Sonntag dy IS. Juli Viertes Blatt. -r». 163 i»oe Aints* uttb Anzeigeblatt sür den "Kreis Gieren. »W*n*r *. Mäkler Mr hrß. ••ttlhinbt* H*L4**l beigelegt. Aezugspreis vierleljährl. Mk. 2I- monatlich 75 Pfß. mit Bringerlohn; durch die Abholestellc, vierteljährl. Mk. 1,94 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr mit Bestellgeld. Llle Anzeism-Bermittlungsstellen deS In- und Äufllanbd nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Wä Anzeigen zu der u«h«itta-S für b* S*| rrfcheinenden Nummer bU wnn. K) Ütze. «Aeßillungen fpitcstenS ebmH -rher. frrfAHet täglich Kitt UuSvahm- 6t8 Tu Gieße«" MumMeuütLItkr »erden de» Anzelger Kießener Anzeiger Henerat-Alsieiger MMMm, GWeditt«« und Druckerei: Nr- 7. Gratisbrilagr«: Gießemr FamilienblMer, Der hesilfthe Kandwirt, Kälter für heUche Volkskunde. Adrefie für Depeschen: Zuzetger chiehLL. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher EeU. Gesunde«: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Armband, 1 Regenschirm, 1 Scheide eines Hirschfängers, 1 LoS und Werkzeugteile eines Fahrrades. Verlöre«: 1 goldene und 1 silberne Damenuhr mit Kette und 1 Portemonnaie mit Inhalt. Gießen, den 14. Juli 1900. Großherzogliches KreiSamt Gieße«. Hechler. Die deutschen Rüstungen. Eine Extraausgabe des „Militärwochienblattes" veröffentlicht die Stellenbesetzung für das ostasia- tische Expeditionskorps: Zum Kommandeur des Korps ist der mit der Fühimng der 28. Division in Karlsruhe beauftragte Generalmajor v. L e s s e l unter Beförderung zum Generalleutnant ernannt worden. Am 7. April 1866 zum Leutnant im Infanterieregiment Nr. 27 in Magdeburg ernannt, nahm er in diesen an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teil, erwarb sich in Frankreich das Eiserne Kreuz, wurde 1872 zur Kriegsakademie und, inzwischen Oberleutnant geworden, 1876 zum Großen Generalstabe kommandiert, fn den er 1878 als Hauptmann versetzt wurde. Nachdem er einige Jahre dem Generalstabe des 3. Korps und der 7. Division angehört hatte, wurde er 1884 Kompagniech^f im Infanterieregiment Nr. 30 in Saarlouis, kam 1885 als Major in den Generalstab zurück und wurde 1886 der 20. Division und 1888 dem Generalkommando des 10. Armeekorps in Hannover zugeteilt. 1889 kam er als Bataillons-Kommandeur in das Infanterie-Regiment Nr. 43 in Königsberg, wurde 1891 Oberstleutnant und Chef des Stabes I. Armeekorps in Königsberg, 1894 Oberst und 1897 Generalmajor und Kom- ntandeur der 28. Jnfanteriebrigade in Düsseldorf. Im folgenden Jahre mit Wahrnehmung einer Oberquartiermeisterstelle beauftragt, war er erst vor einigen Wochen als Nachfolger des Generalleutnants von Oertzen mit der Führung der 28. Division beauftragt worden. Zu seinem Generalstabs-Chef ist Oberstleutnant G ü n d e l l ernannt worden. Zum Generalstab des Kommandos des Ostasiati- tischen Expeditions-oKrps gehört u. a. Major P a p p r i tz, bisher im Generalstabe des 18. Armeekorps. — Der Transport des Expeditionskorps nach Ostasien ist auf den Anfang August festgesetzt worden. Vor- ausgehen wird ihm aber am 21. Juli ein stärkeres Kommando von Offizieren, Beamten und Mannschaften, um die Ausschiffung, die erste Unterbringung, Verpflegung und Abnahme der angekauften Pferde vorzubereiten. Zur Führung dieses Kvwmandos ist der dem Generalstabe des 14. Armeekorps angehörende Major von Falkenhain bestimmt, dem noch seiner früheren mehrjährigen Thätig- keit als militärischer Instrukteur in China und beim Gouvernement Kiautschou Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und Sprachkenntnisse zur Seite stehen. 1. Ost asiatische Infanterie-Brigade: Kommandeur : Generalmajor Groß von Schwarzhoff, bisher Kommandeur der 33. Jnf.-Brigade. 1. Ostasiatisches Infanterie-Regiment. Kommandeur: Oberst v. Normann, bisher Kommandeur des Grenadier-Regiments „Königin Olga" Nr. 119; heim Stabe: Oberstleutnant GrafSchstippen- bach, bisher im Regiment Nr. 89; Bataillons-Kommandeur: Major Mühlenfels vom Regiment Nr. 175; Major Graham von dem 4. Garde-Regiment; Regimentsarzt: Felmy, bisher irrt Regiment Nr. 153. 2. Ostasiatisches Infanterie- Regiment: Kommandeur: Oberstleutnant Pavel vom 3. Infanterie-Regiment. Beim Stabe: Major Wyneken vom Regiment Nr. 84. Bataillons-Kommandeure die Majore Forster vom Regiment Nr. 64, v. Schönberg vom Regiment Nr. 105, Regimentsarzt Kaether vom Regiment Nr. 13. (Unter den Kompagnieführern: Hauptmann Bartsch, 8. Komp., bisher überzähl. Hauptm. im Jnf.-Regt. Kaiser- Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116; unter den Leutnants: Fischer, 8. Komp., bisher im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116 und Muther, 8. Komp., bisher im 3. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Leib- Regt.) Nr. 117.) 2. ost asiatische Brigade: Kommandeur: Oberst Ledebur, bisher Kommandeur des 72. Infanterie-Regiments; beim Stab: Oberst-Leutnant Petzel vom Regiment Nr. 116; Bataillons-Kommandeure: die Majore Haine vom Regiment Nr. 53, Mülmann vom Regiment Nr. 79; Regimentsarzt: Duden vom Regiment Nr. 22. 4. ostasiatischjes Infanterie-Regiment: Kommandeur Oberst Hoffmeister vom Regiment Nr. 60; beim Stabe: Oberst- Leutnant Wallmenich vom 1. bayerischen Infanterie-Regiment; Bataillons-Kommandeure: die Majore Wichura vom Regiment Nr. 143, Graf Montgelas vom bayerischen Generalstab; Regimentsarzt Plagge vom Regiment Nr. 82. (Unter den Oberleutnants: Koch, 2. Komp., bisher im 3. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117 und kommandiert als Jnsp.-Offizier an der Kriegsschule in Kassel.) — Jedes Regiment hat 8 Hauptleute und 35 Offiziere. Das ost asiatische Reiter-Regiment: Kommandeur: Oberstleutnant v. Arnstedt von den 17. Husaren; beim Stabe: Major v. Reitzenstein, bisher beim Stab der 11. Division; 3 Eskadronsführer und 16 Offiziere; Regimentsarzt Schmick vom Regiment Nr. 65. — Ost asiatisches Feld-Artillerie-Regiment: Kommandeur: Major Hoffmann vom 5. Feld-Artillerie-Regiment; Abteilungschefs: die Majore Quensel vom 22. und Beckmann vom 63. Artillerie-Regiment. 