150. Jahrgang Mittwoch den 14 November 1900 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Hmerat-AnMer Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren. qn a k » sowie v. Bechtold. 4 Namen der Gemeinden •Q L K v. Bechtold. £ s ~ Alle Anzeigen-LermittluagSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, ZeilenprciS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. 5? « RedaNisn, Expedition und Druckerei: Kch»tstraß- Ar. 7. Gießen, den 12. November 1900. Betr.: Die Viehzählung am 1. Dezember 1900. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Wir bringen die Erledigung unseres Ausschreibens vom 25. Oktober l. I. in Nr. 253 des Kreisblattes mit Frist von drei Tagen in Erinnerung. v. Bechtold. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Blätter für hesiische Volkskunde. Uezugspreis Vierteljährl. Mk. 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstelle« vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. .mit Bestellgeld. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze*. Fernsprecher Nr. 51. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. Gießen, 9. November 1900, Betr.: Unterrichtszeit in der Fortbildungsschule. Die an die Schulvorstände des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom r. November 1900 (Gießener Anzeiger Nr. 258) noch nicht «achgekommen sind, werden an deren sofortige Erledigung «innert. »c, • Noßes tfl Hl) 1Itn 1 ^fältel«»" * Dt'«'" „.ui«'. unb teW*?®!, !, Hl.i , Aotzh. Kreis-Schulcommission Gießen glichet lr franz. “ empfohlen Ton in, , ,A ‘««‘•»qSuI T0rr8ti< bei 21, Markt 2 sang geschlagen war, und nachher bei Hangtsun Selbstmord begangen hatte, traf uns das Schicksal am 8. desselben Monats mit noch stärkeren Keulenschlägen. An diesem Tage wurde Lipingheng bei Hoshiwu von seinen Untergenerälen Tschang und Tscheng im Stiche gelassen, worauf auch dieser tüchtige Heerführer, enttäuscht und verzweifelt, Selbstmord beging, indem er sich vergiftete. So kam es, daß die fremden Truppen ungehindert zum Angriff auf Tungtfchou anrücken konnten. Als die Majestäten endlich eingesehen hatten, daß ihre Generäle und Truppen absolut unzuverlässig! waren, wurde den Mitgliedern des Hofes am 10. August befohlen, sich zur Flucht bereit zu halten. Leider war es jedoch unmöglich passende Transportmittel, wie Kutschen und andere Wagen, aufzutreiben, sodaß sich die Abreise der Majestäten verzögerte. Am Abend des 13. August drang der Donner einer fürchterlichen Kanonade bis nach meinem versteckten Hause in Shichautung; jeden Augenblick schien das Gefecht näher zu kommen und bald glich das Prasseln der Geschosse dem Geräusche, das ein heftiger Regen, macht. Am Nachmittage jenes Tages schienen die Kugeln des Feindes über unsere Köpfe wegzufliegen. Am Morgen des 14. nahm die Kanonade nod) an Heftigkeit zu. An diesem Tage wurde ich fünfmal zu den Majestäten, der Kaiserin sowohl als dem Kaiser, beschieden, das letztemal um 10 Uhr abends. Um diese Zeit waren anwesend Kangyi und Tschaotschi- tschiao. Die Kaiserin sagte im Tone tiefster Trauer: „Du Kangyi, Tfchaotschitschiao und Wangwentschao sollt mit uns nach dem Westen gehen". Dann wandte sie sich zu mir im besonderen und bemerkte: „Mit tiefem Bedauern sehe ich, daß Tu so alt bist, Du wirst schwer auf dieser Reise voller Strapazen zu leiden Haber.. Deshalb mögest Tu noch in der Staot verweilen, bis wir den schwierigsten Weg hinter uns haben". Um 6 Uhr morgens (am 16.) brach ich durch das Sichithor auf und fand mich bald in der Mitte zahlloser Flüchtlinge, die alle meines Weges zogen. Es war mir im letzten Augenblick gelungen, doch noch eine Karre zu mieten. Tiefe wurde, kaum wenige Stunden unterwegs, von marodierenden kaiserlichen Truppen ausgeplündert; auch die Pferde nahm man mir weg. Alle Restaurants und Läden entlang des Weges waren geschlossen, sodaß wir, ohne etwas genossen zu haben, einen 60Li weiten Weg zurücklegen mußten, ehe wir Herberge fanden. Am 18. erreichten wir Hwailaihsien, wo ich die Majestäten zu treffen hoffte. Ter Kaiser und die Kaiserin waren in der That tags vorher eingetroffen. Tie Begleitung der Reisegesellschaft glich jedoch mehr einer Räuberbande als Soldaten der Armee des Sohnes des Himmels. Räubernd zogen sie vor, neben und hinter der engern kaiserlichen Reisegesellschaft her. In Kwanshi verließen der Kaiser und die Kaiserin die Karren, in denen sie bisher gereist waren und bestiegen Kamelstühle, welche die Verwaltung der Kwangjuställe unentgeltlich geliefert hatte. Der Kaiser befand sich mit Prinz Pulun (von der 4. Klasse) in einem Stuhle. Die Kaiserin teilte den ihrigen mit dem Thronerben. Tie übrige Reisegesellschaft mußte den Weg zu Fuß oder zu Pferde machen. Sowohl die Kaiserin-Witwe, als der Kaiser waren in äußerst einfache Gewänder gekleidet; sie trug ein hellblaues leinenes Sommerkleid und eine Frisur, die in ihrer Bescheidenheit stark von dem gewöhnlichen Kopfschmuck ihrer Majestät abstach. Der Kaiser war in einen Anzug von schwarzer Seide gekleidet. All ihr Gepäck war bei der hastigen Flucht zurückgeblieben oder unterwegs geraubt worden. Seit der Hof den Palast verlassen, hatten die Mitglieder desselben keine Betten mehr gesehen. Ihre Speise bestand in Reis, Reis und nochmals Reis. Erst als wir in Hueilan und Shienhua anlangten, verbesserten sich unsere Verhältnisse. Die Beamten kämen uns auf dem Wege entgegen und brachten der Kaiserin-Witwe und dem Kaiser ihre .Huldigungen dar, und sorgten in jeder Weise, so gut sie es konnten, für den Komfort der hohen Reisegesellschaft. Weder die kaiserlichen Konkubinen noch die Eunuchen hatten uns anfangs begleitet; sie waren in der Stadt zurückgeblieben, aber später gesellten sich uns einige zu. Prinz Li Mngtu und der Tschichas waren gleichfalls zurückgeblieben, aber Prinz Tuan, Prinz Tsching, Prinz Na, Prinz Sü, der vierte Prinz Puhing und Mhsu, sowie andere Prinzen geringeren Grades befanden sich im Gefolge ihrer Majestäten; so auch die Mandarine Kangyi, Tschaotschitschiao, Wutingfen und Wengwenchao (der Schreiber), Prinz Pusching, der Thronerbe, und zwölf andere hohe Hofbeamte. Etwa 1000 Mann, die aus der Pekinger Feldarmee, Prinz Tuans Tigertruppen und General Mayukungs Truppen, ausgewählt waren, bildete die Garde der kaiserlichen Reisegesellschaft. Am 21. trafen wir in Shenhuafu ein, wo eine dreitägige Rast gehalten wurde. Heute (am 23.) geht die Reise: nach Tatungfu in Schaust weiter Hm das Mittherbstfest (8. September) dürften wir Taiyuenfu erreichen. Verzeichnis