Dienstag den Kr. 112 Zweites Blatt ReMtien, Expedition und Druckerei: Kchvtstraße Kr. 7. Ldreffe für Depefchen: Anzeiger Hieße«- Fernsprecher Nr. 51. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes »ehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. tzrschetnt täglich mu Ausnahme des MontagS. 2)i t Gießener ^«mikieuvtätter »erden dem Anzeiger w Wechsel mit „Hess. Landwirt" m. „Blätter ßr hesi. Volkskunde" »tchti. 4 mal beigelegt. Monbag 1 Uhr: Fortsetzung der Debatte. Schluß 6 Uhr 30 Min. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Glätter für hessische Volkskunde. •* Vortrag. Vor einer großen Anzahl Damen ans hiesiger Stadt hielt Freitagabend Frau Baumeister M. Deibel aus Mannheim im Saal des „Safe Leib" einen Vortrag über die wichtigsten Stosse in der Ernährung mit besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Speisefette, wie Butter, Palmin, Schmalz, der in letzter Zeit sich immer mehr und mehr einführenden Maggi-Produkte und deren gesundheitliche und wirtschaftliche Bedeutung. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schlossen sich die auf Spiritus-Apparaten hergestellten Kochversuche mit Palmin und Maggi. Vor den Augen der Anwesenden wurden in verhältnißmäßig kurzer Zeit die schmackhaftesten Getränke und Speisen zubereitet. Die Vortragende verfehlte nicht, die verschiedenen Produkte und Apparate zur Anschaffung in den Haushaltungen angelegentlich ft zu empfehlen. •• Aus dem Militär Wochenblatt. ernte, Lt. im Feld-Artl. Regt. General-Feldzeugmeister (1. Brandend.) । Nr. 3, dessen Kommando zur Dienstleistung beim großen ! Generalftave bis Ende Oktober verlängert; v. Bredow, Rittm. L la suite des 2. Leib-Hus.-Regts. Kaiserin Nr. 2 und Vorstand der Militärlehrschmiede in Frankfurt a. M., mit Pension z. D. gestellt und unter Erteilung der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform zum Bezirksoffizier bei dem Laudw.-Bezirk I Trier und zum Pferde- I vormusterungs-Kommissar, Schwenke, Rittm. u. Esk.-Ches im Drag.-Regt. Prinz Albrecht von Preußen (LitthauischeS) I Nr. 1, mit Beibehaltung seiner bisherigen Uniform zum I Vorstand der Lehrschmiede in Frankfurt a. M. ernannt; | Michelly, Hauptm. u. Batt.-Chef im 1. Großh. Hess. I Feld-Artl.-Regt. Nr. 25 (Großh. Artl.-Korps) von dem I Kommando zur Dienstleistung beim großen Generalstabe | enthoben. ? Staufenberg, 13. Mai. Unser beliebter Ans- I flugsort war heute wieder sehr besucht. So hatte sich der I Gesangverein „Liederkranz" von G i e ß e n die I hiesige Burgruine als Ausflugsort ausersehen, und in I der Wirtschaft „Zur Stadt Staufenberg" hatten sich jechs I Gesangvereine, je zwei von Altent-Buseck und Mainzlar I und je einer von Lollar und Staufenberg unter der Leitung I von Theodor Kümmel von Lollar zu einem Sängertage hier I eingefunden. Besonderes Interesse erregte der Einzug der | beiden Mainzlarer Gesangvereine; denn ihnen voraus I schritt eine Musikkapelle, aus einigen der an der Lumda- | bahn arbeitenden galizischen Erdarbeiter bestehend, die I Harmonika, Guitarre, Triangel u. s. w. spielten. Nach- I dem sich sämtliche Vereine in genannter Wirtschaft ge- I sammelt hatten, hielten sie unter Vorantritt der Kummel- I scheu Musikkapelle einen Umzug durch den Ort, versammel- en sich dann wieder in dem Garten ded W.rtschast und verbrachten dort einige fröhliche Stunden, in denen Ge- saug und Mufikvarkage