150. Jahrgang 1900 Samstag den 15 Dezember Anrts- und Anzeigeblutt fiw den Atveis Gieren. MVMVM v. Bechtold. Dezember, in Billingen, Montag, H Freitag, 21. n Samstag, 22. mott' Dienstag, 18. Mittwoch, 19. Donnerstag, 20. Bezugspreis vierlcljährl. Mk. 2LS monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohol durch die AbholesteLle» vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Nounenrod, Röthges, Ober Bessingen, Münster, Lauter, Queckborn, Göbelnrod. Rahmen. und Spiegel^, frf^dei t4(ifi<ß mit Ausnahme des Äentoge. Vie Gießener H**' ostamt 7, postlagerg/, r»»«hme »en Anzeigen zu her nachmittags für Itv. feigmäm teg erscheinenden Nummer BIS norm. 10 Uhr. Ukßeftellungen spätestens abends vorher. Der Krieg in China. Das lange Ausbleiben der Instruktionen der englischen Regierung in Betreff der Kollektivnote hat eine gewisse Besorgnis hervorgerufen. Man befürchtet, daß ein Umschlag in der englischen Diplomatie stattgefunden und diese Wendung der Dinge bei den Chinesen den Eindruck Hervorrufe, als könnten die Mächte nicht zu einer Einigung gelangen und meinen, mit einer sehr langen Verzögerung der Friedens-Unterhandlungen rechnen zu müssen. Li Hung Tschang hat in einer Unterredung erklärt, daß China nach Unterzeichnung des Vertrages aus eigener Initiative nach Deutschland und Japan Bevollmächtigte senden werde, mit dem Austrage, für die Ermordung der Mitglieder des diplomatischen Korps Abbitte zu thun. China sei bereit, alles zu thun, was in seinen Kräften stehe, ausgenommen in eine Gebietsabtretung einzuwilligen. Daß Li-Hung Tschangs Vollmachten von den Gesandten für ungenügend befunden worden find, bestätigt auch der bekannte Taotai Scheng in Schanghai; er fügt aber hinzu, was dem Beglaubigungsschreiben fehle, sei nicht von Belang und werde in kurzer Zeit nachgeholt werden. Scheng versicherte auch, wie aus London gemeldet wird, daß Tung-fuhsiang thatsächlich Singanfu verlassen hat; er nahm vorher feierlichen Abschied von der Kaiserin-Witwe uud drückte ihr unter Thränen sein Bedauern aus, daß er ihr nicht ferner seine Dienste weihen könne. Das internationale Komitee, das für die Verwaltung von Peking gebildet wurde, hat die Aufgabe, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, die sanitären Verhältnisse zu regeln und Fragen der Armenversorgung zu erledigen; auch die Regelung der finanziellen und Taxations- Aufgaben liegt dem Komitee ob. Feldmarschall Graf Waldersee ernannte Freiherrn v. Hayl zum Vorsitzenden eines militärisch-administrativen Komitees, zu dem jeder Kontingent einen Dragoman stellt, mit Ausnahme der Franzosen, die hieran nicht teilnehmen wollen. Von den Deutschen ist Major v. Brix en Mitglied des Komitees. Chonkuilang, der Civil-Gouverneur von Peking, gehört diesem Komitee gleichfalls au, jedoch nur als Exekutiv- Gesucht n l. Januar ab eig fallt W imiriandtrgehttMk )altung unseres SlähabW )n Woche). Oasbeleuditr:- 'oen oder leicht anlegba ls unaeu an den Ukterzeij«." ig. Verein für Khmern ufc- ___________Schlosser. Mik. 2S4 Zweites Matt Ausland. London, 13.Dezember. (Unterhaus.) Cranborne erklärt, Canada sei gegenwärtig auf den deutschen Märkten von der Behandlung als meistbegünstigte Nation ausgeschlossen. Die Regie- rung bedauere dies, aber da zwischen Deutschland und England kein Handelsvertrag bestehe, könne Deutschland die Bekanntmachung. Betr.: Borträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr Metternich aus Büdingen, beabsichtigt, die nach- fichend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, uw Borträge über Obstbau zu halten, und an Obstbäumen praktische Unterweisungen vorzunehmen. Deutsches Reich. Berlin, 13. Dezember. Aus Hannover wird gemeldet: Der Kaiser traf heute Nachmittag hier ein. Er trug Ulanenuniform und hielt in der Hand den Feldmarschallstab. Auf dem Bahnhof wurde er vom Generalmajor Pfal empfangen und von ihm zum König!. Schlöffe geleitet. Der Kaiser ritt alsdann zum Waterloo-Platze, um über die dortige Garnison die Parade abzuneymen. Es folgte ein zweimaliger Vorbeimarsch. Um öi/2 Uhr nachmittags fand im Residenzschlosie ein Galadiener statt, an dem auch Prinz Rupprecht von Bayern teilnahm. Heute Abend wohnte der Monarch mit dem Prinzen Rupprecht im königl. Theater der Aufführung von Shakespeares „König Heinrich V.