der Gemeinden des Kreises Gießen, die der Haftpflicht Versicherung beigetreten sind. ’S N-L öc Amtlicher Feil. Gießen, den 8. November 1900. Betr.: HaftpflichtVerficherung der Gemeinden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Gemeinden Allendorf a. d. Lahn n. f. in. (wie das Verzeichnis). Nachdem sich auf unser Ausschreiben vom 3. August 1900 alle beteiligten Gemeindevorstände außer Großen- Buseck und Garbenteich für sofortige Zahlung der Prämien für die ganze 10jährige Vertragsdauer erklärt haben, um den Vorteil von 2»/, Freijahren zu erlangen, teilen wir Ihnen nachstehend ein Verzeichnis des von den einzelnen Gemeinden noch zu zahlenden Betrages mit. Sie wollen alsbald dem Gemeinderechner Anweisung zur Auszahlung an die Kreiskasse geben. Bei allen Gemeinden ist die Prämie fürs erste Jahr bereits bezahlt, ausgenommen bei Annerod, Hausen, Lollar, Ruttershausen, Treis a. d. Lda., Trohe, sodaß diese den vollen Betrag in der 1. Spalte des Verzeichnisses zu zahlen haben. Politische Tagesschau. Mit der Sozialpolitik des deutschen Reiches beschäftigte sich der Tübinger Professor und Hniversitäts- kanzler Dr. v. Schönberg in einer Rede, die er bei der jüngsten akademischen Preisverteilung hielt. Was auf den Gebieten des Arbeiterschutzes und der Arbeiterversicherung erreicht worden sei, gehöre zu den größten Errungenschaften des Reiches. In welcher großartigen Weise die Arbeiterversicherung fortgeschritten ist, zeigte der Redner durch folgende Angaben: die Krankenversicherung, deren Beiträge bekanntlich zu zwei Dritteln von den Arbeitern, zu einem Drittel von den Arbeitgebern bezahlt werden müssen, hat von 1885 bis 1900 etwa 1500 Millionen Mark, die Hnfallversicherung, deren Kosten von den Arbeitgebern allein aufgebracht werden müssen, 17 000 000 Mark an Entschädigung ausbezahlt, die Jnvaliditäts- und Altersversicherung seit ihrem Bestehen 500 000 000 Mk., wovon je 126 Millionen durch die Arbeiter und die Arbeitgeber, der Rest durch den Staat getragen wurden. Insgesamt haben die Arbeiter bis jetzt rund 750 Millionen Mark mehr an Entschädigungen herausbeikvm.^n, -als sie Beiträge gezahlt haben. Daraus ergebe sich, so schloß Professor v. Schönberg, daß die arbeitenden Klassen mehr als' irgend ein anderer Stand Ursache haben, für die Entstehung des deutschen Reiches dankbar zu sein. Ein hübscher Beitrag zur Geschichte des Kampfes gegen die Lex Heinze wurde beim Festmahl des Goethebundes in Weimar am Sonntag von dem württembergischen Rechtsanwalt Dr. Elsaß mitmitgeteilt. Ein Schutzmann entdeckt in dem Schaufenster eines Kunsthändlers Lucas Cranachs „Adam und. Eva" und ersucht ihn, dieses unzüchtige Bild zu entfernen. Der Kunsthändler weigert sich, sagt, daß es sich um ein klassisches Werk handle, und giebt anheim, die vorgesetzte Behörde zu befragen. ' Das geschieht, und der hohe Vorgesetzte entscheidet: „Ach was, Cranach, Adam und Eva, es ist halt a Schweinerei!" Hnd das Bild mußte entfernt werden. Bald darauf stehen in demselben Schaufenster zwei sehr nackte, sehr moderne Nixen, die eine grau, die andere grün, beide ohne künstlerischen Wert. Wieder betrachtet der Schutzmann die Bilder, wieder geht er zum Vorgesetzten, und es erfolgt die salomonische Entscheidung: „Nixen? Dann ist es klassisch! Klassisches kann im Fenster bleiben." In weiteren Kreisen verdient auch bekannt zu werden, was in Düsseldorf geschehen ist. Der Vertreter des Düsseldorfer Goethe-Bundes trug in Weimar aus seinem Aufruf vor, daß dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen das Mißgeschick passierte, durch seine Nietenblätter in gewissen Kreisen den heftigsten Anstoß zu erregen: „Infolge der Wahl des Bildes von L. Knaus „Das widerspenstige Modell" als Kunstblatt zur Verteilung an die Mitglieder meldeten in entrüstetem Protest gegen die unzulängliche Bekleidung des kleinen Knaben zahlreicheMitgliederihren Austritt aus dem Kun st verein an, und um nicht unter so fatalen Hmständen sein Bestehen ernstlich in Frage zu stellen, mußte der Verwaltungsrat sich entschließen, das schon fertiggestellte Blatt „Frücht e- k r a n z" v o n R u b e n s zurückzustellen, da ja auf ihm sogar mehrere Knaben vollständig unbekleidet sichtbar waren und somit jedenfalls in noch erhöhtem Maße das keusche Auge der Tugendwächter gröblich verletzten. Aus dem gleichen Grunde verfielen verschiedene Nachbildungen nach Raphaels und Holbeins Madonnen einer ähnlichen Abweisung, weil auch sie in Gesellschaft eines vollständig unbekleideten Knäbleins sich blicken ließen. Erst kürzlich sollte eine Düsseldorfer Kunsthandlung durch Denunziation dazu gezwungen werden, aus ihrem Schaufenster eine Nachbildung von Böck lins Meisterwerk „Ein Spiel der Wellen" iuegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu entfernen. DMvlstrch 4.' MW, 267 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Pamilienvkätter Werden dem Anzeiger tat Wechsel mit „Hess. Landwirt- e. „Blätter Dr Hess. Volkskunde- » ichtl. 4 mal beigelegt. »Wki Mti 10 ttflj 35 Pfttttr M-M chxeine: V5. iingetrotie -diuemsPik sm/ck-Herich hanCaMr, . Oel-SarM! 5. Wallenfei M M Mk. Pfg. Mk. Pfg. Mk. Pfg. 1 Allendorf a. Lahn 30 — 4 — 26 — ! Allendorf a. Lda. 54 90 7 32 47 58 1 Alten Buseck 59 85 7 98 51 87 4 Annerod 24 90 3 32 21 58 5 Bellersheim 30 — 4 — 26 — 6 Bettenhausen 19 95 2 66 17 29 7 Beuern 49 87 6 65 43 22 8 Daubringen 34 88 4 65 30 23 9 Dorf Gill 19 95 2 66 17 29 10 Eberstadt (ohne ArnSburg) 24 90 3 32 21 58 11 Geilshausen 24 90 3 32 21 58 12 Göbelnrod 9 97 1 33 8 64 13 Grüningen 34 88 4 65 30 23 14 Hausen 19 95 2 66 17 29 15 Hungen 69 75 9 30 60 45 16 KleimLinden f-4 87 8 65 56 22 17 Lang'Göns 74 78 9 97 64 81 13 Langsdorf 45 — 6 — 39 — 19 Lauter 19 95 2 66 17 29 20 Leihgestern 59 85 7 98 51 87 21 Lich 119 70 15 96 103 74 22 Lollar 74 77 9 97 64 80 23 Londorf 39 90 5 32 34 58 24 Muschenheim 30 — 4 — 26 — 25 Obbornhofen 30 — 4 — 26 — 2t Ober Hörgern 15 — 2 — 13 — 27 Queckborn 30 — 4 — 26 — 28 Rödgen 24 90 3 32 21 58 29 Ruttershausen mit Kirchberg 19 95 2 66 17 29 39 Saasen mit Bollbach, BeitSberg und Wirberg 24 90 3 32 21 58 Bl Stangenrod 15 — 2 — 13 — 83 Staufenberg 30 — 4 — . 