Donnerstag den 15. Februar «oo icßener Anzeiger Heneral-Anzeiger Anrts- unb für den Tiveis (ßkfeat sgleichenden I der Frage, ä 40 = 400 = 2000 Mk. 30 Preise . 2. Für Zweijährige: == 2200 Mk. int zur D&l 1. 2. 3. 4. Uezugsprel» vierteljährl. Mk. 2,2» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholesteil«» vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlandeT nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg. 99.T 99.1! 15.* 42.! 4d> Reduktion, Expedition und Druckerei: Fchntstraße Nr. 7. * Zur Kostendeckung der Flottenverstärkung. Gießen, den 14. Februar 1900. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Dlätter für hessische Dotbskunde.__________________ «»nähme »v« Anzeigen zu der nachmittags für bm -nigeuden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Die Körtermine finden in nachstehender Reihenfolge statt: Berstadt, Freitag den 2. März, nachmittags 2 Uhr. Butzbach, Samstag den 3. März, vormittags 91/, Uhr. Orüuberg, Montag den 5. März, nachmittags 31/, Uhr. Ober-Osteideu, Dienstag den 6. März, vorm. 10 Uhr. Bestimmnugev für die Stuteukörung. 99.« 95.^ 1. In jedem der 23 Körbezirke wird alljährlich im Frühjahr, bald nach Eintreffen der Beschäler auf den Landgestütsstationen, ein Körtermin abgehalten, bei welchem im Körbezirk stehende Stuten, die dem Züchtungsziel des Ärbeits- oder des Wagenschlages entsprechen und möglichst Tein gezogen sind, gekört werden. Die Zuchtziele für die einzelnen Körbezirke sind folgende : a) Ein freigängiges, mittelstarkes Arbeitspferd mit gutem Schritt und genügender Trabaktion für die Körbezirke: Engelrod, Grünberg, Ober-Ofleiden, Romrod, Schlitz, Hirzenhain, König, Lörzenbach Babenhausen. , b) Breite, starke Arbeitspferde mit gutem, regelmäßigem Schritt für die Körbezirke: Alsheim, Hechtsheim, Alzey, Sauer-Schwabenheim, Lampertheim, Groß-Bieberau und Teile der Wetterau mit starkem Zuckerrübenbau. c) ($üi großes, schweres Wagenpferd für die Körbezirke: Berstadt, Rieder-Wöllstadt, Butzbach, Düdelsheim, Teile des Rieds und Rheinhessens. d) Ein mittelstarkes Wagenpferd mit gutem Schritt und vornehmlich guter und praktischer Trabaktion für die Körbezirke: Bickenbach, Jägersburg, Dornheim und Trebur. (Die Remontezucht kann hier die genügende und richtige Berücksichtigung durch Aufstellung eines edlen Hengstes finden, immerhin muß aber das edlere Wagenpferd das Zuchtziel bleiben.) 2. Das Körgeschäft besorgen zur Zeit 1/ Kvrkommif- sionen. Jede derselben besteht aus dem Landstallmeister, «ls Vorsitzendem, sowie dem im Körbezirk beamteten Kreisveterinärarzt und aus 4 Landwirten. 3. Die Körung einer Stute ist an Einstimmigkeit der Kommission gebunden. 4. Jede Stute muß Jahr für Jahr neu gekört werden; die im Vorjahre gekörte und gedeckte Stute hat die Vorhand vor der noch nicht gekörten oder nicht gedeckten Stute. Im übrigen entscheidet die Qualität. 5. Für jede gekörte Stute wird dem Besitzer von der Körkommission ein Deckhengst vorgeschlagen. 6. Der Besitzer erhält für jedes aus seiner gekörten. Stute von dem bestimmten Hengst gefallene leb endH gebärden lassen, als hätte er den „leidenden Werter" vor sich. Ihre Deklamation war eine angemessene, und sie vermied jede Ueberhastzung. Kleine Inkorrektheiten im Mienenspiel wie z. B. gelegentlich der Erzählung seines Schicksals von feiten des Grafen Thorane — trat die Teilnahme Goethes nicht scharf genug hervor. Auch die Maske hätte etwas einem Bilde Goethes aus dessen Jugendzeit näher gebracht werden können. Frau Helm als Frau. Rat Goethe war eine anziehende sympathische Erscheinung, und traf in der Unterredung mit ihrem Wolfgang den Ton, mit welchem sie über die kleine Affaire d'amour ihres Lieblings Hinwegzukommen sucht, ganz treffend. Mit einem gleich, serieüsen Baß.dürfte freilich nach der Tradition die Frau Rät nicht behaftet gewesen sein. Herr Walter gab den gestrengen Herrn Rat Goethe gleichfalls brav, und trug zum Gelingen der Unglück drohenden Szene zwischen sich und dem Königsleutnant sehr wesentlich bei. Recht frisch war das Paar Gretel und Mack, Fräulein Eichenwald und Herr H e n r y. Die erstere namentlich zeigte uns wiederum ein liebenswürdiges und schwungvolles Talent. Herr Wilhelmi spielte mit bestem Willen und gutem Erfolg, vielleicht hätte er dem Professor das Gepräge einer Karrikatur in schwächeren Formen geben können. Von allen übrigen Mitspielenden muß anerkannt werden, daß sie ein Ensemble zu schaffen bestrebt waren, das für den Benefiziaten ehrenvoll ist. Bei dem letzteren dürfte allerdings bei dem nicht gerade allzu reichlichen Besuch der moralisch-künstlerische Erfolg den finanziellen überwiegen. Für welchen er sich in seinem Innern entscheidet, wollen wir ununtersucht lassen; Künstler sind oft unberechenbar. Mi . Mm: nball kmMM 1115 i Gegen den Vorschlag, eine besondere Steuer Deckung der Kosten der Flottenverstärkung einzuführen, erklären sich die „Berl. Pol. Nachr." nochmals mit aller Entschiedenheit. Das offiziöse Organ schreibt: „Abgesehen von der vom Grafen Posadowsky im Reichstage so klar nachgewiesenen Thatsache, daß die Flot- ä 50 = 800 Mk. ä, 40 = 800 „ ä 30 = 600 Amtlicher Teil. Stutenkörung desLarrdespferdezucht-Aereirrs im HroßherzogtumKeffen und F>rLmtteru«g von aus gekörten Stuten gefallenen Ao-len im Jahre 1900 betreffend: ganzen 86 Preise im Betrage von 4200 Mk. Darmstadt, den 24. Januar 1900. Für den Vorstand: v. West er well er. Naegelä. ttlWO. iilbtrrtn« S'Anck tri . g f.m tflttflb. DW- 10 Preise ä 100 = 1000 Mk. ä 60 = 600 „ M Heil, LindniM Ä'S KÄ nur, *•* r Vorstand. St Theater. -er. Gießen, 14. Februar 1900. Das zweite Benefiz in der laufenden Saison wurde einem unserer tüchtigsten Kräfte, Herrn Franz Rolan zu teil. Derselbe hatte sich zu seinem Ehrenabend eine ihm ganz vortrefflich liegende Rolle, den Grafen Thorane in Karl Gutzkows vieraktigem Lustspiel, „Der Königs- leutnant" gewählt, und wir dürfen auch, neben der Person des Benefiziaten, mit der Wahl des Stückes wohl zufrieden fein. Kein zweiter französischer Offizier ist wohl dem deutschen Herzen so nahe gerückt, als jener Graf Thorane, welcher das junge feurige Gemüt unseres großen Dichters in deni Umgang weniger Wochen dergestalt für sich zu gewinnen wußte, daß man wohl die stille Liebe, welche Goethe stets für Frankreich im Herzen getragen hat, vornehmlich auf jene wunderbar anziehende Begegnung mit dem Grafen Thorane zurückzuführen berechtigt ist. Was uns Goethe selbst aus jenen Tagen seines Glucks ini Vaterhause erzählt, nimmt uns immer wieder, so oft wir es auch lesen mögen, gefangen, und es ist begreiflich, daß einer der bedeutendsten Bühnendichter der Neuzeit, diese Episode herausgegriffen hat, um dieselbe dramatisch zu gestalten. Meisterhaft hat Gutzkow den jungen, von Lebenslust uber- sprudelnden Wolfgang und die kluge Frau Rat skizziert, mit besonderer Liebe aber hat er den ritterlichen Grasen Thorane behandelt, in dessen Adern zwar das warme Blut des Südfranzosen wallt, dessen Gemüt aber mit so ächt deutscher Tiefe angelegt ist, ja selbst so deutliche Spuren, schnittlich etwa eineinhalb Prozent des Einkommens aus Vermögen darstellende Ergänzungssteuer erhoben. Es kommt ferner auch in Betracht, daß die regelmäßig die Staatssteuern sehr erheblich übersteigenden kommunalen Abgaben teils als Zuschläge zu der staatlichen Einkommensteuer, teils von dem Grundbesitz und Gewerbebetriebe erhoben werden, also gleichfalls mit dem Einkommen und dem Vermögen anffteigen. Wo, wie in den meisten größeren Städten 200 pCt. Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben werden, hat ein Mann mit mehr als ,. Iflo5 10’ üSÄS !i isäts - Fohlen vom Verein nach Vorlage der beglaubigten Abschrift des Geburtsscheines ein Angebinde von 20 Mark als sogenanntes Fohlengeld ausbezahlt. (Als Körkommissäre werden mit den nötigen Ersatzwahlen die nämlichen Herren wie im vergangenen Jahre thätig sein.) Je nach den vom Staate bewilligten Mitteln können. 300 oder mehr Stuten gekört werden. 7. Mit der Körung wird eine Prämiierung der Hengst- und Stutfohlen verbunden, die in den Jahren 1897 und 1898 aus gekörten Stuten gefallen sind. Die Prämiierung dieser dreijährigen und zweijährigen .Hengst- und Stutfohlen findet gleichzeitig mit der Körung bei den einzelnen Körterminen statt. Die Besitzer solcher Fohlen werden hiermit zu ihrer Verführung aufgefordert und besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Besichtigung bezw. Prämiierung nur erfolgt, wenn der Körkommission Kör- und Deckschein vorgezeigt worden ist. Nur fehlerfreie Tiere tonnen prämiiert werden. Der Käufer eines aus einer gekörten Stute gefallenen Fohlens kann bei diesen Prämiierungen nur dann auf eine Prämie Anspruchmachen,!wennevniindestenseinhal- bes Jahr im Besitz des Fohlens und eben so lange Mitglied des LandespferdezuchtVer- eins ist. Die Preise für die Prämiierung richten sich nach den vom Staate hierzu bewilligten Mitteln. An Preisen für 1900 sind vorgesehen: 1. Für Dreijährige: tenverstärkung «allen Teilen Deutschlands und allen Teilen des deutschen Volkes zu gute kommest eh t der Gedanke, eine besondere Steuer speziell zur Deckung der Kosten der Flotte einzuführen, mit dem Prinzip der Staatseinheit in unlösbaren^ Widerspruche. In der Wissenschaft wie in der praktischen Staatskunst besteht, wie noch jüngst die namhaftesten Autoritäten der Finanzwirtschaft nachdrücklich bekundet haben, kein Zweifel darüber, daß es die Auflösung des Staates bedeuten würde, wenn man die Kosten der einzelnen Aufgaben des Staates auf besondere Einnahmequellen anweisen und besondere Steuern zur Bestreitung der Kosten bestimmter Staatszwecke bewilligen wollte. Auf einem etwas anderen Gebiete bewegen sich die Erwägungen, von denen auch Professor Adolph Wagner die Einführung einer Reichserbschaftssteuer befürwortet. Er erkennt aus den von uns wiederholt dargelegten Gründen em Bedürfnis zur Erschließung neuer Einnahmequellen für das Reich aus Anlaß der F l o t t e n v e r st ä r k u n g nicht an und verwirft gleichfalls grundsätzlich den Plan, die Kosten der Flo tt en v er stä r knn g speziell aus eine besondere Steuer anzuweisen. Er ist der Meinung^ daß mit Rücksicht darauf, daß wenigstens ein Teck der Verbrauchssteuern vornehmlich von den breiten Massen der Bevölkerung getragen wird, im Interesse der ausgleichen- den Gerechtigkeit sich eine Ergänzung des Reichssteuer-» systems durch eine ausschließlich die wohlhabenden betreffende Erbschaftssteuer empfehle. Abgesehen davon, daß, wie Professor Wagner selbst anerkennt, auch em Nicht unerheblicher Teil der Verbrauchssteuern in h ö h e r e m Maße von der w o h l h a b e n d e n Minderheit als von den großen Massen entrichtet wird, und daß das Reich in den ausschließlich von den Wohlhabenden zu entrichtenden Reichs st empelabgaben bereits einen ausgleichenden Faktor besitzt, tann man sich bei Beurteilung der Frage, inwieweit die bestehenden Steuersysteme dem Grundsätze der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit gerecht werden, keineswegs auf die Betrachtung der Reichssteuern beschränken, sondern muß die G e s a m t b e st eu e r u n g in d e ni Reiche und in den einzelne n Bundes- ft a n t e ii mit in Betracht ziehen. In Preußen ist die Staatsbesteuerung nach dem Grundsätze geordnet, daß, wenn die Verbrauchssteuern im Reiche von allen zu tragen sind, die direkten Steuern die höhere Steuerkraft der größeren Einkommen voll zu erfassen haben. Demzufolge sind in Preußen nicht nur nahezu zwei Drittel der ganzen Bevölkerung völlig steuerfrei, sondern die Einkommensteuer steigt auch von wenig mehr als ein halb Prozent bis zu 4 Prozent, bei einem Einkommen von 100 000 Mk. und mehr. Daneben wird eine nach dem Vermögen bemessene, durch von der spezifischen Eigenart des Dichters, von der Schwermut trägt, daß der historische Graf Thorane hinter dem idealisierten zurücktritt. Der Königsleutnant wird deshalb niemals von seinen Landsleuten verstanden werden. Doch das verschlägt nichts, ist er doch nicht für diese, sondern für uns geschrieben, und unser Herz besitzt er, besonders wenn er uns in einer so guten Gestaltung wie gestern abend entgegentritt. - . Wir haben im Dienste der Kritik schon eme ganze Reihe und darunter bedeutende Darsteller (Friedrich Haase!) in dieser eigenartigen Rolle gesehen, und dabei die Erfahrung gemacht, daß in der Art der Darstellung bald das französische, bald das deutsche Element überwog. Bei dem gestrigen Vertreter der Rolle persönlich überwog — namentlich sprachlich — das französische, in der Gesamtaufführung, d. h. in der Idee des Ensembles unstreitig das deutsche. Diese Mischung war eine sehr glückliche, und zum Vorteil des Gesamteindrucks. Herr Rolan entfaltete fast durchweg die bezaubernde Eleganz eines französischen Kavaliers, und wußte zugleich mit seinen Mitteilungen an seinen jungen Freund jenen Ton anzuschlagen, welcher, fern von jeder gekünstelten Sentimentalität, den Zuhörer ergreift. Herr Rolan hat offenbar sehr tüchtig gearbeitet, darstellerisch wie sprachlich — namentlich war sein Französisch rein und fließend — war er gleich gut, sodaß der wiederholte stürmische Applaus und die Kranzspende in seiner Person an die richtige Adresse kamen. Fräulein Hammer verdient in der Darstellung alles Lob; sie hat die Rolle sehr richtig konzipiert, und verfiel darum nicht in den Fehler anderer Darstellerinnen, welche den von der ersten jugendlichen Liebe durchglühten Goethe sich so 10 10 „ 16 Preise 20 20 „ 56 Preise Mr. 38 frf4d*t tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener M.MillenvkLtler Werden dem Anzeiger 4* Wechsel mit .Hess. SenbmirT m. Matter Mr heff. BoltStunbe* »bchtl. 