abwechselten^^ , nnfeMmÄt Litt und b ™. ein ®ebennag. P« «gJ fam^n Äe?m her 1 ^n"schwe s^agel^tte" zog über Bleichenbach, Selters 1900 Mczugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellrv vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die landwirtschaftliche HaushaltungSschul- I in Lindheim beginnt ihren 2. diesjährigen 5monatltchen I LchrkursuS Dienstag den 3. Juli * 1 90°- Die Schule hat die Ausgabe, junge Mädchen zur FLHruug einer wohlgeordneten, einfachen, bürgerlichen HauS- Haltung vorzubereiten. Gegenstände des Unterrichts sind: , Hauswirtschaft und Milchwirt,chast, Gemüsebau, Obst- Verwertung, Gesundheits- und Ernährungslehre, Kranken- pflege, Rechnen, Absasiung von Aussätzen und Br.esen, Buch, sühruug, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist sür gute Lektüre gesorgt und wird der Gesang gepflegt. Die Schule besitzt einen Garten beim Hause, eigene Molkerei und Geflügelhaltung. . Die unmittelbare Leitung der Anstalt untersteht einer Vorsteherin (Hausmutter) und einer Assistentin (Jndustrie- lehrerin). Sowohl diese, als die Mädchen wohnen im Anstaltsgebäude. Für Unterricht und Logis sind 20 Mk. pro Kursus, und für Kost und Verpflegung 1 Mk pro Tag zu entrichten; außerdem sind nur noch etwaige Ausgaben für Arzt und Apotheke zu bestreiten. Ausführliche Programme, aus denen daS Nähere über die Anmeldungen, die möglichst frühzeitig erbeten werden, zu ersehen ist, find von dem Unterzeichneten, sow e.von Herrn Oberamtmann Westernacher in Lmdheim erhältlich. Büdingen, den 25. April 1900. Der Vorsitzende des landw. BeztrkSverems. I r l e.____ Aus Stadt und Sand. (Anonym- Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», ^ werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 14. Mai 1900. •• Von der Universität. Professor Dr. Poppert, Direktor der chirurgischen Klinik dahier, hat "ie jüngst erfolgte Berufung für die Leitung des städtischen Krankenhauses in Dresden abgelehnt. c v M •• Personalnachrichten. Am 10. Mai wurde dem Ober- leutnant unb RegimenlSadjnlanlen Giese im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr- 116 das Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen; am 9.1. MtS. ist der stellvertretende Vortragende Rat im Ministerium des Innern, Abtmlung sür Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Großh. Regre- ruugSrat Dr. Usinger, zum Kommissar bet der Hand- werkskammer zu Darmstadt gemäß Vorschrift m 8 40 des Statuts sür die Handwerkskammer bestellt worden; tn ben Ruhestand wurden versetzt am 8. ds. MtS^ der Pfand- meister bei dem Rentamt Darmstadt Kaspar «charmann I auf sein Nachsucheu unter Anerkennung seiner mehr tote 50jährigen treugeleisteten Dienste, vom Tage des Dienstantritts seines NachsolgerS an, der Psandmetster bet dem Rentamt Groß-Gerau Karl Vetter auf setn Nachsuchen I unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste I mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nach- Oeffentliche Empfehlung und Bitte. Die in der Regel aus dem Soldatenstand hervorge- oanaenen Krankenwärter der Großh. Hessischen Landesirrenanstalten erscheinen, wenn sie nach 6jähriger Dienstzeit, in einem Lebensalter von in der Regel nahezu. 