Nr. 242 Zweites Blatt. Dienstag den 16. Oktober 150. Jahrgang 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In, und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZcilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Vezngspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellea Vierteljahr!. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierleljährt. mit Bestellgeld. Hrfchelnt täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Aimilreuökätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wvchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den tfolgenben Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. A>nts- nnd Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. Gratisbeilagerr: Gießener FamilienbMer, Der hessische Kandwirt, |ür Etter für hessische Volkskunde. Fernsprecher Nr. 51. I ......................I Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Behufs Herstellung einer Verlängerung der Brücke in der Klinikstraße wird diese Brücke Dienstag den 16. l. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 15. Oktober 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. " "1 Die Wirren in China. Die „Times" veröffentlichen den ersten Teil des Tagebuches^ ihres Berichterstatters Dr. Morisson in Peking. Ed heißt darin über die Ermordung des Freiherrn v. Kettel er: „Am 20. Juni vormittags versammelte sich das diplomatische Korps in der französischen Gesandtschaft, um abermals über die Sache zu beraten und Kenntnis zu nehmen von der Antwort des Tsungliyamens aus die Forderungen des diplomatischen Korps hinsichtlich der .Schutzmaßregeln, welche die chinesische Regierung für den Rückzug nach Tientsin angedeihen lassen wollte. Es war seitens der chinesischen Regierung keine Antwort eingetroffen. Einer der Gesandten machite den Borschlag, sich in corpore nach dem Tsungliyamen zu begeben. Der Antrag fand aber keine Annahme, ein Glück, denn sonst wäre die schrecklichste Niedermetzelung erfolgt, die die Welt-Geschichte je zu verzeichnen gehabt hätte. Einige Augenblicke später verließen zwei Tragstühle die französische Gesandtschaft, iu m sich nach dem Aamen zu begeben. Im ersten befand sich Frhr. v. Ketteler, der gut chinesisch sprechen konnte, im zweiten der Dolmetscher Cordes. Die Nachrichten laufen schnell in Peking, denn vier Minuten später kam mein Boy zu mir und rief: „Der deutsche Gesandte ist ermordet worden!" Es war richtig, der deutsche Gesandte war durch einen chinesischen Offizier erschossen worden. Eine Patrouille von 15 Mann ging unter der Führung des Frhrn. v. Soden ab, um die Leiche aufzuheben, mußte sich aber vor den Kugeln der chinesischen Gewehre unverrichteter Sache zurückziehen. Cordes, der später krank daniederlag, erzählte mir den Hergang folgendermaßen: Als wir die französische Gesandtschaft verlassen hatten, kamen wir zuerst an der österreichischen Gesandtschaft vorüber und traten dann in die Hadahman- straße ein. Bor der belgischen Gesandtschaft befanden wir uns in der Nähe eines Polizeipostens. Ich sah in diesem .Augenblick einem Fuhrwerk nach das eben an dem Tragstuhl meines Herrn vorüberfuhr, als ich plötzlich drei Schritt vor mir ein schreckliches Schauspiel sah. Ein Mandschu in großer Uniform mit einem Mandarinenhut mit blauer Feder legte sein Gewehr auf Frhrn. v. Ketteler an. Er drückte, als er sich in einer Entfernung von einem Meter befand, ab, und der Schußstiel. Erschreckt hieß ich, meine Träger halten; ich stieg aus und bemerkte, daß v. Kettelers Stuhl verlassen in der Straße stand. Im selben Augenblick erhielt auch ich einen Schuß. 4tzch sah ein, daß das geringste Zögern verhängnisvoll wäre und lief in nördlicher Richtung davon, während hinter mir weitere Gewehrschüsse fielen. Ich wandte mich nochmals um und >ah den Sessel noch am selben Fleck stehen. Ich wurde von zwei mit Lanzen bewaffneten Männern verfolgt, dabei s 'n Weg und hörte hinter mir die Rufe: 6 4.1 wfremder, er hat nur erhalten, was er verdient zeigte mir den Weg, endlich wies mich ein Verkäufer nach der Gesandtschaftsstraße, und eine halbe Stunde nach der Ermordung meines Gesandten kam ich in der amerikanischen Gesandtschaft an, wo ich in Ohnmacht Von da wurde ich in die deutsche Gesandtschaft gebracht Der Mörder war kein Räuber, sondern ein kaiserlicher Soldat in großer Uniform. Seine Leute hatten in der Nahe des Polizeipostens Aufstellung genommen, der unter dem Befehl des Militär - Kommandanten von Peking, Changli, stehe. Die Polizeibeamten waren Zenaen des Vorfalles. Ich bekräftige, sagte Cordes, daß der Mord an dem deutschen Gesandten vorbedacht war und durch einen kaiserlichen Soldaten auf Befehl von hohen kaiserlichen Beamten begangen worden isbtt Ueber die Bewegung in Südchina, insbesondere im Hinterlande des britischen Kaulungebietes, sind folgende Telegramme eingetroffen: Laut Berichten aus Samtschun, der chinesischen Grenzstadt am Kaulungebiet, ist Admiral Ho mit chinesischen Truppen zur Verfolgung der Aufständischen aufgebrochen, die in nordöstlicher Richtung mar- jchieren und sich in der Nachbarschaft des Marktfleckens Tamschui, etwa 32 Kilometer von der britischen Grenze befinden sollen. Eine britische Expedition, bestehend aus dem 22. Bombay-Jnfanterie-Regiment mit Artillerie, Pionieren und Material geht von Hongkong unter dem Befehl des Majors Kettlewell nach dem Kaulungebiet ab, obwohl das ganze Gebiet ruhig sein soll. Nach einem Telegramm des „Daily Chronicle" aus Hongkong weichen die Aufständischen, da sie einen Zusammenstoß mit den ihnen entgegengesandten chinesischen Truppen fürchten, von der Grenze des Kaulungebiets in nördlicher Richtung zurück. Es wird aper gemeldet, daß sie am vorigen Montag 30 chinesische Soldaten gefangen genommen und enthauptet hätten. Die Bewegung scheint von der Hand weniger gegen die Fremden als gegen die Mandschureidynastie gerichtet zu sein. Das geht daraus hervor, daß sie von der Dreifaltigkeitsgesellschaft ausgeht, die von jeher die Opposition der Chinesen gegen die Mandschu