Donnerstag den 15. Februar Zweites Blatt Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gissten Feuilleton Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenprciS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. H*e*W*, Expedition und Druckerei: ^chnk-r-tze Nr. 7. Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Vlätter für hessische DolKsKunde._________________ Schmerzen und Taubsein in den Armen geklagt, so schenke man diesen Klagen gebührende Beachtung und nehme nicht voreilig Faulheit von selten des Turners oder Simulation an. Der größte Feind der Wälder. Wer ist es? — Die Nonne? — Irgend ein Bohrwurm? — Nein, es ist der Zeitungsschreiber! Wie das Patentbureau von Richard Lüders in Görlitz mitteilt, stammt das zum Drucke des „Petit Journal" in Paris jährlich verbrauchte Papier von 120 000 Bäumen des Waldes, die zu Papierbrei verarbeitet werden. Und das ist nur eine Zeitung? Wie groß muß der Schaden sein, den die Zeitungen zusammen dem Wald- bestande zufügen! Eine der brennendsten Fragen ist die Erhaltung der Wälder, ohne daß deshalb die Papierproduktion eingeschränkt werden müßte. Adreste für Depeschen: Anzeiger gdeftau Fernsprecher Nr. 51. lene^ec »»« Anzeigen zu der nachmittags für den erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. MtzefteLungen spätestens abends vorher. 'WM 1900 Bezugspreis viertelsährl. Ml 2,28 monatlich 75 Pfg. mit Bringcriohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertelfähri. mit Bestellgeld. Bekanntmachung. Der Landwirtschaftliche Bezirksverein Gießen will auch in diesem Jahre den gemeinschaftlichen Bezug von Saat- lattofieln aus fremden Gegenden übernehmen. Es ist insbesondere beabsichtigt, die bewährten Sorten: Prof. Märcker, Magmim bonum, Bruce, Silesia zu beziehen, aber auch, im Falle größerer Bestellungen, andere Sorten mitzubeschaffen. Bis jetzt sind angeboten: Magnum bonum zu 3 Mk., Professor Märcker zu 2,50 Mk., Bruce zu 3 Mk., Silesia zu 4 Mk. ä Zentner. Es wird darauf Bedacht genommen werden, nur gesunde, gute Ware zu kaufen, und die Lieferung bei frostfteiem Wetter Ende März, spätestens erste Aprilwoche zu sichern. Die Bedingungen des Bezuges sind: 1. Bestellungen sind bis spätestens 1. März bei dem Unterzeichneten zu machen; 2. bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern werden die Kosten des Eisenbahntransportes bis Gießen oder der nächsten Eisenbahnstation des Bestellungsortes bis zum Belauf einer Bestellung von 40 Mk. auf die Vereinskasse übernommen. Bei größeren Bestellungen haben die Vereinsmitglieder die Transportkosten insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt; Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in der Stadt Wetzlar in drei Gehöften amtlich festgestellt worden ist, wird gemäß § 64 der Instruktion des Bundesrats, Be- Gießener Anzeiger Heneral-AnMer Humoristisches. * Junger Dichter: Herr Chefredakteur, ich erlaube mir, Ihnen hier ein Manuskript zu bringen. . r Redakteur: Schön, mein Lieber! Aber ich bm sehr beschäftigt, und da sind Sie vielleicht so freundlich, es gleich selbst in den Papier« korb hier zu werfen. • Anzeige. Geeignete Stellung sucht besserer Herr augenblicklich verheiratet * Ungefähr. Kind: WaS für ein Tier ist denn das? Gouvernante: Das ist ein Mammut. Kind: Gibt es solche? Gouvernante: Jetzt nicht mehr; aber vor langen, langen Zetten hat es solche Tiere gegeben. Kind: Ach ja, als Sie noch em Kmd waren, mcht wahr? • Zerlumpter Strolch: „Doch ein erhebendes Gefühl, so gänz« lich von allen Launen der Mode unabhängig zu sein- („Münchener Jugend ). 5JR1WZ jnterdem..Protektord!e yf.JlaliEo Regierungi ÄLan ** Eine Selbstmordstatistik der Apotheker veröffentlicht die „Pharmazeutische Zeitung". Während im allgemeinen auf 10 000 Menschen im Jahre 2,1 Selbstmörder entfallen, ist der Durchschnitt für den Apotheker- Stand nach Maßgabe der letzten 14 Jahre sogar noch etwas geringer (2,05 von 10 000). Wenn die Apotheker es viel leichter mit dem Selbstmorde haben, als andere, so ist die Zahl der Selbstmorde nach diesem für 14 Jahre berechneten Durchschnitte bei ihnen also keineswegs größer, als bei anderen Ständen. Immerhin hat sich auch in diesem Berufe eine bedauerliche Zunahme während der l e tz t e n I a h r e g e z e i g t. Im Jahre 1888 kamen auf 10 000 Apotheker 6,3 Selbstmörder, im Jahre 1897 die iehrhoheZahlvon 13,6, in den Jahren 1898 und 1899 etwa je 5,5. Das vorige Jahr hat also wiederum eine Selbstmordziffer aufzuweisen gehabt, die den Durchschnitt um das Doppelte überschreitet. Die Herbst- und Winter- monate haben vielleicht den traurigen Vorzug, die Selbstmordgedanken eher zu fördern, als die anderen Jahres- .Zeiten. Was die Art des Selbstmordes betrifft, so wird man von vornherein nicht zweifelhaft darüber sein, daß die Apotheker in den weitaus meisten Fällen das Gift wählen. Während sonst von 100 Männern, die Selbstmord begehen, tt>4 durch Erhängen, 15 durch Erschießen, 13 durch Er- to fak Nä SjfM. gksut, MW $lenÄn,9{N. Bekanntmachung- Betr.: Schießübungen. GS wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das Hessische Jägerbataillon Nr. LI za Marburg am 2». und 24. d. M. von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags Gefechtsschießen mit scharfer Munition südlich Holz- Hansen mit südlicher und südöstlicher Schnßrich' tnug abhalten wird. Zu diesem Zwecke werden die den Forstort .Die Seist" durchkreuzenden von Holzhansen, Roßdorf, Mardorf und Erfurtshauseu in Rich- taug auf Roßberg, Höingen und Deckenbach führenden Waldwege durch Sicherheitsposteu abgesperrt werden. Gießen, den 13. Februar 1900. $ Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. tränken und nur 2,5 durch Gift ihr Leben enden, und auch bei weiblichen Selbstmördern nur 8,7 v. H. sich vergiften, beläuft sich die Verhältniszahl der Selbstmorde durch Gift bei Apothekern nach 14 jährigem Durchschnitt auf 56 7 vH. Im Jahre 1898 starben sogar mehr als vier Fünftel der Selbstmörder an Gift. Im letztvergangenen Jahre nahmen die Selbstmordfälle durch Erschießen zu, indem nur die Hälfte der Selbstmorde auf Gift uud ein volles Drittel auf die Anwendung von Schußwaffen zurückzusuhren war. Die Mehrzahl der Selbstmorde erfolgte in dem Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Lähmung durch Kliinmzüge. Daß die Klimmzüge) die beim Turnunterricht auch in Schulen viel geübt werden, oft nicht ganz ungefährlich sind, beweist eine Mitteilung von Stabsarzt Dr. Sehrwald in der soeben erschienenen Nummer 6 der „Deutschen medizinischen Wochenschrift". Es werden zwei Fälle veröffentlicht, in denen durch Klimmzüge mehr oder weniger starke Lähmungen der Arme hervoraerufen