30 Sauren den schweren und verantwortungsvollen Anstaltsdienst mit gutem Zeugnis verlassen, zweifellos als in Bezug auf Zuverlässigkeit im Dienst und Treue gegen den Arbeitgeber erprobte Leute und als Arbeitskräfte welche, ganz abgesehen von ihren Kenntnissen und Fertigkeiten in der Kranken- und Jrrenpflege, in nicht wenigen sonstigen Beziehungen Beachtung unb Empfehlung verdienen. Sie sind gesund, kräftig und anstellig, an Gehorsam, Mäßigkeit, Sparsam- kett Geduld, Fleiß, Ordnung und Reinlichkeit gewohnt, | in Bezug auf Aufmerksamkeit, Beobachtungsgabe, Nach- | denken und Gedächtnis nach ihren Anlagen gut entwickelt und im Lesen, Schreiben und Rechnen, wie auch m der Verwaltung kleiner Magazine und Jnventarten geübt. Für das weitere Fortkommen dieser Manner Sorge tragen zu helfen, sind wir durch den Beschluß unseres Briums iom 27. September 1897 ein sür allemal beauftragt, und bitten wir demgemäß, falls man einen solchen Mann überhaupt und insbesondere in ?merWeise dauernd zu verwenden in der Lage und geneigt ist, die ihm zugleich die Gründung eines Hausstandes ermöglicht, sich umer Angabe der näheren Verhältnisse zunächst an den Unterzeichneten wenden zu wollen. Q . c\rr.„n„ Da die Krankenwärter der Großh.^"des-Jrrenan- stalten, neben freier Station, einschließlich vollständiger Dienstkleidung, schon von dem 3. Dienstjahre an einen baren Lohn von 500 Mk. beziehen und bet guter Führung nach 6 Dienstjahren eine Prämie von 1000 Mk. erhalten, so würde je nachdem auch eine mäßige Kaution geleistet werden können. . 1OAn fSeDVenbeim a. d. B-, 9. Mat 1900. Die Verwaltung des Hilfsvereins für die Geisteskranken in Hessen. Medizinalrat Dr. Bixberbach, Vorsitzender. Deutscher Reichstag. 192. Sitzung vom 12. Mai. 1 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung giebt P r ä s i b e tiit Graf Balle st rem eine Erklärung ab, in welcher es beint dast eine Besprechung und Verabredung des ©emoren. konvents unler Abschluß der Linken nicht stattgesunden habe Es seien vielmehr nur einige Herren an ihn heran- getreten um von ihm zu hören, mit welchen geschäftlichen Absichten er sich trage. Die diesbezügliche Auskunft wurde er auch anderen Mitgliedern gegeben haben, wenn sie ihn danach.gefragt hätten. Mit dem Semorenkonvent zu verhandeln, habe er keinen Anlaß. Weiter teilt der Präsident mit daß er die Absicht habe, vor Pfingsten! die dritten I Lesungen der verschiedenen Vorlagen zu erledigen, weil । es nicht möglich sei, die Flottenvorlage noch vor Pftugsten I zur Beratung zu bringen. Jedenfalls wurden die Pfmgst- I (S°z.) bemerkt in einer kurzen Er- widerung, er glaube nach wie vor, daß in einer Besprechung I im Seniorenkonvent, ohne Ausschluß einer Partel, rm Zu^ I sammenwirken a'ller Parteien etne glatte Erledigung der I Geschäfte am besten gefördert werde. Er bedaure, daß I der Präsident wegen eines Verhaltens seiner Partei, welches I lediglich durch sachliche Erwägungen dikttert war, diese I Rücksichtnahme, alle Parteien zu Besprechungen heran- I iLLILnin die Be r a k u n g b e s Uv- sallversicherungsgesetzes betr. -.and- und I I $ ° ^umV VtiegJeine Reihe von Anträgen vor, und zwar I von den Abgg. Gamp (Rp.), v. Richt Hofen (kons.), v Waldow (kons.) und Gaulke (frs. Vg.), bei, denen | es sich hauptsäckjlich darum handelt, innerhalb welchen I Rabmens land- und forstwirtschaftliche Nebenbetriebe dw- I sem Gesetze, anstatt dem Gewerbe-Unfallgesetz, unterworfen I I L. Regierungsvorlage hatte bestimmt, daß I I durch das landwirtschaftliche berufsgenossenschaftliche I (Statut angeordnet werden könne, daß auch