Mittwoch den 15. April Erstes Blatt. Anitr- uitb Anzeigeblatt für den iireis Gieren Tack. Trotze ■ Um 2 Uhr kam Loubet, der das Großkreuz der ItdHltion, Expedition und Druckerei: Kch.tstr.ß« Nr. 7. er unter Führung des Generalkommrssars Picard und seiner Mitarbeiter besichtigte. Aus dem ganzen Wege wurde er von den Arbeitern und der schaulustigen Menge, die aufs Marsfeld eingcdrungen war, lebhaft begrüßt, um 4 Uhr verließ der Präsident mit dem Gefolge in einem Boot unter begeisterten Zurufen der Menge die Aus- Ullr Anzeigen-DermittlimgSstkllen deS In- und Auslands nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis-, lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. geben haben. _ . t _ Meine Herren, dieses Werk der Harmonie, des Friedens und des Fortschritts wird, so vergänglich auch die äußere Erscheinung sein mag, nicht vergeblich gewesen sein. Das friedliche Zusammentreffen der aierunqen der Welt wird nicht unfruchtbar bleiben. Ich bin davon überzeugt, daß dank den steten Versicherungen gewisser erhabenen Mächte, von denen das Ende des vorigen Jahrhunderts widerhallte, das zwanzigste Jahrhundert ein wenig mehr Brüderlichkeit leuchten sehen wird über weniger Nöte aller Art, und daß wir vielleicht bald ein wichtiges Stadium in der langsamen Fortentwickelung der Arbeit zu ihrem Glücke und des Menschen zur Menschlichkeit hin erreicht haben werden. In dieser Hoffnung erkläre ich die uAsstellung von 1900 für eröffnet." . Die Reden der beiden Minister wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die fremen Ausstellungskommissäre hörten die Rede Loubets stehend an; als der Präsident sich zur Ansprache erhob, begrüßten ihn einstimmige Beifallsrufe der fremden Vertreter. Nachdem die Musik noch zwei Stücke gespielt hatte, begab sich Präsident Loubet in den ein Stockwerk höher gelegenen Salon, wo er die fremden Kommissäre und die Präsidenten der Sektionen empfing und ihnen seine Glückwünsche aussprach. Die Sympathiekundgebungen für Loubet wiederholten sich. Gegen Halb 4 Uhr setzte sich der Zug zur Besichtigung der Ausstellung wieder in Bewegung. An der Spitze schritt der Polizeipräfekt mit den Beamten, ihnen folgte Präsident Loubet, umgeben von den Ministern und dem diplomatischen Korps, den fremden Kommissaren und anderen hervorragenden Persönlichkeiten. Loubet durchschritt die Invaliden - Esplanade und das Marsseld, die urrcy UIUJ u Knechtschaft befreit, .mm^'lllMenden und reinen ' mer, K Verwirklich^ muß: In Wiener Regierungskreisen wird bestätigt, daß außer einer Reihe auswärtiger Fürsten auch der Zar seinen Besuch für die Pariser Weltausstellung angesagt hat. .D hch. BollSkundr" ■ü'l 4 mal beigtlcgt Lczugspreis vierlkljäbrl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mi) Bringerlohn; durch bit Abholcstellen vierteljährl. MI. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Landwirt, Blätter für hessische Volkskunde._________________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. keintriehrll^- W lWn (' ■ Die Feier der Eröffnung der Welt-Ausstellung war dem herrlichsten Wetter begünstigt. Paris hat sein Die Pariser Welt-Ausstellung. Paris, 16. April. \. jfabtt, wW1 Gießener Anzeiger General-"An^eitzer « Jur «eine «°ft und ßoqis , _ lut! Trabens Ittrt itigeS Jncinandcrgchcn, das uns bereits den Ausblick bis M eine neue Aera geftattet, snr die vor kurzem die edle - «-Mtiative des russischen Kaisers bei der rzaagcr Konferenz .Mu* ' erste Markzeichen steckte. Jemehr sich bteauä bet 1"'" LMtigkeit der BedÜrfniste und der Leichtigkeit des Ans- HgUOe'l „,-ches hervorgegangenen internationalen Beziehungen Iggd^ atz, ander schlinaen um so mehr Grund haben wir, zu u u wünschen, daß der Tag kommt, da die Welt Si’erint haft her b e unb die ruhmreichen Kämpfe L Dir Arbeit fruchtbarer sind, als die Realitäten. Arbeit a>nh(r<» /'iIla m ««efreierin du bist es, die uns adelt und tröstet, unter fkiirnn Schritten verschwindet bie Unwissenheit und fl^t 315 Böse. Durch dich wird die Menschheit au» der Nacht £na^Mi^uiL Steige unaufhörlich zu dieser MGtenden und reinen Region, wo eines Tags dar-' — -: ber vollkommene Einklang der Der Krieg in Südafrika. Auch in Transvaal, im Oranjefreistaat, in Natal und in der Kapkolonie sind in diesen Tagen die Osterglocken erklungen. Aber sie brachten keine willkommene Erholung nach der langen Tage Not und Gefahren, Kämpfe und Strapazen, sondern sie läuteten über einem Gesilde der Unseligen, einem Gefilde der Leichen und Sterbenden, der Zerstörung und Verwüstung. Rund ein halbes Jahr ist nun feit Beginn des Krieges verstrichen und noch immer sind die Engländer trotz ihrer kolossalen Uebermacht der Burenrepubliken nicht Herr geworden. Nicht einmal den Oranjefreistaat hat sich Lord Roberts unterwerfen können. Er sandte aus Bloemfontein vom Freitag folgendes Telegramm : Die Bewegungen deS Feindes im Süden sind zum Stehen gekommen. Wepener ist noch eingeschlossen, die Garnison hält gut aus. Truppen zu ihrer Unterstützung find unterwegs. Aus JaderSberg wird vom 14. d. M. telegraphiert: Die Kolonialtruppe, über die der Oberst Dalgety verfügt, wird seit gestern morgen von mehreren tausend Buren umzingelt. Die Buren verfügen über 8 Geschütze. Trotz- dem haben die Engländer noch an betreiben läge einen heftigen Angriff fanden ununterbrochen Gefechte statt. Unsere Verluste stno „„.hm. „n -.-.iS-" ,u dir na^mittag« für H.Jn r°S «ttnnentm Wumm« d,r «rm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Lrülck. Die Medizin macht Fortschritte dank dem Genie meS Pasteur. Aber die Wissenschaft erweist dem Menschen M einen bemerkenswerteren Dienst, sie giebt ihm in ss- Hände das Geheimnis für die materielle und moralische trX der Staaten, das in dem Worte Solidarität enthalten U Die Einrichtungen zur Vorsorge für das Alter und frr Krankheitsfälle, die Wohlfahrts- und auf Gegeufeitig- L ^beruhenden Einrichtungen, Syndikate und Assoziatio- w.n. Überhaupt alles, was bestimmt ist, bie_ einzelnen wippen zu einem festen Ganzen zusarnmenzufaueii, uni fj.it) ec den einzelnen Individuen innewohnenden Schwach- L Widerstand zu leisten: alles das legt Zeugnis ab von AfSolidaritätderMenschheit. Diese Solidarität Ll Lin Auge, im Schoße jeder Nation die verletzenden Un- ssMheiten zu mildern, die sich aus der NaturderDinge Ld der Gesellschaftsordnung ergeben; sie hat sick^vor- Mtzt, die Menschheit zu erneu durch das Baud wirklicher Widerlichkeit; ihre Wirkungen halten sich nicht an die 'Milizen der Interessen, Ideen und Gefühle. Sie mischen M durchkreuzen sich überall auf dem Erdball, wie jene IWen Drähte, auf denen der Gedanke fliegt, em wohl- bewerb von Wunderdingen ins Leben zu rufen und an den Ufern der Seine den alten Ruf ihrer Eleganz, Höflichkeit und Gastlichkeit vor Augen zu führen und zu erneuern: Unser Ehrgeiz ging höher; er geht unendlich weit hinaus über den Glanz vorübergehender Feste; er