26 — 83 Steinbach 49 87 6 65 43 22 34 Stockhausen 5 03 — 67 4 36 15 Trais a. Lda. 54 90 7 32 47 58 36 Trohe 9 98 1 33 8 65 37 Billingen 45 — 6 — 39 — 88 Watzenborn-Steinberg 79 80 10 64 69 16 Nach Meldungen Eingeborener aus Hankau, wurden fttoei Telegraphenbeamte in Singanfu auf Befehl oer Kaiserin-Regentin geköpft, weil sie ein geheimes Telegramm des Kaisers Kwangsü an den Grafen Waldersee zur Beförderung annahmen, worin der chinesische Kaiser dem Ober-Kommandierenden mitteilt, er werde gefangen gehalten und sei daher außer stände, nach Peking zu kommen, obwohl er es gern thun würde. Im Zusammenhänge mit dieser Angelegenheit fanden noch weitere Hinrichtungen statt. Aus Shanghai wird gemeldet: Eingeborene Beamte erhielten Depeschen mit der Meldung, daß die verbündeten Streitkräfte auf Honau zu marschieren, um dem ch i n e s i s ch e n H o f e d i e L e b e n s m i t t e l z u f u h r a b z u s ch n e i d e n. Verschiedene Provinzialstreitkräfte er- bietten den Befehl, nach Honau abzugehen, um die Provinz zu schützen — Nach einer Depesche aus Tschengtu hat die Kaiserin-Witwe 15 Eunuchen köpfen lassen, die dem Kaiser z-ur Flucht nach Peking verhelfen wollten. Telegramme deS Siebener Anzeigers. Loudon, 13. November. „Morning Post" meldet die Friedensverhandlungen in Peking seien soweit be. endet. Deutschland habe seine Forderung durchgesttzt wonach eine chinesische Gesandtschaft nach Berlin geschickt wird, um Kaiser Wilhelm daS Bedauern der Der deutsche Flottenverein verbreitet folgende Nachrichten: Tientsin, 10. November. Die Russen haben das .Arsenal nordöstlich von Yangtsin mit Beschlag belegt; nach kurzem Kampfe, in dem auch die Chinesen nur geringe Verluste erlitten, wurden große Bestände an Waffen, Geschützen und auch an barem Geld er- b e u t e t. — Die Bahn nach Peking wird in kürzester Zeit dem Betrieb wieder übergeben werden. Morgen findet die Uebergabe der neuen Fahnen an die deutschen Trup- Pen-Kontingente statt. * * * Graf Walder see meldet vom 8. November: Major Graham ist mit zwei Kompagnien des 1. Oftas. Jnf.- Reg., zwei Eskadrons und zwei Batterien von T i e n t s i n über T s ch u n g s i e n und Hsianghohsien, 55 bezw. 70 Kilometer nördlich von Tientsin auf dem linken Peiho- ufer, wo ein leichter Zusammen st oß mit berittenen Boxern stattfand, in Tungpa, 12 Kilometer östlich von Peking und Sunto, 14 Kilometer nordöstlich von Peking eingetroffen. Die russischen Truppen hatten nördlich vvn Schanhaikivan ein glückliches Gefecht gegen 6000 Boxer unter einem Verlust von 11 Toten und 61 Verwundeten. — Graf Waldersee meldet weiter unter dem 9. November: Die englische Kolonne von Paotingfu unter General Richardson ist über Jungtsching, Jungtsing und Langfang nach Peking, die unter General Campbell über Jounkin und Woenngan nach Tientsin zurückgekehrt. General Campbell zerstörte mehrere Boxerlager. Ueber Unternehmungen, die deutschen und italienischen Truppen zugewiesen waren, wird gemeldet, daß am 12. November eine Expedition, bestehend aus 6 0 0 D e u t s ch e n, 600 Italienern, sowie italienischen Marinesoldaten und Artillerie, unter dem Befehl des Oberstleutnant Salsa nach Kalaan, 190 Kilometer nordwestlich von Peking an der äußern großen Mauer auf- breche. Der Zweck des Zuges ist, den militärischen Einfluß der Verbündeten in jenem Bezirk zu sichern. Die Kalte macht sich bereits stark fühlbar. (Kalgan oder Tschangkiakou ist ein bedeutender Stapelplatz für den Handel über Kiachta. .Es hat ein Mongolen- und ein Chinesenviertel, beide sind befestigt. Die Stärke der Abteilung scheint für eine so weit ausholende Bewegung ettvas gering bemessen zu sein, falls nicht noch andere Kolonnen auf anderen Wegen auf dasselbe Ziel in Marsch gesetzt worden sind.) - Admiral Candiani verläßt Peking und kehrt nach Taku zurück. Einige französische Blätter erheben im Anschluß an das ^kürzlich'veröffentlichte f r a n z ö s i s ch e G e l b b u ch den Vorwurf gegen die d eu tsche Dip lo m ati e, daß vlese sich gegenüber den von französischer Seite zu Beginn des Frühlings angeregten Vorsichtsmaßnahmen anläßlich der Gahrung in China ablehnend verhalten und besonders den Vorschlag betreffs einer Kollektiv-Flottendemonstration vor Taku ignoriert habe. Wie die „Post" hierzu bemerkt, ist dieser Vorwurf durchaus unbegründet; denn ^^nsuchen des damaligen Leiters des Auswärtigen Amt;-' i|t bereits am 9. April deutscherseits der Befehl ergangen, das Kanonenboot „Iltis" nach dem Golfe von Petichlli zu enisenden, um dort an einer Kollektiv-Flotten- demonstration teilzunehmen. Wenn ferner darauf hin- gewlesen wird, daß.Graf Bülow anfangs April dem französischen Botschafter erklärt habe, die Unruhen in Schan- lung seien ohne Bedeutung und wären bereits unterdrückt, so hat sich, wie die „Post" weiter ausführt, in der Folgezeit ergeben, daß.Graf v. Bülow vollkommen Recht hatte; denn bis heute ist es in der Provinz Schantung nur zu ganz belanglosen Ruhestörungen gekommen, die nirgends einen ernsteren Charakter annahmen. Vikar in Peking, Bischof Favier, Tn ?om wartet. Zum Bericht über die NnÄI-Ä Wirren hat ihn der Vatiean berufen. Nach ^wrs mit dem Kardinal-Staatssekretär ÄJf Vatican die von China zu verlanaen- Reaierun^P^.k?^'^b n feststellen und die französische beauftragen, ine Forderungen zu unterbreiten I Äonen «Ä r' ^"Mischen Regierimg auf die Nch dem französischen die M°'e in"!'nÄrWeSeite daß wesEchen1 "auf * die E°?s Tn^aVn an ’T® "" Jn^whLeM hingen, eine Entscheiduna im K-perersvurg ae- herbeizuführen. Dazu sagt die Pall ängstlichen ¥effimiU, bie bei*«Hem passrert, Großbritannien von den Russ^übertrnmw? Klüfft sL Über Mefe§ beledigende Ereigni/ziemÄ chinesischen Regierung und des Hofes über die Ermordung des deutschen Gesandten auszudrücken. Außerdem habe die chinesische Regierung ein Monument zum Andenken an den Ermordeten an der Stelle, wo der Mord geschah, zu errichten. London, 13. November. „Dailh Mail" meldet auS Tientsin: Die russischen Offiziere in Tientsin weigern sich, den Befehlen des Grafen Waldersee nachzukommen. London, 13. November. „Morning Leader" meldet auS New-Jork, die amerikanische Regierung widersetze sich gewissen von den Mächten beschlossenen Maßregeln gegenüber China. Der amerikanische Gesandte, Conger, teilte mit, daß die Hinrichtung von chinesischen Prinzen nicht verlangt werden könne. In hiesigen politischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß die Lage für die Vereinigten Staaten sehr heikel geworden ist. Staatssekretär Hay habe mehrere Berichte über die Meinungsverschiedenheiten, die zwischen Conger und den Vertretern der anderen Großmächte auS- gebrochen sind, erhalten. Brüffel, 13. November. Von der Thatsache einer B e- schagnahme eines Gebiets streifens amPeiho in Tientsin durch den belgischen Konsul daselbst wegen Errichtung eines belgischen Viertels in Tientsin ist