4 Batterieführer (darunter Hauptm. v. Plönnies, bisher Battr.-Chef im 2. Großherzogl. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61) und 19 Offiziere (darunter Oberleutnant Frhr. v. Rechenberg, bisher im 2. Großherzogl. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61). Regimentsarzt: Mackienriz vom 10. Artillerie-Regiment. Ostasiatisches Pionier-Bataillon: Kommandeur : Major v. Reppert vom 15. Pionier-Bataillon, 2 Kompagnieführer und 10 Offiziere. Dazu kommen: eine Tele- graphen- Abteilung, eine Eisenbahnbau- Kompag nie, eine Sanitäts-Kompagnie (dabei Ober-Arzt Dr. Aulike, bisher beim Sanitätsamt des 18. Armeekorps), Munitions- Kolonnen, Proviant-Kolonnen, vier Feldlazarette und Etappenformationen. — Etappen - Kommando, Pferdedepot, Etappen-Munitions-Kolonne, Kriegslazarett- Personal (darunter Dr. Krahn, bisher im 1. Großherzgl. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23), Bekleidungsdepot, Lazarettschiff des Ostasiatischen Expeditions-Korps (darunter Assistenzarzt Krüger, bisher beim Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Gxoßherzogl. Hess.) Nr. 116 und Assistenzarzt Eisenhuth, bisher beim 1. Großherzogl. Hess. Feldartillerie-Regiment Nr. 25); Train kommandeur: Major de la Terrasse, bisher Kommandeur des 8. Train- Bataillons; Generalarzt: Dr. Krosta, bisher Korpsarzt des 4. Armee-Korps. Nach einer Meldung aus Mülhausen i. E. erhielt der Militärpfarrer Prälat Jsicke die telegraphische Ordre zur Teilnahme an der Expedition neeefy China. — Aus Posen wird berichtet, daß das 5. Armeekorps für China 5 Offiziere und über 200 Mann abgiebt. Die Mannschaften erhalten ein-neues Gewehr, Modell 98, womit sie vor der Einschiffung noch, üben. Die vier von der Hamburg-Amerika-Linie gecharterten Dampfer sind, wie jetzt bekannt wird, die Batavia, ein neuer großer Doppelschrauber von über 10 000 Tonnen, sodann der Doppelschrauber Phönizia mit 6700 Tonnen und die Dampfer 9ldria (5500) und Sardinia (3600 Tonnen). Namentlich die Batavia und Phönizia können als zum Truppentransport ausgezeichnet geeignete Schiffe angesehen werden. Aus Kiel wird der „Voss. Ztg." geschrieben: Das Gerücht, daß die Linienschiffe Baden und Bayern und die Panzerkreuzer Deutschland und Kaiser als zweite Division des ersten Geschwaders in Dienst kommen sollen, ist bisher unwidersprochen. — Das Ersatz-Bataillon des ersten See- Bataillons wird voraussichtlich, am 15. wieder in Friedensstärke formiert sein. Es fehlen etwa noch, 100 Mann, die aus Freiwilligen aus der Armee gedeckt werden sollen. Die Artillerie - Inspektion hat an die 2. Matrosenartillerie-Abteilung den Befehl erlassen, mit dem am 19. ds. in Wilhelmshaven eintreffenden, als Lazarettschiff eingerichteten Lloyddampfer Gera eine kriegsstarke Kompagnie nach Kiautschou zu verschiffen. Es ist anzunehmen, 'daß dieselbe Weisung auch an die 1. Matrosenartillerie-Abteilung in Kiel ergangen ist. Dann steht noch die Entsendung der in der Ausrüstung befindlich^ Torpedoboots-Division bevor, für welche die Besatzungen bereits bestimmt sind. Der kleine Kreuzer „Niobe" ist zurzeit noch mit Probefahrten beschäftigt und wird danach die Ausreise Mtreten. Mit verdoppelten Kräften wird an der Fertigstellung des großen Kreuzers „Victoria Luise" gearbeitet, und chan nimmt an, daß auch diese Thätigkeit her demnächstigen Entsendung dieses Schwesterschiifes der „Hansa" und Hertha" nach Ostasien gilt. — Die Artillerie unserer Seestreitkräfte in Ostasien besteht nach einer neuerlichen Zusammenstellung aus 32 schweren, 240 mittleren und leichten Geschützen und 250 Maschinen-Gewehren. Die Wirren in China. Die völlige Stockung aller Nachrichten aus Taku erklärt sich daraus, daß nunmehr auch die Tele- graphenverbindun g von Tschifun ach Shanghai unterbrochen ist. Ein Telegramm aus London meldet darüber: „Nach zuverlässigen Meldungen ist auf dem Landwege zwischen Korea und China sowohl wie zwischen Tschifu und Shanghai die telegraphische Verbindung unterbrochen. Deshalb müssen Telegramme jetzt mittels'Schiff von Taku nach Tschemulpo gebracht und von dort über Japan und Singapore weiter befördert werden, was mit großem Zeitverluste verbunden ist". Die Strecke von Taku nach Tschemulpo ist etwa doppelt so weit wie die nach Tschifu, der bisherigen UebermittelungsstatioN für die Telegramme. Bis jetzt liegt ein über Tschemulpo vermitteltes Telegramm nicht vor. Die letzte Nachricht: aus Tientsin ist vom 8. Juli datiert und besagt, daß an diesem Tage die Japaner mit überlegener Artillerie das russische Kontingent retteten, das beim Bahnhof von Chinesen hart bedrängt wurde. In Schan- tung greift die Gährung weiter um sich. Alle Londoner Blätter berichten von der Schwerfälligkeit derOperationen in Tientsin wegen Mangels der Konzentrationsbefehle der Alliiertenkontingente; mau fordert schleunigste Abhilfe durch Einsetzung eines Generälkommandeurs und durch einheitliche Leitung. Das belgische Ministerium des Aeußeren erhielt ein Telegramm aus Shanghai, wonach General Nieh, nach Mitteilungen Ms chinesischer Anette, die Rebellen berPekingjgesch lagen habe und Tsching und Mnglu in ihren Bemühungen, die Europäer zu verteidigen, unterstütze. — •( Aus Kanton wird vom 12. Juli gemeldet: „Li-Hung-Tschang hat am 6. ds. auf dem Landweg ein handschriftliches kaiserliches Edikt vom 17. Juni erhalten, worin plle Gouverneure um schleunige Truppen- seirdung zur Hilfe gegen die Rebellen, zu denen offenbar auch der Prinz Tuan gerechnet wird, ersucht werden. Li- Hung-Tschang will auf dieses Edikt hin, das unzweifelhaft echt ist, aß