1900 Dienstag den 15 Mai Erstes Blatt. Amtlicher Geil, b. man feine hat. BtteMM, Spedition und ®ruderet: Kch»tstraie Nr. 7. Ibreffe für Depeschm: $teftau Fernsprecher Nr. 51. Mezugspreis virrteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellea vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. h'S«!, 1 bisher «■ ' d'L $«. IIS SS» Volittsche Wochenschau. W Reichst«-; wird mit Dampfkraft gearbeitet. «ratisve-Iaam- ffiitfeit« JamiltaHitta, Der l,eM° Landwirt Dlätter für hessische Volkskunde. '. vor kur>. £, ob°6 c »'brache 11 i? in®»6, üdcht«. PMZÄ- Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die «raste von der Unterführung beim GeilfuS scheu Hause au bis zur Wieseckbrücke auf einige Tage für den Fährverkehr gesperrt. Gießen, den 14. Mai 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gieße«. Hechle r. ftstktil"»- ” (ft «-Öz ,Ä* 2üM anluW. Kommandos eine Ueberraschung zustoßen könne, da diese Kommandos sich zur Aufgabe gestellt haben, die Nachhut Roberts anzugreifen uno vom Gros abzuschneiden. Mriht ou* die Möglichkeit, daß die Heeresleitung der Suren d ft Masst der T?ansvaaler am Vaalslusso zu der. ftrebt während die Truppen des Oranjestaates, TÄ iÄ Flanke.gestützt auf die noch, tm R-sik der Buren befindlichen Püffe des Draken^gebltges, einen Äaerillakriea führen sollen. Damit Ware in tim. H«na au hrinsen, ZahPräsident Steijn die Regierung nach ßSen östlich von Sroonftab, verlegt hat. Der englisch« ^drnarschall Hai noch bis Pretoria einen Weg von etwa ^Kilometern zurückzulegen und zu überschreiten, was ihm unter allen Umstanden lange 3eitj^n Telegramm aus Geneva meldet: Während den i aestriaen Verfolgung feuerten versteckte Buren «n^ b Fenstern eines Farmhauses, das dre weiße Flagge trug,, auf ein Detachement Dragoner, das gerade ab gesattelt hatte, mehrere Dragoner wurden getötet und 16 gefangen ^"EE"„Times"-Drahtung au§ Rietspruit besagt: Dev ^eini) hatte eine ganz unhaltbare Stellung am Zvndflutz knne." Berats 2 de% betrieb TÄÄTmÄ aua seiner Hauptstellung, wahrend Pole-Larew mir »a uallerie seinsiFlanke umging. Der wich zurück längs I Lassans^Bureau meldet aus P^ria.„Die^br^chx I Emtsatzkolonne sür Mafeking, bestehend aus 3000 .Wann I Kavallerie und Snfanterie mit sechs I Eilmärschen bei Tage und bei Nacht die Betochinana-Bahmi I entlang und passierte Mittwoch Vryburg. Ueber Kampfe I liegen keine Details vor, außer daß die Engländer von den Burenkommandos belästigt werden." Man nimmtan daA I die Entsatzkolonne bis aus zwei Tagemarsche von Maseling. I angekommen ist, sie brach Freichg vor acht Tagen von I 3ßm©int?n Antwerpen eingetroffener Brief eines Mitgliedes der belgischen Ambulanz aud ^re^I}ahpb?rS^(1bna® I die Transvaalregierung den größten Teck der Ambulanz I Mitglieder verabschiedet hat, da die Awbulanzdurck)schnUt- lich mehr Mitglieder als Kranke zu verpflegen hatte- Die I Mitglieder sollen sich bereits am 10. April eingeschifft Eine höchst überraschende Nachricht ist vom Kriegsschauplatz eingetroffen: Der englische Feldmarschall Lord, Roberts hat Kroonstad besetzt, vhne Widerschnd zu sindeii. Der Weg zum Waalslusse steht jetzt den ^ig- ländern offen, und der Machtbereich der Oranjestaats- reaierung ist auf ein kleines Gebiet im dtordosten der Re- pubUk beschränkt. Roberts telegraphierte bereits am. 12. d. Mts. ^-oonstad ein, ohne Widerstand zu sindeiu Um halb 2 Uhr wurde in Kroonstad die Umon unter den Hochrufen der wenigen britischen Ern wohner gehißt. Präsident Stein flüchtete gestern abend, nachdem er vergebens versucht hatte, die Burghers zu nachdem er vergebens versucht hatte, die Burghers zu überreden, den Widerstand sortzusetzen Dre. ^n Transvaals erklärten, sie wollten nicht langer im Freistaate kämpfen, und zogen nach dem Vaalslusse ab. Die Freistaatburen beschuldigten die Trausvaalburen, sw erst bpnukt au haben und jetzt im Stiche zu lassen. Biele ^reiltaatburen begaben sich nach ihren Wohnungen jn* Ä Kroonstad verließ proklamierte er Lindley zum Sitze der Regierung des Oranjefreistaiates. Dw Generale Botha und Dewet begleiten die Trans- Mit nicht geringerer Sorge, als sie in Oesterreich von dem Kabinett Körber dem Fortgang der parlamentarischen Thätigkeit entgegengebracht wird, steht in-Fr arikr eich nicht den Anschauungen der Mehrheit des Landes ent. aeaen die am 22. d. Mts. beginnt. Der Ausfall der Gemeindewahlen hat das Kabinett, das bisher voll kuhneN Mutes war, mit Bangigkeit erfüllt, denn wenn auch die Wahlen in der Provinz zu gunsten der ^ublikaner ausgefallen sind, so ist doch der unleugbare Erfolg der Bano- nalisten in Paris immerhin ein recht bedenkliches ^turm- ;eicken Denn wenn auch Paris nicht Frankreich ist, so ist es doch das Herz der Republik, und oft genug ist schon in Paris mit Erfolg eine Politik gemacht worden, welch nicht den Anschauungen der Mehrheit des aLndes ent- sprach. Die endgiltige Entscheidung über die Gememde- ratswahlen wird freilich erst in den an diesem Sonntag stattfindendeii Stichwahlen fallen, die darüber entscheiden werden, ob das Regiment der Hauptstadt m die Hande der nationalistisch-chauvinistischen Gegner der Republik uber- I.N.H«. Anzeigen -n der nachmiNagS für Inenden tofl erscheinenden Nummer knS vorm. 10 Uhr. Uttestellungen spätestens abends vorher. Alle Anzeigen.DermittlungSstellen deS In- und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilcnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. unruhiger und bewegter «IS in Frankreich,' roo immerhin die Sorge um das Gedeihen der Weltaus^ stellung