Personal. LZ« IHt?. 268 Zweites Blatt. Donnerstag den 15. November 150. Jahrgang 10OO Gießener Anzeiger Henerat-Aifteiger Amts- unt* Zlnzeigeblatt für den Ureis Gieren wti dauerte n Brunner aus daß nur täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener »«»ttieovlätt-r »erden dem Anzeiger *n Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" »Schtl. 4 mal beigelegt. von ent- Slle Anzeigen-vermittlungSstellen deS In« und Su-loadsS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegs». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Rtbelrten, Expedition und Druckerei: -chutstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: An-elger Hieß«« Fernsprecher Nr. 51. Rnnihme Den Anzeigen zu der nachmittag- für boi Hegenden Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. kein Zweifel kommt. Der erste Akt bietet bekanntlich noch wenig Handlung und die Gespräche, die die Exposition bilden, müssen um so ermüdender wirken, je genauer man das doch recht fiichwort- reiche Stück kennt. Aber dann tritt im 2. Akte die Magda auf, d. h. sie tritt eigentlich nicht ai$ noch weniger rauscht sie wie ein weiblicher Triumphator ins Zimmer — sie ist plötzlich da, hineingehuscht, hineingeglitten wie eine Eidechse, ganz geräuschlos, flink, unmerklich. Und schon hat sie die Marie am Kopf und kann sich an ihr nicht satt küssen — und nun den Vater und kann sich an ihm nicht satt sehen — und nun durchstreift sie das Zimmer und sucht die Lady, und nun freut sie sich — wie herzlich! — der Mama und wirft Tante Fränzchen ihre ehrliche Nichtachtung ins Gesicht, und sinkt daun auf einen Stuhl, wie man wohl thut, wenn Eindrücke und Erinnerungen so auf einen ein- Nezagsprel» vierteljährl. Mk. 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholefielle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. stürmen, daß man gar nicht Zeit hat zu denken. Und Frl. Triesch dachte wirklich nicht — ans Publikum, sie ist allein mit sich und ihrem Schicksal auf der Bühne. Wenn sie spricht, spricht sie nicht ins Publikum — nur während der letzten Unterredung mit ihrem Bater einmal, und da thut sie recht daran. Als sie von Vetter Max Kellers Namen hört, überkommt sie einen Augenblick Weibesschwäche. Man glaubt, ihr edelgeschnittenes, blasses, feines Gesicht noch weißer werden zu fehen, die Augen scheinen eiuzusinken, der Mund wird schmerzlich ernst. Als ihr Keller den Strauß überreicht, macht sie eine hastige, vernehmliche, mißfällige Bewegung, die ihrer momentanen Wut über die unglaubwürdige Unverschämtkeit seines Besuches entspringt. Hier wäre allerdings wohl eine nicht des Graziösen ermangelnde Geberde wahrscheinlicher, die ihre ganze Stellung zu ihrem Verführer, das Himmelhochstehen über ihn feststellt. Deirrr aber das Gespräch mit ihm, durch dessen leichten Hohn hier und da auch leidenschaftlicher Abscheu durchklingt. Und dann bebt und flammt ihre ganze Person in einer Leidenschaft, die unwiderstehlich mitreißt. Und dann, nach der letzten Unterredung mit Keller, nach dem donnernden „Hinaus?", die mit dem Vater! Das ist der Glanzpunkt ihres Spiels. Da spricht nicht mehr ihr großer Stolz, wie zu Keller und anfangs zu Heffter dingk, von dessen milder Mannheit er gebeugt wird, sie ist auch nicht trotzig, sie legt einfach in der Tonart der Selbstverständlichkeit ihr heiliges innerstes Fühlen und Denken dar, bis sie sich dann doch an ihren eigenen Erinnerungen allmählich (ganz allmählich steigert sich ihr ganzes Wesen) erhitzt und in flammender Leidenschaft ihre Anklage gegen die Familie, die sie an Brot und Liebe hat hungern lassen und doch nicht erlauben will, daß sie sich Brot und Liebe anderswo suche, dem Vater entgegenhält. Ein Seitenstück zu dem Koniher Prozeß bildet eine Gerichtsverhandlung in Pisek in Böhmen gegen Hilsner, den im vorigen Jahre von den Kuttenberger Geschworene« verurteilten Mörder einer gewissen Anna Hruza. Bei bei Plaidoyers kam auch die Frage des Ritualmordes zur Geltung. Der Staatsanwalt trat dagegen auf und sagte: „Leichtfertig wurden Gerüchte über das Motiv in Umlauf gesetzt, von denen die Massen sich heute vergebens zu befreien suchen. Ich glaube nicht daran, daß ein Mord aus den kolportierten Motiven verübt wurde, glaube nicht, daß Israeliten Christenblut brauchen. Warum sollen wir Männern der Wissenschaft, warum unserer Fakultät nicht glauben, daß hier ein Mord aus sexuellen Motiven vorliegt?" (Große Bewegung). Der Vertreter der Mutter Hruza'S, Dr. Baxa, erwiderte dagegen mit vollstem Bekenntnis zum Standpunkt des Ritualmordes: „Ich scheue mich nicht, laut zu sagen: „dem armen Opfer wurde Blut abgezapft". Fürchten wir uns nicht, die Sache beim rechten Namen zu nennen; das Licht, das von diesem Prozeffe ausgeht, wird die ganze Welt erhellen, und man wird zu verhindern wissen, daß arme Christenmädchen nur so