dieselben unter den Oberbefehl des russischen Admirals Alexejew gestellt werden. Mehrere Blätter machen den Vorschlag, die Kommandanten der verschiedenen internationalen Kontingente sollten sichi ihren Oberbefehlshaber selbst wählen. — In hiesigen politischen Kreisen ist man nach der Ansicht mehrerer Blätter über die Haltung Deutschlands angesichsts der chinesischen Wirren äußerst aufgebracht. Man hatte gehofft, daß der deutsche Kaiser nach der Unterredung mit Chamberlain im Schlosse von Windsor sich der englischen Politik in großen politischen Fragen anschließen würde. Statt dessen sieht man jetzt Deutschland im Fahrwasser der französischt-russischen China-Politik sich bewegen. Auch die vorzeitige Freilassung des Freiherrn von Reitzenstein wird unliebsam kommentiert. London, 14. Juli. Der Gouverneur von Schantung berichtet, daß die Boxer am letzten Samstag die Gesandtschaften in Peking bombardiert haben und daß das Schlimmste zu befürchten sei. Hier wird die Hoffnung auf die Rettung der Europäer gänzlich aufgegeben. Die Versuche, auf der chinesischen oder der japanischen Botschaft in London oder auf dem Auswärtigen Amt oder der Admiralität Nachrichten zu erhalten, waren ohne Resultat. — Andere Meldungen behaupten, daß am 7. ds. die Gesandtschaften noch a u s h i e l t e n. Die japanische Gesandtschaft dementiert die Nachricht englischer Blätter bezüglich eines geheimen Vertrages zwischen England und Japan in der China-Frage. Die nordchinesische Mission hat nach den Informationen, die in Chester eingetroffen sind, keinen Schaden erlitten. Der gestrige Kabinettsrat beriet über China. Die ungewöhnliche Dauer desselben und die afrikanischen Nachrichten wirkten sehr verstimmend. London, 14. Juli. Wie mitgeteilt wird, ist bis zur Stunde keinerlei Verständigung zwischen den Groß<- mächten über ibie in China nach Beendigung des Aufruhrs einzuschlagende Politik erzielt worden. Man ist überzeugt, daß Rußland,obgleich 'es sich der Landung eines japanisches Armeekorps in China nicht widersetzt hat, in keinem Falle zugeben werde, daß Japan deswegen Ansprüche auf besondere Konzessionen tzu machen sich erlauben könne. Paris, 14. Juli. Das Blatt „Radical" berichtet, daß der französische Minister des Auswärtigen, Delcasse, informiert worden, Prinz T u a n habe einige Chinesen beauftragt, den chinesischen^ Gesandten in Paris zu ermorden. Infolge dessen sind strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. < Petersburg, 14. Juli. Der General-Gouverneuv des Amur-Gebietes Generalleutnant Grodekow ordnete die sofortige Verdoppelung der Schutztruppe für die ost- chinesischen Eisenbahnen an. — Ferner wird aus Odessa berichtet: Die Einschiffung der aus vier Regimentern bestehenden Linien-Brigade nach Ostasien sei vom! Kriegsminister befohlen worden. New Bork, 14. Juli. Der amerikanische Konsul in Shanghai telegraphierte gestern nachmittag, er habe eine Bestätigung der Meldung von der Ermordung der Fremden in Peking am 6. Juli erhalten. Der Krieg in Südafrika. Folgende Einzelheiten werden von britischer Seite über die Niederlage der Briten bei NitralS Nek westlich von Pretoria mitgeteilt: 5 Kompagnieen des Lincolnshne- Regiments trafen am Dienstagnachmiltag an dem über die MegalieSberge führenden Paß (eben der NitralS Nek) ein, um ihn zu halten. 3 Kompagnieen besetzten eine Stellung um den Paß, während die übrigen in der Ebene blieben. Als am 11. früh bei Tagesanbruch von den Vorposten, die auf einem kleinen Kopje nördlich des Paffes standen, Schüffe abgegeben wurden, erschienen auf einem östlich gelegenen Kopje Buren und eröffneten ein heftiges Feuer. ES entstand hierauf Verwirrung, aber auf Befehl des Obersten besetzten die Mannschaften bald eine Stellung auf einem westlich vom Paffe gelegenen Kopje. Den ganzen Tag Über wurde ein heftiges Feuer unterhalten. 2 Ge- schütze mit Bedeckung von den ScotS Greys, die im Vordertreffen der Hauptabteilung aufgestellt waren, wurden nach heldenmütigem Widerstande vomFeindegenommen und beinahe alle Bedienungs- und Bedeckungsmannschaften getötet oder verwundet, während cs einem Sergeanten gelang, mit Hilfe von 7 Freiwilligen ein Maximgeschütz zu retten. Die Buren unterhielten auf der ganzen Linie ununterbrochenes Feuer, das vom Lincolnfhire- Regiment erwidert wurde. Gegen 3 Uhr erschien der Feind zur Linken der englischen Stellung. Ein Offizier und 15 Mann versuchten ihn anzugreifen, doch wurden 14 von der kleinen Schar getötet oder verwundet. 3 Kompagnien des Lincolnshire-RegimentS wurden vollständig umzingelt. Nachdem ihnen die Munition ausgegangen war, suchten sie eine gute gedeckte Stellung auf und erwarteten mit aufgepflanztem Bajonett den Angriff des Feindes. Die Proklamation des Feldmarschalls Roberts, die den Betrieb der Johannesburger Minen beschränkte, wurde zurückgezogen. Wo die Notwendigkeit erwiesen ist, werden Erlaubnisscheine zur Wiederaufnahme des Minenbetriebes gewährt und Erleichterungen zur Beschaffung von Kohlen und Anwerbung von Arbeitern bewilligt. Mehrere Minen haben die Arbeit bereits wieder aufgei?bmmen. Auf das Rundschreiben um Vermittlung im südafrikanischen Kriege, welches das Berner internationale Friedensbureau an sämtliche im Haag vertreten gewesenen Staaten richtete, hat Dr. LeydS, der Vertreter Transvaals, dem Friedensbureau geschrieben: Möchte endlich dieses ungleiche Duell aufhören und zwischen- den kriegführenden Parteien durch ein offenes und loyales zwischentreten eines unparteiischen Vermittlers ein auf gerechte und billige Bedingungen gestellter Frieden zustande kommen. Die „Berl. VolkSztg." veröffentlicht ein Interview ihres Pariser Korrespondenten mit der Burengesandtz- schast. Die Delegierten erklärten auf die Frage, ob sie nach Berlin kommen würden, daß sie vorläufig noch nicht daran dächten; denn