der hiesigen Regierung nicht das geringste bekannt. Dieselbe erfuhr erst durch deutsche Blätter von der Sache, und auf eine Anfrage erklärte das Auswärtige Amt, daß der Konsul nicht nur nichts über eine solche Beschlagnahme berichtet habe, wozu er doch unverzüglich verpflichtet gewesen wäre, sondern daß auch zu einem solchen Schritt jenem die Erlaubnis und Machtvollkommenheit fehle. Brüffel, 13. November. Trotzdem im Auswärtigen Amt von einer englischen Gebiets-Annexion in Tientsin durch den belgischen Konsul nichts bekannt ist, zweifelt man nicht daran, daß die Meldung sich bestätigen wird, und daß König Leopold die Trie.b- feder in dieser Angelegenheit ist. Daß das Auswärtige Amt nichts von der Sache weiß, ist nicht besonders auffällig, da der König bei ähnlichen Angelegenheiten den Minister des Aeußern erst nach geschehener That benachrichtigte. Berlin, 13. November. Ein Telegramm des Deutschen Flotten-Vereins aus Shanghai vom 12. meldet: Die politischen Verhältnisse im Aangtsethale liegen zurzeit sehr wenig günstig. Die Vizekönige beraten, welche Maßnahmen zu treffen sind, wenn Singanfu in Gefahr kommt, abgeschnitten zu werden. Ernstlicher Widerstand dürste zu erwarten sein, wenn der Vormarsch gut von Statten geht. Jedoch will man die günstigere Jahreszeit des Winters abwarten. Besonders in Nanking ist die Lage äußerst kritisch. Die bisher hier ankernden französischen Kriegsschiffe sind bereits am Sonntag abgegangen. Deutsches Reich. B e r l i n, 12. November. Der Kaiser empfing heute im Neuen Palais den Ches des Zivilkabinetts v. Lucanus und um 11 Uhr den Staatssekretär des Reichsmarineamts v. Tirpitz zum Vortrag. — Der Kaiser wird sicherem Vernehmen nach am 20. November abermals nach H o m b u r g v. d. H. kommen und bis zum 22. dort verweilen. — Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist andauernd gut. Am Samstag mittag trafen Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nebst Kindern zum Besuch auf Schloß Friedrichshof ein und fuhren gestern abend wieder nach Frankfurt zurück. Zum Geburtstag der Kaiserin Friedrich am 21. November wird wieder größerer Familienbesuch auf Schloß Friedrichshof erwartet. Fürst zu Hohenlohe- Schillingsfürst hat heute auf längere Zeit Berlin verlassen. — Zur Verabschiedung hatten sich auf dem Anhalter Bahnhof der Reichskanzler Graf Bülow, Staatssekretär Frhr. v. R i ch t h o f e ii und andere eingefunden. Fürst Hohenlohe begiebt sich nach Schloß Schillingsfürst in Mittelfranken. — Polizeidirektor v. M e er sch ei d t-Hüllessem ist infolge der durch den St e r n b e r g-P r o z e ß gehabten Aufregung erkrankt und muß das Bett hüten. Die behandelnden Aerzte 'haben einen schweren Nervenchoe fest- gestellt. — Der Prozeß Sternberg und die Enthüllungen über die Berliner Kriminalpolizei veranlassen den kon- ervativen „Reichsboten" zu folgender Bemerkung: „Vor allem.sollte aufs strengste auf die sittliche Integrität und Festigkeit der Beamten gehalten und in der Aufsicht die größte Sorgfalt gehandhabt werden. Deshalb haben wir die vielen Begnadigungen von Polizeibeamten, die sich Ungehörigkeiten dem Publikum gegenüber hatten zu schulden kommen lassen, bedauert; denn wenn der Beamte erst die Ueberzeugung gewinnt, daß ihm nichts geschieht, dann ist er in Gefahr, sich gehen zu lassen, und die Selbstzucht beiseite zu setzen". — Der Staatssekretär des Innern Graf Posa- dowsky hat bereits im Reichstag auf das Erscheinen einer Novelle gegen das Ausverkaufs-Unwesen hingewiesen. Neuerdings wird nun offiziös erklärt, daß Die Vorarbeiten zu dieser Novelle als abge- chlossen gelten können und daß eine Reihe von Handelskammern und Detaillistenvereinigungen sich für energische Maßnahmen gegen jenes Unwesen ausgesprochen habe. — — Der Kultusminister Dr. ©tu b t hatte bei der Anwesenheit des Kardinals Kopp am Samstag abend ein größeres Diner veranstaltet, zu dem u. a. die Minister des Innern und der Finanzen erschienen waren. Vor dem Diner hatte Dr. Kopp eine längere Besprechung mit dem Grafen Bülow, der gestern den Besuch des Kardinals erwiderte. — Der „.Krenzztg." zufolge ist dem Bundesrat letzt auch der Etat für das AuswärtigeAmt auf oas Rechnungsjahr 1901 zugegangen. Ferner soll dem Bundesrat jetzt auch der Etat für das Br eufiif At Militärkontingent vorliegen. — Aus Anlaß des gestrigen Geburtstages des Königs von Italien stattete der Reichskanzler Gral Bülow dem italienischen Botschafter Grafen Lanza der auch verschiedene Diplomaten empfing, einen Besuch ad' — Wie aus Rom gemeldet wird, hat der Papst dem Abg. Dr. Lieber den Piusorden mit dem Stern verliehen. Dr. Lieber ist bereits nach der Heimat ab- gereist. — Ueber die erweiterte Kanalvorlage haben nach Meldungen verschiedener Blätter in der letzten Zeit Beratungen im Ministerium der Öffentlichen Arbeiten unter Beteiligung von Kommissaren des Handels-, Finanz- und Landwirtschafts-Ministeriums, stattgefunden. Da die Beratungen vor einigen Tagen zum Abschluß gelangt seien, solle die Vorlage demnächst an das Staatsministerium gehen. — Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei nahm zwei Resolutionen an. Düe erste billigt die Chinapolitik und mißbilligt den Verstoß gegen die konstitutionellen Rücksichten, der in der Nichtberufung des Reichstag s liege. Die zweite tritt für die Integrität des Beamtentums ein und verurteilt in der 12 000 Mark-Angelegenheit die Jnanipruche eines Jnteressenverbandes durch das Reichsamt des Innern. Am Abend waren die Parteigenossen zu einem Festmahl versammelt. An Bennigsen wurde ein Telegramm gesandt. — Der erste deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag findet vom 15. bis 17. November zu Berlin statt. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Die Aufgaben der Handwerkskammern auf dem Gebiete des Lehrlingswesens, Gesellenprüfungsordnung, bezüglich der Meisterprüfung und bezüglich der Bestellung von Beauftragten; 2. Aufbringung der Kosten der Handwerkskammern; 3. Organisation der Handwerks- und Gewerbekammern sowie Regelung des gegenseitigen Verkehrs zwischen den einzelnen Kammern; 4. das Fort- bildungs- und Fachschulwesen; 5. Genossen- nossenschaftswesen im Handwerk; 6. Submissionswesen; 7. die Bedeutung der Handelsverträge für das deutsch Handwerk; 8. der Befähigungsnachweis; 9. Wahlbeteiligung von Nichthandwerkern in den Gewerbevereinen; 10. Zugehörigkeit der Großbetriebe zu den Zwangsinnungen; 11. die Eintragung von Handwerkern in das Handelsregister; 12. Abänderung des § 100 t der Reichsgewerbeordnung; 13. die kgl. preußische Ministerialverfügung betr. den Ausschluß von Handwerkskammermitgliedern, deren Innung aufgelöst ist, oder die aus ihrer Innung ausgetreten sind; 14. Wahl des Vorortes und Bestimmung des nächsten Versammlungsortes. — Die Klagen .