Nr 163 Erstes Blatt.Sonntag den 15, Juli 1900 Alle An-ei-m.vermittiung-stellen de- In- und »ullenle nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger rntgegou Zeilmprets: lokal 12 Pfg., au-wätt- 20 Pf,. W«»«h»e •*« Anzeigen zu der nachmittag- für dm Tn, «scheinenden Nummer di- eerm. W Whr. WdtzeßeLnngen spatesten- adentzs »ovher. ttgNch eit »gea^ic de- Die WeHener MaMtLienßtttler werden dee Anzeiger <* »echfa eit „Hess. 8eabn>kt* ». ^Blätter Mr he». Volk-künde" WchchL 4 mal deigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Nezngaprel- vierieltährl. Mk. HM monatlich 76 Pf,, mit vringerlohuj durch die «dholeßeUe» vierteljährl. Mk. IM monatlich Sb Pf,. Bei Postbezu, Mk. 2,40 oierleljLHM. mit vestellgeltz Amts- «nd Anzeigeblntt für den Ureis Giefzen. RMNm, Arpedition und Druckerei: >#«£#r«6< Nr. 7. Orattsbettagm: Gießener Famitienbiätter, Der heWtze Landwirt, Blätter für hessische UolKsKunde. Adresse für Depesche«: Jhtiefget chtsßO», Fernsprecher Nr. 6L w beit v. Bechtold. Der Fleischerverbandstag Heidelberg ihr Können zu bezeigen Dem eifrigen und H H bie Die der Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag H H N H Grüningen, Holzheim, Lang-GönS, Großen Linden, Allendorf a. d. Lahu, Klein-Linden, Garbenteich, werden, einen sehr erheblichen Fortschritt gegenüber bisherigen Verhältnissen bedeuten. in H H den M Juli w jetzt versagt gebliebene Erfolg hoffentlich diesmal nicht auß» bleiben. — Zum Kirch-Preis haben sämtliche Nudervereine der Lahn (Ems, Limburg, Wetzlar, Gießen) gemeldet. — Die gesamten Meldungsergebnisse sind folgende : Nr. 1. Großer Vierer. I. Frankfurter RudenGesellschaft Ger« Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Juli 1900. ** Regatta. Zu der am Sonntag dem 29. Juli statt- findenden 10. Gießener Ruder-Regatta haben 15 Vereine 35 Boote mit 161 Ruderern gemeldet, und sowohl bezüglich der Anzahl der Boote als auch der Ruderer ist die höchste Meldezifser erreicht. Es werden im Ganzen 10 Rennen gerudert. Bei den meisten Rennen sind erstklassige Mannschaften gemeldet, sodaß hochinteressante sportliche Wettkämpfe am 29. Juli zu erwarten sind. Zum Lahnpokal haben 4 Vereine genannt, darunter Danzig den Meister von Deutschland von 1898 (M. Sommerfeld), der bei dem letzten Meisterschastsrudern in Berlin Zweiter wurde, nach unserem diesjährigen Meister Albert Rübsamen. Die Konkurrenz dieser beiden besten deutschen Skuller dürfte namentlich für unser Gießener Publikum das Hauptinteresse der Regatta bilden. — Unserer akademischen Vierermannschaft ist Gelegenheit geboten, aus heimischem Wasser gegen Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Laus der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, den 11. Juli 1900. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. _______ v. Bechtold. Eine Unterfrage zum Fleischsbeschaugesetz bildet Einfuhr von Schweineleberu und Schweinezungen. Wurstindustriellen sind der Meinung, baß Deutschland Einfuhr ausländischer Schweinelebern nicht entbehren könne Bekanntmachung. Be tr.: Vorträge über Obstbau. Der Obftbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt, die nachverzeichneten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau zu halten, und an Obstbäumen praktische Unterweisungen vorzunehmen. Im Jntereffe der Sache ist die Beteiligung der Mitglieder und sonstiger Freunde des Obstbaues erwünscht. Bekanntmachung. - Es. Ivird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, oatz nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provtnzralausfchuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. , Lauf der gesetzlichen Fristen sind dieselben ohne Elnfluß. ' Gießen, den 11. Juli 1900. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberbessen. v. Bechtold. Zum deutsch-amerikanische« Kegensettigkeitsvertrag. Die Nachricht von dem Abschluß eines Gegenseitigkeits- Vertrages zwischen dem Deutschen Reiche und den Bereinigte Maaten von Nordamerika kommt ziemlich überraschend. Man hatte angesichts der tiefgehenden Mein- ungsverschiedenheiten, die bezüglich der Auslegung der Meistbegünstigungs-Klausel zwischen beiden Staaten be- Mnden, nur wenig Hoffnung noch, gehabt, eine neue Ber- einbarung zu stände kommen zu sehen, und die Thatsache, es trotzdem -gelungen ist, verdient umsomehr Beachtung, mania, 2. -Ruder-Klub Hamm, 8. Frankfurter Ruderverein 1805 , Nr. 2. Vierer. 1. Wetzlarer Ruder-Klub, 2. Gießener Ruder Gesellschaft 1877, 8. Ruder-Verein Ems, 4. Ruder-Verein Limburg; Nr. 3. Einer. 1. Danziger Ruder-Verein, 2. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877, 8. Frank furter Ruder-Verein 1865, 4. Hanauer Ruder-Gesellschaft Hassia 1884; Nr. 4. Zweiter Vierer. 