“ bei. — Der^Ceutrumsabgeordnete Dr. Lingens (Vertreter des Siegkreises im Reichstage) wurde vor einiger Zeit von einem Schlaganfall betroffen. Wie nunmehr verlautet, wird Dr. Lingens, dessen Befinden viel zu wünschen übrig läßt, kaum mehr in der Lage sein, das Mandat auS- zuüben. — Der Bundesrat überwies die Mitteilung des Reichstagspräsidenten betreffend die Denkschrift über die Ausführung der Anleihegesetze dem zuständigen Ausschüsse und stimmte den Ausschußberichten über die Vorlage betreffend Aenderungen der Eisenbah n-VerkehrSord- nu-ng sowie über die Vorlagen betreffend Ausprägung von Reichs-Silbermünzen und Denkmünzen zu; schließlich wurde dem Entwürfe eines Besoldungs- und Pensionsetats der Reichsbankbeamten, mit Ausnahme der Mitglieder des Reichsbankdirektoriums, für 1901 zugestimmt. Karlsruhe, 13. Dezember. Der badische Landwirtschaf tS r a t nahm folgende Resolution an: Die Landwirtschaft gtebt der Erwartung Ausdruck, dsß Maxi- mal» und Minim altartfe den Handelsverträgen zugrunde gelegt ^denund daß bei Abschluß derselben die Meistb,günsttgungsklausel ausgeichlofsen sei, sofern StaatSverträg, entgegentteb r-rsiÄT »iömarMa», «11 Die Borträge beginnen an Sonntagen nachmittags 3 Uhr, an Wochentagen abends 8 Uhr, die praktischen Unterweisungen nach Maßgabe besonderer Mitteilungen, »älche den Herren Bürgermeistern zugehen. Sonntag, >. onlt H nffl. ,d Spe|S®!®d«»■ >' p*ÄerlaW"' i,p,a 76!,swe der plo ihätt Sin grotzr MrerMM 7Äähe^rfnrtß,mV; nb, (ud)t einen ^eigneten V eitrett: Ism W Wir-, TMmsser allmck»« b habet W Wfflf Cfferten smd unter J.Ll i rmischm JpM k" ZMkW W Man ItfrtWo tb für ' US® 7815] M geiiii.. erwünscht. Gießen, den 13. Dezember 1900. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. C. Heinrichs. Die Buren. Die in De WetsDorp gefangen genommene englische Garnison ist inzwischen bis aus die Offiziere wieder freigelassen worden. Einer der Freigelassenen giebt von der Kapitulation folgende Schilderung: Die Garnison, welche die Stellung nahe bei der Stadt verteidigte, bestand aus einer Kompagnie leichter Hoch- Inn d-Jnsanterie, drei Compagnien der 2. Gloneester, einer !k»rnpagnie der Royal Irish und einigen Leuten der Oranje- slnß-Polizeitruppe mit zwei Geschützen, das Ganze unter Major Masseys Befehl. Der erste Schuß wurde am Abend p 17. November geseuernt. Die Garnison wurde am Morgen des 18. umzingelt, und die Buren fuhren im Westen ein Geschütz auf. Sie begannen ein heftiges Hewehrfeuer, ohne viele Verluste zu verursachen. Das einliegende Gelände begünstigte einen Angriff, und die Aren kamen näher heran, das Feuer am Tage und den z.ötzten Teil der Nacht ununterbrochen fortsetzend. Tie Lajserzusuhr wurde am 20. abgeschnitten, mit Ausnahme mes kleinen Vorrats, der nächtlich von Freiwilligen geholt wurde. Die Garnison litt bei der Hitze schrecklichen Litrst. Am 22. wurde es klar, daß die von den Hochländern besetzte Stellung unhaltbar war, und sie zogen jch auf die Hauptstellung zurück. Während des Rückzuges versuchten die Buren einen Sturm auf die Ver- lcidiger, als nur noch 10 Mann von ihnen in der Stelt- yiig waren. Die Hochländer riefen sich sofort zu, die kajonette aufzupslanzen, was die Buren in Verwirrung Machte und Zeit zum Rückzüge gab. Die Garnison war einem Kreuzfeuer ausgesetzt und hatte kein Wasser, und Sic Leute konnten kaum ihre Gewehre heben. 16 von den 18 Artilleristen waren tot oder verwundet. Ter 23. November war der heißeste Tag der Belagerung. Die Jungen der Leute begannen vor Durst anzu- schmellen, und ihr Zustand war bemittleidenswert, da N Kugeln des Gegners von allen Seiten her einschlugen. IWajor Massey war daher der Ansicht, daß es unmöglich lei, den Kampf fortzusetzen und ließ um halb 6 Uhr die Mij$e Flagge hissen. De Wet und Steijn kamen dann in die Verteidigungslinien. De Wet gratulierte Major Miet) zu der tapferen Verteidigung der Garnison, und Äeiijn sagte, die Verluste der Buren an Toten seien Mer, als die der Briten an Verwundeten. .Der Bericht ist interessant. Er zeigt, daß De Wet dem unglücklichen Gefecht bei Bothaville am 5. No- vmiider die rund 250 Kilometer (Luftlinie) zwischen diesem Ave und De Wets Dorp schon am 17. November zurück- Sonntag den 1< t.fü'J™ M BÄ »ar- ®ie6en, den T Tarife nach Belieben regulieren. Die englische Regierung lege dieser Frage sehr große Bedeutung bei. Brodrick führte aus: Die Gesamtzahl der aus Transvaal AuS- gewiesenen betrage 4386. Eine aus Offizieren und Zivilpersonen zusammengesetzte Kommission werde ernannt werden, um über die Entschädigungsforderungen zu beraten. Die Frage der Erlaubnis der Rückkehr für alle ausgewiesenen Personen werde notorisch in Erwägung gezogen werden, wenn diejenigen, die beim Ausbruche des Krieges gezwungen wurden, Transvaal zu verlassen, zurückgekehrt seien. In zweiter Lesung wurde die Nachtragsforderung für den Krieg angenommen. Paris, 13. Dezember. Die Kammer setzte heute bte Beratung der Amnestievorlage fort. Der radikale Deputierte Vazeille erklärte, das Urteil in Rennes habe die öffentliche Meinung nicht befriedigt. Die Frage, ob