wurden. Besonders stark ausgeprägt war der eine dieser Fälle, wo die Lähmung zu einer beträchtlichen Abmagerung der Muskeln an einem! Arm geführt hatte. Als Ursache dieser traurigen Folgen ist eine allzu starke Dehnung des zu den Armen gehenden Nervenstammes anzusehen. Dr. Sehrwald warnt auf Grund seiner Erfahrungen davor, daß man schwache und ungeübte Turner, denen die Klimmzüge schwer werden, bis zum nächsten Klimmzug in vollständigen Langhang übergehen läßt; sie sollen nach jedem gelungenen oder erfolglos versuchten Klimmzug sofort abspringen. Besonders zu verdammen ist die Unsitte, den Körper des im Langhang Hängenden zu fassen, und gewaltssam nach abwärts zu ziehen, um so den folgenden Klimmzug noch schwieriger zu machen; dadurch wird die Entsteyunb der geschilderten Lähmung leicht befördert. Wird nach Klimm- zügen über ausfallende Müdigkeit und Schwäche oder über ,^-Salaam, ®« Lst-Akit" 3. Bestellungen von Landwirten, die nicht Mitglieder des Vereins sind, werden ebenfalls übernommen'; dieselben haben aber die Transportkosten zu vergüten ; 4. die Zahlung erfolgt bei Empfang; für Säcke ist 30 Pfg. pro Stück zu vergüten. Ich ersuche die Herren Bürgermeister, vorstehendes alsbald ortsüblich bekannt zu machen, die Bestellungen entgegenzunehmen und bis spätestens 1. März an mich einzusenden. Gießen, den 8. Februar 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtolds_______ Gießen, den 9. Februar 1900. Betr.: Die Stempelpflicht von Leumundszeugniffen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen nnb die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Leumundszeugnisse, welche von Verwaltungsbehörden ausgestellt werden, sind stempelfrei 1. in den Fällen der Art. 7 und 10 des Gesetzes vom 12. August 1899, 2. wenn sie von Amtswegen, insbesondere wenn sie auf Erfordern anderer Behörden erteilt werden. In allen übrigen Fällen unterliegen dieselben der Stempelpflicht nach Nr. 5 des Tarifs, und zwar gleichviel, ob sie von einer Bürgermeisterei oder einer anderen Verwaltungsbehörde, wie z. B. von einer von der Bürger- meisterei getrennten Ortspolizeibehörde, erteilt werden. Die Nr. 19 des Tarifs kann hier deshalb nicht in Betracht kommen, weil die Nr. 19 sich nur auf Bescheinignngen, d. h. die Beurkundung thatsächlicher Verhältnisse bezieht, — wobei es allerdings keinen Unterschied macht, ob eine solche Bescheinigung von einer Bürgermeisterei oder von einer von der Bürgermeisterei getrennten Ortspolizeibehörde ausgeht. Leumundszeugnisie enthalten dagegen ein Urteil über die beteiligte Person, gehen also über die bloße Bescheinigung von Thatsachen hinaus, und gehören zu den unter Nr. 5 fallenden Attesten, Certifikaten, Zeugnissen. v. Bechtold. Nr. 3» »glich Btt Un-Rohme des SRt*rtag8. Die Gießener ffewHienlUttet ■erben dem Anzeiger int Wechsel mit „Hess »axbmtrr M. „Blätter Wc he». »olWunbe- ■•NL4**! beigelegt kanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 27. Juni 1895, die Abhaltung des auf den 21. Februar d. I. in der Stadt Wetzlar anstehenden Viehmarktes hiermit verboten. Die Herren Gemeinde-Vorsteher des Kreises ersuche ich, die vorstehende Anordnung auf ortsübliche Weise in ihren Gemeinden sofort bekannt machen zu lassen. Wetzlar, den 9. Februar 1900. Der Königliche Landrat. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. In der Zeit vom 17. Februar d. I. bis einschließlich 23. Februar d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Ruttershausen folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. die Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der rubrizierten Feldbereinigung nebst den dazu gehörigen Urkunden. . c L _ . . 2. der Beschluß der Vollzugskommission und des Gememde- ratS vom 8. Februar d. I. über den Ausschlag und die Erhebung der ungedeckten Bereinigungskosten. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung^des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Frist bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Ruttershausen schriftlich ein- zureichen. Friedberg, 9. Februar 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär Süffert, Regierungsrat. Hessischer Landtag. Zweite Kammer. Bei der Beratung der Regierungsvorlage über die Verlängerung des FinanzgesetzeS bedauert Abg. Ulrich (Soz.) die Folgen des preußisch-hessischen Gemeinschaftsvertrages, der trotz der finanziellen Vorteile eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung Hessens bedeute. Er tadelt die Politik des Finanzministers, den Bau von Eisenbahnen Privaten zu übertragen. Wenn Preußen die neu zu erbauenden Bahnen nicht in die Gemeinschaft aufnehmen wolle, so müsse Heffen eben wieder eine selbständige Eisenbahnverwaltung einrichten. Die vitalsten Interessen des Landes Privatgesellschaften zur Ausbeutung preiszugeben, sei unbedingt verwerflich. Die neuen Steuergesetze wirkten verbitternd, namentlich die Stempelsteuer, die chika- nöse Auslegung der Fahrradsteuer, der zu hohe Wirtschafts, konzessionsstempel. Die Praxis der Staatsanwälte bei der Erhebung von Anklagen im öffentlichen Interesse sei sehr ungleichartig. Er erinnere nur an die Affaire Wolff Zil4tptinmat!cient nut: . . . 70 Pf. ... 70 „ .■ roth . . 85 „ 5 roth , . 100 „ . vtiss. . VÄ » - . . . ■ „ ■ a .... «5 v - liana l!t Lfl 200 ..... 200 ° rfi Torino .200 ' (ofmtrfiamldt bei M auf 6tm «ninbtt^ Beine in Bcruckßt ^ ireilti-anianbtk-^ 1eCu«liiätenw)>räf Dort, Walltsorßratz, d. Rdonialmarenbanöld < huet, Wtm- , OriN-FüWn ier» kosten 10 Pfg. Per W mehr. ,ii aufbie3imau.Wy Weisheit macht glücklich; doch die größte Summe Der Weisheit schafft zugleich die größten Leiden, Am glücklichsten auf Erden ist der Dumme, Mag auch lein Weiser ihn darum beneiden! Fr. Bodenstedt. iSÄSSaSSÄtiSäSSäßSSß Köhler in Offenbach und an die Anklage gegen das Offenbacher Abendblatt wegen Beleidigung des Pfarrers Stumpf. Er nehme an, daß der Herr Justizminifter von diesen Vorgängen keine Ahnung habe. Durch die ungleiche Handhabung der Gesetze werde daS Ansehen der Regierung nicht gerade gefördert. Abg. Dr. Schröder verteidigt die Regierung, hält aber die Handhabung des Stempelsteuergesetzes auch nicht für richtig. — Präsident Haas weist den Vorwurf, daß er eine allgemeine Debatte bei diesem Punkte zu Unrecht zugelaffen habe, entschieden zurück. Finanzminister Küchler erklärt, daß die Durchführung der bisherigen Eisenbahnpolitik des Landtages, die nur eine Koalition zum Ansturm auf den Steuersäckel gewesen sei, das Land unfehlbar zum Bankerott geführt hätte. Er habe sein Amt angetreten in der Ueberzeugung, daß ein Wechsel in dieser Politik nötig sei. Er wolle nur die bereits bewilligten und sich