■ftfe" Ott "nle «Aiemmg. Wtnii||. pH Möhl? ^uzlehrer. ZE 5QIU W.ötfW.Stamt “linieb.ßabe.».' ierlin 8.0. H. itttt Wichst ►lode würde dadurch einem ■ entiegentommen. term 3. bi. Di. eint eftttt i $onat von w-Asa B« i dauernder GesW> in der Direktion fot- 955 WÜ! ien Austkhimnz, mMr is aufmer?fam mjJ« »'• nö «mcst'n edsts-rtc er dreimal pramuN ^■lanenjU* trassejLl^ «ühte« £*..■-***' ofete Leistung- 21) •5Ä&- ht ., «.w***1" 89.6: -4.1t 25.? 42J 4^ 9».( rrn rar 1S00. tzilberrentt elh-^ kirn . g i4D ftSä-** -ikNtenb. CW iDbt ELZ!k »trt WiM Donnerstag den 15. Februar 1900 Drittes Blatt Anrts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieszen Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen« ZetlenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg. ,„,h»e een Anzeigen zu der nachmittag- für de« fefaenfcen Lag erfcheinmden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bezugspreis vierleljährl. Mk. 2,28 monatlich 75 Pfg. mit Vringcrlohn; durch die Abholestelle« vicrteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährt. mit Bestellgeld. Rr. 3» frfMd täglich mit Ausnahme deS Montag-. Die Gießener InMikieuOtätter »erden dem Anzeiger tzm Wechsel mit „S'ff. Landwirt" n. „Blätter Kr hell. Volkskunde» Wtchtl. 4wal beigelegt. mü VrsvinMks. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 14. Februar iöOO. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 119Jahr«r., em 15. Februar 1781, starb zu Braunschweig der Dromatiker Gotthold Ephraim Lessing. Auf alle Zweige der Kunst und die wichtigsten Gebiete der Wissenschaft übte er den belebendsten Einfluß aus, und befreite die Lltteratur von allem sie fesselnden Fremdartigen. AuS seinen zahlreichen Werken heben wir nur „Laokon", „Nathan der Weise", daS Lustspiel „Minna von Barn- Helm" und das Trauerspiel „Emilia Galotti" hervor. Er wurde am 22. Januar 1729 in Camenz in Sachsen geborcn. •• Gemeindesteuer fällig. Erfahrungsgemäß kommt der weitaus größte Teil der Steuerzahler seinen Verpflichtungen erst gegen Ende des betr. Fälligkeitsmonates nach, wodurch an den betr. Kassestellen stets ein starker Andrang entsteht, der für den Zahlenden längeres Warten und für den Kassebeamten eine außergewöhnliche angestrengte Thätigkeit zur Folge hat. Wem also daran gelegen ist, seine Steuern ohne großen Zeitverlust los zu werden, der gehe möglichst vor dem 20. zur Kasse. Einem großen Teil unseres steuerzahlen- den Publikums dürfte dies auch wohl nicht besonders schwer fallen. ** Volkszählung. Ueber die für den 1. Dezember d. I. vorgesehene neue Volkszählung ist der „L.-A." in der Lage, folgende interessante Angaben zu veröffentlichen: Für die bei dieser Zählung über die Persönlichkeit des Einzelnen gewonnenen Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren. Sie dürfen nur zu statistischen Zusammenstellungen, nicht zu anderen Zwecken benutzt werden. Diese Bestimmung soll einerseits der Bevölkerung die Gewißheit geben, daß die den Zählpapieren anvertrauten Angaben nicht zu Auskünften UrtrtHm, Expedition und Druckerei: >4»fßra6< Nr. 7. Minister Schönstedt erwidert, ein solches Gesetz werde wohl niemals die Zustimmung der verbündeten Regierungen finden. Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. Der dritte Gegenstand der Tagesordnung, die Frage des Mandats des Abg. Jacobsen, wird wegen der schwachen Besetzung des Hauses abgesetzt. Morgen 1 Uhr: 3. Lesung der Samoavorlage, dann Kolonialetat. Schluß 51/2 Uhr. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«* Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Kandwirt, KliMer für hessische Volkskunde._________________ Abg. v. Czarlinski '.