beschränkt sich nicht auf das Gefühl patriotischer Befriedigung, das wir heute empfinden, noch auf tue Befriedigung der Eigenliebe oder des Interesses. Frankreich wollte in besonderem Maße beitragen zur Anbahnung der Eintracht zwischen den Völkern, es hat das Bewußtsein, für das Wohl der Welt zu wirken, an der Grenze des rühmlichen Jahrhunderts, dessen Sieg über den Irrtum und Haß leider ein unvollkommener war, das uns aber stets den lebhaften Glauben an ,*’* ftCllU&ibent Loubet und die offiziellen Vertreter wurden bei der Vorbeifahri von der dichtgedrängten Men,chcn° menge an den beiden Seineufern mit unuiiterbrochenen Zupfen begrüßt. Die Gebäude der fremden Staaten waren mit Flaggen und Blumengewinden wundervoll geziert. An • war, Das uns i diesen Gebäuden hatten sich zahlreiche Personen, nament- d u Fortschritt lich Ausländer, ausgestellt, die beim Vorube sah eu de 1 Bootes Hochrufe aus Frankreich und den Präsidenten Loubet ausbrachten. Wahrend das Schiff vor den Gebäuden der einzelnen Staaten vorbeiglitt, gaben d verschiedenen Botschafter und Gesandten, die sich an Bord des Schiffes befanden, dein Präsidenten die entsprechenden ^läuKungen Die Bautet, hauptsächlich das Gebäre des deutschen Reickjs, fanden die Bewunderung des Pra- Nden^en M Loubet an der amerikanischen Abtei ung mid den Gebäuden der Vereinigten Staaten voruberkam, wurde er von der 60 Mann starken Auffeherabteilung mit ftanzösischen Fahnen begrüßt. Das Bild, das sich auf der ganzen Fahrt die Seine entlang den Blicken darbot, war von zauberhafter Wirkung. „ er vordem raffibrn Ä ÄÄ« unbdx Sm^^e^Ä^°fÄnn b’ie Brücke und die „Avenue Rieolas II". Nach Austausch von Beglückwünschungen mit den hervorragenden Personlick^ feiten und den Botschaftern bestieg Loubet den Wagen und kebrte gegen 4 llhr 30 Min. ins Echsee zurück. Nack)0 der Eröffnungsfeier roar .bi^/2tu^e““n9. einer zahlreichen Menschenmenge besucht, obschon viele Baulichkeiten noch nicht einmal äußerlich fertig gestellt und nur in sehr wenigen Ausstellungsgegenstände zu sehen sind. »eutc, am Ostermontag, gab Präsident Loubet ein großes Festessen im Elysee mit offiziellem glanzendem^ Empfang. Dem Bankett folgte ein Ball m dem vollständig renovierten großen Festsaale. Außer dem leitenden : Personal der Weltausstellung und den fremden Regierungskommissaren waren alle Präsidenten der einzelnen Weltausstellungsabteilungen und sämtliche Architekten emge- laden. Auch das diplomatische Korps erschien au granh complet, und an dem Empfange nahmen aM Mitglieder der ausländischen Kommissariate, sowie der Botschaften und Gesandtschaften teil. Dazu ließ das Elysee 6000 ©in» IabU§anbeUminnter Millerand empfing während der Eröffnung der Weltausstellung vom russischen Minister Witte ein Glückwunschtelegramm, worm dieser seiner Freude über die Eröffnung der Ausstellung Ausdruck verleiht und erklärt, daß die ganze Welt hierdurch Gelegenheit haben werde, die unerschöpfliche Quelle Des I französischen Genies zu bewundern. rsn^r.' *he|u^ ^"^Deshalb nehmen auch hier die volkswirtschaftlichen Einrichtungen den größten Platz ein und lassen die Be- । ftrebungen jedes einzelnen Staates, die Kunst baS Leben in der Gesellschaft zu vervollkommnen, erkennen; sie werden dieser Ausstellung, die eine glänzende und große Schule zur gegenseitigen Belehrung seuZ soll, ihren Stempel aufdrucken, sie werden uns selbstverständlich weder die Entdeckungen der Wissenschaft, noch die