unbedingt notwendig erweisenden Bahnstrecken auf Staatskosten bauen. Im übrigen aber halte er die Konzessionierung von Privatbahnen für sehr wohl angängig, namentlich bei Kleinbahnen und Bahnen von rein lokaler Bedeutung. Er lege sich weder in irgend einer Form, noch in irgend einer Richtung für die Zukunft durch die Nebenbahn - Vorlage fest. Preußen, Baden, Württemberg, Bayern bauen von Staatswegen unter keinen Umständen Kleinbahnen. Schon die Unkosten, welche die Einrichtung einer staatlichen Zentralverwaltung für Kleinbahnen verursachten, machten für Hessen den prinzipiellen staatlichen Bau von Kleinbahnen unmöglich, er wolle aber damit nicht sagen, daß er überhaupt keine Kleinbahnen vom Staate gebaut wissen wolle. Wirtschaftliche Fragen müßten von Fall zu Fall entschieden werden. Sein ernstes Bestreben gehe dahin, bereits bewilligte Bahnen mit möglichster Beschleunigung zu bauen. Auf Gelegenheitsanträge werde er sich aber nicht einlassen. Die Wirkung der neuen Steuergesetze möge man doch erst einmal abwarten, bevor man kritisiere. Rein lokale Interessenvertretungen, sowie eine Entlastung leistungsfähiger Selbstverwaltungskörper durch den Staat sei finanzpolitisch nicht angängig, und würde von ihm nicht mitgemacht. Abg. Dr. David (Soz.) tritt dieser Anschauung entgegen und meint, daß die Verkehrsinteressen den rein fiskalischen vorauSgehen müßten. Nur solche Bahnen bauen zu wollen, die sich rentierten, sei wirtschafts- und sozialpolitisch ungerecht und unrichtig. Zunächst käme der Staat bei Eisenbahnbauten in Betracht, dann die Kommunen und erst in letzter Instanz sollte man an die Konzessionierung von Privatunternehmern denken. Die Regierung möge prüfen, ob die für die Förderung der Landwirtschaft bewilligten Mittel auch richtige Verwendung finden. Es werde darüber geklagt, daß nur die großen Grundbesitzer etwas davon hätten. Finanzminister Küchler ist mit dem vom Abg. David gezeichneten Jnstanzenzug bei dem Bau von Kleinbahnen einverstanden. Er betont aber nochmals, Bahnen von rein lokaler Bedeutung könne der Staat nicht bauen. Mit der irrigen Auslegung des Steuergesetze durch die untergeordneten Organe sei natürlich die Regierung nicht einverstanden und werde vorkommenden Falles alsbald Abhilfe schaffen. Ministerrat Braun ersucht die beschwerdeführenden Abgeordneten, die Regierung, die sich eine bessere Kontrolle über die Bewilligung für die Landwirtschaft sichern wolle, durch Anstellung eines Inspektors darin zu unterstützen. Nächste Sitzung morgen 9 Uhr. (F. Z.) * Vom Kriegsschauplatz. Die bedrängte Lage Kimberleys. Anscheinend betreiben die Buren seit etwa einer Woche die Belagerung Kimberleys mit größerem Nachdruck wie bisher. Das Londoner Kriegsamt veröffentlicht eine Depesche Sir Walkers, der an Stelle des General Roberts die Truppen in Kapstadt befehligt. Die Depesche lautet: Kapstadt, 12. Februar. Der Kommandant von Kimberley, Oberst Keckwich, meldet vom 8. ds., daß ein Eingeborener dort eintraf, welcher Mafeking mit den abziehenden Buren verlassen hat. Er erklärt, die Buren hätten in großer Zahl die Belagerung aufgegeben, um nach dem Süden zu marschieren. Sie nahmen auch eine Anzahl Schnellfeuerkanonen mit sich. Eines dieser Geschütze eröffnete am 7. Februar das Feuer gegen Kimberley. Eine Aenderung hat sich sonst nicht zugetragen. Sieht man ab von den Ungenauigkeiten, die teils auf den „Eingeborenen", teils wohl auf das Kriegsamt kommen mögen, so geht aus dieser Meldung hervor, daß die Buren einen Teil ihrer (dort vielleicht überflüssigen) Streitkräfte von Mafeking nach Kimberley detachiert haben, und daß ihnen alles daran liegt, diesen Platz mit seinen Diamantschätzen und dem Todfeinde Transvaals, Cecil Rhodes, in ihre Hände zu bekommen. Ein weiteres Telegramm aus Kimberley meldet: „Am 7. d. M. begannen die Buren mit der Errichtung von Schanzwerken im Osten der Stadt, fast parallel mit dem Glacis der Festungswerke, etwa 4000 Yards von der ersten Mine. Die Buren kommen von Mafeking nach Kimberley mit sechszölligen (15 Ctm.) und schnellfeuernden Geschützen." Schließlich meldet eine Depesche aus London: London, 13. Februar. Ans Kapstadt läuft folgendes Kabeltelegramm ein: Feldmarfchall Roberts begab sich am Samstag in aller Eile in das Lager des General Methueu am Modderflusfe, da dort die Lage in den letzten Tagen sehr kritisch geworden ist. Die Einschließung Kimberleys, wo sich Cecil Rhodes noch befindet, wird immer enger. Die Widerstandskraft der Besatzung läßt immer mehr nach. Seit Anfang Januar leben die eingeschloffenen Truppen nur noch von Pferdefleisch, wodurch die Verwendung von Kavallerie illusorisch wird. Die Sterblichkeit der Be- sahung ist durch die Strapazen seit einem Monat um das fünffache gestiegen. Zahlreiche Bomben fallen täglich in die Straßen der Stadt. Die Buren haben ihre Schützengräben bereits bis auf Büchsenschußweite an die Stadt herangebracht. Man befürchtet einen Sturmangriff der Buren. Die Offensive der Buren am Tugela. Während die spärlich vom Kriegsamte ausgegebenen Depeschen noch immer ein naives Nichtwissen heucheln, gaben die englischen Zeitungen in den letzten Tagen bereits offen zu, daß Buller's dritter Vorstoß gescheitert sei, stellten aber einen neuen Durchbruchsversuch an einer anderen Stelle baldigst in Aussicht. Bis dahin dürfte man sich also wieder auf eine Zeit verhältnismäßiger Ruhe am Tugela gefaßt machen. Statt dessen ist das völlig Unerwartete eingetreten, daß die Buren zur Offensive übergegangen sind. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß Bullers Armee, die auf einer langen Front von Trichards Drift bis Spearmans Lager verteilt, nur eine verhältnismäßig schwache Verbindungslinie mit dem Hauptlager bei Chieveley und Frere hat, und daß ein Offensivstoß der Buren diese Linie leicht durchbrechen könnte. Dadurch würde es den weiter westwärts am Tugela kämpfenden Divisionen Bullers unmöglich sein, ihren Proviant und ihre Munition aus den Vorräten bei Frere zu ergänzen. Dieser Fall ist jetzt thatsächlich eingetreten. Wir teilten bereits im gestrigen Blatte mit, daß, wie uns ein Privattelegramm meldete, General Joubert mit 6000 Buren den Tugela in der Richtung auf Springfield überschritten hatte. Diese Nachrichten werden bestätigt und ergänzt durch folgende Telegramme: London, 13. Februar. Aus Durban wird telegraphiert: Es bestätigt sich, daß General Joubert mit einem Teile feiner Armee und mit Artillerie den Tugela überschritten hat, um Buller in der rechten Flanke anzugreifen und von seinen Lagern bei Chieveley und Frere zu trennen und ihn gleichzeitig von seiner Operationsbafis im Süden abzudrängen. Der Kampf