hingeschlachtet werden, um vielleicht den Zwecken einer geheimen Sekte der Juden zu bienen". In der letzten Gerichtssitzung teilte der Staatsanwalt mit, daß der Zeuge Cerwinka verhaftet wurde, weil er den Zeugen Kusy verleiten wollte, auszusagen, daß er HilSner am 17. Juli 1898 in Polna gesehen habe. Rechtsanwalt Dr. Baxa erhielt vom Gericht eine scharfe Rügc, weil er das Gutachten der medizinischen Fakultät ein Nun ergaben allerdings die letzten allgemeinen Landtagswahlen eine Stärkung der Opposition im Landesparlamente überhaupt, und statt des bisherigen einzigen Sozialdemokraten wurden zwei gewählt. Zu diesen unerwünschten und unerwarteten Folgen gehört auch eine öffentliche Erklärung, die jetzt Dr. Abbe, Professor an der Universität Jena und Vorsteher der bekannten optischen Werkstätte der Zeiß Stiftung, abgegeben hat. Prof. Abbe ist anfgefordert worden, für den Landtag zu kandidieren. Darauf hat dieser in der Presse erklärt: „Von dem Wunsche, Landtags-Abgeordneter zu werden, bin ich so weit wie möglich entfernt; denn ich habe gerade genug andres zu thun Sollte indes die Mehrheit der privilegierten Wähler des 2. Verwaltungsbezirks, die am 15. November in Apolda zu wählen haben, eS für angebracht halten, in den nächsten Landtag einen Vertreter zu senden, der vermöge seines Standpunkts kräftig Einspruch gegen die reaktionäre Tendenz erheben muß, die in einigen Zweigen der Staatsverwaltuns des Großherzogtums neuerdings zur Herrschaft gelangt ist — so bin ich bereit, das Opfer auf mich zu nehmen, welches ein Mandat für mich bedeuten würde, und für die nächsten drei Jahre die Pflichten eines Abgeordneten nach besten Kräften zu erfüllen. Dr. E. Abbe, Prof, an der Universität Jena". feinen Herzen kommen kann. Es ist ein Naturalismus von höchster Künftlerschaft, alle diese Natur ist nur der Ausfluß feinster Kunst, der souveränen Beherrschung aller Kunstmittel. Und wenn ohne Kunst auch die Natur auf der Bühne nicht auszudrücken ist, haben muß man doch zuerst diese Natur, das Quellen der Empfindung. WaS die Triesch aus Sudermanns Magda macht! Von der Theaterprinzessin, der Diva auf Reisen hat sie eigentlich nur daS Kostüm und hier und da einige Salopperien im Ausdruck, die Frl. Triesch bisweilen zu be- IMtttWi Eovutvflraftl». m-MvB int Schn iE in verkaufen bk Politische Tagesschau. Im Großherzogtum SachsewWeimar tritt seit etwa iy3 Jahren der Minister v. Wurmb der Sozialdemokratie durch systematische Versammlungsverbote scharf entgegen. tonen für gut findet. Sonst aber ist kaum ein Anflug Halbwelttum, den andere Darstellerinnen der Rolle nehmen — auch nicht mit Unrecht. Frl. Triesch ist vornehmlich Weib, so unmittelbar der Fülle ihrer Natur heraus lebend und handelnd, sie sich souverän über ihrer Umgebung fühlt, eben durch den Reichtum ihrer Natur; und daß man ganz unmittelbar mit ihr lebt und liebt und leidet und einem gar 'WftowenftiM srfeld. Wharls, wstnemcktftM, ieben M d vnMev, w erW -V Ulms, Ronlotaibeiten vertu c gesucht. Offerten ul ie Expedition d. 81. (Math Orchester, * in j, rr#st Chain. Rtn Han™ 161 MT I« --.-«in zerte. to# BÄ ‘Tw11’6,. Bi Wichtige ytHtrnngtn im zlisallverßcherullgsgchh. Die Hessische Handwerkskammer bittet uns, die Hand- luerker des Großherzogtums auf einige sehr wichtige Neuerungen des Unfall-Versicherungs- gesetzes aufmerksam zu machen. Vielfach fragen gewerbliche Unternehmer, deren Betriebe durch die Gewerbenovelle vom 30. Juni der Unfallversicherung neu unterstellt sind, wie die der kleinen Brauereien, der Schlosser, Schmiede, Metzger, Fensterputzer, der Baugewerbe usw.: wo- zuhabeichnun Unfall-undHaftPflicht - Versicherung? Viele dieser Unternehmer sind nämlich der Ansicht, daß sie ihre Betriebe deswegen nicht zur Unfall- Versicherung anzumelden brauchen, weil sie bereits bei einer Privat-Versicherun gs -Anstal t eine Unfall- oder Haftpflicht-Versicherung genommen haben. Diese Ansicht ist irrtümlich. Die durch das Gesetz vocgeschriebene Versicherung, die den bei den betreffenden Betrieben beschäftigten Hilsspersonen für die Folgen von Betriebsunfällen zum teil weitgehende Ansprüche in bestimmter Form sichert, kann durch eine private Versicher- uny niemals «hinfällig gemacht werden. Eine reine H a f t - Pflichtversicherung ist überhaupt nicht zu Gunsten der Betriebsarbeiter abgeschlossen, sondern im Interesse des Unternehmers, den sie ganz oder teilweise in solchen körperlichen oder sachlichen Schgdenfällen vor wirtschaftlichen Nachteilen schützt, in denen er gesetzlich selbst haftbar ist.' Die Haftpflichtversicherung steht also in keiner Beziehung zu der öffentlich-rechtlichen Unfallversicherung der Arbeiter. Hat ein Unternehmer jedoch für seine Arbeiter eine Unfall- Versicherung abgeschlossen, so deckte er damit nicht nur seine Person; er verwirklichte vielmehr die Absicht, die Arbeiter