Dreyfus, wenn die Amneftievorlage angenommen werde, das Recht erhalte, eine Revision seines Prozesses anzustreben , wurde bejahend beantwortet. Der Sozialist Balkon hielt eine äußerst heftige Rede, er wies in derselben darauf hin, daß die Hauptschuldigen im RenneS-Pro« zeffe nicht bestraft worden seien. Esterhazy, Henry, Paty du Elam seien gleich schuldig. Auch die Generale Gonse, Boisdeffre und Billot müßten vor Gericht gezogen werden. Meline ergreift das Wort zur Rechtfertigung der Haltung Billots, Breton beschuldigt hierauf Meline, von der Fälschung Henrys gewußt zu haben. DeS weiteren beschuldigt er den General Mercier als den Hauptschuldigen in der Dreyfus-Angelegenheit und verlangt dessen gerichtliche Verfolgung. Artikel 1, der alle aus der DreyfuS - Affaire ergangenen Handlungen amnestiert, soweit sie nicht rechtskräftig abgeurteilt sind, wird mit 329 gegen 244 Stimmen angenommen. Es kommt der Zusatzantrag Vazeille zur Abstimmung, der aus zwei Paragraphen besteht. Der erste bestimmt, daß das Verbrechen des Landesverrats und Spionage von der Amnestie ausgenommen sind, der zweite macht eine weitere Ausnahme für Urkundenfälschungen und AmtSmißbrauch. Durch die erste Ausnahme soll Picquart, durch die zweite Mercier und die übrigen Generalstäbler von der Amnestie ausgeschlossen werden. Die Kammer beschließt, über beide Sätze getrennt abzustimmen. Der erste Satz zu Gunsten Picquarts wird mit 296 gegen 248 Stimmen angenommen. (Stürmischer Beifall auf der äußersten Linken. Große Bewegung und Unruhe.) an Gerichtsstelle zu erscheinen haben, schließt der sitzende die Sitzung. * • • Telegramm des Gießener Anzeigers. Berlin, 14. Dezember. Justizrat Dr. Sello toitt möglicherweise doch sein Plaidoyer im Sternberg-Proui halten. Sein endgiltiger Entschluß steht allerdings rj( aus, da ihm sehr viel daran gelegen ist, vorher die ge^ ihn erhobenen Beschuldigungen des Kommiffars Th st! durch einen Eid zu entkräftigen. Andererseits möchr! er naturgemäß in diesem weitaus wichtigsten Augenblil des Prozesses ohne genügende Gründe seinen Klienten nich im Stiche taffen. — Polizeipräsident von Windheim tz gestern vom Untersuchungsrichter Brandt in b(a Verfahren gegen den Kommissar Thiel vernomm^ worden. Wie verlautet, hat sich die Vernehm«^ auch auf die Untersuchung erstreckt, die zur Ecmittelniii jener zweiten Quelle eingeleitet ist, die nach Thiels kundung schneller und besser als er es vermochte, Hern Luppa Einzelheiten aus der Untersuchung gegen Sternbek! verschafft hatte.______________________________________________ | Miklich "^ größte i y 16 ! U St Aus Stadt Md Kund. Gießen, 14. Dezevber. ** Die Einführung unseres neuen Bürgermeisters Dm» findet morgen nachmittag 5 Uhr in öffentlicher Sitzung fau. ** Persoualnachrichteu. Der Groß Herzog hat an 21. November den widerruflich angestellten Eisenbahn-B^ triebSingenieuren Emil Appel unh Stephan Granalo wicz in Mainz, sowie Karl Büchner und FriednS Eng au in Darmstadt und ferner dem Betriebswerkmeistl: Emil Krug II. in Worms die unkündbare Anstellung h der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft verliehen, und am 12. ds. Mts. den Finanzaspiranten Friedrich Göschel von Mainz zum Revisor bei der Main-Neckar Eisenbahn ernannt. — Dem Eisenbahndirektionspräfidevle? Breitenbach in Mainz wurde von dem Prinzregentci von Bayern der Verdienstorden vom heil. Michael 2. Klch verliehen. F. C. Guter Fang. Der berüchtigte Posts chwinöler und Zechpreller Zwirner aus Gießen wurde am Mittwoch Abend in dem Augenblick, als er auf dem Hauptpostamt in Mainz ein postlagerndes Packet erheben wollte, von einem Kriminalschutzmann verhaftet. Zwirnender früher bei der Firma Kathreiner in München beschäftigt war, hat in mehreren Städten Geldbeträge im Namen der Firma erhoben. Weitere Geldbeträge schwindelte er sich in der Weise aus, daß er an die Familien oder die Firmen von Reisenden, die er in den Hotels kennen gelernt und aufi gehorcht hatte, um Zusendung größerer SurMen telegraphierte. In den meisten Fällen gelang es ihm, die einge« sandten Beträge zu erheben. Eine Münchener Firma hat er um 3000 Mk. geschädigt. Außerdem hat er sich viele Zechprellereien zu schulden kommen lasse». Zwirner reifte stets unter falschem Namen. So nannte er sich Loye, Quirin, Werner usw. 0 Befitzwechsel. Das dem früheren Polizeiamtmann Muhl gehörige Haus, Alicestraße 22, ging für 55000$1 in den Besitz vom Rentier G. Spieß, vormals Apotheker in Wetzlar, über. — Birkenstock u. Schneider veräußerten die beiden neuen Geschäftshäuser in der Plack« straße an den Bankier Strauß in Marburg, für 190000 Mark, dagegen nahmen Birkenstock u. Schneider Baugelände für 7 Villen, in Marburg gelegen, vom