4 mal beigelegt. Nwi k? 18’ Febro», 8 Uhr, U8 itkirche zi Giessen JW Programm. . SoPr*n- - VortriR »MöenchoreohuJe unter Vingenten, de» Hem Organisten Gdrtach. tritt frei. 'en Mitglieder ati die len Emporen reserviert. Texte sind an de far 20 Pfg. zu haben, eiträge rar Deckung de ;b, *° den ausgestellt« ecken erbeten. M rträge. ch 8 Uhr abends ter: en, Frechen und bei Herrn Verwalter 1101 100 000 Mark Einkommen, abgesehen von den von seinem Grundbesitz und Gewerbebetriebe zu entrichtenden Abgaben an Staats- und Kommunalsteuern, zusammen nicht weniger als 13 einhalb Prozent seines Einkommens zu zahlen. Rechnet man hinzu, daß sowohl die Landes-Stempelsteuern als die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit in Preußen sich nach der Leistungsfähigkeit abstufen, mithin zum ganz überwiegenden Teile von der wohlhabenden Minderheit getragen werden, so wird man zu dem Schlüsse gelangen, daß wenig st ens in Preußen auch ohne Einführung einer Reichs-Erbschafts st eur der Grundsatz der ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden schwereren Belastung der stär- keren Schultern in vollem Maße zur Durchführung gelangt ist. In einer ganzen Reihe von Bundesstaaten ist die Landessteuergesetzgebung bereits nach dem Vorgänge Preußens auf ähnlicher Grundlage neu ge- geordnet. In anderen ist eine solche Neuordnung in Angriff genommen oder wenigstens geplant. Es ist daher gegründete Aussicht vorhanden, daß auch in den übrigen Teilen Deutschlands im Wege der Landesgesetzgebung in dem Steuersystem der Grundsatz ausgleichender Gerechtigkeit voll zur Durchführung gelangen wird, und daß es demzufolge der Einführung einer Reichs- Erbschaftssteuer nicht bedar f". Deutscher Reichstag. 147. Sitzung vom 13. Februar. 1 Uhr. Ohne Debatte wird zunächst die Samoavorlage in dritter Lesung genehmigt. Es folgt die zweite Lesung des Etats der Schutzgebiete in Verbindung mit den auf die Kolonial-Verwaltung bezüglichen Teilen des Etats des Auswärtigen Amtes. Die Debatte erstreckt sich zunächst über die dem Etat beiliegeude Denkschrift betreffend die anderweite Regelung der Bezüge der Kolonialbeamten in den afrikanischen Schutzgebieten. Auf eine Anfrage erklärt Kolonial-Direktor von Buchka er halte das Klima von Südwest-Afrika für ein durchaus erträgliches und zu Anstedelungszwecken geeignet. Abg Hasse (nl.) und Abg. Bebel (Soz.) bringen in Südwest- Afrika vorgekommene Mißstände zur Sprache und wünschen Abänderungen derselben. Referent Prinz Arenberg empfiehlt zwei Resolutionen: a. betreffend Anstellung christlicher Eingeborener als Unterbeamte, b. betreffend Vorbildung des einheimischen Elements für die niedere Beamten-Laufbahn nach bestimmten Grundsätzen, insbesondere betreffend Aufnahme von Muhamedanern in die zur Zett bestehenden religionslosen Schulen sowie in die neu zu gründenden staatlich subventionierten Missionsschulen und zwar in diese unter Dispens vom Religions-Unterricht Hierüber ent- spinnt sich eine längere Debatte, in welcher die Abgeordneten Graf Stolberg Dasbach und Stockmann (für dieselbe stimmen, während sich Bebel dagegen äußert. Dr. Buchka teilt mit, daß die Regierung mit den Resolutionen im Wesentlichen einverstanden sei. Abg. Bebel kommt auf den Fall Arenberg zurück und verlangt Aufklärung von der Regierung. Damit endet diese Debatte. Die Abstimmung über diese Resolutionen wird einstweilen ausgesetzt. Die Besoldungen bei der Schutztruppe werden debattelos in der von der Kommission beschlossenen Höhe genehmigt. Die Erledigung der Einnahmen erfolgt fast debattelos. Debattelos werden die Etats für Kamerun und Togo erledigt. Es folgt der Etat für Südwest-Afrika, wobei Abg. Bebel die Form der Arbeitsverträge, welche mit deutschen Arbeitern bei Anwerbung derselben für Bahnbauten abgeschloffen würden, bemängelt. Kolonial-Direktor von Buchka erklärt bezüglich des Falles Arenberg, daß derselbe noch in der Untersuchung schwebe Der Prinz befinde sich noch in Untersuchungshaft. Redner geht alsdann auf den Fall ausführlich ein und sagt, daß diese Ausschreitungen Ausnahmsfälle seien. Unser Beamten-Personal sei im allgemeinen ein gutes. Es ent- spinnt sich hierüber noch eine lange Debatte, in welcher alle Redner dieses Verbrechen in scharfer Weise verurteilen. Die Debatte wird geschloffen und auch dieser Etat wird (mit Ausnahme der Titel für Eisenbahnbau) genehmigt, desgleich:n der Etat für Reu-Guinea und die Karolinen. Auch die von der Kommission beanttagten Resolutionen werden unverändert angenommen. Morgen Fortsetzung der Etat-Beratung. Schluß 51/2 Uhr. * Born Kriegsschauplatz. Loudon, 13. Februar. Die „Liverp. Post" bestätigt amtlich, daß eine starke Burenkolonne in dasZulu- land eingefallen ist, in der Absicht, sich der großen Viehherden, die sich dort befinden, zu bemächtigen. Diese Gegend ist die an Rindvieh fruchtbarste in ganz Südafrika. London, 13. Februar. Den letzten Meldungen zufolge ist die Lage der Garnison Kimberley eine verzweiflungsvolle. Die Uebergabe der Stadt sei nur eine Frage von allerkürzester Zeit. Loudon, 13. Februar. Bei Rensburg sind die englischen Vorposten abermals zurückgeworfen worden. Details fehlen. Loudon, 13. Februar. Dem Militärkorrespondenten Churchill zufolge sind die verzweifelten Angriffe Bullers gegen die Burentruppen in Natal darauf zurückzuführen, daß vor Beginn des Krieges die englische Negierung dem Präsidenten der Natalkolonie unter Ehrenwort versprochen hatte, mit allen Kräften einen Einfall der Buren in Natal zu verhindern. Ein vierter Vormarsch Bullers ist daher ganz sicher, wenn bis dahin die englische Regierung Buller seines Kommandos nicht enthoben hat. London, 13. Febr. Am Modderflusse scheint eine wichtige Bewegung in Vorbereitung zu sein. Wie dem „Standard" von dort gedrahtet wird, wurde den dortigen Vertretern der Presse bedeutet, sich während der nächsten Tage der größten Zurückhaltung zu befleißigen. Es verlautet, Lord Roberts plane einen entschlossenen Verbuch zum Entsätze von Kimberley. Magersfontein und Spytfontein sollen vermieden und die dort stehenden Buren durch zwei Divisionen in Schach gehalten werden. „Daily Mail" erfährt aus Pietermaritzburg vom 12. Februar: Eine Drahtung von Eshowe meldet, daß ein großes Burenkommando mit einem Train" von 80 Wagen Lind tieun Kanonen das Lager bei Nqueta bezogen hat. Gerüchtweise verlautet, es wolle Eshowe belagern. Wahrscheinlich