über Mangel an Volks schul - lehrern in Preußen mehren sich in bedenklicher Weise. So wird aus Lauban geschrieben: In Ober-Geibs- dorf haben die Schulkinder seit Ende September noch Ferien. Die H a l b t a g s s ch u l e ist einfach geschlossen, weil kein Lehrer vorhanden ist. Der Patron der Schule, der Magistrat von Lauban, hat in diesen Tagen die freie Stelle zum zweiten Male öffentlich ausgeschrieben. Voraussichtlich werden sich auch jetzt noch keine Bewerber finden, denn wie soll ein Lehrer mit 800 Mk. Jahresgehalt, das er bis zu seinem 25. Lebensjahre bezieht, in unserer teuren Jndustriegegend auch nur einigermaßen ans- kommen? Hamburg, 12. November. Der aus dem Prozeß Tausch bekannte Journalist S e cf er t wurde hier verhaftet. Leipzig, 12. November. Der Rechtsanwalt Dr. Car t Liebknecht aus Berlin gab in einer am Sonntag veranstalteten sozialdemokratischen Volksver- sa^imlung sein Debüt als Nachkomme seines Vaters. Das Thema, über das er sprach, lautete: Die Weltmacht- und die Sozialpolitik von oben". Ausland. Paris, 12. November. Die Gebäude der Weltausstellung wurden heute nachmittag endgiltig geschlossen. Abends wohnte noch eine zahlreiche Menschen- menge im Ausstellungsgebäude der letztmaligen Beleuchtung >es Wasserschlosses bei. — In der heutigen Kammersitzung wurde ein Antrag angenommen, in dem allen Personen, die an dem Zustandekommen der Ausstellung teilgenommen haben, für ihre Mitwirkung gedankt wird. — Der Bericht deS Berichterstatters für daS Marinebudget für 1901 Fleury sieht eine Ausgabe von 327 600 000 FrkS. vor; das sind gegen das Vorjahr 15 Millionen mehr. Deputierter Berton brachte einen Gesetzentwurf ein, der die Eisenlahn-Gesellschaften verpflichten soll, für jeden Todesfall »urch Eisenbahnunfälle ohne Unterschied Franks 200,000 Schadenersatz zu leisten. — Die Regierung verfügte die strengste Ueber- wachung aller auS Spanien kommenden politischen Flüchtlinge und wieS die Grenzbehörden an, keine kar- istischen Versammlungen auf französischem Gebiet zu dulden. Prag, 12. November. Gegen den Herausgeber des antisemitischen „CeSpe Ajzajune", Josef Huschec, der n einem Prozeß wiederholt Konflikte mit dem die Ber- andlung führenden Präsidenten hatte, wurde das subjektive Strafverfahren eingeleitet. Sein Blatt wurde gestern onf iSziert und Haussuchungen in seiner Wohnung und Redaktion vorgenommen. — Der „Narodni-Listy" zufolge teilte der Präsident deS Civil-LandgerichtS sämtlichen Vorsitzenden des Senates mit, daß nunmehr bei allen weiteren Amtshandlungen einzig unt) allein die deutscheSprachealS interne Amtssprache angewendet werden müffe. Kein SenatS- vorsitzender soll Protest erhoben haben. Belgrad, 12. November. Aus UeSküb wird telegraphiert: Ein angesehener Bulgare verübte in dem hiesige» Hotel Turati ein Attentat auf den Rektor deS SeminarS in Prizren, Stefan Dimitrievitfch. Der anwesende Dragoman des russischen Konsulats Timur Bey veranlaßte die sofortige Verhaftung des Attentäters. c «teil1 PSi; " Pechnalnachü Mor Cramer zu vrrrichiungkn eines Groß'llmftaht betrau Deibel. Dn Amt! Zs st, würbe mit i tiit» AMriüM tzn'MaNvr hv imtoalt in Tnebber , ** SUnttunt i'ksev Sommer zu jung von Vertret { tbittts wegen , famenGintauf Sonntag ebendort Gesellschaft wieder Stuten für bk § h. zu deral haben hierzu eöenfal * h fchvnn' Dort tombt m bu t crei ein großer T 'd) gerade ein pai harten norü tyen wurde hon b Staffel ” Saume im £t». Martan® hn ( Betroffen, i,n 6 Wete ein,r aöbaft .^«roffene noch tz, t 21 s,i,7 1 »ri u,( !"!»»te liieÄ b'‘ ! fwangsinnun^e in das Hankle tt ReichsM^e- laiterfiigung 6etr. Medern, deren er an- > KMwMg k- n Volksschvt ) in bedenklicher : In Ober-Gei^ September noü chgesch/asser Ter Mon bi in dreien TM 4 arrsgeschM h lerne BeivM M.JahresgcK zieht, in unjenj ligermaßen our- aus dem PW vurde hier w- ianroatt ?r Soü ter am Ms «attf §ie WeUwlch- der Weltall' '/idgiltig / treiche Mensch« gen Beleucht--^ inq wnck men W’JL id)t öeS« 901 . W Vr W lÄ' 1(’b „ feine» >-»L '®‘ Ätt W &««*? W V®*1’ L-K >. «s nbi« 7bI11nj<« *■* » hÄ" i«bi”J H< Newyork, 12. November. Wie es heißt, ist Bryan entschlossen, an allen Versuchen teilzunehmen, die zum Zwecke der Reorganisation der demokratischen Partei unternommen werden. Seine Anhänger erklären, er habe die Absicht, ein drittes Mal seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl aufzustellen. Wie verlautet, wird der Staatssekretär Hay Botschafter in London und durch Choate oder Rood ersetzt werden. Der französische Admiral Ricard ist hier eingetroffen und wird heute dem Präsidenten Mc. Kinlei und dem Marineminister Besuche abstatten. — Nach dem Berichte des Schatzsekretärs der Vereinigten Staaten beliefen sich die ordentlichen Reineinnahmen in dem mit Juni endenden Rechnungsjahre auf 567,240,852 Dollars. Es ist dies die größte bisher erzielte Einnahme. (Zunahme gegen das Vorjahr 51,280,232 Dollars.) Die Reinabnahme der Ausgaben stellte sich auf 117,358,388 Dollars. Kapstadt, 11. November. In dem Gefechte, das kürzlich General Smith-Dorri en in der Nähe von Belfast mit den Buren hatte, fielen auf Seiten der Buren Kommandant Pr i n s l o o und General F ou r t i e. General Grobbelaar wurde verwundet. Lord Methuen überraschte die Burengenerale Snyman und Vermaak zwischen Ottoshop und Lichtenberg, brachte ihnen Verluste bei jtinb erbeutete mehrere Wagen. General Ki Ich en er, der Bruder des Lord Kitchener, führte in der Nähe von Middelburg einen erfolgreichen Nachtangriff auf die Buren aus, wobei sich besonders die Husaren auS- zeichneten. Als diese später zurückgingen, wurden sie von der berittenen Infanterie gedeckt. Als am nächsten Morgen Verstärkungen eintrafen, waren die Buren völlig zersprengt. Oberst Plumer schlug den Angriff von 400 Buren des Kommandos von Delarey ab. Gießen, 13. November 1900. •• Personalnachrichten. Wie wir hören, ist Gerichts- chseffor Cramer zu Gießen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Grundbuchrichters beim Amtsgericht Groß Umstadt betraut; an dessen Stelle tritt Gerichtsassessor Deibel. Der Amtsanwalt zu Friedberg, Gerichtsassessor Jost, wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters am Amtsgericht Gernsheim beauftragt. Gerichtsassessor Hofmeyer zu Nidda