zwischen Jouberts Vorhut und den Truppen Bullers hat am Doornkop südlich vom Tugela bereits begonnen, ebenso ist General Borton, der Kommandant des Lagers von Chieveley, westlich von diesem Lager in einen Kampf mit den Buren, die sich zwischen ihn und die Verbindungsstraße mit Buller ein- zuschieben versuchen, verwickelt. Läufer behaupten, Joubert halte die Haupthöhen diesseits des Tugela beseht und Bartons Versuch, ihn von diesen zu vertreiben, sei mißlungen. Andere Buren Kommandos rücken von Osten aus dem Zululande gegen Greytown, halb im Rücken von Chiveley, vor. Das Vrybnrg- Kommando soll sich bereits des Ortes Eshowe bemächtigt haben, um von dort aus die Eisenbahn nach Durban zu bedrohen! — Ladysmith wird täglich stärker bombardiert, die Lage der englischen Garnison soll hoffnungslos, und White bereit sein, zu kapitulieren. London, 13. Februar. Churchill, der Kriegs-Korrespondent der „Morning Post", telegraphiert, Buller erkläre den Entsatz von Ladysmith jetzt für unmöglich, er habe jede Hoffnung, General White zu befreien, verloren. Er könne nichts weiter Ihn», als jetzt sein Heer nur noch für die Verteidigung Natals zu erhalten. Bei Colesberg. Eine amtliche Depesche berichtet: General Clements meldet aus Rendsburg, daß am 9. d. M. die Buren versucht hätten, die rechte Flanke der Engländer zu umgehen, daß der Angriff aber abgeschlagen worden sei, und die Engländer ihre Stellung behauptet hätten. Trotz dieser zuversichtlichen Depesche scheinen die Engländer doch erhebliche Verluste gehabt zu haben, denn ein zweites Telegramm meldet: Rendsburg, 12. Februar. Die Buren umzingelten gestern zwei Patrouillen, meistens Australier. Einige entkamen, mehrere wurden verwundet und zwölf gefangen. London, 12. Februar. Bei der Parade des Louther Milizbataillons der königlich irischen Schützen in Sheffield erklärten 176 Mann von den 414 zum Bataillon gehörigen, daß sie sich weigerten, zum Kriegsschauplatz zu gehen. Weitere Nachrichten im 1. Blatt. Lokales und Provinzielles. •• Postalisches. Im Verkehr mit dem deutschen Postamt in Konstantinopel sind fortan Briefe und Kästchen mit Wertangabe bis zum Betrage von 8000 Mark (10,000 Franken) zulässig. Die vom Absender zu entrichtende Taxe setzt sich zusammen: a) für Wertbriefe: auS dem Porto und der festen Gebühr für einen Einschreibbrief von gleichem Gewichte nach Konstantinopel, aus der VersicherungSgebühr von 28 Pfg. für je 240 Mk. oder einen Teil von 240 Mk.; b) für Wertkästchen: aus dem Porto von 2,40 Mk. und aus der Versicherungsgebühr von 28 Pfg. für je 240 Mk. oder einen Teil von 240 Mk. lieber die sonstigen Versendungsbedingungen geben die Postanstalten Auskunft. § Butzbach, 13. Februar. Das hier garnisonierende Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 168 wird gegenwärtig seitens des Herrn Oberst Wundsch-Offenbach einer Inspektion unterzogen. — Der Rechner unserer israelitischen Religionsgemeinde, Herr Nathan Strauß dahier, blickt heute auf eine 25 jährige Thätigkeit zum besten des Gemeinwesens zurück. Z-Nidda, 11. Februar. Das 25jährige Jubiläum des hiesigen Ortsgewerbevereins wurde heute nachmittag durch einen Kommers in der Ludwigshalle des Gambrinus gefeiert. Von Seiten der Großherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe war Herr Gewerbeschulinspektor Meyer, früherer Hauptlehrer der hiesigen erweiterten Handwerkerschule eingetroffen. Derselbe wurde von Herrn Landtagsabgeordneten Erk, Mitglied des Vorstandes, begrüßt und brachte selbst Grüße seiner Behörde nebst Glückwünschen. Die von Herrn Erk der Behörde gespendete Anerkennung nahm Herr Meyer mit dem Bemerken entgegen, daß die Großherzogliche Zentralstelle stets und gern bereit sei, wo es gelte dem Handwerkerstand zu helfen. Herr Erk toastete auf Sr. K. Hoheit den Großherzog, Herr Meyer auf den Verein. Seitens des Stadtrats bringt der Herr Bürgermeister Roth Glückwünsche dar und spricht die Hoffnung steten Blühens und Gedeihens des Vereins aus. Der jetzige Vorsitzende, Herr Möbelfabrikant Ringshausen, machte Mitteilungen aus der abgelaufenen Zeit, wonach die Mitgliederzahl, die Anfangs 102 betragen, im Laufe der Zeit auf 60 gesunken gewesen, nunmehr 113 beträgt. Er führt auS, wie mannigfache Anregungen der Verein zu Dingen gegeben, die jetzt bereits in's Leben getreten seien, wie Wasserleitung, Gründung des Kurvereins Salzhausen, und wie er jetzt elektrische Beleuchtung als Ziel sich vorgesetzt habe; er bringt ein Hoch auf die Zentralstelle. Es folgen noch verschiedene Hochs auf Herrn Meyer, die Lehrer. Herr Beigeordneter Braun erhält, als 25 Jahre dem Vorstand angehörend, ein kunstvoll ausgeführtes Diplom als Ehrenmitglied. Herr Pfarrer Werner weist darauf hin, wie auch die Kirche ein Interesse daran habe, daß die Intelligenz gefördert und der Gewerbefleiß gestützt werde. Unsere erweiterte Handwerkerschule, die im letzten Jahre wegen der Ueberzahl von Schülern noch einen Anbau erhalten mußte, ist hauptsächlich das Werk des Ortsgewerbevereins. Möge die Fürsorge, welche Herr Erk zum Schluß dem Verein stets zu widmen versprach, auch von allen andern Instanzen demselben fortgesetzt zu teil werden. Lauterbach, 12. Februar. Freitagabend >/,10 Uhr brach in der Obergasse Feuer aus, welches das Haus des Schlossermeisters Damian Otterbein vollständig einäscherte. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Lauterbach, 13. Febr. Nachdem seit über vier Jahren in unserer Stadt keine Feuersbrunst ausgebrochen war, wurden die hiesigen Einwohner am Freitagabend gegen neuneinviertel durch den Ruf „Feuer" erschreckt. Es brannte in dem Dachstock des an der Ecke der Zent- und Obergasse gelegenen Wohnhauses des Schlossermeisters Heinrich Otterbein. Auf welche Weise der Brand entstanden sein kann, ift unaufgeklärt. Mit Windeseile verbreiteten sich die Flammen über das ganze Otterbeinsche Gebäude und hatte^ttsbald auch den Giebel des angrenzenden Kam- merkassiei^ Sandmann'schen Wohnhauses entzündet. Die rasch an die Brandstelle geeilte Feuerwehr betrachtete es als ihre Aufgabe, das Sandmann'sche und Cornelius'sche Wohnhaus vor weiterer Gefahr zu schützen, was auch vollkommen gelang, während das Haus des Herrn Otterbein nicht mehr zu retten war und ganz niederbrannte. An Mobiliar konnte nur wenig gerettet werden. — Der in einer hiesigen Fabrik beschäftigte Weber Müller, erschoß, sich heute nachmittag mittelst eines Revolvers und war sogleich eine Leiche. § Bleichenbach, 13. Februar. Von dem Erdbeben im Jahre 1740 besitzt unsere Gemeinde noch ein Andenken — nämlich die Feuerspritze. Sie wurde laut Bericht der Chronik aus dem Erlös eines eingestürzten Buchenwaldes angeschafft. Durch