beabsichtige es, die Jusuzi-Hügel zu befestigen, um die britischen Truppen zu verhindern durch das Zululand zum Entsätze von Ladysmith zu marschieren. Der nächsten Entsatzbewegung dürfte eine neue Pause vorangehen. Ladysmith ist mit frischem Fleisch versehen, täglich würden 30 Ochsen geschlachtet. London, 13. Febr. In Ladysmith sind für 25 Millionen Frcs. Munition aufgespeichert. Das Kriegsamt hatte die Hauptniederlage für die englische Armee in Südafrika errichtet. Brüffel, 13. Februar. Man bestätigt hier, daß General Joubert in diesem Augenblicke eine Umgehungsbewegung südwestlich von Colenso ausführt, um Bullers Hauptarmee zwischen Springfield und Chieveley den Rückzug abzusch neiden. Gelingt diese Bewegung, dann kommt Buller in eine sehr gefährliche Lage. Die Oranjeburen dringen nach der starken Befestigung von Stormberg und Colesberg bis Molteno und Rensburg vor, wo sie die Streitkräfte der Generäle Gatacre und French fortwährend beunruhigen. Die Lage auf dem gesamten Kriegsschauplätze ist für die Buren äußerst günstig. Oberst Villebois-Mareuil, welcher jüngst die Oranje-Grenze in» spizierte, kehrte in das Hauptquartier Jouberts zurück. Deutsches Reich. Berlin, 13. Februar. Heute morgen hörte der Kaiser von 9 Uhr ab den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Generals v. Hahnke. — Der Staatssekretär des Auswärtigen, Graf von Bülow, ist an einem leichten Influenza-Anfall erkrankt. — In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Militäretats fortgesetzt. Mehrere Abgeordnete beantragten eine Resolution, den Kriegsminister zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß keine Vorschriften über die Sprache, in welcher ein Soldat beichtet, ergehen, ebenso Untersuchungen darüber. Die Resolution wurde gegen die Stimme des Abg. Meister (Soz.) angenommen. Bei dem Titel „Militärbevollmächtigte" erklärte Generalleutnant v. d. Boeck, daß er keine Auskunft geben könne, wann der Poften des Militärbevollmächtigten in Paris wieder besetzt würde. Die ferneren Verhandlungen betrafen vorzugsweise die Laufbahn der Militärärzte. — Hebet das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber berichtet die „Germania", daß sich heute morgen von neuem starke Fiebererscheinungen bemerkbar machten. Das allgemeine Befinden des Patienten bleibt im ganzen unverändert, da eine immerhin befriedigende Nahrungsaufnahme einen Verfall der Kräfte verhindert. Die Nachfolgerschaft Dr. Liebers. In der „Köln. Volks-Ztg." lesen wir: „Eine journalistische Nichtswürdigkeit finden wir in der „Münchener Allgemeinen Zeitung" vom 8. d. Aus Berlin, 7. d. wird dem genannten Blatte geschrieben: Hr. Dr. Lieber, von dem in Regierungskreisen allgemein angenommen wurde, daß er (in der Flottenfrage) einen beträchtlichen Teil seiner Fraktionsgenossen auf die Jaseite ziehen werde, ist totkrank, und das Spiel um die Nachfolgerschaft beginnt schon jetzt, genau so wie zur Zeit des Ausscheidens Windthorsts. Seit gestern wandelt in der Halle des Reichstages der fanatische Herr Julius Bachem aus Köln herum und pflegt bald mit dem einen, bald mit dem anderen prominenten Parteigenossen intime Unterhaltungen. Es heißt, daß er Führer des Zentrums werden und sich zu tdjem Zwecke im Lieberschen Wahlkreise aufstellen lassen möchte. Hr. Dr. Julius Bachem in Köln, bekanntlich Mitglied unserer Redaktion (d. h. der „Köln. Volks-Ztg.") erklärt uns dazu: 1. Thatsächlich richtig ist, daß ich seit Beginn dieser Woche einige Tage in Berlin war und dort mit parlamentischen und sonstigen Politischen Persönlichkeiten verkehrt habe. 2. Diese Reise stand fest, bevor Hr. Dr. Lieber erkrankte. Ihr eigentlich selbstverständlicher Zweck war lediglich, vor der ersten Lesung der Flottenvorlage Informationen an maßgebenden Stellen einzuziehen. 3. Die persönlichen Insinuationen der „Allg. Ztg." sind freie Erfindung. Ich bin weder kindisch genug, um nach Berlin zu reisen, und dort meine Kandidatur für die „Führerschaft" des Zentrums zu betreiben, nojd) beabsichtige ich, mich in dem Wahlkreise des glücklicherweise noch lebenden Abg. Dr. Lieber oder in irgend einem anderen Wahlkreise „aufstellen zu lassen". 4. Eine solche Absicht wäre schon aus dem einem Grunde ausgeschlossen, weil icfj seit vorigem Jahre neben meinen sonstigen Arbeiten dre Redaktion der zweiten Auflage des Staatslexikons der Görresgesellschaft übernommen habe, eine Verpflichtung, die jede parlamentarische Thä- tigkeit auf Jahre hinaus unbedingt ausschließt." Osnabrück, 13. Febr. Regierungspräsident Dr. Stueve tritt am 1. April in den Ruhestand. Sein mutmaßlicher Nachfolger wird Geheimerat v. Kitz in g aus dem Ministerium des Innern. Pofen, 13. Februar. Gestern wurde auf Ersuchen des Oberreichsanwalts der Herausgeber der polnischen „Gazetta OstrowSka", Witold Leitgerber daselbst, durch den vom Reichsgerichts - Präsidenten ernannten Untersuchungsrichter, OberlandesgerichtSrat Zäschmar in Posen, wegen Verdachts des Hochverrats verhaftet. Leitgerber wurde in das Gefängnis zu Posen eingeliefert. IftSllMd. Wien, 13. Februar. Die italienische Regierung errichtet in Innsbruck ein Konsulat und in Riva eine Konsulatexpositur. Es dürfte dies als ein Zugeständnis Oesterreichs infolge der Riva Affaire betrachtet werden. Prag, 13. Februar. Professor Masaryk wurde vom Strafgerichtshof wegen Veröffentlichung seiner Broschüre über den bekannten Polnaer Mordprozeß zu 60 Kronen Geldstrafe verurteil. London, 13. Februar. Nach einer Depesche der „Daily Mail" aus Hongkong soll das deutsche Kanonenboot Iltis innerhalb des HaftnS von Macao Peilungen vorgenommen haben, was eine große Aufregung hervorrief. Konstantinopel, 13. Februar. D,er türkische Botschafter in Paris telegraphierte an den Sultan, daß Mahmud Pascha und seine Söhne beschbossen haben, beding, ungslos nach Konstantinopel zurückzukehren. Dieser Entschluß Mahmuds ist in erster Reihe auf den Einfluß des Präsidenten der französischen Repuplik, sowie des in Paris weilenden französischen Botschafters Constanz zurückzuführen. Konstantinopel, 14. Febr. Seinem Erfolg in Persien kann Rußland nunmehr einen nicht weniger bedeutenden Erfolg in der Türkei zur Seite stellen. Wie der Korrespondent des Blattes zuverlässig erfährt, ging dem russischen Botschafter in den letzten Tagen ein Jrade des Sultans zu, dem der Abschluß eines dem Bagdadbahnabkommen identischen Vorvertrages über den Bau einer Eisenbahn von Kars nach Erzerum folgte. Von russischer Seite war bereits vor einiger Zeit der Bau einer Eisenbahn projektiert, die von Kars in südöstlicher Richtung über die neuen russischen Kolonien nach Sarakamisch führen soll. Nach dem russisch-türkischen Abkommen soll nun diese Bahn bei Kara