1. Wetzlarer Ruder-Klub, 2. Frankfurter als wir es in diesem Gegenseitigkeitsvertrag mit dem ersten größeren Erfolg zu thun haben, den die deutsche Negierung seit den Caprivi'schen Handelsverträgen auf handelspoli schem Gebiete zu verzeichnen hat. Die Differenzen zwischen den beiden nunmehrigen Vertragsstaaten waren dadurch entstanden, daß Amerika dem Deutschen Reiche die Meistbegünstigung, also die anderen Ländern eingeräumten Vorteile nur dann gewähren wollte, ivenn es dagegen gleichwertige Zugeständnisse in Tausch gäbe, eine Auffassung, der sich Deutschland um so weniger anschließen konnte, als sie nicht nur dem Wesen der Meistbegünstigung völlig widersprach, sondern auch im Handelsverkehr mit den Vereinigten Staaten seither niemals praktisch bethätigt worden war. Die Folge war, daß eine handelspolitisch^ Entfremdung zwischen den beiden Staaten eintrat, die verschärft wurde durch den Abschluß verschiedener Reciproei- tätsverträge, xu denen sich die Union in Verfolg der Bestimmungen des Dingley-Tarifs mit anderen Staaten entschloß. Von diesen Gegenseitigkeitsverträgen war der mit Frankreich für uns von besonderer Bedeutung, weil er der französischen Ausfuhr Zollvergünstigungen für solche Waren einräumte, die im wesentlichen auch den Gegenstand des deutschen Exportes nach den Vereinigten Staaten bildeten, Vergünstigungen, dfe infolge der sich daraus ergebenden Differenzierung unserer deutschen Waren naturgemäß zur Folge haben mußten, daß die deutsche Ausfuhr nach Amerika der französischen gegenüber ins Hintertreffen geriet. Wenn es auch» den Anschein hatte, als ob die Bereinigten Staaten mit diesem Abkommen mit Frankreich, auf Deutschland eine Pression auszuüben beabsichtigten, so blieb der ebenso unhaltbare wie peinliche Zustand doch bis auf den heutigen Tag bestehen und wird nun erst, nachdem die seit einigen Jahren geführten Unterhand hingen der Deutschen Reiterung mit der Union bezüglich der Erlangung von Zugeständnissen für die deutsche Zucker einfuhr, die durch den ameriranischerseits eingeführten Zollzuschlag in Höhe der deutschen Ausfuhrprämien sehr erschwert wurde, sowie für Wein- und Textilwaren zu einem anscheinend befriedigenden Ergebnis und gleichzeitig auch zu einem Einvernehmen über das Wesen der Meistbegünstigung geführt haben, zu existieren aufhören. Das Entgegenkommen, das deutscherseits den Bereinigten Staaten in mancherlei Hinsicht, beispielsweise in der Wiederzulassung der amerikanischen Lebensversicherungs gesellschaften, bewiesen wurde, hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, die beiderseitigen Handelsbeziehungen, an deren vertragsmäßiger Regelung Amerika ja ein mindestens ebenso großes Interesse hat wie Deutschland, auf eine geordnete Basis zu stellen, und wenn die Borgänge der neueren Zeit, das Verbot der Einfuhr amerikanischen Rindfleisches und amerikanischen Obstes, die Beschränkungen, die das neue FleistMMUgesetz der amerikanischen Fleischeinfuhr auferlegt, keinerlei nachteilige Wirkungen auf die Verhandlungen auszuüben vermochten, so beweist das nur, einen wie großen Wert die Vereinigten Staaten darauf legen, zu freundschaftlichen Handelsbeziehungen zum Deutschen Reiche zu gelangen. Wenn auch über den Inhalt des Vertrags Einzelheiten nvich nickst bekannt sind, so werden die nächsten Tage doch voraussichtlich schon alle wünschenswerte Aufklärung bringen, denn nach Washingtoner Nachrichten steht eine Proklamation Mae Kinley's bevor, welche die ermäßigten Zölle Deutschland gegenüber in Kraft setzt. Mögen diese Einzelheiten aber lauten wie sie wollen, wir haben in diesem Falle das Vertrauen zur Regierung, daß sie die deutschen Interessen in hinreichendster Weise gewahrt haben wird. Zu hoffen und zu wünschen bleibt nur, unsere maßgebenden Stellen möchten bei den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen mit Rußland, Oesterreick), England dieselbe ruhige Erwägung und kaltblütige Ueberlegung bewahren, die sie Amerika gegenüber gezeigt hat, dann kann man sich> vielleicht doch der Erwartung hingeben, daß auch hier ein Resultat erzielt werden wird, das nach allen | Seiten hin befriedigt. furt a. M. gewählt worden. Stein wurde zum Ehrenpräsidenten des Verbandes ernannt. Um zu den sachlichen Verhandlungen überzugehen, so bereitet dem Fleischer Gewerbe große Unruhe die strengere Praxis, die vielfach)! Polizei und Gerichte in den letzten Jal-ren hinsichtlich der Anwendung von Konservierungsmitteln beim Fleisch und von Färbemitteln bei der Dauerwurst üben und die zahlreiche Verurteilungen von Fleischern wegen Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz zur Folge gehabt hat. Die Ungleichheit der Rechtsprechung durch die verschiedenen Gerichte und die Ungewißheit über das, was erlaubt und was verboten ist, bringen die Fleischer in beständige Ge fahr. Andrerseits wird der Gebrauch von Konservierungs Mitteln als unumgänglich iwtivendig von den Fleischern hingestellt und das Färben der Wurst als ein Verschönet ungsmittel bezeichnet, das in anderen Gewerben, wie z B. in der Konditorei, der Bäckerei, der Likörfabrikation ohne Anfechtung benutzt wird. In dem letzteren Sinne faßte der Verband Resolutionen. Eine neue Sorge ist dem Fleischergewerbe erwachsen aus der am 1. Januar 1900 mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch in Kraft getretenen Ber ordnung, betreffend die Hauptmängel und Gewährfristen beim Vieh - Handel. Für den größten Teil der beim Schlachten festgestellten Krankheiten der Tiere ist damit die Haftung den Landwirten abgenommen und die Fleischer haben die aus den Beanstandungen der Schlachttiere fidji ergebenden Verluste zu tragen. Der Verbandstag beschloß, dahin zu wirken, daß der Umfang der, wie es in deut Bürgerlichen Gesetzbuch, heißt, „Hauptmängel", für die der Verkäufer, also der Landwirt, einzustehen hat, wenigstens in einigen wichtigen Punkten erweitert werde. Mit dec Gestalt, die das Fleischbeschaugesetz endgiltig erhalten, hat, erklärte sich der Verbandstag nickst zufrieden. Man beklagte es als eine Durchbrechung des sanitären Charakters des Gesetzes, daß die Hausschllachtungen von den« Beschauzwang befreit worden sind und daß die Einfuhr ausländisckM Pökelfleisches gestattet worden ist. Es wurde aber anerkannt, idjaß die Zustände, die durch bas liesest geschaffen Der 23. Verbandstag des Deutschen Fleischerverbandes, der am 11. und 12. ds. M. in Nürnberg abgehalten wurde, K6,1' in 5to,ei | .......... „CgC,BC... C.