allgemein und nicht für den Fall seiner Haftpflicht gegen die Folgen von Unfällen zu versichern. Er hat somit in anerkennenswerter Weise für- sarglich das gethan, was das neue Gesetz, wenn auch in anderer Form, für bestimmte gewerbliche Arbeiter verlangt. Aus diesem Grunde ermöglicht das Unfallversicherungs- zesetz den Betriebsunternehmern, die Privat-Unfall-Ver- icherungen genommen haben, sich der hieraus ent- pringenden Lasten zu entledigen, indem es in § 143 bestimmt: „Die Rechte und Pflichten aus Versicherungs-Verträgen, die von Unternehmern der neu der Versicherungs-Pflicht unterstellten Betriebe oder von den in diesen Betrieben beschäftigten versicherungspflichtigen Personen gegen die Folgen der in diesem Gesetze be- zeichneten Unfälle vor dem Inkrafttreten desselben mit Versicherungs-Anstalten abgeschlossen sind, gehen von dem Zeitpunkt ab, zu dem die Unfallversicherung in Kraft getreten ist oder in Kraft tritt, auf die Berufsgenossenschaft, welcher der Betrieb ange- Hheater-Werein. Keimat. „Und wer's nie gekannt, der stehle Weinend sich aus diesem Bund." Nämlich wer aus irgend einem Grunde, etwa weil er nicht genug Geld in seinen Beutel thun konnte, Irene Triesch am Dienstag in der zweiten Theatervereins- Borstellung nicht hören und nicht sehen konnte. Wer also nicht ein Theaterbillet zur „Heimat" hat auftreiben können oder wollen, der stehle sich wirklich zur Seite; denn mit- reben kann er jetzt nicht in Gießen. Den Genuß, den das Spiel ber Triesch gewährt, kann wohl mancher und manche — gar manche als eine Bereicherung des Lebens als ein Schauen in die äußersten Tiefen, in die Schönheiten und Flecken des menschlichen Herzens bezeichnen. Denn daß ich gleich das Resums ziehe: Frl. Triesch zeigte uns das menschliche, das weibliche Herz, als trüge sie's in ber Kehle und in ben Augen, auf den Lippen und in jeder Geste ihres geschmeidigen Körpers, in jeder lebhaften und doch ruhigen Bewegung ihrer schlanken Arme, vor allem in den Lauten ihrer weichen, klangreichen Stimme, die unmittelbar aus dem Herzen zu bringen scheint, und deshalb auch unmittelbar ans Herz geht. Da ist nichts, oder doch nur sehr, sehr wenig (wie ihr ein wenig posenhaftes Stirnersches: „Ich Lin ich!") was ans Theater, ans Komödienspielen erinnert, keiner jener falschen Laute, die so viele andere nicht los werben können, kein pathetischer Schritt, kem unechtes Pathos, kein Lachen nur mit ben Zähnen, und nur verschwindend selten eine gemachte Geberbe. Frl. Triesch lacht leise, übermütig, kokett, mit einer Lust, die anfieckt, ober mit einer Ironie, die weh thut; das alles aber geht durch die Grazie durch, wie sie wohl nur unmittelbar aus einem hört, über, wenn die Versicherungsnehmer dieses bei dem Vorstand der Genossenschaft beantragen". Es ist also zu unterscheiden zwischen Haftpflicht-Versicherungen und Unfallversicherungen. Die ersteren dienen nach wie vor den Interessen der Unternehmer selbst und die bezüglichen Verträge können nicht auf die Beruss- genossenschaften übertragen werden, während dies unter den oben genannten bestimmten Voraussetzungen bezüglich der Unfallversicherungsverträge zulässig ist. Eine weitere von den Betriebsunternehmern wie von den versicherten Personen noch nicht genügend beachtete und doch sehr wichtige Neuerung in der Unfall-Versicherungs-Gesetzgebung ist die, daß die Versicherung sich auch auf häusliche und andere Dienste erstreckt, zu denen versicherte Personen neben der Beschäftigung im Betriebe von ihren Arbeitgebern oder von deren Beauftragten herangezogen werden. Die Berufsgenossen- scl-aften können also Ansprüche für die Folgen von Unfällen bei Dienstleistungen der gebockten Art nicht mehr zurückweisen. So z. B. nicht, wenn ein beim Betriebe beschäftigter Kutscher bei einer Spazierfahrt seines Arbeitgebers, beim Bestellen einer nicht mit dem Betriebe im Zusammenhang stehende Sendung desselben, beim Zerkleinern von Holz für den Haushalt des Unternehmers und Aehnliches verunglückt. Für viele gewerbliche Betriebsunternehmer, besonders für solche, die denselben Gefahren ausgesetzt sind, wie ihre Hilfspersonen, dürfte auch eine andere Neuerung, nämlich das gesetzliche Recht, sich selbst gegen die Folgen von Betriebsunfällen zu versichern, von Interesse sein. Voraussetzung für die Selbstversicherung eines Unternehmers ist jedoch, daß dessen Jahresarbeitsverdienst den Betrag von 3000 Mark nicht übersteigt, oder daß der Unternehmer nicht regelmäßig mehr als zwei Lohnarbeiter beschäftigt. Die Berufsgenossenschaften können aber die Berechtigung zur Selbstversicherung auf Unternehmer mit einem höheren Jahresarbeitsverdienst erstrecken. Gemäß Bekanntmachung des Reichs-Versicherungsamtes sind die neu versicherungspflichtigen Betriebe (wer e'in en Arbeiter, Gesellen ober Lehrling, auch Söhne oder Verwandte sind hierunter zu verstehen, beschäftigt) bis spätestens morgen Donnerstag, 15. November bei den Kreisämtern mit dem vorgeschriebenen Formular anzumelden. Säumige können durch Geldstrafen bis zu 100 Mark hjurch die Behörde zur Erfüllung ihrer Pflicht angehalten werden.