Urghan die türkische Grenze passieren und im Thale des Araxes nach Erzerum weitergeführt werden. Die Länge der Bahn beträgt nur 260 Kilometer. Im Falle deß Baues der Eisenbahnlinie Kars—Erzerum so heißt es.in dem Vorverträge, wird einer russischen Kompagnie jedes Vorzugsrecht gewährleistet. Ferner wird bestimmt, baß die Bedingungen des Baues dieselben sein sollen, wie sie den Deutschen für den Bau der Bagdadbahn eingeräumt worden sind. Endlich wird festgesetzt, daß Rußland für sämtliche andere nach der russischen Grenze führenden Zweigbahnen ebenfalls ein Vorzugsrecht erhält. Es liegt auf der Hand, daß die Bahn nach Erzerum eine außerordentliche Bedeutung habe, namentlich vom strategischen Standpunkt aus. Lokales. Gießen, 14. Februar 1900 * * Die immer wieder erneute Schneedecke ist nicht blos ein schöner Schmuck zur Winterzeit, sondern auch ein ge wichtiger Faktor im Haushalte der Natur. Sie ist nicht blos das Bahrtuch der Natur, sondern vor allen Dingen eine Schutzdecke. Der Schnee hält warm, er ist wie das Federbett ein schlechter Wärmeleiter. Als solcher hält der Schnee einerseits das Eindringen der Kälte zurück, andererseits strahlt die schneebedeckte Erde weniger Wärme aus, als da, wo sie offen dem Weltenraume gegenüber liegt. Die Schneedecke wirkt also schützend für die innere Erd wärme, verhindert dagegen aber auch das Eindringen der Sonnenwärme, sobald warme Tage uns Frühlingswehen bringen. Die warme Luft kann nicht durch die Schneedecke hindurchdringen, und nachher hält das Schmelzwasser von Null Grad den Boden kühl, indem es in denselben einsickert. Diese abkühlende Eigenschaft der Schneedecke ist nicht minder wichtig, als die wärmende. In einem Boden, der bald kalt und warm wird, haben die Pflanzen einen unruhigen Winterschlaf. Da sich ferner bekanntlich schon bei einem Grad Wärme die organische Tüätk'gkcit der Zelle regt, und verschiedene Samen bei anderthalb Grad Wärme schon keimen, so würde also eine geringe Steigerung der Wärme die Pflanzen sofort zu weiterer Entwickelung veranlassen. Durch eine derartige vorzeitige Entwickelung aber würden sie von später wiederkehrenden Frösten auf das ärgste bedroht. Unter der Schneedecke schlummern sie ruhig, bis der wirkliche Lenz kommt und der wahre Morgen des Pflanzenlebens anbricht. Die Schneedecke wirkt sonach ausgleichend auf die Temperatur des Bodens. Darum ist es für den Haushalt der Natur nur mit Freuden zu begrüßen, wenn noch im Februar Schnee unsere Fluren deckt, während im Haushalte des einzelnen ein Nachwinter meist beklagt wird wegen des zur Neige gehenden Heizmaterials und in diesem Jahre noch besonders wegen der drohenden Gefahr einer Steigerung der Kohlenpreise! Die Lohnbewegungen der Kohlengruben arbeitet machen sich nämlich auch bereits bemerkbar: Teilweise sind Steigerungen sogar schon eingetreten. Hoffen wir, daß es nicht zu einem allgemeinen Ausstand kommt. Seine Folgen würde nicht nur die Fabrikbetriebe, sondern auch jeder einzelne Privat-Haushalt verspüren. * • Kirchliche Dievstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Alletgnädigst geruht, am 3. Febr. dem Pfarrverwalter Philipp Uhl zu Nieder-Saulheim, Dekanat Mainz, die evangelische Pfarrstelle daselbst und am 7. Februar dem Pfarrer Valentin Zatzmann zu Schornsheim die evangelische Pfartstelle zu Wald-Uelversheim, Dekanat Oppenheim, zu übertragen. • • Theaterverein. Das für diese Woche vorgesehene Gastspiel von Fräulein Triesch kann wegen Unpäßlichkeit der Künstlerin nicht stattfinden und muß auf spätere Zeit verschoben werden. Als 7. Vorstellung geht nunmehr am Freitag der nächsten Woche das Schauspiel Satisfaktion mit Herrn Dietz sch als Gast in Szene. • • Kongreß des deutschen BereinS für Armen- und Krankenpflege. Die gestrige Notiz aus Mainz betreffs des Kongresses des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit muß dahin berichtigt werden, daß derselbe nicht in der Woche nach Pfingsten, sondern vom 20. bis 22. September in Mainz abgehalten werden wird. ♦ * Befitzwechsel. DaS den Ed. Lind Wwe. Erben gehörige Haus MäuSburg 13 ging durch Kauf zu 49,000 Mk. an Herrn Gustav Walter hier übet. * Ans der Wetterau. Der in einem israelitischen Hospital zu Frankfurt a. M. verstorbene Moses Goldschmidt aus Assenheim hat für eine evangel.-kirchliche Veranstaltung, nämlich die von der Gemeinde Affenheim geplante Errichtung einer Klein-Kinderschule, 50 Mk. testamen tarisch bestimmt. Seit 1895 sind dem evangel. Kirchenvorstand bereits ca. 5000 Mk. als Ertrag von Sammlungen für diesen Zweck übergeben worden, und außerdem wurde vom Gemeindetat durch einstimmigen Beschluß ein günstig gelegenes Gemeindegrundstück als Bau- und Spielplatz ge- ausgeschlossen. Namens Gottes den Versammelten vor. Da die Beschwö-« rungsversuche des Bauers den Anwesenden erfolglos schienen, so schlugen sie mit Stöcken, Stühlen und andern Gegenständen auf den Knecht ein, so daß dieser nach wenigen Minuten entseelt am Boden lag: der Kopf war bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und sämtliche Knochen gebrochen. Am andern Morgen meldete Scherf seiner in Battenburg wohnenden Mutter die- glücklich vollbrachte Teufelsaustreibung, und als er von da zurückgekehrt war, vereinigten sich die „Brüder und Schwestern" zu einem festlichen, ihm zu Ehren veranstalteten Mahl, bei dem viele geistliche Lieder gesungen wurden. Es wurden natürlich zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Der Vorbeter an dem Mord- cchend, Spiering, erklärte dem Untersuchungsrichter, daß er die Absicht gehabt habe, eines seiner fünf Kinder zu „opfern". Telegramme des »Gießener Anzeiger^. Wien, 14. Februar. Gestern fanden in Mährisch-Ostrau 24 Arbeiter-Versammlungen statt, in denen über das Scheitern des Vermittelungs Versuches des Etnigungsamtes berichtet wurde. Der Bericht wurde von den Arbeitern ruhig entgegen genommen. Dieselben sind fest entschlossen, bis zum äußersten auszuharren. Sie bestehen auf der Achtstundenschicht und verlangen die Sequestrierung der Bergwerke, wenn die Besitze.- nicht nuchgeben. Der Streik der Heizer und MaschiKirchttche KachrWeA. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 15. Februar, abends 8 Uhr, ^ibelpnndr im Konfirmandensaal, Kirchstraße v. 2. Brief an die Korrnlyer. Kap. 8. Pfarrer Schloss er. Die BerftäudiguugSkoufereuz gescheitert. Wie», 14. Februar. Die Konferenz zum Zwecke einer Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen in Mähren scheiterte. Somit erscheint auch die Verständigungs-Konferenz ganz aussichtslos. Der neue Zolaprozeß vertagt. Paris, 14. Februar. In Gerichlskreisen wird bestimmt versichert, baß der Zola-Prozeß, der am 22. dS. zur Verhandlung kommen sollte, jedenfalls wegen der bevorstehenden Amnestie vertagt werden wird. Die Lage in Egypten. Rom, 14. Februar. Das dritte Bataillon des Regiments Northumberland erhielt, kaum in Malta ein- getroffen, den Befehl, nach Egypten abzugehen, wo die Lage trotz aller Beschönigungsversuche eine sehr ernste sein soll. Rom, 14. Februar. Auf der Lonsulta wird daS Ge- rücht dementiert, daß der Oberst Signorila in Kairo die englischen Quartiere besichtigt habe, und daß die Besetzung Egyptens durch italienische Truppen unmittelbar bevor st ehe. Kunst und Wissenschaft. — Sine große Protest-Versammlung gegen die Srrnst- Paragraphen der lex Heinze wird von Berliner Künstlern geplant. Es hat sich bereits ein Komitee gebildet, das eifrig dabei ist, die vorbereitenden Maßnahmen für diese Kundgebung zu treffen. Heer und Marine. — Um dem großen Mangel an aktive« Militärärzten abzuhelfen, beabsichtigt die Militärverwaltung eine Studienentschädigung von 300 bis 1600 Mk., je nach Länge der Dienstverpflichtung zu gewähren, um Civilärzte zum Uebertreten in das Heer zu gewinnen. Die „Köln. Ztg/ meint, das Kriegsministerium irre sich, wenn es glaubt, damit Erfolg zu haben. Die Wünsche des Sanitätskorps gipfelten in folgenden Punkten: 1. Volle Gleichstellung mit dem Truppenoffizierkorps in Bezug auf Vorgesetztenverhältnis, Ehrenerweisungen, Abzeichen. 2. Bessere Beförderungsaussichten durch eine größere Zahl Chargen, sodaß ein Arzt im gleichen Alter denselben Rang erreichen kann, wie sein Kamerad von der Truppe. Arbeiterbewegung. München, 13. Februar. Wegen des Kohlenarbeiterausstandes in Böhmen muhten die meisten bayrischen Tafelglashütten wegen Kohlenmangels den Bettieb einstellen. Eisenach, 13 Februar. Die hiesigen Schneidergesellen tragen sich mit dem Gedanken einer Lohnbewegung. Sie haben den Meistern einen teilweise enorm erhöhten Tarif für Anfertigung der einzelnen zu fertigenden Kleidungsstücke vorgelegt, über den die Meister sich bis zum Mittwoch schlüssig machen sollen. Zwickau, 13. Februar. Die Grubenwerke lehnten die Vermittelung zur Beilegung der Differenzen mit den Arbeitern ab. Der Streik ist nunmehr für morgen, Mittwoch beschlossen. In Betracht kommen 53 Schächte mit über 12,000 Arbeitern — In den übrigen sächsischen Revieren hat gleichfalls die Bewegung zugenommen. Im OelSnitz-Lugauer Revier ist heute ein Teil der Mannschaften nicht angefahren. Mährisch-Ostrau, 13. Februar. Der Stteik der Maschinisten und Heizer hat auf mehreren Gruben bereits begonnen. Da die Gefahr des Ersaufens der Schächte vorliegt, so mußten die Ingenieure den Dienst der Maschinenwärter und Heizer übernehmen. Gerichtssaal. Frankfurt, 18. Februar. (Strafkammer). Die Aufsehen erregende Diebstahlsaffaire in dem v-Zuge zwischen Offenbach und hier beschäftigt heute die Strafkammer Angeklagt sind Alfred Allen und Jean Pedro. Allen soll nach eingeholter Auskunft bei den englischen | Behörden am 23. April 1859 in New-York geboren sein, und eigentlich Robert King heißen Die umfangreichen Untersuchungen, die die hiesige Behörde angestellt hat, stellten eine Menge Bestrafungen im Ausland fest. Die Verhandlung gegen Allen, der angeblich nur englisch spricht, uiri gegen den Mitangeklagten Pedro, der nur französisch spricht, wird durch den Dolmetscher Schönling geführt Pedros Vorleben ist ebenfalls recht bewegt, wenn auch nicht so wie das seines Komplizen, auch er hat eine ganze Reihe Strafen zu verzeichnen. Nach der einen Version ist er im Jahre 1864 in Bordeaux, nach der andern in Barcelona geboren. Er bewegte sich fast meist auf Rennplätzen. Die Angeklagten sollen in dem D Zug, der von Berlin kam, nach Einfahrt in den Hauptbahnhof dem in Karlsruhe wohnenden Privatier Gustav Kaiser eine Brieftasche mit Mk 300 Inhalt gestohlen haben, mit Hilfe eines Wachtmeisters und einiger Gepäckträger konnten Beide festgenommen werden. Vor dem Untersuchungsrichter hat Allen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Hiernach hatte er allein die Tasche gestohlen. Heute beschränkt er sein Geständnis. Er will die Brieftasche nicht gestohlen, sondern im Waggon auf dem Gange gefunden haben. Beide bestreiten jede Gemeinschaft. Sie haben hier jedoch in verschiedenen Hotels stets zusammen ein Zimmer bewohnt, haben verschiedentlich gemeinschaftlich stark besuchte Läden und öffentliche Lokale besucht. Als Gründe für ihre Tour nach Offenbach giebt, rote die „Franks. Ztg." Allen an, er habe dort zarte Bande angeknüpft. Pedro will seine ihm vor Jahren durchgegangene Frau in den Offenbacher Restaurants gesucht haben. Da sie aber ihre Zwecke nicht erreichten, seien sie mit dem v-Zug zurückgefahren. Bei Allen fand man etwa Mk. 82 in deutschem, und eine beträchtliche Menge russischen und belgischen Geldes. Bezüglich des russischen Geldes behauptet er, er habe die Absicht gehabt, nach Rußland zu fahren und Pelze aufzukaufen. Allen hat hier unter dem Namen Jakson aus Brüffel gewohnt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Allen sechs Jahre, gegen Pedro vier Jahre Zuchthaus. Das Gericht erkannte nach kurzer Be- | ratung gegen Allen auf sechs Jahre, gegen Pedro auf fünf Jahre Zuchthaus. Aiel, 13. Februar. Der Professor Dr. Lehmann- Hohenburg wurde heute wegen Beleidigung des Distriktskommissars Gottschalk aus Anlaß der Zieten'schen Angelegenheit zu 600 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 3 Monate Gefängnis beanttagt. Universität und Hochschule. — Ernanntr Der Nationalökonom Professor v Schoenberg zum Kanzler der Universität Tübingen. — Der bisherige erste wiffen- schaftliche Assistent des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, Dr. Purgold, zum Geh. Regierungsrat und Dezernenten für die wtffenschastlichen Anstalten in Gotha. An feine Stelle ist Dr. Richard Stettiner in Berlin auf den Hamburger Posten berufen worden. — Verschiedene» r Der Direktor der Wiener Universitäts- Sternwarte, Professor der Astronomie an der Wiener philosophischen Fakultät Dr. Edmund Weiß begeht am 20. April den Gedenktag seiner vor 25 Jahren erfolgten Ernennung zum Ordinarius der bezeichneten Disziplin an der dortigen Universität. — Wie wir bereits mitgeteilt haben, scheidet am 1. April der bisherige Direktor der medizinischen Klinik in Halle, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Weber, aus seiner Stellung; zu feinem Nachfolger ist nunmehr, rote angekündigt wurde, der bisherige Direktor der medizinischen Poliklinik, Prof. Dr. Frhr. v. Mering, ernannt worden. nisten breitet sich weiter aus. Die Gruben erscheinen gefährdet. Gestern abend lief die Frist ab, bis zu welcher die Vergwerksbesitzer an Zu* geständniffe gebunden waren. Massenhafte Kündigungen und Entlastungen werden für heute erwartet. . Antwerpen, 14. Februar. Der Strerk der Metallarbeiter hat sich seit gestern auch auf die Zimmerleute ausgedehnt. A»ch die Schiffsverlader drohen, sich dem Stretke anzuschließen, wenn ihre Forder- unq, betreffend Abkürzung der Arbeitszett innerhalb dret Tagen, nickt bewilligt wird. Die Coqueril'fchen Metall Arbeiter sind ebenfalls ausständig.