die Stimmung in Berliner amtlichen Kreisen erscheine ihnen jetzt im höchsten Grade englandfreundlich. * Telegramm des Gießener Anzeigers. London, 14. Juli. Trotz der schlimmen Nachrichten aus Südafrika drücken die Morgenblätter ihr volles Vertrauen zu Lord Roberts aus und sind der Ansicht, daß die Erledigung der Frage der Verwaltung von Südafrika nur etwas verzögert ist. Der allgemeine Eindruck ist der, daß vorläufig keine englischen Truppen aus Südafrika ab ko mm en können, da die augenblickliche Lage dies nicht gestatte. Deutsches Keich. Berlin, 13. Juli. Kaiser Wilhelm hat, wie au# Norwegen gemeldet wird, heute früh 8 Uhr die Reife nach Aalesund fortgesetzt. — Der Gouverneur von Deutsch Ostaftika, Generalmajor Siebert wird sich am 11. August einfchiffen und gegen Ende des Monats in Deutschland eintreffen. Zw seinem Stellvertreter ist der Major Estorfs auSersehen. — Der neu ernannte Kolonialdirektor Dr. Stuebel hat seinen bisherigen Posten in Chile verlassen und die Heimreise über Panama angetreten. Er wird Ende Juli Europa erwartet und Mitte August sein neues Amt übernehmen. —- Wie die „Staatsbürger Zeitung" mitteilt, wurde heute srüh in ihrer Redaktion eine Haussuchung abgehalten. Es handelte sich um die Beschlagnahme von Zeitungen und Manuskripten und Briesen in der Konitzer Mord.Angelegenheit. An Zeitungen wurden die noch vorhandenen Exemplare von 4 Nummern beschlagnahmt. — Das neue deutsch-amerikanische Handels- Abkommen räumt, wie die „Berl. N. Nachr." an zuständiger Stelle erfahren, Deutschland die anderen Ländern aus Grund des Art. 3 des Dingley-Tarifs zugestandene Tarisermäßigung ein. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Branntwein, nicht moussierende Weine, Kun st gegenstände u. dgl. mehr. Ein prinzipieller Werl liegt in dem Umstande, daß Deutschland seitens Amerikas mit den anderen Staaten handelspolitisch aus gleichem Fuße behandelt wird, und daß die Vereinigten Staaten die Berechtigung der deutschen Proteste gegen die bisher beliebte differentiale Behandlung der deutschen Einfuhr anerkannt haben. In dem neuen Abkommen ist eine Kündigungszeit von drei Monaten vorgesehen, sodaß Deutschland in Zukunft nicht durch Kündigung der Vereinbarung und eventueller Ausschließung Amerikas von dem Genuß seines VertragstariseS vor Benachteiligung schützen kann. Die über den Rahmen des Artikels 3 hinausgehenden Handelsbeziehungen Amerikas mit einer Anzahl anderer Staaten, zu denen auch Frankreich gehört, ist bisher nicht in Kraft getreten. Hamm, 13. Juli. Kultusminister Dr. Studt richtete an den Major von Falk ein Schreiben, das folgende Sätze enthält: „Mit Ihnen trauert unser Vaterland um einen Mann, der in unermüdlicher Hingabe an die schweren und verantwortungsvollen Pflichte» des Amtes, in charaktervoller Wahrung der staatlichen Interessen und in tapferer Vertretung seiner Ueberzeugung der Mitwelt ein leuchtendes Beispiel gegeben und sich einen ehrenvollen Platz in der Geschichte unserer Zeit gesichert hat. Die Erinnerung an die zehn Jahre, während deren es mir vergönnt war, als Oberpräsident von Westfalen mit Ihrem verewigten Herrn Vater in dienstliche und gesellige Beziehungen treten zu dürfen, werden mir unvergeßlich bleiben. Der tiefen Trauer, welche die Kunde von dem Tode des allseitig hochverehrten früheren Chefs in dem mir unterstellten Ministerium hervorgerufen hat, versuche ich im Namen meiner Mitarbeiter dadurch einen schwachen Ausdruck zu verleihen, daß ich den zurzeit abkömmlichen ältesten vortragenden Rat, Geheimen Ober- Regierungsrat Löwenberg beauftragt habe, am Sarge des teueren Entschlafenen einen Kranz niederzulegen. Ich felbst bin erst gestern von einer Dienstreise aus Schlesien zurückgekehrt und durch dringende Drenst- geschäfte leider verhindert, dem Verewigten persönlich die letzte Ehre zu erweisend „ , ~ „ Auch Fürst Hohenlohe beklagt den Heimgang Falks. Aus Ragaz telegraphiert er: „Ew. Hochwohlgeboren bitte ich, aus Anlaß des Ablebens Ihres verehrten Herrn Vaters den Ausdruck meines tief empfundenen Beileids entgegenzunehmen." t ~ r Was Falk als Hüter der wtsseiftchastllchen Frerhett bedeutete, sagt einer ihrer Hauptträger: „Gestatten Sie einem Manne, der in Ihrem verstorbenen Vater nicht blos einen unserer Besten verehrt hat, sondern der chm auch per- sörüich in schwerer Zeit Schutz zu danken hat, Ihnen seine Teilnahme auszusprechen. Hochachtungsvoll Mommsen." Ein Zeugnis für Falks Bedeutung ist auch die Trauerkundgebung des Dekans der theologischen Fakultät der ver- einigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg, Professors v. Haupt: „Die Fakultät ist stets stolz darauf gewesen, ihn (5alf) in bei Zahl ihrer Doktoren nennen zu dürfen, und hat m chm stets ein Vorbild evangelischer Ueberzeugungstreue, Freihett und Weuherzrgkett verehrt. Sein Gedächtnis gehört der Geschichte unseres Staats und unserer Landesküche an ; wir aber freuen uns, daß mir an chm einen bescheidenen Anteil gehabt haben". Aus Stadt und Kand. Gießen, 14. Juli 1900. *• Generalstabsreife. Unter Leitung deS Chefs des Generalstabes des 18. Armeekorps findet demnächst eine 17tägigc Generalstabsreife statt. An der Reise beteiligen sich etwa 7 Stabsoffiziere, 10 Hauptleute, 4 Leutnants, 1 Jntendantmbeamter, 2 Unteroffiziere, 28 Gemeine, mir zusammen 44 Pferden. •• Das Amtsblatt Nr. 14. vom 26. Juni cr. des Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, enthält folgendes Ausschreiben an dre Großh. Kreisfchulkommisfionen: Es ist uns aufgefallen, daß seitens der Schulverwalter und Schulgehilfen Gesuche um Versetzung häufig bereits kurze Zett, nachdem dieselben auf einer Stelle aufgezogen find, vorgebracht werden und daß mitunter derartige Gesuche seitens der Großh. KreiSschul- kommissionen zur Berückfichtigung empfohlen werden, ohne