Freitag den 14 September 15V. Jahrgang iooo Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Rreis Gieren. AN« «nzNgrn-BermitNungSstellm de» In« und AuSl»ud«F aehmm Snzttgm für den Gießener Anzeiger cntflegau Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pf^ NczugspreiL vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pf,, mit Bruigerlohnr durch die Abholestell«, vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäßrß. mit Bestellgeld. Adreße für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L Bei den Schulvisitationen und Inspektionen wollen Sie darauf achten und hinwirken, daß die vorstehenden Anordnungen genau befolgt werden. Insbesondere empfehlen wir Ihnen, sowohl bei den regelmäßigen Prüfungen, als auch bei den sonstigen Inspektionen das Turnen thunlichst auf seinen vier Gebieten, der Ordnungs-, Frei«, Geräteübungen und Spiele, zu berücksichtigen. Dr. E i s e n h u t h. de Beauclair. Grittirdritazr«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, ______ Kättrr *6r hessische Volkskunde. W Anzeigen zu ber nachmittag» fSr b* i^DWch« Big «scheinenden Numm« bis Man. Ich Sche. ■BNhfcmt®« fpitestenS abeacks Mv^r. Erstes Blatt» Wd**. GWidiM.n und SnM Och»sO»>te Mr. 7. Darmstadt, am 15. August 1900. Zu Nr. M. d. I. I. 18380. Betr.: DaS Turnen in den Volksschulen. Das Großh. Ministerium des Innern Abteilung für Kchulangkltgenhcitcil an1 die Grotzherzoglichen Kreis-Lchul Kommissionen. Um den vielfach bei dem Betrieb deS Turnunterrichts hervorgetretenen Mißständen zu begegnen, sehen wir uns veranlaßt, die nachfolgenden Bestimmungen unseres lithographierten AuSschreibenS vom 25. Februar 1890 zu Nr. M. I. 4064 in Erinnerung zu bringen: 1) Die Turnplätze, bezw. Schulhöfe dürfen von den Gemeinden nicht zur Lagerung und Aufbewahrung von Steinen, Werk- und Brennholz, Ackergeräten, Fässern, Dung u. dergl. m. benutzt oder zu diesem Zwecke an Private Aberlassen werden. 2) Die Turnplätze muffen geebnet und derart von Steinen befreit sein, daß beim Springen, Laufen oder bei Laufspielen keine Beschädigung der etwa fallenden Kinder zu befürchten ist. 3) Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die in unserer Verfügung vom 27. Mai 1881 (Amtsblatt Nr. 7) bezeichneten Turngeräte für ein- und mehrklassige Volksschulen auch wirklich vorhanden und in brauchbarem Zustande sind. Hierbei ist zu bemerken, daß überall, wo mehr als 15 bis 20Knaben in einerTurnklasse vereinigt sind, zwei Sprungbretter vorhanden sein müssen. 4) Nm die Instandhaltung des Turnplatzes und der Turngeräte zu bewirken, ist an jeder Schulgruppe ein Lehrer zu bestellen, der für die Brauchbarkeit derselben verantwortlich gemacht wird. Derselbe hat darauf zu achten, daß die tragbaren Geräte (Springpfeiler nebst Zubehör, Leitern, Reckstangen und dergl.) nach jedem Gebrauch an einem trockenen Orte ausbewahrt werden. Die anderen Lehrer haben sich in dieser Beziehung seinen Anordnungen zu fügen. Wird ein Turngerät schadhaft, so hat der beaufsichtigende Lehrer sofort an den Schulvorstand den Antrag aus Wiederherstellung gelangen zu lassen, und, wenn diesem Anträge nicht Folge gegeben wird, an die Großherzogliche Kreis - Schul - Kommission behufs weiterer Maßregeln zu berichten. 5) Auch wahrend des Winters ist das Turnen, sofern es die Witterung gestattet, in angemessener Weise sort- zusetzen. 6) Bei dem Turnunterricht sind alle Befehle untersagt, die dem Spieß-Marx'schen Turnsystem widersprechen, oder die beweisen, daß dem Lehrer die Vertrautheit mit dem für den Turnunterricht eingeführten Leitfaden von F. Marx Wt- Gießen, 25. August 1900. Die Großh. Kreis-Schulcommisswn Gießen au die Schulvorstände des KreiseS. Von nachstehender Verfügung der obersten Schulbehörde geben wir Ihnen zur Bedeutung der Lehrer Ihrer Gemeinde und zur Nachachtung Kenntnis. v. Bechtold. Amtlicher Wil. Gießen, den 12. September 1900. Betr.: Landwirtschaftliche Landes-Ausstellung zu Darmstadt vom 14.