___ Dlkknki hohen Lohn gefutfiL wta, SManlw ft sohlt B Woutatm» incbe für ieidnitV i qef. BahnhA ii >, zuverWB Min Kinde ui) fr it gejuckt. lchvad, PloMft iso taatn L. Phantastisches Schriftstück genannt, besten Zweck sei, die öffentliche Meinung vom rituellen Motiv auf das sexuelle zu leiten. Daß ein antisemitisches Prager Blatt, das sich mit dieser Angelegenheit in langen Artikeln beschäftigte, konfisziert worden ist, haben wir bereits gestern mitgeteilt. Die Zustände in Marokko werden in den den Pariser Zeitungen zugehenden Berichten so gefahrdrohend dargestellt, daß das Eingreifen einer europäischen Macht absolut geboten erscheint. Ueberall bereite'man sich auf Ueberfälle der in dem Sultanate wohnenden Europäer vor, da man überzeugt sei, daß die zivilisierten Nationen ihre Macht nicht über die an der Küste belegenen Orte hinaus fühlbar machen können. Zu dieser Ansicht habe besonders die lächerlich geringe Schadenersatzforderung der Regierung der Vereinigten Staaten für den Mord des Handelsagenten Marcos Ezaoni Anlaß gegeben. Wenn der Totschlag eines Europäers nur 5000 Douros koste, hört man die Marokkaner erklären, so könne man sich ja leicht den Luxus gönnen, die in Fez und anderen Orten des Innern ansässigen Europäer und Amerikaner zu erschlagen. Deshalb werde von diesen letzteren, die somit nur zu gerechtfertigte Veranlassung zu Befürchtungen haben, selbst energisch aus ein europäisches Einschreiten oder wenigstens auf ein kräftiges diplomatisches Auftreten gedrungen. Natürlich verlangen Kolonialschwärmer und Nationalisten, daß Frankreich die Aktionsrolle übernehme und keine andere Macht sich in diese Angelegenheiten mischen lasse, abgesehen selbstverständlich von den Fällen, in denen es sich um Angriffe und Schädigungen ihrer eigenen Unterthanen handle. Europa müsse hier einen vorbeugenden Hüter bestellen, um nicht, wie in China, von den Ereignissen überrascht zu werden. Von einer effektiven Besitzergreifung des Landes sei dabei keine Rede, und Frankreich liege nichts ferner, als in dieser Beziehung sich irgendwelche Schwierigkeiten aufzubürden und mit anderen Mächten zu Überwerfen. Nur müsse es darauf bestehen, daß kein anderes Land in diese seine Interessensphäre eingreife. — Alle diese Erörterungen haben aber wohl vorläufig nur eine platonische Bedeutung und sollen hauptsächlich zur Abwehr vorgeblicher oder wirklicher englisch r Machenschaften in dem Sultanate dienen. Zu irgend einem gefährlichen Experiment fehlt alle Last, und nur unvorher eschene, aber jedenfalls von den Franzosen nicht Herbeigei. ünschte Zwischenfälle könnten in der Nordweftecke Afrikas e nste Verwicklungen herbeiführen. Den Franzosen liegt es zunächst am Herzen, sich in Süd- algerien zu befestigen und die Verbindungen derselben mit der Küste herzustellen und zu sichern, was noch viel Zett in Anspruch nehmen wird. Gießen, 14. November 1900. •• KreiSausschuß Sitzung. Am Samstag dem 17. November, vormittags 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude (Brandplatz 9) eine öffentliche Sitzung des Kreis- ausschuffes des Kreises Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Dampfkesselanlage des Heinrich Geißler VII. zu Staufenberg. 2. Gesuch des Eberhard Ranft zn Allen- dorf a. d. Lda. um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 3. Gesuch des Heinrich Theiß XX. zu Weickartshain um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft. ♦* Konzert der Meininger am 22. November. Der «Eisenacher Ztg." entnehmen wir nachstehende Notiz: Das 2. Meininger Lac.desmustkfest ist nun zu Ende, ein Fest, so großartig und wohlgeiungm in jeder B-ziehung, so überreich an erhebenden, unvergeßlichen Momenten, wie kaum ein anderes. Eine besondere Weihe verlieh ihm sein Charakter als Brahmöfeier, als welche es geradezu von kunsthistorischer Bedeuiung erscheint. GUt es doch auch in unseren Tagen noch, der Brahms'schen Muse th-e laut klagend, schier verzweifelnd, das ganze Milieu der alten Heimat verwünschend und dennoch erfolglos sich von ihr loSringend. Und da sie endlich jenes schlimme Wort von der Schuld langsam und tief hervorstöhnt, da klopft ihr gewaltiges Leid an unser Herz, und wir thun eS weit auf, um einen quälenden Bann eine Weile mit uns herumzutragen. Was wir sonst noch an der Triesch bewundern, das sind ihre Bewegungen, die alle eine seltsame Ruhe haben; sie find langsam, haben nichts von nervöser Zappligkeit, sondern nur eine stille Beredsamkeit. Und dann ihre Kunst deS Zuhörens, ihre Pausen, ihr wundervoll modulationsfähiges Organ, daS sie wie ein Instrument mit vollendeter