wurde zum Amts- Mwalt in Friedberg ernannt. *♦ Steuerung der Kohlennot. Im Anschluß an eine diesen Sommer zu Frankfurt a. M. stattgehabte Versammlung von Vertretern der Kohlenkassen des Main-Rhein- gebietes wegen Zusammenschlusses zum gemeinsamen Einkauf der Brennmaterialien findet nächsten Sonntag ebendort im großen Saale der Polytechnischen Gesellschaft wieder eine Versammlung statt, um über die Statuten für die Kohlen-EinkaufS- Gesellschaft G. m. b. H. zu beraten. Die hiesigen Kohlenbezugskaffen haben hierzu ebenfalls Einladungen erhalten. * Au schwerer Unglücksfall hätte leicht heute früh etwa um 8 Uhr auf der Jo ha nnisstr aße sichzutragen können. Dort wurde in dem Gelände der städtischen Gärtnerei ein großer starker Baum gefällt. Es bewegten sich gerade ein paar Passanten auf dem unmittelbar an dem Garten vorüberführenden Fußgängerwege, und ein Herr wurde von dem niederfallenden Baum auf Len Kopf getroffen. Glücklicherweise hatte er das Fallen beS Baumes im ersten Moment gesehen. Er lief daher auf den Fahrdamm der Straße, und so wurde er nur von dem Wipfel getroffen. Sein Kneifer fiel zur Erde und ein Glas zerbrach. Von den beiden dort beschäftigten Arbeitern be° hruptete einer alsbald, „Achtung" gerufen zu haben. Weder der Getroffene noch der kurz vor ihm gehende, also nur zufällig dem Unfall entgangene Herr haben diesen Ruf gehört. •* Der Verein „Jugendfreund" veranstaltet in diesem Jahre wiederum eine Weihnachtsbescherung. Es ist dies die 27. seit dem Bestehen des Vereins, dessen Zweck l bekanntlich ist, durch den Erlös von Cigarrenabschnitten, Slaniolkapseln rc. sowie freiwillige Geldspenden (mit letzteren wird zugleich die Mitgliedschaft erworben) unbemittelten Kindern jeder Konfession am Weihnachtsfeste eine Freude zv bereiten. Wie wir vernehmen, werden in diesem Jahre r-20 Sinder gekleidet. Im Interesse des guten Werkes ist zu wünschen, daß die bisherigen Mitglieder fest und treu zu dem Verein stehen und viele neue Freunde und Gönner demselben zugeführt werden. „ ‘tr?r0fb^tfa12' November. Gestern fand hier in der xreund'scheu Gastwirtschaft ein Vortrag des Kreisobstbau- ichers Kilb aus Wetzlar statt. Die Versammlung war ich zahlreich besucht. Herr Kilb hatte als zeitgemäßes "^ema: „Das Pflanzen der Obstbäume" gewählt. Die I .Herbstpflanzung sei der im Frühjahr vorzuziehen. Rur bei I nassem Boden sei die Frühjahrspflanzung zu empfehlen. I Jhun Schlüsse kam Herr Kilb noch auf die Obstverwertuug I tot Massenabsatz zu sprechen. Bad-Nauheim, 12. November. Wie groß hier das I Interesse in der Einwohnerschaft für das Vereinsleben I .O, beweist die vor kurzem stattgefundene Generalversamm- I Sang einer hiesigen Gesellschaft. Von den 75 Mitgliedern I Les Vereins haben sieben daran teilgenommen, wovon I Uns dem Vorstand angehörten. Der zweite Vorsitzende I «cöfsnete die Sitzung um halb 10 Uhr mit einem Bericht I »6er das vergangene Vereinsjahr. Darauf schritt man I Mr Nechnungsablage, die von den beiden einzig an- I wesmden Mitgliedern geprüft und für richtig befunden, I JJorauf D-echarge erteilt wurde; dann wurde zur Wahl I Arr sieben Vorstände geschritten, und da die ganze Ver- I Mnnnilung nur aus sieben Personen bestand, so wurde I SS J*ieJer Punkt der Tagesordnung glatt erledigt. Zum I Z sprach das eine Mitglied im Namen des andern I rie-ri Vorstand den Dank für seine Bemühung aus und I jfKecte das andere Mitglied auf, sich von seinem Sitze | i wäler geehrt. Liebig in Gießen, Wöhler in Göttingen. Jm vorigen Jahre beschlossen die drei Frankfurter chemischen Gesellschaften: der Bezirksverein deutscher Chemiker, die Bezirksgruppe der elektro-chemischen Gesellschaft und die Frankfurter chemische Gesellscl>aft, den Tag der 100 jährigen Wiederkehr von Wöhlers Geburtstag nicht ungefeiert vorübergehen zu lassen. Man einigte sich, an dem Geburtshaus des Gefeierten eine Tafel anbringen zu lassen. Durch mannigfache Umstände hat sich die Fertigstellung der Tafel verzögert, sodaß die Enthüllung erst heute stattfinden kann". Darauf fiel die Hülle. Die Tafel aus poliertem Granit zeigt folgende Aufschrift: Zar Erinnerung an den hervorragenden Chemiker Friedrich Wöhler geb. im Pfarrhaus zu Eschersheim am 31. Juli 1800. gestorben zu Göttingen am 23. September 1882. Namens der Gemeinde übernahm der Bürgermeister von Eschersheim die Tafel. Am Abend fand dann im Hörsaale des Physikalischen Pereins die Fortsetzung der Feier statt. Professor.Dr. Freund hielt den Festvortrag. -ko. Frankfurt a. M., 12. November. Der Kriminalschutzmann Stierstä dter, der im Sternberg-Prozeß in Berlin eine so große Rolle spielt, stammt aus Kriftel bei Höchst a. M., wo sein Vater Bullenwärter war. Auch hat ec Verwandte in Limburg. Kassel, 12. November. Durch einen Mondsüchtigen wurde in der gestrigen Nacht in einem Hause der oberen KönigSstraße eine aufregende Szene herbeigesührt. Der Mondsüchtige, der sich nur notdürftig gekleidet auf dem Dache des Hauses bemerkbar machte, geriet durch ein offenstehendes Fenster in eine Wohnung, deren Inhaberin durch ihre Hilfeschreie alsbald den Kranken aus seinem Schlafe erweckte, worauf der Unglückliche ein Messer ergriff und sich eine große Anzahl Verletzungen beibrachte. Die inzwischen herbeigeeilte Frau des Mondsüchtigen veranlaßte die Ueber- führung ihres bewußtlssen Mannes nach ihrer Wohnung. Universität und Hochschule. Studierende Frauen. Zuw Studium an der Berliner Universität sind in diesem Winterhalbjahr bis jetzt 371 Frauen zugelassen. Darunter sind 253 Deutsche und 118 Ausländerinnen; aus Berlin stammen 111. Die Seniorin ist eine 61 jährige Lehrerin, die zu ihrer Fortbildung deutsche Philologie und Geschichte studiert. Fräulein Mathilde Kirschner, die Tochter des Berliner Oberbürgermeisters, die das Prädikat einer Lehrerin für höhere Schulen besitzt, widmet sich zu ihrer Fortbildung der Nationalökonomie, und Fräulein Marie v. Dalwigk-Lichtenfel s, bereit Vater Staats-Minister int Großherzogtum Hessen war, treibt philosophische Studien. Kunst und Wissenschaft. Vom Goethebunde. Der vereinigte Goethe- bund, vertreten durch Delegierte aus Berlin, München, Hamburg, Dresden, Stuttgart, Darmstadt, Kiel, Mainz, Bremen, Düsseldorf und Breslau, traten an Schillers Geburtstag in Weimar zu engerem Zusammenschluß zusammen, unter dem abwechselnden Vorsitze von Sud ernt a n n und Dr. Hirth - München, dem Verleger der „Jugend". Man faßte einstimmig eine Resolution, in der | die Theaterzensur verworfen und der Verbands- I Vorort beauftragt wird, eine