m 217 Erstes Blatt. Sonntag den 16 September 15V. Jahrgang woo Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblutt für den "Kreis Gieren He*ent*eriK#•*#<• t« Nr. 7. Gratisdrilazr»: Gießener Famittenblätter, Der hefMe Landwirt, Kälter Mr heMßhe DMsksndr. Adresse für Depeschen: Anzeiger chtchckL. Fernsprecher Nr. 51. ora Abonnements - Einladung. Die stetig wachsende Abonnentenzahl des Gießener Anzeigers darf wohl als bester Beweis dafür gelten, daß derselbe den Anforderungen der Jetztzeit Rechnung zu tragen versteht. Er wird auch weiter weder Kosten noch Mühe scheuen, seinen Beruf als größte Tageszeitung Oberhessens zu erfüllen und gern jede Gelegenheit ergreifen, die Interessen der gesamten Bevölkerung der Provinz wahrzunehmen. Durch die volkstümlich gehaltenen Beilagen: Gießener Familienblätter, Hessischer Landwirt und Blätter sür hessische Volkskunde kommt die Zeitung den verschiedenartigsten Wünschen und Interessen ihres Leserkreises entgegen. Wir ersuchen namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post bezw. den Zweigstellen baldgefl. aufgeben zu wollen. NkllhmMeteude hiesige Adlmueuten erhalten vom Soge der Kesieillmg bis 30. September den Anzeiger Kostenfrei MesirUt. Auch schicken wir jederzeit Probe-Nummern postfrei nach auswärts und ersuchen alle Freunde des Gießener Anzeigers, ihre Bekannten daraus aufmerksam zu machen. Unseren hiesigen Lesern werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtungsvoll Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben). Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. Montag den 24. September d. Js. findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrundstücke vom 1. Felde statt. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Bureau der Grotzherzogl. Bürgermeisterei Daubringen, woselbst auch die Verfteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden; 2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen, sowie des Baues der Nebenbahn Lollar—Londorf innerhalb bet Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hier durch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet, bezw. zugeschrieben. Friedberg, 14. September 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: Süsfert, Regierungsrat. Bekanntmachung. Betr.: Den Beginn des Unterrichts an der landwirtschaft- lichen Winterschule zu Alsfeld. Die landwirtschaftliche Winterschule zu Alsfeld beginnt ihren 29. Winterkursus Montag, den 5. November d. Js., vormittags 11 Uhr. Indem wir zum Besuche der Schule emladen, bemerken wir, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirten diejenigen Fachkenntnisse, welche heute zur rationellen Bewirtschaftung bäuerlicher Güter notwendig find, in zwei fünfmonatlichen Winterkursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule 3 Landwirtschaftslehrer und 4 Hilfslehrer. Die Schule ist mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel an der Volksschule erreicht haben; in den oberen Kursus nur solche, welche schon den unteren Kursus mit Erfolg besucht haben, oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Kursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirte können als Hospitanten ausgenommen werden. Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müssen sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien, und können Wohnungen von 30 bis 40 Mk. per Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Oekonomierat Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 Mk. Anmeldungen sind an den Aussichtsrat oder an Herrn Oekonomierat Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, speziellere Anfragen zu beantworten. Alsfeld, den 1. September 1900. Der Auffichtsrat der landw. Winterschule Alsfeld. Gefunden: 1 Taschenmesser, 1 Kinderfilzhut, 1 Pferdezügel und 1 Peitsche. Zugeflogeu: 1 weißes Huhn. Verloren: 3 Portemonnaie mit Inhalt. Gießen, den 15. September 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Die landwirtschaftliche Landesausstellung. -nn. Darmstadt, 14. September. Heute vormittag kurz nach 11 Uhr wurde, wie gestern telephonisch gemeldet, im Beisein des Großherzogs, der Groß Herzogin, sowie der Prinzessin Eli s a - bett) die Hessisch^ Landwirtschaftliche Landesausstellung eröffnet. Es hatten sich auch die General- und Flügeladjutanten, das Gesamtministerium, die Vertreter der Provinzialbehörden, eine Anzahl Landtagsabgeordneter aus allen drei Provinzen, der Stadtkommandant, sowie mehrere