Sonntag de« 16. September 150. Jahrgang »OOP M. A7 Zweites Blatt Heimat-Anzeiger Amts« und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren SOt Anzrigen.BermitlluxgSstellm M In- und SuOhaM »chmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntttj*, ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Ptz. Mi Anzeige» zu der s-chmitt-tzS für d« Ä®e «scheinenden Nummer dis Hon. M Ahr. OWrihmyH tzrnttstenS etetit »—her. s Gießener Anzeiger U I I ■ ■■■■ ! IW _. _ „ l 1 II ■ IIHMJ I- !.■■ I . 1 1 ■ - ' 1 1 I.M» SsdnSÄss, Sc-edMsn und Druck«*«: I Grsüsbettazr«: Wrßrnrr FamNenblAtrr, Her heWhe Kandwich AdreA« für Depeschen: Knzeigtt HK-Ori, »♦•wt«».| Klättrr Mr heMsche UstkÄumse. 9lr-BL fa&atsaBgtijw—n1 in—WI. Der rumänisch-bulgarische Konflikt. Der Panbulgarismus ist der Feind der Ordnung und des Friedens aus der Balkanhalbinsel. Das Streben nach Realisierung unerreichbarer Ideale und politischer Wahngebilde ist an sich zwar eine Dummheit, aber 'so lange wenigstens kein Verbrechen, als die von solchem Streben beherrschten Schwarmgeister sich nicht verwerflicher Mittel bedienen. Den Panbulgarismus belastet aber der doppelte Vorwurf, daß er Unmögliches mit blutigen Waffen in der Hand verlangt. Das Drama, das vom sogenannten „bulgarisch-ma- cedonischen Komitee" unlängst in Bukarest aufgesührt wurde, hat eine ganze Reihe verbrecherischer Anschläge in das Helle Licht des Tages gerückt und eine nicht geringe Zahl politischer Bravos blosgestellt, die ausersehen waren und sich bereit erklärt hatten, das Blut von Unschuldigen zur größeren Ehre des Panbulgarismus zu vergießen. Die durch anderweitige Umstände und Thatsachen erhärteten Aussagen des verhafteten Studenten Trifanow machten »es klar, daß der blutige Konvent in Sofia, „bul- garisch-macedonisches Komitee genannt", die Ermordung der Könige von Rumänien und Serbien beschlossen und zu diesem Zwecke ihren Präsidenten Sara- fow nach der rumänischen Hauptstadt entsandt hatte, um das Verbrechen zur Ausführung zu bringen. Man weiß genau, daß der berüchtigte Bulgare Rosniakow ausersehen war, am 29. Juni (12. Juli) d. I. Carol I. zu erschießen, worauf alsdann die Reihe an König Alexander kommen sollte. Aus dem Akten-Material, das dem Untersuchungsrichter Florescu vorliegt, geht hervor, daß diese Attentate geplant wurden/ tuen mit größerer Aussicht auf Erfolg die Erhebung in Macedonien und dessen Angliederung aber dem Kutscher ganz und gar, weil ihm die Strecke zu lang schien; ev weigerte sich also zu fahren, indem er sagte: „Ich muß die Pferde wechseln!" — „Zu spät!" erwiderte mein Freund, „das hätten Sie mir sagen sollen, bevor ich in Ihren Wagen einstieg; jetzt, wo ich einmal drin sitze, bleibe ich, auch drin!" — „Bleiben Sie, wenn Sie wollen, ich fahr - die Pferde wechseln!" Mein Freund machte sich's in der Droschke bequem. Der Kutscher wurde wütend und fuhr ihn drei Stunden lang durch die ganze Stadt spazieren; mein Freund amüsierte sich köstlich und .rührte sich nicht von: Flecke. Der Kutscher wechselte dann thatsäch- lich die Pferde, mein Freund wartete inzwischen ruhig im Wagen. Der Kutscher stieg endlich wieder auf seinen Sitz und fuhr nach Hause, um zu Mittag zu essen; mein Freund wartete wieder auf ihn, zum größten Gaudium der Nachs- barn, die aus den Häusern herbeiströmten, und der Passanten, die sich ansammelten, um den merkwürdigen, geduldigen Fahrgast zu bewundern. Endlich war der .Kutscher besiegt; da er kein anderes Mittel fand, sich seines Passagiers zu entledigen, entschloß er sich, ihn nach der angegebenen Adresse zu fahren. Hier stieg mein .Freund aus dem Wagen und gab kalt lächelnd dem Kutscher 30 