die ergentl^ I Unter das Gewerbeunfallgesetz fallenden Nebenbetriebe den Vorschrflten gegenwärtigen Gesetzes unterworfen werden! können, wenn in diesen Nebenbetrieben vorwiegend I land- oder forstwirtschaftliche Arbeiter beschäftigt Werdern I Die Kommission hak dies gestrichen und alle I Nebenbetriebe dem gegenwärtigen Gesetze unterworfen, in- I soweit sie nicht als „Fabriken" anzusehen smd. I ' Ein Antrag Gamp (Rp.) will die Trennung m I anderer Weise vornehmen. Der land- und forstwirtschaft- I lichen! Versicherung sollen unterworfen fern alle Neben- I betriebe 1) zur weiteren Bearbeitung land- und forste I wirtschaftlicher Erzeugnisse des Unternehmers; 2) zur Be- I friedignng von Bedürfnissen seiner Land- und Forstwirt' I schuft: 3) zur Gewinnung ober Verarbeitung von poben- I bestandteilen seines Grundstücks. Der Antrag zahlt dann | nody. diverse Nebenbetriebe auf, die nicht unter dieses I Gesek fallen sollen: Bergwerke, Steinbruche u. s. w. I Der Antrag v. Richthofen (kons.) will dagegen die I Reaierungsvorlage wiederherstellen. I Der Antrag v. Waldow (kons.) will rm Anträge I Gamp die Aenderung treffen, daß die Stembruche unter I das vorliegende Gesetz gestellt werden. , I Der Antrag Gaulke (frs. Vg.) will im Anträge Gamp Im Laufe der Debatte erklärt sich Ministerialdirektor I v. Woedtke für den Fall, daß man nicht der Regre^ings- I Vorlage den Vorzug geben wolle, für den Antrag Gamp. I Abq. Roesicke (wildlib.) wendet sich gegen die Nr. 2 I im Anträge Gamp. Werde diese Nummer auftecht erhalten, dann würden dadurch eine Reihe von Nebenbetrieben, die bisher der gewerblichen Versicherung unterstanden, der I landwirtschaftlichen zugeführt^ ~ -r I Aba. Molkenbuhr (Soz.) verteidigt ine Kommiß I sionssassung gegenüber der Regierungsvorlage und auch I Öem Nach^^weitererDebatte gelangen die Bestimmungen I über die Nebenbetriebe in der Fassung des Antrages Gamp I mit dem Amendement v. Waldow zur Annahme. I « j a der Vorlage unterwarf die nach diesem Gesetze Versicherten der Versicherung auch hinsichtlich etwaiger häuslichen oder anderen Dienste für den Unternehmer. Die Kommission hat diese Versicherung der Versicherten in Bezug auf solche hauswirtschaftlichen Verrichtungen Nicht zu einer gesetzlichen Vorschrift erhoben, sondern sie von einer entsprechenden statutarischen Regelung abhängig ge- | ! macht — Ein konservativer, sowie ein Zentrumsantrag wollen in diesem Punkte die Regierungsvorlage wieder- herstellen. — Dieser Antrag wird fast einmütig angenommen. - § 6 handelt von dem Schadenersatz, der mit emer 13 wöchigen Karenzzeit zu gewähren ist. — Ein h^rzu em- gebraditer sozialdemokratischer Antrag wird abgelehUt. 8 6a erfährt auf Antrag des Abg. Roesicke (wildlib.) eine'nicht sehr erhebliche Aenderung, ebenso § 6b auf Antrag des Abg. v. Waldow (kons.). Bei § 9 beantragen die Sozialdemokraten, daß die partielle Zahlung der Rente in Naturalien jederzeit aw I die Zustimmung des Rentenberechtigten gebunden sen I Weiter beantragen sie Streichung der Bestimmung, wonach I die Rente an Trunkenbolde stets mindestens zu einem Teil I in Naturalien gewährt werden muß. Der sozialdemokratische Antrag wird hieraus abge- I lehnt, insoweit er sich auf die Trunkenbolde bezieht, I angenommen dagegen, insoweit er im übrigen für die Rentenzahlung in Naturalien die Zustimmung des Be- I rechtsten für erforderlich erklärt. Wchmer Anzeiger ..b «nS.i8.n 8u bn nadimütag« für bn. (JT/t | J (H (T QT Mgmbm las rrfdjramb«. Nummer 6.8 Oorm. 10 Uhr. VV/vlVV VtlV V l V / V V14 V -V Abbrstellungeu späleßenS abenbS vorhrr. <—/ £ O Amts- unb Anzeigeblatt für den Nreis Gieren — Underberg'Boonekamp. Wegen Nachahmung von Warenzeichen bezw. der Underberg-Boonekamp-Etikette der Firma H. Under- berg Albrecht in Rheinberg war eine rheinische Firma vom Landgericht in Cleve zu 300 Mk. Geldbuße — eventl. 