Stadtverordnete und sonst geladene Gäste eingefunden. Wir bemerkten u. a. den Staatsminister Tr. Rothe, Justizminister Tittmar, Finanzminister G n a u t h, die Ministerialräte Braun, Deißler u. a., die Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Provinzialvereine, den Generalsekretär Dr. Müller re. Gleich nach 11 Uhr fuhr die Großherzogliche Familie an dem Pavillon vor und wurde zunächst durch den Vorsitzenden des Hessischen Landwirtschaftsrats, Geh. Regierungsrat Haas aus Offenbach mit folgender Ansprache begrüßt: Ew. Königl. Hoheiten! Hochgeehrte Festversammlung! Nach 18jähriger Unterbrechung findet heute wieder eine Hessische Landwirtschaftliche Ausstellung statt, wie 7 sie nunmehr in einem fünfjährigen Turnus abwechselnd in den drei Provinzen stattfinden soll. Diese Ausstellungen haben den Zweck, im Anschluß an die Generalversammlungen durch Darlegung des gegenwärtigen Zustandes den Nachweis über die Leistungen zu bieten und den Fortschritt zu kennzeichnen, den die Landwirtschaft im Laufe der jeweiligen fünf Jahre gemacht hat. Es soll dem Einzelnen Gelegenheit gegeben werden, an den Leistungen des Andern zu lernen, das eigene Können zu prüfen und zum Weiterstrebeu aneifern. 'Nur durch allgemeine Umschau kann man den gewünschten Zweck erreichen. Wie der Blick in die Ausstellung zeigt, wird vortreffliches aus allen drei Provinzen geboten. Ganz Hessen hat sich beteiligt und die besten Produkte dem Auge des Beschauers geboten. Es ist so vorzügliches in Ackerbau, Obst- und Weinbau geboten, daß den Sachverständigen, die berufen sind, ihr Urteil abzugeben, eine schwere Aufgabe zufallen wird. Wenn das schöne Werk in so großartiger Weise gelungen, so verdanke man dies in allererster Linie dem Wohlwollen und Entgegenkommen Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, der sein lebhaftes Interesse auch durch sein Erscheinen gezeigt hat. In zweiter Linie verdienen Dank die Aussteller, die in praktisch ein Verständnis die richtige Auswahl getroffen haben. Sehr verdient haben sich ferner gemacht die Sachverständigen, die mit lebhaftem Interesse und mit Aufopferung von Zeit und Mühe sich in den Dienst der guten Sache stellten; auch die Männer, die durch ihre organisatorische Arbeit, die nicht gering war, zum Gelingen des Ganzen beitrugen. Nicht weniger Dank gebührt auch den Militär- und städtischen Behörden, deren ganz besondere Unterstützung es möglich machte, das schöne Werk in diesem Umfange so rasch und hübsch zu gestalten. Mögen diese Mühen und Arbeiten alle Anerkennung und Beachtung finden, möge der gute Verlauf und der ersprießliche Erfolg der beste Ähn und die Anerkennung zu weiterem Vorwärtsstreben sein! — Durch Mitwirkung vieler Faktoren ist so im großen Rahmen gezeigt, was man leisten kann; weiter zu schaffen ist Aufgabe der vorwärts strebenden Landwirte durch Selbsthilfe. Daneben wird hoffentlich auch die Staatshilfe durch entsprechende Unterstützung weiter für sie eintreten. Wir danken alle dem Erlauchten Großherzoglichen Paare für die Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit, die es durch sein Erscheinen bethätigt, indem wir in Liebe, Verehrung und alter Hessentreue ausrufen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin: Sie leben hoch! hoch! hoch! Hierauf spielte die Kapelle „Heil Dir im Siegerkranz!" Der Großherzog sprach dann Herrn Haas seinen Dank aus. Nun begann die Vorführung von Arbeits- und Wagenpferden, sowie Simmenthaler, 'Vogelsberger, Glau- Donnersberger und Odenwälder Zuchttieren. Hieran schloß sich ein Rundgang der großherzoglichen Familie nebst Gefolge durch sämtliche Räume der Ausstellung. Tie Herrschaften sprachen ihre Anerkennung für das hübsche Arrangement und die Reichhaltigkeit der Ausstellung mehrfach aus. Um 12 einhalb Uhr wurden die Landgestütshengste ita großen Ring vorgefahren. — Von 12—2 Uhr konzertierte die Kapelle des Großh. Hess. Jns.