—17. September 1900. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, den Lehrern Ihrer Gemeinden mitzuteilen, daß der klassenweise Besuch rubr. Ausstellung für Schüler von Volksschulen in Begleitng der Lehrer am Freitag dem 14., Samstag dem 15. und Montag dem 17. d. Mts., jeweils von früh 7 Uhr bis mittags 12 Uhr, zum Preise von 10 Pfg. pro Schüler und Lehrer gestattet ist. Die betreffenden Lehrer werden gebeten, dafür zu sorgen, daß die zugehörigen Schüler zusammen bleiben und der Ausstellungsplatz um 12 Uhr jeweils verlassen wird. v. Bechtolds in Zabrze an die Konsumenten unmittelbar abgesetzt, und zwar zu den jeweiligen Tagespreisen, auf die jedoch bei einer Jahresabnahme von 1 000 bis 3 000 T. ein Rabatt von 10 Pfg. für die T. 3 000 bis 25 000 T. „ „ „ 20 „ „ „ T. 25 000 bis 50 000 T. „ „ „ 30 „ „ „ T. über 50 000 T. „ „ „ 40 „ „ „ T. gewährt wird. Für die Großhändler gelten dieselben Preise, für die. staatlichen Verwaltungen bestehen besondere Preis-Vereinbarungen. Die Abstoßung der Großhändler würde nur den Effekt haben, etwas über 1 Million Tonnen — einschließlich der für den Hausbrand nicht geeigneten Mengen — für die direkte Versorgung anderer Konsumenten, als derjenigen, welche bisher von den Großhändlern bezogen haben, verfügbar zu machen. Eine Änrichtung staatlicher Verkaufsstellen in den einzelnen Konfumtionsgebieten, die nötig fein würde, um die Thätigkeit der Großhändler bei dem Vertriebe der Kohlen zu ersetzen, würde einen Kostenaufwand bedingen, der voraussichtlich den Rabatt der Händler (bis zu 40 Pfg. pro T. oder 2 Pfg. pro Zentner) um ein Mehrfaches überstiege. Eine solche Maßregel würde aber außerdem den Staat eines wichtigen Vorteils berauben, der darin besteht, daß die Großhändler bei ungünstiger Konjunktur auch ein etwaiges Plus der Förderung, für das sonst schwer Älbsatz zu finden ist, übernehmen, und daß ihnen andererseits bei verstärkter Nachfrage ein etwaiges Minus der Förderung gekürzt werden kann. Für den Vertrieb der Kohlen ins. Ausland, der in normalen Zeiten nicht zu entbehren ist, würde übrigens der Staat die Vermittelung der Großhändler nicht entbehren können. Unter den an die Großhändler abgegebenen Mengen befindet sich fast der ganze Absatz der staatlichen Gruben ins Ausland, der gegenwärtig noch nicht 10 v. H. des fiskalischen Absatzes beträgt. Hauptsächlich sind es dort Gasanstalten und in deutschen Händen befindliche industrielle Betriebe, welche Kohlen aus diesen Gruben erhalten. Ueber die Frage einer planmäßigen Beteiligung von Genossenschaften und organisierten Konsumentengruppen bei Abgabe fiskalischer Kohlen schweben Erörterungen unter den beteiligten Ressorts. Ueber die Maßnahmen des Staatsministeriums zur Minderung der Kohlennot berichtet der „Staatsanz.": „In der Sitzung des Staatsministeriums vom Donnerstag wurde beschlossen, in Anbetracht der Schwierigkeiten bei der Kohlenversorgung die Zufuhr ausländischer Kohle dadurch zu erleichtern, daß der R o h st o f f t a r i f für die Zeit des Weiterbestehens der zeitigen Verhältnisse, mindestens aber für zwei Jahre, allgemein eingeführt wird. Die preußischen Staatsbahnen find mit sofortiger Durchführung dieser Maßregel in ihrem eigenen Bereich und, soweit erforderlich, zur Verhandlung mit den beteiligten Bahnen beauftragt". Tie „Berl. Pol. Nachr." schreiben in Anknüpfung an diese Meldung: „Durch diese Maßregel werden die Vorteile billigeren Bezugs von Brennstoffen, welche jetzt nur einem Teil der heimischen Verbraucher zu Teil werden, allen Kohlenkonsumenten gleichmäßig zugänglich. Insbesondere ist damit die Möglichkeit gegeben, in höherem Maße als bisher ausländische Kohle für den deutschen Gebrauch heranzuziehen und so die Nachfrage nach