30 Tage Haft — und in bk nicht unbedeutenden Kosten verurteilt worden. Außerdem hatte das Gericht der Firma H. Underberg-Albrecht das Recht zugesprochen, de» Tenor des Urteils auf Kosten des Verklagten in zwei rheinischen Zeitungen bekannt zu machen. Gegen dieses Urteil hatte der Beschuldigte Revision angemeldet, welche vom Reichsgericht unterm 26. April verworfen wurde. Kunst und Wissenschaft. — Die Ausstellung der Künvlerkolonie Darmstadt 1901, Dem notariellen Protokoll über die Konstituierung des Ausstellungs- Komitees entnimmt die „Frkf. Ztg : Anwesend waren Prof. Peter Behrens, Prof. Hans Christiansen, Prof. I M Olbrich, Rud. Bosselt, Sekretär W. Deiters, als Vertreter der Künstlerkolonie; ferner von eingeladenen Herren: Maximilian Freiherr v. Heyl, Karl Parcus, Kabinettsrat Römheld, Otto Wolfskehl, Ferd. Sander, Dr. Willy Merck, I Wilhelm Schwab i. Fa. Th. Schwab, Rentner Wilhelm Schwab, Jean i Dischinger, C. E Callmann, Julius Glückert, sämtlich aus Darmstadt, Herr Richards i. Fa. Martin Mayer aus Mainz. Nach Er« Öffnung der Sitzung giebt Professor Olbrich eine detaillierte Erklärung der projektierten Ausstellung. Sekretär Deiters teilt dann mit, daß die Höhe des Garantiefonds bis zum Tage 230 000 Mk. betrage, und daß noch weitere Summen in Aussicht seien, er bittet die Versammlung, eine finanzielle Konstituirung vorzunehmen, derart, daß man ein Finanzkomitee wähle, welches die Geschäftsführung überwache, und die Rechnungslegung konttolliere; er legt hierzu das aufgestellte Gesamtbudget vor, welches mit 367 000 Mk. balanciert, und erläutert die einzelnen Positionen. Die Versammlung nimmt dieses Gesamtbudget als Grundlage an und wählt durch Zuruf sieben Herren, und zwar Maximilian Freiherrn v. Heyl, Kabinettsrat R ö m h e l d, Otto Wolfskehl, Dr. Willy Merck, Ferdinand Sander, Jean D i - s ch i n g e r und Julius Glückert, zum kontrollierenden Finanzkomitee. Die Gewählten nehmen die Wahl an und beschließen, daß die Geschäfte für „Ein Dokument deutscher Kunst" ; die Aufstellung der Künstlerkolonie in Darmstadt 1901, beginnen können. Die Bank für Handel und Industrie erbietet sich darauf, die nötigen Baarmittel gegen Hinterlegung der Garantiescheine herzugeben, was seitens des neuen Finanzkomitees angenommen wird. — Leipzig, 12. Mai. Bei der Vorfeier der Wiederkehr des 500. Geburtstag Gutenbergs hielt Staatssekretär Graf Posadowsky eine Rede, in der er ausführte: Die Schriftzeichen Gutenbergs stellten ein mächttges Heer von Kämpfen dar, die schließlich die Welt eroberten. Die Erfindung Gutenbergs fei eine wahrhaft geistesbefreiende That. Es sei nicht zufällig, daß gerade in Leipzig, wo auf jedem Fußbreit Erde ein Hauch geschichtlicher Erinnerung liege, das deutsche Buchgewerbe sich zu solcher Blüte entwickelte. Die Hochschule weise glänzende Kreise berühmter Gelehrten auf, mustergiltige Schulen förderten die ästhetische Erziehung der Jugend. Die Kunst hat