-Regts. (Leibregiments) Nr. 115. — Die Kgl. Hoheiten nahmen einen von dem Präsidenten des landwirtschaftlichen Provinzial- Vereins Rheinhessen, Gutsbesitzer Lichtenstein, dargebrachten Ehrentrunk in der Weinkosthalle entgegen. Um eineinviertel Uhr verließ die Großherzogliche Familie, vom Gesamteindruck der Ausstellung sichtlich befriedigt, unter Hochrufen der zahlreichen Ausstellungsbesucher den Fest- Platz. Die Ausstellung ist heute, am Eröffnungstage, bereits sehr stark besucht worden, und stellt sich als ein durch seine Vielseitigkeit und Großartigkeit jeden Besucher überraschendes und wirklich hervorragendes Unternehmen dar. Das herrliche Wetter dürste das seinige dazu beitragen, der Ausstellung in den nächsten Tagen den wünschenswerten Massenbesuch zuzuführen. Ein Blick auf den Ausstellungsplatz verspricht dem Besucher sehr viel Interessantes auf dem Gebiet des Ackerbaues, der Viehzucht und des Maschinenwesens. Landwirtschaftliche Maschinen sind, wie bei allen derartigen Ausstellungen am stärksten vertreten, hervorgerufen durch das große Interesse, welches der Landwirt heute der Maschine entgegenbringt. Gleich beim Eintritt in die Ausstellung fällt dem Besucher eine reichhaltige Kollektion landwirtschaftlicher Maschinen der Firma Ph. May- f a r t h L E o. aus Frankfurt a. M. aus. In der Hauptsache sind es Ackergeräte, wie: Pflüge, Walzen, Eggen; Erntemaschinen wie: Mähmaschinen, Heuwender, Heurechen usw. Als Glanzpunkt des von der Firma zur Schau Gestellten sind die in einer eigens hierfür erbauten Halle befindlichen Geräte zur Obstverwertung zu betrachten: Pressen, von der größten Kelter und Mühle für den Großbetrieb bis zur kleinsten Haushaltungs-Presse, Dörrapparate für Obst und Gemüse in verschiedenen Größen. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. September 1900. •• Personaluachrichten. Dem Major Müller, aggregiert dem Infanterieregiment Nr. 170, seither Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, wurde die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Rittmeister Casimir Grafen zu Castell-Rüdenhausen im ostasiatischen Reiter-Regiment (seither Eskadronsches im 1. Grotzherzogl. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23, das Ritterkreuz 1. Klasse des vorgenannten Ordens verliehen. Der Oberlehrer an der Realschule zu Alsfeld Georg Schilling wurde aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober an bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg Georg Hörle wurde der Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. ** Ernennungen. Der Groß Herzog hat Aller- gnädigst geruht, zu ernennen: den Hauptstaatskassier, Geheimen Finanzrat Karl Weil, zum zweiten Hauptstaats- kassedirektor, den Obereinnehmer der Obereinnehmerei Mainz, Johannes Dexheimer, zum Hauptstaatskassier, die Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmeretenj Treis a. L. und Babenhausen, Philipp Dieter und Reinhard Magel, zu Hauptstaatskassebuchhaltern, den Rentamtmann des Rentamts Groß-Gerau, A d o l f Sch l ä - g e r, zum Kassier bei der Staatsschuldenkasse, die Buck;- Halter bei der Hauptstaatskasse, Ludwig Götz, Ludwig Heil und Georg Kaßlick, sowie die Distriktseinnehmer der Tistriktseinnehmereien Höchst i. O. und Wörrstadt, Heinrich Rühl und Heinrich Koch, zu Buchhaltern 8. Die Distriktseinnehmer, die Untererheber und die Vollziehungsbeamten werden besonderen Beamten (Kon- trollbeamten der Lokalkassestellen) unterstellt, denen bestimmte Kontrollbezirke zugeteilt werden. Die öit “ .... - - - - - tittgcn uttb Auszahlungen werden der Hauptstaatskasse, den Distriktseinnehmereien und den neu gebildeten Untererhebstellen übertragen. ttrollbexirfe zugeteilt werden. Stelle der seitherigen Territorialorganisation der Rentämter und Distriktseinnehmereien tretende neue Organisation der Kontroll-Distrikts-Einnehmerei und Untererhebbezirke wird mit den infolge der Neugestaltung des Kassewesens notwendig gewordenen Dienstanweisungen demnächst im Regierungsblatt veröffentlicht. •* Die Zahl der Todesfälle (ausschließlich der Tot, geborenen) betrug in der Woche vom 26. August bis 1. September in Mainz 28, in Darmstadt 29, in Offenbach 17, in Worms 16 und in Gießen 4, zusammen 94, i darunter 40 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 17,9, Darmstadt 21,3, Offenbach 20,4, Worms 21,8 und auf Gießen 8,3 (ohne 2 Ortsfremde 4,2). — Die Todesursache anbelangend, vexstarben an Blattern 1 (Offenbach), an Masern und Röteln 4 (Mainz), an Halsbräune (Kroup) 1 (Darmstadt), an Keuchhusten 1 (Darmstadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 24 (6 in Mainz, 4 in Darmstadt, je 7 in Offenbach und Worms), an Lungenschwindsucht 10 (5 in Mainz, 4 in Offenbach, 1 in Worms), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 11 (3 in Mainz, 4 in Darmstadt, je 1 in Offenbach und WormS, 2 in Gießen), an allen übrigen Krankheiten 39 (10 in Mainz, 17 in Darmstadt, 4 in Offenbach, 6 in Worms, 2 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (2 in Darmstadt, 1 in