1900 General-Anzeiger send. 1 Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren ^w«e Bekanntmachung U-tugsprcis Vierteljahr!. Ml 2L0 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die ÄbholesteÜe« vierteljübrl. MI. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteljährl. mit Bestellgeld. ä geschützt i duerfart ütotbehilioti tu Hanrptt rhardt, Parfümen, ler. hardt. Alle Anzeigen-BermiNlungSstellen d«S In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. vledaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. sehr bald zurückberufen werden müßte. Erkrankung und Selbstmord nähmen erschrecklich zu. Es sei Pflicht aller, die die Wahrheit wüßten, öffentlich vor dem Eintritt in die Philippinen-Armee zu warnen. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Rote inh Dom 10 und Ä Ptennig mm Bekanntmachung. Infolge der bevorstehenden Anlegung der neuen Grundbücher und des hierdurch vermehrten Bedarfs an Hilfs« traften für die Gerichtsschreibereien kann eine größere Anzahl von Schreibgehilfen, und von solchen Personen, die sch als Schreibgehilfen ausbilden wollen, gegen Entgelt Belästigung bei den Gerichtsschreibereien der Großherzogl. Amtsgerichte finden. Die Vergütungen steigen nach dem Äl«nSalter und den Leistungen von 150 Mk. bis zu 1700 Mk. jährlich. Nach einer ununterbrochenen und zufriedenstellenden zehnjährigen Beschäftigung und vollendetem 30. Lebensjahre ist die Möglichkeit einer dekretmäßigen unwiderruflichen Anstellung mit dem Ansprüche auf Ruhegehalt gegeben. Gesuche um Annahme als Schreibhilfe sind unter Beschluß einer selbstverfaßten und selbstgeschriebenen Dar- stcl ung des Lebenslaufes, und von Zeugnissen über den V Schulbesuch, den Leumund und die etwaige seitherige Be« Mftigung bis spätestens den 15. Mai dss. IS. bei dem ' Msgerzeichneten Sekretariat einzureichen. Besondere Wünsche, aus der Gerichtsschreiberei eines bestimmten Amtsgerichts beschäftigt zu werden, sollen, soweit angängig, Berücksich- tigung finden. Darmstadt, den 4. April 1900. Das Sekretariat des Großherzoglichen Ministeriums der Justiz. Schw arz. che cdung der ten amerikanlscbt] Anlage, Verlieht. Her PutimWI mmenheit r Benutzung. •w rgh8Wl611*C688t Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Ium 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht: im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat März 1900 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: „ < emt o qh Hafer Mk. 16,30, Heu Mk. 6,35, Stroh Mk. 3,80. Gießen, den 12. April 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. träume von Anz-ig-« zu der nachmittags für den klnenden Tag krönender. Nummer b.s vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Politische Tagesschau. Nach einer amtlichen Aufstellung hat die amerikanische Armee auf den Philippinen seit Be- etzung der Inseln vom 1. Juni 1898 bis 17. Februar 1900 iira aanzen 1525 Mann, wovon 65 Offiziere, verloren. Die "/bis zum 1. Dezember 1899 reichende Statistik des Generalarztes der Philippinen-Armee giebt^den Verlust au f 58 Offiziere und 1263 Mannschaften an. ^von kamen 48 Offiziere und 570 Mann gewaltsam um, und 16 Offnere umb 693 Mann starben durch Krankheit. Zu den als ge- dQltsam Umgekommenen sind auch breiemgen gezahlt dw bmcch Selbstmord endeten. Wieviel Selbstmorde vorkamen, ge ht nicht aus der Statistik hervor. Es wird nur mrtgeteüt, dach 137 Offiziere und Mannschaften gewaltsam, aber nicht Uucch den Feind, ums Leben kamen. -^e Gegner des ^räeges behaupten, daß die Derlustzifter viel großer sei. Zmi Kongreß verlangt Senator Allen barüber StuShinft. Alllen sagt, Amerikaner könnten es auf den Philippinen - nicht länger als zwei Jahre aushalten, und es sei ihm vom eingeweihter Seite gesagt worden, daß die ganze Armee jQn', Leip^ jedem k>W„. Id Packetenj/,^ Überall rrfc, bei billigsten liaen. 