Käufer mit in Zahlung. Die in der Stadt verbreitete Nachricht, daß Strauß die Häuser für den Inhaber eines großen Warenhauses, zur Errichtung eines solchen angekauft, bewahrheitet sich nicht. Doch erfahren wir, daß dieserhalb Verhandlungen schweben, die aber noch nicht dem Abschluß nahe sind. ** Befitzwechsel. Das Haus des Herrn A. Sorgenfrei, Neustadt 14, ist für 46 500 Mk. an Herrn Carl Schmitt verkauft worden. ** Entsprungen. Am 11. d. Mts. ist ein Verbrecher, der während seiner Strafverbüßung in der Strafanstalt Butzbach nach Beobachtung in der psychiatrische« Klinik zu Gießen für geisteskrank erklärt worben war, auf dem Transport nach dem Hospital Hofheim entsprungen. Er sollte dort für die Zukunft untergebracht werden und wurde nach seiner Flucht in Darmstadt gesehen. Er ist der 1875 zu Tarnopol in Galizien geborene israelitische Kauf« mann Osias Steinhaus, der im Herbst 1898 gemeinschaftlich mit seinem Landsmann Schya Wonich in Darmstadt eine Schwindelfirma gründete und mehrere Woche« lang viele auswärtige Geschäfte betrügerisch schädigte, v wurde am 27. März 1899 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, während sein damals geflüchteter und nachtriW verhafteter Genoffe vor mehreren Monaten eine lävfi Zuchthausstrafe erhielt. Hoffentlich gelingt die W Wiederergreifung des gemeingefährlichen Verbrecher-. (:) Klein-Linden, 13. Dezember. Der Rohbau uvM Schulhauses naht sich nunmehr seiner Vollendung. Lew' ist er sehr verzögert worden, sodaß er nahezu neun WoV ohne Dach stand. Die Wohnung im zweiten Stock ist durch total verdorben und muß im Frühjahr gründlich neuert werden, da Decken und Wände verweicht sind, die Tapeten herunterhängen. Bis zur Herstellung D Wohnung muß der Lehrer in Miete wohnen, die unv . schuldeteter Weise die Gemeinde zahlen muß. In o Bürgermeisterei Büreau stand am vorigen Freitag das W auf Tisch und Fußboden. Der Regen drang sogar m unter der Wohnung im untersten Stock gelegenen saal und stand in Pfützen dort; die Schüler trugen cm voll weg. Vorgestern verweilten auf Veranlassung ' Bürgermeisters der Provinzialdirektor und der Inspektor hier, um den Schaden einzusehen. Die Spe 6 und Dachdeckermeister erhielten Auftrag, ihre Arbeiten halb der nächsten Tage zu vollenden. -..»raste, 8. Darmstadt, 13. Dezember. Der vielfach bestraf Lomiitags 9'/, W Lomiltags H ul W 5 Uhr: W Beichte und Heck.» Meldung zuvor bei bem SomittagS 9'/t Ub Vormittags 11 M ttwMf. 5 llhr: W KSt ’ 60« W\ wotben w°I „tett h»> 1 »Vael* I Ssk MS Eyi. btöf I LH 8uH=« li’ .intn 9« j8!: In das hiesige Hechrn die Firma „ beschränkter Haf 8. November 1900, t dn Mick einer dÜMen Meisimb hängenden GGäsie. nützung der ans d< wird, können ausgen Alleiniger GesWsj Willenserklärungen f bä fiin EeWiHrrr noch KM nur verdin sthm WU. Och M-ßenn AMe Siehrn, den Prozeß Sternberg. Berlin, 13. Dezember. In der heutigen 34. Sitzung des Prozesses Sternberg teilt Staatsanwalt Braut mit, daß fid} der Portier Franz Modau des Hauses Würzburgerstraße 7, in dem Staatsanwalt Dr. Romen wohnt, gemeldet hat. Derselbe will bekunden, daß M. auch an ihn herangetreten sei, um von ihm Einzelheiten über das Leben und die Familie des Dr. Romen zu erfahren. Es sei ihm gesagt worden, wenn es gelingen sollte, Dr. Romen für befangen zu erklären, dann solle der Portier einige hundert Mark erhalten. Staatsanwalt Braut beantragt, den Portier als Zeugen zu vernehmen. Die Vorladung wird beschlossen. Justizrat Dr. Sello ist am Verteidigungstisch nicht erschienen. Als erste Zeugin 'wird heute Frau Christiane Dreßler vernommen, zu der die Frieda Woyda nach der ersten Verhandlung gesagt habe, daß Sternberg öfter bei der Fischer gewesen sei und diese gesagt habe, es sei der Hausarzt. Auf die Frage, ob es denn wahr sei, was sie in der ersten Verhandlung gegen Sternberg ausgesagt, habe die Frieda gesagt: es sei alles wahr, Sternberg hätte noch viel mehr verdient. Frieda Woyda wird aufgerufen. Ter Vorsitzende fragt sie, was sie nun sage. Die Zeugin erklärt, sie habe schon mehrfach gesagt, daß sie früher gelogen habe. Die Zeugin Dreßler und^ der Vorsitzende ermahnen die Zeugin Woyda auf das Eindringlichste, endlich die Wahrheit zu sagen. Sie hat aber nur die Antwort, daß sie nicht anders aussagen könne. Auf die Frage des Vorfitzenden, ob sie denn noch Schätze erwarte, wenn der Prozeß zu Ende sei, sagt die Woyda: Ach nein, wir wollen gar nichts haben, wir können auch ohne Sternbergs Geld leben? Der Vorsitzende bemerkt darauf, die Zeugm solle doch nicht so frech sein. ® Le ,r n b e r g betont, daß die Woyda früher von allen Seiten auf das liebevollste behandelt worden sei, von Stierstädter, von Schindlers, von Staatsanwalt