Worms). Vermischtes. , * sonderbarer Zuwelendiebstahl. Vor drei Monaten tjv'c • öl? Gräfin X. in eines der besten Damenschneider- geschaste in Paris, um eine Robe anzuproben, legte dabei "bme Juchtenhandtasche mit ihren Juwelen aus den Tisch. Als bie Anprobung vorüber war, waren die Juwelen spurlos verschwunden, Nachforschungen blieben fruchtlos; der Polizeikommissar Pechard gab die Hoffnung, sie wiederzufinden auf, die Gräfin begann den Verlust zu verschmerzen. Da meldete sich dieser Tage bei dem Polizeikommissar ein ehrwürdiger Geistlicher mit der — Juwelentasche; eine ®ame dufi der höchsten Gesellschaft hatte sie weggenommen, obgleich sie wenigstens ebenso schöne Juwelen besaß: aber sie besaß neben den Juwelen ein Gewissen, das sie plagte,, fast zum Selbstmord trieb, bis der Priester, dem sie sich in der Beichte anvertraute, die Zurücknahme der Geschmeide übernahm. Natürlich war die Gräfin nur zu glücklich, ihre Klage gegen die unbekannte Diebin, deren Namen das 23eicfot>= geheimnis schützt, zurückzurieben. •• Herbststimmuug. Leer und kahl liegen die abgeernteten Felder dal Die Lerche tiriliert über den Stoppeln, das Rebhuhn eilt den Kartoffelfeldern zu, dem einzigen Versteck, das ihm der Mensch noch gelassen hat. Armes Rebhuhn! Rings knallen die todbringenden Schüsse, deine Brut wird vernichtet und fällt dem Feinschmecker zum Opfer, der eine Zierde seiner Tafel aus dir macht. Der Mensch, der große Zerstörer der Werke Gottes, er baut aber auch mit unermüdlichem Fleiß den Acker, er reget ohne Ende die fleißigen Hände! Neben dem Stoppelfeld dampft die Dreschmaschine, der geschäftige Pflug, die ausgleichende Egge, sie gehen als Vorbereitung für die Wintersaat über das abgeerntete Feld. Bald sprießt es wieder aus der fruchtbaren Erde, bald kommt wie junges Hoffen der Halm hervor. Wie groß auch die Vernichtung, dennoch sproßt immer wieder neues Leben aus ihr hervor. Leben geht und tausendfältig kehrt es wieder. w- Leidhecken, 14. September. Unter großer Teilnahme der gesamten Einwohnerschaft trug man heute hier aus einem Haus zwei Särge. In dem einen lag das jugendliche Opfer der Messerstecherei vom letzten Montag, im andern der Bruder desselben, der ebenfalls noch jung, fast gleichzeitig mit jenem an einer Blinddarmentzündung aus dem Leben geschieden. Eine betagte, arme, kränkliche Witwe verlor mit beiden zwei brave Söhne, die Stütze ihres Alters. Der Jammer dieser tiefgebeugten Mutter ist unbeschreiblich. ES muß betont werden, daß der Gemordete keine Veranlassung zu der ruchlosen That, die, wie man sich denken kann, die ganze Gegend in die größte Aufregung versetzte, gegeben hat, daß er nur zur Hilfe beisprang. Wie man erzählt, konnte der noch nicht siebzehnjährige Messerheld nur deshalb nicht rascher entwaffnet werden, weil ihm die Burschen nach dem rechten Arm griffen, während er als Linkshändiger das Messer in der linken Hand hatte. So war es ihm möglich, eine Zeitlang fortwährend rückwärts zu stoßen. Laub ach, 14. September. Aus Anlaß des Tobes bes Grafen Friebrich fanb am verflossenen Sonntag vormittag im hiesigen Schlosse große Konbolations- cour statt. Die Gräfin-Witwe empfing besonders; bem Vernehmen nach wirb sie ihre künftige Wohnung in Schloß Arnsburg (Prälatenbau) nehmen. — Hofprebiger Stöcker aus Berlin, ber mit bem Verstorbenen den Vorsitz bes christlich-sozialen Vereins führte, war verhinbert, am Bestattungstage hier zu erscheinen. Er verweilte am 11. b. in der gräflichen Familie unb besuchte bas Grab bes Grasen auf bem Friebhofe. D a r m st a b t, 14. September. Bei einer Umfrage über ben Ladenschluß, bie ber Vorstanb bes De- taillisten-Vereins veranstaltete, haben sich von 750 I befragten Geschäftsinhabern 630 schriftlich erklärt. Die überwältigenbe Mehrheit, über 600, sprach sich für ben Achtuhr-Labenschluß aus mit ber Einschränkung, baß Samstags bie Geschäfte bis neun Uhr offengehalten werben bürsten. In ber Spezerei- und Kolonial- lvaarenbranche ist man mit ganz vereinzelten Ausnahmen für ben Achtuhrschluß, ebenso, wenn auch bei etwas stärkerem Wiberspruch, in ber Manufakturbranche. Nur bie Zigarrenhänbler befürchten erhebliche Nachteile ujtb sind zum großen Teil dagegen. Aber auch unter ihnen ist eine erhebliche Anzahl für den Achtuhrschluß. Wetzlar, 14. September. Schweres Herzeleid brachte I ber gestrige Tag über eine hiesige geachtete Familie. Tas neunjährige Söhnchen bes Mechanikers Schniber spielte I abenbs in ber siebenten Stunbe mit