Petition um reichsgesetzliche Beseitigung des veralteten Zensurwesens an den Reichstag zu richten. Vom Ehrenpräsidenten Mommsen war ein Begrüßungstelegramm eingegangen, dessen Verlesung allgemeinen Beifall hervorries. Zum Vorort für das nächste Jahr wurde Berlin gewählt. — In Kiel hat die Konstituierung eines Bundes bereits vor Monaten stattgefunden, nachdem sie in sehr sorgfältiger Weise vorbereitet war. Es gelang dort, die verschiedenen Vereine, die in der Förderung idealer Zwecke nahe Berührungspunkte haben, für ein gemeinsames Wirken praktischer Thätig- keit zu vereinigen. In dem Vorstand befinden sich die leitenden Männer des schleswig-holsteinischen Künstler-Vereins, der Kunstgenossenschaft, des Künstlervereins, des Kunstgewerbevereins, ^des Lehrer- und des allgemeinen Gesangvereins, des Schriftsteller- und Journalistenvereins, wie.auch Vertrter der Christian-Alb rechts- Universität. An der Spitze der Kieler Satzungen 'steht der Satz, daß es der Zweck der Vereinigung sei, „die Gemeinsamkeit der Interessen, die Wissenschaft, Kunst und Litteratur verbinden, zu pflegen und zur Geltung zu bringen und bcirunt insbesondere allen Angriffen auf die freie Entwickelung sdes geistigen Lebens entgegenzu- treten". — Das Darmstädter Hoftheater feierte Schillers Geburtstag durch Aufführung von „Wilhelm Tell". Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers".) London, 13. November. Wie verlautet, wird Lord Kitchener demnächst aus Afrika zuruckberufeu und zum Unterstaatssekretär im Kriegsministerium ernannt werden. ES soll das der Anfang zu e'uer ganzen Reihe neuer überraschender Veränderungen im Ministerium sein. ES wird übrigens behauptet, daß gewichtige Stimmen aus der Armee selbst für die Berufung KiichenerS laut geworden sind. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. 18. November. Marktbericht. Auf dem heutiam Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.20, Hühnereier per St. 7—9 4, 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 00—16 A, Gänse- Ar?« Et. <^-004 RÄfe i St. 6-8 Käsematte 2 6-6 * * •* Erbsen per Liter 22 A(, Linsen per Liter 34 Tauben per Paar X 0.60-0.90, Hühner per St. X 0.90-1.8? Hahnen wr X 0.66-100, -Uten per Et. X 2.00-2.20, Gänse pchPwnd ** 0^6—0 60 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch r6?-64 Schweinefleisch per Pfd. 50-70 4, Schweine» stessch, gesalzen, per Md. 74 Kalbfleisch per Pfd. 64-66 bam«elUsch pn. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.80 btt M0 X, Weißkraut per 6t. 00-00, Zwiebeln per Ctr. X 4.20-4.50, Mich per Liter 18 H. Zwetschen X 3.00—5.00. 1 zu erheben, welches vom Vorsitzenden dankend erwidert I wurde. Damit schloß die Generalversammlung. — Am I Mittwoch abend wurde einem hiesigen Einwohner auf I der städt. Bleiche am Vorratshaus eine Anzahl Bett-, I Tisch- und Handtücher usw. zerschnitten. Samstag morgen I wurde ein junger Mann von 21 Jahren aus Barmen, der I ur einem hiesigen Jnstallationsgeschäft thätig war, als der That verdächtig, verhaftet. Der Verhaftete hat die I That bereits eingestanden. I §§ Heisters, 12. November. Seit einigen Tagen ist der in den 60er Jahren stehende Landwirt Johannes I Döll von hier spurlos verschwunden. Er soll sich I zum Operieren von Zähnen nach Fulda begeben haben I wollen. Trotz aller Nachforschungen seitens seiner Verwandten hat sich bis jetzt noch kein Anhaltspunkt für Auffinden seiner Person ergeben. Er ist bei keinem Zahn- I arzt in der Stadt Fulda gewesen, soll aber gesehen worden I sein, wie er auf der Station Großenlüder in den Personenzug I eingestiegen ist. Eine ansehnliche Summe Geld soll er sich I mitgenommen haben. Man vermutet einen Unfall. §§ Gedern, 12. November. Der Dieb, der unlängst I einem hiesigen Geschäftsmann sein sehr wertvolles Fahrrad gestohlen, sowie in einem hiesigen Gasthaus eine Zechschuld von etwa 200 Mark zurückgelassen hat, ist nach I hier eingegangener Drahtnachricht verhaftet worden. I Darmstadt, 12. November. Der Bau der Nebenbahnlinie Badenheim-Kreuznach, die vor länger als Jahresfrist von den Ständen genehmigt worden ist, wird einstweilen noch nicht in Angriff genommen werden, da bisher I zwischen der süddeutschen Eisenbahngesellschaft und der I preußischen Staatsbahnverwaltung eine Einigung über die I Betriebs- und Tarifverhältniffe nicht zu stände gekommen I ist. Vor Regelung dieser Verhältnisse will die süddeutsche I Eisenbahngesellschaft die endgiltige Konzession nicht nach- I suchen. — Der Finanzausschuß der zweiten Kam- I mer wirb am 14. November zusammentreten. Ueber den Termin der Einberufung des Plenums steht noch nichts fest, I da die Vollendung der baulichen Veränderungen im Stände- I Hause abgewartet werden muß. Zu einer längeren Tagung I kommt es vor Weihnachten jedenfalls nicht mehr. I Mainz, 12. November. Die Generalversammlung des I Mainzer Karneval-Vereins wählte heute die offiziell I in Vorschlag gebrachten 22 Wahlmänner, aus denen sich der Vorstand bilden wird. Außer Herrn Ferd. Schmitz, I der den Vorsitz hatte, sprachen noch einige Narhallesen. I Auch wurden die üblichen Lieder gesungen. Nach dem Rechenschaftsbericht des Finanzministeriums ist aus dem Vorjahre ein Ueberschuß von etwas über Mk. 100 in der närrischen Kriegskasse vorhanden. Der Jahrgang fängt gut an. Mainz, 12. November. Der Ausschuß des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinhessen hat beschlossen, das Ministerium zu ersuchen, es möge die Zeitbestimmung I für die Abhaltung des Fortbildungsschulunterrichts den Ortsschulvorständen überlassen. -fc. Dotzheim, 12. November. Der durch das verheerende Feuer in der Fabrik Philippi-Kalkbrenner angerichtete Schaden wird auf 500 000 Mk. geschätzt, die durch Versicherung bei 3 Gesellschaften, der Altonaer, Gothaer und Aachen-Münchener, gedeckt sind. Zum Glück I braucht eine Arbeiterentlassung nicht stattzufinden. Die | Hauptmaschinenwerkslätte mit sämtlichen großen Maschinen, Kessel- und Maschinenhaus, Schreinerei, Schleiferei, Dreherei ! und Bureaugebäude sind verschont geblieben, und durch Er. richtung von Notgebäuden wird der Direktor in der Lage sein, schon in 8 Tagen den vollen Betrieb wieder aufzunehmen. Das Feuer war in der Lackierer- Werkstätte aus. gebrochen. Die Einen sagen, es läge Brandstiftung vor, Ändere behaupten, der Brand sei durch Unvorsichtigkeit entstanden. Viele bereits fertige Maschinen und wertvolle Modelle sind zerstört worden. Wetzlar, 12. November. Landrat Dr. Goedecke ist zum vortragenden Rat im Finanzministerium