(Pole) fortfahrend, macht Mitteilung von j einer Reihe von Fällen, in denen die Zuziehung eines Dolmetschers von - den Gerichten verweigert worden sei, obwohl die Beteiligten thatsächlich außer stände gewesen seien, sich der deutschen Sprache zu bedienen. Staatssekretär Nieberding führt aus, es sei dem Reichskanzler nicht bekannt, daß § 187 des Gerichtsverfassungsgesetzes eine Auslegung seitens der Gerichte gefunden hätte, welche zu Beschwerden und Erregungen Anlaß gegeben hätte. Dem Reichskanzler sei nur be» kannt, daß die Gerichte die Zuziehung eines Dolmetschers ablehnen, wenn sie glauben, daß der Beteiligte der deutschen Sprache mächtig sei. Der Reichskanzler könne nur einschreiten, wenn es sich um eine falsche Gesetzesauslegung handele. Hier aber handele es sich nicht um Unzuträglichkeiten in Folge einer nichtverständlichen Auslegung der Tragweite und des Sinnes eines Reichsgesetzes, sondern alle diese Unzuträglichkeiten beruhten regelmäßig in einer vielleicht irrtümlichen Auffassung der tatsächlichen Frage, ob der Beteiligte der deutschen Sprache mächtig sei oder nicht. Auf Antrag des Abg. Cegielski (Pole) wird Besprechung der Interpellation beschlossen. Justizminister Schönstedt führt aus, daß ihn die Beschwerden der Interpellation vollständig unvorbereitet träfen. Eine Beratung hier könne also keinen sachlichen Erfolg haben, weil eine materielle Prüfung unmöglich fei. Die Beratung hier möge sich ja vielleicht zu agitatatorischer Ausbeutung eignen (Unruhe), aber eine sachlich erschöpfende Beratung könne hier in der That nicht fiattfinden. Der Minister geht dann auf einzelne, ihm zufällig näher bekannte Fälle ein. In einem derselben habe ein 18jährigec Bursche, der 8 Jahre lang die Schule besucht und deutsch gesprochen habe, einen Dolmetscher verlangt. Als derselbe bestraft worden sei, habe er sich darüber nicht einmal beschwert. Abg. v. Dziembowski (Pole) wendet ein, daß die Beschwerde bezw. die Entscheidung darüber sich in der Regel zu lange hinziehe, sodaß der Beteiligte schließlich lieber seine Strafe absitze. Abg. Bassermann (nl.) weist den vom Vorredner gegen die deutschen Richter erhobenen Vorwurf der Parteilichkeit zurück. Abg. Roeren (Zentr.) wahrt zunächst die Zuständigkeit des Reichstages und gibt sodann auch dem Interpellanten materiell recht Was die streitige Gerichtsbarkeit anlange, so sei allerdings zuzugeben, daß die Ungebühr, daß jemand seine Kenntnis der deutschen Sprache verleugne, vorkommen kö«ne. Aber es scheine doch, als ob die Gerichte da manchmal zu rigoros urteilten. Jeder Mann, auch der Pole, besitze daS natürlichste Recht, sich seiner Muttersprache zu bedienen. Staatssekretär Nieberding bestreitet, dem Reichstage das Recht abgesprochen zu haben, preußische Gesetze auf ihre Vereinbarkeit mit den Reichsgesetzen zu prüfen. Die Interpellation spreche gar nicht von der freiwilligen Gerichtsbarkeit, sondern nur von dem Gerichtsverfaffungs- gesetzt. Abg Motty (Pole) stellt die Einbringung eines Gesetzesvorschlages in Aussicht, um auch in dem Gerichtsverfassungsgesetz zu bestimmen, daß auf Verlangen stets ein Dolmetscher hinzugezogen werden müsse. Deutscher Reichstag. 146. Sitzung vom 12. Februar. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage betr. Freundschafts- rerträge mit Tonga, Samoa und Sansibar. Die Vorlage erteilt die Ermächtigung, durch kaiserliche Verordnung die Vorschriften der Verträge mit Tonga und mit Samoa, sowre die aus Exterritorialitätsrechte bezüglichen Vorschriften des Vertrages mit «Sansibar ganz oder teilweise außer Anwendung zu setzen. Staatssekretär v. Bülow begründet die Vorlage, wobei er u. a. ausführt, daß die von ihm früher als erwünscht erscheinend bezeichnete reinliche Scheidung auf Samoa nun erfolgt sei, indem Deutschland Apolu und Sawaii, Amerika Tutuila erhalten habe. Das Recht Englands auf Samoa sei formal ebenso begründet gewesen, wie dasjenige Deutschlands. Letzteres hätte deshalb an England die Ansprüche auf die Salomonsinieln abgetreten und Deutschland nur die Hauptinsel Bougainville mit dem vorgelagerten Buka sich vorbehalten. Ebenso Hätte Deutschland bei dem Abkommen über Zugeständniffe in Togo und Hinterland denjenigen Teil der neutralen Zone gesichert, der wirtschaft- ich die besten Aussichten stelle. Die exterritorialen Rechte, die Deutschland auf Sansibar besesien, seien nicht mehr wie eine leere Schale ohne .Hern; überdies gebe Deutschland diese Rechte erst auf, sobald dies auch -seitens der anderen beteiligten Mächte geschehe. Was das besondere Abkommen mit England und Amerika über die Schadenersatzfrage in Samoa betreffe, so wolle er bemerken, daß der Schaden, den Deutsche "dort erlitten, auf 400,000 Mk. geschätzt werde. Das Abkommen liege z. Z. dem amerikanischen Senat vor. Als Schiedsrichter sei der König won Schweden in Aussicht genommen. Redner verbreitet sich noch über T)en wirtschaftlichen Wert von Upolu und Sawaii. Abg. Hasse (nl.) meint, es wolle ihm scheinen, daß Deutschland Sei seinem Vertrage mit England außerordentlich hohe Kaufpreise zahle. Eine Anomalie müsse er darin erblicken, wenn der Reichstag nur berufen werde, um bei Abkommen minderen Wertes mitzuwirken, während tr über viel wichtigere Verträge nichts mitzubestimmen habe. Unterfiaatssekretär v. Richthofen bemerkt noch, der Schieds- lerichtsvertrag werde dem Reichstage -ugehen, sobald der Senat m Amerika ihn genehmigt. Ebenso werde in nächster Woche dem Hause 'der Ergänzungsetat für Samoa vorgelegt werden. Hiermit endet die Debatte und die Vorlage wird gleich in 2. Lesung genehmigt. Es folgt die Interpellation v. CzarlinSki betr. Auslegung Les § 187 des Gerichtsverfaffungsgesetzes (Dolmetscher bei Gerichts- -verhandlungen). r _ Staatssekretär Nieberding erklärt sich zu sofortiger Beant- iwortung bereit. „ . Abg. Czarlinski (Pole) begründet die Interpellation. Die polnische Bevölkerung werde schwer beeinträchtigt durch d,e brutale Anwendung, welche jener Paragraph finde. . ., _ . Präsident Graf Ballestrem ersucht den Redner, solche Ausdrücke zu unterlassen. Feuilleton. Ein Stinmuuzslnld aus Ladysmith. Bon G. W. Steevens, dem berühmten Kriegskorre- fpondenten der Londoner „Daily Mail", der sich unter den Belagerten von Ladysmith befand, und, wie vor kurzem gemeldet, dem Typhus erlegen ist, werden jetzt die letzten Briefe veröffentlicht. Es sind keine trockenen Berichte, sondern anschauliche Schilderungen, in denen die Stimmung der Eingeschloffenen während des Bombardements in scharf umriffenen Bildern feftgehalten ist. Einiges aus Viesen Briefen sei hier wiedergegeben: „Guten Morgen, kommt Ihr vom Langen Tom?" „Crack—kwhiz—z—z", war die Antwort, „ja". „Whish—h—patter, patter", stimmte ein wolkenhoch fliegendes Schrapnell ein. Es war am 7. November, um 71/» Uhr morgens. Das wirkliche Bombardement, die schreckliche Symphonie hatte begonnen. Zuerst spielte der Lange Tom die führende Rolle. Er ist eine freundliche alte Kanone, und ich habe ihm gegenüber nur angenehme Gefühle. Er hat nur seine Pflicht gethan, in offener männlicher Weise. Er war so aufgestellt, daß man ihm gerade in seine häßliche Fratze hinein und ihn hungrig umherblicken sah. Ein Flammenguß und ein sich verbreitender Giftschwamm von weißem Rauch sagte uns, daß er gefeuert hatte. Ein dumpfes Krachen folgte als pünktliche Antwort. Man wartete, bis man den schwarzen Rauch hinter dem Erdwall aufsteigen sah. Ein roter Blitz, ein Springen von