|llHtl. ... 11“»-»" . "I"-- ®»>— -i'“-» Tagung das Jubelfest seines 25 jährigen Bestehens und dann schied mit ihr der erste Vorsitzende des Verbandes Eduard Stein-Lübeck, der 14 Jahre lang in für das Fleischergewerbe schweren Zeiten die Geschäfte des Verbandes mit Ehren und Erfolg geleitet hat, aus diesem Amte. Aus sehr kleinen Anfängen hervorgegangen um- faßt der Verband gegenwärtig 31225 Mitglieder, und gerade in den letzten Jahren ist er stetig und stark gewachsen. An Stelle von Stein ist der bisherige zweite Vorsitzende Georg Eitel-Düsseldorf und an dessen Stelle Marx-Frank- und die blühende Leberwurstindustrie durch ein solches Einfuhrverbot untergraben werde. Der Verbandstag erklärte sich gegen eine kleine Minderheit für das Einfuhrverbot, das übrigens durch das Fleischbeschaugesetz selbst bereits ausgesprochen ist. Eine große Reihe anderer An gelegenheiten, die zur Verhandlung kamen, hat nur für den Berufsmann ein Interesse. Als Ort für den näckfften Fleischer-Verbandstag wurde Rostock bestimmt. Mit dem Verbandstag war eine sehr reich beschickte und höchst lehrreiche Fachausstellung verbunden. Dem Verbandstage vor aus ging die Jahresversammlung der Fleischereiberufs' genossenschaft, die der Präsident des ReickMversicherungs- amtes Geheimer Oberregierungsrat Gäbet durch seinen Besuche auszeichnete. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. „ „ Langsdorf. Der Beginn der Vorträge ist an Sonntagen nach- Mittags 3 Uhr, an Wochentagen abends 8 Uhr. Den Herren Obmännern der Ortsgruppen gehen besondere Mitteilungen zu. Gießen, den 13. Juli 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Gießen, 13. Juli 1900. Betr.: Revision des ServiStarisS und der Klasseneinteilung der Orte. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen Ott die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Eine Revision des ServiStarisS und der Klasseneinteilung der Orte steht bevor (s. Reichsgesetz vom 28. Mai 1887 und vom 26. Juli 1897). Falls von ihnen Anträge auf Versetzung in eine andere Klaffe zu stellen sind, wollen Sie dieselben bis zum 10. August an uns einreichen. Wir weisen darauf hin, daß Versetzungsanträge mit dem Nachweis einer inzwischen eingetretenen wesentlichen Veränderung der maßgebenden Verhältnisse zu begründen sein werden. Ruder-Verein 1865, 3. Offenbacher Ruder-Gesellschaft Undine, 4. Offenbacher Ruder-Verem; Nr. 5. Dollen-Zweier. 1. Ruder-Verein Ems, 2. Neuwieder Ruder-Gesellschaft, 3. Ruder-Klub Hamm; Nr. 6. Junior- Vierer. 1. Ruder-Klub Hamm, 2. Frankfurter Ruder-Verein 1865, 3. Offenbacher Ruder-Verein; Nr. 7. Akademischer Vierer. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877, 2. Heidelberger Ruder-Klub; Nr. 8. Dollen-Vierer. 1. Ruder-Gesellschaft Rhenania-Koblenz, 2. Kölner Ruder«Gesellschaft, 3. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877; Nr. 9. Großer Achter. 1. Frankfurter Ruder-Verein 1865, 2. Gießener Ruder- Gesellschaft 1877; Nr. 10. Ermunterungs-Vierer. 1. Ruder-Klub Hamm, 2. Offenbacher Ruder-Verein, 3. Ruder-Verein Limburg, 4. Hanauer Ruder Gesellschaft Hassia 1884, 5. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877. — Die gestern als Nr. 1 (Junior-Einer) und Nr. 4 (Junior-Achter) bezeichneten Rennen fallen aus, well zu jedem nur ein Boot gemeldet ist. ** Der Bäuerische Gesaug Verem wird sich morgen mit etwa 40 Sängern am Sängerfest in Dillenburg beteiligen. Bon dort schreibt man uns, daß zur Unterbringung von über 400 Sängern Vorkehrungen getroffen sind. ** Preis Schaustellung. Der Preis, den der Bauer'sche Gesang-Verein bei dem Gesangwettstreite in Weisenau errungen hat, ist mit Diplom im Schaufenster der Firma Retter am Lindenplatz (Ecke Wallthorstraße) ausgestellt. -ff-. Landes st ati st ik. Den Mitteilungen der hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik entnehmen wir, daß die Schülerzahl in den LehrerPräparanden- Anstalten zu Lindenfels, L i ch und Wöllstein am Ende des Schuljahres 1898/99 185 (Lindenfels 62, L i ch 60, Wöllstein 63) betrug, wogegen sie sich während des Schuljahrs 1899/1900 nur auf 173 (Lindenfels 54, Lich 62, Wöllstein 57) belief. Der Konfession nach gehörten 115 der evangelischen, 57 der katholischen und 1 der israelitischen an. Der Heimat nach verteilten sie sich auf Starkenburg 50, Oberhessen 58, Rheinhessen 57, Nichthessen 8. Söhne von Landwirten waren 66, von Handwerkern und Geschäftsleuten 64, von Beamten 20, von Lehrern 19, von Eltern andern Standes 4. — Der Lehrer- und Schülerbestand der Schullehrer-Seminarien zu Friedberg, Bensheim und Alzey im Schuljahr 1899/1900 stellte sich wie folgt: a) Lehrer-Personal: 3 Direktoren, 19 ordentl. Lehrer, 6 außerordentl. Lehrer, 3 Hilfslehrer ; b) Schülerzahl: Am Schlüsse des Vorjahres 298 (Friedberg 94, Bensheim 95, Alzey 109), Bestand am Schlüsse dieses Schuljahres 312 (Friedberg 105, Bensheim 105, Alzey 102). Davon zählen 244 zur evangelischen, 75 zur katholischen und 2 zur israelitischen Konfession. Der Heimat nach gehörten 91 nach Starkenburg, 99 nach Oberhessen, 115 nach Rheinhessen und 16 nach nichthessischen Staaten. 