daß dienstliche oder dringliche persönliche Gründe die Versetzung geboten erscheinen ließen. . Es unterliegt keinem Zweifel, daß ein häufiger Wechsel der Schulverwalter rc. sich nicht nur für die betreffende Schule nachtettrg geltend machen muh, sondern daß es hierdurch auch für die bettesfende Kreisschulkommission sehr erschwert wird, sich die notwmdrge Kenntnis von dem Lehrpersonal ihres Bezirks anzueignen und für eine gleichmäßige Heranbildung der jüngeren Lehrkräfte Sorge -u tragen. Mit Rücksicht hierauf sehen wir und veranlaßt, die nachstehenden Bestimmungen zu treffen: 1. Gesuche von Schulverwaltern und Schulgehilfen um Versetzung auf andere Dienststellen sollen im allgemeinen nur dann berücksichtigt werden, wenn der Nachsuchende bereits längere Zeit auf einer und derselben Stelle thätig war, fich im Dienst bewährt hat und dem Wechsel ein dienstliche« Interesse nicht entgegen steht. 2. Gesuche der vorbezeichneten Art sind an die Kreisschul- kommisston deS DienftortS zu richten. Die Kreisschulkommission hat sich bet Vorlage deS Gesuchs über das Vorhandensein der unter 1. bezeichneten Voraussetzungen berichtltch zu äußern und, wenn dieselben nicht vorhanden sind, sich einer Befürwortung des Versetzungs- gcsuchS zu enthalten. . ,, ,, . 3. Ein Versetzungsgesuch soll namentlich nicht schon «uT dem Grunde berücksichtigt werden, weil der Nachfuchende sich üngedltch bereits längere Zett auf einer minder begehrten Stell; befinde. Gerade für solche Stellen macht sich erfahrungsgemäß der häufige Wechsel im Lehrerpersonal am mißständtgsten fühlbar, und eS erscheint deshalb geboten, darauf zu achten, daß ein solcher Wechsel nicht ohne triftige Gründe eintritt. 4. In besonderen Fällen kann Gesuchen von Schulverwaltern und Schulgehilfen um Versetzung auch ohne Vorliegen der unter 1. bezeichneten Voraussetzungen dann stattgegeben werden, wenn a) die Versetzung im Jntereffe der dienstlichen Ausbildung des Nachsuchenden gelegen ist, b) wenn in der Person des Nachsuchenden gelegene triftige Gründe, Gesundheitsverhältniffe rc. eine Berücksichtigung billig erscheinen lassen. Die geltend gemachten Gründe sind von der Kreisschul-Kommission einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. 5. Auf die Versetzungen, die von der Kreisschulkommisfion im In- tercffe des Dienstes beantragt werden, finden die vorstehenden Bestimmungen keine Anwendung. Sie wollen sich hiernach bemeffen und die Schulvorstände entsprechend bedeuten. Dr. E i s e n h u t h. de Beguclair. * * Gleiberg Verem. Am 28. Juli hält der Gleiberg- Verein seine alljährliche General-Versammlung auf Burg Gleiberg ab. * * Omnibusverkehr. Zu dem morgen Sonntag nachmittag im Philosophenwalde stattsindenden Sommersest deS hiesigen Turnvereins wird die Omnibus Gesellschaft ihre Sommerwagen von und nach dem Walde verkehren lassen. Abfahrt ab Bürgermeisterei von 3 Uhr ab alle Viertelstunden. • * Schützenfest. Der Schützenverein Gießen, dem als sestgebender Verein im vergangenen Jahre beim großen Verbandsschützenfest auf dem Trieb die Sympathien unserer gesamten Bevölkerung in reichem Maße zu Teil geworden, veranstaltet am Sonntag, den 22. und Montag, den 23. Juli auf seinem Schützenplatz ein Preisschießen, verbunden mit einem großen Volksfest. Alle Vorbereitungen find getroffen, die Veranstaltung recht volkstümlich zu gestalten. • • Der Gießener Fußballklub veranstaltet morgen nachmittag 4 Uhr i mit der ersten Mannschaft des Laubacher Fußballklubs I mehrere Wettspiele auf der Hombacher Wiese. Bei dem letzten Wettkampfe in Gießen blieb die erste Mannschaft des Gießener Klubs Sieger. ♦ ’ Konzert. Vom 17. ds. MtS. ab wird im Konzertsaal „Zu den vier Jahrzeiten" das „Viktoria-Trio", das z. Z. im Wintergarten zu Wilhelmshaven mit bestem Erfolge austritt, seine Vorstellungen beginnen. Ueber das Auftreten der Künstler liegt uns von Wilhelmshaven nachstehende Besprechung vor: Im Wintergarten herrscht fortgesetzt überaus großer Andrang zu den Elite-Vorstellungen des „Viktoria-Trios". Am Sonntag war der Saal total ausverkauft. Hunderte mußten an der Kaffe wieder umkehren, da auch nicht ein einziges Plätzchen zu erhaschen war. Dieser fortgesetzt starke Besuch beweist am besten, in wie hohem Maße die Vorstellungen des Ensembles sich der Gunst des Publikums erfreuen. That- sächlich find die Darbietungen ganz vorzüglich. Ein Besuch der Viktoria- Konzerte dürfte zu den genußreichsten Stunden zählen. Hiernach verfehlen wir nicht, Freunde heiterer Muse auf die bevorstehenden Abende, die nächster Zeit das Kon- zerthaus „Zu den vier Jahreszeiten" bieten wird, aufmerksam zu machen. * • Humoristischer Abend. Am Dienstag, den 17. Juli findet in Steins Garten ein humoristischer Abend des Hofopernsängers F. Carlschulz statt. Wir entnehmen der „Danziger Zeitung" folgende Kritik: ,Jm Apollo-Saale wurde gestern abend viel gelacht. Lamborg hatte seinen Nachfolger gefunden in Herrn Carlschulz, einem stimmbegabten Sanger, einem Humoristen, Deklamator, der in Begleitung der Pianistin Fedora Petrowska wie ein Spielmann die Städte durchwandert und allabendlich einen Kreis von Zuhörern um sich versammelt, denen er dann Schnurren aller Art vor singt oder erzählt. Auch in Danzig hat er ein dankbares Publikum gesunden ; das zeigte gestern abend der dichtbesetzte Saal. Da kamen Humoresken, Parodien älteren und neueren Datums zum Vortrag; Reuter war vertreten, JuliuS Wolf mit einer ernsten Dichtung, dazwischen wechselten Kouplets, musikalische Humoresken, wie die Komposition eines Theaterzettels des „Freischütz", einer Travestie auf den Handschuh, eine längere Parodie auf Heine's „Ein Fichtenbaum steht einsam" nach berühmten Dichtern, ein geschichtlicher Vortrag über die heldenmütigen Spartaner, gehalten in der Sekunda des Seminars zu Mehlsack, und