21"7 c. Herber, ^furwerkstätte. Bekanntmachung. Mreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach bei Gießen. c>n der Zeit vom Donnerstag, dem 19. April bis Mittwoch, den 2. Mai l. Js. einschließlich liegt bezüglich der obengenannten Gemarkung das Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche infolge der Feldbereinigung an Stelle ter verpfändeten Grundstücke getreten sind, auf dem Bureau üetr Großherzoglickjen Bürgermeisterei Steinbach bei Gießen nur Einsichtnahme der Beteiligten offen. Einwendungen sind binnen der angegebenen ^fferi- leaungssrist schriftlich oder zu Protokoll bei der Großher- valichen Bürgermeisterei Steinbach b. Gießen anzubringen. Friedberg, 7. April 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskomnnssar: S ü f f e r t, Regierungsrat.______________ “ Gefunden: 1 Damengürtel, 1 Muff und 2 Schirme. Gießen, den 14. April 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. getreten sei. Die Bürgermeistereien werden angewiesen, die Bewohner dahin aufzuklären, daß Schweinefleisch nur in gut gekochtem oder gebratenem Zustand genoffen werden soll. Darmstadt, 13. April. Die Erste Kammer der . Stände hält ihre 4. Sitzung am 18. April, vormittag» i/210 Uhr ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: die Regierungsvorlagen, den Gesetzentwurf, die Abänderung der Art. 64 und 67 der BerfassungSurkunde, sowie den Gesetzentwurf, die Fetzsetzung der Staatshaushalts- Perioden, die Bewilligung eines Beitrags sür das m Mainz zu errichtende Gutenberg-Museum, und bezüglich der Nachtragsforderungen des Großh. Staatsministeriums des Innern, der Justiz und der Finanzen pro 1900/1901 zu dem auf dieses Etatsjahr erstreckten Hauptvoranschlag für 1897/1900; für die Errichtung zehn neuer Oberförstereien betreffend. — Eine von den Mitgliedern der hiesigen Künstlerkolonie gestern abend abgehaltene Versammlung, befaßte sich mit der künstlerischen und sinanziellen Zukunft der Vereinigung, namentlich mit der Ausgestaltung der für die Frühjahrs- und Sommermonate 1901 geplanten A u s st e l l u n g. Die finanzielle Lage des Unternehmens, sowie die Aussichten der ferneren Gesamtentwickelung zeigten sich in günstigstem Lichte. An den Großherzog wurde folgendes Telegramm abgesandt: „Die Künstlerkolonie und die Garantiefondszeichner entbieten am ersten Tage gemein* i samer Arbeit Ew. König!. Hoheit, dem hohen Protektor des zu errichtenden Dokumentes deutscher Kunst unterthänigsten Gruß". — Bei der Prämiirung der internationalen Katzenausstellung wurde ein erster Preis (goldene Medaille) der Prinzessin Elisabeth von Hessen erteilt. D a r m st a d t, 13. April. Zu einer spontanen Kundgebung gegen die Lex Heinze kam es im hiesigen Hoftheate^ bei der Aufführung des zweiten Teiles des I „Faust". Zu Beginn der klassischen Walpurgisnacht spricht I Mephistopheles die Verse: „Zwar sind auch wir von Herzen unanständig, Dock) das Antike find' ich zu lebendig. Das müßte man mit neu'stem Sinn bemeistern Und mannichfaltig modisch