die erregten Gemüter in Zaumhält, ieit in Span ien her, wo die Durchführung der erneuten Steuergesetze besonders in Katalonien zu erner revolutw- Ä Ätt9 Ä ’ta wMk a'ber die Dhnastie selbst rietet. Das Kabinett wird- Muhe und *£ M 8uieÄ. bCÄid>en: Ursachen stt die aufständische Bewegung in $u[.9*r VL” entsprungen, wo die Steuer üb erb urdung zu blutigen Em pörunqen der Bauern gesühtt hat. (Sie^ Leitartikel.) P Zu den vergnügtesten Europäern gehören zurzeit die Engländer, denn die Dinge auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz haben stck m letzter Zeih für Se aut ninb glatt abgewickelt. Bon der Grenze her Transvaal-Republik ist schwcMch «ns einen ^wackigeren Bekanntmachung. dem Regierungsgebäude zu Gießen fiudet Freitag tze» 25. Mai d. Js. eine ordentliche und Gamstag de» 86. Mai d. IS. eine außerordentliche Satzung de? Prövinzialtages der Provinz Oberhesfen «it folgender Tagesordnung statt: ».Freitag den 25. Mar, vormittags 10'/, Uhr. " 1. Prüfung der Rechnung der Provinzialkasie pro 1898/99 und Erstattung des Rechenschaftsberichtes, 2 Festsetzung des Voranschlags der Provmzialkasse für 1900/1901; n Samstag den 2 6. Mai, vormittags 9 Uhr: Die Errichtung einer Provinzial-Siechenanfialt. Gießen, den 12. Mai 1900. Der Vorsitzende des ProvinzlaltageS. v. Bechtold. Deutsches Reich« Berlin, 13. Mai. Aus Metz wird vom 12 d- M. gemeldet: Zu der Truppenübung begab stch der Kat 1 er von Kürzel heute stüh durch Eorny nach Arny^ auf das Gefechtsfeld. Die Kaiserin fuhr von Tournbride auf de« Saint Blaise. Der Kaiser hielt auf dem St. Blaise bw Kritik ab und fuhr dann durch Jouy und! Ars auf den Gorgimont, wo er in Begleitung des kommandierenden! Generals Grafen Häseler, Les, Chefs des ^ßen Genera^ stabs der Armee Grafen Schliessen und des Inspekteurs der Festungen v. d. Goltz die neuen Festungvbauten bestch- Ugte^Er ftühstückte in Metz beim Grasen Haseler und fuhr mit der Bahn nach Kurzel-Urville — Der Kaiser wird am Dienstag Schwtz uroi^ 'L Ä p KisE Ä?T-°g° länger m UrB- Bek'Äs Ä^'^8eSnäeu6eVufn0ei; aus benen ^^Lindley 'liegt östlich von Kroonstad auf der Eisenbahnlinie Kroonstad-Bethlehern, etwa in der Mitte zwischen ^^Blätte? sprechen sich zwar lobend über das schn^^ i- । Vordringen Lord Roberts und seine Besetzung von Kroowi I stad aus, befürchten aber, daß feine Avantgarde schließ- 1 lich von den Buren umzingelt und v°m Hauptquartier abgeschnitten werden konnte. Die. Oph- misten rechnen aus, daß Lord Roberts, wenn er mit der- - J i Sämelligkeit wie bisher vordrmgt und sich ihw keine weiteren Hindernisse in den Weg stellen, Erhald 14 Tagen in Pretoria sein kann. Bon Kroonstad nach dem Baalfluß beträgt die Entfernung 125 Kilometer, vom Vaalfluß nach Johannesburg 65 Kilometer und von Johannesburg nach Pretoria nur noch 48 Kilometer, rm ganzen also 238 Kilometer. Demgegenüber ist zu beruckfich-« Ligen, daß die Truppen Roberts augenblicklich infolge der Gewaltmärsche vollständig erschöpft sein müssen und daß außerdem die Verpflegungsschwierigkeiten mit jedem Tage sich vergrößern. In Kroonstad kann Roberts Mit feiner Avantgarde sich nur kurze Zeit aufhalten, da Kroonstad diesen Umltanoen w uui "Äen, "te die I ein unbedeutendes Städtchen ist, worin er weder seine MrlamentarrschM Arbeit nut) 8 ^sseren besinnen I Truppen unterbringen, noch verpflegen kann. Die Blatter Tschechen sich schwerlich so baw eines Vetren oeiiun Befürchtung aus, daß Roberts von selten der werdem Denn es ist schwer, Vernunft anzunehmen, wenn | wi^banM und Lady-Brand zurückgebliebenen Buren- MI xng, für y. MchNg.M JBarflHeh- l>ff- 2) ' b^rarfiiet der wird sich kopsschuttelnd srngest Widerstand der Baren za rechnen, die ihre stärksten yosft Bitten wo ä?MÜt z^dcr Annahine hergenommen werden je^t auf eine Einmischung der Vereinigten Staaten K'7aß"ack/ßng^ ein ^sch«^ °°n toer»n ndtfcn. $cr ftriC8 itt MnÄ ftSren H°s°n gebrach/Äen. ^Dagegen M L-schLblich-n iiV bpfommen und die Aussichten für em Kompromiß !m?ifhen der Regierung und der Reichstagsmehrheit S sich verschlechtert za Hab-N^ Sind hier neue . • b-:iav» mifnetreten, wie sie in dem berühnit ge M^ieri8fSnnmnrt beä SBunbeS der Landwirte, „nur | de"^enn^kein Pökelfleisch!" ihren Ausdruck gefunben M/b, menn i y ^zu, daß das Zentrum bezüglich ^7nl e auf seinem Schein bestehen will, ob- vo/b°ch^der allgemeine Widerstand gegen diese Vorlage SÄ; ’Siä N"off,»v< >U Ul' 4™«*“ •*'*!»• »"d <»"«"» »ich,«« IW« «“*<•« »ckde^ ^ieqs^elümmel seinen Anfang genommen. Der ^ÄPnaefeK^rf den das Kabinett Körber emge^ ^rnd>?lat fonnte niemanden ganz befriedigen. Das Ka- Ä Nber M sich nicht an eine umfassende Losung der bare I selben 'S N Ä“1 F^&SKtiÄ^SSSMt hu^Ne^uffebung1 der Sprachenverordnungen geschla^ ggisws ^Die „Central News" nteldet aus Kapstadt: Eine De- pesche von der Delagoa-Bai teilt mit, man y«be Beweise dafür zur Versügüng, daß die ExPlofion in ^ohaü nesbu rq durch Unachtsamkeit von Arbeitern herbeige-, führt ist die in der Behandlung von Sprengstoffeii unerfahren waren. Llns der gleichen Ursache erfolgten seit Weihnachten außerdem noch sechs (^Plosivnen und zwe, ernste Unglücksfälle, über die man aber infolge der Preß- zenuur wenig hörte. • • Telegramme deS Gietzeuer Anzeigers. London, 14. Mai. Gestern abend ging das Gerücht, Mafeking fei entsetzt worden. Dasselbe wurde jedoch b'^oİn^49'Mai. Ans H-rich-ll wird gemeldet- Die Engländer bemächtigten sich in der Rahe bes Oranje- slusses einer großen Menge Pserde und nahmen 4000 Stuck ^^L^n d o n^l4. Mai. Aus Pretoria wird über Lorenz» Maronen berichtet: Der Volksraad beschloß m geheimer Sitzung, daß sämtliche fremden Bewohner des Landes । ohne Unterschied der Nationalität sich an der Verteidigung des Landes beteiligen müßten, wie es die umgeanberte Verfassung anordnet. rbeitz u,nfl Mi 'Wst 6