unsere Quellwasserleitung hat man für dieses alte Löschgerät bei Ausbruch eines Brandes hierorts jetzt einen guten Ersatz. Schlitz, 11. Febr. Heute vormittag schickte der Seiler und Fuhrunternehmer Niepoth sein Geschirr durch einen Tagelöhner nach dem Steinbruch Eisenberg, um Steine zu laden. Niepoth ging später nach, um nach dem Arbeitet zu sehen, fand dorten aber weder Arbeiter noch Pferde. Der Steinbrecher Habermehl meinte zwar, der Arbeiter könne wohl den Alten Weg gefahren sein, Niepoth solle noch einen Augenblick verweilen. Niepoth, welcher jedoch sein Geschirr aufsuchen wollte, begegnete unterwegs einem Postboten, der aussagte, daß sein Geschirr nach Lauterbach gefahren sei. Der Arbeiter, zu welchem sich unterwegs noch ein junger Schützer gesellte, lenkte Rosse und Geschirr nach Lauterbach. Dorten gab sich der Freund als der Sohn des Niepoth in Schlitz aus und zechten beide hier in einer Wirtschaft auf Pump. Bei einem Schmiede ließen die beiden die Pferde frisch beschlagen und entfernten sich dann unter Mitnahme der beiden Pferde nach, dem höheren Vogelsberge zu. Gegen abend kam Niepoth hier an und wollte sein Geschirr aufsuchen, den leeren Wagen fand er wohl hier, jedoch Roß und Reiter hatten sich bereits verduftet; nach Aussage des Schützers nach Frankfurt. Niepoth verfolgte- mit Hilfe der beiden Gendarmen in Lauterbach mittelst Fuhrwerk die Flüchtlinge und holte man diese in Rixfeld wieder ein, wo die beiden Pferdediebe gegen Mitternacht verhaftet wurden. In Rixseld hatten die Diebe-versucht, die Pferde zu verkaufen. W A AuS btm Vogelsberg, 12. Februar. Der kürzeste Monat des Jahres hat es bisher am längsten und ernstesten mit dem Winter gemeint. Obwohl die Sonne schon merklich höher steht, zeigt das Thermometer morgens ganz beträchtliche Kältegrade, so in der vorigen Woche einmal morgens um 9 Uhr noch 9 Grad nach Reaumur. Unsere Bäche und Bächlein sind meist trotz ihres QuellwafferS zugefroren. Auch am Tage thaut es trotz des Sonnenscheins nicht viel auf. Es wintert also viel besser, als gar mancher Wetterprophet im Herbste vorausgesagt. Mainz, 13. Februar. Der Vorstand des Verein- Mainzer Kaufleute hat sich an das Ministerium der Justiz gewendet und auf die Ueberbürdung der hiesigen Kammer ür Handelssachen hingewiesen. In der Eingabe wird )er Wunsch geäußert, eine weitere Kammer zu errichten oder das Richterpersonal zu vermehren. — Bei der heutigen Gouvernementsbefehl-Ausgabe war die Parole „Kioutschou". Es dürfte gerade dieses Wort aus Anlaß des heutigen Eintreffens des Prinzen Heinrich in Berlin gewcchlt worden sein. A Groß Steinheim, 13. Februar. Die rühmlichst bekannte Firma Jllert u. Ewald dahier hat in unserer Nachbargemarkung Klein-Auheim in unmittelbarer Nähe des dortigen Bahnhofes einen Geländekomplex von rund btm Srbbe&ei faVtavdti 5t laut ^txity dn äxjttn Buchenwaldcr leitung hat man fir tS Brandes hinn» A ^eit £ ’ ^rr fei’?** d-r fett "jJJ k« !"* *12* «eine au? ?,Wo|en'm^1’ ■ '"""»'h bie $ '» M b«M Mu dtn * 'AÄr »'ft H,rNte dem Bor . eif darauf h{n ba6 bii ,° E,Wtzt »etbt ! ,emen Anbau er- rr^^Esgewerbe ;r zm Schluß *' °uch von aller >u teil werden -g-b-nd Aes das bt6 upanbig ft N unbekannt. reff. n Jett übet vier mft Qu§§ebtoti)txv lm ^xcita^abeub Kenn" nschreckt. M bei ^ent- unö 5 Tchiosiermeisin? :r Brand entstanden deseile verbreiteten lerbeinsche Gebäude angrenzenden §am- ses entzündet. Die hr betrachtete es als und Lornelius'sche tzen, was auch volles Herrn Vtterbein niederbrannte. An werden. - Der in >er Mtter, erschoß teoolvers und war g schickte der Seile eschirr durch einer )erg, um Steine zu nach dem Arbeiter beiter noch Pferde, zwar, der Arbeiter , sein, MvH W ipoth, welcher Mch ete unterwegs einen fiirr nach Lauterba fipm sich unterweL MundE freund als derSck erde hierm^r ede liehen die belden Uten sich ^n uM em höhe«» E hier an und woM wagen sand er wohl Ä b-r-'is°«duU^ „rmrt Mpoth ver- n7„r in Lauterbach ...nt Der kilrzch 1)1 b,t ® S s® l0B,inS «W«1 len«" * W 7 bei 6 o»»»W2 otHa’b bllJg# B-7« * 3” * in Berlin B *>*«< bekov-M Ende. 718 Gießen, Rirchenplatz U- sich das Buch kommen zu lassen. 865 1 Preis ä Mk. 50. 2 Preise L Mk. 30. Kassel, 12. Februar. Nach kurzem schwerem Leiden verstarb Major a. D. Ferdinan d Gerland, welcher änger denn 30 Jahre in der Firma Henschel u. Sohn als erster Prokurist und Verwaltungsbeamter thätig war. Im Jahre 1867 trat er in die Verwaltung der Lokomotiv- und Maschinenfabrik von Henschel u. Sohn zu Kassel ein. Im Jahre 1870—71 machte er den Feldzug in Frankreich mit. Später wurde ihm der Charakter als Major verliehen. Eben von einer Reise wieder zurückgekehrt und im Begriff, ich in seiner Vaterstadt zu dauerndem Aufenthalt wieder niederzulassen, machte am 11. Februar ein sanfter Tod nach kurzem Krankenlager seinem arbeitsreichen Leben ein 5 Preise k Mk. 20.— i..... r Dem fleißigsten Sammler am 1. Juli Mk. 600.—, am 1. Dezember Mk. 1200.— Extra-Prämie! — Bei Einsendung von 80 oder 50 Einschlägen erhält überhaupt jeder — ru jeder Zeit — ein nützliches Geschenk! Fordern Sie im Laden oder direkt bei der Fabrik Aug. Luhn & (So., Barmen-R-, den Prospekt über LuhnS Preis-Verteilung. — LuhnS Fabrikate find in allen besseren Geschäften r« haben. 466 17 Jahren, deren Phantasie von abenteuerlichen Geschichten und insbesondere von dem Transvaalkriege und den Erfolgen der Buren-Armee über Gebühr erhitzt worden war, wurden auf der Reise nach Südafrika via Kassel-Holland infolge telegraphischer Requisition in Thüringen festgehalten. Die beiden jungen Leute, der Sohn eines dortigen Holzhändlers und ein Kaufmannslehrling, waren aus Mühlhausen am Samstag heimlich durchgebrannt, nachdem einer von ihnen bei einem Mühlhauser Bankier auf den Namen seines Vaters unberechtigter Weise gegen gefälschte Quittung einen Geldbetrag von ca. 4OOO Mk. erhoben hatte. Die Fährte der Durchbrenner war dem Vater bekannt geworden, er setzte den Telegraph in Bewegung und reiste ihnen nach. Hier in Kassel fand er ihre Spur. Mit Hilfe der Polizei wurden die beiden jungen Leute, die ein lockeres Leben führten und durch übertriebene Geldausgaben sich verdächtig gemacht hatten, alsbald in einem Restaurant in der Bahnhofsstraße ermittelt und festgenommen. Den größten Teil des Geldes, ca. 3400 Mk., hatten die Ausreißer noch bei sich, der Rest war für Ausrüstung und andere Zwecke verausgabt worden. Die beiden Ausreißer ließen sich ohne Widerstreben wieder in ihre Heimat zurückführen. Zwei jugendliche Brauseköpfe von «raftfuttermittel. Das inzwischen wieder eingetretene Frostwetter übte auf den Markt eine befestiaende Stimmung aus, wobei auch die Preise einzelner