___ Ärmste Meldungen. Depeschen deS Bureau ,Herold". Berlin, 14. Februar. Nach einer Mitteilung der „Deutschen Tages-Zeitung" ist die Angelegenheit Szmula-Hahn durch den Austausch gegenseitiger Erklärungen erledigt. , Wien, 14. Februar. Die Negierung wird in diesem/ Jahre keine Erhöhung des Rekruten-Kontingents vom Reichsrate verlangen. Belfort, 14. Februar. Vier deutsche Staats- Angehörige wurden unter dem Verdacht verhaftet, an der Beraubung von Waggons eines Militär- Zuges teilgenommcn zu haben. Der Zug stand auf dem Bahnhofe B.' nt. Die Beraubung geschah in der Nacht. Geraubt .uucoen Einrichtungs-Gegenstände und Zollwächter- U.tiformen. Beim Verkauf der letzteren wurden zwei der Thäter abgefaßt. Loudon, 14. Februar. Die „Evening News^' meldet, daß die Königin wegen der schlimmen Nachrichten aus Südafrika die geplante Reise nach Italien aufgegeben habe. Kopeuhageu, 14. Februar. Die Gesetzes-Vorlage über den Verkauf der westindischen Inseln an Amerika für 12 Millionen Kronen wird nächsten Monat dem Reichstage vorgelegt werden. Konstantinopel, 14. Februar. Der Sultan verlieh dem deutschen Militär - Attache Major Morge'n deu Osman-Cordon zweiter Klasse. Prinz Heinrich. Berlin, 14. Februar. Bei dem gestrigen Festmahl zu Ehren des Prinzen Heinrich brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus, in welchem er die Begrüßung des Prinzen seitens des Publikums dahin auslegte, daß in weiten Kreisen des Volkes sich der Gedanke Bahn breche, daß Deutschland zur Erhaltung seiner Großmachtstellung einer starken Flotte bedarf. Dr. Lieber. Berlin, 14. Februar. Im Befinden deS Dr. Lieber I hält die ungünstige Wendung an. Gestern abend wurde der Kranke von heftigen Schüttelfrösten befallen, unter । denen seine Kräfte rapid sanken. Es erscheint deshalb jede Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens haben, bJjM “ fle» 9 erfährt -ö9en ein <Ä foetU Muni io heib. ™ ^onipaanik . 'ein sollen Aadbahn eilig/ esetzt, daß 4 ^enze führe: -recht erhält, >erum eine außer vom [träte* ^bruar 1900. tt $ nity Hw ■in auch ein P ■ 2ie ist nicht >r edlen Dingen , n ist wie das - sicher hält d« t zurück, anderer iger Wärme aus, gegenüber Hy ‘ die iimm örf i5 EiMgen btt s MingStvthtn durch die Tchnet daS LchmiMasstr i es in denselben st der Echneedeäe tenbe. In einem ben die Pflanzen trntt betanntHtb Mische HW'« ’n 6a anderthalb Jfo eine geringe fort zu weiterer Tartige vorzeitig! : wiedertehrenden bet Schmedull Lenz kommt iri ns anbricht. if bie Temperatur lu^alt btt Natur noch im Februar im Haushalte des mitv totyn bti , in diesem Ml hr einer Steigers . der Kohlengrus s bemerkbar: Ten üngetteten. n Ausstand kommt, rtfbettiebe, sondern EÖÄ l( w'M «nb °® b.UdW*e' w Bod)t WÄ te. , erert. 60ö 'US 5* ule, £lUt 6#^ in von tmir»' v uno vr schenkt. AuS allen Kreisen der Gemeinde, namentlich auch I von der Gräflichen Herrschaft, wird diese Sache eifrigst I ""^Darmstadt. 13. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst Prrn zessin Elisabeth werden, entgegen dem ursprünglichen Reiseplan, erst heute von Neapel m Capri eintreffen, da infolge verspäteter Ankunft in Mailand Neapel erst gestern aben$artmMlroi,3b8ebruar. Am Montag, als am l-tz.-n Taae würd' di, hiesig- Marin-- Ausstellung von 3800 Personen besucht, was, einschließlich der 1500 Soldaten, die die Ausstellung unentgeltlich besichtigten, eine Gesamt- -requenz von 48000 Besuchern ergibt, eine Ziffer, die auch die kühnsten Erwartungen weit übertroffen hat. Ausgegeben wurden an die Besucher 25000 Ausstellungskataloge (die am Montag wieder in der gewöhnlichen Weise zur Verteilung gelangten), 25000 Exemplare der Broschüre „Bitter not thut uns eine starke deutsche Flotte", und 15000 Stück der Jahrhundertnummern des „Flottenfreundes". Der Vorrat der 15000 illustrierten Ausstellungspostkarten war bereits am Samstag vollständig ausverkauft. Eine große Reihe von Beitrittserklärungen zum „Deutschen Flotten- I oerem", denen in den nächsten Tagen voraussichtlich noch viele nachfolgen werden, ist anläßlich Der Marine-Ausstellung erfolgt. Darmstadt, im Februar. Der „Franks. Ztg." wird von hier geschrieben: In Nr. 344 l. Morgenbl. berichteten wir über die Gründung des Vereins hessischer I Richter und knüpften daran die Bemerkung, man beklage sich in Richterkreisen darüber, daß der Justizminister bei der Regulierung der Beamtengehälter den Beamten seines Ressorts wenig Entgegenkommen zeige. Ein Ofsiziosus, her einige Tage darauf in der „Darmst. Ztg." versicherte, her Richterverein als solcher stände Bestrebungen, die auf Verbesserung der pekuniären Lage der Richterbeamten gerichtet seien, fern, hat sich über die Stimmung unter seinen Kollegen getäuscht; denn der Justizminister hat jetzt auf Anregung des Richtervereins nochmalige Prüfung der Gehaltsfrage zugesagt. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, verlangt er vom Verein die Unterlagen, wie die Beamten entsprechend ihrer Vordienstzeit in Gehaltsklassen einzureihen seien. Es ist hierbei nicht leicht zu begreifen, weshalb der Justizminister nicht die ihm zu Gebote stehenden Unterlagen aus den Personalakten entnimmt, sondern sich an den Verein der Richter wendet. Jedenfalls ist die Absicht, das Gehalt der hessischen Richter, die auch noch eines entsprechenden Wohnungsgeldzuschusses entbehren, aufzubessern, erfreulich, und wenn der Justiz- minister Vergleiche anstellt, wird er sich leicht überzeugen können, daß die hessischen Verwaltungsbeamten und die Lehrer an höheren Schulen in zahlreichen Fällen in höheren Gehaltsklaffen sich befinden, als die Altersgenossen der Justiz, die zum Teil weitaus • früher das Staatsexamen abgelegt haben. Vermischtes. * Saarbrücken, 13. Februar. Auf dem Eisenwerk des Freiherrn von Stumm in Neunkirchen erkrankten plötzlich fünf Arbeiter an Vergiftungserscheinungen. (Siner war sofort tot, zwei starben nach wenigen Stunden, während die beiden übrigen hoffnungslos darniederliegen. Die Ursache der Vergiftung konnte bisher nicht festgestellt werden. Man vermutet aber, daß dieselbe in dem Genuß Don verdorbenen Nahrungsmitteln zu suchen ist. * G l a d b a ch , 13. Febr. Die Stadtverordneten genehmigten das Pensionierungsgesuch des Oberbürgermeisters Kaiser zum 1. Oktober und bewilligten 10 000 Mk. Ruhegehalt. Die neue Stelle wird mit 10 000 Mk. Gehalt und 1500 Mk. Dienstaufwandskosten ausgeschrieben. * E l b e r f e l d , 13. Febr. Der Agent Strucksberg, Der Hauptangeklagte im Militärbefreiungsprozeß ist gestern im Gefängnis gestorben. * Berlin, 13. Februar. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Elbing: In der Unteroffizierschule zu> Marienwerder sind etwa 100 Mann an der Influenza erkrankt. Den Unteroffizieren und Mannschaften wurde das Verlassen der Kasernements verboten. * Apenrade, 12. Februar. Inder Narkosegestorben ist die Tochter des Senators Jürgen Lv- rentzen hierselbst. Das 18 jährige Mädchen hatte sich im Kreiskrankenhause einen Zahn ausziehen lassen und sich auf Wunsch narkotisieren lassen. Alle Versuche, das junge Mädchen wieder ins Leben zurückzurufen, erwiesen sich als vergeblich. Dieser Todesfall ist um so bedauerlicher, als vor einigen Jahren ein 17 jähriger Sohn der Familie bei einer Bootsfahrt auf der Flensburger Föhrde sein Leben -einbüßte. * Heilbronn, 13. Febr. Gemeinderat Ander, bekannt duttch seine Kämpfe mit Hegelmaier, ist gestorben. ♦ (Stuttgart, 13. Febr. Dem Ausschüsse zur Förderung deutscher Ansiedlungen in Palästina wurde laut „Schwäb. Merk." vom Kaiser ein Beitrag von 10 000 Mark übergeben. Eben so viel spendete der König. Bisher sind 115000 Mark gezeichnet worden. * Zürich, 13. Febr. Der Kassierer eines großen Handlungshauses ist heute wegen Unterschlagung, die den Betrag von 200 000 Franken übersteigen soll, verhaftet worden. * Amsterdam, 12. Febr. In dem Dorfe Appelterw in der Provinz Gelderland fand am vorigen Freitag eine Teufelsaustreibung unter scheußlichen und entsetzlichen Umständen statt. Seit einiger Zeit wurden von über- «ifrigen, fanattschen Protestanten im genannten Dorfe Bet- Bunden gehalten, die von Männern Md Weibern besucht wurden. Am Freitag fand die Zusammenkunft im Hause Les Bauers Scherf statt, die Anwesenden waren der festen Meberzeugung, daß der Teufel im Hause sei und im Körper Les Knechts Brinkmann seinen Wohnsitz habe. Es war fichon Mitternacht, als Scherf seiner Dienstmagd befahl, Len Knecht zu rufen, da dieser aber fest schlief und nicht erschien, führte ihn der Bauer selbst unter Anrufung des Vom Kriegsschauplatz. Berlin, 14. Februar. Nack einer Meldung des „Berliner Tageblattes" aus Brüssel, stellen alle Nachrichten vom Kriegsschauplätze die Lage der Engländer so ungünstig wie möglich dar. General Buller beschleunigt gegenwärtig seinen Rückzug. Jedes Projekt zum Entsätze von Ladysmith ist endgültig aufgegeben worden. Die Oranje-Buren schieben fortwährend ihre Vorposten weiter nach Süden vor. Ein Zusammentreffen derselben mit den Streitkräften Lord Roberts wird als unmittelbar bevorstehend bezeichnet. Paris, 14. Februar. Nach einer Privatmeldung aus Durban wurde der Leuchtturmsignalchef, ein Engländer, des heimlichen Einvernehmens mit den Agenten der Buren für schuldig befunden und' erschossen. Die Verständigung erfolgte durch Signale und hatte vornehmlich die Zahl und Gattung der eintreffenden englischen Truppen zum Gegenstände. Für diese Signal-Depeschen erhielt der Verräter 1500 Francs. Kunst-Ausstellung. ausHtellung im Tarmhans am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Ptg^ an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. zu vermieten- Lindenplatz 7. wird per 1. April gesucht von in« Frau Justizrat Dr. Rosenberg, Seitersweg 91. mieten. Diezstratze 13 TI. 6 1170 Auf die uud 70 Pf. 1123 chüftigung. p. T. Weinstöcke 3 Schillerstratze IS, I. 0569 Kiisn-Pallmam I. A.: Schneider 1182 Stadt. Schlachthaus Freibank 1139 Berantworllichrr Redakteur: H. Koegler. itli et 13 c Indre Uerinietnngen (»Offene SlrllcipOn'ludu' 13 500.000 Flaschen 311 verknusen Vereine Per schied Ms c» <-■ Mädchen vom Lande, 19 I., wünscht baldigst Stellung als Schenkamme. 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Das mit Kalk gespritzte Holz kommt nicht zum Ausgebot. 2) Dornanialwalddistrikt Werloh: Knüppel: 16 rm Eiche in Schichten von 2,5 m, 27 rm Nadelholz desgl. 3 m lang; Stammreistg: 462 rm Buche, 408 rm Buche und Eiche (gemischt), 40 rm Nadelholz. Zerstreut sitzendes Holz wird nicht vorgezeigt. Zusammenkunft vormittags 10*/g Uhr in der Goldkaute bei Nr. 1. Nähere Auskunft bei Großh. Forstwart Büttner zu Langd. II. Dienstag den 80. 1. Mts. aus den Domanialwalddistrikten ^angeloh und Steinswiesenkopf, Forstwartei Alfa: Stämme: 34 Eichen von 20—71 cm Durchmesser, 5—11 m Länge — 33,78 fm, 103 Fichten von 13—45 cm Durchmesser, 8-17 m Länge — 58,14 fm; Kuhknüppet: 74 rm Fichte und Lärche (3 m lang), 6 rm Eiche (3 m lang); Auhreistg: 74 rm Fickte (Latten, Baumstützen rc.); Scheiter: 265 rm Buche I. Kl. (hierunter 80 rm Felgenholz), 74 rm Buche II. Kl., 3 rm Eiche; Knüppel: 1013 rm Buche (Stammknüppel in Beckerseck und Steinswiesenkopf), 80 rm Eiche (teils 3 m lang), 26 rm Nadelholz, 32 rm Linde; Aeistg: 1013 rm Buche (599 rm St am mreisig), 294 rm Eiche, 341 rm Linde, Nadelholz rc.; Stöcke: 38 rm Buche, 13 rm Eiche. DaS mit Kalk gespritzte Holz wird nicht versteigert. Vorgezeigt wird das Brennholz in Beckerseck und Steinswiesenkopf und sämtliches Nutzholz. Von dem übrigen Holz, insbesondere auch von den Felgen, beliebe man zuvor Einsicht zu nehmen. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr in der Beckerseck bei Nr. 308, in der Nähe des Eselsweges. Weitere Auskunft erteilt der Großh. Forstwart Zimmer zu Ulfa. Sprechen i. Verstehen b. engl. )e(beiFlcihundAus- dauer) ohne Lehrer sicher zu erreichen durch die in5OAufl. vervollk.Original- Unterrichts-Briefe nach der Methode Toussaint-Langenscheidt. = Probebriefc ä I M. = Langenscheidt*b* V erl.-B uchhdlg., Berlin SW. 46, Hallesche Strasse 17. Wie der Prospekt durch Namensangabe nachweist, haben Viele, die nur diese Briefe (nicht mündlichen Unterricht) Genuteten, das Examen als Lehrer des Englischen und Französischen g u t bestanden. 199] Wohnung von 5 Zimmern mit Zubehör per 1. April zu vermieten. Näheres Bleichstratze 31.___________ 1126] 5 Zimmer, Badezimmer und Zubehör, 1 Treppe, zu vermieten. Wepanlage 62. 1071] Ein möbl. Wohn- und Schlafzimmer per sofort zu vermieten. Näheres Löberstratze 9, I._________ 0526] Möbliertes Zimmer mit Pension Zum kühlen Bruni. Stuft Douuerstaz abend: MrekiiW. Zum Frühstück: 1180 Wellfleisch mit Kraut. Inugtr, krSst. Hansvmslhr per alsbald gesucht von 1185 A. & G. Wallenfels, Markt 21 0510] Hausbürschchen sofort gesucht. Georg Leib & Sohn, Wallthorstraße 34. Auf dem Kontor einer hiesigen Cigarrenfabrik findet zu Ostern ein junger Mann mit befferer Schulbildung Lehrstelle. Adreffe zur schriftlichen Anmeldung bei der Expedition d. 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