Wefianlag!^ k Stillt f^öberflra^ f fiefuebt pn * Släiiihitfl it, che >eit gesch EAd.tzsi NoM M ll. ca. 16 Zahlen me gäibeiri 339ti chenplatz 21, Mch iläisizer Main, gute Stellv^, ntliflt.) 34« ot Schvimbn; (Unterfranlen) iulscker beim k tzic, heften MM WA AMinhe 68, gesucht OroßhanvlM. an die ^peiihi-n 1628. LMeßemr Anzeiger 4 mal bdgetfgt. Jk A A e — - Kenerat-Mieiaer iuua... - x*' X_z VHV 0 W ttnb Anzeigeblatt ffl» den Areis G««hen oas vertragsmäßige Gefüge der Tripelallianz besteht, nur eine einzige neue hinzugefügt worden sei. In der eingehenden Besprechung, die zwischen Kaiser Franz Josef und dem Grasen v. Bülow im königlichen Schlosse zu Berlin stattfand, sei keine solche Abmachung auch nur irgendwie berührt worden. Die für beide Reiche höchst wertvolle Aussprache hatte vielmehr die Tripelallianz in ihrer bisherigen Gestalt zum Gegenstände, wobei beiderseitig die unverminderte Kraft und Bedeutung der großen mittel- , europäischen Bereinigung konstatiert und die innigen und vertrauensvollen Beziehungen der Dynastien, Kabinette und Völker der drei Großmächte gebührend hervorgehoben wurden. Nach der Willensmeinung der leitenden Kreise der drei Großstaaten solle die Tripelallianz eine feste Grundlage immer besserer Beziehungen der Dreibundmächte zu ihren Nachbarreichen bilden, wie es schon bei der Gründung des Bundes' geplant war; namentlich könne von irgendwelchem Gegensätze zu Rußland keine Rede fein. Auf dem Gebiete der auswärtigen Politik habe die Entrevue den wohlthätigsten Einfluß ausgeübt. — Nach dem „Berl. Tagebl." steht der Rücktritt des Herrn vo n Buchka von dem Posten des Kolonial-, Direktors zwar noch nicht unmittelbar bevor, indes lange könne er nicht aus sich warten lassen, wie man aus der Thatsache entnehmen dürfe, daß der Kaiser sich bereits vor einiger Zeit bemühte, den General-Direktor des Norddeutschen Lloyd, Wigand, für diesen Posten zu gewinnen. Wigand habe sich nicht entschließen können, das kaiserliche Anerbieten anzunehmen. — Der Kaiser hat dem Professor v. Bergmann, wie dieser gestern abend auf dem ihm zur Ehren stattgehabten Kommerse in einer Rede erklärte, seine Anerkennung für die Bestrebungen der von ihm (Bergmann) begründeten Rettungs-Gesellschaft kundgegeben. Im gleichen Sinne hat sich die Kaiserin ausgesprochen mit dem Bemerken, daß sie es sich werde angelegen sein lassen, dafür zu wirken, daß für die Fortbildung der Zivilärzte so viel geschehen solle, wie für die Fortbildung der Militärärzte. Dis erforderliche Weisung sei schon an den preußischen Kultusminister ergangen. — Die „Berl. Neuest. Nachr." erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß der Generalgouverneur von Deutsch- Ostaftika, Generalmajor v. Liebert, sich am 19. Mai in Dar-es-Salaam einzuschiffen gedenkt, um nach Berlin zu kommen und hier noch einen letzten Versuch zur Bewilligung der ostafrikanischen Zentralbahn zu machen. Es ist uns diese Absicht, sowie die Auffassung des Generals, bei Versagung der Eisenbahn die Verantwortlichkeit für die Entwickelung in Ostafrika nicht länger tragen zu können, bereits vor einiger Zeit von anderer Seite bestätigt worden. — Generalmajor Brinckmann, Kommandeur der 21. Kavallerie-Brigade in Frankfurt a. M., soll sein Ab- §chiedsgesu,ch eingereicht haben. Er wurde aus der Hannoverschen Armee, bei der er 1864 Leutnant im 4. Hannoverschen Infanterie-Regiment wurde, 1867 in den preußischen Dienst übernommen und in das 1. Ober- schlesische Infanterie-Regiment Nr. 22 einrangiert. 1869 erfolgte seine Versetzung in das Schlesische Manen-Regi- ment Nr. 2, in dem er am deutsch-französischen Kriege teil- nahm. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes der Groß-Komthure des Hohenzollernschen Hausordens an den Botschafter in Petersburg, Fürsten Radolin. — Beim Staatssekretär des Auswärtigen, Grafen von Bülow, fand heute ein Diner statt, zu dem der russische der italienische, der türkische Botschafter, der badische Gesandte und andere Einladungen erhalten hatten. — Von angeblich gut unterrichteter Seite" wird mit» geteilt, daß nunmehr alle Bundesregierungen mit alleiniger Ausnahme derjenigen der drei Hansestädte ihre Zustimmung zu dem bekannten Kompromißantrage des Grafen Klinckowström in Sachen des Fleischbeschau-Gesetzes erklären lassen. Die Regierungen seien fest entschlossen, einem vollständigen Verbot der Einfuhr von Pökelfleisch unter keinen Umständen zuzustimmen. — Dem preußischen Abgeordnetenhause ist der Gesetzentwurf, betreffend den Kredit zum Bau von Arbeiter- Wohnungen u. s. w. zugegangen. Derselbe schließt sich an die früheren ähnlichen Vorlagen an und fordert fünf Millionen Mark. — In Denffch-Südwestafrika steht die e r st e H i n r i ch - tnng in Swakopmund bevor. Am 19. März wurde,' der zur Bande des Bergdamara-Kapitäns Blauberg gehörende Bergdamara Kanssib, der beschuldigt war, neun Morde und sechs Viehdiebstähle ausgeführt zu haben und vier Morde und zwei Diebstähle selbst zugab, zum Tode verurteilt. Cron berg, 13. Mai. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen besuchten gestern mit der Kaiserin Friedrich die Villa der Freifrau v. Rothschild in Königstein. General v. Lindequist war gestern zur Mittagstafel geladen. Karlsruhe, 12. Mai. Erste Kammer. Beim Budget für das Unterrichtswesen bittet Graf Helmstadt um Anstellung eines gläubigen katholischen Dozenten in der philosophischen Fakultät. Bei dem Titel Mittelschulen befürwortet Geheimrat Schneider eine größere Berücksichtigung der modernen Sprachen in den Gymnasien. Im Hinblick auf die kosmopolitische Kulturentwickelung und die industrielle Entwickelung Deutschlands sei eine mäßige Einschränkung des altsprachlichen Unterrichts wohl möglich. Oberschulrat Arnsperger erklärt, daß der Charakter' der humanistischen Gymnasien nur erhalten werde, wenn sie das Hauptgewicht auf den altsprachlichen Unterricht legen und bie Grundlage für ein gutes Verständnis der mo- oernen Sprachen schaffen. ZWÄSNd. London, 13. Mai. Die »Exchange Company" erfährt man habe über Fez die Nachricht erhalten, daß die Franzosen auf den Fluß Guir zu vorrücken. Es verlaute authentisch, daß, sobald der Sultan von Marocco genaue Einzelheiten über das Vorrücken der Franzosen in der Oase Tuat erhalten haben werde, er dann die That sochen den europäischen Mächten vorlegen werde, da diese in der Angelegenheit ein Schiedsgericht bilden. — Die Rede, worin Senator.Lodge einen baldigen Krieg mit Deutschland prophezeite, (wir haben bereits eine kurze Mitteilung davon gebracht. D. Red.) hat laut einer New-Korker Meldung des „Manchester Guardian" in amerikanischen Regierungskreisen großen Anstoß erregt. Dem Präsidenten liege äußerst viel an herzlichen Beziehungen zu Deutschland. Solche kriegerische Aeußerungen seien nicht ernst zu nehmen. — Die New Dorker „Evening Post" nennt LodgeS Rede über Vermehrung der Flotte der Vereinigten Staaten eine Harlekinade. Ein ähnliches Urteil fällt die dortige „World". — Der Korrespondent der „Liberia" telegraphierte aus London, DreyfuS sei nach England gekommen, um eine Verständigung mit Esterhazy über das Bordereau anzubahnen und mit ihm die Wiederaufnahme des Verfahrens nach der Weltausstellung vorzubereiten. Der Gewährsmann verspricht brieflich genauere Mitteilungen. Madrid, 13. Mai. In Barcelona und Valentin ist nach der Verhängung des Kriegszustandes wieder Ruhe eingekehrt. In Sevilla dürfte der Kriegszustand nicht erklärt werden. Der Generalkapitän von Barcelona hatte erfahren, iu den umliegenden Ortschaften herrsche Gährung, er ließ sie durch Truppen besetzen. Verschiedene Leute, mit Feuerwaffen in der Hand, die herbeigeströmt waren, um der revolutionären Bewegung in Barcelona sich anzuschließen, wurden gefangen genommen. Sie werden vors Kriegsgericht gestellt werden. Rom, 13. Mai. Der Prinz von Neapel hat nach einer von zuständiger Seite veröffentlichten Mitteilung während des kurzen Aufenthalts, den er auf seiner Rückreise aus Berlin in Rom genommen, dem Ministerpräsidenten, Pelloux, sowie dem Minister des Aeußeren, Visconti Venosta, gegenüber seine lebhafte Befriedigung über die herzliche Aufnahme ausgedrückt, die er in Berlin gefnuden hat. Wie«, 13. Mai. Aus tschechischer Quelle wird gemeldet, die gesamte Gendarmerie habe Auftrag erhalten, bei Gerichtsverhandlungen nur in deutscher Sprache auszusagen. — Der Rektor der Universität, Profeffor der Theologie Neumann, hat infolge der Studentenkrawalle seine Demission gegeben, da der akademische Senat mit den Verfügungen des Rektors gegen die Studenten nicht übereinstimmt. Die Geschäfte übernimmt Prorektor Hofrat Wiesner. Trotz des Verbotes, in der Universität Farben zu tragen, erschienen die Verbindungen in vollen Farben vor der Universität und begaben sich zum Rektor, um die Aufhebung des Farbenverbotes zu erwirken. Doch bleiben die bisherigen Verfügungen vorläufig aufrecht erhalten. Ruhestörungen haben nicht weiter stattgefunden. Budapest, 13. Mai. Das heute den Delegationen vorgelegte gemeinsame Budget für 1901 weist ein Gesamterfordernis von 357043706 Kronen auf. Das Netto- Erfordernis des Heeres beträgt 342118520Kronen, d. i. gegen das Vorjahr ein Mehr von 19393316Kronen. Der Ueberschuß der Zollgefälle wird auf 125039249 Kronen veranschlagt. — Bei der Eröffnungssitzung der österreichischen Delegation wies Präsident Jaworski auf die Berliner Kaiserreise hin und erbat sich die Ermächtigung, bei dem Empfang in der Hofburg vor dem Kaiser den freudigen Gefühlen Ausdruck zu geben über den dem Kaiser in Berlin gewordenen Empfang. Dieses bedeutungsvolle Ereigniß sei, wenn dies überhaupt nötig gewesen wäre, eine Bekräftigung und Stärkung des Dreibundes und des Völkerfriedens, in )em wir seit vielen Jahren leben. Der Redner sprach auch den Wunsch aus, daß zu dem äußeren Frieden sich der innere geselle. — Nach Konstantinopeler Meldungen aus angeblich verläßlicher Quelle wurde diese Woche am Sultan ein Vergiftungsversuch gemacht, dem er nur durch Zufall entgangen ist. In dieser Angelegenheit wurden viele Verhaftungen vorgenommen. Unter Anderem wurde der Sohn des Polizeiministers und der Sohn eines Professors der medizinischen Hochschule verhaftet. Tokio, 13. Mai. Am 10. Mai fand die Vermäh- ung des Kronprinzen von Japan mit der Fürstin Kudjo statt. Aus Stadt und Land. («mmyme Einserrdrrrrgerr, gleichviel welchen Inhaltes, werde« grundsätzlich nicht anfgenowmen.) Gieße«, 14. Mai 1900. * ♦ «eschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Bor 1153tbren, am 13 Mai 1785, wurde zu WiSmar der historisch-politische Schrist- teller Friedrich Christoph Dahlmann geboren. Gr starb am 5. Dezember 1860 zu Bonn. • * Auszeichnungen. Wir lesen im amtlichen Teile der „Darmst. Ztg.": Seine Königliche Hoheit der Groß- re rzog haben Allergnädigst geruht, zum 10. Mai dem Stadtverordneten Jean Kirch in Gießen das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Bildhauer Ludwig Habich in Darmstadt das Ritterkreuz 1. Klaffe dieses Ordens zu verleihen. * • Bon der Universität. Am letzten Samstag fand die zweite der drei ordentlichen Immatrikulationen statt. Die Zahl der bis dahin neu eingeschriebenen Studierenden beträgt 225, und zwar 17 bei der theologischen, 41 bei der juristischen, 82 bei der medizinischen und 85 bei der philosophischen Fakultät. **Großh. Handelskammer. Auszug aus dem Sitzungsprotokoll vom 8. Mai. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Scheel, Balser, Dürbeck, Grünewald, Kommerzienrat Heichelheim, Jhrrng, Katz, Moll, Nowack, Rrnn, Schirmer, Schmall, Wallach. Entschuldigt fehlen die Herren: Hoos, Ramspeck, Steinecke, Kommerzienrat Wort- Einheitliche Regelung der (Änntagsruhe in Oberyessen. Die Handelskammer Friedberg hat die hiesige Schwesterkammer ersucht, mit ihr gemeinsame Schritt* zur Her^rführung einer einheitlichen Sonntagsruhe in unserer Provinz zu unternehmen. Zwei Mitglieder erstatteten Referate andere hatten in ihren Wohnorten Ver° sammwrmen einberufen und berichteten über die dort Ansichten und Wunsche. Die Kammer erklärte sich schließlich mit großer Mehrheit gegen die aevlante Regelung, da die einschlägigen Verhältnisse in den verschiedenen Orten und Gegenden zu verschieden seien — 2) Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz. Auf dem mit 14. und 15. Mai 1900 in Frankfurt a. M. stattsindendeir Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz wird die Kammer durch ihr Mitglied Herrn Direktor Steinecke-Lollar vertreten sein. — 3) Eingabe der Vereinigung deutscher Margarinefabrikanten zur Wahrung der gemeinsamen Inter- essen, betr. Aufnahme der Margarine in den Spezialtarir für bestimmte Eilgüter. Nach Anhörung zweier sachverständiger Mitglieder beschließt die Kammer, diese Eingabe zu unterstützen, um namentlich für die Sommermonate der leicht dem Verderb ausgesetzten Margarine bie Vorteile schnellerer Beförderung zuteil werden zu lassen. — 4) Gut- scheine iim Uhrhandel. Die Zentralstelle „Die Uhr" hat an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet mit dev Bitte, dem verderblichen, jeder guten Verkehrssitte und lauterem Wettbewerb widersprechenden Gutsä-ein-System (insbesondere den Hydra-Coupons) durch Aufnahme eines entsprechenden Verbots in bie Reichsgewerbeordnung entgegentreten zu wollen. Die Kammer unterstützt den Antrag nach Anhörung des Uhrmacher-Vereins für Gießen und Umgegend, zumal da auch schon hierorts vielfach Uhren nach diesem Guffchein-System abgesetzt worden sind — 5) Münznovelle. Die Handelskammer Wesel wendet sich gegen die geplante Einziehung der Silberthaler, da diese beliebten Geldstücke dem Verkehr nicht entzogen werden dürften. Die Kammer kann diese Ansicht nicht teilen und : sieht im Interesse der Durchführung unserer Goldwährung von einer Unterstützung des Antrags ab. Vom Reserenten wurde zugleich darauf hingewiesen, daß bei der Umprägung der Silberthaler in Markwährung der Reichskasse ein Gewinn von etwa 10 Prozent erwachse. Wenn dieser Umstand bei der Beurteilung der Frage auch von nebensächlicher Bedeutung ist, so darf dieser Gewinn in Anbetracht des großen Vorrats alter Silberthaler, welcher allmählich zur Um» Prägung gelangt, dennoch nicht unterschätzt werden. — 6) Die unhaltbaren Zustände an den Fahrkartenschaltern sollen an zuständiger Stelle zur Sprache gebracht und eine unserem Verkehr angemessene Vermehrung derselben beantragt werden. — 7) Zweifelhafte Firmen im Ausland. Der Kammer sind von berufener Seite Mitteilungen zu- gegangen über eine solche Firma in Moskau. Interessenten erhalten auf dem Sekretariat Auskunft. — 8) Handel im Ausland. Der Kammer liegen Berichte vor über Handelsverhältnisse in Bulgarien, Rumänien, Madras. Insbesondere wird mitgeteilt, daß die Handelsdampfer der ost- asiatischen Linien oemnächst versuchsweise auf jeder zweiten Ausreise Rotterdam neben Antwerpen anlaufen werden. Des weiteren ist bekannt zu geben, daß nach einer Erklärung der spanischen Regierung auch die der spanischen Gerichtsbarkeit unterworfenen Personen vor den spanischen Konsulargerichten in Marokko zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie deuffche Fabrik- und Handelsmarken unbefugt verwerten, die in Spanien eingetragen sind. Das Sekretariat erteilt nähere Auskunft. * * Burgenfahrt. Der Hessische Geschichtsverein in Marburg unternimmt heute seine erste Burgenfahrt nach Gleiberg und Vetzberg bei Gießen. - z- Rohheiten. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr wurden die Bewohner der Grünbergerstraße, deren Wohnung sich in der Nähe der im Bau befindlichen Gutenbergstraße — Verbindungsstraße zwischen Schiffenbergerweg und Ludwigs- Platz — befindet, von einem donnerähnlichen Getöse er; schreckt. Als sie der Ursache auf den Grund gingen, fanden sie an der Umfriedigung des Marx'schen Gartens eineu umgestürzten Rollwagen, der von freventlichen Händen auf das Geleise gehoben, aus diesem bis über den Höhe punkt der Strecke geschoben worden war, um von hier mit allen Kräften die abschüssige Bahn hinabgestoßen zu werden. Unglücksfälle sind glücklicherweise nicht zu beklagen gewesen, selbst das in Gefahr befindliche Staket hat dem Anprall tapferen Widerstand geleistet, und ist nur in eine schiefe Lage geraten. Dies aber ist wohl lediglich dem Umstande zu verdanken, daß dasselbe, nachdem es infolge einer ganz ähnlichen Karambolage — die es am Freitag Abend mit einem anderen