Futterartikel profitierten. Leinkuchen ist immer noch sehr gefragt, die VorrAe jedoch anhaltend gering. Kokos- und Palmkuchen etwas mehr berücksichtigt. Baumwollsaatmebl sehr lebhaft begehrt, die kleinen Zufuhren finden bei anziehenden Preisen rasch Abnehmer. Kleien und Futtermehle im Preise anziehend und lebhaft begehrt; die Vorräte hierin fin» jedoch beschränkt. Wetter-Bericht. Die Herrschaft des niederen Druckes dauert über fast ganz Europa an. Zentren des- selben liegen im Nordwesten der britischen Inseln, über dein Golf von Biscaya sowie über Südschweden und über der Ostsee. In Zentral-Europa sind die Unterschiede in den Barometerständen allgemein nur gering, doch bleibt deren Verteilung fortgesetzt sehr unregelmäßig. Eine Zunahme sdes Luftdruckes ist/am Südfußo der Alpen sowie über dem Gebirge selbst eingetreten, sodaß sich ein Gefälle von dort gegen den Nordrand desselben ausgebildet hat. Dabei sind im Alpengebiete und in dessen Vorlande südliche bis südwestliche Winde vorherrschend geworden, und haben die Temperaturen!daselbstseine.sehr beträchtliche Steigerung erfahren. — Voraussichtliche Witterung: Andauernd unbeständiges, ziemlich kaltes Wetter mit teilweisen Niederschlägen. Markus Bauer Sp^ial-Geschäst in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Klaß in eigener Werkstätte. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 13. Februar. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult. Februar 1.10%, do. per ult. März 2.45 %, Diskonto Kommandit per ult Febr. 0.80%, do. per ult. März 2.00%, Lombarden per ult. Februar 0,55% do. per ult. März 0.90%, Deutsche Bank per ult März 0.00%, Dresdener Bank per ult März 0 00%, Berliner Handelsges. per ult. Febr. 0.00. Notierungen: Kreditaktien 237.40-000-00, Diskonto-Kom- mandit 195.80, Staatsbahn 141.50-80.00, Gotthard 141.40, Lombarden 27.70-00-00, Ungar. Goldrente 99.15, Italiener 94.30, Sproz. Mexikaner 26.40, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 3%%. IV« bis 2% Uhrs: Kredit 237.40-236.90-237, Diskonto 195 80- 30.50, Staatsbahn 141.90-142-141.50, Lombarden 27.70. Gestern abend bis 6% Uhr sollten Elektrizitäts-Gesellschaft Helios 158.10 bz. G. notiert sein. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 14. Februar 1900. Eine sonderbare Ausschreibung zur Erlangung eines preiszukrönenden Entwurfs für ein neu zu erbauendes Geschäftshaus hat die Direktion der Spar- und Leihkasse Gießen erlasien. Die Gießener Architekten werden darnach eingeladen, einen allgemeinen Entwurf von 1 :200 mit generellem Kosten-Voranschlag binnen acht Wochen auf dem Bureau der Kasse einzureichen, wo das Bauprogramm zur Einficht offen liegt. Von einem bestellten Preisgericht als die beiden besten von den eingegangenen Plänen bezeichneten, sollen zusammen mit 800 Mark prämiiert werden. Soweit wäre die Sache nun ganz gut, aber in dem bei der Kasse ausliegenden Bauprogramm fehlt jeder Hinweis darüber wie viel Geld die Sparkaffe zur Ausführung eines Geschäftshauses zur Verfügung stellt, ferner fehlt darin jeder Hinweis über die Einlieferungsfrist, bis zu welchem Tage utrtf bis zu welcher Stunde die Konkurrenten ihre Pläne einzureichen haben, ob dieselben mit einem Motto oder dem Namen des Architekten versehen sein müffen. Auch darüber, was an Plänen verlangt wird, fehlt im Programm jeder Hinweis, und nun kommt die Hauptsache, es liegt demselben weder ein Situattonsplan bei, noch können die eventuellen Reflektanten, welche sich an dem Wettbewerb beteiligen wollen, erfahren, wer denn eigentlich die Preisrichter find, denen sie ihre Arbeit zur Begutachtung vorzulegen haben. X. Kunst und Wissenschaft. — Hagen i. W., 12. Februar. Das berühmte Lutherfestspiel von Dr. O. Deorient wird gegenwärtig unter der Leitung des Großherzogl. Sächsischen Hofrats Hugo Edward aus Darmstadt zur Darstellung gebracht. Die Rolle des Luther spielt Hofrat Edward, die der Käthe Frau Dr. Hauser-Burska. Der Ruf beider ist in diesen Rollen zu allgemein bekannt, als daß man noch Worte des Rühmens zu verlieren brauchte. Auch die mehr als 300 Mitspieler aus allen Ständen leisten so bedeutendes, daß statt der vorgesehenen sechs Spiel- abende nunmehr 11 mal bei schon jetzt vollständig ausverkauftem Hause gespielt wird. Das Verlangen nach Eintrittskarten kann auch nicht annähernd befriedigt werden. Seiden-Blusen ml» und höher — 4 Meter! — porto- und zollfrei zugesandt I Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Henneberg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. .. . 122 6. Henneberg, Seidea-FaUrikant (k. u. k. Holl.) Zürich. Theater. Görlitz, 12. Februar. Einen Theaterskandal gab es im hiesigen Stadttheater bei der Aufführung des „Probekandidaten". Im ersten Akte wurde dem Darsteller des Probekandidaten von einem Zuschauer mit kräftiger Stimme ein „lauter" zugerufen. Durch diesen Zwischenruf ließ sich der erregte und ohnedies nervöse Künstler am Schlüsse des Aktes zu der Aeußerung hinreißen: „Wenn ich Ihnen jetzt eine Schweinekomödie Vorspiele, dann können Sie sich bei dem Herrn bedanken, der mir das „lauter" zugerufen hat". Der zufällig bei einer Festlichkeit weilende Theaterdirektor wurde von dem Vorfälle sofort in Kenntnis gesetzt, erschien auch alsbald im Theater und ließ wegen dieses Zwischenfalles durch den Regisseur um Entschuldigung bitten, mit dem Hinzufügen, daß der Vorfall untersucht, und der Künstler in Strafe genommen werden würde. Diese am Schlüsse des Stückes abgegebene Erklärung hatte weitere Bemerkungen des betreffenden Künstlers und des Theaterdirektors an die Theaterbesucher zur Folge. Das Publikum befand sich in begreiflicher Aufregung, und der unliebsame Zwischenfall wird in der Stadt allerwärts besprochen. Der Schauspieler ist auf der Stelle entlassen worden. 