Meisterwerke der Kunst und Industrie vergessen lassen, aber sie erscheinen uns wie das Ziel der Zivilisation und wie eine Berechtigung zu unserem Werke. Unzweifelhaft ist es ein bewunoernswertes Schauspiel, zu sehen, wie die Intelligenz der Kräfte der physischen Welt diszipliniert und die Natur ungeahnten Kombinationen unterwirft, aus denen uns eine Zunahme an Wohlergehen und ästhetischen Genüssen erwächst. So sehr das Genie aber Mch die blinde Materie beherrscht, so sehr tritt es zuruck hinter der Gerechtigkeit und Güte. Die höchste Form des Schonen ist nicht die die man durch eine Nummer auf dem Katalog bezeichnen kann, sie ist nur dem geistigen Auge sichtbar, sie ist verwirklicht, wenn die verschiedensten hervorragenden Intelligenzen, ihre Kräfte vereinigend, wie bic Maschinen der Ausstellungsgallerien, von einem gemeinsamen Motor, nämlich dem des Solidaritätsgefühls, beseelt sind. Ich freue mich, verkünden zu können, daß alle Regi^- ungen diesem obersten Gesetze huldigen. Diese ^.hatsache ist nicht als das unbedeutendste Ergebnis eines großen Wettstreites der Völker gegen einander auf industriellem, kommerziellem und wirtschaftlichem Gebiet ausfechten, widmen sie fortwährend in erster Linie ihre Studien und ihre Mittel zur Erleichterung der menschlichen Lewen, der Organisation von Wohlfahrtsanstalten, der Verbreitung des Unterrichts, der Moralisierung der Arbeit und der Einrichtung der Altersversicherung. Ich entbiete den Regierungen, deren Mitarbeit für nns wertvoll gewesen ist, meinen herzlichen Gruß und heiße ihre würoigen Vertreter willkommen, sie sind hervorragende Mitarbeiter des gemeinsamen Werkes g^ wesen und hatten großen Anteil an seinem Erfolge, ^ch will auch die Ingenieure nicht vergessen, die Architetten> Künstler, Konstrukteure, Unternehmer und Arbeiter, die unter der Leitung eines hervorragenden Mannes, den schon mein Vorredner rühmend erwähnte, trotz zahlloser Schwierigkeiten dieses gewaltige Unternehmen so gut durchgefuhrt und uns in seiner ganzen Ausdehnung über» , kKM on die tzM 4 Mn U M irtnetleÄ M if) Sm-, MGte der Gerechtigkeit und der Gute. . 'Präsident Loubet erwiderte hlerauf . „Meine Herren! Als die französische Republik die .m Radierungen und Völker einlud, eine Darstellung des 20 fr*' ^samtbildes der menschlichen Arbeit zu veranstalten, v lau hatte sie nicht allein den Gedanken, einen Wett- :]ie »wlddekorationen Heller aufleuchten. I'iacksdem Präsident Loubet und die hohen Wurden- yträge r Platz genommen haben, ertönt em feierlicher Marsch, iud sobald dieser ausgeklungen, ergreift Handelsminister Miller and das Wort zu einer längeren Rede lLr spricht zunächst dem Generalkommissar Picard und Mem Mitarbeitern sowie den Chefs ^er ^f der Welt- . . .. Esl ellung vertretenen Staaten sEN Dank aus^ Er leg rtt ' inhir m die Fortschritte dar, die seit hundert Zähren Die a i 1 'Vcnffdibeit in der Industrie und ^i^^en^^^aft ^^rDor^ ' - «heu i «er _ fo etwa äußerte der ^l^ Äer - wurde die Beherrscherin des Erdballs; sie er» K die Arbeiter und macht fte sieh zur Mitarbeit dienstbar nnb vervielsacht Die Beziehungen der Volker, gelbft ber OvX 50j) »vich vor dem siegreichen Vorrucken des Menschengeistes XtJJÄWl’ ‘ --*• Arfi* Ckrtr+frPiriHi» hnnf hPTTI (Metliß ft WseltL unter «Äf? i kaupöE. intet b- Ä®8 ton dem herrlichsren nenei. i-. Zkstllc-id angelegt, die öffentlichen Gebäude uud v^ele Pri- Mlhäuser haben geflaggt, auf den freien Platzen spielen