hier ihre Heimat. So sei Leipzig eine der hervorragendsten Stätten für die Kultur und die Kunst ■ geworden. Wenn der Kaiser ihn beauftragte, hier zu erscheinen, um dem Buchgewerbe-Verein seine Glückwünsche anszusprechen, so wolle er damit bekunden, welche hohe Achtung der Kaiser für die Thätigkeit des Buchgewerbe-Vereins empfinde. Als äußeres, bleibendes Zeichen habe der Kaiser demselben seine Marmorbüste verehrt. Mögen die gegenwärtigen und die kommenden Geschlechter in dem Bildnis des Kaisers stets das Sinnbild des in den Fürsten und Völkern geeinten Reiches erblicken." Bei den Einweihungsfeierlichkeiten des deutschen Buchgewerbehauses hielt Universitätsprediger Dr. Rietschel die Weiherede. I Der erste Vorsteher des deutschen Buchgewerbevereins, Dr. Oskar | v. Hase, Mitbesitzer der bekannten Verlagshandlung von Breitkopf & Härtel, ein Sohn des berühmten Jenenser Kirchenhistorikers, hielt die Festrede, an deren Schluß er zahlreiche Ernennungen von Ehren- mitgliebem verkündete. Kreishauptmann Dr. v. Ehrenstein sprach als I Vertreter des Königs von Sachsen, der Chef des weimarischen Kultus- I Ministeriums v. Pawel-Rammingen ferner der Vizepräsident des Reichs- | tags Dr. von Frege, der Bürgermeister Dittrich namens der Stadt I Leipzig, Stadtrat Dodel namens der Handelskammer, der Rektor der I Universität Kirchner, sowie der Vertreter der Reichsdruckerei und des | Reichsgewerbemuseums in Berlin. Hierauf enthüllte der Vertreter deS I Gutenberg-Ausschusses Hans Oldenbourg-München die das Ehrendenkmal I bildenden Denkmäler Gutenbergs, Senefelders und Friedrich Königs. I Es folgte ein allgemeiner Gesang Mit einem Rundgang durch das I Haus schloß die Feier, an die sich ein Festmahl anschloß. 7~ Eine neue Promotionsordnung wird als für ganz Deutschland bevorstehend angekündigt. Preußen und Bayern haben ein I Ueberemkommen bezüglich der Freizügigkeit des Doktortitels getroffen. I v »T Promotion nach der Approbationsprüfung erfolgt, soll für I 6a® *E^amen ein dreigliedriges Profefforenkollegium notwendig sein. - , 2Hitteltl)cinif<&er Aerztetag. Für die am 5. Juni in I Homburg v. d. H. stattfindende Versammlung mittelrheinischer Aerzte I Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 9. Mai. Robert Otto Gustav Landmann, Pfarrverwalter zu Rothenberg und Karoline Johanna Elisabeth Ferber, Tochter des Rentners Wilhelm Ferber zu Gießen. Markusgemeinde. Den 5. Mai. Jakob Karl Althaus, Kaufmann zu Gießen und Johanna Dorothea Marie Anna Christiane Trautmann, Tochter deS | Kupferschmieds Eduard Trautmann zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 6. Mai. Dem Bäcker Wilhelm Lein eine Tochter, Bertha Henriette Luise, geboren den 16. März. Markusgemeinde. Den 5. Mai. Dem Wirt Albert Rahnefeld ein Sohn, Wilhelm Otto, geboren den 19. April. Den 6. Mai. Dem Metzger Heinrich Huhn eine Tochter, Franziska Elise Georgine Karoline, geboren den 28. März. Denselben. Dem Spengler Karl Faber eine Tochter, Karola Luise Elisabeth, geboren den 17. März. Denselben. Dem Schuhmachermeister Ludwig Bernhardt, ein Sohn, Ludwig Willy, geboren den 27. April. Denselben. Dem Zimmermann Christian Staffel ein Sohn, Peter, geboren den 1. April. Lukasgemeinde. Den 6. Mai. Dem Masseur August Krebs eine Tochter, Ottilie Elisabeth, geboren den 2. April. Denselben. Dem Schmied Heinrich Herbert eine Tochter Johanna Auguste, geboren den 