Meisterschaft zu behandeln weiß — wir haben da kein Lob mehr zu verausgaben. Wenn wir gegen die Magda deS Frl. Triesch ein kleines Bedenken haben, dann ist eS dies: sie ist vielleicht manchmal zu weich, zu nachgiebig. Eine Maddalena del Orto, diese Schülerin Max StirnerS, bleibt eine stahlharte, dominierende Natur, auch wo sie sich beugt. Wenigstens schildert Sudermann sie so. Aber freilich, jeder wahre Künstler hat das Recht, die ihm gestellten Aufgaben nach srch zu modeln. Sudermann hat mit kluger Berechnung neben die blendende internationale Diva das bescheidene deutsche Mädchen, neben die Zentifolie das zarte Vergißmeinnicht gestellt. Durch Frl. Kuglers zurückhaltende Darstellung ergab sich dieser Kontrast ganz angemeffen. Ein Heffter- dingk von pastoraler Milde, wovon etwas weniger mehr ge- wesen wäre, war Herr Ramsey er, nicht ohne Kraft und Wärme. Herr Liebscher in der schwierigen und so undankbaren als an vielen psychologischen Unwahrheiten krankenden Rolle des Oberstleutnants Schwache überschwärzte das Düstere. Mit seinem theatralischen Heroismus fand er den ganzen Abend über keinen echten, natürlichen Ge- sühlSton. Frau Kruse setzte als Franziska v. Wend- lowski dem dunkeln Bilde einige heitere Lichter auf. Der volle Würdigung zu erkämpfen, den Heimgegangenen Meister lals wüldigcn Nachfolger und Erben Beethovens zu verkünden, und was in dieser Beziehung dem 1. Meininger Musikfest noch nicht gelungen sein sollte, das dürfte jetzt errungen sein Dar.k der unermüdlichen Hingabe und der flammenden Begeisterung Steinbachs, der sich als Brahms-Apostel ein unvergängliches Verdienst er worben und die Musikgeschichte verpflichtet hat, auch seinen Namen zu nennen, wo sie von B ahms redet. Wmn Schumann mit Recht sagt, daß es in der Musik nichts Schöneres gebe, „als wenn der Meister den Meister ausspricht", so trifft das auf die eben erlebte Wiedergabe der Brahms'schen Werke zu, und es konnte denn auch Joachim in feiner b:geistert aufgenommenen Rede „ganz objektiv, um in meiner Freundschaft für den Dirigenten nicht üheischwänglich zu erscheinen", die Worte sprechen: „Ich habe niemals so wundervoll Brahms fphlen hören, «18 hier in Meiningen." •* Heber das Ensemble Berghaus, das am Donnerstag dem 15. und Samstag dem 17. ds. MtS. im Restaurant „Royal" auftritt, schreibt die Baseler „Nat.-Ztg.": Zurzeit gastiert in Basel wieder das von früheren Besuchen hier schon längst vorteilhaft bekannte Ensemble Ernst Berghaus aus Elberfeld. Die Gesellschaft hat nun neue Kräfte gewonnen und zählt jetzt vier Herren und drei Damen, recht tüchtige Sänger und Sängerinnen, die sowohl im serteusen wie im komischen Fache gutes leisten. DaS Programm ist zum größten Teile neu und ist aus fast lauter zugkräftigen Nummern zusammengestellt. Bet seinem Auftreten am Samstag und Sonntag hatte das Ensemble eine dichtgedrängte Zuhörerschaft angezogen und erntete stürmischen Beifall. ** Auf dem Deutschen Handwerk?- und Gewerbekammer' tag, der, wie gemeldet, vom 14.—17. d. Mts. in Berlin zusammentritt, wird die hessische Handwerkskammer durch den 1. Vorsitzenden Jean Falk-Mainz, den stellvertretenden Vorsitzenden Karl Rockel-Darmstadt und den Handwerkskammer-Sekretär Engelb ach-Darmstadt vertreten sein. ** Die Sternschnuppen in der N acb t vom 14. zum 15. November. In den Frühstunoen des 15. November erreicht die Erde ihre größte Annäherung ali die Bahn der Sternschnuppen, die aus dem Bilde des großen Löwen Herkommen. Im vergangenen Jahre erwarteten die Astronomen ein großartiges Auftreten dieses Meteorschwarms, doch wurde diese Erwartung getäuscht, denn unter den günstigsten Umständen wurden während jener Nacht nur WO—200 Sternschnuppen an einem und demselben Orte sichtbar. Die Ursache des Ausbleibens des Hauptschwarms war der Umstand, daß die Bahil der Meteore seit 1866 durch die Einwirkung des großen Planeten, besonders des Jupiter, eine erhebliche Verschiebung erfahren hatte. Indessen ist der Schwarm dieser Meteore auf dem Umfange seiner Bahn so ausgedehnt, daß er längere Zeit als ein Jahr gebraucht, um den nächsten Punkt 'Lei der Erdbahn zu Passieren. Dazu fommt, daß dieser Teil des Meteorschwarms der Einwirkung des Planeten Jupiter und des Saturn weniger ausgesetzt war als der voraufgehende, er demnach weniger aus seiner Bahli abgelenkt wurde als dieser. Aus diesem Grunde ist es wahrscheinlich, daß heute nacht (vom 14. zum 15. November), besonders in den frühen Morgenstunden des 15., zahlreiche Meteore sichtbar werden. Zwischen 2 und 3 Uhr früh steht um diese Zeit das Sternbild des großen Löwen, von dem die Meteore ausskrahlen, genau im Osten, etwa in einem Drittel der Höhe vom Scheitelpunkte bis zum Horizont. Dorthin wird man vorzugsweise den Blick richten müssen, um das Auftauchen der Sternschnuppen zu sehen. v Grün berg, 13. November. Nachdem schon