andere Humoresken mehr. Eine angenehme Abwechselung brachte Frl. Petrowska durch den Vortrag mehrerer recht gut vorgeiragener Klavierstücke, auch begleitete sie die Rezitationen des Herrn Carlschulz auf dem Instrument." Sonach können wir wohl einen genußreichen Abend voraussetzen. ** Extra-Zug. Aus Anlaß des morgen für die Kri e g er- Vereine des Kreises Wetzlar zu Burg-Solms staltfindenden General-Appels wird, wie wir bereits kurz mitteilten, von dort abends ein Extrazug nach Gießen ab- gehen, der in Wetzlar gegen 9 Uhr und in Dutenhofen um 9 Uhr 12 Minuten eintrifft. Es können diesen Zug auch Personen zur Rückfahrt nach Gießen von Wetzlar sowohl wie von Dutenhofen aus benutzen. O Nidda, 14. Juli. Die hiesige katholische Kirchengemeinde hat ein Grundstück erworben, aus dem nun nach Plänen des Architekten Kockerbeck-Gießen eine Kapelle mit Pfarrwohnung erbaut wird. Lauterbach, 14. Juli. Am gestrigen Tage kamen auf der Oberhesfischen Eisenbahn zwei Entgleisungen vor, jedoch ohne wesentlichen Materialschaden. Der eine Un- glückssall ereignete sich bei Bimbach, kurz vor der Station Großenlüder. Dort ist man gegenwärtig mit der Neuanlage eines Bahnhofs beschäftigt, und hier sind aus einem von Fulda kommenden mit Vieh beladenen Zug 3 Eisenbahnwagen aus dem Geleise gesprungen. Durch den Zusammenprall der Wagen wurden einige Stück Vieh aus dem einen Waggon geschleudert ohne nennenswerten Schaden zu leiden. Die MittagSzüge erhielten einige Stunden Verspätung, und der Verkehr wurde durch Umsteigen an der Unsallstelle aufrecht erhalten. Gegen 9 Uhr war das Geleise wieder fahrbar. Der andere Unfall kam abends gegen 9 Uhr bei der Station Burg- und Nieder-Gemünden vor, wo ein mit Langholz beladener Waggon von den Schienen abgesprungen ist. Infolge dieses Vorfalles trat wiederum eine Verkehrsstörung ein und der letzte Zug erreichte erst gegen 11 Ve Uhr die hiesige Station. (L. Ztg.) Offenbach, 17. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde ein dringlicher Antrag des Stadtverordneten Ulrich, auf Grund des Art. 37 der Städteordnung einen Kontra hl-Ausschuß zu wählen, der sich von der Art und Weise, wie die Beschlüsse der Stadt- verordneten'Bersammlung durch den Oberbürgermeister zur Ausführung gelangen, Kenntnis verschaffen und erforderlichen Falles Anträge stellen soll, gegen 4 Stimmen angenommen. — Auf Anfrage des Ministeriums über den Bau der Hafenbahn erklärte die Versammlung, daß zur Herstellung dieser Bahnanlage kein Bedürfnis vorliege und es Sache des Staates sei, die Bahn aus seine Kosten zu bauen, da sie ausschließlich ihren Interessen diene. — Zum unbesoldeten Beigeordneten wurde Herr Rentner Georg Gerhäuser I. einstimmig gewählt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Donnerstag um 4.25 Uhr in Grünberg fällige Zug traf zur planmäßigen Zeit nicht ein, da bei Großen-Lüder zuerst die Maschine und dann der ganze Zug entgleist war. Verletzungen von Personen und größerer Materialschaden sind nicht vorgekommen. Universitär und Hochschule. — Man schreibt aus Heidelberg: An der hiesigen Universität hat sich in der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät ein Siamese, Mom Rajawongse Toh aus Bangkok, den Doktorgrad erworben. Seine Dissertation handelt über die Landwirtschaft, insbesondere dm Reisbau in Siam. — Aus Würzburg wird geschrieben: Der a.-o. Profeffor Dr. Ludwig Medicus wurde zum o. Profeffor der Pharmakognosie und angewandtm Chemie sowie zum Vorstand des technologischen Instituts ernannt. — An der Universität Breslau hat sich der praktische Arzt Dr. Paul Jensen als Privatdozmt für Physiologie habilitiert. — Aus Greifswald berichtet man: An der hiesigm Universität habilitirt sich Dr. Philipp Jung als Prtvatdozent für GeburtshUfe und Gynäkologie. — Der Geh.-Justizrat Prof. Dr. Zorn in Königsberg hat einen Ruf an die Universität Bonn erhalten. — Dr. F. Förster, früher Redakteur der „Ethischen Kultur", wird, nachdem er für den Sommer beurlaubt worden, als Privatdozent der Philosophie an der Universität Zürich im kommenden Wintersemester über die „Hauptprobleme der Ethik" lesen. — An Stelle des an die Universität Lausanne übersiedelnden Profeffors Henri Warnery wurde der durch mehrere belletristische Werke bekanntgewordene westschweizerische Schriftsteller Philipp Godet zum o. Profeffor für ftanzösische Litteratur an der Akademie in Neuenburg ernannt. — Der Senat der Universität Lfausanne hat den Philologen Jean Bonnard zum Rektor gewählt. — Prof. Dr. Thomas Miller, der frühere Lektor für englische Sprache an der Universität Göttingen, ist in London gestorben. — Die Universität Zürich war die erste Hochschule deutscher Zunge, die den Frauen nicht allein den Hörsaal, sondern sogar das Katheder öffnete. Frau Dr. jur. Kempin war jahrelang bis zu chrer Ueberfiedelung nach Berlin und gefftigen Umnachtung, Prioatdozmtin an der juristischen Fakultät. Gegenwärtig sind an Universitäts-Instituten von Damen angestellt: Frl. Dr. Kworostansky als 4. Assistent an der geburtshilflich-gynäkologischen Klinik und Poliklinik, Med. prakt. Frl. Fitschen als 2. Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik. Als Sekretärin an der Stadtbibliothek fungierte die bekannte Dichterin und Darstellerin der „Blütezeit der Romantik" Ricarda Huch. Ihre Fach, kollegin Frl. Dr. Anna Tumarkin liest an der Universität Bern über Aesthetik. — In diesem Semester hören an den reichsdeutschen Universitäten 561 Frauen Vorlesungen, und zwar in Berlin 293, Bonn 61, Breslau 41, Erlangen 2, Göttingen 31, Halle 47, Heidelberg 13, Kiel 8, Königsberg 15, Marburg 8, München und Straßburg je 11, Tübingen 5, Würzburg 15. — Prok. Dr. Karl August Barack, Direktor an der Universitätsund Landesbibliothek in Straßburg, ist im Alter von 73 Jahren gestorbm. Grrichtssaal. Gietze«, 13. Juli. Schöffengericht. Ein halbwüchsiger Bursche aus Daubringen, der in diesem Frühjahr mit mehreren seines gleichen auf der Busecker Heide mit gleichalterigen Burschen aus Alten-Buseck zusammengetroffen war und dort ohne jegliche Veranlassung mit seinem Stock dreingeschlagen hatte, erhält eine Geldstrafe von 10 Mark. Die gegen den Angeklagten weiter schwebende Anklage auf schwere Körperverletzung konnte deshalb von der Anklagebehörde nicht aufrecht erhalten werden, und so mußte deswegen Freisprechung erfolgen; sonst hätte der Angeklagte jedenfalls mit dem Gefängnis Bekanntschaft gemacht. Strafkammer. Der 30jährige Maurer Georg Hensel IV. von Rödgen, der bis Ende 1898 keine Vorstrafen erlitten hatte, während er im Vorjahre wegen Betrugs und Unterschlagung, Hausftiedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung in Gefängnisstrafe genommen werden mußte, scheint durch die Strafen noch keineswegs auf den richtigen Weg gewiesen worden zu fein, denn am 11. März d. I. drang er gegen den Willen des Wirtes dreimal in die Wirtschaft des Andr. Flohr zu Rödgen und mußte aus ihr, da er, angetrunken wie er war, der Aufforderung, das Lokal zu verlaffen, nicht Folge leisten wollte, von dem Wirte mit Gewalt entfernt werden. Gegen diesen hatte er dabei Drohungen ausgefioßen, die von dem überaus rohen Charakter des Angeklagten bereits Zeugnis ablegen. Vom Schöffengericht Bad- Rauheim war der Angeklagte wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung in eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen genommen worden. Diese Strafe schien ihm indes zu hoch, weshalb er Berufung einlegte, die indes als unbegründet verworfen wurde. — Wegen Vergehens im Amte hatte sich der mehrfach vorbestrafte Wasenmeister Tobias Heidt von Lang-Göns zu verantworten. Er wird beschuldigt, einen ihm im März d. I. von dem Landwirt Konrad Lauber zur Verscharrung Vergebenen Kaibrkidaoer ohne L.'ö Genehmigung vorher abgeledrrt und die Haut verkauft, zu haben. Der Angeklagte ist geständig, glaubt aber, fich hierdurch einer strafbaren Handlung nicht schuldig gemacht zu haben. Von der Staatsarwaltschaft wird der Antrag auf Verurteilung des Angeklagten tmSinne deS § 350 d. St.-G.-B.. d. t. in eine Minimal-GtfängniSstrafe von 3 Monaten, gestellt. Die Strafkammer erachtet indetz die in dem fraglichen Paragraphen nieder- aelegten Voraussetzungen für den vorliegenden Fall, der lediglich ein Disziplinarvergehen in sich schließe, als nicht zutnstend und erkennt auf Freisprechung. — Durch Urteil deS Schöffengerichts Vilbel war der Schweinehändler PH. Reinhard Kron er aus VUbel wegen Vergehens gegen $ 328 des Str.-G.-B. in eine Gefängnisstrafe von 5 Tagen genommen worden, weil er gegen eine Verfügung deS KreiSamts Friedberg, durch die als Maßregel zur Unterdrückung von Viehseuchen der Handel im Umherziehen mit Klauenvieh bis einschließlich 15. Februar d. I. verboten wurde, sich dadurch vergangen, daß er am 24. Januar d. I. zu Ockstadt Zuchtferkel auf diese Weise abgefetzt habe. Der Angeklagte hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, und begründet diese heute dadurch, daß eine Verletzung deS fraglichen Paragraphen nicht vorliege. Er stellt zunächst die gegen ihn erhobene Beschuldigung in Abrede, behauptet vielmehr und beweist, daß er an genanntem Tage zunächst nur auf Bestellung geliefert habe; er muß aber zugeben, daß er ausnahmsweise auch bei Leuten vorgefahren fei, die ihm vorher von anderen Abnehmern aI8 Ferkclliebhaber geschildert worden seien. So hält denn daS Gericht anstatt der angesetzten Gefängnisstrafe von 5 Tagen eine solche von 1 Tag als ausreichend.__ Uermischttt. * Stettin, 13. Juli. Vor einigen Tagen wurde in der Grünstraße die Leiche einer Frau aufgefunden; man glaubte anfangs, daß sie an Schjagfluß gestorben fei. Die mittlerweile vorgenommene Obduktion hat nunmehr ergeben, daß es sich um einen Lustmord handelt und zwar an der 40 jährigen Ehefrau des im Jrrenhause befindlichen früheren Predigtamtskandidaten Schulz Frau Schulz ist vermutlich durch Zuhalten des Mundes und der Nase e r st i ck t worden. Die Verletzungen, die die Leiche aufweist, sprechen dafür, daß mehrere Personen den Lustmord verübt haben. Bon den Tyätern fehlt bis jetzt jede Spur. * Zum Brandunglück auf Hoboken wird aus New Dort gemeldet: Die Lloyddocks bleiben in Hoboken, indessen werden auf ein Jahr in New s2)orf Dockfazilitäten gemietet. Der Dampfer „Main" ist total verloren, während „Bremen" und „Saale" reparaturfähig sind. Die GesamtzahlderLeichen beträgt jetzt 170. • New-York, 14. Juli. Bei dem Brande eines Tene- ment Hauses in Hoboken kamen gestern 12 Personen um, darunter 5 Kinder einer einzigen Familie namens Winkelmann und drei Musiker namens Jakob Nikolaus, August Rindler und August Bachmann. Arbeiterbewegung. Rotterdam, 14. Juli. Die ausständigen Hafenarbeiter drohen die aus England berufenen Erdarbeiter mit Gewalt an der Arbeit zu verhindern. Infolgedessen und angesichts der bedeutenden Truppen, die zur Sicherheit der Arbeitsfreiheit herangezogen wurden, befürchtet man in den nächsten 48 Stunden blutige Zusammenstöße. 1200 fremde Arbeiter werden erwartet und sind zum Teil bereits eingetroffen.______________________________________________ Kandel und MrKehr. UslKswirMafl. — 4proc. neueste Anleihe der Stadt Offenbach im Betrage von Mk. 3,000,000t Die vor einigen Tagen durch die Darmstädter Bank und andere Bankhäuser übernommene Anleihe gelangt, wie wir hören, im Laufe der nächsten 14 Tage zur öffentlichen Zeichnung. Der EmissionSkurs wird sich auf 97,50 pEt. stellen. Wir werden nochmals darauf näher eingehen. Gieße«, 14. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Psd. JL 0.90—1.10, Hühnereier per St. 6-7 4, 2 St. 11—13 Enteneier 2 St. 14—16 Ganse, eier per St. 11—12 Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar JL 0.75—0.90, Hühner per St. •£ 1.20—2.00, Hahnen per Stück X 0.70—1.30, Enten per St. v* 2.00—2.20, Gänse per Pfund X 0.00—0.00 Ochsenfleifch per Pfd. 68—74 4, Kuh' und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Psd. 50—70 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bi2 5.00 »M, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. JL 8.00—9.00, Milch per Wer 16 H. Kirschen per Pfund 12—15 Keuche Meldungen. London, 14. Juli. In hiesigen politischen Kreisen geht daS Gerücht, die Regierung verschweige die aus Indien einlaufenden sehr ungünstigen Nachrichten über die neuerliche Asridis-Bewegung, die einen großen Umfang anzunehmen drohe. Wien, 14. Juli. Der „Ostdeutschen Rundschau" zufolge wurde die geplante Beratung der Vertreter des deutschenJugendbundeS abermals polizeilich verboten. Leoben, 14. Juli. Heute wurde das Urteil gefällt gegen 29 Arbeiter wegen der bekannten Ausschreitungen aus dem Erzberge, die drei Menschenleben forderten. Sieben wurden zu 2 Monaten bis 5 Jahren Kerker, die übrigen mit Arreststrasen verurteilt. Budapest, 14. Juli. Gestern sand hier ein erhebender Akt der Verbrüderung zwischen Budapest und Berlin, deutscher und ungarischer Kunst statt. Nachmittags erschienen die Mitglieder der Berliner Seccessionisten- Bühne auf dem Hofe des National-Theaters, wo zahlreiche ungarische Schriftsteller und Künstler anwesend waren und Kränze an der dort befindlichen Statue des deutschungarischen Heldendarstellers Landvay niederlegten. Aus eine Ansprache Gregoris antwortete der Direktor des National-Theaters mit begeisterten Worten, in denen er die Verbrüderung der deutschen und ungarischen Nation durch die Kunst feierte. Belgrad, 14. Juli. Starke Regengüsse gingen über das Land nieder. Im Kapaonik-Bezirk im Süden und dem Rudnik-Gebirge im Norden ist starker Schneefall eingetreten. 4882 ! Fahrräder Fahrräder billig. 4881 Schulstraße K. Giessen, den 14. Juli 1900. Programm: ». Teil Landwirtschaftliches Schöne 5»Zimmer-Wohnung, 2. Stock, y verm. Göthestr. 46._______ 4870 1 O v 4886 enorm billig. 4885 k. R. V. 1885. des I. Wiener Damen Orchesters. 4892 tersms 33. 4871 Sckillerstraße,-----4891---------------Der »cm »,r • rWU,» Uxl.mteStMh.«. uni «umtrudari (»iuf* EersatwortUch für Im »ü,em einen $iil: ». BittHi icke Us e^nyemt; *e»6 «eck — Srnck mU Aie heutige Wummer umfaßt !3 Seit vt Oi-Iniinitiiuuljiimjen © 311 uevli iiufe u lierNiedents ; (fiiiplfhliiiiiini Wietiielnche (Offene Stellen c ■3 N es Direktion: Albert Haberfelder. Kapellmeister: Theodor Schwikardi. 02931] Silberne Uhr mit Kette verloren von der LiebigshShe vts »rünberü-rstraße Nr. «. Daselbst> »»brngeben i. Stock. Lins, geb. 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Großh. Unioerfitäts-Rentamt. Weimer. 4864 1. Teil. 1. Konzert Nr. 1 3. Teil v. Mendelssohn. 2. Die beiden Spieler von Seidel. 3. a. Mädchen find wie betöinb)ß .n. J. Kaan jr.„ Kreuzplatz. Gin großer Wösten Damenwäsche (Muster) Johannesbeeren zu verkaufen. 02938 Gg. Unverzagt. Chemiker für die Dauer der gr. Ferien gesucht, der mit einem jung. Studenten qualitative Analyse im eignen Laboratorium repetieren soll. Off, unt. 4877 an d. Exp. d. -vl. Nur erstklassige, deutsche — Marken. Tourenrad Mark 150 Halbrenner , 165 Einige gebrauchte, gut erhaltene Bekanntmachung. In dem Güterrechtsregister unter* erttgten Gericht» wurde eingetragen: Wilhelm Wagenbach IV. zu Alten- Buseck und Margarethe Rabenau daselbst haben durch notariellen Ver- rag vom 5. 3. 1900 vereinbart »aß der Güterstand ihrer Ehe nach >en Grundsätzen des B. G. Bs. über die Errungenschaftsgemeinschaft beurteilt werden soll. 4876 Gießen, am 4. Juli 1900. Großherzogliches Amtsgericht. Submission Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Kraukeukleidern, Stoff zu Stores, neuen Roßhaarmatratzen und das Auf- arbeiten von Rohhaar- Matratzen sür die neuen Kliniken in Gießen soll auf dem öffentlichen Submissionswege für das Rechnungsjahr 1900/1901 vergeben werden. Bezüglich der Lieferungsbedingungen ist der Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893, >as Verdingungswesen betr., und dessen Anlage A maßgebend. Die Lieferungsbedingungen und Mnsterstücke find auf dem Verwaltungsbureau genannter Anstalt an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 6 Uhr einzusehen. Offerten mit der Aufschrift „L.eferung von Weißzeug rc." sind verschlossen bis zum Montag den 30. Juli 1900, mittags 12 Uhr, unter Beifügung von Stoffmustern an die Großh. Ver- waltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 11. August 1900. Die Lieferung kann auch verteilt vergeben werden. 4901 Gießen, den 14. Juli 1900. Großherzogl. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. Zu den vier Jahreszeiten 47 Grünbergerstratze 47. Keule, Sonntag den 15. Juli 1900: Zwei grosse Konzerte Karten vorher in der Musikhandlung des Herrn Ernst Challierr 1,20 Mk. und 80 Pfg. An der Kasse 1,50 und 1 Mk. 4862 Für die Herren Studierenden 1. Platz 1 Mk. an der Kasse. »cnT/bMi..: Grohs KiWoppen-Konzert Evaug. Gottesdienste der MetKodisten-Gemeinde. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengasse. Sonntag den 15. Inti, nachmittags 2 Uhr: Sonntagsschule, 4 Uhr: Predigt. Abschied des HitfSpredigers K. Ur eck. Jedermann freundlichst willkommen. Md!. MM«. Areibavt. 4799 ALveimütislh 35 M. täglich frisch abgekockten Schinken. * Hermann Enter, Mäusburg. Adolf Baer, I ikvmietniiaen 02924] Ein junges Dienstmädchen — vom Lande bevorzugt — wird Bahn- hofstraße 17 gesuckt._______________ Aur Führung eines frauenlosen Haushalts wird eine erfahrene nicht zu junge Person gesucht, die gut bürgerlich kochen und dem Hauswesen vorstehen kann. 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