I WHbanben. Aus den Straßen herrscht seit dem frühen sAorgmi reger Verkehr; große Scharen von Menschen be- gtben sich nach dem Ausstellungsplatz. M . . l Polrzerbeamte wurden durch die Anführer ermord und ln das brennende Lagerhaus geworfen. Die Rübe jetzt wiederhergestellt, aber alle Arbeit ruht und die L völkerung zeigt eine feindselige Haltung. Freiwillige ßy truppen patrouillieren die Stadt ab und bewachen ' Mühlen und Fabriken. (Eine Wiederaufnahme und J - breitung dieses Aufrufes in Indien könnte für ®r; britannien recht verhängnisvolle Folgen haben. D. sm, Brest, 16. April. Auf telegraphischen Befehl ' , Marineministers Kanessen waren die üblichen ffQ- frei tags-Feierlich ketten an Bord der Krieassckn, und in den Häfen, die einfachste Flaggung, Salinsch^ u. s. w. untersagt worden. In Lorient, wo die richt etwas spät bekannt wurde, wurden die Saluts^ sofort unterbrochen. Dieser Beschluß hat unter der !• tholischen Bevölkerung des Nord-Departements große Mr, stimmung hervorgerufen. Einige royalistisch-katholische geordnete haben beschlossen, die Regierung hierüber zuir terpellieren. Konstantinopel, 16. April. Hiesigen unterrichte! - Kreisen gilt der Bestand der russisch-bulgarische Konvention als sicher. Der Sultan empfing in tu letzten Tagen wiederholt den russischen Botschafter Sinow^ in Gegenwart des bulgarischen Agenten Geschow; wie u f lautet stehen die Audienzen mit der erwähnten Sonüentio- in Verbindung. Moskau, 16. April. Das russische Kaiserpaar nebst Familie ist hier eingetroffen. Das Kaiserpaar tourt: bei der Ankunft von dem Großfürsten und der Großfürstin Sergius, dem Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch, den hohen Würdenträgern sowie den Vertretern des Adels unt der Stadtverwaltung empfangen. Auf der Fahrt vm Bahnhofe zum Kreml wurden die Majestäten an allen auf dem Wege gelegenen Kirchen von der Geistlichkeit begrüß! während alle Glocken läuteten. An der Muttergotteskirche nahm das Kaiserpaar aus der Hand des Bischofs Nestor, der sie mit Kreuz und Weihwaffer begrüßte, ein Heiligenbild entgegen. Yokohama, 16. April. Im Innern von Korea ist eine Revolution ausgebrochen. Aus Stadt und Fand. *• Grüne Ostern waren uns diemal beschieden. Mi Beginn der Karwoche hatte der Winter vom Lenz den ; Todesstoß erhalten. Seine Vorboten traten in dem echleir Aprilwetter recht energisch auf, Regen und Sonnenschein wechselten fast stündlich. Am Karfreitag aber hatten sich diese ! ungestümen Vorboten ordentlich ausgetobt. Auf den otlüiv artigen Sturm am Aarfreitagabend folgte am SamSlh und der Nacht zum ersten Ostertage ein wilder, warm Regen, der uns „grüne" Ostern schuf. Glockengelüute uni eierliche Choralklänge vom Turme der protestantischen Kirche begrüßten mit uns am Ostersonntag die Ankunft der Auferstehungsfestes. Hatte man auch am Tage vorher noch mit banger Erwartung dem Osterwetter entgegengesehen, so chwanden doch in der Frühe des ersten Feiertages alle ' Zweifel, daß der prachtvolle Morgen nicht einen ebenso 1 chönen Tag bringen könnte. Alle Hoffnungen in dieser ! Beziehung haben sich denn auch erfüllt. Ein recht warmer, angenehmer Frühlingstag war uns beschieden. Der Rasen an der Wieseck und in den Anlagen kleidete sich in eir eiten schönes Grün, und Büsche und Bäume trieben reiche Knospen. Aus tiefem Himmelsblau sandte die Sonne ihre goldenen Strahlen auf die alte Lahnstadt und ihre Sr vohner, die in großer Anzahl ins Freie