverordnetenversammlung ersucht, die Bürgermeisterei zu veranlasse, auf städtische Kosten große Posten Hausbrandkohlen und Briketts anzukaufen und diese an minderbemittelte Einwohner zum Selbstkostenpreis in Mengen von 1 bis 5 Gentnern abzugeben. Die erste Angelegenheit wurde in der heutigen Stadtverordnetenversammlung dem BauauSschnß überwiesen, der in Bezug auf die auszuführenden NotstandSarbeiten der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage machen soll. Von Baurat Kuhn wurde heroorgchoben, daß in der nächsten Zeit bedeutende bauliche Arbeiten in der Neustadt vorgenommen würden, bei denen eine große Anzahl Arbeiter Beschäftigung finden könnte. Der 2. Antrag veranlaßte eine lange Debatte. Im ganzen fand der Antrag keine Gegner, nur über die Art der Ausführung herrschte Meinungsverschiedenheit. Der Antrag wurde dem Finanzausschüsse überwiesen. Bei den hiesigen Kohlenhändlern soll augefragt werden, ob sie vielleicht zur Lieferung von Steinkohlen um billigen Preis an Minderbemittelte sich verstehen könnten. • * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorstand des südöstlichen BezirksoereinS in Mainz hat eine Eingabe an die Bürgermeisterei und Stadtverord- neten Versammlung gerichtet mit dem Ersuchen, Schritte zu thun, um den öffentlichen Häusern die stillschweigende Betriebs-Erlaubnis zu entziehen. — Wie der Oberbürgermeister von WormS in der letzten Stadtverordnetensitzung mitteilte, wird mit dem Neubau des Bahnhofes spätestens im Frühsommer nächsten Jahres begonnen weiden und der Bau in 2% Jahren vollendet sein. — In Höchst ist ein Uhrendiebstahl verübt worden, vermutlich durch zwei Schiffer von 22—25 Jahren. Entwendet sind 20 silberne Uhren, 80 verschiedene goldene Ringe, 4 massiv goldene und eine Anzahl Doubleketten. Vermischtes. * Berlin, 14. November. In CnrlShorst versuchte heute ein Beamter, namens Graff, die Frau eines Gastwirts Pusch, mit der er in nähere Beziehungen getreten war, und sich selbst zu vergiften. Es gelang jedoch die Frau zu retten; auch Graff blieb am Leben und wurde als Untersuchungsgefangener nach Moabit gebracht. * Typhus. Wie man aus Chemnitz meldet, sind in Bürgstadt schwere Typhuserkrankungen aufgetreten. Bier Personen sind bereits gestorben. * Stockholm, 14. November. Bei einem Eisenbahnzusammenstoß in Gellivane wurden der Zugführer getötet und sechs Reisende schwer verwundet. Kunst und Wissenschaft. — Fräulein Triesch ist, wie fie bei ihrem Gießener Gastspiel selbst mlttetlte, tn Berlin sür das „Lessing-Theater" engagiert worder. Dieser Vertrag besteht schon seit längerer Zeit. Direktor Neumann-Hoser hat der Künstlerin Ruhe gewährt und Mutze, sich bezüglich t&rer Verpflichtungen mit der Münchener Hofbühne ouS- etnandkrzusetzkn. AIS übrigens Neumann Hoter den Verirag mit Fräulein Triesch vereinbarte, halle e>, wie der „B. B. C" miiteilt, von irgend welchen Verpflichtungen München gegenüber keine Kenntnis. Aehnlrch mag eS auch dem Intendanten von Possart gegangen fein. — Hermann Sudermanns »Johannisfeuer^ kam im Düsseldorfer Stadttheater am 8. November zur erstmaligen Aufführung. Trotz des sehr unbefriedigenden Schlusses fand das Stück durch die ganz vorzügliche Darstellung der Heldin desselben, des „Heimchens", eine im ganzen sehr beifällige Aufnahme. Es gelang Fräulein Roland, das aus sehr verschiedenen Elementen gemischte Gebilde, die miteinander widerstreitenden Eigenschaften dieses merkwürdigen Charakters mit großer und feiner Klugheit zusammenzuhalten und eine glaubhafte und interessante Gestalt zu schaffen. Gerichtssaat. Mainz, 13. November. Der 24 Jahre alte PosthUfsbote Georg Mengel aus Stadecken, zuletzt am Postamt II hier bedienstet, ist des Diebstahls im.Amt angeklagt. Der Angeklagte hatte im Juni aus einem ausgegebenen Postpacket einen silbernen Löffel und im September aus einem Packet 50 Mk. in baar gestohlen. Ferner entwedete er einen Brief und zwei Postkarten. Bei der Haussuchung fanden sich in seinem Besitz noch der silberne Löffel und 80 Mk. in Gold. Mit dem Rest will er Schulden bezahlt haben. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 1. Katz, Afterweg 10. 77.00 M. 77.00 . 73 00 M. 99 50 » 90.50 „ 88.00 , 88.00 „ 88.00 „ 80.00 „ 80.00 . Hochachtungsvoll Witwe Leib Börsennachrichten. Berlin, 14. November. Todes-Anzeige. Teilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß gestem vormittag 91/, Uhr unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel EXTRACT Prenss. do. do. do. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 15. November. Eine der ältesten LebenS« und Unfall - Brrsicherungs • Gesellschaften sucht für Gießen einen tüchtigen Agenten bei hoher Provision und großem Inkasso. 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Jughardt. tum Schutze deS gewerblichen Arbeitsverhältnisses zu betreiben? Tiefe Interpellation ist aus die Tagesordnung der ersten Sitzung zu setzen, die der heutigen folgen wird. — Dem „Vorwärts" zufolge beansprucht die sozia- listische Fraktion je einen Sitz im Präsidium und im Schriftführer-Kollegium. Die Fraktion wird für das Präsidium Singer und für den Schriftführerposten Fischer-Berlin Vorschlägen. sLin LogiS, 3 bis 4 Zimmer mit Zu behör, von einer Meinen, rubtfltt Familie zu mieten gesuckt. Cffertenunttc R 8 04908 an die Spedition d. Bl. Iuug. Manu sucht freie Abendstuuder mit Alischt, vou Schriftstücken Mju' Off, unter L- B 04913 an d. (SyMjS dieser die Mittel zur „kräftigen Vertretung der deutschen Interessen in China" oder gar die Indemnität für die bisherigen Ausgaben verweigern sollte. Berlin, 15. November. Bei der gestrigen Reichs- lags - Ersatzwahl im Wahlkreise Meseritz - Bomst wurden für den konservativen Kandidaten v. GerSdors- Rauchwitz 2526, für den Antisemiten Bruhn 2418, für den Polen ChrzanowSki 5831 uud für den Sozialdemokraten Mix 78 Stimmen abgegeben. Wahrscheinlich ist Stichwahl zwischen dem konservativen und polnischen Kandidaten erforderlich. Berlin, 15. November. Die sozialistische Fraktion des Reichstages hat gestern folgende Interpellation eingebracht: Welche Maßregeln gedenkt der Reichskanzler gegen die Beamten des Reichs am ts -es Innern zu ergreifen, die von einer Jnteressenten- gruppe des Zentral-Verbandes deutscher Industrieller 1 2 000Mark gefordert und erhalten haben, um damit eine Agitation für den vom Bundesrat dem Reichstage 2- 1. Stock, 5 evtl. 6 Bim. mit Bletchpl. und Gartenanteil sofort oder später zu vermieten. 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