rotbraunem Dunst und Rauch — ein Krachen: er war da. Dann schwirrten seine Splitter langsam durch die Luft, wie verwundete Vögel. Man sah sie kommen, mit würdevoller Langsamkeit, es war übergenug Zeit, aus dem Wege zu gehen. . . . Wie ist einem nun zu Mute, wenn man bombardiert :iüirb ? Zuerst und vor allen Dingen des Morgen« ist es eine »äußerst unangenehme Sensation. Man weiß, daß Kanoniere muen durch Fernrohre beobachten, daß jede Höhe von einer großen Kanone beherrscht wird, man hört rings herum ein Quieken, Krachen und Puffen, und man hat fast ein Gefühl der Neugier, zu wissen, wann man selbst an die Reihe kommen wird. Dann saust auch wohl dicht vor einem mit unwiderstehlicher Gewalt ein Geschoß hernieder, als ob der Teufel selber es geschickt hätte. Man fängt dann aber an, auf die einzelnen Geschosse zu achten, man hört das betäubende Dröhnen der großen Geschütze und das schrille Pfeifen der kleinen heraus, man stellt Vermutungen an über ihren Gang und über ihre Richtung. Bald sieht man ein Haus in einen Haufen von Splittern und Geröll Zusammenstürzen, bald trifft man einen Verwundeten auf einer Tragbahre. Das ist die gefährliche Zeit. Wenn man sonst nichts zu thun hat, und besonders wenn man lauscht und kalkuliert, dann ist es aus; man bekommt Granaten in den Kopf, man denkt und spricht von nichts anderem, und schließlich kommt es dahin, daß man vor Tagesanbruch in ein unterirdisches Loch geht und sich mutigere Leute wirbt, die das Essen da hinunterbringen. Ein solcher Tag, und man ist entnervt, halb tot, zuckt zusammen beim Summen einer Fliege, man ist sich selbst zur Last und seiner Umgebung zum Spott. Wenn man aber sich an seine gewohnte Thätigkeit be- giebt, kehrt die Zuversicht zurück. Man sieht ein, was für eine verschwenderisch große Metallmasse in einen kleinen Ort geworfen werden kann und doch noch genug Platz läßt. Man erkennt, daß eine Granate, die einen großen Lärm macht, noch hundert Hards entfernt sein kann, und man bemerkt, daß das fürchterlichste Geräusch von den eigenen Geschoffen kommt, die über den Kopf auf einen vier Meilen weit entfernten Feind geworfen werden. So stellt man die Sache in Allahs Hand, und bald wendet man nicht einmal mehr den Kops, um zu sehen, wo das Getöse herkam . . . Der letzte Brief von Stevens ist betitelt: „Ein Tagebuch des Mißmuts" und schildert die stumpfe, trübe Stimmung, die sich allmählich der Eingeschlossenen bemächtigt hat. Er beginnt: „O welch ein Tag? Trübe, kalt, schmutzig. Selbst keine Granate vom Langen Tom, die Leben hineinbrächte, die High Street sieht doppelt tot aus . . . Die Wege sind schon wie Reispudding, die Fußsteige wie Syrup. O! . . — Es ist heute Sonntag; einige Gewehrschüsse, aber sonst die gewöhnliche Ruhe. Der Himmel ist wolkenlos und wird von keiner Granate gestreift. Ich bemerke, daß die Sonntagsbevölkerung von Ladysmith, anders wie die Londoner, doppelt und dreifach so stark vertreten ist wie an Wochentagen. Der Lange Tom bröckelte gestern von der Kirche eine Ecke ab; heute predigte der Erzdekan, wir seien das vom Himmel bestimmte Werkzeug, um die Buren zu züchtigen. Sehr tief, aber vielleicht ein verfrühter Gedanke. Ein anderer Tag, der lebsthafteste der Beschießung. Eine Gesellschaft von Offizieren, die in der Hauptstraße leben, wartete auf das Frühstück. Der neue Vorsteher im nächsten Zimmer fluchte gerade auf die Diener, daß sie zu lange machten, als eine Granate in die äußere Mauer traf und unter dem Frühstückszimmer zerplatzte. Der ganze Raum war Dunst und Donner und von dem beißenden, schweren Geruch des Melinit erfüllt. Der halbe Fußboden war zersplittert, ein Brett war emporgeschleudert und steckte in der Decke. Das