in sich vereinigte, und daß der Dr-. Sunjatsen, der bekannte Führer der Reformbewegung im Süden, der schon vor einigen Jahren einen größeren Aufstand gegen die Mandschuherrschaft anzettelte, auch jetzt wieder die Führung übernommen haben soll. Aus Kanton wird nämlich gemeldet, Sunjatsen habe in Wei- tschou am Ostfluß seine Flagge entfaltet und dadurch große Aufregung in den militärischen Kreisen Kantons hervorgerufen. Man glaubt, die Reformer bezweckten mit der Hissung ihrer Flagge in Weitschou zu veranlassen, daß Kanton von Truppen entblößt werde, worauf sie dort einen Aufstand Hervorrufen und die Stadt besetzen wollten. Ferner wird der „Times" aus Hongkong berichtet: „In sechs Bezirken der Provinz Weitschou sind die Städte inden Händen der Aufständischen. Ein beträchtlicher Teil der in Kanton stehenden Truppen ist nach den aufrührerischen Bezirken geschickt worden. Wenn der Aufstand auch in Kanton ausbräche, wäre deswegen die Unterdrückung schwierig. Es werden aufreizende Plakate in den Straßen Kantons angeschlagen." Es ist aus diesen telegraphischen Uebermittelungen nicht zu ersehen, um welche Gegend es sich handelt. Eine Provinz Weitschou giebt es nicht, und die arme und dünnbevölkerte Binnenprovinz Kweitschou ist zu weit^von Kanton entfernt, als daß eine dort ausgebrochene Bewegung in Kanton solche Bestürzung erregen könnte. Wahrscheinlich ist der Schauplatz der Thätigkeit Sunjatsens Wutschau, der Vertragshafen am Westflusse, von Kanton aus etwa 250 Kilometer flußaufwärts. Tie Meldung, daß die chinesische Zoll-bank vor einigen Tagen 325 000 Taels an die Bank in Singanfu gesandt habe, wird durch eine weitere ergänzt, daß für die nächste Zeit die Sendung fernerer 300 000 Taels nach Singan bevorstehe. Sollten sich diese Mitteilungen bewahrheiten, so würde das eine Einmischung der genannten Zollbank in die jetzigen chinesischen Wirren bedeuten, die unmöglich unwidersprochen bleiben kann. Die chinesische Zollbank hat alle diejenigen Zollerträge einzunehmen, welche für die fremden Anleihen verpfändet sind. Die Entziehung solch großer Summen aus den Zolleinkünften für Zwecke, für die sie nicht direkt bestimmt und verpfändet find, während bisher der Zinfendienst trotz der unruhigen Zeiten keine Stockung und Unterbrechung erfahren hat. Aber neben den ausländischen Gläubigern Chinas haben auch die Großmächte als solche ein Interesse daran, daß der Hof der Kaiserin-Witwe in Singan nicht durch Zuweisung solcher beträchtlichen Summen' in seinem Widerstande gegen die berechtigten Sühneforder- ungen der Mächte und vor allem in der Weigerung der Rückkehr nach Peking bestärkt wird. Je mehr der kaiserliche Hof in Die Lage gesetzt wird, sich in Singan häuslich und bequem einzurichten, um so länger werden die bevorstehenden diplomatischen Verhandlungen verzögert und ihr Ergebnis ins Ungewisse gerückt werden. Es erscheint angebracht, daß die Mächte baldthunlichst ausreichende Maßregeln treffen, um die Erneuerung solcher Geldzahlungen an den kaiserlichen Hof in Singan unmöglich zu machen. Aus Shanghai wird vom 13. gemeldet: Liwing- hong und seine Schwarzflaggen sollen in der Provinz Honan erschienen sein. Es heißt, er wolle sich zur Kaiserin nach Schansi begeben. Nach einer Meldung aus Washington hat Admiral Remey angekündigt, daß er von China abreije. Er gehe zuerst nach Taku und Tschifu, sodann nach Nagasaki. Das amerikanische Kriegsschiff New-Orleans bleibt in Taku, der Monocacy soll auf dem Peiho überwintern. Wie aus Tientsin vom 12. Oktober gemeldet wird, hat in einer in Peking am 8. ds. abgehaltenen Konferenz der diplomatischen Vertreter der englische Gesandte die drei im deutschen Rundschreiben vom 1. Oktober angegebenen Gesichtspunkte zur Sprache gebracht. Die Konferenz erklärte: 1. zu Punkt 1, ob die im Edikt des Kaisers von China angegebene Liste von Rädelsführern genügend sei? daß zwei Hauptschuldige an der Liste fehlten, nämlich Tungfuhsiang und Mhsien; 2. zu Punkt 2, ob die in dem Edikt bezeichneten ©trafen genügend seien? daß das Strafmaß ungenügend sei; und 3. zu Punkt 3, wie die Ausführung der Bestrafung zu kontrollieren sein würde? daß die Strafen vor Delegierten der Gesandtschaften vollzogen werden müßten. Mit dieser Entscheidung der diplomatischen Vertreter ist die Grundlage für weiter Verhandlungen mit der chinesischen Negierung gegeben. Danach werden die Mächte nunmehr zu fordern haben, daß auch Tungfuhsiang, der freilich inzwischen bereits entwischt sein soll, und Mhsien, der vor kurzem angeblich abgesetzte Gouverneur von Schansi, auf die Strafliste gesetzt werden. Mittlerweile ist bekanntlich ein neuer Erlaß erschienen, der die im ersten vorgesehenen Strafen beträchtlich erhöht und ankünoet, daß drei Uebelthäter zu enthaupten seien. Es bleibt abzuwarten, ob das diplomatische Korps auch diese Strafen für ungenügend hält. Jedenfalls wird auf dem dritten Punkte zu bestehen sein, daß nämlich die Strafe vor Vertretern der Gesandtschaften vollzogen wird und da die zu dieser Aufgabe ausersehenen Gesandtschafts - Mitglieder schwerlich geneigt sein werden, nach Schansi oder gar nach Schensi zu reisen und aufs neue ihre Haut zu Markte tragen, so ergiebt sich als weitere natürliche Forderung, daß die Verurteilten nach Peking geschafft: werden und daß dort, am Schauplatze ihrer Unthaten^ auch! die Strafe zu vollstrecken ist. Aus Shanghai wird vom 13. gemeldet: Wie em kaiserliches Dekret mitteilt, ist der Versuch gemacht worden, den Kaiser Kwangsu auf der Reise nach Singanfu zu ermorden. Der Attentäter wurde jedoch festgenommen, noch ehe er dem Kaiser ein Leid anthun konnte. Der Attentäter wurde enthauptet. Aus Peking wird ohne Angabe des Datums über Tientsin vom 12. ds. gemeldet: Li Hung-Tschang ist heute in Peking eingetroffen. — Reuter meldet aus Shanghai vom 12. ds.: Dyssenterie herrscht unter den Truppen in Tientsin. Es heißt, Graf Waldersee wird in wenigen Tagen sein Hauptquartier nach Peking verlegen. „Reuter" meldet aus Tientsin vom 12. dS: Die Expedition nach