Dr. Romen; sie sei auch im vorigen Termin liebevoll behandelt, fast gehätschelt worden; damals sei nicht jedes ihrer Worte als Lüge hingestellt worden. Ter Vor- srtzende unterbricht den Angeklagten: Es ist mir gar nw eingefallen, jedes Wort als Lüge hinzu stellen. Der Angeklagte bemerkt darauf, es sei ihm so vorgekommen. ? o r den d e verbittet siel) eine solche Unterstellung Ä- Entschiedenste; das sei ja unerhört, das' sei ja S. tT-lf rschamthkit! TerAngeklagte erwidert: StL doch ..... Der Vorsitzende (erregt): ^be die Woyda wochenlang kL™ hsboItf}«n natürlichen Weise ermahnt und ver- dlene den vom Angeklagten mir gemachten Vorwurf nicht. -r?C9en Borwurf auf das Ent- fchiedenste! Es ist unerhört? Emilie Besser, eine etwa 50jährige ^»srl^„^^^oyda, erzählt, daß sie nach dem ersten Pronin gegangen sei, um J ■ erfahren ob denn wirklich so Schreckliches Mit der Frieda passiert sei. Frau Blümke habe ihr haar- st r a u b ende Dinge erzählt, die Sternberg mit der Frieda gemacht toben soll. Sie könne di s gar nicht wiedergeben, so schrecklich sei es. Als der P r ä - f ident die Zeugm auffordert, sich darüber trotzdem au äußern, bricht sie in heißes Weinen aus und läßt sich widerstrebend über die Einzelheiten aus. Die Frieda sei bei dem Gespräch mit Frau Blümke zugegen gewesen Der Präsident fragt die Frau Blümke, ob sich die Sache so verhalte, wie Frau Besser erzählt habe. Tie Zeugin Blümke antivortet, sie entsinne sich nicht mehr genau.' Frieda Woyda bemerkt auf Befragen, es Gloßhö stimme, was ihre Tante gesagt habe. Sie habe aber damals gelegen. Es entwickelt sich jetzt eine hochdramatische Szene. Die Zeugin Besser stellt sich dicht neben die Woyda und ermahnt sie unter Thränen mit den liebevollsten Worten zur Wahrheit. Frieda zeigt keine Spur von Gemütsbewegung, sie bleibt dabei, daß sie jetzt die Wahrheit sage und früher gelogen habe. Der 14jahrige Knabe Hermann B u z k e, der früher mit der Minna Teichert gemeinsam auf den Blumenhandel ging, bekundet, daß die. damals Dreizehnjährige auf der Straße Herren Winke zugeworfen habe. Rach einer kurzen Vernehmung eines Sternbergfchen Dienstmädchens über die Unterkleider des Angeklagten wird die Zeugin Miller-Fischer aufgerufen, um zu bekunden, ob sie Sternberg gemeint habe, als sie zur Woyda sagte, der Hausarzt würde kommen. Die Zeugin erklärt, daß sie ihn nur manchmal „Doktor" genannt habe. Staatsanwalt Braut: Haben Sie vor dem Notar Kemptner in Newyork nicht zwei Aussagen in der Sternbergsache sich beglaubigen lassen, die eine belastend, die andere ent lastend, und haben Sie nicht die letztere Aussage Dr. Sello zu geschickt mit einem Privatbrief an Sternberg ? Die Zeugin giebt zu, dies gethan zu haben. Das c u t lastende Schriftstück sei wahr, das b e lastende unwahr gewesen. Letzteres habe Eugen Friedmann an sich genommen. In dein für Sternberg bestimmten Briefe habe etwa folgendes gestanden: Ich sende Ihnen das Protokoll, um Ihnen zu beweisen, daß ich nichts gegen Sie habe, wie Sie vielleicht glauben. Auf Befragen durch den Rechtsanwalt Dr. Werthauer bekundet die Zeugin," daß der Vorgang mit den zweierlei Protokollen im September geschehen sei, daß Fritz Friedmann nichts davon gewußt und daß Eugen Friedmann direkt den Gedanken des zweierlei .rototolls angeregt habe. Eugen Friedmann habe der Ansicht Ausdrück gegeben, daß die beiden Schriftstücke wohl 2U^ bis 50 000 Mark einbringen würden, die er dann mit der Zeugin teilen wollte. Der Vorsitzende fragt die Zeugin, w i e viele junge Mädchen mit dem Angeklagten in ihrer Wohnung verkehrt hätten. Die Zeugin entgegnet: 30 bis 50. Sie habe aber nicht gewußt, daß Sternberg unzüchtige Handlungen mit den Mädchen vorgenommen habe; sie bleibe dabei, daß sie geglaubt habe, Sternberg habe Freude au jugendlichen Körpern. Gustav Teichert, der Vater der Zeugin Teichert, bestreitet, Schweiggelder erhalten zu haben. Zeuge Georg Kahn war früher Angestellter des Bel- monte'fchen Geschäfts und kennt Hoffmeier. Er sagt aus, Hosfmeier habe seine, Kahns Frau, beauftragt, bei Frau Blümke sich ein Mantelet machen zu lassen; die Kosten werde er zahlen. Als er, Zeuge, erfahren, daß Frau Blümke die Schwester der Woyda sei, habe er Hoffmeier darüber befragt. Dieser habe gesagt, er sei in der Sternbergsache, in der viel Geld zu verdienen sei, thätig. Hoffmeier habe dabei die Summe von 30 000 gjit genannt. Zeuge Hoffmeier giebt die Geschichte mit dem Mantelet zu; er habe dadurch bezwecken wollen, sich Auskunft über die Familie Blümke zu verschaffen. Die Sachverständigen bitten nunmehr, morgen ihre Gutachten abgeben zu dürfen, da sie schon wochenlang ihre Praxis vernachlässigen müßten. Der Staatsanwalt entgegnet, das