Geschirr war zerschmettert und die Uhr heruntergeworfen, nur die Bilder an der Wand blickten unverändert durch das Glas auf den Schauplatz der Zerstörung herab. Dasselbe passierte an diesem Tage im Rauchzimmer des Royal-HotelS. Es war auch vorher bewohnt, und wahrscheinlich wären auch eine Minute nachher Menschen darin gewesen, nur in dem Moment gerade war es leer. Von 6 bis 2 Uhr hätte man denken können, daß die Erde zu Lunte und Schießpulver zerfallen würde. Aber ach! Man gewöhnte sich so schnell an alle diese Dinge, daß uns ein Bombardement, wenn nicht Ziegelsteine von dem Dach herunterstürzen, wie ein Ei ohne Salz schmeckt. Ein anderer Tag: Morgens lange anhaltende Beschießung, nachmittags Regen — Ladysmith trüber denn je. In Himmels Namen, liebe Landsleute, erlöst uns oder wir sterben an Trübsinn . . ." für private Zwecke benutzt werden, und andererseits es den statistischen Stellen ermöglichen, Forderungen von Auskünften aus den Zählpapieren oder der Vorlegung von Haushaltungslisten, Zählkarten u. s. w., wie sie von Gerichts- und Verwaltungsbehörden nicht selten gestellt werden, unter Hinweis darauf abzuweisen. Ferner soll zum ersten- male der Versuch gemacht werden, die Zählung über die Landgrenzen des Reiches auszudehnen, und auch die auf deutschen Schiffen außerhalb befindlichen Personen mitzuzählen, sowohl die Bemannung, als die übrige SchiffS- bevölkerung. Endlich sind in die Reihe der zu beant- wortenden Fragen folgende neue ausgenommen worden: Arbeitsort in Verbindung mit dem Wohnorte, Muttersprache, Gebrechen (blind oder taubstumm). Auch die im Jahre 1895 nicht gestellte Frage nach der Religion ist wieder ausgenommen worden. ** Für Einjahrig-Freiwillige. Zur Erwirkung des einjährig - freiwilligen Berechtigungsscheines muß nach den neuesten Bestimmuugen die väterliche Einwilligung wie folgt lauten: „Ich gebe hiermit meine Einwilligung, daß mein Sohn N. N. seiner Militärpflicht seinerzeit als Einjährig Freiwilliger Genüge leistet. Zugleich erkläre ich, daß ich mich meinem Sohne gegenüber zur Tragung der Kosten des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung verpflichte, und daß, soweit die Kosten von der Militärverwaltung bestritten werden, ich mich dieser gegenüber für die Ersatzpflicht meines Sohnes als Selbstschuldner verbürge." Die Unterschrift, sowie die Fähigkeit des Vaters zur Bestreitung der Kosten ist obrigkeitlich zu bescheinigen. ** Forstfach. Mit Rücksicht auf den übergroßen, zu dem Bedarf des hessischen StaatSforstdienstes in keinem Verhältnis stehenden Zudrang zum Forstfach muß, tote eine Bekanntmachung des Ministeriums der Finanzen vom 29. Januar mitteilt, die Zahl der bei der Ministerial- abteilung für Forst- und Kameralverwaltung zum Acceß zuzulassenden Kandidaten des Forstfaches von jetzt ab beschränkt werden. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis gebracht, daß Vorbehalten bleibt, in jedem einzelnen Falle nach Prüfung des Gesuches die Zulassung zum Aceeß zu versagen. + Grüuberg, 12. Februar. Das von dem hiesigen Gesangverein gestern abend in der Turnhalle veranstaltete Konzert war sehr zahlreich besucht. Der ge- räumige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das sehr reichhaltige Programm bot viel Abwechslung, und die einzelnen Chöre, welche recht wirkungsvoll zu Gehör gebracht wurden, legten Zeugnis ab von dem regen Streben des Vereins und seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Länder. Auch der Humor kam zu seinem Rechte; die beiden humoristischen Stücke „die fidele Pfändung" und „das Spuckhaus" verfehlten ihre Wirkung auf die Lach- muökeln der Zuhörer nicht, und die beteiligten Sänger ernteten stürmischen