Paotingsu brach heute Morgen in zwei Kolonnen auf. Die eine, aus Deutschen, Franzosen und Italienern bestehend, marschiert direkt auf Paotingfu und wird von General Bailloud befehligt. Die andere besteht auS 2000 Engländern unter Campbell und rückt auf einem Umwege südlich des FlußlanfeS nach Paotingfu vor, wo zahlreiche Dörfer liegen, in denen, wie man glaubt, Boxer wohnen. Aus Tientsin wird vom 12. Oktober gemeldet: Gras Waldersee besichtigte vorgestern die hiesigen englischen und gestern die russischen Truppen. Auf seine Anordnung ist mit Rücksicht auf die Stärke der hiesigen deutschen Garnison ein deutscher Offizier in die provisorische Regierung der Chinisenstadt, die bisher aus je einem Russen, Engländer und Japaner bestand, ausgenommen worden. Der österreichische Gesandte ist in Taku eingetroffen und bleibt dort, bis hier für genügende Unterkunft gesorgt ist. Der englische Gesandte kommt morgen hierher. Wie die Londoner Abendblätter auS Shanghai melden, ist Jutschang, der Gouverneur von Honan, ein Bruder des verstorbenen Vizekönigs von Tshili, Julu, nach Wutschang versetzt worden, um sich mit dem dortigen Vizekönig in die Amtsgeschäfte zu teilen. Jutschang ist, wie die Blätter bemerken, der bekannteste Führer der Boxerbewegung. — Dieselben Blätter melden aus Peking vom 9. dS.: Hier eingetroffene Boten berichten von großen Gefechten zwischen Boxern und den kaiserlichen Truppen. * t * Telegramme deS Gieherrer Anzeigers. Loudon, 15. Oktober. AuS Tientsin wird gemeldet, die Expedition nach Paotingfu seibeschloffenworden, um den Chinesen zu zeigen, daß die Europäer nicht zögern würden, bis in daS Innere Chinas vorzudringen, um die Rebellen zu bestrafen. Die kaiserlichen Truppen griffen die Rebellen bei Sanchun an und töteten 5. Paris, 15. Oktober. Der „PariS-Nouvelles" wird auS Port Said gemeldet, daß die Zahl der europäischen Truppen, welche, nach China bestimmt, bis zum 30. September den Suez-Kanal passiert haben, folgende Zahlen ausweise: Franzosen 20,798, Russen 23,038, Deutsche 22,058, Italiener 1280, Engländer 1333. Der Korrespondent der „Paris NouvelleS" bemerkt zu dieser Statistik, daß sie auf das deutlichste beweise, daß England in Bezug auf seine Streitkräfte außerordentlich geschwächt sei. ...... [_ .-Tic .L.B11J1.L ______ ... ________|___i________L Der Krieg in Südafrika. AuS Aliwalnorth wird vom 12. dss. gemeldet: Gestern abend ging hier eine Patrouille ab, um für die Garnison Proviant herbeizuschaffen. Die Patrouille kehrte unverrichteter Sache zurück, da sich in der Nachbarschaft zahlreiche kleine Buren»Abteilungen be* fanden. — Nach einer Meldung aus Kapstadt vom selbe« Datum reiste Gouverneur Milner nach Pretoria. Lord Roberts telegraphiert vom 12. ds. M.: Die Suren machten verschiedene mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, die Eisenbahn- und Telegraphen-Ver- bindungen zu zerstören. Die Hartnäckigkeit der Buren ist um so bemerkenswerter, als der Schaden, den sie an- gerichtet haben, bald wieder hergestellt wurde und ihm stets die Strafe auf dem Fuße folgte. De Wets keute befinden sich, in kleine Trupps aufgelöst, m der Nahe des Vaal. Viele desertierten. Nach einer Depesche aus Kronstadt vom 13. Oktober erließ De Wet eine Proklamation, worin er erklärt, daß alle Burghers, die sich weigern, die Waffen zu tragen, zu Kriegsgefangenen gemacht werden. Aus Lindley wird vom 13. gemeldet: Bei einem Zusammenstoß mit einer Patrouille des unter Hasebrouck stehenden Kommandos wurden zwei Offiziere getötet und ein Soldat gefangen. — Es heißt, die Buren sollen in der Richtung aus Winburg vorrücken. * „Daily Delegraph" meldet ausLourenzo Marques vom 12. Oktober: Nach einer Mitteilung Eloffs', des Enkels Krügers, fährt letzterer am Montag oder DienS- tag ab. „Reuter" meldet aus Lourenzo Marques vom 13. Oktober: Die Offiziere des holländischen Kreuzers „Gelderland" statteten Krüger im Gouvernementsgebäude einen Besuch ab. • * * Telegramme des Gietzeuer Anzeigers. Berlin, 15. Oktober. Eine große Ehrung für den Präsidente n der Transvaal-Republik, Paul Krüger, wird in B e r l i n vorbereitet. Nach den neuesten Nachrichten soll Krüger beabsichtigen, nach seinem Aufenthalt in Holland auch Hamburg und Berlin zu besuchen. Auf diese Nachricht hin sollen in allernächster Zeit Besprechungen von Vertretern verschiedener Vereine stattsinden, die ein Komitee mit der Aufgabe betrauen wollen, die Vorarbeiten für eine g/roße Ehrung in die Hand zu nehmen. Es ist bereits mit Geldsammlungen begonnen worden. Man glaubt, daß die Regierung einer privaten Huldigung Krügers nichts in den Weg legen werde. London, 15. Oktober. Lord Roberts meldet aus Pretoria, daß seine Truppen ein Burenlager zweimal nacheinander überraschten und hierbei 7 Buren töteten, 3 verwundeten und 18 gefangen nahmen. Eine englische Abteilung, welche einen Convoi begleitete, wurde zwischen Bethulie und Springfontein von den Buren überrascht, welche sich nach kurzem Kampfe sämtlicher Waffen und Maulesel bemächtigten. Die den Zug begleitenden englischen Truppen wurden jedoch in Freiheit belassen. London, 15. Oktober. Aus Johannesburg wird gemeldet, eine AnMhl Buren, die am Samstag zum Markte hierher gekommen waren, wurden angehalten, um ihre Pässe zu zeigen. Ungefähr 50 Personen, die ihre Identität nicht nachweisen konnten, wurden unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. De Wet hat die Eisenbahn bei Kronstadt überschritten und begab jich nach Norden. London, 15. Oktober. Ein Teil der nach St. Helena verbannten Truppen wurde von den Engländern in Freiheit gestzt. Sie erklären, von den Engländern gut behandelt worden zu sein. Kommandant Cronje Darf nur Sonntags in Gemeinschaft mit den anderen Buren dem Gottesdienst beiwohnen. London, 15. Oktober. „Daily Mail" berichtet aus Pretoria, daß die englischen Behörden am 23. September gehört haben, daß General De Wet sich mit einem anderen Buren-General bei Heilbronn treffen wollte. Es wurde sofort ein englischer Militär-Kordon gebildet, der 60 Meilen im Umfange hatte. Die englischen Truppen wurden sodann zusammengezogen, sodaß sie nun einen Ring von 20 Meilen Umfang bildeten. Es fanden mehrere Gefechte zwischen Engländern und Buren statt, doch gelang es den Buren, die 2000 Mann stark waren, aus dem Kordon zu entschlüpfen. Kapstadt, 15. Oktober. Lord Roberts hat eine Bekanntmachung erlassen, daß die Kolonial-Freiwilligen vom 15. Oktober ab nach Hause zurückkehren konnten. Er drückt indessen die Hoffnung aus, daß viele derselben bis zum Ende des Krieges bei ihren Truppenteilen verbleiben werden, da ihre Heimkehr sehr mißliche Folgen haben könnte. Deutsches Reich. Berlin, 14. Oktober. Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet: Heute vormittag fuhren der Kaiser und Prin z Heinrich nach Friedrichshof und kehrten hierher zur Frühstückstafel zurück. Das Kaiserpaar verblieo nachmittags im Schloß. Das Prinzenpaar Heinrich fuhr nachmittags nach Friedrichshof. Der Kaiser hörte gestern noch den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lueanus. Das Kaiserpaar wohnte dem Gottesdienst in der Schloß- nrche bei. „ . ~ Wie aus B a r men verlautet, ist der infolge der Erkrankung der Kaiserin Friedrich verschobene Besuch des Kaiserpaares nunmehr für die letzte Oktober- woche in Aussicht genommen. 5 r b£e r 9roirb gemeldet: Dem Vernehmen nach ist in dem. Befinden der Kaiserin Friedrich erste leichte Besserung eingetreten, so daß zu unmittelbaren Befürchtungen kein Anlaß mehr vorliegen soll _ Wie aus Te gerns ee telegraphiert wird, ist das Prinz en paar Rupprecht heute vormittag hier ein- getrosfen, um, den deutschen Kronprinzen in Bad Kreuth zu besuchen, Die Abreise des Kronprinzen ist auf heute nachmittag festgesetzt. — Nach einer Meldung aus Potsdamist der K r o n - Prinz heute vormittag dort wieder eingetroffen. — Wie die „Hamb. Börsenhalle" erfährt, ist der Gesandte Dr. Leyds gestern nachmittag in Hamburg eingetroffen. — In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde die Vorlage betreffend Festsetzung der Gebühren für die Beförderung der Nebenblätter und außergewöhnlichen Beilagen von Zeitungen den zuständigen Aus- schüssen überwiesen. Wie verlautet, hat die dem' Bundesrate. zugegangene Vorlage betr. die Festsetzung der Gebühren für die Beförderung von Nebenblättern undZeitungs beilagen nur, formale Bedeutung. Der Reichskanzler soll ermächtigt werden, die Bestimmungen bezüglich Der Tarifierung in die Postordnung einzufügen. Dem Ausschußantrag betr. Feststellung des Ge samt- ko ntingentsan Zucker für das Betriebsjahr 1901/02, ferner .der Vorlage vom 7. v. Mts. betr. Ergänzung des Schiffsbauregulativs, der Vorlage betr. Invaliden- und Unfallrentenbezug in ausländischen Grenzgebieten, schließlich dem Gesetzentwurf betr. Ausübung der freiwilligen Gerichtsbarkeit und Leistung von Rechtshilfe im Heere wurde die Zustimmung erteilt. — Der „Staatsanz." veröffentlicht die Ernennung des Geh. Oberfinanzrates Wallach in Berlin zum Wirkt. Geh. Oberfinanzrat und Generaldirektor der direkten Steuern. — Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung betr. Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. — Die „Berl. Pol. Nachr." melden: Die Vorbereitungen für die Hasser wirtschaftliche gesamte Vorlage sind soweit gediehen, daß in der nächsten Zeit kommissarische Beratungen unter den beteiligten Ministerien darüber stattfinden können. — Die Kommission für A r b e i t e r st a t i st i k wird in nächster Zeit wieder zusammentreten und sich mit den Arbeiterverhältnissen in der Schiffahrt, im Transport- und Fleischergewerbe beschäftigen. Stuttgart, 14. Oktober. Angesichts des herrschenden Kohlenmangels hat die württembergisch e Regierung im Interesse der ärmeren Bevölkerung durch einen Erlaß die Forst- und Revierämter angewiesen, minderwertiges Brennholz, soweit Bedürfnis vorliegt, in größerer Menge zum Verkauf zu bringen. Die Durchforstungen sollen erforderlichen Falles ausgedehnt werden, wobei die Rücksicht auf die Forstkasse sowie auf eine etwaige Überschreitung der gewöhnlichen Durchforstungsfläche kein Hindernis bilden soll. München, 13. Oktober, lieber die neue medizinische Promotionsordnung ist eine Einigung mit sämtlichen Bundesstaaten erzielt worden. Reichsangehörige werden in der Regel erst nach dem Bestehen der ärztlichen Approbation zur Promotion zugelassen. Bedingung ist die Einlieferung einer druckwürdigen Dissertation und die Abhaltung eines wissenschaftlichen Kolloquiums vor drei Examinatoren. Reichsangehörige ohne medizinische Approbation benötigen einer speziellen Genehmigung des Landesministeriums. Ausländer müssen eine entsprechende Vorbildung nachweisen, eine Dissertation vorlegen und ein Examen bestehen, das eine Prüfung in praktisch-klinischen Fächern in sich schließt. Ausland. Loudon, 14. Oktober. Der Herzog und die H e r z o g i n von Connaught sind gestern nach Deutschland abgereist. — Bis gestern abend wären gewählt: 398 Ministerielle und 258 Oppositionelle. Die Ministeriellen gewannen bisher 35, die Oppositionellen 35 Sitze. Brüssel, 14. Oktober. Der Minister verbot den Briefträgern die Teilnahme an der für morgen einberufenen Versammlung, wo über die Mittel zur Verbesserung ihrer Lage beratschlagt werden sollte. Dennoch wird die Versammlung abgehalten werden. Wie verlautet, werden die Frauen und Freunde der Briefträger als Redner austreten. — Eine spätere Meldung lautet: Die heute im Jn- tereffe der Briesträger einberufene Versammlung verlies sehr lebhaft. Paul Janson protestierte gegen die Unterdrückung der Versammlungsfreiheit durch den Minister. Die Briefträger selbst hatten zumeist nicht zu erscheinen gewagt, dagegen waren zahlreiche Frauen anwesend. — Gestern besichtigte das Mitglied der Burendelegation Fischer das von Herrn d'Aumerie für den Präsidenten Krüger zur Verfügung gestellte Schloß Anderlecht. Wahrscheinlich wird Krüger dort während seines Aufenthalts in Europa Wohnung nehmen. Paris, 14. Oktober. Botschafter Fürst Münster ist infolge einer Lungenkongestion