Sous als Preis für die einfache Fahrt." * Es beginnt jetzt die Zeit der Metzelsuppe. Wurstsuppe, Wellfleisch und frische Wurst kommen an die Tagesordnung. Das Schwein, so verächtlich es erscheinen mag, wenn es sich im Kote wälzt, kommt jetzt zur höchsten Ehre. Auch die Maler sollten das Schwein mit Hochachtung betrachten, denn es liefert ihnen ja die zur Herstellung der Pinsel nötigen Borsten. Der Florentiner Maler Giotto hatte ganz recht, als >er, nach San Gallo hiuaufgehend, in der Straße del Cocomers von einem Schwein umgerissen wnrde,!auszurufen!7 .„Das Tier nimmt Rache an mir! Tausende habe ich mit den Borsten seiner Kameraden gewonnen und mich doch nie (um die Schweine gekümmert!" Bücher sammelnde Gelehrte freuen sich über lange Reihen in Schweinsleder gebundener Bücher, die sie ihr eigen nennen. Die Dichter endlich haben es nicht verschmäht, das Schwein im Liede zu verherrlichen. Franz Wiedemann dichtete: „Totes Schwein! — Um dein Gebein, — Scharen sich die heitern Gäste. — Alles kaut — An deiner Haut, — Und sitzt wie auf der Mäste. — Armes Tier! — Verachtet hier! — Ein «Meuchelmord ohn' Ende! — Wunderbar! — Der Fressetr Schar, — Leckt nur nach dir die Hände! — Gute Sau! ■— Dort auf der Au, — Lagst manchmal du int Kote. — Schau' doch an! — Auf Porzellan — Trägt man dich nach dem Tode! — Alte Borsch! — Ich dien' und forsch'! — Und find ich dir die Lehre — (Nicht gelacht!) — Gar manchem macht — Der Tod die meiste Ehre!" —, Uhland dichtete ein „Metzelsuppenlied", und Blum au er singt: „Heil dir, geborstetes, — Ewig geworstetes, — Dutzendgeborenes, — Niemals geschorenes — Liebliches Schwein! — Dichter begeisterst du, — Eicheln bemeisterst du, — Alles verzehrst du, Christen ernährst du, — Gütiges Schwein! — Heil dir drum, ewiges, — Immerfort schäbiges, — Niemals gereinigtes, — Vierfach gebeinigtes, — Liebliches Schwein!" Kunst und Wissenschaft. . . nParis, 13. September. Gestern nachmittag wurde im Garte« des Luxembourg-Palastes die Büste des Komponisten Ch opin errichtet. Aus den Vorschlag der Sanitäts-Behörden traf die Regierung dis umfassendsten Maßregeln, um eine Einschleppung der Pest aus England zu verhmdern. Dem Institut Pasteur wurden 30,000 Frcs. zur Ver- sügung gestellt, dre zur Anschaffung von Abwehrmittel verwendet werden sollen. In den Hafenstädten werden die größten Sicherheits-Maßregeln getroffen, um eine Einschleppung der Pest zu verhindern. m ß; bin« Ausstellung musikalischer tJIä1 Prr Reichtum an wahren Kuriositäten von teilweise höchstem Interesse ist unvergleichlich. Es wird besonders intereffant sein zu erfahren, daß die Absicht bestand, auch von Kaiser Wilhelm einen Beitrag zu erbitten. Allein man hatte im französischen Ministerium der schönen Künste Bedenken, und so nahm man davon Abstand. Von deutschen Fürstlichkeiten ist die Ausstellung sonst reich bedacht worden. Der Landgraf von Hessen und Fürst von Reuß-Köstritz befinden sich unter den Gästen. Gerichtssaal. SottiM# 13. September. Die Begründung des fretsprechende« U jn 6cn Verhandlungen gegen den früheren Abdecker JS- r Orix?v IQUtet: Der Gerichtshof nimmt an, daß Winter einer Ge- waltthat zum Opfer gefallen ist, hält jedoch den Modus der Tötung nicht für festgestellt. Rach Anficht deS Gerichtshofes liegt ein SchScht- schnitt nicht vor. Als erwiesen ist anzunehmen, daß Zeuge Fiedler den Angeklagten, wie ausgesagt, unmittelbar am Landgericht gesehen hat, es ist aber nicht nachgewiesen, ob Jsrarlskt in der Richtung zur Fundstelle wettergegangen ist, ebensowenig, was in dem von Fiedler gesehenen Sacke enthalten war. Andere Belastungsmomente liegen nicht vor, und deshalb muß auf Freispruch