seit etwa zwei Jahren die Frage der Einführung des elektrischen Lichtes für unsere Stadt erörtert und in Fluß gebracht wurde, hatte sich auch der hiesige Ortsgewerbeverein der Sache angenommen und in dankenswerter Weise Herrn Ingenieur Hahn veranlaßt, einen öffentlichen Vortrag über die in M e l b a ch zu errichtende elektrische Zentrale zu halten, welchem Ansinnen genannter Herr durch einen Vortrag am 9. November nachgekommen ist. Der Vortragende gab zunächst in allgemein verständlicher Weise ein Bild über die Entstehung und Verwertung elektrischen Lichtes und elektrischer Kraft. Aus dem Vortrage entnehmen wir dem „Gründ. Anz.", daß, da eine genügende Anzahl von Gemeinden sich nunmehr angeschlossen, die Erbauung des Melbacher Werkes in sicherer Aussicht steht. Die Aufsicht über die Anlage der Leitungen Herr v. Keller, der ja glücklicherweise nicht der Typus eines Regierungsrats ist, dieser bis ins Mark frivole Mensch, hat von Sudermann mehr Schneidigkeit mit auf den Weg bekommen als Herr di Balthyni ihm gab; gewiß steht Herr v. Keller bei der Reserve eines feudalen Regiments. Herr di Balthyni charakterisierte etwas mehr von dem hohlen Gesinnungslumpen als von dem selbstbewußten Streber. Eine freundliche, gute, alte Dame von heiliger Einfalt war Fr. Ernst. Die wenig bedeutenden übrigen Partien, die Preferencepartie, der Damenempfang rc. wurden im allgemeinen nach Wunsch repräsentiert. Nur allzu „spießig" war der Aufzug der drei provinzialhauptstädtischen Damen, die zu den weiblichen Spitzen der Gesellschaft gehören. Die Inszenierung hätte sich doch wohl etwas mehr der Kleinmalerei des Dramas anpassen können. Der Inspizient that gestern seine Schuldigkeit; unser berechtigtes Sonntags- Monitum scheint also gewirkt zu haben. Es bleibt uns noch ein Wort über den Dialekt auf unserer Bühne zu sagen übrig. Möglichst dialcktlos zu sprechen muß eine der hauptsächlichsten Aufgaben junger Bühnenangehöriger fein. Wir hören aus dem Munde des einen das vollkommenste Sächsisch, wie man es in Leipzig nicht markanter hört; ein anderer spricht ein breites „eei" ----- ei, wie man es in den Ostprovinzen kennt; ein dritter hat einen stüddeutsch-n Tonfall rc. Daß derartiges möglichst beseitigt werde, ist auch eine der wesentlichsten Aufgaben der Regie. P- Witt ko. Zeitungsjubikäen. Im 150. Geburtsjahre des „Gießener Anzeigers- feierten zwei bedeutende Zeitungsverlage, der der „Münchener Neuesten Nachrichten" und der der „Königsberger Allg. Zeitung", ihr 25jährigeS innerhalb der Gemeinden unterliegt dem Kreisamt. Außer dem Melbacher Werke darf gleichzeitig einem Konkurrenzunternehmen innerhalb der einzelnen anschließenden Gemeinden keine Konzession erteilt werden, während es den letzteren indessen sreisteht, den Vertrag mit Melbach lösen und sich einer anderen vorteilhafteren Beleuchtungsweise zuzuwenden. Der Preis für eine -Kilowattstunde- Licht (ca. 20 Lampenbrennstunden von 16-Kerzen-Stärke) soll 50 Pfg., der für Kraft 18 Pfg. betragen. Nach dem mit dem Staate vereinbarten Vertrage kann die Gesellschaft mit ihren Preisen nicht in die Höhe, wohl aber heruntergehen. Der Betrag für die Straßenbeleuchtung, würde sich, 600 Brennstunden zu Grunde gelegt, auf 620 Mark belaufen. Die Erbauung eines eigenen Werkes für kleinere Orte bezeichnete der Vortragende als sehr riskant, wie die Erfahrungen an anderen Orten zeigten. Bei einem solchen für Grünberg müsse ein Kapital von 150 OOÖ Mark vorgesehen werden. Hierzu trete dann der jährliche Aufwand für die Unterhaltungskosten, den er auf über 20 000 Mark beziffert, sodaß mit Wahrscheinlichkeit die Jahresrechnung mit einem Defizit abschließen würde. Hierzu komme noch der Umstand, daß ein kleineres Werk sich Neuerungen und Verbesserungen nickst in dem Maße zu Nutze machen könne, wie dies bei einem großen in sicherer Aussicht stehe. — — Die nächsten Vorträge im Gewerbeverein werden gehalten werden von Zeichenlehrer Grün i g- Gießen (2. Dezember) über seine auf der Weltausstell- ung in Paris gemachten Erfahrungen, sowie von Oberlehrer Koob-Gießen über die Sonne, beide Vorträge unter Vorführung von Lichtbildern. Cassel, 13. November. Heute früh 7 Uhr ist im Hofe des hiesigen Landgerichtsgefängnisses in der Unterneustadt der Mörder P f l ä g i n g durch der Scharfrichter Reindel aus Magdeburg mittels Richtbeils h i n - gerichtet worden. Der 29 jährige Arbeiter Wilh. Georg Pfläging, aus Heckershausen gebürtig, in Cassel wohnhaft, verheiratet, Vater eines Kindes, hatte bekanntlich am 22. April d. I. in dem Wäldchen auf dem sogenannten „Jungfernkopf" bei Harleshausen seine Schwägerin Anna «Fuhrmann, ein sehr braves, sparsames Mädchen, das hier in Cassel diente, in gräßlicher Weise ermordet, um sich in den Besitz ihres auf 700 Mark lautenden Sparkassenbuches zu fetzen. Er war am 22. April, einem Sonntage, mit