bettlägerig. — Der König von Griechenland ist heute früh 10 Uhr hier eingetroffen. — Mehrere nationalistische Blätter melden, der Kommandeur der Artillerteschule in Fontainebleau, General Deroi, habe seine Demission gegeben, weil der Kriegsminister einen jüdischen Offizier zum Instrukteur an der Kriegsschule ernannt habe. Madrid, 14. Oktober. Wie die offiziöse „Correspon- denzia" schreibt, ist die Ernennung des Generals Daban zum Kriegsminister gesichert. Budapest, 14. Oktober. Die ungarischen Leder- und Schuhwarenhändler beschlossen gestern, die österreichischen Gummizugfabrikanten, die ein Kartell schloffen und eine Preiserhöhung von 20 Prozent fixierten, zu boykottieren und ihren Bedarf aus Deutschland zu decken. Die Versammlung beschloß die Gründung einer Gummizugfabrik mit Kr. 500 000. Die Rentabilität ist gesichert, da der Import von Gummiwaren ans Oesterreich 3 bis 4 Millionen Gulden beträgt. Budapest, 14. Oktober. Die Kammer genehmigt mit 98 gegen 5 Stimmen den Gesetzentwurf betr. die Cession der Einnahmen aus dem Cigarettenpapiermonopol an die Diskontogesellschaft gegen ein Vorschuß von FrS. 15 Millionen. — Der Minister des Aenßern Marghiloman ist wieder eingetroffen. Belgrad, 14. Oktober. Der frühere serbische Gesandte in Petersburg General Sava Gruitsch wurde zum Ge sandten in Konstantinopel ernannt. Konstantinopel, 14. Oktober. Der Besuch des Fürsten von Bulgarien beim ©ultan unterbleibt, da der Sultan es jetzt, schon im Interesse der anatolischen Landwirtschaft auf das Entschiedenste abgelehnt, Bulgarien die von diesem geforderten weitgehenden Zugeständniffe in der Jmport-Zollftage zu machen. Andrerseits verlautet, Fürst Ferdinand wünsche den Za re« in Livadia zu besuchen. — Angesichts der fortdauernden Verhaftungen und Ausweisungen von Armeniern aus Konstantinopel erhob der Patriarch Ormanian neuerdings und zwar diesmal im Jildiz-Palaste energische Vorstellungen gegen das Vorgehen der Polizei und teilte mit, daß er bei der Fortdauer dieser Verhältnisse gezwungen wäre, sich auch ohne Annahme des etwaigen Entlassungsgesuches vom Patriarchate zurückzuziehen. Jalta, 14. Oktober. Die Königin Olga von Griechenland ist mit dem Prinzen Christoph gestern hier eingetroffen und hat sich nach Livadia begeben. Livadia, 14. Oktober. Der chinesische Gesandte am Hose von Petersburg ist mit 3 Sekretären hier ein- getroffen. Petersburg, 14. Oktober. Wie man in hiesigen Hofkreisen zu wissen glaubt, wird das Kaiserpaar noch etwa fünf Wochen in Livadia bleiben und voraussichtlich am 15. November in Zarskoje Sselo eintreffen. — Die perfische Regierung erwirbt durch Vermittelung der hiesigen Gesandtschaft von einem russischen finländischen Schiffseigen- tümcr zehn Dampfer von geringem Tiefgang, die für den Waren- und Personenverkehr auf dem Kaspisee bestimmt sind. Jeder dieser Dampfer muß 50 000 Pud Frachten laben können. — Nach der Rückkehr des Schahs nach Teheran wird ein Befehl veröffentlicht, wonach alle in Persien geprägten Kupfermünzen aus dem Verkehr gezogen werden. An ihrer Stelle wird Nickelgeld als Scheidemünze eingeführt. Die persische Staatsbank hat bereits vor Monaten einen großen Vorrat angeblich in Belgien geprägten Nickelgeldes erhalten. New York, 14. Oktober. Mac Kinleys Wahl wird allgemein für sicher gehalten, namentlich da in den letzten Tagen bei der Einschreibung der Wähler in die Wahllisten in den republikanischen Distrikten eine gewaltige Zunahme der Stimmgeber verzeichnet wird. Washington, 13. Oktober. Der bisherige erste Sekretär der deutschen Botschaft, Freiherr Speck zu Sternburg, welcher am 16. Oktober nach Deutschland abreift, stellte heute dem Staatssekretär Hay den neuernannten 1. Sekretär vor. Hierbei bedauerte Hay aufrichtig den Weggang Sternburgs, der in einer Zeit voll bewegtester diplomatischer Verhandlungen amtierte und dessen Haltung warmen Beifall bei den maßgebenden Kreisen Amerikas fand. Man sah sein Verhalten stets als solches an, welches die Aufrechterhaltung einer zufriedenstellenden Lage in den Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika im Auge hatte. ___ Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Oktober. ** Ladenschluß. Arn Samstagabend gegen 1/410 Uhr boten unsere Schutzleute den Ladeninhabern, die mit dem Zumachen ihrer Läden säumig geblieben waren — und bereit waren es eine Anzahl — Feierabend. Die Käufer müssen sich eben daran gewöhnen, vor 9 Uhr in den Geschäften einzukaufen. **M. Stadttheater. Am Sonntagabend ging vor gut besuchtem Parterre und dichtgefüllten Gallerten die Poffe „Papageno" von Rudolf Kneisel in Szene. Der Name des Stückes ist rein zufällig, hat mit feiner Fabel gar nichts zu schaffen; er rührt daher, daß der biedere Rentier tmb angehende Stadtverordnete, der in dem Stück in „Behandlung" genommen wird, eines luftigen Abends als Papageno auf den Maskenball gehen will, wozu er aber gar nicht kommt, da er schon vorher weidlich demaskiert wird. Da- Rezept, nach dem die Posse gebraut ist, ift daS altbewährte vom äußerlich von Moral triefenden Ehemann, der aber nächtlicherweile unter erborgtem Namen ein Junggesellenleben comme il faut führt, und dem fein entlassene- Dienstmädchen aus dieser Passion eine Reihe ergötzlicher Schlinge« dreht, die bk komischsten Szenen im Gefolge haben. Die Art und Weise, wie der Verfasser seine Szenen zusammenbringt ist oft zu fadenscheinig und unbeholfen; hat er aber eine Szene glücklich zustande, dann weiß er sie recht hübsch auszubeuten und manchmal eine zwergsellerschütternde Wirkung hervorzurufen. Gelacht wurde denn auch den Abend über genug, und das Publikum, namentlich die Gallerien, rasten öfters in Beifallswut. — Herr Helm als Rentier Bollwitz hatte den Löwenanteil an dem Lacherfolg des Abends. Das fesche, resolute Dienstmädchen Bertha wurde von Frl. Eichenwald in Ton und Haltung ganz brillant verkörpert. Herr Lach mann war als Friseur Tinecke, Herr Reinhardt als Soldat Wurzel an seinem Platze- Gut waren die Damen Ernst als Frau Bollwitz und