Beifall, ebenso wurde das Singspiel „Des Försters Töchterlein" in vortrefflicher Weise zur Aufführung gebracht. Ein Tanzvergnügen bildete den Schluß der in jeder Hinsicht wohlgelungenen Abendunterhaltung. — Das von Herrn Bauunternehmer Winn zu Gießen neuerbaute Postgebäude wurde von den Herren Louis Moll und Karl Jöckel VI. hier käuflich erworben. Der Kaufpreis beträgt 38 000 Mk. Die Post bleibt nach wie vor Mieterin des Gebäudes, und die jährliche Miete beläuft sich auf 2400 Mk. — In einer vom Vorstand des Ortsgewerbevereins auf gestern nachmittag einberufenen Versammlung hielt Herr Rechtsanwalt Reh aus Alsfeld einen Vortrag über die für das Handwerk und die Gewerbetreibenden wichtigen Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches. § Ans ^em Ohmthal, 12. Februar. Das Eisen ist bekanntlich teurer geworden; deshalb sind auch die Eisensteine, die in den Bergwerken unseres Thales und unserer Seitenthäler gegraben werden, wohl im Preise gestiegen. Eisensteingruben, in der Gemarkung Ruppertenrod gelegen, die vor bereits 20 Jahren gegraben, aber nicht recht aus- gebeutet, dann aber wieder außer Betrieb gesetzt und zu- geworfen wurden/ sind jetzt wieder von einer Gesellschaft aufs neue in Angriff genommen worden und werden bebaut. Da man ganz ansehnliche Massen von Eisensteinen hierin zu Tage fördert, so zeigt es sich, daß die frühere Aufgabe des Betriebes dieser Gruben nicht an ihrer Ergiebigkeit, sondern an anderen Umständen gelegen haben muß. Im flotten Betrieb stehen auch zur Zeit die Eisensteinbergwerke zu Nieder-Ohmen, die durch ihre Drahtseilbahnen durch das Seenthal von Flensungen aus nach der Mücke zu ganz bedeutende Förderungen zeigen. Ebenso eifrig schafft das einer anderen Gesellschaft gehörige Eifensteinbergwerk im Jlsthal. Auf dem Bahnhof Mücke kommen infolge dessen sehr beträchtliche Mengen von Eisensteinen aus unseren Thälern zur Verfrachtung. Wenn die Eisensteinindustrie unserer Gegend dergestalt in Blüte steht, so ist leicht ersichtlich, daß den ländlichen Arbeitern hier ein beachtenswerter Winterverdienst geboten wird. Die besseren Löhne, welche durch die Bergwerksarbeit geschaffen wurden, ziehen naturgemäß die Arbeiter für diesen Zweig an, so daß für andere Zweige Arbeitermangel und dadurch Lohnerhöhung erfolgen mußte. So sind die Steinklopfer an den Straßen rar geworden trotz der höheren Löhne Auch für die Holzhauer im Walde hat man eine Lohnerhöhung eintreten lassen. Für die landwirtschaft- lichenArbeiter, insonderheit das Gesinde, find die L ö h n e bekanntlich ebenfalls sehr hoch geworden. ie. Wißmar, 12. Februar. Mit dem 1. April wird hierfelbst die vierte Lehrerstelle errichtet und ist Herr Krumm aus Neuwied mit der Versetzung dieser Stelle betraut worden. Außerdem wird auch die dritte Lehrerstelle mit dem 1. April neu besetzt werden. Herr Pfeiffer von hier ist nach Hundsbach, Kreis Meisenheim, versetzt und wurde an diese Stelle Herr Mergenthal aus Laimbach, Kreis Oberlahn, berufen. Vermischtes. * Essen, 10. Februar. Von Preistreibereien im Kohlenhandel berichtet die „Industrie": Bei dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat wurde entdeckt, daß eine Anzahl Angestellter in den Bureaus des Syndikats der Versuchung zur Spekulation, die in der gegenwärtigen Lage liegt, nicht hatten widerstehen können, und sich auf den Betrieb von Kohlengeschäften auf eigene Rechnung eingelassen hatten. Die Beteiligten wurden sofort entlaßen. * Sonneberg, 10. Februar. Seitens einer englischen Firma wurden bei der Porzellanfabrik Schneider- Erben in Gräfenthal 5000 Dutzend Porzellanfiguren bestellt, verwundete Engländer mit verbundenem Kopf darstellend. Die Idee ist die: hoch aufgerichtet, fest