Vergnügen, hier wochenlang sitzen zu müssen, hätten die Herren der Verteidigung zu verdanken. Rechtsanwalt Fuchs I. erwidert darauf, die Sachi- verständigen seien nicht zum Vergnügen da, sondern in einer ernsten Sache. Er überreicht namens der Verteidigung den formulierten Antrag: Da neben diesem Haupt- verfahren noch ein geheimes Unterfuchungsverfahren nach zwei Richtungen hin nebenher läuft, bei dem Zeugen, die hier vernommen werden, gleichfalls verno-imen werden, und da deren Aussagen vor dem Untersuchungsrichter fortgesetzt vom Staatsanwalt hier verwertet werden, so beantrage biie • Verteidigung, dieses Verfahren bis zum Abschluß des Untersuchungsverfahrens auszusetzen oder die Akten des Untersuchungsverfahrens auch den Verteidigern zugänglich zu machen. Ein solches Verfahren sei nicht zulässig. Dem widersprick)t Staatsanwalt Braut. Er wolle zugeben, daß es der Verteidigung sehr unangenehm sei, daß dabei noch mancherlei gegen Sternberg zum Vorschein komme. Er, der Staatsanwalt, halte dies gerade für sehr schön. Würde die jetzige Sache bis zum Abschluß der anderen Untersuchung vertagt werden, dann würde dies zur Folge haben, daß der Prozeß nimmermehr zu Ende käme. Denn daß man nicht am Ende der Verhaftungen angelangt fei, sei klar. Der Vorsitzende fügt hinzu: Wir auch. Ter Gerichtshof beschließt, den Antrag der Verteidigung abzulehnen. Eine längere Diskussion zwischen dem Staatsanwalt Braut und dem Verteidiger Dr. Werthauer entspinnt sich über den Geisteszustand des Zeugen Wohl, der bereits früher über die Hoffmeierschen Aussagen vernommen worden ist. Es wird beschlossen, den stud. jur. Lichtenstein, der bei den Wohlschen Kindern Hauslehrer war, zu vernehmen. Dieser giebt sein Gutachten dahin ab, daß er den jungen Wohl für ein bischen beschränkt halte. Der Gerichtshof beschließt noch die Vorladung des 5)ausarztes Dr. Flatow. Rechtsanwalt Fuchs I. fragt die Woyda, weshalb sie soeben beim Eintritt in den Saal so geweint habe. Die Zeugin antwortet, sie sei beim Untersuchungsrichter über ihren Aufenthalt bei der Fischer vernommen worden. Sie habe dasselbe ausgesagt wie hier. Der Richter habe aber immer gesagt: Es ist doch vorgekommen, worauf sie geantwortet habe: Sie haben doch nicht dabei gestanden und können es nicht beurteilen. Sie sei Herrn Stierstädter gcgeniibergefteHt worden und habe ihm dasselbe ins Gesicht gesagt, wie hier. Hierauf folgt die Verlesung des Urteils, das nachs der ersten Verhandlung dieser Strafsache ergangen ist. Ter Vorsitzende erklärt sodann, daß er hoffe, morgen die Beweis-Ausnahme zu Ende zu führen, daß dann Samstag und Montag Pause eintreten und Äenstag m,t den Plardoyers begonnen werden würde. Mik der Bemerkung, daß morgen halb zehn Uhr alle Zeugen w $e‘c Börsennachrichten «Wo do. 4O/o Kreditaktien . . 31/1 o/0 Reichs anleihe . do 3% Tendenz; still. I. A.: Bogt. 8095 8088 8090 8091 H. Tbielmann, gepr. Kindergärtnerin. Markt 9-10 Markt 9-10. , Oriiijifrlihmncn für das lang auf 4?/0 »%•/. 3Va% Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . . 47.60 „ 00.00 „ 98 50 » 89.10 „ 80 00 „ 80.00 M. 80 09 „ 71.00 „ 71 00 „ . 210.60 . 177.— . 133.10 . 146.— . 148.80 . 142.— . 152.40 . 200.— . 180 70 . 174 25 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 18, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 , jjijin er von dem hiesigen Gefängnis zur Vernehmung irrbiracht worden war, im dortigen Amtsgerichtsgebäude in MM Wartezimmer an einem Stuhle erhängt. — In Li xh aus en hat der 11jährige Sohn eines Bahnarbeiters, iiit einem Gewehr spielend, von dem er annahm, daß es cht geladen war, auf das 3jährige Kind eines Nachbars 1900 begonnen. Gießen, den 7. Dezember 1900. Großherzogliches Amtsgericht. verurteilte Handelsmann Kallmann Kleebl----- Seligenstadt, der sich noch wegen einer Anzahl weiterer W ainladet. 8W2 Samstag de» 26. Januar 1901, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Wilhelm Steinbach in Gießen gehörigen Jmmobüirn: Flur 27 Nr. 18PS/1M — 412 qm Hof- raite am kleinen Steinweg links, Flur 27 Nr. isim/ko — 170 qm Wohnhaus daselbst, Flur 27 Nr. 181“/1M — 321 qm Grabgarten daselbst, Flur 27 Nr. 162a8/10 — 517 qm Hof- raite am Brennofen, stößt auf die Wiesen, Flur 27 Nr. 166f«/n — 463 qm Hof- raite daselbst, Flur 27 Nr. 186f8/10 — 77 qm Grab- garten am Brennofen, Flur 27 Nr. 166k'/io — 361 qm Bauplatz daselbst, Flur 33 Nr. 16 — 608 qm Acker am Altenfeld bei den Gärten, Flur 33 Nr. 17 — 344 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 35 — 475 qm Acker am Altenfeld auf ein Gäßchen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 14. Dezember 1900. Großh. Örtsgericht Gießen. Großen-Buseck, den 14. Dezember 