ernannt worden. Er hat etwa 4 Jahre lang als Landrat an der Spitze des Kreises Wetzlar gestanden. -fc. Limburg, 11. November. Ein wegen eines in I Biberach begangenen Raubmordversuchs Verfolgter wurde dieser Tage auf dem hiesigen Rathaus verhaftet, wo er als Handwerksbursche das Stadlgeschenk erheben wollte. Frankfurt a. M., 12. November. Hier stehen die Stadtverordneten-Wahlen bevor. Von de- I mokratisch-fortschrittlicher Seite sind u. a. folgende Herren I als Kandidaten aufgestellt worden: Dr. Phil. Pauli, der I in Gießen seinerzeit Chemie studierte, jetzt Direktor einer I chemischen Fabrik in Höchst; ferner Professor Dr. Ludwig I Edin g e r, der 1879 .Assistent an der medizinischen Klinik I in Gießen war, 1881 Privatdozent wurde und seit 1883 I hier als Arzt lebt. — Am Samstag nachmittag fand in I Eschersheim die Enthüllung der dem Andenken des Che- I mikers Wö hl er gewidmeten Tafel statt. Im Garten I des Pfarrhauses hatten fkfy die Vertreter der Gemeinde I Eschersheim und der drei chemischen Gesellschaften, denen I die Tafel ihr Entstehen zu pauken hat, versammelt. Herr I Professor Dr. Petersen begrüßte ^die Versammelten, unter I denen sich der Sohn und eine Tochter des großen Che- I mikers befanden: Wir haben uns hier zusammengefunden, um dem I Andenken eines Mannes eine Tafel zu widmen, der den I Namen Eschersheim in alle Lande getragen hat, eines I Mannes, welcher auf dem ganzen Erdball berühmt ge- I worden ist, ist er bochcher Mitbegründer der Chemie der I neueren Zeit. Er hat sowohl für sich allein, als auch I in Gemeinschaft mit seinem Freunde Liebig, der Wissen- I schäft unschätzbare Dienste geleistet. Die Namen Liebig I und Wöhler werden in den Annalen der Chemie aller I Zeiten mit goldenen Lettern verzeichnet stehen. Hier ist I es nicht angezeigt, seine Arbeiten des näheren zu be- I sprechen, nur eine sei von seinen Arbeiten erwähnt- I die künstliche Darstellung des Urets. Dadurch ist Wöhler I Mm Hauptbegründer der organischen Chemie geworden, I diese Entdeckung bedeutet die Morgenröte der neueren I Chemie. Beide großen Männer hat man durch Denk- I do. unk. 1905 Preuße. Hyp'-A -Bank 8. 8-12 8Vi°/o do. 3V»% Reiohßanleihe 3% do Tendenz: schwächer. Fritz Nowack Kein Kaufzwang. Franko-Versandt nach Auswärts. 7389 Titznug Bahnhofstrasse 30. Bahnhofstrasse 30. 3DEX3QÖCKX2 Kakao entölt, garantiert rein, Ädjön möbliertes Zimmer zu vermieten, ö 04878 Bismarckstraßel5. Liudeuplatz 12. Libertiner, nach- Spiegelberg, Schweizer, Grimm, Schusterte, 78.00 M. 99 50 » 90.50 „ 87.50 , 87.50 „ 87 50 „ 79.80 , 79.80 w Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . Bochum . . . , Harpener . . . . 95.25 Kreditaktien . . . 86 60 Diskonte-Kommandit »Wo 4 0/0 4% 4°/o 3<«o/. London, Gebiet ist überwunden. . 95.25 . 86.35 . 93.10 . 94.70 42 — . 25.10 . 25.50 . 76.- Julius Heuser. Hans Ramseyer. Hieran. Liebscher. Gertrud Korn. linien sind wiederhergestellt. . Loudon, 13. November. Den letzten Nachrichten aus Südafrika zufolge liegt General Baden-Powell im Sterben. Auch der Zustand der Tochter des Generalissimus Lord Roberts ist hoffnungslos. London, 13. November. Den heutigen Morgenblättern zufolge wird eine außerordentliche Session des Parlaments am 1. Dezember eröffnet. Ursache dieser Einberufung ist die Notwendigkeit der Bewilligung neuer Kredite zur Fortführung des südafrikanischen Krieges. Nach Annahme derselben wird sich das Parlament vertagen, um erst Ende Januar wieder zusammenzutreten. Madrid, 13. November. Mehrere höhere Beamte der Krupp'schen Werke haben die Häfen von Barcelona WW7- Geräumige Werkftätte für Maschinenbetrieb, eventuell mit Wohnung, sofort zu mieten gesucht. Offerten unter Nr. 04876 an die Expedition dieses Blattes. (Verlag von Mrd Pfarrer und jetzige Fl Maumno, und en Zukunft: tzz lommt ein W ti Hext W mehr als I iijitben sch an Stelle de Pfitive W der Nch Meier sesellchaDardnun eirb jinn Stieb ber bürg- fängt an, die Welt mit fe b« grasen, weltumgcstalte unb eriolgrechen Schasse baä M Liebknechts heia in^r. Das ist aber ebei fäitt gebient. Methoden. Mit Liebknech l pim Grundstock einer beu »erden linnen, aber fe Lehrsätzen LiebtnechtS lo auf bie 6xbe tjewbetfi 9W xoetbtn, eine bei M 6in Bild von t und Bilbao besucht. Sie sind beauftragt, die Bedingungen festzustellen, unter welchen vom Arsenal zu Bilbao mehrere größere Kriegsschiffe, Panzerplatten, Geschütze und Geschosse angefertigt werden können. Rom, 13. November. Der englische Kolonialminister Chamberlain, der hier im Hotel Royal abgestiegen ist, hatte am Montag eine längere Unterredung mit dem Minister des Aeußeren, Visconti Venosta. Der Minister des Innern hat umfassende Maßnahmen getroffen, um eventuelle feindliche Kundgebungen gegen Chamberlain zu verhindern. Petersburg, 13. November. Dem „Kleinen Journal" wird aus Petersburg telegraphiert: Eine schwere Eisenbahn-Katastrophe ereignete sich vorgestern, wie aus Schißlitz telegraphiert wird, aus der Strecke Schißlitz Kars. Der von Schißlitz nach Kars abgegangene Persvnenzug ent gl elfte bei der Station Marza, wobei die Lokomotive und 5 Waggons die Böschung hinunterstürzten. 6 Passagiere blieben auf der Stelle tot Der Lokomotivführer und zwei Kondukteure haben schwere Verletzungen davon- getragen, einige Passagiere erlitten leichte Verletzungen. Newyork, 13. November. Marcus Daly aus Montana, genannt der Kupferkönig und Besitzer eines Ver- mögens von 250 Millionen, ist gestern gestorben. Grosse Auswahl in Kinderbetten Besichtigung erbeten. 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk b. 1905 ßL>'SSh"° Amalie, s. Nichte toei Arbeiter werden in Kost und Logis 1 genommen. Hammstraße 16, II. Seltersweg 68 Parterre und. erste Etage. Washington, 13. November. Der amerikanische Ver tretet in Tanger hat von seiner Regierung Anweisung erhalten, sich unverzüglich nach Fez zu begeben, um dort wegen Nicht- auszahlung der Entschädigung für eineu vor einem Monat ermordeten amerikanischen Staatsangehörigen vorstellig zu werden. Wenn diese Vorstellungen erfolglos bleiben, so wird sich das amerikanische Kriegsschiff „Kentucky nach Tang er begeben, um dort eine Demonstration zu veranstalten. Seltersweg 68 Parterre und erste Etage. . 208 — . 180 40 . 185.90 . 160.— . 151.80 . 141.70 . 144.70 . 215.— . 195 50 .186 — Kambörschchtn gesucht. 04887 I. Schmücker Nächst. Eintrittspreise: Loge Mk. 1.—, Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. In Vorbereitung r Johamrisseuer. 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