42,000 Quadratmeter um den Preis von 25,000 Mark käuflich erworben. Das gewonnene Areal dient zur Erbauung einer großen lithographischen Kunfianstalt, m welcher 150 bis 200 Arbeitskräfte Beschäftigung finden sollen. △ Seligenstadt, 13. Februar. Der hiesige Gewerbe- derein faßte den Beschluß, künftigh.u 'M Smue der Ne.chs- gewerbeardnung Gesellenprüfung ° n abzuhalten D,° erste derartige Prüfung wird schon im April stattfulden. In Anbetracht der Wichtigkeit sdi-s-r Prüfungen durften sich zahlreiche Lehrlinge von hier und der Umgegend, namcnt- l,ch auch viele Schüler unserer lebhaft frequentierten Handwerker-Fortbildungsschule, an der ersten Gesellenprüfung beteiligen. ______________ h. Nodheim a. d. B., 12. Februar. Bei der am heutigen Tage erfolgten Bürgermeisterwahl wurde Herr Metzger Jakob Bechthold III. mit 6 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Garbeuheim, 13. Februar. In der vergangenen Nacht gegen 10 Uhr ertönte plötzlich die Sturmglocke. Zugleich bemerkten die erschreckt aus ihren Häusern eilenden Einwohner, daß ein starker Feuerschein seine unheimliche Röte weithin verbreitete. Wie sich herausstellte, war in der dem früheren Gemeindevorsteher Landwirt Knorz gehörigen großen Doppelscheune ein Brand ausgebrochen, welcher an den in dem Gebäude aufgehäusten Vorräten nur allzu reichliche Nahrung fand. Bald genug war zu erkennen, daß von der Scheune nichts mehr gerettet werden könne, und so richteten die durch Hilfe aus Wetzlar und den benachbarten Dorfgemeinden verstärkten Löschmannschaften einen wesentlichen Teil ihrer Thätigkeit darauf, die Weiterverbreitung des Brandes zu verhindern, während sie zugleich den letzteren nach Kräften einzudämmen suchten. Ihre Be- riühungen waren insofern von Erfolg gekrönt, als andere Gebäude von dem Brande nicht ergriffen wurden. Leider hat der Brand aber auch ein Menschenopfer gefordert, denn Vorsteher Knorz, welcher zuletzt gegen 5 Uhr nachmittags in der Scheune gesehen worden war, wurde heute morgen als verkohlte Leiche unter dem Schutt des abgebrannten Gebäudes aufgefunden. 1. Aus dem Kreise Wetzlar, 12. Februar. Mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches tritt auch eine reue Verordnung für die Ortsgerichte in Kraft und ist dieselbe in diesen Tagen den Ortsgerichtsvorstehern zugestellt worden. Für die Folge bestehen die Ortsgerichte aus dem Ortsgerichtsvorsteher und drei Gerichtsmännern. In vielen Gemeinden hat man den bisherigen Schultheis mit diesen Geschäften betraut, in anderen hingegen hat man den Vorsteher der Gemeinde dazu ernannt. Wetzlar, 13. Februar. Se. Durchlaucht der Prinz- Regent Albrecht zu Solms-Braunfels haben unter Bezeugung des wärmsten Interesses für die Sache und unter Anerkennung der gemeinnützigen, auf die Hebung des Wohlstandes gerichteten Bestrebungen das Protektorat über die von dem hiesigen Verein für Geflügel- und Kaninchenzucht im März d. I. zu veranstaltende Geflügel- rc. Ausstellung angenommen. Auch haben Se. Durchlaucht die Stiftung eines Ehrenpreises für die Ausstellung in be- st immte Aussicht gestellt. Marburg, 12. Februar. Es soll von hier aus in Berlin an zuständiger Stelle angefragt werden, ob eine Deputation Marburger Bürger auf Gehör bei Sr. Majestät d«m Kaiser rechnen könne. Man gedenkt nämlich noch in . letzter Stunde die Uebernahme der Polizei durch die Stadt rückgängig zu machen. Man stützt sich besonders darauf, daß die Städte Kassel, Hanau und Fulda ihre königliche Polizei behalten haben. Marburg, 12. Februar. Bei der großen Säkularisation von 1803 wurde das vom Paderborner Bischof Bernhard von Oesede 1140 gegründete Cistercienserkloster Hardehausen bei Scherfede zunächst Staatsdomäne, kam dann in den Besitz einer Adelsfamilie, wurde weiterhin an einen gewissen Kohn für 400,000 Mark verkauft, und dieser veräußerte es vor zehn Jahren für 510,000 Mark an den jetzigen Besitzer. Dieser hat aber sein Auskommen nicht darauf gefunden, und jetzt steht es zur Subhaftation, für die auf den 30. März Termin anberaumt ist. Bezeichnend ist, daß trotz mehrfachem Ausschreiben freihändig für das Gut nur 200,000 Mark geboten sind. Es hat eine Fläche von stark 380 Hektar. A Marburg, 13. Februar. Als man vor einigen Jahren mit dem Bau der Teilstrecke Franken berg— Corbach begann, hoffte man, die Bahn bis zum 1.April 1899 fertig stellen zu können. Es stellten sich jedoch solche Terrain- Schwierigkeiten entgegen, daß die Arbeit, trotzdem hunderte von italienischen und sonstigen Arbeitern daran beschäftigt «raren, nur langsam fortschreiten konnte und heute noch nicht vollständig beendigt ist. Wie aber jetzt bestimmt verlautet, wird die von der König!. Eisenbahndirektion zu Kassel mit der Bezeichnung Warburg—Marburg belegte neue durchgehende Verbindungslinie vom 1. April d. Js. ab, spätestens aber mit dem Inkrafttreten des neuen Sommerfahrplans dem Verkehr übergeben werden können. Man kann also dann von hier aus über Wetter, Frankenberg, dvnn dem Edder- und Jtterthal entlang nach Corbach, Arolsen, Volkmarsen und Marburg reisen. Daß die neue umgebaute Linie für unsere Stadt von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, erhellt schon daraus, daß die 3,mze Gegend hinter Frankenberg (das sog. Amt Vöhl) einschl. der preußischen Enclaven Ermelrode und Höringhausen, zum hiesigen Landgerichtsbezirk gehört. Die Leute d ort mußten seither, wenn sie nach Marburg wollten, 2 bis 3- Tage hierzu verwenden. Sie gingen 6 bis 12 Stunden, b i« sie nach Frankenberg kamen, übernachteten dort und kannten dann am anderen Tage erst mit der Bahn weiter. Diese Unannehmlichkeit fällt in Zukunft also weg. Auch voon hier aus wird wohl dann mancher einen Ausflug in rmse jetzt noch verhältnismäßig unbekannte Gegend unter- igchmen. Amtliche Anweisungen zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht hat die französische Regierung ausarbeiten kiffen und angeordnet, daß dieselben in allen Gemeinden durch öffentlichen Anschlag bekannt gemacht würden. Mit diesem im Interesse der Volkshygiene lebhaft zu begrüßenden Vorgehen hat unser Nachbarstaat schon vor geraumer Zeit einen Schritt gethan, der in allen Staaten Nachahmung verdient. Herrscht doch über das Wesen der Lungen- und HalSleiden und über die außergewöhnliche Ansteckungsgefahr bei diesen Krankheiten vielfach in den breiteren Schichten des Volkes noch die größte Unklarheit. Man ist zu leichtfertig gegenüber all den Bedingungen der Lebensgewohnheit der Umgebung des Verkehrs, welche den Boden für die Aufnahme des Tuberkel-BazilluS vorbereiten und man kennt nicht genügend diejenigen Mittel, welche den Körper gegen diesen Krankheitserreger immun, d. h. ansteckungssicher zu machen geeignet sind. Die Hauptsache ist aber rege Aufmerksamkeit auf sich selbst. Das alte Sprichwort des griechischen Weisen „Erkenne dich selbst" hat seine eminente Bedeutung auch für die Beobachtung des körperlichen Wohlbefindens. Es wäre in hohem Maße wünschenswert, wenn gemeinnützige Vereine sich die Verbreitung der Kenntnisse angelegen sein lassen wollten, welche für die richtige Erfassung des Wesens und der Bedeutung selbst leichter Hals- und Lungen- affektionen erforderlich find. Anerkennenswert ist, daß Herr Ernst Weidemann in Liebenburg a. Harz ein Buch zusammengestellt hat, in welchem auch die vorgenannten Anweisungen der französischen Regierung wiedergegeben sind, welche für jeden, der selbst oder dessen Angehörige an Atmungs-Beschwerden, Brustschmerzen, Husten, Heiserkeit, sowie an sonstigen Lungen- und Hals- affektionen leiden, eine äußerst interessante Lektüre bietet. Herr Weidemann giebt in diesem Bucke auch eine Zusammenstellung einiger aus den zahlreichen Gutachten, die über die günstigen Einwirkungen des aus dem russischen Knöterich hergestellten BrusttheeS bei Lungen- und Halsleiden erstattet worden sind. Hierin liegt unseres Erachtens em wertvoller Fingerzeig für die wirksame Bekämpfung der beginnenden und auch der fortgeschrittenen Tuberkulosen aller Art und können wir daher nicht dringend genug empfehlen, LUHNS SX LUHNS Je nach Anzahl der Ende jeden Monats eingesandten Einschläge usw. von LuhnS Wasch-Extrakt (mit rotem Band), Lunith- Seife (mit Bergmann), LuhnS Salm.