deutscher Kohle einigermaßen zu vermindern. Damit würde für alle, denen bisher für ihren Kohlenllezug der Rohstofftarif nicht zu gute kam, unmittelbar eine wirksame Verbilligung der Beschaffung von Kohlen herbeigeführt und zugleich für alle heimischen Kohlenkonsumenten eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Nachfrage und Angebot von Kohlen bewirkt. Man wird in der Annahme nicht fehlgehen, daß die Beschlußfassung des Staatsministeriums auf Grund der sorgfältigsten Erhebungen, und zwar nicht blos betreffs der Kohlenproduktion, sondern auch betreffs des Kohlengroß- und Zwischenhandels erfolgt ist. Das Ergebnis dieser Erhebungen dürste dahin zusammenzufassen sein, daß weder von den Produzenten) noch von dem Großhandel, insbesondere auch nicht von dem rheinischs-westfälifchen Kohlensyndikat, eine unzulässige Ausnutzung der gegenwärtigen Lage des Kohlenmarktes erfolgt rst, vielmehr von diesen Seiten nach Kräften einer übermäßigen Verteuerung von Kohle durch, den Zwischenhandel entgegengewirkt worden ist. Die übermäßigen Preise, unter denen heute namentlich der Kohlen-Kleinkonsument leidet, verschuldet in erster Linie (?) der vielgestaltige Zwischenhandel, und es wird die Ausgabe der Konsumenten sein, im Wege der Selbsthilfe dieser Einwirkung des Zwischenhandels auf die Preise möglichst zu steuern, und so erst die Maßnahmen der Staatsregierung zur Linderung der Kohlennot zur vollen Wirkung zu bringen. Es wird sich empfehlen. Nr. SIS Mit be» Vichmur Gunbat be® Anzeiger te «MM ** ,M. ÄKrtwter «. ^Wärter Wr H- MMnnfe” Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung des auf dem rechten Lahnufer liegenden Teils der Gemarkung Gießen. Da der in der Versammlung der beteiligten Grundeigentümer vom 23. v. Mts. zum Sachverständigen gewählte Georg Simon zu Gießen die auf ihn ,gefallene Wahl abgelehnt hat, so hat eine Ergänzungswahl stattzufinden. Ich lade daher in Gemäßheit des Art. 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 sämtliche beteiligte Grundbesitzer zur Wahl eines Sachperständigen auf Dienstag, den 9. Oktober l. I., vormittags 10 Uhr in der Turnhalle, Steinstraße 3 zu Gießen ein. Bei dieser Wahl hat jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme. Zur Giltigkeit der Wahl ist eine Mehrheit von zwei Drittteilen der Anwesenden erforderliche und unter dieser Voraussetzung auch für die nichterschienenen Beteiligten verbindlich. Kommt eine gütige Wahl nicht zu stände, so hat Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe den Sachperständigen zu ernennen. Friedberg, 10. September 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: Süffert, Negierungsrat. ^Zur^ohlennot. ii. Der weitaus größte Teil der Kohlen aus den Staatsgruben in Oberschtesien wird durch die Zentralverwaltung Bekanntmachung. Betr.: Den Beginn des Unterrichts an der landwirtschaftlichen Winterschule zu Alsfeld. Die landwirtschaftliche Winterschule zu Alsfeld beginnt ihren 29. Winterkursus Montag, den 5. November d. Js., vormittags 11 Uhr. Indem wir zum Besuche der Schule einladen, bemerken wir, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirten diejenigen Fachkeuntniffe, welche heute zur rationellen Bewirtschaftung bäuerlicher Güter notwendig sind, in zwei fünfmonatlichen Winterkursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule 3 Landwirtschaftslehrer und 4 Hilfslehrer. Die Schule ist mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel an der Volksschule erreicht haben; in den oberen Kursus nur solche, welche schon den unteren Kursus mit Erfolg besucht haben, oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Kursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirte können als Hospitanten ausgenommen werden. Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müssen sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien, und können Wohnungen von 30 bis 40 Mk. per Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Oekonomierat Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 Mk. Anmeldungen sind an den Aufsichtsrat oder an Herrn Oekonomierat Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, speziellere Anfragen zu beantworten. Alsfeld, den 1. September 1900. Der Aufsichtsrat der landw. Winterschule Alsfeld. Gießen, den 11. September 1900. Betr.: Einführung von Familien-Stammbüchern. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS, Wir erinnern Sie an die Erledigung unseres Amtsblatts Nr. 10 vom 28. Juli d. Js., soweit Sie damit im Rückstände sind. Zugleich bemerken wir, daß die Firma Emil Roth, hier Familienstammbücher in 2 Ausgaben heraus- giebt, denen auch einzelne hessische Bestimmungen eingedruckt sind. Die einfachere Ausgabe in lichtbraunem Einband kostet 50 Pfg., die bessere in Goldschnitt und feinem Einband 1 Mk. das Stück. v. V e ch t o l d, ** Der obligatorische Achtuhr-Laden Orten großen A n k l a n g. "den Kohle »bezug in eh rund in ehr so zu organisieren, daß kreditkräftige Genossenschaften, Gemeinden und andere größere Körperschaften für ihre Glieder den Kohlen bezug ini großen lind direkt von den P r o d u k t i o n s st ä t t e » i 11 die Hand n ehmen , und durch Verteilung des Bedarfs an die einzelnen den Zwischenhandel a u s s ch a l t e n und die ihm zu bringenden Opfer ersparen. Hier eröff- ' net sich der gemeinnützigen Thätigkeit auf der Grundlage der Selbsthilfe ein ioeites Feld ersprießlichen Wirkens, und inan wird hoffen dürfen, daß, wenn so Staats- und Selbsthilfe zusammenwirken, der jetzt zii beklagendes Kohlennot in der Folge wirksam wird gesteuert lverden können." In einer Versammlung des Vereins Berliner Gast- rvirte wurde empfohlen, den Kohleneinkaufsver- einen beizutreten, uni somit den Gefahren der Kohlennot für das Gastwirtsgewerbe entgegen zu treten. Außerdem sand eine Erklärung Annahme, in der die Versammlung ihrem scharfen Tadel über das Verfahren der städtischen Verwaltung Ausdruck qiebt, die durch den Verkauf voii Cokes an auswärtige Abnehmer die Interessen der Berliner Bürgerschaft verletzt habe. Von einem tollen Ko h l e n schw in d e l berichtet die „Kattowitzer Zeitung" folgendermaßen: „Verschiedene Schwindler haben begonnen, mit Kohlenlieferungen zu spekulieren, ohne selbst Kohle zu besitzen. Wie gewöhnlich, haben von den Gruben des russische-polnischen Gebiets bedeutende Kohlenpartien ausländische Händler aus Kattowitz, Myslowitz und Breslau angekauft. Diese Händler treten jetzt als Spekulanten auf und verkaufen den örtlichen Händlern ihre Kohle zu bedeutend höheren Preisen. An dieser Spekulation beteiligen! sich auch einige Grubenbesitzer, die ihre Kohle so durch Vermittelung der ausländischen Spekulanten verkaufen. Infolge dessen hat die zuständige Behörde angeordnet, daß alle aus Sosnolvice und Dom- browa abgesandten Kohlentransporte in strengster Weise kontrolliert werden. Täglich müssen detaillierte Listen der abgefertigten Kohlenwaggons mit Angabe der Bestimmungsstation und des Namens der Absender und Empfänger zusammengestellt werden. Frachtbriefe auf den Vorweiser sind nicht gestaltet." Aus Stadt und Land. Gießen, 13. September 1900. ** 3 u r u e n e n h e s s i s ch e n V e r m ögenssteuer Die im Nr. 186 unseres Blattes über die hessische Vermögenssteuer gestellten Fragen seien in folgendem hiermit beantwortet. Es sind deren zwei, die aufgeworfen wurde» ■ 1 Wie verhält es sich mit Bermögensteilen, die sich nur mr besseren Aufbewahrung außerhalb Hessens befinden, z. B. mit Depots bei der Reichsbank in Berlin usw. 2. oder mit I mobilen Vermögensteilen, die von in Hessen wohnenden I Ausländern außer Deutschland erworben und dort ver- I waltet werden, und deren Erträgnisse nur nach Hessen I fließen'? 