136 waren Söhne von Landwirten, 113 von Handwerkern und Geschäftsleuten, 42 von Lehrern, 24 von Beamten un5 6 von Eltern andern Standes. In Präparandenschulen waren 209, in Realschulen 54, von Volksschullehrern 42, auf Gymnasien 7 und in anderen Lehranstalten 9 vorbereitet. An höheren Mädchenschulen in Hessen unterrichteten im Schuljahr 1899/1900 48 ordentliche Lehrer (einschl. Direktoren) und 45 Lehrerinnen (Darmstadt 16 bezw 12, Offenbach 6 bezw. 5, Gießen 12 bezw. 9, Mainz 9 bezw. 13, Worms 5 bezw. 6) und 32 außerordentliche Leher und Hilfslehrer bezw. Lehrerinnen (Darmstadt 8, Offenbach 4, Gießen 3, Mainz 10, Worms 7). Die Gesamtzahl der Schülerinnen betrug 2174 (Darmstadt 629, Offenbach 289, Gießen 337, Mainz 582, Worms 337). Die Seminarklassen in Darmstadt wurden außerdem noch von 80 Schülerinnen besucht. Der Konfession nach gehörten 1630 Schülerinnen der evangelischen, 322 der israelitischen, 298 der katholischen und 4 einer anderen an. Aus dem Orte der Lehranstalt waren 2056 (Gießen 308), aus anderen hessischen Orten 133 (Gießen 16), aus andern deutschen Staaten 62 (Gießen 13) und aus nichtdeutschen Staaten 3. ** Heuchelheim, 14. Juli. Das«Lruse'sche Streichquartett, das vielen noch von seinen Konzerten in früheren Jahren her in ehrenvoller Erinnerung sein dürfte, veranstaltete gestern abend im Konzertsaal „Zur Ludwigsburg" seinen ersten Kammermusikabend dieser Saison, der einen glänzenden künstlerischen Verlauf nahm. Gleich die erste Nummer, das Es-dur-Quartett von Mozart, bereitete einen ungetrübten Genuß. Es wurde schwungvoll und mit sorgfältiger Ausarbeitung aller Feinseiten vorgetragen, ebenso die folgenden kleineren Quartett- jätze. Das Hauptinteresse des Abends konzentrierte .sich naturgemäß auf die beiden Solisten, die Herren H. und W. Kruse. Ueber Herrn H. Kruse, der seit einiger Zeit seinen Aufenthalt in Altona genommen hat, liegen uns die vorzüglichsten Kritiken aus Großstädten wie Berlin und Petersburg vor, die durch sein gestriges Spiel voll und ganz bestätigt wurden. Was Herr Kruse an Seele und Feinheit des Vortrages in dem Nocturno von Chopin und der Träumerei von Schumann bot, war schlechterdings unübertrefflich und stellt ihn in die Reihe der allerersten Cellisten der Gegenwart. Wir haben es eben hier mit einem Künstler zu thun, den man gehört haben muß, um die faszinierende Wirkung zu begreifen, die sein Spiel auf den Hörer äusübt. Zudem besitzt Herr Kruse ein Instrument von seltener Schönheit und Fülle des Tones, eine estte Guarneri, der von London aus für 10 000 Mark in \übergegangen ist. Das Publikum dankte dem Künstler durch anhaltenden Applaus, sodaß er sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Nicht minder erfolgreich trug tftTufe, der gegenwärtig an der Stuttgarter Oper ^.bben Prof. Singer als Konzertmeister und vielgesuchter Sonst, sowie als Lehrer am dortigen Konservatorium wirkt, Pavlo de «.arasates Zigeunerweisen mit staunenswerter Technik und großem Ton vor. Auch ihm spendete das Publikum für seine glänzende Leistung rauschenden Bei- fall bis .sich der jugendliche Künstler zu einer Zugabe verstand. Das zahlreiche ersmienene Publikum lauschte sämtlichen Vorträgen mit bewunderungswürdiger Ruhe und Aufmerksamkeit, abgesehen von einigen Störenfrieden die hier .»n keimnn Konzert fehlen zu dürfen scheinen. Alles in allem war der gestrige Musikabend für die Hörer eine Quelle reinsten Genusses, sodaß wir den Besuch des näcl)sten Konzertes äm Freitag kommender Woche nur empfehlen können. ' O Großeulmdeu, 14. Juli. Sonntag feiern auch in der hiesigen Gemeinde die „Fünfziger", gemeinschaftlich mit ihren Familienangehörigen im Weigaudt'schen Saale die Wiederkehr ihres fünfzigjährigen Geburtstages. Es wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß es den Jubi- laren noch recht lange vergönnt sein möge, in ihrem Beruf und im Kreise ihrer Angehörigen und Freunde gesund und froh zu wirken. Darmstadt, 13. Juli. Aus Stuttgart kommt folgende Meldung: Gestern abend wurde im Wilhelma- Theater zu Cannstatt nach Schluß der Vorstellung der „Puppe" ein A1 t e n t a t auf die Schauspielerin Fräulein Sa c cur ausgeführt. Ein junger Mann, der im Orchester saß feuerte drei Schüsse auf die Künstlerin ab, ohne zu treffen. Es entstand eine furchtbare Panik, die sich indessen legte, als Direktor Klein auf der Bühne erschien und das Publikum beruhigte. Der Attentäter erklärte nach seiner Festnahme, die sofort erfolgte, daß er seine That nicht bereue. Der Attentäter heißt Franz D a l l m e y e r, ist Handlungslehrling, stammt aus München und ist 18—20 Jahre alt. Er hat sich in Fräulein Saccur verliebt und ist offenbar infolge dessen übergeschnappt. Nach dem Abfeuern der drei Schüsse warf er den Revolver auf die Bühne. Frl. S. ist seit einem Jahre Mitglied des Darmstädter Hoftheaters als Opernsoubrette. Die Künstlerin^ erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit. Sie war für ein Feriengastspiel nach Stuttgart engagiert. — Die Verwaltung der Oberpostdirektion in Frankfurt ist dem Ober- Postdirektor Maier aus Darmstadt vom 1. August ab übertragen. Der kommissarische Ober-Postdirektor Hohl- f e l d in Kassel erhält die Ober-Postdivektorstelle in Darmstadt. Mainz, 13. Juli. Ein interessanter Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbs spielte sich vor der hiesigen Strafkammer ab. Angeklagt war der Obermüller Wilhelm Seidel von Amöneburg, der bei der Cement- fabrik Dyckerhoff u. Söhne beschäftigt war. Die Firma hat eine Erfindung zur Herstellung von Cementschlamm gemacht, die weniger Zeit als das bisherige Verfahren erfordert. Der Angeschuldigte hatte nun den Versuch gemacht, durch einen