mehreren gleichalter- I igen Kameraben „Feuerwehr". Eine herzugeholte kurze I Leiter, an ein eisernes Gartengelänber gelehnt, sollte bas I Spiel vervollstänbigen helfen. Plötzlich, kaum nachbem ber I kleine S. bie obersten Stufen erklettert hate, kam bie Leiter I am Fußenbe ins Rutschen, bas Kinb stürzte von seinem erhöhten Stanbpunkte herab unb eine ber scharfen vierkantigen Spitzen bes Gelänbers brang ihm mehrere Centi- I meter tief in ben Unterleib. Trotzbem hatte ber Unglückliche noch Kraft, einige Schritte weit zu gehen, worauf er zusammenbrach. Aerztliche Hilfe war balb zur Stelle, bock): starb ber Kleine unter unsäglichen Schmerzen balb nach Mitternacht. — Möchte bieser traurige Fall eine erneute Warnung sein, bas Spielen ber Kinber an Plätzen, bie an sich nicht bazu geeignet sinb, auf bas strengste zu untersagen. Wetzl. Änz. | Gerichtssiml. Gießen, 14. September. Ferienkammer. In der heutigen letzten Sitzung der Ferienkammer wurde zunächst in der Privat-Belei- digungsklage gegen den Oberverwalter Erich Achilles zu Hof-Güll fortgefahren, die am letzten Dienstag (f. Nr. 214 d. G. 21.) unterbrochen roeeben mußte. A. wird beschuldigt, den Dienstknecht Ehr. Zimmermann, der früher zu HostGüll in Diensten stand, am 17. Mai thätlich beleidigt zu haben. Da vor dem Schöffengericht zu Lich festgestellt worden ch daß A. m Notwehr gehandelt hat, so lautete das Urteil auf Freisprechung. Die dagegen eingelegte Berufung mußte verworfen werden, weil auch der heute vernommene Zeuge bekundet, daß A. den Privatkläger zu verschiedenen Malen bedeutet hatte, sich ruhig zu ver- halten, dieser aber der Aufforderung nicht Folge leistete. — Der Kollekteur W. I. K. Creutzburg auS Gotha, der beschuldigt wird, zu Anfang d. I. in Hungen und Umgebung Pläne der in Hessen verbotenen Thüringischen Landeslotterie verbreitet zu haben, war auf seinen Einwand gegen den wider ihn erlaffenen Strafbefehl durch Urteil des Schöffengerichts Hungen vom 6. August freigesprochen worden. Der dagegen von der Staatsanwaltschaft eingelegten Berufung wird stattgegeben und Er-, der bereits zweimal wegen Uebertretung des § 234 P.-St.-G. mit Geldstrafe belegt worden ist, dem Anträge der Anklagebehörde entsprechend, in eine Haftstrafe von 4 Wochen genommen. — Der Landwirt Heinrich Euler aus Ober-Breidenbach war, um auf dem kürzesten Wege zu einer seiner Wiesen zu gelangen, am 20. April quer über fremde Wiesen gegangen und aus § 868 g des Straf- Gesetz-Buchs von dem dortigen Feldschützen zur Anzeige gebracht worden. Obgleich der gegen ihn angesetzte Schadenersatzbetrag nur 35 Pfg. nebst 1 Mk. Kosten betrug, erhob er Einspruch, und so kam die Sache vor dem Schöffengericht Alsfeld zur Verhandlung, das den hartnäckigen Landmann zu einer Geldstrafe von 2 Mk. verurteilte. Doch, auch gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, und bestand mit großer Zähigkeit auf Verhandlung der Sache, die mit der kostenfälligen Verwerfung der Berufung enden mußte, weil bereits vor dem 20. April iw ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden war, daß das Betreten fremder Wiesen verboten sei. — In der Privatbeleidtgungsklage des Justus Müller zu Großen-Buseck gegen den Johs. Schultheiß zu Göbelnrod, wird das erstinstanzliche Urteil, das auf eine Geldstrafe von 30 Mk. lautet, von der Berufungsinstanz verworfen und auf Freisprechung erkannt. — Eine weitere Berufung gegen ein Urteil deS Schöffengerichts zu Orlenberg vom 13. Juli, in dem gegen die Frau Emmerich III. zu Bergheim wegen Beleidigung ihres Gatten eine Geldstrafe von 15 Mk. ausgesprochen worden war, wird kostenfällig verworfen. — Wegen Jagdvergehens im Sinne der §§ 292, 293 St.-G.-B. hat sich der Landwirt Heinrich Wißner aus Dannenrod zu verantworten. Er versieht die Funktionen eines Jagdaufsehers bei der Familie von Schenk zu Schweinsberg und als solchem ist ihm ein Stück Feld zur Verfügung gestellt, auf dem ihm die Ausübung der Jagd zu seinem eignen Vorteil, jedoch nur für Hasen und Hühner freigegeben worden, ist. In der Anklage wird ihm zur Last gelegt, am 16. Juni im Walde bei Dannenrod, wo er nicht zu jagen berechtigt war, die Jagd ausgeübt zu haben. Er behauptet, am Morgen deS genannten Tages zur Wahrung seiner dienstlichen Obliegenheiten hinausgegangen zu sein. Auf einem zu seinem Jagdgebiet gehörigen Kleeacker habe er aus einer größerm Entfernung ein Tier im Lager wahrgenommen, das er für einen auf Beute unter den Hühnern der Gutsherrschaft