1. Wer sein Vermögen aus der Reichsbank zu Bersin | deponiert, erhält einen Depotschein und dieser Schein stellt I sür ihn sein Vermögen dar. Es sind hiermit zu vergleichen I alle Wertpapiere von nichthessischen Staaten, Fabrik-An- I lagen und bergt Ter Depotschein und die Wertpapiere I darin gleich, daß sie streng genommen allstem An- I spruch des Besitzers auf eine Summe von Forderungen an I die Bank den Staat oder bergt bebeuten unb sind in I dem Augenblick wertlos, sobald die Betreffenden, denen die I Aushändigung erfolgt ist, die Zahlungen einstellen. Wenn I jemand ein nicht hessisches Gebäude hypothekarisch beleiht, I ist sein Vormögensteil genau ebenso als im Jnlande an- I zusehen, wie dasjenige der Wertpapiere unb wie bie auf I einer Bank niedergelegten Permögensteile. Man hat in I diesen Fällen Scheine in Händen, bie einen rechtlichen An- | spruch auf Forderungen bebeuten. Ist erstere Forberung I steuerbar, so müssen es auch bie anberen sein. Außerdem I giebt uns noch zum Ueberfluß Klarheit herüber Art. 8, I Abs. 3 b es Gesetzes, in beni bie steuerbaren Vermögensteile | aufgeführt werben: „sonstige Kapitalforberungen jeber I Art, insbesonbere Forbernngen aus Schuldverschreibungen, I aus Lotterie-Anlehens-Losen, ans Wechseln, Schatz- I scheinen, Darlehne usw., Kaufschillinge, Ablösungs-Be- I träge, Sparkasseguthaben, Dienst- unb andere I Kautionen, Hinterlegungsgelder, Abrechnnngs- und Konto. I korrentguthaben". Die erste Frage ist also bezüglich der I Steuerpflicht zu bejahen. I , 2. Art. 3, Abs. 3 besagt: Vermögenssteuerpflichtig I sind Reichsausländer, wenn sie des Erwerbs wegen ober seit mindestens einem Jahre ihren Wohnsitz im Groß- I Herzogtum haben. Sonach sinb Reichsausländer in biesen beiden angegebenen Fällen als Jnlünber anzusehen unb ist die zweite Frage'latuch nach ber Richtung hin zu beantworten, baß eine Besteuerung ber betreffenben Vermögensteile eintreten muß. ** Zur Jagdsaifon sei die auf preußischen Eisenbahnen bestehende Bestimmung in Erinnerung gebracht, wonach das von den Jägern nach Beendigung der Jagd gleich mitgenommene Wild an den Gepäck-Abfertigungsstellen unter Erlegung der vollen Gepäckfracht zur Beförderung aufgegeben werden muß. Es wird also nicht als „Reisegepäck" ! angesehen. Indessen ist es den Jägern gestattet, einzelne unauffällig in Jagdtaschen getragene Stücke Kleinwild mit in die Wagenabteile zu nehmen, wenn die Stücke so verpackt oder die Schußstellen so fest verbunden sind, daß ein AuSsickern des Schweißes, wodurch eine Verunreinigung eintreten könnte, unmöglich wird und die Wildstücke die übrigen Mitreisenden nicht belästigen. ** Zur Messerstecherei in Leidheckeu. Der durch einen Messerstich schwer verletzte und in der hiesigen Klinik verstorbene Bursche aus Leidhecken war der Sohn einer armen Witwe, die gegenwärtig noch einen erwachsenen sehr schwer erkrankten Sohn zu verpflegen hat. Bei den beiden andern Verwundeten nimmt die Heilung einen normalen Verlauf. ** Wetterauer Geflügelzuchtverein. Sonntag, den l6. September, nachmittags 3 Uhr, findet im Saalbau in Friedberg eine Hauptversammlung desWetterauer Geflügelzuchtvereins statt, wozu die Mitglieder und sonstige Interessenten eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Vortrag rc., die Ausstellung betreffend. 2. Anmeldungen zur Ausstellung am 12. bis 14. Oktober. 