Patentanwalt von Frankfurt die Erfindung der Firma voraus in Berlin zur Anmeldung zu bringen. In der Verhandlung behauptete der Angeklagte, welcher den Besprechungen der Firma Dyckerhoff über die Versuche zu der Erfindung mehrmals beigewohnt, daß die Erfindung sein geistiges Eigentum und ihm von der Firma entwendet worden sei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 300 Mark Geldstrafe. Braunfels, 13. Juli. Am 18. Juli findet, wie wir bereits gestern kurz meldeten, in der herrlichen Linden- Allee des Herrengartens ein W o h l t h ä t i g k e i t s f e st! statt, dessen Erträgnisse mit anderen Einnahmen zusammen zum Bau eines eigenen Hauses für die hiesige Kleinkinderschule besttmmt sind. Das Fest beginnt um halb 3 Uhr. Unter den Klängen der beliebten und bewährten Marburger Jäger-Kapelle werden von schöner Frauenhand Speisen und Getränke zu billigen Preisen verabreicht und in geschmackvoll arrangierten und schön ausgeschmückten Verkaufsbuden Sachen verschiedenster Art feilgeboten. Für allerlei besondere Ueberraschungen ist selbstverständlich gesorgt. Ein herrliches Schauspiel wird am Abend die festlich beleuchtete Lindon-Allee gewähren. Bei Regenwetter findet das Fest in dem in der Linden-Allee errichteten, hinlänglich Raum gewährenden Zelt des fürstlichen Sommertheaters statt. Mancher auswärts Wohnende wird vielleicht gerne diese Gelegenheit ergreifen, unserem schönen Orte einen Besuch zu machon, durch den Besuch des Festes sich auch ein billiges Vergnügen bereiten und damit zugleich ein Werk bVr Wohlthätigkeit thun. — Zur Erleichterung des Besuches wird ein Extrazug der Ernstbahn von Stadt Nach Station Braunfels Abends 10 Uhr 30 Min. eingestellt. Wiesba den, 13. Juli. Der Schahvon Persien traf heute nachmittag mittelst Extrazuges hier ein, um sich in die Behandlung des Geh. Sanitätsrats Dr. Pfeiffer zu begeben. Ter Schah wurde bereits vor zwei Jahren von diesem Arzt behandelt, der damals zu diesem Behufe nach Teheran berufen wurde. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Arn 11. d. M. ertrank bei der etwa zwei Stunden südlich von Marburg gelegenen Nehmühle beim Baden in der Lahn der 20 Jahre alte Arbeiter Opper aus Niederwald bei Kirchhain. — Wie die New-Aorker Staatszeitung berichtet, ist in New-Jork der deutsche Arzt Dr. L. Arcu- larius im Alter von 62 Jahren gestorben. Dr. ArculariuS war in Schotten geboren, und seit 1866 in New-Dork als Arzt ansässig. — Wie man aus Mainz mitteilt, sind von den Truppen, die sich freiwillig nach China gemeldet hatten und angenommen waren, einige wieder zurückgestellt worden, weil deren Eltern sich an die Militärbehörde mit der Bitte gewendet hatten, ihren Söhnen die Erlaubnis zur Teilnahme an der Expedition zu versagen. — Der Ober- landesgerichtörat Dr. Frhr. Sprecher von Bernegg in Frankfurt a. M. ist zum Reichsgerichtsrat ernannt worden. Vermischtes. * Der ermsrdete deutsche Gesandte io Peking, Freiherr v. Ketteler, zeichnete sich durch eine außerordentliche Liebenswürdigkeit aus. Aus diese spekulierten zwei Schüler des Warendorfer Gymnasiums, eifrige Markensammler. Wie die „Wests. Rundschau" mitteilt, wandten sie sich an den Gesandten brieflich um Uebersendung einiger seltenen Freimarken. Thatsächlich traf nach Verlaus einiger Zeit eine eingeschriebene Sendung aus Peking, die eine überaus reiche Kollektion seltener Freimarken enthielt, mit folgendem eigenhändigen Begleitschreiben des Gesandten ein: „Kaiserlich Peking, den 2. April 1900. deutsche Gesandtschaft. An Herrn Helmuth Klostermann Warendorf i. W. Dem in der wieder beifolgenden Postkarte ausgesprochenen Wunsche entsprechend, sende ich Ihnen anbei eine Auswahl chinesischer und anderer fremden Postwertzeichen. Freiherr von Ketteler, Kaiserlicher Gesandter. Der Brief war 49 Tage unterwegs gewesen. Hocherfreut teilten die beiden Schüler sich in die willkommene Beute Das Dankschreiben der erfreuten Sammler hat Freiherr v. Ketteler nicht mehr erhalten. Lemberg, 13. Juli. Die Witterung hat sich gebessert. Das Hochwasser nimmt in Stry und Borys- law. ab. Der Schaden beträgt viele Millionen Gulden. Der Bahnverkehr ist noidj, gestört. * Unter dem Titel: „Auch e i n D ue l lm o ti v" berichtet die „Corr. Hung.": In Kasch au trug sich der eben nicht ungewöhnliche Fall zu, daß ein Oberleutnant in Geldverlegenheit geriet; er stellte demzufolge einen Wechsel aus, ließ ihn von zwei Kameraden mit unterschreiben und reichte ihn bei einer dortigen Sparkasse ein. Es ist begreiflich, daß er mit Spannung den Erfolg seiner schriftstellerischen Leistung mit Erfolg abwartete; allein derselbe war ein negativer, da Militärpersonen gerade auf diesem Gebiete schriftstellerischer Thätigkeit nicht beliebt sind und der Name selbst des verhaßtesten Wucherers auf einen Wechsel einen besseren Klang hat, als der des größten Kriegshelden. Der Wechsel des Oberleutnants wurde zurückgewiesen und der Oberleutnant nahm sich! das so zu Herzen, daß er den Bankdirektor sowohl, als auch die ganzeDirektion zum Duell forderte. Der Bankdirektor, der aber mehr Finanzmann als Ritter ist, wies ebenso wie den Wechsel auch die Herausforderung zurück. Aus dem Geschäftsleben. Mannheim, 12. Juli. Vor einigen Tagen versammelte die hiesige Sunlight-Seifenfabrik A.