und mutig steht der Engländer im Kampfe, das Gewehr im Arm, zum Anschläge bereit, trotz der Wunden. Der Tropenhelm liegt am Boden. — In nächster Zeit soll auch ein englischer Marinesoldat, neben seinem Geschütz stehend und auf den Feind zeigend, angefertigt werden. " Jena, 11. Februar. Hier zirkuliert in studentischen Kreisen augenblicklich folgende scherzhafte Rechenaufgabe: WaS geben zusammen: 4 Schutzleute, 2 Hasen, ein Kreuzfeuer der Buren, 3 Sozialdemokraten, ein Zahnarzt und endlich die beiden Generäle Roberts und Kitchener? Antwort: drei. Beweis: Ein Schutzmann gibt Acht, 4 Schutzleute geben 32, die 2 Hasen werden abgezogen (32 — 2) — 30, das Kreuzfeuer der Buren dezimiert (’/r30) = 27, die 3 Sozialdemokraten teilen (i/8-27) — 9, der Zahnarzt zieht die Wurzel (Wurzel aus 9) — 3, die Generäle Roberts und Kitchener können der Sache keine andere Wendung mehr geben bleibt 3. * Berlin, 12. Februar. Die Nummer 8 des hier erscheinenden „Kleinen Witzblattes" wurde heute früh von der Polizei, wie es heißt, wegen darin enthaltener anstößiger Illustrationen beschlagnahmt. — Seine Frau aus Eisersuchtmitdem Beilzu erschla gen versucht hat heute (Montag) mittag 1 Uhr der Post-Unterbeamte Neumann, Oderbergerstraße 60, Hof eine Treppe wohnhaft. Das Ehepaar lebte in stetem Unfrieden, zu welchem nach der Behauptung des Mannes eheliche Untreue der 43 Jahre alten Frau Veranlassung gegeben haben soll. Von der Unfallstation in der Schönhauser Allee 31 eilten drei Aerzte der Frau zu. Hilfe, welcher der Schädel gespalten war, sodaß die Gehrrnmasse heraustrat. Sterbend wurde die Frau nach Anlegung eines Verbandes in das Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert. TOetn träutmDetn Ist tebi e«£tanmlttel: feine »eftanbtelle flnb- TOaIaoa»Mn tßetnfprtt 100,0, 6lyterta 100/), Rotwein 240,0, Ebeieschensast z-,y g JtltfcbfaH 320.0 Manna 30,0, Fenchel, ■■!!, Helenenwurzel, amerit. XraiwutJ SnwunH » wurjel «• 10,0. Dies. Bestandteil« mische man! ' * ' *nitanBUIM Mit , färbt Jedermann selbst in einfachster, billigster Weise |llj| aaaa || in nur modernen Farben (pro Glas 30 Pfg.) Mi ein altes Kleid wie neu! Man verlange ausdrücklich ME MRRD „Itsem" in Gläsern! Zu haben bei 455 ”W. Kilbinger, Löwen-Drogerie. 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Man sollte also nicht säum«, seine Anwendung ander« scharf«, ätzend«. Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerz««. Lluf- stohen, Sodbrennen, vlächungen, Nebelteit mit Erbrechen, ble bei chrosUfchen ^veralteten) Magenleiden um so heftiger aufhelen, werden oft nach einigen Mal Trinken deseittgi. Hawaiittrt und deren unangenehme Folg«, wie Betlemmung, snuyivetpopjung Aolttschmerze«, Herzt,opsen, Echla, loNat.it, sowie Blulanstauung« in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorrhoidalleiden) werben burch Sröuierweiu rasch unb gelind beseitigt, lkräuterwein behebt ttnner« daulichkeit, verleiht bem Berdauungssysiem einen Aufschwung unb entfernt burch einen leicht« Stuhl untaugliche Stoffe nu« dem Mag« und den Gedärmen. Kageres, ökeiches Aussehen, ZSknt- mangek, Entkräftung üäää; w 7 ” I ö unb eines trankhaften Zustande» ber 2eber. Bei gänzlicher «ppetitlofigteit unter nervöser vbfpannnng und mütstbverfUmmung, sowie häufigen «opfschmerzen, schlaflosen Nächten, stoch« ost solche Jtrante langsam dahin. xränterroehi giebt der geschwächten Lebenethrft ein« frisch« Impuls AMP* Kräuterwein steigert den Appetit, befördert Berdouung und Ernährung, regt den Stoffwechsel krästig uw, beschleunigt unb verbessert bk Btntdtldung, beruhigt ble erregt« «erneu unb schafft dem /kranken neue Oeben-luft. 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