3. GratiS- verlosung. -ö- Großen Buseck, 11. September. In fast allen Ortschaften des Busecker ThaleS hat sich die reifere männliche Jugend in letzter Zeit in Turnvereinen zusammengesunden. Voran ging Großen Buseck, und angeregt durch dieses folgten bald Alten-Buseck, Rödgen und Beuern. Obgleich der Turnverein Großen-Buseck kaum ein Jahr besteht, rüstet er doch schon aus nächsten Sonntag den 16. September zu einer kleinen Festlichkeit, seinem Ab turn en, um den Turnsreunden, besonders auch den eingeladenen Turnvereinen in Gießen und den benachbarten Ortschaften, zu beweisen, daß angestrengte Arbeit seine Turnabende auSsüllte. -y. Laug GSnS, 12. September. Wie bereits gemeldet, wurde nach hartem Wahlkampf Herr W. A. Rompf zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt. Am Wahlabend ehrten ihn der Gesangverein „Germania", der Posaunen- chor, der Kriegerverein und die freiwillige Feuerwehr unter Teilnahme vieler Bürger durch einen Lampionzug. Der Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr, Herr Nern, hielt eine Ansprache, worauf Herr Rompf erwiderte und sür die Ehrung dankte. Wir find der festen Zuversicht, daß Herr Rompf unser Gemeinwesen zum Wohle aller und zu allseitiger Zufriedenheit leiten wird. § Butzbach, 13. September. Der Ortsgwerbever- ein für Butzbach und Umgegend wird bei genügender Beteiligung am Sonntag dem 24. l. Mts? die Landesausstellung in Worms besuchen. Von Fachmännern rc. ist eine Besichtigung der gewerblichen Erzeugnisse, Geräte u. dgl. sehr empfohlen. — Unter zahlreicher Beteiligung wurde gestern nachmittag der auf einer Erholungskur in Wiesbaden an Blinddarmentzündun rasch verstorbene Arzt Dr. Kuhl von Butzbach zu Ruhe bestattet. Er hatte 32 Jahre segensreich hier als Arzt, nicht nur für Kranke sondern auch für Arme und Notleidende gewirkt. -r Friedberg, 11. September. Am verflossenen Samstag wurde hier ein Bettler festgenommen, gerichtlich verhört und in seine Zelle zurückverbracht. Als abends der Ge- fangenwärter die Zellen nochmals revidierte, fand er seinen kurz vorher noch munteren Gast am Bette erhängt vor. Er hatte zu diesem Zwecke seinen Leibriemen verwaudt. -t. Lich, 12. September. Die durch Herm. Heller in Lich vertretene Firma W. A. Wood ist auf der Ausstellung mit zwei goldenen und einer silbernen Medaille sür ihre ÄraS- und Getreide-Mähmaschinen ausgezeichnet worden. s chi l u ß findet in Berlin, Leipzig, Breslau und anderen Orten großen Anklang. Auch in M a inz, unter dem Vorsitze jd/es Präsidenten des Vereins Mainzer Kaufleute, Landtagsabgeordneten M o l t h a n , tagte dort eine Versammlung ber Vorstäube ber kaufmännischen Ver- von Mainz. Es würbe nach eingehenber Erörterung einstimmig folgende Resolution angenommen: „Tie Vor ftande ber kaufmännischen Vereine hiesiger Stabt erachten es für burchaus wünschenswert, daß am 1. Ok tober b. Iber allgemeine Labenschluß auf uv. ■ > si 6 e s e tz t wirb. Sie beauftrage» ben Verein Mainzer Kaufleute, mittels einer bei ben hiesigen Laben Inhaber» zirkulierenben Liste bie Zustimmung der Inter essente» hierzu einzuholen." Während in Barmen der Ladenbesitzerverein für ben Achtuhr-Ladenschluß ist, schlägt bie El b er f-eld Barmer Innung eine Uebergangs- form vor, derart, daß vom 1. Oktober bis 1. Januar bie Ladenlokale um 9 Uhr, bis 1. Mai 1901 um halb 9 Uhr unb von da ab um 8 Uhr geschlossen werben sollen. Auch die kaufmännische Innung zu Göttiiigen neigt vorläufig ber Einführung erst bes halb 9 Uhr-Labenschlusses zu. Unter Feststelliiiig von Ausnahmen sprachen sich in 3101 cf a u einstimmig 240 Labenbesitzer für den Achtuhr- Achluß burch Ortsstatut aus. In Hannover macht sich die Bewegung ebenfalls geltcnb; Zuschriften ans Kreisen der Ladenbesitzer in bortigen Blättern treten warm für ben früheren Schluß ein. Auch in Cassel fanb eine zahlreich besuchte Versammlung ber Laben-Be- si.h er statt, bie nach einem Referat unb längeren Debatten e i ii st i in m igben Beschluß faßte, mit dem Tage des Inkrafttretens des Gesetzes, also vom 1. Oktober 'd. I. ab, den Ladenschluß bereits u in 8 Uhr ein- treten zu lassen. Bemerkenswert ist, daß, vün einigen Ausnahmen abgesehen, auch die L a b e n i n h a b e r rri gleicher Weise wie bie Handlungs-Ge- hl l fen sich für ben Achtuhr-Labenschluß aus- o r "Dios läßt also hoffen, baß ber