strömten. Elb )ier im Angesicht des sproffenden Frühlings fiel c8 nid) o langem Winter und so langem unfreiwilligem Holm sinter dem Ofen wohl vielen aufs Herz, daß unseres (§oW Hausrat viel reicher ist, als schmutzige Straßen und raucheidr Schornsteine es ahnen lassen. Die Ausflugsorte näherer und weiterer Umgebung sollen sich recht lebhaften Besucher erfreut haben, während die Stadt wie auSgestorben scheu Der zweite Feiertag führte sich weniger gut ein. Griu Wolken standen drohend über uns, und machten munden )en Entschluß, den geplanten Ausflug zu unternehmen, riet-' chwer. Indessen hatte auch er zunächst noch ein Einsehen Die Sonne brach noch im Laufe des Vormittags bild; und bewog viele, die gehegten Absichten auszuführen. Abe: rechter Ernst war es dem zweiten Ostertage mit dem giM Wetter nicht gewesen. Am Nachmittag gegen 4 llhr t deSW5«, - begch ein W ff; * «■ SSL Ä- ->rK- ee.lQW^" „ tö*y k , 0,9f« K *«6 ■atA > ar»*. 1 **4 Innern nvn Sona ifi ti tmal befchirdn. I; Sinter vm Lenz»! , traten in btm t: jw und Sonnt’: lag aber hatten ft fÄ »ufben oto folgte am <5am^. ein wilder, wt Aväntzüäute 3 dn Mchantir oMntz iulnhlDfl !t 1, h am tagt vorher w :tter enlgegengesch^, |i ersten 8*5 d( gen nicht cm ebeisv 1 Hoffnnngrn m W DL &n recht w Rieben, ©er M® m kleidete stch in« MW trieben reich LchM Md che^ in8 Wtr ii FchW B jem unfrewW^’ iHerz. iioe®r*"LX Die WNJÄ h recht leWjJ’W. jt wie aW^-' weniger 8O> ,S, und * flua zu unternchir «nächst e des LowE ... Achten anSzufüh^ nOstntage«^ hmittag ** d brch""'L« ■en, ber «•«& । bärfte- 3" rf.1;;-1 <® .=«<*' °'«!'%»tft: hMJÄ6i ch der C» I devA ;S> i’Ji , rtfl ö «? eile., .7 Aapeuc« Infanterieregiments ..Kaiser Wilhelm" heute ein Kon. *ert in Steins Garten. Da es das letzte ift, bevor das Regiment zur längeren Schießübung auSrUckt, verfehlen wir nicht, auf das Konzert noch ganz besonders aufmerksam zu machen. ♦» gemr. In dem benachbarten Wißmar brach in vergangener Nacht gegen 3 Uhr, kurz nach beendetem Tanzvergnügen, in der Scheuer deS Gastwirts Lautz Feuer aus Das Feuer griff bei dem scharfen Wmde rasch um sich sodaß cd großer Anstrengungen der Feuerwehr bedurfte um die Nachbarhofraiten zu schützen. Die Scheuer und ein Stall brannten total nieder. Rindvieh, Pferde und Schweine konnten gerettet werden, dagegen verbrannte «ein Teil des Geflügels. Polizeibericht. Ein hiesiger, als Raufbold bekannter Tagelöhner hatte am 2. Feiertag des Guten zu viel gethan und machte in einer Wirtschaft Lärm, sodaß er kiinaüsgewiesen wurde. Beim Verlassen des Lokals zer- «trümmerte er eine Fensterscheibe. Dann ging er nach Hause, holte ein Küchenmesser und drohte seinem Schwager mit Halsabschneiden; auch machte er anhaltend in mehreren Straßen ruhestörenden Lärm, sodaß er verhaftet wurde. — Drei kaum der Schule entwachsene Bürschchen, die ffchon verschiedenes auf dem Kerbholz haben, wurden gestern Dabei abgefaßt, als sie einen Einbruchsdiebstahl ver- ßuchten. Einer von ihnen hatte sich bereits einen Eingang fourd) ein Kellerfenster eines Hauses der Südanlage geschaffen. Die beiden anderen standen Schmiere. Alle drei mürben verhaftet. Die 49. InfanterieBrigade wird auf ca. 3 Wochen zu größeren Hebungen bei Darmstadt zusammengezogeu. Zu diesem Zwecke rückt morgen (Mittwoch) das Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm in das Griesheimer Lager ab. Die Rückkehr erfolgt am 9. Mai. Am 10. Mai nimmt das Regiment an der Einweihung unseres