23. März. Denselben. Dem Anatomie-Diener Heinich Balser ein Sohn, Ernst Heinrich Martin, geboren den 31. März. Denselben. Dem königl. Stations-Assistent Karl Wagner eine Tochter, Wilhelmine Marie Margarethe Olga, geboren den 16. April. Denselben. Dem Instrumentenmacher Ludwig Jakob Roch eine Tochter, Johanna Margarethe Franziska, geboren den 15. Mai. Johannesgemeinde. Den 6. Mai. Dem Glasermeister Georg Luh eine Tochter, Marie Helene, geboren den 5. April. Denselben. Dem Lagerarbeiter Philipp Schneider II. eine Tochter, Katharina Elsa, geboren den 18. April. Denselben. Dem Uhrmacher Georg August Koch eine Tochter, Malwine Käthchen, geboren den 1. April. Militärgemeinde. Den 6 Mai. Dem Gendarm Johannes Poth ein Sohn, Friedrich Karl, geboren den 20. April. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 9. Mai. Slisabethe Burkhardt, 64 Jahre alt, starb den 8. Mai. Johannesgemeinde. Den 8. Mai. Emil Loos, Rentner, 87 Jahre alt, starb den 4. Mai. gemeldet: 1. Professor Dr. D. A. Freund-Straßburg.- Ueber das Krankheitsbild der von Myome» ausgehenden Automtoxlcatwn. 2. Geh. Med -Rat Drof Dr Küster- Marburg: Heber einige neue Fortschritte k d^ Rier^Ehtturak' 3. Prof. Dr. Heidenhain-Worms: Krankenvorstellung. 4Prdfeff^' Dr. Hermann Freund-Straßburg: Neber Extrauterinschwangerschaft (mit Demonstratwnen). 5. Prof. Dr. v. Büngner-Hanau: Welche Fälle von Gallenstemkrankhett eignen sich für interne Therapie, besonders für Bo- handlung m Badeorten? 6. Prof. Dr. Hoffa-Würzburg: Thema Vorbehalten. 7. Dr. Laquer-Frankfurt a. M.: Höhlenbildung im Rückenmark (mit Krankenvorstellung). 8. Dr. Schütz-Wiesbaden: Thema vov- behalten. 9. Oberarzt Dr. Herxheimer-Frankfurt a. M.: firanfenc Vorstellung. 10. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Riegel-Gießen: Thewt vorbehalten. 11. Dr. Scherk-Homburg: Die Aetiologie des Diabetes. Vermischtes. * Der Fall Saga n. In den vornehmen Pariser Salons kommentiert man gegenwärtig lebhaft eine vor einigen Tagen gefällte gerichtl. Entscheidung, durch die die von dem Grafen Elie von Talleyrand-Perigord, Prinzen von Sagan, gegen seine Mutter, die Herzogin von Sagan, gerichtete Klage auf Aufhebung der von ihr über ihren Gatten ausgeübten Kuratel abgewiesen wurde. Die dem Rechtsstreite zu Grunde liegenden höchst unerquicklichen Familienverhältnisse, die schon des Oefteren in der Presse Erörterung fanden, stellen sich nicht nur als ein charakteristisches Sittenbild des modernen Paris dar, sondern spielen teiliveise auch nach Deutschland hinüber. Der jetzige Herzog Boson von Talleyrand, Va- lencay und Sagan erbte diese Titel 1898 von seinem Vater, dem Herzog Louis Napoleon, der, ein Pathenkind des ersten französischen Kaisers und ein Großneffe des berühmten Diplomaten, von seiner Mutter, der Prinzessin Dorothea von Kurland, das schlesische Sagan als Lehen der Krone Preußens erhalten hatte. Während der alte Herzog seinen Aufenthalt zwischen Frankreich und Deutschland teilte, und in Berlin eine allseitig beliebte Persönlichkeit war, der namentlich Kaiser Wilhelm I. freundschaftlich nahe stand/ führte sein Sohn Boson in Paris die Existenz eines eleganten tonangebenden Klubmannes. Seine Moden wurden von der „jeunesse doree" begeistert kopiert, in den Premieren entschied er über den Erfolg oder die Ablehnung eines Stückes und eine neue Schönheit konnte nicht ohne ihn lanziert werden. Hierbei stand