überkleistern." Kaum waren diese ironischen Worte gesprochen, da I brach im Hause ein demonstratives Bravorufen und Beifall- I klatschen aus, dessen Sinn nicht mißverständlich war! bm. Mainz, 13. April. Der P r o v i n z ial t a g her I Provinz Rheinhessen findet am 28. April im Sitzungs- I saale des hiesigen Stadthauses statt. Außer den Neu- und | den Ergänzungswahlen zu den Kommissionen und der Fest- I stellung der Voranschläge der verschiedenen Provinzialfonds,' I steht auf der Tagesordnung nur ein Gegenstand von all- I gemeinerem Interesse, die Errichtung von Heilanstal- | tenfürLungenkranke. — Ast Stelle des am 16. Mär^ I verstorbenen Dr. Erler ist gestern vom Domkapitel Dom- I kapitular Dr. Joh. Mich. Ra ich zum Domdekan gewählt I worden. Der neue Domdekan stammt aus Ottobeuren in I Bayern und ist 68 Jahre alt. bm. Vom Rhein, 13. April. Die Provinzialdirek- I tion von Rheinhessen macht bekannt, daß die Schiffahrt I bei Worms mit Rücksicht auf die dort im Bau begriffene I Eisenbahnbrücke vom 15. d. M. ab verschiedene Beschränk- I Hingen erfahre. Der gesamte Th al verkehr hat bei I Worms seinen Weg durch die rechte Seitenöffnung der | Brücke zu nehmen, in der eine freie Breite von 75 Meter I zur Verfügung steht. Der gesamte Bergverkehr hast I durch die linke Seitenöffnung zu erfolgen. W. Cassel, 14. April. Ein Hochstapler prellte I hier vier Leute um erhebliche Beträge. In einem ersten: | Hotel stieg am Mittwoch ein „Herr Direktor" Paul I Pollert ab. Er hatte schon einige Tage vorher in hie- I sigen Zeitungen ein Inserat erlassen, worin geeignete I kautionsfähige Leute für den Kassiererposten einer Kranken- I und Sterbekasse gesucht wurden. Wohl gegen hundert Per- I fönen meldeten sich, vier wurden engagiert. Der „Herr I Direktor", der gedruckte Couverts mit dem Aufdruck „Ge- I werks-Kasse, Kranken- und Sterbekasse zu Hannover, conc. I durch Allerhöchste Kabinettsordre 1867", sowie gedruckte I Quittungskarten bei sich führte, verlangte, um seine Opfer I sicher zu machen, zunächst keine Kaution. Erst gestern, als. I die Quittungskarten den Kassierern zum Einkassieren über- I geben wurden, wies er einen Brief seiner Direktion in I Hannover vor, daß man doch auf Kaution bestehen müsse. I Einer mußte 1000 Mark, die übrigen kleinere Beträge I zahlen. Er nahm jedoch kein bares Geld, sondern ver- I langte Wertpapiere, welche ihin bereitwilligst bei den I Bankiers besorgt wurden. Die Leute erhielten alsdann I die Quittungskarten mit der Weisung, sofort mit dem Ein-, I kassieren zu beginnen. Der „Herr Direktor" wollte um) ' I 3 Uhr nach Hannover zurückreisen, um vier Inspektoren I herbeizuholen, welche die hiesige Kasse organisieren sollten. : I Er behauptete, schon 10 000 Mitglieder, meist kleine Hand-- : I werter, für die Kasse gewonnen zu haben. Vor seiner Lokales «nd Nrsviiyieües. **Ordens-Verleihungen. Den Bürgermeistern I Joh. Bickel IV. zu Bleichenbach, Job. Guß mann zu I Hirzenhain, Jakob Hammerschmidt zu Bindsachsen, Adam Hermann Koch zu Düdelsheim, Wilhelm I Maedrich zu Höchst a. d. Nidder, Friedrich Nos zu | Wolf, Philipp Karl Schneider zu Unterwiddersheim I wurde das allgemeine Ehrenzeichen amBandedes I Philippsordens mit der Inschrift „für langjährige treue I Dienste" verliehen. , I ** Neue Ansichtspostkarten. Gerade zur rech- I ten Zeit, um zur Ueberrnittelung von Ostergrüßen an liebe I Freunde usw. zu dienen, sind irn Verlage von Ernst