Rollwagen, dem in gleicher Absicht von rohen Buben derselbe Weg angewiesen worden war, zu bestehen hatte — urngeriffen und zertrümmert, und infolge dessen aus besonders widerstandsfähigem Material wieder her gestellt worden war. — Ferner wurde in der Nacht vom Samstag auf Sonntag in der GrÜnbergerstraße der schwer« Boden eines zerbrochenen gläsernen Bierhumpens gegen das Fenster einer Wirtschaft geschleudert, wodurch die Fensterscheibe zersplittert und das Fensterkreuz beschädigt wurde. — Wie wir erfahren, ist man in allen drei Fällen den Thätern bereits auf der Spur. *• Gießener Bolksbad. Im April wurden insgesamt 6351 Bäder abgegeben gegen 6563 im März 1900 und gegen 5645 im April 1899 ober — bei Berücksichtigung der ausgefallenen Feiertage und halben Sonntage — im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 259 Bäder gegen 226 im März 1900 und 221 im April 1899. — Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 2792 Männer, darunter 746 zu 10 Pf., 746 Frauen, « 203 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 183 Männer, 67 Frauen, „ 2. „ 699 417 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Maffage zusammen 120 Männer, 24 Frauen, Brausebäder zusammen 1445. Die Personenwage wurde von 160 Personen benützt, das Bad von 26 Personen besichtigt. Wetterfeld (bei Laubach), 10. Mai. An den drei folgenden Sonntagen wird hier durch den unter Leitung bei Lehrers Jakob stehenden Gesangverein das Lutherfefi- spiel von Hans Herrig zur Aufführung gebracht. Es ist z- E. mirtlM"' 6i< Ss'd «chdk stefte611 schick" « d«r 1 tut» .« 12.1 Mi*1'1 S; 1 W ö msE W0t)W 2 Peters 1, rti-5)1 gt, 23, den: 1 N?" Direktor der. ®t.8< Niebel ton beauftragt» u vou Wld, $r. Steuer rHter 3W' Loruis, dei MierungSast hMen St Käthe, bet Slömheld, Inyiyx, 1 schrrrt W dchdrdm b treffen erfi boote war befanb ftc Reffen tn Die ßattbuti bärgermeiste heute nachni heute abend hm. M trachte hie Eltern der j hierdurch in liebt ivijfai, stehenden Säl haben sie \\h und M M Staate- M ihren Sohr Antwort w klärt hat, t daraus bcs auszuüben suchen der i M bie ftö in den euch ReaWlr TäMchbr der beit und zwar durch den Schuljahr Wehl verordnete geordneten bestätigt e Mig geh) btt PrG UM Utefl, bibatn beft v»l°ß-n »«Metbäi . " Ulit Wutqau t Meutaa 'chteiben i] ton 100 H°«ir, 7? Stenvg £,tb' eine « SlaffC[ Sw O‘eh to’N tu ?'• dir ’n Mn,. Wito 10 $f- 10 " 1899. eilt: 46 l« 103 » 61 Flaue»- zu hoffen, daß die Aufführungen von hier und aus der Umgegend sehr zahlreich besucht werden. Strebendorf, 11. Mai. Unser stilles Dorf steht in Erwartung eines erfreulichen EreigniffeS. Nachdem im Januar die Gründung eines KriegervereinS in unserer Ge- meinde sich vollzogen hatte, steht derselbe nunmehr vor dem Feste der Fahnenweihe, mit welcher em Preis-Scheiben- schießen verbunden werden soll. Als Festtage sind der 11. und der 18. Juni bestimmt. Darmstadt, 13. Mai. Der Großherzog empfing LM 12 Mai den Hauptmvnu Mootz vom Infanterie- Regiment v. Wittich (3. Hess.) Nr. 83, den Hauptmann Frhrn v Ungern-Sternberg vom 1. Großh. Ju- fanterie-(Leibgarde.)Regiment Nr. 115, den Hauptmann o. Kessel vom Generalstabe der Großh. (25.) Division, den Leutnant Riedesel Frhrn. zu Eisenbach vom 1, Großh. Infanterie (Leibgarde-)Regiment Nr. 115, kommandiert zum 2. Großh. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner- Regiment) Nr. 24, die Leutnants der Reserve Dyckerhoff, o Petersdorfs-Campen, Schoch und Pistor vom 1' Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23, den Oberjustizrat Lorbacher, den Oberfinanzrat Dr. Becker, den Oberfinanzaffessor Glas sing, den Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Alzey Dr. Buchhold, den Oberförster Mann von Lauterbach, den Verlagsbuchhändler Diemer und dcn Kaufmann Giebel von Mainz, den Ministerialsekretär Dr. Kratz, beauftragt mit Versetzung der Stelle des Vorstandes des Polizeiamts in Darmstadt, den Oberamtsrichter Dr. Seriba von Alsfeld, den Postdirektor Blaß, den Landesgeologen Dr. Steuer, den Geheimen Baurat Pfarr, den Amtsrichter Müller, den Hypothekenbewahrer Jehle von WormS, den Amtsrichter Klietsch von Friedberg, den Regierungsassessor Schenck, Kanzleidirektor der Zweiten Hessischen Ständekammer; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Finanzminister Küchler, den Kabinettsrat Römheld, den Hoftheaterdirektor Werner. Mainz, 14. Mai. (Privat-Tel.-Meld. des Gießener Anzeiger, 1 Uhr 30 Min.) Auf dem Dampfer „Ludwig IV." fuhren heute morgen die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden der Torpedo-Flotille entgegen. Das Zusammen- treffen erfolgte bei Eltville. Auf dem vordersten Torpedoboote war die hessische Flagge gehißt. Auf demselben befand sich der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen mit seinem Generaladjutanten von Grancy. Die Landung in Mainz erfolgte um 1 Uhr. Der Oberbürgermeister G a ß n e r kredenzte den Ehrentruuk. Heute nachmittag findet im Militärkasino ein Festmahl und heute abend in der Stadthalle ein Festkommers statt. bm. Mainz, 13. Mai. Wie wir berichteten, ver- Irachte hier kürzlich eine Privatlehranstalt. Viele Eltern der Zöglinge der stark frequentierten Anstalt find hierdurch in große Verlegenheit gebracht worden, indem sie nicht wissen, was sie mit ihren vor der Ausgangsprüfung stehenden Söhnen beginnen sollen. In ihrer Verlegenheit haben sie sich an das Ministerium nach Darmstadt gewendet und mit Rücksicht auf die gesetzliche Aufsichtspflicht des Staates über die Schule angefragt, was sie nunmehr mit ihren Söhnen