ihm seine Frau, eine Secklere, aus einer baronisierten Bankierssamilie, als vollendete Weltdame und Herrin eines ungeheuren Vermögens zur Seite. In ihrem Palais der Rue St. Dominique 't'rafen sich die in Paris weilenden auswärtigen Fürstlichkeiten mit den Vertretern der Aristokratie der Geburt und des Geistes und namentlich der Prinz von Wales war hier ein regelmäßiger Gast. Böse Zungen nannten sogar den Namen des englischen Thronfolgers int Zusammenhang mit den Gründen, die das Prinzen- Paar veranlaßte, eine gütlich eTrennung einzugehen. Er zog in eine Junggesellenwohnung, sie fuhr fort, ein glänzendes Haus zu halten. Von den beiden der Ehe ent- Arossenen Söhnen stellte sich der Aeltere auf Seite des Vaters, ofmaun aus Hausen, weicher Üchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen schweren Diebstahls i. w. R. verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Gefängnis in Wetzlar abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten I. Nr. 659/00 sofort Mitteilung zu machen. Limburg, den 7. Mai 1900. Der Königliche Erste Staatsanwalt. Beschreibung: Alter: 28 Jahre. Größe: 1 m 73 cm. Statur: untersetzt. Haare: blond. Augen: grau. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Gesicht: länglich. Gesichtsfarbe : gesund. Sprache: deutsch. Besondere Kennzeichen: Rechtsseitiger Leistenbruch. 3517 öffentliche Aufforderung. Forderungen an den Nachlaß des Ludwig Groh I. von Lollar oder an dessen Witwe sind binnen 14 Tagen, von heute an gerechnet, bei dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen, widrigenfalls sie bei der Verteilung des Restes des Erlöses aus der Hofraite nicht berücksichtigt werden könnten. Gießen, den 8. Mai 1900. Großherzogliches Amtsgericht. Lanaermann. 3523 Hekanntmachung. Das von Johann Hermann Schmidt I. Witwe Johannette geb. Walz in Lich unter der Firma „Hermann Schmidt I. Witwe" betriebene Handelsgeschäft ist aus den Sohn der seitherigen Inhaberin, Ludwig Schmidt II. in Lich, ubergegangen. Dieser führt das Geschäft unter der genannten Firma weiter und hat seiner Mutter Prokura erteilt. Die dem neuen Firmeninhaber bisher erteilt gewesene Prokura ist sonach erloschen. Eintrag im Firmenregister ist erfolgt. 3522 Lich, am 11. Mai 1900. _______Großh. Amtsgericht.________ Verdingung. Die Lieferung von 3000 cbm Kleinschlag soll vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können gegen Zahlung von 0,50 Mark (baar) durch uns bezogen werden. Die Eröffnung der geschlossenen, gebührenfrei mit der entsprechenden Aufschrift hierher einzureichenden Angebote erfolgt Montag den 21. Mai d. I, vormittags 11 Uhr in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Zuschlagsfrist 4 Wochen. 3521 ^ankfurt a. M., den 10. Mai 1900. Kömgl. Eisenbahn-Betriebsinspektion 2. yiiten Zie sich »or sogenannten kosen WalzKaffees! Aiese sind meist nichts weiter als einfach gebrannte Hetreidesorteu und eine minderwertige Nachahmung von Kathrciner's Aneipp-ZSatzkasfee. gerechte Kathreiner mit Hefchmack und Aroma des ISohnenkaffees ist von hervorragenden ärztlichen Autoritäten ats der Seste und gesündeste Kaffee-Hrfah begutachtet und nur in btau- weißeu plombierten gackele« mit dem Kneippkopf ats Schutzmarke erhältlich! Also Vorsicht beim Einkauf! 4 und 5 Pfg. per Stück, 3175 A. Steinreich Lindengasse 2, Ecke Marktlaubenstraße. 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