ausgehenden Fuchs hielt. Er habe deshalb das Tier getötet und dann erst bemerkt, daß er einem Reh den Garaus gemacht hatte. Er habe nun das Tier aus- gewetdet, um es in feinem Rucksacke, nachdem er sich düsen zu Hause geholt, an den Kammerherrn Schenck zu Schweinsberg abzuliefern. Auf dem Wege nach Schwetnsberg habe er zwei Personen erblickt, die er für Wilddiebe hielt, was ihn veranlaßte, den Rucksack auf bie Erde zu legen und ihnen aus dem Wege zu gehen. Als er sMer an die betr. Stelle gekommen sei, habe der Rucksack mit Jnho" gefehlt. Er sei deshalb ohne denselben nach Schwetnsberg gtfltmfltn und habe hier davon Kenntnis erhalten, daß der Rucksack oorgeiunden worden sei. Aus Furcht vor der Strenge seines Dtenüverrn habe er vorgezogen, sich nicht als THLter zu bekennen. Diese Erzahlungm machen ganz den Eindruck des Märchenhaften. Jedenfalls steht fest, daß W. an einem Orte gejagt hat, an dem zu jagm er nicht berechtigt war. Der Staatsanwalt beantragt eine Gefängnisstrafe von 3'/, Monaten. Das Urteil lautet auf 3 Monate, unter Anrechnung von 2 Monaten der vom 18. Mat bis 29. August erlittenen Untersuchungshaft. __ ________ Kunst und Wissenschaft. Paris, 14. September. Dr. Holiere, welcher der Expedition. ^Ui^am9cy^0e65rte' ist In Marseille eingrtroffm. Derselbe leidet "m gelbm Fieber und ist infolgedessen noch in Quarantäne. —Kopenhagen telegraphiert wird, ist der Dichter ? .r0,1! auf der Reise von Christiania nach Kopenhagen plötzlich bedenklich erkrankt. (Die Direktion des Gießener Stadttheaters teilte uns neulich mit, daß sie beabsichtige, in der bevorstehender» Spielzeit des nordischen Dichters vorzügliches Drama „lieber unsere Kraft" zur Aufführung zu bringen. D. Red.) ^?^?"iSairSschreiben für künstlerische Photographien veranstaltet die Fabrik photographischer Papiere Ed. Liesegang in Düffeldorf. Speziell verlangt werden künstlerisch wirkende Abdrücke auf Pan- Paprer, einem sogenannten Schnelldruckpapier, das Effekte giebt, wie sie bisher nur bei Verwendung von Kohledruck oder des neuerdings populär gewordenen Gummidruckes erreichbar waren. Das Preisausschreiben !n besten Photographieabdrücke folgende Geldpreise aus: Erster Preis Mk. 300, zweiter Preis Mk. 200, zwei dritte Preise von je Mk. 100, zwei vierte Preise von je Mk. 50 und 8 fünfte Preise von je Mk. 25 — insgesamt 14 Preise im Gesamtwert von Mk. 1000. Schlußtermin der Einsendungen ist der 31. Oktober. Fach- und Amateur. Photographen find zur Beteiligung an diesem Preisausschreiben eingeladem ber ber Staatsschnlberikassc, bie Rentamtmänner Franz Hiemenz zü Gießen, Balthasar Kloos zu Alsfelb, Georg Schäfer zu Bingenheim unb Heinrich Fix gu Lampertheim unter Belassung ihres seitherigen Titels zu Kontrollbeamten ber Lokalkassestellen für bie Bezirke Darmstabt I, bezw. Mainz, bezw. Gießen, bezw. Frieb- berg, ben Revisor bei ber Main-Neckar-Eisenbahn, Georg Leiser, zum Ministerialrevisor bei ber Buchhaltung bes Ministeriums ber Finanzen, ben Tistriktseinnehmer ber -^Tistriktseinnehmerei Hirschhorn Georg Göbel, ben Distrikts - Einnehmer ber Distrikts-Einnehmerei Nomrob Heinrich Haas, ben Distriktseinnehmer ber Distriktseinnehmerei Alzey I Christian Göbel, ben Distriktseinnehmer ber Distriktseinnehmerei Groß-Gerau II Aug. .Strack unter Belassung ihres Titels „Distriktseinnehmer" zu Assistenten bei ben Distriktseinnehmereien Offenbach, Mainz I, Darmstabt I unb Worms, ben Distriktseinnehmer ber Tistriktseimiehmerei Westhofen Philipp Darmstäb t e r zum Ministerialrevisor bei ber Buchhaltung bes Ministeriums ber Finanzen. ** Empfang. Ter Großherzog empfing am 14. September u. a. ben Präsibenten bes Ministeriums ber Finanzen Gnauth. ** Ordensverleihung. Ter Großherzog hat ben Rentamtmämiern Negierungsrat Jakob Metzler unb Regierungsrat Georg Roßmann aus Anlaß ihrer Versetzung in ben Ruhestanb bie ftronc zum Ritterkreuz 1. Kl. des Verbienstorbens Philipps bes Großmütigen, sowie bem Distriktseinnehmer ber Tistriktseinnehmerei Alzey II Rendant Friebrich Hofmann aus bemselben Anlaß bas Ritterkreuz 2. Kl. bes Verbienstorbens Philipps bes Großmütigen verliehen. ** Ruhestanbsversetzungen. Der Groß- Herzog haben Allergnäbigst geruht: ben Rentamtmann! des Rentamts Groß^Umstabt, Regierungsrat Wilhelm W a r t h o r st, ben Rentamtmann bes Rentamts Friebberg, | Negierungsrat Georg Roßmann, ben Rentamtmann bes Rentamts Darmstabt, Negierungsrat Jakob Metzler, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, ben