erkannt werden- Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 36. Woche vom 2. bis 8. September 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 16,77%o, nach Abzug der Ortsfremden 00,00°/oe« Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Schlundkrebs 1 (0) 1. Lebensjahr: 2 —15. Jahr: 1 (0) - — Gehirnschlag 1 1 — - Lungentuberkulose 1 1 — — Brechdurchfall 1 1 — — chron.Nierenentzündung 1 1 — — Angeb. Lebensschwäche 1 — 1 — Furunkulose 1 — 1 — Skrophulose 1 — — 1 Summa: 8 (0) 5 (0) 2 (0) 1 Schul* Anzüge in grosser Auswahl! chenplatz 11. Markus Bauer. Zur Ausstellung in Paris zieht jetzt Alles, was sich eine solche Reise irgendwie erlauben kann, und da werden dann die Kinder einfach in der Obhut der Bonnen, Mägde usw. zurückgelaffen, denen e8 uur zu oft höchst gleichglltig ist, ob die ersteren auch stets eine richtige und gesunde Nahrung erhalten. Mit „Knorr's Hafermehl" läßt sich in- deffen stets rasch für die Kleinen eine sehr nahrhafte und von chnen sehr gern gegessene Speise Herstellen, welche dieselben gesund, kräftig und widerstandsfähig macht, und hieran vor ihrer Abreise nach Paris zu denken, ist daher eine ernste Pflicht aller Eltern. Warum ist „Toril“ besser, als die uebig’schen Fleischextrakte ? Nach der eigenen Aussage des Erfinders Liebig sind die nährenden und kräftigenden Bestandteile in den Liebig’fdjen Extrakten nicht vorhanden. — Erst deutschen Autoritäten ist es vorbehalten i gewesen, diese epochemachende Verbesserung zu finden. . ] „Toril“ ist Fleischextrakt aus bestem Ochsenfleisch nut l kräftigenden und nahrhaften Substanzen. B0"* Man verlange überall „Toril1 - ä (Hessen) zw. Darasfadt u. Heidelberg, OaCtiL Hotel u. Pension „zur Krone“, Sommerfrische. Pensionsprospeki n. Führ. grat. Les.: G. Diefenbach. 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Js. in Kraft tretend-« « Bestimmungen der Gewerbeordnung wird mit Rücksicht auf den S «ne ^eurcflelutig der Offenhaltung von Verkaufsstellen jeder Ar? auch für unsere Stadt von diesem Zeitpunkte ab erforderlich. Qua> 'ur un'cre 4u§ln^blitd) b,en Detaillisten-Verein am 11. ort. im Hotel Einborn einberusene Knil che Versammlung der Ladenbesitzer aller Berufe hat in reifficker Erwännnn d-rg°chastt>ch°n B-rhMniff-, unter Berücksichtigung des G^etzes,äus Grund" deZ | ZxV mit Q?en fleöen etne ®limme die Resolution gefaßt, der höheren Verwaltunas- bKde zum Entwurf des OrtSstatutes für Gießen die Zeit der Offenhaftuna der den Sommermonaten Apnl/Oktober von morgens 7 bis abends 8 Uhr in bCn. Wintermonaten von Oktober bis April von morgens 8 bis abends d Uhr rur Anordnung vorzuschlagen und anzuordnen. - . .„.Das Großherzogliche Kr^isamt autorisiert den Vorstand deS Vereins der Detaillisten zu Gießen, emgetr. Verein, in Gemäßheit des § 139 f, die erforderliche Abstimmung der Ladenbesitzer vorzunehmen. rrsoroeruqe _. u Der unterzeichnete Vorstand bittet hiernach die Herren Ladenbesitzer deren KÄbf,ntdxm!l^r vorgeschlagenen Verkaufszeit in der ihnen dieser Tage vor" gelegten Liste durch Namensunterzeichnung kundzugeben- Die durch das Gesetz zulässigen 80 bezw. 40 Ausnahmetaae für lünaere oefAäfthAen9 ^rMitn^ n w 1er Vorstand von der Versammlung ermächtigt, allen A machen?" ^er^äItni^en Rechnung tragend, der Behörde geeignete Vorschläge 5>er Aorstand des Vereins der Aetaissisten zu Kießen.' Preisemässiguag auf Fahrräder! Wegen vorgerückter Saison habe meine seitherigen, schon sehr billigen Preise »och wesentlich ermäßigt. 6385 Job. Fi*. Schaaf, renommiertestes Fahrradgeschäft in Gießen, Wetzlleinstrake 44. WEen Sie etwas Keines rauchen? 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