-G. zum ersten Male ihre sämtlichen Reiflichen und Vertreter, sowie auch viele Herren der Presse in dem großartig angelegten Etablissement, welches von Fachgenossen als eine Musterstätte gepriesen wird. Die große Anzahl der Teilnehmer, Vertreter und Reisende der Firma aus den) verschiedensten! Teilen Deutschlands, nebst den Herren der Presse wurden in eleganten Landauern zur Fabrik gefahren, wo sie int Bureausaale von der Direktion in herzttchster Weise begrüßt wurden. Nachdem eine photographische Gesamt-Aufnahme der Teilnehmer erfolgte, begann der Rundgang in der Fabrik. Als Unterbrechung desselben fand eine Waschdemonstration mit Sunlight-Seife statt, die äußerst intern essant und instruktiv verlief und bei allen Zuschauern Bewunderung hervorrief. Eine Anzahl Mädchen legten nachfolgendes in kaltes iWasser, um alle diese schmutzigen Stücke den von der Firma empfohlenen Waschverfahren, zu unterziehen: Eine Schürze, ein blaues Arbeiterbeinkleid voll von Flecken und Oel, einen Schleier, einen Hertenkragen, eine Damenblouse, ein Küchenhandtuch, ein wollenes Kleid, ein Fensterwaschjeder, ein Betttuch usw. Nachdem diese schmutzigen Wäschestücke in kaltem Wasser eingeweicht waren, wurden sie mit Sunlight-Seife eingeseift und jedes Stück wieder in lauwarmes Wasser eingelegt, um der Sunlight-Seife Zeit zu geben, ihre Arbeit zu thun. Nach/ Besichtigung der Fabrikräumlichkeiten begaben sich die Gäste wieder in den Demonstrationsraum zurück, um die bei der Wäsche erzielten Erfolge zu beobachten. Die eingelegten Wäschestücke wurden von denselben Mädchen aus dem Wasser herausgenjommen und auf einem Waschttsch leicht mit der Hand bearbeitet. Die Ueberraschung über die Arbeit, welche die Sunlight-Seife in so kurzer Zeit —i es waren eineinhalb Stunden verflossen — vollbracht hatte, war groß. Aller Schmutz wurde mit dem ablaufenden Wasser hinweggeschwemmt und alles war rein. Der wesentliche Vorzug der Sunlight-Seife besteht eben darin, daß das Kochen, Brühen, Zerren, Bürsten und Wringen der Wäschestücke nicht mehr nötig ist. Allseitig gefielen die ausgedehnten, Hellen, luftigen Räumlichkeiten der Fabrik mit ihren vorzüglichen Einrichtungen, welche den weitgehendsten hygienischen Anforderungen entsprechen. Im Siedehaus, Dem eigentlichen Herz der Fabrikation, fesselte ein sehr spannender und belehrender Vortrag des technischen Direktors die Aufmerksamkeit der zahlreichen Zuhörerschaft. Es wurde der Werdegarrjg der Sunlight-Seife von Eingang des Rohmaterials bis zur Fertigstellung des bekannten charakteristischen Doppelstücks gezeigt, und alle Teilnehmer waren hochbefriedigt über das, was ihnen hier gezeigt wurde. Auch die eigenle Druckerei, die Kartonnägeu- fabrikation, die Kistenfabrik, das Laboratorium und die Wohlthättgkeitsanstalten wurden besucht. Nach einer Erfrischung an einem reichhaltigen Buffet versammelten sich nachmittags die Herren zu einer geschäftlichen Sitzung, welche unter dem Vorsitze des kaufmännischen Direktors einen sehr guten Verlauf nahm und sicherlich durch den erfolgten gegenseitigen Meinungsäustauch wesentlich zur Entwickelung des Geschäftes beitragen dürfte. Am Abend fand ein Bankett im Hotel „Pfälzer Hof" statt, bei welchem eine wahre Familienstimmung herrschte, und womit dieser für die Sunlight-Seifen-Fadrik so denkwürdige Festtag seinen guten Abschluß fand. Meratur. Deutsches Schnellzugs-Kursbuch. Verla- von Richard Schröder (norm. Ed. Dörings Erben), Berlin. Preis 50 Pfg. — Im 3. Jahrgang erschien soeben das „Deutsche Schnellzugs-Kursbuch" für den gesamten Bahnverkehr Deutschlands einschließlich Dampferverkehr, unter besonderer Berücksichtigung der nach dem Auslände durchgehenden Routen. Die erhebliche jährliche Vermehrung der Schnellzüge auf allen Bahnen, die Einlegung von D- und Luxus-Zügen für den großen internationalen Verkehr, machen ein Mrsbuch wie das vorliegende zu einem Bedürfnis. Das vorliegende Kursbuch setzt die Schwierig- feiten des schnellen und sicheren Aufschlagens auf ein Mindestmaß herab, indem es bestrebt ist, dem Reisechden möglichst alles auf einer Seite zu bieten und durch klaren Druck das Ueberblicken der Anschlüsse zu erleichtern. Neben den eigentlichen Fahrplänen enthält das Kursbuch noch eine praktische Aufstellung von schnellsten Verbindungen, sowie Verkehrsbestimmungen. Eine Karte ist dem Buche beigegeben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwottung.) Wiese», 14 Juli 1900. Die ungeheure Vermehrung derSperlinge bietet Veranlaffung, nachstehende Zeilen der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Alle Gartenbesitzer und Landwirte werden mit mir übereinstimmen, daß der Schaden der Sperlinge sehr groß ist, dagegen der Nutzen unbedeutend. Kommt im Frühjahr die Hausfrau in den Garten und die Saat kommt nicht zum Vorschein, dann tadelt sie den Samenhändler - M* sie müßte auf die Sperlinge räsonieren, bte, was mcht das Auge steht aushacken und später mit gleicher Gier die Keime vernichten. Ist der Spatz im Garten mit seinem Berheerungswerk -u Ende so zieht er in Scharen ins offene Feld, und hier richtet er im Getreidefeld besonders an Gerste, einen unglaublichen Schaden an. Es ift mcht übertrieben, wenn der Schaden an einem Acker von Ve Morgen auf 25 bis 30 Mk. taxiert wird. Wer an dieser Angabe zweifelt, hat Gelegenheit, sich hiervon zu überzeugen. Es ist daher sehr an der Zett, daß die Behörden sowie die Großh. Bürgermeistereien Abhilfe schaffen, vor allem die Feldhüter beauftragen, durch Abschießen diese Schädlinge zu vermindern, und daß sie dafür eine Vergütung bezw. Endschädigung gewähren. Ich glaube, man etttgegnet mir vielleicht, ich unterschätzte fcen Nutzen des Spatzen. Nein, er ist ein