Kriegerdenkmals teil. Schotten, 16. April. Der Bürgermeister Mettenheimer in Eichelsachsen hat in der antisemitischen „Volksmacht" einen sehr scharfen Artikel gegen den Justiz- Minister Dittmar veröffentlicht, in dem der Minister starke Beleidigungen gegen sich fand. Gegen Mettenheimer soll deswegen ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet sein. Jetzt wird der „Kleinen Presse" gemeldet, daß ihm das Orts« gericht und das Standesamt entzogen worden sind. Mettenheimer kandidierte seinerzeit für die antisemitische Partei um den Hanauer Reichstagssitz. O Bleicheubach, 17. April. Heber 40 Jahre hat die hiesige Obstbaumschule bestanden. Sie ist nun eingegangen. — Am Samstag wurde die erste Leiche auf dem zur Vergrößerung des hiesigen Friedhofes vor zwei Jahren angekauften Lande beerdigt. § Ortenberg, 17. April. Hnser altes SchulhauS ging in den Besitz des hiesigen Möbelschreiners Hofmann über. Gegenwärtig werden die Räume zu einem Möbellager hergerichtet. △ Mainflingen, 17. April. Der Schiffmann Fritz Heng kaufte am rechten Mainufer kürzlich einige, seither als ziemlich wertlos geltende Grundstücke zur Ausbeutung der reichen KieSlager. ES hat sich nun herausgestcllt, daß sich das Material, ein prächtiger Rollkies ohne fremde erdige Beimischungen, zu Cement- und Betonarbeiten vorzüglich eignet. Der Kies findet in Hanau, Offenbach urb Frankfurt raschen Absatz und sichert dem Unternehmung-.- lustigen jungen Manne eine sehr ergiebige 93crbienftqueUc. DaS alle Sprüchwort: „DaS Geld liegt auf der Straße; man braucht es nur aufzuheben", findet durch diese That- sache eine neue Bestätigung._______________ _ Ärmste KeldmgM Deveschcv be9 tJuresu .Herold. Berlin, 17. April. Der Kaiser hat befohlen, daß zu Ehren der Anwesenheit des Kaisers Franz Josef im königlichen Opernhause eine Gala-Vorstellung veranstaltet werden soll. Budapest, 17. April. Während der Osterfeiertage fand hier ein Landeskongreß der ungarländi-, scheu Sozialisten statt. Im Laufe der Verhandlungen kam es zu großen S k a n d a l s z en e n, die in eine- wilde Prügelei ausarteten. Ein Teil der Delegierten trat schürf gegen die derzeitige Parteileitung auf. Der Beratungssaal wurde arg demoliert. Die Polizei konnte nur mühsam die Ordnung wieder Herstellen. Die Opposition verließ schließlich den Beratungssaal und zog in ein anderes Lokal und will nun eine besondere Partei bilden. A m st e r d a m, 17. April. Das katholische Gymna- s i n m i n K a t w y ck bei Leyden wurde durch Feuer voll-- ständig zerstört. Bekanntmachung über Zeit und Bedingungen der Ausnahme in das Gymnasium und die Vorschule. Anmeldungen zur Aufnahme in dar Gymnasium und in die Vor- s chule werden Montag den 23. April, morgens von 9 bis 11 Uhr, in dem Konferenzzimmer des Gymnasiums entgegen genommen. Die Nachprüfungen finden am selben Tage von morgens 8 Hhr ab, die Aufnahmeprüfungen an demselben Tage von 11 Hhr ab statt; der Unterricht beginnt Dienstag den 24. Aprll, morgens 8 Hhr. Zur Aufnahme in die Sexta genügt das zurückgelegte r eunu Lebensjahr. Bedingungen der Aufnahme sind geläufiges Lesen uiiib Schreiben der deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der deutschen Deklination und Konjugation mit lateinischer Terminologie, angehende Sicherheit in der Rechtschreibung und im Gebrauch der vier Grund- r echnungsarten. Gießen, den 16. April 1900. Großherzogliche Direktion des Gymnasiums. L826 Prof. Dr. Ludwig Schädel. Schmrsteigerung. In den Mitgebrauchswaldungen teer Gemeinde Treis a. Lda werden »ersteigert: 11. AaMtttag btB 19.Apri> 1900, non vormittags 9 Uhr an, aus bient Distrikt Aspenstrauch: A. Bau« und Werkholz. 