v. Lindenau und Wohlbrück als deren Töchter. ♦♦ Stadttheater. Die gestrige Nachmittagsvorstellung hatte sich eines regen Zuspruchs unserer Klemen zu erfreuen, die der Aufführung des von Sophie Heunig für die Bühne umgearbeiteten Märchens „Rumpelstilzchen" mit größtem Interesse folgten, zumal sie die Titelrolle von ihrem Altersgenossen, dem kleinen Reinhard Helm mit großer Sicherheit gegeben sahen. ba« Käthchen von der Steinmühle (Frl. Korn) und da« fesche Liesl (Frl. Kugler) wußten sich durch die Natürlichkeit, mit der sie sich ihrer Rollen entledigten, die Herzen der Kleinen ganz zu gewinnen, denen freilich der Müllerbursche Peter (Herr Schenk) und der Kater Miau (Frl. de la Chapelle) mit ihren der kindlichen Phantasie am meisten zusagenden Rollen, die sie recht drollig zu gestalten verstanden, am meisten gefielen. - Morgen abend findet die zweite Volks Vorstellung der Saison statt. Gegeben wird die hübsche Gesangsposse „Auf eigenen Füßen". Der hohen Kosten wegen sind die Eintrittspreise um eine Kleinigkeit erhöht (Lage 1.20 Mk., Saal 50 Pfg., Gallerte 30 Pfg.) Am Mittwoch wird „Vasantasena", daS bei der Erstaufführung in voriger Woche einen unbestrittenen Erfolg hatte, wiederholt. *» Stiftungsfest. Am Samstag abend feierte der Gesangverein „Eintracht" sein 17. Stiftungsfest im Saale des „Cafe Leib". Das Programm war ein sehr reichhaltiges, und die Darbietungen fanden allseitigen Beifall. Ein Schlußtänzchen hielt die Teilnehmer noch lange gemütlich beisammen. *• Stenographisches. Sein 5jährigeS Stiftungsfest feierte gestern der hiesige Gymnasial-Verein für Vereinfachte Stenographie (Einigungssystem Stolze- Schrey), der trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestehens bereits einer der größten stenographischen Schülervereine des GcoßherzogtumS ist. Die Feier bestand in einem Ausflug der Mitglieder auf den Gleiberg, woran sich außer dem Bertreter der Lehrerschaft auch eine Anzahl alter Herren beteiligte. Nach Ankunft auf dem Gleiberg wechselten ernste und heitere Ansprachen, gemeinsame Lieder wie auch musikalische Vorträge in bunter Reihenfolge, sodaß allen schnell die Stunden des Nachmittags vorüberflogen. Gegen Ende der Feier fand eine photographische Ausnahme aller Mitglieder statt, um so allen Teilnehmern eine bleibende Erinnerung an den schönen Tag zu bieten. Eine hübsche Ueberraschung der Teilnehmer war dem Vorstand durch Herausgabe eines geschmackvollen Festbuches gelungen, das, von einem Mitglied in künstlerischer Weise ausgestattet, allgemeine Bewunderung erregte. Nur all zu früh schlug die Stunde des Rückmarsches, den alle Teilnehmer in dem Gefühl antraten, den Tag in einfach würdiger Weise, den hohen Zielen der von ihm vertretenen guten Sache entsprechend begangen zu haben. ** Proviozial'Geflügel.Ausstelluug. Auf der in Friedberg stattgesundenen Verbandsausftellung oberhessischer Geflügelzuchtvereine erhielt Conrad Rübsamen-Gießen außer anderen Ehrenpreisen für die beste Gesamtleistung in Nutzgeflügel den Ehrenpreis des Grasen Oriola (1 silbernes Kaffeeservice). Derselbe Aussteller hatte auch die beste Gesamtleistung an Wassergeflügel vorgesührt und erhielt auf Emdener und Touluser Gänse einen 1., 2. u. 3. Preis, aus Rouen-Enten einen 2. u. 3. Preis, auf Peking-Enten einen 1. u. 2. Preis, aus Aylesbury und blaue Schweden- Enten je einen 3. Preis. Ferner wurden diesem Züchter Preise zu teil auf folgende Hühnerrassen: Italiener (gelb) rin l.u. 2. Preis, Italiener (rebhuhnfarbig) zwes 3. Preise, dunkle Brahma ein 2. Preis und Bantam ein 3. Preis. Bon Gießener Ausstellern erhielten noch Preise für Rouen-Enten einen 3. Preis Zahnarzt Jäger, auf Hühner für Spanier einen 1. Preis Spediteur Adam, auf Italiener (rebhuhnfarbig) einen 3. Preis Daniel Kuhl, auf Italiener (gesperbert) einen 3. Preis Bäckermeister Fritz Schreiner. Die Züchter vom Gießener Brieftaubenklub, die mit Ehrenpreisen bedacht wurden, sind die Herren Aug. Schwan, Karl Neuling, Bäckermeister Fritz Schreiner und Ferdinand Schmidt. ** Soldatenbriefe. Wiederum sind die Rekruten im Lause dieses Monats in ihren Garnisonen angekommen und den einzelnen Truppenteilen zugeteilt worden. Gar manche Familie, die bisher wenig mit der Post zu thun hatte, ist infolgedessen genötigt, für die Dauer von zwei und drei Jahren des öfteren mit der Reichspost in Verbindung zu treten. Hierbei lassen sich nun bei einiger Aufmerksamkeit nicht nur unnötige Kosten ersparen, sondern auch mißliche Unzuträglichkeiten und Weiterungen leicht vermeiden, wenn man den bestehenden postamtlichen Bestimmungen einige Aufmerksamkeit schenkt. Die hauptsächlichsten davon sind: „Für die an Soldaten bis zum Feldwebel, Wachtmeister re. aufwärts gerichteten Postsendungen bestehen gewisse Portofreiheiten und Portoermäßigungen. Postkarten sowie gewöhnliche Briese bis zum Gewicht von 60 Gramm werden portofrei befördert. Für Postanweisungen bis 15 Mk. sind 10 Pfg. und für Pakete bis 3 Kilo 20 Pfg. zu entrichten. Für alle übrigen Sendungen, also für alle Ortssendungen, für Drucksachen, Warenproben, Briefe über 60 Gramm, Anweisungen über 15 Mk., Pakete von mehr als 3 Kilo, Eilsendungen, Telegramme, Einschreib- und Wertsendungen werden die sonst üblichen Postgebühren erhoben. Wenn daher ein Soldatenpaket das Gewicht von 3 Kilo übersteigt und das Paket nach einem Ort gerichtet ist, der in der zweiten oder dritten Zone liegt, dann fertige man wenn möglich zwei Pakete; diese kosten dann zusammen 40 Pfg., während ein Paket von 6 Kilo in der dritten Zone 70 Pfg. kosten würde. Briefmarken, bares Geld oder Papierscheine versende man nicht mittelst gewöhnlicher Briefe; diese können, wenn es ja auch selten vorkommt, immerhin in Verlust geraten, bevor sie in die Hände des Empfängers gelangen. Auch ist nicht ausgeschlossen, daß dieselben bei ungenauer Adresse unbestellbar bleiben, wenn der Absender nicht angegeben ist. Ebenso vermeide man es, mit gewöhnlichen, leicht verpackten Paketen Geld oder sonstige Wertgegenstände zu versenden. Pakete können