I Balser hier mehrere Serien neuer Postkarten erschienen. I Diesmal bilden die Sujets der Bahnhof, der Kreuzplatz, I bie Südanlage, sowie eine Totalansicht Gießens; außerdem I zeigt jede Karte in vollendet feinem Farbendruck reizende I Frauengestalten, eine Zugabe, die die Karten besonders! I beliebt zu machen geeignet ist. 11. Lollar, 12. April. Heute folgte ein zahlreiches I Leichengefolge der Bahre eines weit über die Grenzen I unseres Ortes bekannten und geschätzten Mannes. Herr I Christian Bautz, der 44 Jahre im Dienste der Bu- deruS'schen Eisenwerke stand, und lange Jahre die Stelle I eines Platzmeisters auf der hiesigen Main-Weserhütte be- I kleidete, erfreute sich bis etwa vor einem Jahre einer un- I gestörten Gesundheit. Seitdem aber litt er an einem un- I heilbaren Magenübel, von dessen Qualen er am 9. April | j in einem Alter von 59 Jahren durch einen sanften Tod erlöst wurde. 4- Gründers, 13. April. Dr. med. Fritz, dessen I Vater hier eine Reihe von Jahren Oberamtsrichter war, hat seine Praxis zu Ulfa bei Nidda aufgegeben und^sich hier als Arzt niedergelassen. E. Grünberg, 13. April. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde, nachdem Herr Schaeffer aus Frankfurt a. M. einen Vortrag über elektrische Beleuchtung gehalten hatte, einstimmig der Beschluß gefaßt, eine elektrische Zentrale in Grünberg zu errichten, und sich nicht an die Melbacher Ueberland-Zentrale anzuschließen. §§ Ermenrod, 13. April. Gestern wurde hier eine größere Brennholzversteigerung aus dem fiskalischen Walde „Eisenmannsberg" abgehalten. Die Steigerungslust ■ war sehr stark bei außerordentlich hohen Preisen. Gesteigert wurden vier Raummeter Buchenscheit in einem Durchschnittspreise zu 30 bis 33 Mark, vier desgleichen Buchenprügel zu 24 bis 29 Mark; zwei Raummeter Tannenprügel zu 8 bis 10 Mark. Der Raummeter Buchenreisig kostete 1 bis I 2 Mark, der Raummeter Eichenreisig 1 Mk. bis 1,50 Mk. Die Verteuerung des Brennholzes beträgt gegen voriges I Jahr 6 bis 10 Mark für vier Raummeter. Wie das Brennholz, so ist auch daS Nutz- und Bauholz bedeutend I in die Höhe gegangen. Man hört hier von Preisen, welche I die früher normalen um 50 Prozent übersteigen. △ Von der Ohm, 12. April. Die außergewöhnlich niedrigen Preise für die fetten Schweine — man bezahlt für das Pfund Lebendgewicht eben nur 33—34 Pfg. I — hat vielfach Landwirte unserer Ortschaften bewogen, ihre Schweine zum Osterfeste selbst schlachten zu lassen und das I Fleisch zu verkaufen. Man nimmt für das Pfund Schweine- I fleisch nur 50 Pfg. Bei den Metzgern auf dem Lande hat I das Pfund seither noch 60 Pfg. gekostet. Wenn man trotz- I dem das Pfund Blut- und Leberwurst mit 80 Pfg. bezahlen I muß, so ist das mindestens auffallend. -l. Aus dem Bleich thale, 13. April. Endlich ist I mildere Witterung eingetreten, die es dem Landmanne I möglich macht, mit Ernst an die verspätete Frühjahrsbe- I stellung zu gehen. Die Winterung hat strichweise durch 1 schneefreien Frost empfindlich gelitten. )*( Darmstadt, 13. April. Die vorn hessischen Land- I wirtschaftsrat zu veranstaltende landwirtschaftliche | Landesausstellung findet nach nunmehriger Festsetzung I vom 14. bis 17. September statt. Sie wird voraussichtlich auf dem östlichen Teile des Exerzierplatzes abgehalten I werden. — Die Verwaltungsbehörden erlaffen ein Aus- I schreiben, in dem mitgeteilt wird, daß nicht nur in ein« I geführten, sondern auch in