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Meyer. Hotzversteigerung. Dienstag den 18. Dezember l. Js., vormittags 10 Uhr beginnend, kommen im Kohdener Gemeindewald, Distrikt Kaff, folgende Holzsortimente zur Versteigerung: Stämme: 99 Eichen von 20 bis 49 cm mittlerem Durchmesser und 4 bis 15 m Länge = 93,66 fm; 97 Kiefern von 17 bis 50 cm mittlerem Durchmesser und 7 bis 18 m Länge — 77,92 fm (teils Schnitt-, teils Bauholz); Scheiter: 52 rm Eichen, 8 rm Kiefern; Knüppel: 33 rm Eichen, 19 rm Kiefern; Reisig: 132 rm Eichen, 102 rm Kiefern; Stöcke: 35 rm Eichen, 14 rm Kiefern. Zusammenkunft ist in der Nähe der Kreisstraße Nidda—Hungen bei Holz Nr. 1. Das Holz befindet sich auch in nächster Nähe derselben Straße. Nähere Auskunft erteilt der Großh. Förster Stier zu Nidda. Kohden, den 12. Dezember 1900. Großh. Bürgermeisterei Kohden. Ockel. 8082 M der kürzlich stattgehabten parlamentarischen S^ree bei dem Staatsminister Rothe, dem auch 5 König!. Hoheit der Großherzog längere Zeit in PMgloser Unterhaltung beiwohnte, unterhielt man sich auch shr lebhaft über den von der Regierung vorgelegten Ge- s entwurf über das „Faselwesen". Ein hoher Ministerial- beamter sprach dabei zu einem oberhessischen sehr vielseitigen Allermeister das große Wort gelassen aus: „Wissen Sie, daß eS oft viel leichter ist, einen tauglichen Nullen für eine Gemeinde zu erhalten, als einem guten Bürgerin eister?- . 96.40 . 87.90 . 96.21 . 87.65 . 93.50 . 95.10 43.61' . 25.30 . 25.50 . 77.10 do. do. do. läge beruhenden Warenhäuser auf dem Wege der Gesetzgebung zu schützen, antwortete Finanzminister Gnauth, daß die statistischen Ernüttelungen über den Bestand, die Größe, Zahl und Besteuerung der Warenhäuser noch nicht soweit gediehen sei, daß man heute schon bindende Stellung einnehmen könne. Die Regierung beabsichtige keine Unterdrückung der Warenhäuser, auch könne man den Betrieb derselben gesetzliche nicht unterdrücken. Ebenso läßt sicht durch keine staatliche Intelligenz das wirtschaftliche Vorwürtsstreben des Großkapitals aufhalten. Durch die Mitwirkung der Steuerkommissariate bei dieser Ermittelung werde' die Fertigstellung etwas hinausgeschobcn und voraussichtlich vor dem 15. März n. I. nickst zu erwarten sein. Abg. Molthan spricht namens seiner Genossen seine Unzufriedenheit über die Beantwortung der Anfrage aus und bittet die Regierung dringend, dem stetigen Niedergang des Mittelstandes auf gesetzgeberischem Wege dlurch entsprechenden Schutz vor dem-Großkapital entgegenzuarbeiten. Hieran schließt sich eine längere, noch andauernde Debatte. MchNchts-Meruus iinb Verlosung oom erste« Feiertoge, abends 8 Uhr, in Leibs Saal. Diejenigen Mitglieder, welche sich an der Verlosung beteiligen wollen, SM öis tSugk-ns 22. Dezember mindestens 50 Sfg. an den Kassierer, Hnm Kaufmann Dort, Wallihorstraße, einzuzahlen. Nur Mitglieder mit ihren Familien haben Zutritt. 8094 KienknMtkrvkrem für Gießen und Umgegend Hauptversammlung Sonntag den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, bei Bauer. Die Tages-Ordnung ist durch Nr. 12 der „Biene" bekannt. Wiederholt wird an die Haftpflicht-Berficherung erinnert. Doll. Stadt. Schlachthaus. Freibank. 8014 Heute und morgen: G-WAsch 56 W. Kuhßkisch 50 Psg. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Daubringeu Khr 1901/1902 liegt vom 17. Dezember d. I. ab acht Tage hiesigen Bürgermristerei-Büreau zur Einsicht offen. Dau bring en, den 14. Dezember 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen. Walther. Bekanntmachung. In das Handelsregister des unterfertigten Gerichts wurde ein# litten die Firma „Wagner & Haase" zu Gießen; offene HandelS- MVchaft. Gesellschafter sind die Kaufleute Emil Wagner zu Gießen Md Heinrich Haase zu Gladenbach. Die Gesellschaft hat am 1. Dezember Kirchliche Nachrichten. AyangelisLr Gemeinde. Sonntag den 16. Dezember. 3. Advent. Gottesdienst. I« der Stadttirche. Vormittags 9 Uhr, morgens S Uhr, nachmittags 3 Uhr Gchrifterklärung, SabbathauSgang 5'« Uhr. Neueste Meldungen. (Telephon Meldungen des „Gießener Anzeigers".) Darmstadt, 14. Dezember. (Zweite Kammer.) Bei Beginn der heutigen Sitzung wurde zunächst die Ersatzwahl des Bürgermeisters Koch Oppenheim für den 6. Wahlkreis Oppenheim-Osthofen-Bergstadt ohne Debatte für gütig erklärt. Das Haus fährt alsdann in der Beratung über die Interpellation Schill und Diehl betr. die Fortbildungsschulen fort: die Abgg. Euler, S e l i n g e r, M o l t h. a n , W e i d n e r u. a. machen wiederholt auf die vielerlei Mißstände, welche die jetzige Festlegung des Unterrichts aus dem Lande hervorbringen, aufmerksam. — Auf die Interpellation der Abgg. Irena y, M o l t h a n und Genossen, betr. die