117 Etchenstämme mit 6,22 cbm Inh., 1 Buchenstamm mit 1,18 „ „ B. Brennholz. 255,4 rm Buchen-Scheiter, 9 „ Eichen-Scheiter, 94 „ Buchen-Knüppel, 5 „ Eichen-Knüppel, 460 „ Buchen-Zopfreis, 36 „ Radel-Stammreis. 2. Mag dku 20. April 1900, uon vormittags 9 Uhr an, aus den Distritten Forlbachsecke, Hain- duch, Buchwald, Heege u. Bannenstein: A. Bau- und Werkholz. 63 Eichenstämme mit 41,06 cbm Inh., 4 Nadelstämme mit 2,27 „ „ 5 Etchen-Nutzknüppel mit 3 cbm Inhalt. B. Brennholz. 3 rm Buchen-Scheiter, 41 „ Eichen-Scheiter, 1 „ Nadel-Scheiter, 29 H Eichen-Knüppel, 27 „ Nadel-Knüppel, 10 „ Buchen-Zopfreis, 90 „ Eichen-Zopfteis, 541 „ Nadel-StammreiS, 70 n Nadel-Zopfrei«, 8 „ Nadel-Stöcke. Bei dem am zweiten Tage zur Bersteigerung kommenden Eichen- ffiammholz befinden sich sehr schöne, z«a Schnittholz geeignete Stämme non 2 bis 3,30 cbm Inhalt. Zusammenkunft ist am ersten Aage im Distrikt Aspenstrauch bei Mr. 51, am zwetten Tage im Distritt Wuchwald, unmittelbar an der Straße man Treis nach Mainzlar. Treis a. £ba., 14. April 1900. Mroßh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Benner. 2814 Mittwoch den 30. Mai, nachmittags 2V? Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Karl Georg in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 40 Nr. 37'-/«» — 276 qm Hof- raite links der Chausiee, Flur 40 Nr. 37*Vioo — 166 qm Grab- garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. April 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A. Bogt. 2850 Ernstgemeint! ist die vorzügl. Wirkung von Aadeöerrker Carbol - Theerschwefel • Seife v. Bergmann & ßo., Ztadeveuf-Aresderr Schutzmarke: Steckenpferd gegen alle Arten Hantnnreinigkeiten und HautauSschläge, wie Mtesser, HestchtspiLel, Ousteln, Kinnen, Kautröte, Mütchen, «ZeöersteLe rc. 2810 ä St. 50 Pfg. tn der ßnget-ApotheKe, bei Krall Arader, Z. Wöös, Hart Schwaav._________________________ Hnsten-Caramellen altbewährt, empfiehlt stets frisch 2884 ______P. Pfeiffer, Gießen. Kleesamen Grassamen in besten Qualitäten empfiehlt Chr. Wallenfels 2847]17 Marktplatz 17. Kunstgewerbliche D.Hchlomimr Offenbach'M. ' Bucheinbände. 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Lincke. 8 m Automaten-Salon! Humor. Potpourri. Vollstedt 9. Sa.oy.soho Korngsfanfar« und Italionisoher Königsmarsoh. Oabelli. 10. Ouvertare -. .Frans äohubert. Suppö. 11. Herbstblumen 1 Mazurka. Krausse. 12. Moderne lust ge Weinen Potpourri. Thiele. Anfang 8 Uhr. Bier im Glas. Am 15. d. Mts. verschied unerwartet in Stuttgart infolge eines Schlaganfalles unser lieber Sangesbruder Herr Moritz Blersch. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen lieben, treuen Freund, ein hochgeschätztes Mitglied, das seit 23 Jahren in seltener Pflichttreue und mit erfolgreicher Thätigkeit unserem Verein angehörte. Ein ehrendes Andenken wird demselben dauernd gewahrt bleiben. Giessen, den 17. April 1900. 01474] Einen Lehrling sucht Schreiner Keß, Grabenstraße 11. 1894] Schreinerlehrling unter gün» stigen Bedingungen gesucht. H. Sack, Große Mühlgaffe 5. 2791] Eine prima gutgehende Wirtschaft in Bad Salzschlirf unter äußerff günstigen Bedingungen an tüchtigen Wirt zu verpackten. Auskunft erteilt «. 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