hierzulande gezüchteten und ge« I mästeten Schweinen Trichinen gefunden worden seien, I und daß außer verschiedenen Krankheitsfällen auch ein | Todesfall durch den Genuß von trichinösem Fleisch ein- 300 PS »trie^' . W 88 Viertes Blatt._______Sonntag den 15. April__ Gießener Anzeiger 4mal beigdtgt. . ___ Abreise hatte er noch verschiedene Wege zu besorgen, man nimmt an, daß er diese Zeit dazu benutzt hat, die Wertpapiere bei hiesigen Bankiers zu versilbern. Er bezahlte seine Hotelrechnung und auf mehrere Tage voraus auch Las bisher bewohnte Zimmer, in dem er angeblich seine Sachen zurückgelassen hatte und zu dem er dem Geschäftsführer jederzeit den Eintritt erlaubte, damit er sich die nötigen Papiere und Drucksachen holen könne. Mit bem Wirt machte er Pensionspreise aus für die Inspektoren, welche längere Zeit in Kassel zu thun haben würden. In der liebenswürdigsten Weise verabschiedete er sich und ging nach der Bahn. Gegen 4 Uhr kommt der erste der „Kassierer" ärgerlich von der ersten Tour zurück, weil er die auf den Quittungskarten angegebenen Namen nicht finden konnte. Leute dieses Namens existieren überhaupt nicht am Qrte. Auch Nummer zwei und drei fanden sich im Hotel ein und sahen endlich ein, daß sie die Opfer eines geriebenen Gauners geworden waren. Eine sofortige telephonische Anfrage in Hannover hatte das allerdings nicht mehr überraschende Resultat, daß es weder einen Direktor Paul Pollert, noch eine Hannoversche Gewerkskasse, noch die hohe auf den Briefbogen des „Herrn Direktors" anp gegebene Telephon-Nummer „Siebentausend" und etliche gäbe. Man sieht wieder einmal, daß die Harmlosigkeit des großen Publikums selbst in Geldgeschäften keine Grenzen kennt. Bei unserem so vortrefflich ausgebildeten Auskunftswesen hätte eine rechtzeitige Erkundigung ohne weiteres zum Aufdecken des Schwindels führen müssen. ' Der Gauner hat im ganzen 2300 Mark Beute gemacht. Die Verfolgung wurde seitens der Kriminalpolizei sofort ausgenommen. **KleineMitteilungenausHessenundden Nachbarstaaten. Tas Bode'sche Anwesen in Bad- Nauheim, Ecke der Kur- und Hauptstraße, wurde von Herrn Max Rosenthal, aus Amerika, einem geborenen Nauheimer, für 115 000 Mark gekauft und bar bezahlt, Jagd und Sport. — Bon dm im Verlage von Theod. Thomas in Leipzig befindlichen Radfahrerkarten von Deutschland erschien soeben in vollständig neuer Ausführung: Wolf-Junghans Universal-Radfahrer- Karte 9: Württemberg, Hessen und Baden nordöstl. TeU. Sie enthält: Die Chausseen in hervortretender Weise ausgeführt, die Ent- sernungsziffer in Kilometern, Bezeichnung der Stellen, wo der Radfahrer Vorficht beobachten muß, Angabe des Waldes, was von großem Werte für den Radfahrer, die Gebirge, und Höhenziffern in Metern über dem Meeresspiegel, außerdem die Landstraßen und befestigten Wege, sowie die Eisenbahnm, Flüsse, Seen rc. re. Ferner find der Karte die Pläne von den Städten Stuttgart, Karlsruhe und Mainz nebst deren weiterer Umgebung beigegeben. — Die Karte ist nach dem neuesten Material von einem Kartographm der König!. Preuß. Landesaufnahme in Berlin redigiert. Preis in ff. Kaliko-Decke auf zähem Papier Mk. 1.50. „iu Rodheim a. Bieber, 13. April. Auf turnerischem Gebiete scheint man für die Folge hier großartiges leisten zu wollen. Sieben dem hier schon lange Jahre bestehenden Turnverein ist in diesen Tagen noch ein Männerturnverein zu stände gekommen. Der ältere Turnverein beabsichtigt einen