Rentamtmann bes Rentamts Linbenfels Abolf Abrie, ben Distriktseinnehmer ber Tistriktseinnehmerei II Renbant Friebrich Hofmann auf fein Nach suchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste m ben Ruhestanb zu versetzen. ** Dienst-Versetzungen. Der Großherzog hat ben Distriktseinnehmer ber Tistriktseinnehmerei Offew- bach H Wilh elm Baster t in bie Tistriktseimiehmerei Darmstabt II, ben Distriktseinnehmer ber Distriktseinneh- I nteret Heppenheim Albert Scriba in bie Distrikts- I einnehmerei Alzey, ben Distriktseinnehmer ber Distrikts- I einnebmerei Nieber-Wöllstabt N i e o l a u s W e r n e r in bie Tistrikts-Eimiehmerei Nieber-Jngelheim, ben Distrikts-Ein- I hehmer ber Tistriktseimiehmerei Gebern Heinrich Rapp I m bie Distrikts-Einnehmerei Bübingen, ben Distrikts-Ein- I Sehmer ber Tistrikts-Einnehmerei Reichelsheim Konrab I 1 nr ich Zimm ermann in bie Tistriktseinnehmerei Ulrichstein, ben Distriktseinnehmer ber Tistriktseinnehmerei I Ac?--/-Ägelheim Philipp Jakob Göbel in bie Distritts-Euinehmerei Schlitz versetzt. ** Dien st nach richten. Durch Entschließung bes I Ministeriums ber Finanzen würbe ber Distriktseinnehmer I ber Tistriktseinnehmerei Schlitz P h i l i p p I a k o b Gö b e l I mit ber Versetzung ber Stelle eines Assistenten bei ber Difiriktseinnehmerei Mainz II mit Wirkung vorn 1. Ok- I tober l. I. an beauftragt Ernannt würben ber Rent- I a^mtsgehilfe Ab am Katzenmeier in Linbenfels, ber I Rentamtsgehilfe Karl Schmitt in Lampertheim, ber I Rentamtsgehilfe Georg Jacob Schneiker in Groß-- Umstabt, zu Steuerkommissariatsgehilfen mit Wirkung vorn I 1. Oktober l. I. an. In ben Ruhestanb würbe ver- I seht am 5. b. M. ber Steuerkommissariatsgehilfe Johann I Abam Geist in Offenbach auf sein Nachsuchen mit Wirk- I ung vom 1. Oktober l. I. an. . ** S.ka a t s schulb en kafse. Der Großherzog hat I den Geheimen Regierungsrat Planz mit Verschling ber Stelle des Direktors b,er Staatsschulbenlasse vorn 1. Oktober l. I. ab beauftragt. ^®tabttcVater- ^e Eröffnung bes hiesigen Stabttheaters erfolgt, rote aus bem Annoncenteil ersichtlich, I bereits am Sonntag, ben 30. September. »^Neugestaltung bes Ka sse w ese n s. In I Ausführung ber burch bie Beschlüsse ber beiben Kammern der Stäube vom 23. Februar unb 28. Mürz b. I. ange- I nommenen Regierungsvorlage, die Neugestaltung bes Kasse- I wesens betreffend treten mit Genehmigung bes Groß- I Herzogs bie folgenben Anorbnungen mit Wirkung vom 1. Oktober b. I. in Kraft: 1. Die Rentämter unb bie Obereinnehmerei Mainz I werben aufgehoben. I 2. Die Distriktseinnehmereien Babenhausen, Gerns- I ^eim Groß-Gerau II, Heppenheim, Hirschhorn, Höchst, Qffenbach II, Reichelsheim, Gebern, Hungen, Laubach Nie- I äer^onftabt, Romrod, Treis a. Lba., Alzey II, Nierstein, Osthofen unb Wörrstabt werben aufgehoben. Tie I Distrikts-Einnehmereien Bessungen, Offenbach I, Groß- ™au 1, I werben bie Benennung Tistrikts-Ein- I nehmerei Darmstabt II, bezw. Offenbach bezw. Groß-Gerau, I bezw. Alzey führen. 3. Den Steuerämtern Gernsheim unb Stockheim wer- I hen die ^wnstgeschäfte von Distriktseinnehmereien über- I tragen. Alle für bie Distriktseinnehmereien gegebenen Be- I fhmmungen erstrecken sich gleichermaßen auch auf biefe I UL v U1111 v l. 4. Tie 'i'erredjmtng der Einnahmen und Ausgaben aus I Domänen, soweit sie von den Rentämtern und der Ober- I einnehmerei Minnz >etther besorgt wurde, geht an Großherzogliche Hauptstaatskasse über, der auch die Geschäft der Rechner der Äriminal-, Gefängnis- und Polizeikassen nunmehr obliegen. 0 " I ® Cn Rentämtern seither noch verbliebene Teil der Verwaltung ber Kameralbomänen geht auf bie Ober- I jörftereien über.. 6. Die in § 4 ber Verorbnung, bas Verfahren ber I Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege betreffend vom I 7. März 1894 (Regierungsblatt S. 64) den Rentämtern I übertragenen Funktionen der Vollstreckungsbehörden gehen I 0.00-26.30 b., Laura 199-50, Berliner Handelsgesellschaft 147.20 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz , 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz. 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrod bei: 3oh. Kd. Belte v. Kirch-Göns . 44 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . L Schmidt, Großen-Linden . 48 , W. Steinmüller, Lang-Göns . Mlh. Fabel von Wieseck . . 48 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrod bei: L. Schmidt, Großen-Linden . 22 Pfg. W. Weitzel von Lang-Göns . W. Steinmüller, Lang-Göns . 