der Schwägerin spazieren gegangen und führte den Mordplan, mit dem er sich, seinem eigenen Geständnisse nady, schon längere Zeit getragen hatte, an jener abgelegenen Stelle aus, indem er der Anna Fuhrmann sein Messer, das dieselbe noch eben zum Vespern benutzt hatte, 'in die Gurgel stieß, und ihr dann mit einem schweren Stein den Schädel zertrümmerte. Der Mörder hatte sich dann ruhig nach Hause begeben, erst mehrere Tage später wurde die Leiche gefunden, und zwar hat der Mörder selbst eine Postkarte an die Polizei geschickt mit der Mitteilung, daß in dem Wäldchen am Jungfernkopf eine Leiche liege. Es war ihm wohl hauptsächliche darum zu thun, daß die Identität der Leiche festgestellt werde, damit er dann baldigst in den Besitz der Erbschaft käme. Noch am nämlichen Tage wurde der Mörder ermittelt und sestgenommen. Nachdem er anfangs.geleugnet, verstand er sich nachher zu einem Geständnisse und war auch! vor dem Schwurgericht, vor das er am 14. Juni d. I. gestellt wurde, in vollem Umfange geständig. Die Geschworenen bejahten die Schuldftagen nach Mord und der Gerichtshof verurteilte den Angellagten zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Hinrichtung wurde heute früh! 7 Uhr rasch und sicher vollzogen. Vermischtes. * Sezessionistisches aus dem Wiener B u r g t h e a t e r. An die Halbpremiere von T r i e sckM Lustspiel „Die Nixe", das gegenwärtig im Burgtheater aufgeführt wird, wird Frau Mitterwurzer wohl noch einige Zeit denken. Frau Mitterwurzer gab sich alle Mühe alk Fürstin Dartschikoff. Mit peinllcher Sorgfalt arbeitete sie nicht nur an dem Stuimim ihrer Rolle, sondern auch an Geschäftsjubiläum. Die Firma Knorr u. Hirth in München gab zu ihrem Festtage einen sehr stattlichen Oktav- band mit zahlreichen Illustrationen heraus. Sie führte uns im Bilde ihre Begründer und Besitzer, zeigte die zahlreichen Räumlichkeiten ihres großen Geschäftshauses rc. rc. und gab so einen trefflichen Ueberblick namentlich über ihre hervorragende technische Leistungsfähigkeit. — Das Königsberger Blatt reichte seinen Freunden eine etwas bescheidenere Festgabe dar, die aber darum nicht minder interessant ist. Sie bietet, nachdem sie auch verschiedene ihrer Geschäftsräume gezeigt hat, eine mit Originalsprüchen versehene Bilder- galerie aller aus Ost- und Westpreußen stammenden Staatsmänner, Gelehrten, Poeten und Künstler der Gegenwart. Da finden wir den Staatsminister Hobrecht, den Neichs- gerichlspräsidenten v. Oehlschläger, die Profefforen Friedländer- Straßburg, Goltz'Straßburg, Liebreich Berlin, v. Leyden» Berlin rc. Der alte Wilhelm Jordan steuert folgende Verse bei: Sei groß genug, um ohne Prunken stolz, Und stolz genug, um eitel nicht zu sein. Da sehen wir Felix Dahn, Herm. Sudermann, Ernst Wichert, die Theater-Direktoren Schlenther-Wien und Neumann-Hofer-Berlin, den Bildhauer Hundrieser, den Leiter der deutschen Südpolar - Expedition v. Drygalski rc. rc., Eine Anzahl bekannter Schauspieler und Sänger, Dichter und Komponisten bringen dann Festgrüße aus dem Reiche und zeigen sich selbst im Bilde. — Beide Blätter, sowohl das von der Isar als das vom Pregel, haben sich um die nationale Sache verdient gemacht. Beider mit schönen Erfolgen gekröntes Bestreben war es bisher, mit den stetig sich erneuernden Bedürfnissen der Zeit gleichen Schritt und sich auf der Höhe der deutschen Publizistik zu halten, über dem Kampf der Tagesintereffen, sie ausgleichend und zu gemeinsamem Schaffen zusammenfaffend. Ta aber n Ai - aber rJ UL« i VW* Ä ,b«ds.> -»-? E Mr fch°" 1* 1 w Sorftelliutß. ® i SÄ > »bie Tirettti« L» die Are», LMalondiener au-4 .(üj paniert sein", r HbenWOi M dieses W v tod) in ihrer Aufreg Mr einen Ersatz des, ! f,•nbct in die Gorden HM niäßj ^lieh Oiüfter doiv' , x• - .. ... vö/r ycr ..• Vv*^?'v? Hohenst einer Seiden Weberei.,Lotze“, Hohen stein ^'nstthal. königlicher, 7 Uhr ist in >es in der Unter-1 'urch der Schars-1 1 Richtbeils hin- heiter Wilh. Georg " Dassel wohnhaft, e bekanntlich an dem sogenannten Schwägerin Ann« es Mädchen, dar äse ermordet, ub lautenden Spar Pril, einem Som langen und führ j ’ eigenen Gestüt i hatte, an jem Anna ^rmann n Vespern bemipt bann mit einem •te. Der Rvrder aen, ech mehren n, und zwar to re Polizei geM hen am Jungfm- wohl hauptsäW r Leiche sestgesteut Iefifi ber 6rbW ■ bet Mörder et rsanO Giengue/, ndMe und.rv.' er am U W ge geständig. M n nach Mord M iten zum Tode B enrechte. Die.