während der Beförderung, durch Stoß oder Druck leicht Beschädigungen erleiden und etwaige Beschädigungen u. a. den Verlust der Wertgegenstände herbeiführen. Für in Verlust geratene oder beschädigte gewöhnliche Pakete leistet die Post zwar Ersatz, jedoch bezahlt sie niemals mehr wie 3 Mk. für jedes Pfund der ganzen Sendung. Wenn daher ein Paket, das 1 Kilo wiegt und 20 Mk. in bar enthält, während der Beförderung mit der Post abhanden kommt, dann zahlt die Post als Ersatz nicht 20 Mk., sondern nur 3 Mk. pro Pfund, also zwei mal drei gleich' 6 Mk. Für in Verlust geratene gewöhnliche Briefe leistet die Post selbstverständlich überhaupt keinen Ersatz. Bei der Versendung an barem Geld bediene man sich deshalb stets der Postanweisung, dies Verfahren ist billiger und sicher, weil die Post für die mittels Postanweisung eingezahlten Beträge haftet. Die Versendung höherer Beträge in Freimarken ist unzweckmäßig, weil die Post die Marken nicht gegen bar Geld umtauscht. Ortssendungen anSol- baten sind zu frankieren. Wer daher in Gießen einen Brief rc. an einen hiesigen Soldaten aufliefert, der frankiere den Brief wie sonst üblich mit 5 Pf., sonst muß der Empfänger 10 Pf. Porto zahlen. -z- Watzenborn, 15. Okober. Gestern Nachmittag sand man in dem am Schiffenberger Walde gelegenen Teiche die Leiche der Franz Keßler Witwe von hier. Sie ist eine schon seit Jahren leidende Frau und wohnte hier bei ihrer verheirateten Schwester. Am verflossenen Samstag machte sich die Lebensmüde unter dem Vorwande, nach Gießen zum Arzte zu wollen, auf den Weg. Als sie jedoch nicht wieder zurückkehrte, begaben sich ihre Schwester und zwei Nachbars- leute auf die Suche und fanden alsbald die Leiche auf dem Gesickt in dem Teiche liegend. Die Keßler stand im Alter von 51 Jahren. -1- Dutenhofen, 14. Oktober. Heute unternahm der Gießener Verein „Heiterkeit" einen Ausflug hierher nach dem „Jagdschlößchen". Mit der Bahn, zu Wagen und zu Fuß trafen die Mitglieder zahlreich ein. Leider war die Witterung sehr ungünstig, und das leidige Regenwetter veranlaßte viele Fußgänger, die den schönen Wetzlarer Pfad an der Lahn entlang benutzen wollten, umzukehren oder in Klein Linden Unterkunft zu suchen. Der größte Teil der Vereinsmitglieder hatte sich jedoch trotz des schlechten Wetters im Jagdschlößchen eingefunden, und es entwickelte sich bald bei Gesang und fröhlicher Unterhaltung ein munteres Treiben. Auch ein flottes Tänzchen, durch das die Stimmung noch gesteigert wurde, fehlte nicht. Erst in vorgerückter Abendstunde begab man sich auf den Heimweg in dem Bewußtsein, einen vergnügten Tag verlebt zu haben. Butzbach, 13. Oktober. Einen sehr schönen Verlauf nahm die von der hiesigen Ortsgruppe des Oberhessischen Obstbauvereins unternommene Lokal-Obstausstellung. Der große Saal des „Hessischen Hofes" wurde fast vollständig ausgefüllt von den Tafeln, die mit prächtigen Früchten bedeckt waren. Einen wunderschönen Anblick gewährten auch die Kürbisse, die in großer Zahl an einer Längsseite des Saales Aufstellung gefunden hatten. An der Ausstellung hatten sich 44 Aussteller beteiligt, davon vier von auswärts. Insgesamt enthielt die Ausstellung 577 Nummern Und zwar in ca. 150 Sorten. Eine ziemlich große Zahl der letzteren war, da sie wohl zum Teil aus Samen aufgewachsen sind aber als Lokalsorten nur hier Vorkommen, pomologisch nicht bestimmbar. Da der Hauptzweck der Ausstellung war, die Sortenkenntnis zu erweitern, alle bestimmbaren Obstsorten zu bestimmen und damit die Obstzüchter zu veranlassen, die schlechten Sorten durch gute zu ersetzen, so war Obstbautechniker Wiesner von Friedberg zu diesem Zweck herübergekommen und hielt am Samstagabend einen sehr interessanten Vortrag über die für den Anbau wichtigsten und lohnendsten Obstsorten. Alsfeld, 12. Oktober. Wie den „N. H. Volksbl." gemeldet wird, wird vom 1. Januar 1901 ab das hiesige Postamt in ein Postamt erster Klasse umgewandelt. Von diesem Zeitpunkte ab tritt der langjährige Postamtsvorsteher, Postmeister Neeb in den wohlverdienten Ruhestand. Als Nachfolger des Herrn Neeb soll der zum Postdirektor ernannte Postkassierer Schott in Trier bestimmt sein. -nn- Darmstadt, 15. Oktober. (Tel.-Meld, des „Gieß. Anz.") Die Königin von Holland und die Königin Mutter sind heute vormittag 10»« mit Sonderzug hier eingetroffen und von dem Großherzog, der Großherzogin, dem Prinzen Albert von Schleswig- Holstein empfangen werden. Graf und Gräfin Erbach-Schönberg haben die Herrschaften von König hierher begleitet. Das großherzogliche Paar und Prinz Albert waren 1007 von Wolfsgarten hier eingetroffen. Die Begrüßung war eine sehr herzliche. Die Herrschaften fuhren nach dem großherzoglichen Schloß und setzten nach einem kurzem Frühstück mit Sonderzug die Reise über Köln fort. Die junge Königin sah sehr frisch und lieblich aus und dankte auf die Begrüßungen des Publikums herzlich. Mainz, 13. Oktober. Wie man hört, werden die städtischen Beamter, um eine Teuerungszulage vorstellig werden. Ein Gesuch der Oktroibeamten um eine Teuerungszulage wurde durch den Finanzausschuß ablehnend be- schieden, weil man die Beamten eines einzelnen Refforts nicht besonders berücksichtigen könne. — Heute nachmittag wurde das mit einem Kostenaufwand von Mk. 652000 erbaute Feldbergschulhaus feierlich eröffnet. Der Bau ist eine Zierde der Neustadt. In seiner Ausstattung, Einteilung und Einrichtung im Innern entspricht er allen Forderungen der Hygiene und den Ansprüchen moderner Erziehungswissenschaft. Das Gebäude enthält 32 Schulsäle für je 60 Kinder, zwei Säle für die Kochschule, zwei Turn- und zwei Zeichensale usw., ferner 84 Brausezellen und zwer Wärme- und Frühstücksräume. Seit 1874 hat die Stadt für neue Schulhäuser, außer diesem Neubau, die Summe von Mk. 2 700 000 ausgegeben. Die Volksschüler haben sich seit 1876 von 3900 auf 8000 Kinder erhöht. DaS neue Schulhaus ist mit elektrischem Lichte versehen.