Dieb, ein Nascher, kurzum, der schädlichste Vogel, den wir haben. Wir wollen uns dagegen verpflichten und alle Vogelfreunde auffordern, unsere wirklich nützlichen Vogel, wie Schwalben, Meisen, Rothschwänzchen, Bachstelzen, Grasmücken, Kleiber, Fliegenschnäpper, Baumläufer u. a. m. um so mehr zu schützen, indem wir im Winter ihre Not lindern, und nachher für genügende Ntfi- plätze sorgen. Obwohl ich vermute, nicht ganz im Smne des verdrenten und in weiten Kreisen geschätzten Vogelfreundes Lehrer Curschmann geschrieben zu haben, möchte ich doch von Herzen wünschen, daß bei uns — das ist mein bitterer Ernst — die gegenwärtige Schreckensparole der Chinesen: -Fluch und Vernichtung allen Ausländern" auf die schlimmsten Feinde unserer Landwirtschaft, die Sperlinge, übertragen öetbe. Ein Abonnent und großer Vogelsreund. Auszug MS de« StandesamtsreMem -er KtM Gieße». Aufgebote. Am 7. Juli. Otto Christian Friedrich Wittkopp, Backer dahier mit Emma Elisabeths Schäfer Hierselbst. 9. Johann Ludwig Arnold, Bahnarbeiter in Ltch mit Marie Sann daselbst. Johannes Simon, Hülfsbremser in Frankenberg mit Katharina Niederhöfer von Holzhausen. Franz Münch, Postbote dahier mit Anna Katharine Faulstich, Näherin in Heldenbergen. 10. Heinrich Lenz, Taglöhner dahier mit Susanne Henriette Karoline Kiesecker geb. Schneller, Wwe. des Johann Michael Kiesecker dahier. Rudolf Bohrmann, Bauaufseher dahier mit Julie Schütz in Idstein. Ludwig Freitag, Pfarrverwalter in Holzheim mit Martha Windecker dahier. Oscar Adrian Scheiterberg, Kunstmaler in La Tour mit Margarethe Schudt geb. Wilson, Wwe. von Amtsrichter Ludwig Schudt dahier. 11. Wilhelm Michael Becker, Kaufmann in Hanau mit Auguste Mühlig dahier. 12. Berthold Julius Kläber, Hoboist dahier mit Marie Elisabeth Sann dahier. Konrad Birkenfeld, Sergeant dahier mit Margarethe Repp Hierselbst. Ghefchliestmrgerr. Am 7. Juli. Philipp Jakob Theodor Baubel, Kaufmann dahier mit Adele Auguste Hermine Karoline Christine Helene Fangmann Hierselbst. Ferdinand Wilhelm Heinrich Martin Reimann, Kaufmann in Schlierbach bei Gelnhausen mit Johanna Karoline Schade Hierselbst. Wilhelm Schäfer, Eisenhobler in Betzdorf mit Luise Gerth Hierselbst. 12. Georg Kaspar Ludwig Schüßler, Kaufmann dahier mit Emma Henriette Clara Stein Hierselbst, Am 2. Juli. Dem Taglöhner Reinhard Jakob Heil ein Sohn, Reinhard Joseph Leonhard. 3. Dem Gerber Heinrich Kraft III. eine.Tochter, 4. Dem Sandformer Karl Köllner eine Tochter, Marie Elfriede Emilie. 6. Dem Provinzial-Rabbiner Dr. David Sander eine Tochter, Bertha. Dem Kaufmann Karl Emil Wagner ein Sohn, August Otto Johannes. Dem Postschaffner Heinrich Schwarz ein Sohn, Wilhelm Karl. 8. Dem Hoboist Karl August Emse, eine Tochter. Dem Taglöhner Friedrich Jeschke, eine Tochter, Emma. Dem Schloffer Heinrich Förster ein toter Knabe. 10. Dem Wagenwärter Georg Meininger eine Tochter. Am 8. Juli. Karoline Luise Wallenfels, geb. Loos, 36 Jahre alt, Ehefrau von Färber Johann Christian Wallenfels dahier. Katharine Schäfer geb. Brückel, 64 Jahre alt, Ehefrau von Ackermann Lorenz Schäfer Hierselbst. 10. Marie Tröller 22 Jahre alt, Taglöhncrin von Storr.dorf. 11. Johannes Brückel, 59 Jahre alt, Hospitalit dahier. Emilie Klee geb. Koch, 38 Jahre alt, Wwe. von Melbach, Kreis Friedberg. Johanna Weber, 11 Monate alt, Tochter von Bierbrauer Heinrich Weber dahier. 13. Anna Elisabeth Weihenstein, 17 Jahre alt, Tochter von Dienstmann Daniel Weihenstein dahier. Daudet un- Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Kftwe vom 13. Juli. Wechsel auf New-York za 0.00-00. Frümlen auf Kredit per ult. Juli 1.90-/0, do. per ult Äug. 3.30%, Diekontc-Kommandit per ult. Juli 1.90%, do. per ult. Aug. 3.30 % Lombarden per ult Juli 0.75%, do. per ult Aug. 1.00°, . Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %. Notierungen: Kreditaktien 210.30-209.80-90 Diskonte- Kommandit 175.20-175-175.20, Staatsbahn 140.50-30, Lombarden 25.30 Italiener 96 40 Spanier 72.10-73, 8pruz. Mexikaner 25.50, Bochumer 195.60-196-194.50-195 bz., Laura 212.50-213,50-212.50 bz., Harpener 186,40-186 bz, Gelsenkirchen 191.50-190.80-90-80 bz., Gotthard, Ungar. Goldrente 00.00, Oesterr. Coupons 00.00, Amerik. Coupons 0 00, Privat-Diskont 4 % rG. VIt bis 2% Uhr: Kreditaktien 210.00-00-00 bz., Dii-konto- Kommandit 175.30 bz., Staats bahn 141.40 b$., Lombarden 25.40, Bochumer OOO-OObz. Biehmärtte. Wohl infolge der günstigen Aussichten auf eine gute Futterernte läßt die Frequenz an den verschiedenen Märkten sichtlich nach. Die Händler sind allenthalben stark vertreten und war in der Berichtswoche vorherrschend Großvieh stark gefragt und prima Qualitäten, als auch Schlachtvieh sehr lebhaft gehandelt. Kühe und Jungvieh waren weniger angeboten, der Umsatz hierin ebenfalls sehr gut und konnte an einigen Plätzen vollständig hierin ausverkauft werden. Kälber sehr gefragt, Angebot beschränkt, Antriebe ziemlich ausverkauft. Schweine, Schlachttiere, als auch Läufer und Milchschweine waren rasch abgesetzt, an einigen Plätzen konnte der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden. Getreide. Unter mehrfachen Schwankungen, welche indessen den festen Grundton nicht zu beeinflussen vermochten, wickelte sich in dieser Woche das Getreidegeschäft ab. Bei uns verhält sich zwar der Konsum nach wie vor abwartend, bis einmal bestimmte Nachrichten bezüglich der inländischen und ausländischen Ernten vorliegen, sodaß die Forderungen der Exportländer wie seither hier noch nicht zu bedingen