beginnen sollen. Die hierauf eingetroffene Antwort war sehr trostlos, da das Ministerium einfach erklärt hat, daß die Beaufsichtigung der Schule sich lediglich darauf beschränke, die allgemeine staatliche Schulaufsicht auSzuüben und die Reifeprüfung zu kontrollieren. Das Ersuchen der um ihre Kinder besorgten Eltern, zu veranlaffen, daß die plötzlich der Schule beraubten jungen Leute sofort in den entsprechenden Klassen des Gymnasiums oder der Realschule Ausnahme finden können, wurde von der obersten Schulbehörde mit dem Hinweis auf die Ueberfüllung der beiden staatlichen Lehranstalten abgelehnt und zwar mit der Betonung, daß der allgemeine Unterricht durch den Eintritt einer größeren Schülerzahl inmitten des Schuljahres sehr ungünstig beeinflußt werden würde. Wetzlar, 14. Mai. Die Wiederwahl des Stadtverordneten Gerhard Waldschmidt hier zum zweiten Beigeordneten der Stadt Wetzlar ist von der Aufsichtsbehörde bestätigt worden. — Der in den Jahren 1896/97 hier thätig gewesene Stationsassistent Dietrich Pundt hat vor der Prüfungskommission am Oberlandesgericht zu Kaffel das Referendarexamen als der Beste von vier Kandidaten bestanden. — Ts ist dafür agitiert worden, daß die Unkosten der Handwerkskammern von den Provinzialverbänden übernommen würden. (Wetzl. Ztg.) ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Verband der Gabelsberger Stenographen des Main- Rheingau und von Hessen-Nassau hält seinen 21. Stenographentag am 20. Mai in Hanau ab. Vormittags um 10 Uhr findet in der Oberrealschule das Verbands-Wettschreiben in vier Abteilungen statt (mit Geschwindigkeiten von 100 bis zu 200 Silben). Hieran schließt sich die Haupt-Versammlung in der Aula der Ober-Realschule, wobei Dr. Gautter aus Frankfurt a. M. den Festvortrag über die Stenographie an der Wende des Jahrhunderts halten wird. Der Nachmittag bringt ein Festmahl im Deutschen Haus, eine Vertreter-Versammlung und um 3*/2 Uhr einen Ausflug nach Wilhelmsbad. — Vor dem Bahnhofsgebäude in Kassel fand ein kleiner Knabe ein Portemonnaie mit zwei Einhundertmarkscheinen. In der richtigen Voraussetzung, daß der Verlierer seinen Verlust alsbald bemerken und zurückkommen würde, um nach dem Vermißten zu suchen, verblieb er einige Zeit an der Fundstelle. Wirklich gelang es dem ehrlichen Knaben, den Verlierer als einen feingekleideten Herrn, der eifrig nach dem Verlorenen suchte, z« ermitteln und ihm die Geldbörse wieder zuzustellen. Aus Dankbarkeit hierfür erhielt der Junge ein Fünfpfennig- fliick mit der Bemerkung, er solle hierfür sich ein Schnäpschen kaufen. — Der Wunderdoktor Müller aus Würzburg, rin ehemaliger Arbeiter, ist in Wiesbaden wegen eines Umprägu-, Mse ein tz dieser Um|kj ^sächlichere Hi des grofc hlich zur fe werben. - kartenschMs rächt unb eint beließen beim Mnnb. tifungm zu- Mesfenieu handel im ;r Handels- as. Jnsbc- iiei der oft- ever zweiten äen werd» ch einer stier spanisch» *en spanische- Wartung gl- md handels- n elMirage» hichMrm u Surgenfahr'. ßen. »uck Wohnung fii nborgstraße - । und Lums- hen Getöse ergingen, W Gartk^im .en M iber AM nt ot -itt n ■Kaj« g* atW’E ii nie M j im W,h: »(ge «««»* itagMi» M »«»«-' IM, i« ib iof*T tal »* ber«*?w i4 die 3* Mditzt ' Ä w» -;:6. SS > dir 15$ nermonat(l. Lbie ’W Die Uhr-- dev U und lauten Dltent (im Ime eines er Ordnung er stützt den l für Sich ^orts vielst ü worden fl- 'sel wendet tzaler, da bi? tzogen wert üht teilen m : Goldivöhr^ om Refeievi! WS**1 ia< £! ’ ü * gtbtW* .„gen i*'aei Z/soo «°d ’SUflWWJ S 8?« Sittlichkeitsverbrechens verhaftet worden, das er au einem ihn konsultierenden Mädchen begangen haben soll. — Die Torpedoflotte trifft, wenn die Wasserverhältniffe eS gestatten, am 19. Mai, in Maxau ein. Vermischter. * Maienschnee. Aus dem Osten des Reiches, namentlich aus der Provinz Posen, aus Ungarn und Rumänien werden uns Schneefälle gemeldet. Die „Drei gestrengen Herren" meinen es in diesem Jahre wirklich recht ernst. Wenn sie auch mit gestern vorbei sind, so kann man heute doch eine geheizte Stube noch ganz gut vertragen. * Zum Konitzer Morde. Herr Winter hat folgende Depesche an den Justizminister aufgegeben: „Es ist mir bekannt geworden, daß Ueberreste meines ermordeten Sohnes heimlich beerdigt werden sollen, ich protestiere als Vater dagegen. Bitte Eure Exzellenz, mich in meinen Vaterrechten zu schützen und anzuordnen, daß nach Freigabe durch die Staatsanwaltschaft ich meinem ermordeten Sohn ein christliches Begräbnis selbst besorge. Winter, Prechlau." e Paris, 13. Mai. Hiesigen Blättern zufolge soll die Gräfin Marcel, die unter dem Namen Ghp als Mitarbeiterin der „Libre Parole" bekannt ist, vorgestern abend entführt worden und in ein in der Umgegend von Paris befindliches Schloß eingesperrt worden sein, aus dem sie sich durch Flucht aus dem Fenster rettete. Die Gräfin wurde mit zerrissenen Kleidern und Wunden auf der Brücke von Bercy von Polizeiagenten aufgefunden, denen sie diese Geschichte erzählte. Während des Verhörs vor dem Polizeikommissar stiegen diesem Zweifel über die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen auf; auch die allgemeine Meinung geht dahin, daß die Gräfin anSi nnes- täuschungen leide. * Unfall in einer Fechtschule. In einer Prager Fechtschule ereignete sich ein schwerer Unfall. Der tschechische Abgeordnete Dr. Pinkas führte mit dem Architekten Vanderbilt ein Fleuretgefecht durch. Dabei brach dem Abgeordneten Pinkas der Knopf von seinem Fleuret ab, und die Waffe drang seinem Gegner in den Leib. Vanderbilt wurde schwer verletzt in eine Heilanstalt gebracht, wo an ihm eine Operation vorgenommen wurde. «Uhr37 Min.vorm «.Strecke Herdelberg-Heppenheim (28,2Kilometer)- Ankunft in Heppenheim (160,9 Kilometer von Straßburg) 10 Uhr 84 Min. vorm. 7. Sttecke Heppenheim-Darmstadt (28,7 Kilometer). Ankunft in Darmstadt (189,6 Kilometer von Straßburg) 11 Uhr 46 Min. vorm. 8. Strecke Darmstadt-Frankfurt a. M. (28,7 Kilometer). Ankunft in Frankfurt a. M -(218^3 Ktlometerlvon Sttaß- burg) 1 Uhr nachm. 