22 „ ArbeiterlreweMNg. h,r ^.S-ptember. Durch die Ausstandsbewegung V* ?/rgleute hat die Kohle bereits eine Preissteigerung ß°5nnÄ5r yan verkauft jetzt die Tonne für Streik wird eine große politische Bedeutung bei- btan,««!6 Demokraten die republikanische Pariei beschuldigen, Ausstand mitverschuldet zu haben, um so die Wahl ihres Kandidaten zu vereiteln. v M . » dariS, 14. September. In Toulon ist in den letzten Tagen ein Ausstand der Bäckergehilfen auSgebrochen. Der Hafen- Kommandant von Toulon hat dem Bürgermeister der Bäckerei kundige Matrosen zur Verfügung gestellt. . Humoristisches. — Uebersetzungskünste. Accurrunt servi, soccos detrahunt. Die Diener eilen herzu und ziehen die Socken ab. Sunt homines, natura ouriosi. Es gibt Menschen, die von Natur kurios sind. Crescentem sequitur cura pecuniam Die Krescenz wird von pekuniären Sorgen verfolgt. Sempronius senes erat pergratus. Sempronius war ein alter Bergrat. Rebas diffioilibus ne aegrescito! Aergere Dich nicht über den schwierigen Rebus! Principiia obsta, nam minus malum facilius ooercebis quam maius. Widerstehe den ersten Anfängen; denn einen kleinen Apfel wirst Du leichter bezwingen, als einen größeren. Ingressis militibus tanta fuit Pertinax Constantia, ut ne habitum oris quidem mutaret. Als die Soldaten in's Zimmer traten, zeigte Pertinax eine solche Selbstbeherrschung, daß er nicht einmal das Beinkleid wechselte. Nullam unquam vidi tantam, quanta nunc vestrum est. Nie sah ich (noch) eine Tante, wie die Eure ist. - Vorsorglich. Der kleine Karl (beim Frühstück): ^Groß- mutterl, thun Deine Brillen vergrößern?" Großmutter: „Freilich, Herzchen." Karl: „Möchtest Du's dann nicht erst weglegen, bevor Du mein Stück Kuchen 'runterschneidest?" — („Münchner Jugend.") öbel-Lager A. Grunebaum Bahnhofstr. 35. Bpezfalitat: Komplette ösös Wohnungseinrichtungen. 6113 0 Briefkasten. 6099 WolbtrkHer« 0 0 0 0 8 s nach und i Weideugasse 7. 48 6116 ftr bca •ljar.ruwn feU: P. *r b« »i«! M, — »nt< »«* Ännf Gvstlisie verMdents o g o o v s s 0 0 0 0 eo C-3 VMtarline LLRothes Stern Linie $o|fdampfer von [Antwerpen] Anfang aöends 8 Zlßr. 6951 ______________ Karten an der Kaffe ä 1 Mk. _______Der Vorstand. 6100] Ich warne hiermit jedermann, meiner Krau, ttnl> Tochter etwas auf meinen Namen zu borgen, da ich für nichts auf- komme. Johs. Aeiling, Atzbach 46 Telephon 4721 Telegraphen EleKtr. Uhren Uaffcrstavds- Fernmclder Zicherheits- Anlagen liefert zu billigen Preisen Max Weissbäcker Hießen, Südanlaqe 23. 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Mts. schreibt: Es würde zu weit führen, das ganze, beinahe zu reichhaltige Programm zu besprechen. Nur so viel sei bemerkt, daß der Circus Blumenfeld feine hiesigen Vorgänger gestern vollständig in den Schatten gestellt hat; usw. usw. 6095 Worstessungen in Hießen ab 20. bis 23. September d. J. Außer den größten Künstlern Vorführungen von 100 großartig dressierten Pferden in einer einzigen Vorstellung. Eintreffen i« Hießen mittelst Souderzuges von Wiesbaden Kommend. Reue Bayrische LandeSzeitung, Würzburg: Schaurig und grausig der wilde Ritt des Herrn Hilgerad, hier noch Niemals gesehen die großartigen Jockeyreiter. Die Schlußnummer des vorzüglichen Programms ist . eine Monstre-Vorführung, bei der nicht weniger als 60 der edelsten und 0 schönsten Pferde die Manege beleben. Die Versprechungen, die die fi Unternehmer gemacht haben, wurden nicht allein erfüllt, sondern gesucht für Gießen und Umgegend für einen leicht verkäuflichen Artikel der Cigarrenbranche. 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Augsburger Neueste Nachrichten sagen am Schluß ihrer Besprechung über den Circus Blumenfeld: Nochmals kurz Alles m Allem zusammengefaßt, können wir mit ruhigem Gewissen sage«, daß der Circus Blumenfeld hinsichtlich seiner Darbietungen seine Vorgänger, Wie «obe, Lorch, Drexler u. a. weit übertrifft, seinem berühmte« Kollege« E. Wulf zum mindesten gleichsteht. Mannhrimer Tageblatt: Der CircuS Blumenfeld hält, was er i« seine« Voranzeige« versprach. Die ersten Bedingungen für einen Circus, der auf Besuch rechnen will, sind gute Pferde und gute Künstler. Diese Bedingungen erfüllt der CircuS Blumenfeld. Evaug. Gottesdienste der Methodisten-Gemeinde. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag den 16. September, nachmittags 4 Uhr. Herr Prediger C. Wendt. Mittwoch abend 8V2 Uhr: Bibelstunde. 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