sind. Roggen ist etwas ruhiger. Gerste und Hafer unverändert. Mais sehr fest. Die heutigen Notierungen sind: Kansas 2, 133 Mark, neuer Red-Winter 2, 143 Mark, Juli-August Abladung. Laplata f. a. q. 135—137 Mark, rufs. Roggen 90%, 112—113 Mark, ruff. Futtergerfie 110 Mark, amerikanischer Hafer 105 Mark, Mixed MaiS 98 Mark, Laplata 100 Mark per Tonne cif Rotterdam. Hopfen. In Nürnberg liegt das Geschäft nach wie vor sehr ruhig. Die Berichte über den Stand der Pflanzungen lauten aus allen Gegenden äußerst befriedigend, nur England hat zu lebhaften Klagen Veranlassung. Die fich nach den jüngsten Regentagen eingestellte sehr warme Witterung ist der Entwickelung der Pflanzen sehr sörderltch, aber auch daS Ungeziefer wurde hierdurch bisher ferne gehalten, sodaß die Pflanzm sehr gut ansetzen konnten. Tabak. Das Tabakgeschäst liegt immer noch sehr ruhig, eS finden nur ganz minimale Umsätze statt. Die Fabrikanten find wohl durch daS große Angebot in Java und Sumatra und da wir nach dem jetzigen Stand der im Felde stehenden neuen Ernte Aussicht habe", ein gutes, leichtes Ztgarrenmaterial zu bekommen, und bis man hierüber sicheres weiß, mit ihren Einkäufen in Pfälzer Tabak sehr zurückhaltend. Verkauft wurden einige hundert Zentner 1899« Tabake von Produzenten an Händler zu Schneid- und Rollendeckzwecken zu Mitte Mk. 20, ferner eine Partie 1896er Etrlaae zu Mk. 78 und 1897er Einlage zu Mk. 74 versteuert. Ein rheinischer Händler biab» sichtigte, größere Posten Herbsttabake zu teufen, dessen minimales Gebot ließ aber Abschlüsse nicht perfekt werden. In Pfälzer Rippen geschäftsfoS, lose feine Mk. 9—9,50, gebündelte Mk. 11—12 verpackt. Kohlen. ES notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung I und n Mk. 250 big Mk. 260, Nußschmtedekoblen Mk. 220 bis Mk. 230, Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 330 biS 340, englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 400 biS Mk. 410, Ruhr-Flammnuß Körnung I und II Mk. 250 bis Mk. 260, Ruhr - Flammnußkohlen Körnung III Mk. 240 bis Mk. 250, Fettschrot Mk. 210 bis Mk. 220, Rubr-BruchcokS Mk. 360 bis Mk. 380, AuSsiebgrtes Mk. 170 biS Mk. 180. Alles per 10 To. ab Mannheim. Die Preise zeigen bei dem enormen Andrang weiter- steigende Tendenz. den ObstdnrchschnittSpreise. 9. Juli 1900 (die Preise verstehen fich bei sofortiger Liderung). Erdbeeren ......der Centner Mk. 55. Kirschen, je nach Sorte . . „ Johannisbeeren .... „ Unreife Stachelbeeren . . „ Heidelbeeren (Angebot gcrinx) „ Frühbirnen....... 8—16. 12. 10. 11. 20. Frankfurt a. M., den 9. Juli 1900. bentralstelle für Obpverwevtnng. Schiffsnachrichten. Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Linie,* in Antwerpen, ist laut Telegramm am 12. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Wie kann man schwache Suppen und Saucen solort sdiwkhalt und nahrhaft machen? Man gebe für jeden Teller Suppe % bis 1 Theelöffel Torll hinzu. Torll ist Fleischextrakt aus bestem Ochsenfleisch, besser und billiger als die Liebig'schen Fleischextrakte, mit kräftigenden nahrhaften Substanzen. 4880 BO" Man verlange überall Torll. "WU Was Ist Essig-Essens? An L. M. — In Nordamerika, Oesterreich, Rußland, auch Deutschland bestehen große Holzverkohlungsanstalten zur Herstellung von Theer rc. und essigsaurem Kalk, welch' letzterer hauptsächlich (mit Schwefeloder Salzsäure) auf Essigsäure verarbeitet wird. Ein Teil dieser Produktion wird zu Speisezwecken chemisch gereinigt und dann Essigessenz, wenn noch mit künstlichen Bouquetstoffen versetzt, Weinessigessenz genannt. Diese Essigessenzen wirken höchst ätzend und unverdünnt als Gift, wie schon mehrfach vorgekommene Erkrankungen und Todesfälle beweisen. 4534 Grosser Ausverkauf!! Wegen baulicher Veränderung meines Ladens werden 4626 sämtliche Waren-Vorräte um schnell damit zu räumen, zu staunend billigen Preisen ausverkauft. "AW Mäusbnrg 5. Hermann Katz. Mäusburg 5. Manufaktur-, Mode- und Seidewaren. — Damen - Konfektion. — Teppiche und Läufer. Einladung nach Wraunfels zu dem Mittwoch den 18. Juli, von 2V2 Uhr au, in der Linden- Allee des Herrengartens stattfindenden W-hlthätigkeitsfest zum Aesten der dortigen Kkeinkinderschule. Berkanfsbudeu. Gute Restauration zu billigen Preisen. Nachmittags und abends: Konzert der Kapelle des Keuschen Iäger-Aataillous Königin Margherita, aus Marburg. bUhr: Verlosung im Herreugarteu. 4876 W* Abends: Italienische Nacht. Eintritt: Nachmittags 30 Pfg., abends von 8 Uhr an: 60 Pfg. , _ 3U den letzten Abendzügen geht ein Extrazug der Ernstbahu ab etabt Braunfels um 10 Uhr 53 Mn. Der Vorstand der Meiukinderschule. Gesangverein Heiterkeit. Heute, Sonntag den 15. Juli: Waldsest mit Konzert und Kinderspielen Licherstratze, 1. Schneise rechts. Abmarsch mit Musik nachmittags 2% Uhr von der Ecke der Licherstraße. W* Sei ungünstiger Witterung von N-r an im Saar- des Gass Leiv. Freunde des Vereins find willkommen. Der Vorstand Mittwoch den 18. Juli, abends V2S Uhr . Grdenttiche General-Dersammlung. DageK«Ordnung t 4872 „ 1; Recknungsablage. — 2. Borstandöwahl. — 8. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen erbeten. D. O. Original Singer Nähmaschinen. KgL Bnyr. Siaaismedaille München 1898 mit der Motivierung: Vorzüglich und vielseitig mustergiltig. Unsere neuen Sorten von Familien-Mascbinen stellen daS Vollkommenste dar, was die Nähmaschinen-Technik bisher für Familiengebrauch und häusliche Industrie erzeugt hat. 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