B e st e u e r u n g der Warenhäuser, dahin lautend: wie weit sind die Vorarbeiten der Regierung gediehen, um ihrer auf dem letzten Landtage gegebenen Zusage entsprechend den mittleren und kleinen Kaufmanns- und Gewerbestand gegen die schwere Schädigung der auf großkapitalistischer Grund- tihen hot Wi Ct1, Wch u kürzlich von der Strafkammer hier zu drei Jahren | « • Sach tbaus verurteilte Handelsmann Kallmann KleeblattII. ! Sietatt ä M Seligenstadt, der sich noch wegen einer Anzahl weiterer . Mi .Mtrt * ' Dtltfte zu verantworten hat, hat sich heute in Seligenstadt, Idibnh Dl e ,। - -- mr Bernebmuno J |<” losgedrückt und das Kind durch einen Schuß ins tibrSRi l’1««ili«? Euote netötet. — Sie erste Kammer der hessischen Ä,,0"l5 UW ist zu einer Tagung aus den 20 Dezember «iliBnr Utr 9t* « Drusen. - Folgendes hübsch- Ge chichtchen, da- den ÄÄi ÄS w SS 4’0/0 Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 40/g do. S. 5/3 unk. b. 1904 31/2% do. 8. 7/8, unk. b. 1906 40/0 D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 31/,0/g do. unk. 1905 40/0 Preuss. Hyp‘-A.-Bank 8. 8-12 4 o/n do. 8. 15-18 unk. b. 1900' . Gießen, 14. Der, öffentlicher Stz, ^vßherzog [ M angestellten KM feIr nnh Stephan Gr: ^arl Büchner und Mer dem Betriebstvcii r du unkündbare Nik ristnbahnMeinschaft te' Finanzaspirantev fc Revisor bei her Sloin ? n Eisenbahndireklionspch wurde von dein rdrn vom heil. Michael . )erbrrüWe Postschr ner aus Gießen n: lgevblick, als n auf de stlagerndes Packet erhe! * inn verhaftet. hreiner in München?■ dten Geldbettäge im 9i: ftldbeträge schwindelte die Familien ober ;■ i Hotels kennen geltnt ' ing größerer ®uhä^ allen gelang eS ihh Eine MnchenM^ i t. SnKerdem X« tommtn lasse: Hmnr en. So lr sich • bm f#reu NW K. Tp'nß, vvm-VW ctuW u. SW 1 SeM-hi;!-- »te.’ raut in Süatburj ' rfenftod u. U** gtkgtn, «M W, letbMlete^V « eines große» -n , Ä daß diestchnlb betn MW Lus der W S 46500 » ® V' '1 xsK: Sri«»-''?, i« eil” e» A * 1 :en- 2lt WVV borfi « 5Ä*"’ Shriponschmt. Knmlichtn. A. Welz, Seltersweg 2. 8089 Telephonischer Kursbericht Frankfurt, den 14. Dezember. M 'M w L Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß uns unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Nicolai, Dachdecker im Alter von 23 Jahren durch einen Unglücksfall entrissen wurde. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 13. Dezember 1900. 8097 Die Beerdigung findet Sonntag den 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Traueihause Marktplatz 5, Eingang von der Wagengasse, aus statt. Hausfrauen Urtheilen Sie selbst und versuchen Sie Schrauth’s gemahlene Salmiak-Terpentin-Seife das beste Waschpulver der Welt / Blendend iceisse Wäsche, garantirt rein. I Höchster Fettgehalt. IÄ I Nur echt mit Schutzmarke N in rother Farbe. üeberall käuflich ä Packet 15 Pfennig. Lang-Göns, den 14. Dezember 1900. 06235 S)ie Beerdigung findet Sonntag den 16. Dezember, mittags 1 Uhr, in Lang-Göns statt. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser innigstgliebter, unvergeßlicher Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Hm Johannes Beppler nach kurzem, schwerem Leiden gestern abend VaW Uhr im Alter von 46 Jahren sanft verschieden ist. Die trauernden Kinterölieöenen. Danksagung Für die uns bewiesene warme Teilnahme bei dem Hinseheiden unseres lieben Bruders und Onkels Herrn Fabrikant Louis sagt herzlichsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jacob Scheid Giessen, den 14. Dezember 1900. Danksagung Für die so herzliche Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie für die dem teuren Entschlafenen zu teil gewordenen Ehrungen seitens der studentischen Korporationen spricht innigsten Dank aus Giessen, den 13. Dezember 1900. 8086 /Ein Sofa wegen Raummangel yi - vT kaufen.__________Merwea 99,1 Möbliertes Zimmer sofort ober fw-E *<» xu vermieten Weuflabt 4, n _ 0 i. [Zinn- und Blei 8072 I. Zufall, KttWlötz 4 denselben 05233 15 Pfg- Eeltersweg 81. Eichgärten 15. 05213 pavfümemn 8098 Eilliße gute §etteuau oet,S 05281 Zu erfragen in der Exp. d. Bl. ~r E--------_, --—_____________________ "' *uuilciiuuiic ui. uiiuucu in uci u. ui« ---- ----- per (ohne Glas) 60 Pfg., im Aussch- pro Glas 20 Pfg. SribrlW Weivstobe, Wloigsplah. 05234] Schwarzwurzel per Pfund 05182] Eine noch sehr gute fcoU bank, sowie verschied. Schreinerweck^ billig zu verk. Näh. Ludwigstr. 4 05228] Eine Lauffrau oder Mädchen sofort gesucht. . Srankfurt-r-raze 05193] sprechender Papagei zu verkaufen, Kanzleiberg 9, am Brandpl. aar Körbe und Stühle werden billigst geflochten. 05195 N« Parthier, Wolkengasse 21. • Tsilette-Artikel A. Wei», Seit ersweg 2. 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