Schießstand zu errichten, wozu die behördliche Gmehmigung erteilt worden ist. Er soll am Abhange des Waldrandes „Atzbacher Berg", aus der Wiese des Gastwirts Bender, angelegt werdm. Universität und Hochschule. — Berufen r Am 10. ds. Professor Dr. theol. et. phil. Bolck- Greifswald an Stelle des Prof. Dr. König, der nach Bonn geht, an die mecklenburgische Landesuniversität. Profeffor Volck soll dm Ruf angenommen haben. — BerfchiedeneSr Dem Landrichter Hugo Weizsäcker zu Marburg ist die Stelle des Universitätsrichters nebenamtlich übertragen worden. — Der in Innsbruck verstorbene Rechtshistoriker Hofrat Dr. Fr. Maaßen war als wetterwendischer Politiker übel bekannt. Er war als mecklenburgischer Protestant geboren, wurde später Katholck, dann altkatholisch, schließlich ein Führer der Reaktion. 1882 wurde er zum Universitätsrektor gewählt. Sein Eintreten für die Errichtung einer tschechischen Volksschule in Wien im niederösterreichischen Landtag, rief lebhafte Gegenkundgebungen hervor. In der Sitzung vom 20. Juni 1883 behauptete er, Wien degradiere sich selbst zur Hauptstadt von Ntederösterreich, wenn es die Forderung der Tschechen ablehne, man könne die Nationalstäten nicht zwingen, die deutsche Staatssprache anzuerkennen. Damals protestierte Prof, Ed. Sueß mer gisch gegen diese Rede und rief ihm das vielzitierte Wort zu: „Kork schwimmt!" Es kam aus diesem Anlasse zu lärmendm Ausschreitungen der Studenten wider Maaßen. — Zum Nachfolger des Professors Michel, der als o. Profeffor der Augenheilkunde nach Berlin übersiedelte, ist, der Münchener med Wochenschrift zufolge, Prof. Kuhnt in Königsberg für die Würzburger Professur der Augenheilkunde in Aussicht genommen. — Als Privatdozent für Kunstgeschichte ist Dr. Friedrich Haack aus Berlin an der Universität Erlangen bestätigt worden. — Aus Halle wird der „Voss. Ztg." berichtet: Prof. Theodor Weber, der bisherige Direktor der medizinischen Klinik und Poliklinik, von dem es hieß, er werde in den Ruhestand treten, hat sich entschlossen, die Lehrtätigkeit weiter auszuüben. Er beschränkt sich aber auf die Leitung der mebb zwischen Poliklinik. Die Direktion der Klinik hat Prof. v. Mering übernommen. — Dr. Reineboth, bisher Oberarzt der medizinischen Klinik, ist aus seiner Stellung ausgeschieden und zum Profeffor ernannt worden. — Aus Petersburg berichtet die „Allg. Ztg.": Am 7. April wurde bei der militär-medizinischen Akademie in St. Petersburg eine orthopädische Klinik eröffnet. — Bei der Moskauer Universität wird eine Gesellschaft russischer Chirurgen gegründet, um die russischen Chirurgen zu gemeinsamer Behandlung der Fragen ihres wissenschaftlichen Spezialfachs zusammenzufassen. — Vom Ministerium für Volks- aufklärung ist für die Stadt Tomsk die Errichtung eines technologischen Instituts geplant, und zwar mit einem Kostenaufwand von über zwei Millionen Rubel. Kirchliche KschrichteR- Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 1. Osterseicrtag, dem 15. April. I« der Gtadttirche. Vormittags S»/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Beichte für die mit Konfirmation am 2. Osterseiertag verbundene Abendmahlsfeier. Pfarrer Dr. Grein. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. In der JoharrneSkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JoharrneS- gerneinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler. Kollekte für die «irchenkaffe. Am 2. Osterseiertag, dem 16. April, In der Gtadttirche. Vormittags 97a Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Korrstrmatiorr der Kinder aus der Markus» und Miltti., gemeinde, sowie Feier des heil. Abendmahls. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmand aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. _ In der JohanneSkirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Euler. Konfirmation der Kinder aus der LukaSgemeinde. des heil. Abendmahls. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfinnanten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Besondere Kollekte für die Armen. Am Sonntag nach Ostern, dem 22. April, findet die ftouftr, mation der Kinder aus der JohanneSgemeinde und Frm m Herl. Abendmahls statt. Die Beichte wird am Samstag zuvor, nachmittags 2 Ubr gehalten. Die Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeindt, sowie die Feier des heil Abendmahls, findet Sonntag den 22 AM im Hauptgottesdienst statt. Die Beichte hierzu wird Samstag frc 21. April, nachmittags 2 Uhr, gehalten. Katholische Gemeinde. Samstag den 14. April. Karsamstag. Nachmittags um 4 Uhr und abendS um 8 Uhr: Gelegenheü iw heil. Beichte. Sonntag den 15. April. Ostersonntag. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheü zur hl. Beicht. * um 7 Uhr: Die erste beil. Messe; vor und in derselben Austeilung der beil. Kommumo: „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; Milüargottesdiem mit Predigt. „ um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Festandacht mit Segen. n um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur „ heil. Beichte. Montag den 16. April. Ostermontag. Vormittags von 67s Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in berfelbtr Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Milttärgottesdienfl „ um 97, Uhr: Hochamt. Nachmittags um 27, Uhr: Festandacht. Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag unb Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Familien Nachrichten. — Gestorben: Herr Heinrich Wilhelm Schütz in Schotten. - Herr Profeffor Dr. phil. Anton Bölke, Gymnasial'Oberlehrer a. D., in Fulda. — Frau Anna Maria Andernach in Lauterbach. — Herr Hugc Heinrich Hahn in Darmstadt. — Herr Valentin Schell, Gastwirt, in Darmstadt. — Frau Elise Götz in Darmstadt. — Ftau Katharine Bals in Herchenrode. — Lerr Philipp Jllert, Schutzmann in Pension, in Mainz. — Herr Wilhelm Dietrich, Vorsteher a. D., in Oberwetz. - Herr August Schauh, Lehrer, in Greifenstein. Bekanntmachung. In das Vereinsregistcr des unterzeichneten Gerichts wurde eingetragen: Gießener Ruder-Gesellschaft 1877. Die neue Satzung ist am 30. November 1899 errichtet. Mitglieder des Vorstandes sind: A. Scheel, Gg. Schmincke, Ernst Challier jr. und H. Herlinger zu Gießen. Gießen, am 1. April 1900. Großherzogliches Amtsgericht.2790 Gießener Gmniöus - Gesellschaft E. G. m. b. H. in Gietzen. Bilanz am 31. Dezember 1899. Kewinn- und Aerlust-Konto am 31. pezemöer 1899. Aktiva. H An Kassa-Konto 32.75 „ Konto-Korrent-Konto 8515.26 „ Futter-Konto 961.10 , Immobilien-Konto 31.75 , Mobilien-Konto 7101.88 „ Pferde-Konto 7400.— , Betriebs-Konto 118.27 Passiva. H Per Konto-Korrent-Konto Div. Kreditoren 639.31 Darlehen der Stadt Gießen 12000.— 12639.31 Per Reservefonds-Konto aus früheren Jahren 267.