9. Strecke Franksurt-Gelnhaufen (42,2 Kilometer). Ankunft inGelnhausen (260,5 Kilometer von Straßburg). 2 Uhr 10 Mm. nachm. 10. und 11. Strecke Gelnhausen-Schluchtern- Flieden (42,6 Kilometer). Ankunft in Flieden (313,1 Kilometer von Straßburg) 3 Ubr 45 Min. nachm. 12. Strecke Flieden-Fulda (19,2 Kilometer). Ankunft in Fulda (322,3 Kilometer von Straßburg) 4 Uhr 34 Min. nachm. 18. Strecke Fulda-Schlitz (20,4 Kilometer). Ankunft in Schlitz (342,7 Kilometer von Straßburg) 5 Uhr 50 Minuten nachmittags. 14. Streck- Schlitz - Hersfeld (28,4 Kilometer). Ankunft m HerSfelv (371,1 .Kilometer von Straßburg- 6 Uhr b0 Mtn. abbs. Die durchschnittliche Leistung der einzelnen Stafetten betragt demnach 27 Kilometer in der Stunde. Eine sehr gute Leistung, und zwar umsomehr, als bei der bisher durcheilten Strecke zum Teil ziemlich gebirgige Gegenden zu nehmen warm. Angenommen war als Durchschnittsleistung ein Maximum von 25 Kilometer. »05 Eintreffen der Staffelte in Sportpark Friedenau dürfte demnach, wenn nicht noch auf dem letzten Teil der Reise eine Verzögerung eintritt, heute nachmittag zwischen 1 und 3 Ubr erfolgen. — Von Mittelbachs Verlag in Leipzig geht uns das soeben m Profilmanier erschienene Blatt 47 (Frankfurt a. M.) aner- kannk vorzüglichen Deutschen Stratzenprofilkarte für Radfahrer zur Besprechung zu, die auch das Gießener Gebiet zum größten Teile umfaßt. Sie ist nach dem neuesten amtlichen Material und mtt Unterstützung des Deutschen Radsahrerbundes und Allgem. Radfahrer- Union bearbeitet und für jeden Gießener Radfahrer geradezu unentbehrlich. Nicht nur alle fahrbaren Wege, alle Steigungen (in Metern), alle Entfernungen (in Ganzen und Bruchteilkllm.), alle nur irgendwie nennenswerten Orte, die Eisenbahnen, Flüsse usw. sind auf der Karte angegeben, sondern sie zeigt auch auf den ersten Blick das für den Radfahrer wichtigste: die Beschaffenheit der Straßen, sowie gefährliche Stellen. Die Karte kostet aufgezogen in Taschenformat 1 Mk. 50 Mk. Aufträge nimmt jede Buchhandlung entgegen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artiket übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 14. Mai 1900. Einsender erlaubt sich die Anfrage, ob es vielleicht nicht richtiger gewesen wäre, wenn man auch einer ganz kleinen Zahl hiesiger Damen bei der Enthüllungsfcier deS Kriegerdenkmals insofern ge» dacht hätte, als man ihnen auch nur ein kleines Plätzchen während der Enthüllung eingeräumt hätte. Ich meine die Damen, die während bei ganzen Feldzugs 1870/71 in aufopfernder Weise hier in Gießen m der früheren alten Turnhalle die Verwundeten freiwillig gepflegt haben, und deren Thättgkeit selbst an höchster Stelle durch Ehrenzeichen und DankeS- schreiben anerkannt wurde. Kunst und Missenschast. — Der Kunstrat zu Wien beschloß die Gründung einer modernen Gallerte in Wien und eines eigenen Gebäudes zur Schaffung einer Centralstelle für alle Angelegenheiten künstlerischer Natur im Unterrichtsministerium. Die Bilder ausländischer Künstler werden aus Staatsmitteln für die Gallerte angekaust werden. Jagd und Sport. — Amatettr-Rad-Renne«. Das gestrige Rennen auf dem Sportplätze an der Harvt hatte fast ganz Gießen und Umgegend rege gemacht. Trotz des kalten, scharfen Noroostwindes hielt das zahlreich erschienene Publikum bis zum Schluß aus. Von den Ehrenvorsitzenden bemerkten wir den Rektor der Landesuniverfität, Profeffor Dr. Netto, den Prooinzialdirektor Geheimrat v. Bechtold und Oberstleutnant P e tz e l. Das Hauptinteresse nahmen das Hindernis- und das 25 Kilometer-Rennen in Anspruch. Aus letzterem ging als Sieger M o e d e r • Frankfurt a. M. hervor, obgleich er während des Rennens stürzte. Schnell aber saß er wieder im Sattel und errang unter anhaltendem Beifall des Publikums den Sieg. Im Programm waren in der Reihenfolge der Sennen Aenderungen vorgenommen worden. Sie gingen in folgender Reihenfolge und mit nachstehendem Ergebnis vor sich: I. Vorläufe zum Er st fahren 1200 Meter gleich 3 Stunden: O. B e ck -Frankfurt erster, Fritz Ziegler - Hoechst zweiter, Emil Pokorny- Mainz, dritter 2. W. Pagel -Frankfurt erster, Georg H i r s ch »sAschaffenburg zweiter, Willy H a m e 1 - Gießen. II. Vorläufe zum Gauverbands-Wanderpreisfahrpreis- fahren 1200 Meter gleich 3 Runden. 1.(5. Moed er-Frankfurt erster, Carl D u i 11 - Gießen zweiter/ Paul Staiger -Pforzheim dritter. III. Crstfahren (Entscheidungslauf 2000 Meter gleich 5 Runden. Es starteten: Beck, Ziegler, Pagel, Hirsch, Hamel. — G t- g ebnis : Fritz Ziegler-Höchst erster (4.15), O. Beck-Frankfurt zweiter (4.15Vs), W. Page l-Frankfurt dritter 4.152/5). Erster Preis: Äne photographische Handkamera. Zweiter Preis: ein Prachtband (20. Jahrhundert), Dritter Preis: 1 Bierseidel. IV. Hindernisfahren (Entscheidung) 2000 Meter — 5 Runden. Georg Doenges- Bockenheim erster (b.7'/v), Fritz Ziegler-Höchst zweiter (5.7ort. Karl Hichman«. Hmit Aischvach. Z'h. Kans. Adotpk Heisse. Z'et. Heißet. L>ch. Hengnaget. ZSity. Kaas. Mov. Stnht. Aart Schwaaö, Hoflref. A. & H. ZSaltenfets. 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