^- nd sicher vollzogt ”h 1 |U^ltW Vet Komposition ihrer Toiletten. Tenn gleich im ersten «Ute mußte die Fürstin Helene als exzentrisci)e Modedame erscheinen, darauf bedacht, schon durch ihr Aeußeres die Aufmerksamkeit Der galanten Herrenwelt auf sich zu knfen. Ta aber irr diesen Tagen alles, was im äußeren «ufsallend ist, mit der so künstlerisch klingenden Bezei.ch,- nung ^Sezession" belegt wird, so bestellte die Künstlerin eine hochmoderne „Sezessions"-Toilette, die in allen mög- lictzen Stilen schillert. Und richtig — die Komposition gelang, das Kostüm der Fürstin für den Atelierbesuch im ersten Akt der „Nixe" fiel so verrückt aus, daß es schon „höchste" Sezession 'war. Frau Mitterwurzer freute sich schon nief den Heiterkeitserfolg, den blos ihr Erscheinen Hervorrufen werde — da kam die erste Enttäuschung des Abends:'dos Kostünt war nicht geliefert worden. Und es war schon sechs Uhr abends, eine Stunde vor Beginn ber Vorstellung! Man telephoniert. . . Der Diener mit der Toilette fei vor einer Viertelstunde abgesendet worden, und er müsse in einigen Minuten im Burgtheater sein — lautet die Antwort. Es vergeht eine Viertelstunde, ja es tmrb halb sieben, und Diener und Kostüm sind noch immer nicht zur Stelle. Man telephoniert nochmals an den Aalon, die Direktrice möge Boten nach jenem Diener aus- feitben. Gleichzeitig befährt ein Dienstwagen des Burgtheaters die Strecke, um nach einem etwa verunglückten Modesalondiener auszulugen. „Dam Manne muß ein Unglück passiert sein", ruft Frau Mitterwurzer aus, indem sie sich den Schweiß von der Stirn wischt, „und mich Arme nmß dieses Unglück treffen." Aber die Künstlerin hat »och in ihrer Aufregung noch so viel Geistesgegenwart, für einen Ersatz des „verrückten" Kostüms zu sorgen. Sie sendet in die Garderoben ihrer Kollegen um Hilfe, und in den nächsten Minuten fliegen ihr eine buntscheckige Boa, etliche chargierte Schleifen in unglaublichen Timen- firmen und andere ähnliche Sachen zu, die sie in aller Eile gastiert und probiert — denn in einer Viertelstunde wird das letzte Zeichen von der Bühne aus ertönen! Schon ist das Notkostüm zusammengestellt, an dem fast das ganze Tamenpersonal des Hauses seinen Anteil hat, da erschallt plötzlich der befreiende Ruf: „Er ist da!" — Ter Diener nämlich mit der Toilette. Die Vermutung mit dem Unglücksfalle hatte sich bewahrheitet: der Mann war in eine Gas grübe gefallen. Er hatte sich den Fuß verstaucht und konnte nicht weiter ... Es sind noch fünf Minuten Zeit. Frau Mitterwurzer kann das richtige Kostüm noch anlegen. Drei Garderobegehilfinnen bringen diese Postarbeit fertig. Endlich sitzen Robe und Taille. Zrau Mitterwurzer braucht also nur noch den Hut aufzusetzen. Die Modistin selbst steckt den Hut an die Frisur an. Da blickt die Künstlerin in den Spiegel und stößt einen Schrei des Entsetzens aus. „Aber, um Gottes willen, dieser Hut ist ja zu schön, zu geschmackvoll und einfach", ruft Frau Mitterwurzer aus,' „den kann ich zu dieser schreienden Toilette gar nicht brauchen. Ter Hut ist zu wenig verrückt! Er ist schrecklich!" „9hir ruhig, gnädige Frau!" sagt die Modistin gefaßt und sicher, „nur keine Aufregung! Sie werden sofort einen genügend verrückten Hut haben!" Und die Modekünstlerin nimmt den Hut wieder herab, schlägt mit dessen Innenseite einige Male r e s o l u t a u f i h r K n i e und setzt ihn Frau Mitterwurzer dann wieder auf. „Das ist ja ein ganz neuer Hut!" ruft die Schauspielerin hocherfreut aus, „d e r p a ß t großartig '." „Es ist derselbe Hut, gnädige Frau, nur habe ich ihn umgekehrt, das Hintere nach vorn und das Vordere nach hinten!" antwortet die Modistin triumphierend. „Das war eine großartige Idee von Ihnen", sagt Frau Mitterwurzer und eilt auch schon die Treppen zur Bühne hinan, hocherfreut nach so viel Angst und Gefahr nun endlich vollkommen gerüstet auf der Bühne zu erscheinen. In 100 000 Familien und an mehreren deutschen Hofhaltungen wird Meßmers Thee täglich getrunken. Auch im Mittelstände nimmt der Theegenuß immer mehr zu, denn viele haben die Vorzüge dieses Getränkes durch die Marke Meßmer überhaupt erst kennen gelernt und dieselbe in ihren Kreisen weiter empfohlen. 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Sie, i Herrn doch nid m tue fla faeit fac Qupnert)am, daß ' nefe unter den Sk Ä' "Och nicht er j am Mittwo Men solle. Diel I »nbe Herr Iw" Ä Sv'Z sek. $eh Unö mit de7„7/r wirkt ?."erredung / <\V e*// Ein in allen Bureauarbeilen, sowie auf qu8 erfahrener 5 SaatechMer sucht prr sofort hier oder auswärts Stell« ung. Offerten unter G 04877 an die Expedition dieses Blattes erbeten. 7376] Erfahrener Buchhalter, mehr« jährig als solcher in derCigarrenbrauche lhätig gewesen, sucht bei bescheidenen Ansprüchen passende Stellung auf Kontor oder Lager. la. Zeugn. und Refcrenzm stehen zu Diensten Offerten unter F w postlagernd Gladenbach erbeten._________ 7320] Junger «ann, 23 I alt, sucht anderweitiges Eaaagement per L ob. 15. Dewmber t 3 auf Bureau. Pnma Qeimnifjc u. Referenzen stehen zu Dlensten. Offerten werden erbeten unter W R 200 hauptpostlagernd Darmstadt._________ jJcrffhte RkstauratioushSchi» suckt Stellung. Näheres durch Frau Aröhlich, Marburg, Steinweg 6. 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