-Terp.-Kernseife (mit totem Kreuz), Luhns Mond-Seife, Luhns Kinder-Seife, Luhns Blumen- Seife usw. werden folgende Preise verteilt: ’ ' " in bar. I 10 Preise A Mk. 15.— in bar. in bar. | 25 Preise: (Sieg. Kaffee-Services, in bar. | 50 Preise: Isolier-Bügeleisen. " " "7. 600.—, Unantastbar ist ihr Ruf L XÄ £ Anhänger der in weitesten Kreisen so sehr beliebten Pat.-Myrrholin- Seife! Von dem Grundsätze ausgehend, daß nur daS Beste Bestand hat und sich treue Anhänger erwerben kann, geschieht deren Herstellung nach den neuesten technischen Erfahrungen aus den besten Rohmaterialien, so daß ohne Ueberhebuna gesagt werden kann: „Es giebt keine bessere Toiletteseife." Der Zusatz des Myrrholins zur Konservierung der Haut und dessen überaus günstige Beeinflussung bei Hautleiden verschiedenster Art ist durch zahlreiche ärztliche Berichte glänzend bewiesen, wodurch die Pat- Myrrholin-Seife einzig in ihrer Art, ohne Konkurrenz als hygienische Toilette-Seife zum täglichen Gebrauch dasteht. Als Garantie für die stets gleichmäßige Herstellung werden fortgesetzt chemische Untersuchungen durch die Großherzogliche chem. Prüfungs-Anstalt in Darmstadt vorgenommen, welche beweisen, daß die Pat. Myrrolin-Seife frei von allen schädlichen Bestandteilen und Füllstoffen ist. Es liegt deshalb in Jedermanns Interesse, vor Gebrauch einer anderen Seife einen Versuch mit der Pat. Myrrholin-Seise zu machen. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich._____________________________ eidenstoffe, Sammle von Elten & JCeussen Velvelb Ma» e«L »Ns"^u.st«rs»rtl»«t. Bekanntmachung. Freitag, den 16. Februar 1900, nachmittags 3 Uhr beginnend, soll verschiedenes Abfallholz aus den Friedhofs-Anlagen, vom Lutherberg und Lärchenwäldchen, von der Süd- und Ostanlage, teilweise zu Backholz geeignet, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Friedhof. Gießen, den 13. Februar 1900. 1172 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth._______________________ Bekanntmachung. Das 6. Ziel Gemeindesteuer für 1899/1900 kann bis Ende Liefe- Monats noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Gießen, den 13. Februar 1900. Der Stadtrechner: Doepfer. 1164 Bekanntmachung. Auf Antrag des Verwalters des Nachlaffes des verstorbenen Distriktseinnehmers S t i e h l e r zu Hungen werden sämtliche Nachlaßgläubiger aufgefordert, ihre Forderungen und sonstigen Ansprüche an den Nachlaß unter Angabe des Grunde», sowie unter Beifügung der urkundlichen Beweisstücke in Urschrift oder in Abschrift so gewiß fpätefteus bis zum 24. März I. I. dahier anzumelden, als sie sonst von der Erbin nur insoweit Befriedigung erlangen können, als sich nach Befriedigung der nicht aus- geschloffenen Gläubiger noch ein Ueberschuß ergiebt. Hungen, den 5. Februar 1900. 995 Großherzoglrches Amtsgericht. ih'iltcißmimu'n Hotzversteigerung im Citßtukr StoMwnlb. Montag den 19. Februar 1900, vormittags 9'/, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald im Distrikt Kathariuenhütte versteigert werden: 271 Kiefern- und Ftchtenstämme mit 81,31 fm, darunter Schnittholz, 2 Eichenstämme mit 0,91 fm (Schnittholz), 68 Eichenstämme mit 26,07 fm (Grubenholz), 505 Fichtenstangen mit 42,43 fm, 53 rrn Eichen-Scheitholz, 8 Nadel-Scheitholz, 40 „ Eichen-Knüppelholz, 114 H Nadel-Knüppelholz, 61 „ Eichen-Stockholz, 167 „ Nadel-Stockholz, 2570 Wellen Eichen-R isig, 5880 „ Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße am Waldeingang. Gießen, den 12. Februar 1900. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______1154 Nutzhchmsteigkruug im Gkuttiudewald Niederkleen. Samstag den 24. d. Mts., Beginn vormittags 9 Uhr im Distrikt Pfingstweide. Eichen: 19 Stämme 3. Kl. — 10,05 fm, 2 Stämme 4. Kl. = 0,54 fm und 32 rm Nutzholz. Nadel: 1 Stamm 2. Kl. ---- 1,25 fm, 227 Stämme 3. und 4. Kl. = 85,71 fm, 30 Stangen 3. Kl. und 174 rm Nutzholz. Groß-Rechtenbach, 13. Febr. 1900. 1173 Da» Bürgermeister-Amt. KreimhoWttsteignuvg im Albacher Gemeindewald. Freitag den 16. d. Mts., morgens 9 Uhr anfangend, kommt im Distrikt Eisenhand nachstehendes Brennholz zur Versteigerung: 80 rm Buchen-Scheitholz, 120 „ Buchen-Knüppel, 200 Wellen Buchen-Reisig, 40 rm Buchen-Stöcke, 10 „ Birken-Scheiter, 28 „ Birken-Knüppel, 32 „ Eichen-Knüpp l, 300 Wellen Eichen-Reisig, 105 rm Eichen-Stöcke, 500 Wellen Nodel-Reisig, 5 rm Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist zur be stimmten Stunde beim alten Pflanzgarten. Albach, am 12. Februar 1900. Großh. Bürgermeisterei Albach. Balser. 1160 Mittwoch den 28. März, nachmittags 2Vs Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Konrad Hamel Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 40 Nr. 408*7, 0 — 885 qm Hof- raite links der Chauffee, Flur 40 Nr. 370 — 637 qm Acker auf dem Sandfeld öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 14. Februar 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 1174 Mittwoch den 28. März, nachmittag- 3 Uhr, oll auf dem hiesigen Ortsgericht die der Ehefrau des Ernft Hosch Mathilde geb. Simon in Gießen an nachverzeichneter , DoftQite zustehendes ideelles 7s ' lur 1 Nr. 45 — 212 qm in der Mühl- gaffe öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 14. Februar 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt. 1175 Nklstchmlng. Meins Hofraite, in der Bahn- ;ofstraße gelegen bestehend in zwei Wohnhäusern, Scheuer, Stallung, Garten und geräumigem Hof, zu jedem Geschäftsbetrieb geeignet, beabsichtige ich Samstag bett 17. Februar er., nachmittags Uhr, auf hiesigem Rathause öffentlich zu versteigern. 938 Grünberg, 3. Februar 1900. Conrad Zinker. (Hup le hl miß en Täglich frische Kreppei Kafieeknchen, Torten, Thee- und Weingebäck empfiehlt in großer Auswahl die Konditorei Ludwig DöA, 588 Marktstratze 32. MW-Mumliidk garantiert aus frischen Früchten zubereitet und hochfein im Geschmack, ausgewogen per Pfd. 30 Pfg., per 10 Pfund-Eimer 2.50 Mk., per 25 Pfund-Eimer 5,75 Mk. 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