Achtuhr- Laoenschlnß halb bie Regel, nicht bie Ausnahme sein wird. ~ In unserem gestrigen Bericht muß es natürlich heißen: Liefe drehte sich in ber Hauptsache nm bie Festlegung -^/.'"hditlicheii Oeffnungs- unb Schlußzeit n unbetracht ber gesetzlich vorgeschriebenen 13 Stunden, m "gestelltes Personal in den Verkaufsstellen be w Ä darf. - In Darmstadt schreibt man den ^olkobl.": Veranlaßt durch bie mit bem 1. « 9amfcil tretende reichsgesetzliche Regelung des b q - r' nn .Wochentagen, wurde» in ber jüngsten folae o^0un0 ai,s Interessentenkreisen zu- Unterschrift in Umlauf gesetzt, durch bereu, i .hl Unterzeichner an den Vorstand des 3)e- bc 1 richten, bei den maßgeben Lad e f*i obl ig ator ische n A chtn h r n.' ™ * u B zu beantragen. Der Erfolg ber ?/^n, bere». a r bei tu» g i» den Hände» von 20 sel'bstän bie alHeVtia lQ(!' toar cin derart günstiger, daß y.ttaatÄa ssy*®, gfc« Erwähnt sei hierbei noch, bafi ben WiinfH,‘J •• ßcrcn Anzalil der Unteren!! naebtoutmen^ fti'r Sams Ings ber Neuniihr Sckstuß beantragt werbe» fnll unb^nnnr mit Rücksicht auf ben stärkeren abendliche» Geschäftsverkehr an diesem Tage. ' 11,1 "x- Ettingshausen, 12. September. Welch' große Annehmlichkeiten Wasserleitungen für die Orte haben, kann man so recht in dem benachbarten Queckborn sehen, dem die Stadt Gießen laut Vertrag die Leitung angelegt alle Einwohner haben dieselbe bis in Küche, Stall und Garten, Auch im Falle eines Brandes ist eine Wasserleitung von unschätzbarem Werte. Seit einiger Zeit scheint fich auch in unferm Orte das Interesse für eine ^che Zu regen. Wasser wäre in Hülle und Fülle vorhanden; denn 20 Minuten von hier in östlicher Richtung befindet sich eine große Wiese, auf ber eine Ouelle an der anderen ist. Der angrenzende Wald ist ebenfalls sehr quellenreich. Auf genannter Wiese steht selbst im heißeste» Sommer stellenweise das Wasser, und ber Abfluß, Floß- graben genannt, führt bas ganze Jahr sein Waffcr bem vo» Grünberg kommenben Eschersbach zu. Die Terrainverhältnisse sind sehr günstig für Anlegung einer Wasser- leitung. In finanzieller Hinsicht steht nichts im Wege, da Ettingshausen als wohlhabender Ort bekannt ist. Auch Münster liegt sehr günstig und ließe sich leicht an bie Wasserleitung anschließen. -i- Bobeuhauseu II., 12. September. Gestern abend gegen 8 Uhr brannte die von Apotheker S. in Ulrichstein erst kürzlich gekaufte Rühl'sche Hofraite ab, bie erst vor kurzem neu hergerichtet unb von dem prakt. Arzt Dr. K., der in diesem Sommer sich in unferm Dorfe niedergelassen hat, in Miete bezogen worben war. Dr. K. war beim Ausbrechen des Brandes in Ausübung seines Berufes ab wesend. Die Möbel und Hauptwertgegenstände konnten gerettet werden, da das Feuer in der nebenangebauten Scheuer entstanden ist. Am meisten sind mehrere Bürger von hier geschädigt worden, die einen Teil ihrer geernteten Feldfrüchte in der abgebrannten Scheuer liegen unb nicht versichert hatten. So z. B. sind einem Landwirte für ungefähr 400 Mk. an Hafer und Heu verbrannt, einem anderen sämtliches Korn unb ein Teil Erbsen. In kurzer Zeit hatten bie Flammen auch das Wohngebäube ergriffen, das bald zusammenstürzte. ES war gut, baß Winbstille herrschte unb auch das Haus ziemlich vereinzelt baftanb; sonst hätten die ungeheuren Flammen sich leicht noch weiter verbreiten können, denen gegenüber das Einschreiten der Feuerwehr machtlos war. Dieser Brand ist hier seit kurzer Zeit der zweite; die Ursache der Entstehung ist bii jetzt noch unbekannt. -a-B ü d i» g e», 12. September. Die 2 6. ordentliche Synode des Dekanates Büdingen fanfo heute hier statt. In dein einleitenden Gottesdienst predigte Pfarrer Büchner-Selters über Röm. 8, 31. 