— Gewinn aus 1899 2119.63 2386.63 Per Kapital-Konto Vermögen der Genossen am 31. Dezember 1899 9135.07 24161.01 24161.01 Soll Berlnste: An BetriebS-Konto Mk. 12199.35 „ Futter-Konto , 9319.12 n Handlungs-Unkosten- Konto „ 867.72 , Immobilien-Konto ■ „ 31.80 „ Mobilien-Konto , 2687.09 „ Pferde-Konto „ 1100.— , Bilanz-Konto Ueberschuß in 1899 „ 2119.63 Gewinne: Haben Per Betriebs-Konto Mk. 28019.06 „ Zinsen-Konto „ 160.65 , Pferde-Konto „ 145.— Mk. 28324.71 Mk. 28324.71 Die Zahl der Genossen betrug zu Anfang deS Geschäftsjahres 1899 — 145 es scheiden aus: 2 Genossen durch Tod — 2 Zahl der Genossen Ende 1899 143*" Das Geschäftsguthaben der Genossen betrug am 31. Dezember 1899 Mk. 9096 03 es verringert sich in 1899 um , 78.10 und beträgt nunmehr Mk.' 9017.93 Die Gesamthaftsumme der Genossen beträgt Mk. 23100.— Kießener Kmniöus-Kesellschaft tz. K. m. 6. K. i» Kietzen. ________________Hanau.________Helfrich.________«irch. 2798 Große Anzahl Ziersträucher in vielen Dorten und Größen, wegen Räumung eines Pachtgrundstückes billig abzugeben. 2776 Louis Becker, Handelsgärtner, Grüuöergerstraße 11. Har- «ad Uarsihtzaeremju Staufenberg Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Bilanz am 31. Dezember 1899. Activa: JL H Passiva: JL H 1. Ausgeliehene Kapitalien 122037.20 1. Kapitaleinlagen 143568.87 2. Kaufschillinge 14460.32 2. Mitgliederguthaben 8164.43 3. Wertpapiere 11336. — 3. Reservefonds 3853.84 4. Kassenbeftand 5969.11 4. Spezial-Reservefonds 440.— 5. Unersetzte Vorlagen 5.50 5. Roch zu bezahlende 6. Ausstände 3126.08 Dividende 102.99 7. Mobilien 242.46 6. Nachlaß von Güter« kaufgeldern 200.— 7. Reingewinn 846.54 157176.67 157176.67 Mitgliederstand Ende 1899 205 Abgang in 1899 3 202 Zugang in 1899 11 Demnach Bestand Ende 1899 213 Der Borstand: Geißler, Direktor. Benzler, Rechner. Kraft, Kontrolleur. Die Rechnung liegt acht Tage zur Einsicht der Mitglieder bei Rechner Benzler offen. General-Bersamrnlrmg Sonntag de» 22. April, nachmittags 3 Mr, im Kathans. Tages-Ordnung: 1. Rechnungsablage pro 1899. — 2. Festsetzung der Dividenden. — 3. Verschiedenes. 2794 Stephan, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Bilanz am 31. Dezember 1899. Aktiva. ji A Passiva. e/M 1. Kassenbestand 708.92 1. Geschäftsanteile der 2. Warenvorräte 6306.51 Mitglieder 510.- 3. Vorhandene Emballage 89.70 2. Kapitalschuldeu 2300— 4. Ausstände 2851.13 3. Warenschulden 4389.97 4. Reservefonds 1800.74 5. Reingewinn 955.55 9956.26 9956.26 Die Zahl der Mitglieder be rüg Ende 1898 100 Während 1899 gingen zu 4 » „ ub 4______ Daher Stand der Mitglieder Ende 1899 100 Lang-Göns, den 14. April 1900. Landwirtschaftücher Konsum Werein Lang Höns eingetr. Genossensch. mit unbeschr. Haftpflicht. 2817 K. K. Bröckel, Direktor. Ph. I. Wentzel, Lagerhalter. Bekanntmachung. Der seither von Gärtner Lietz int Hause Sonnenstraße Rr. 28 inne» gehabte Laden nebst Wohnräumen, Keller rc. soll per 1. Juli d. Jr. anderweit vermietet werden. Nähere Auskunft erteilt drt Armenamt. Gießen, den 9. April 1900. Die Armen - Deputation ________der Stadt Gießen. 27*3 Versteigerung Freitag den 20. r>. Mt»., nad». mittags 2 Uhr, versteigere ich in Pfandlokal Seltersweß 11 gegen Barzahlung : 2 Pferde, eine Partie Buchen und Eichenbohlen, eine Partie ©tüd» Hölzer, Vertikow, Sofa's, Kommode, Kleid o schränke, 1 Nähmaschine, 2 Regulateuu und 1 Faß Ocker. Gießen, den 9. April 1900. 27 Mttlch, Pfandmeister. Füuosorm- Mtlud-Crem, sicher desinfizierende Wundsalbe, in Dosen zu 10, 20 u. 30 Pfg. 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