________ Vermischtes. • Graudenz, 14. Oktober. Der „Gr. Gesellige" meldet: DaS Schwurgericht verurteilte die vier Zuchthäusler Kurz, Wierzach, Naumann und Sindinski zum Tode. Dieselben hatten am Pfingstsonntag v. I. beim Ausbrechen aus dem Zuchthause den Hilfsaufseher Faust ermordet. SpirlM der serrimgleu Frankfurter StÄttheater. Opernhaus. Dienstag den 16. Oktober*): „Der Freischütz". Mittwoch dm 17. Oktober: „Geisha". Donnerstag den 18. Oktober, abends Vs? Uhr: „Walküre". Samstag dm 20. Oktober: „Hugenotten". Sonntag dm 21.Oktober, nachmittag 3% Uhr: „Gelshä"; abends: „Margarethe". Montag dm 22. Oktober: „Der Freischütz". Schauspielhaus. DimStag bm 16. Oktober: „Gespenster". Mittwoch de« 17. Oktober: „Großstadtluft". Donnerstag den 18. Oktober: „Die Weber". Freitag den 19. Oktober: „Die Weber". Sams- rag den 20. Oktober: „Die strengen Herren" Sonntag den 21. Oktober, nachmittags 3% Uhr: „Heimat"; abends: „Die strengen Herren". Montag den 22. Oktober: „Fuhrmann Henschel". *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, um 7 Uhr. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Franklarter Börse vem 13. Oktober. Wechsel au? New-York zu 0.00-00. Präniec auf Kredit per ult Okt. 1.50%, do. per ult. Novbr. 3.00 %, Diakonto-Kommandit per ult. Okt. 1.40%» do. per ult. Novbr. 2.90%, Lombarden per ulh Okt. 0.00%, do. per ult. Novbr. 1.00%. Deutsche Bank 0.00%. Mötieruaee» r Kreditaktien 202.30-00-000.00, Diakonto- Kommandit 170.30-20-000-00, Staatsbahn 137.80-50, Lombarden 24.60-00, Italiener 93.80, Spanier 71.20-00, 3proz. Mexikaner 25.80, Bochumer 171.30-170 70 bz., Laura 192.80-192.00 bz. G., Harpener 173.50-10-000.00 bz., Gelsenkirchen 182-181.70-000.00 bz., Privat- Diskont 4%o/q 1% bi- 2% Uhr: Kreditaktien 202,30-201.60-00 bz., Dis- konto-Kommandit 170.30-169.90-000 bz., Staatsbahn 137.50-000 bz. Lombarden 24.60-00.00 b., Laura 000.00, Berliner Handelsgesellschaft 000.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz , Sproz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz., Bochumer 000.00 bz., Deutsche Bank 000.00-000 bz., Harpener 173.171 80 bz. Märkte, Grünberg, 13. Oktober. Fruchtmarkt. Weizen 16,00—16,50 Mark, Korn 15,00—18,00 Mark, Gerste 13,00—14,00 Mark, Hafer 12,50—13,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark ^Linsen 26,00—00,00 Mark, Samen 15,50—00 Mark, Kartoffeln 0,00-0,00 Mark.________ Montag den 15. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. 11, 19 ff. _____________________________________________Pfarrer Euler. Neueste Meldungen. Berlin, 15/Oktober. Aus Wien wird gemeldet: Der französische Deputierte und frühere Minister der Marine, Lockroy, traf in Wien ein und wird die österreichischungarischen Häfen besichtigen, um die Einrichtungen der österreichischen Marine kennen zu lernen. Er äußerte sich einem Redakteur der „N. Fr. Pr." gegenüber über die deutsche Marine sehr lobend und stellte sie an die dritte Stelle nach der Englands und Frankreichs. Sie dürfte jedoch nach der Ansicht Lockroy'S, wenn Deutschland die projektierten 2 Milliarden für sie ausgegeben habe, an die zweite Stelle aufrücken. Berlin, 15. Oktober. Der Kronprinz, den der Kaiser mit seiner Vertretung bei der Enthüllung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Frankfurt a. d. O., die für die Mitte der nächsten Woche festgesetzt war, beauftragt und der den dortigen Behörden durch seinen militärischen Begleiter Obersten von Pitzelwitz auch seine Teilnahme an der Feier hatte melden lassen, wird der Feier nun doch nicht beiwohnen. An Stelle des Kronprinzen hat der Kaiser seinen General-Adjutanten, General der Infanterie v. Pleffen beauftragt, an der Enthüllungsfeier teilzunehmen. Das Denkmals-Komitee hat nun an den Chef des Civil-KabinettS von LukanuS die Anfrage gerichtet, ob der Kronprinz der Enthüllungsfeier beiwohnen werde, wenn dieselbe aus einen späteren Termin verlegt würde. Der Grund zur Absage des Kronprinzen wird in der Erkrankung der Kaiserin Friedrich vermutet. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 15. Oktober. 3Vi% Reichsanleihe . . 3 % do . . 3l/i % Konsole . . . . 3% do .... 3 %% Hessen . . . . 5 % Italien. Rente . . . 4 o/o Griech Monop.-Anl. 3 % Portugiesen . . . 3 °/o Mexikaner . . . . 4% % Chinesen .... 94.25 Kreditaktien . . 85.40 Dresdener Bank . . 91.30 Berliner Handelsges. 93.80 23.75 74.60 Tendenz: matt. 85.40 Diskonto-Kommandit 94.20 Darmstädter Bank . Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn Laurahütte . . Bochum . . . Harpener . . 200.70 . 169.20 . 128.45 . 141.40 . 140.80 . 136.20 . 139.40 . 189.40 . 167 60 . 170.70 g 4 Marie Scherff Theodor Köhler Verlobte. Giessen Alsfeld im Oktober 1900. 6772 Louise Reuter Louis Kirchner Verlobte. O44oe Wieseck, den 14. Oktober 1900. Deutscher Verein. Krssntzttk Sitzung: Dienstag, 16. Moder, abends!)W. Tagesordnung: 1. Der christlich-soziale Parteitag. 2. Beittäge zur Bücherei des deutsch- nationalen Arbeiterbundes - Hamburg. 3 Der Fall Siesel-Schack. 4. Die Nachwahl in Rinteln-Hofgeismar. Zahlreiches Erscheinen erbeten. 6780 Der Vorstand. DI! Statt jeder besonderen Anzeige nacht verschied in Bonn nach längerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder und Neffe Grestern 6777 im Alter von 24 Giessen, den 15. Oktober 1900. Die Beerdigung findet Mittwoch den 17. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom hiesigen Bahnhofe aus statt. Bet- 6779 im kaum vollendeten 83. Lebensjahre, Nach Giessen, den 15. Oktober 1900. Bett. btt nur bl Gertrud Korn. Zum Abitur *CM, 6458 Eberh. Dort, Wallthorstr. 45. 6776 I- A: Schneider. ZmKrautschneiden o empfiehlt fick 04372 co Jakob Schmidt, Tieftnweg 18. Serantroorttid) für dm allg.mnnm Zeit: ie trauernde« Kinterötiebenen: _ v Familie Will. Gießen, den 15. Oktober 1900. 6788 Die Beerdigung findet Dienstag den 16. Oktober, nachmittags 4«/« Uhr, vom Sterbehause, Sonnenstraße 18, aus statt. Gebildeter Herr findet bei erstükaffiger Aerficherungs- Kefellfchaft sofort dauernde, gut dotierte u. angenehme Stellung. Bedingung: einwandfreie Vergangenheit. 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