32. Hierauf eröffnete b,er Vorsitzende, Pfarrer Ber » beck - Staden die Synode, verlas den Bescheid des Oberkonsistoriums auf die Verhandlungen des vorigen Jahres uni> den Bericht des Dekanatsausschusses über die kirchlichen und sittlichen Zustände des Dekanats. Leider war im Jahr 1899 eine, wenn auch nicht erhebliche Abnahme des Kirchenbesuchs und der Teilnahme am Abendmahl zu verzeichnen. Pfarrer Bär-Lindheim referierte alsdann« über das Thema: „Was sollten der wachsenden Vergnü- gungssuckst gegenüber Staat, Mrche und Schule als für das Volkswohl verantwortlich für edle Volkserholun- thun?" Die klaren Ausführungen des Referenten fanden so allgemeine Zustimmung, daß von einer Diskussion abgesehen werden konnte. Bei den hieraus vorgeuommeneni Wahlen wurden Pfarrer Göbel Büdingen zum Dekan, Pfarrer Ellenberg er-Ortenberg zuni Dekanstellvertreter, Bürgermeister N o s - Wolf zum Mitglied des Dekanats-Ausschusses, Pfarrer Wilhelm Bleicheubach zum Ersatzmann des Dekanats-Ausschusses gewählt. Mit Gebet und Segen wurde vom Pfarrer Becker-Haingründaudie Synode geschlossen. n. Darmstadt, 11. September. Die Bauernversammlung, die auf den 16. September, morgens 10 Uhr, der Reichs- und LandtagSabgeorbnete Köhler-Langsdorf hierher in den Kaisersaal einberufe» hat, in der u. a Reichstagsabgeordneter Lucke-PatterShaufen, Dr. Böcke! und voraussichtlich auch der Vizepräsident des Landw. Vereins für die Prov. Oberhessen, Oekonomierat S ch l e n k e - Hardthof neben bem Sekretär des Bauernbunbes in Hessen, Redakteur Hirschel-Offenbach, u. dem bedeutendste» Agitator des bayrische» Bauernbundes, Memmingen Würzburg, sprechen werben, scheint sich zu einer großartigen Demonstra^ tio» ber „Vereinigten Agrarier" ausgestalten zu wollen. Wie wir avS zuverlässiger Quelle erfahren, soll seitens der Antisemiten bieSmal von befonberet Betonung ihres Partei-- stanbpunktes Abstand genommen unb im Interesse einer gemeinsamen Aktion gegen die verbündete» Gruppen der kommerziell-industriellen Interessentenkreise durch diese Versammlung die Anbahnung einer allgemeinen wirtschaftlichen Vereinigung aller agrarischen Kreise in Hessen versucht werden. — Viel Gesprächsstoff bildet das Verschwinden der verheiratet gewesenen, seit mehreren Jahren geschiedenen Tochter eines hiesigen bedeutenden Möbelfabrikanten mit ;em Zeichner ihres Vaters, der ein Einkommen von zirka Mk. 12000 haben soll. Der Zeichner hat Frau und zwei Kinder in ärmlichen Verhältnissen zurückgelassen. Darmstadt, 12. September. Nach unendlichen Mühen und Versuchen ist es einem Schweden gelungen, cin Uhrwerk zu konstruieren, das sowohl zum Gehen als auch , um Schlagen als Kraftquelle den elektrischen Schwachstrom icnutzt. DaS Werk wird in einer Stockholmer Fabrik 'fergestellt unb ist vielleicht berufen, dereinst eine bedeutende Rolle zu spielen, besonders da es nicht teurer ist, wie ein gewöhnliches mechanisches Uhrwerk, aber ben Vorzug hat, daß es jahrelang funktioniert, ohne irgend welcher Bedienung zu bedürfen und ohne aufgezogen zu werden. Das interessante Werk ist in einem Schaufenster be« Hos- uhrmachers Karp auf einige Zeit im Betri-b ausgestellt. (D. Tgbl.) Mainz, 11. September. Rachbem endlich in Berlin durch das Pflegeamt in der Bladt'schen Erbschaft die Wertpapiere in ihrer Höhe rc. festgestellt, gelangt jetzt an die Stadt Mainz eine Million Mark zur Auszahlung. Heber Sunlight ordent- gen fach »dienst prr- 8, 31 32. ernbtü* er/onsisw- hres und schlichen : im Jahr chme des st zu ver- al^banrt Krtznü- lten sanden Mssion ab* cnommenen iiim Tekan, 'kanstellvcr* । des Dekanbach zum W W gründe die de konnten angebauten ere Bürger geernteten i und nicht te für un> nf, einem Ju hxyt e ergrissen, Windstille !lt dastand; noch weiter jreiten der hier seit ang ist bis e kbtn ? I-h°( kN, adend Richstein • erst vor -dngriasten toat beim ln Süd) , '"»«Seit >S M- ^lle bot, Dichtung ?e an der E sehr he/ßesten ln« bittt Terrain- -r Wchr- Wege, da lst- «uch cht an die uernver- Hli10 Hf' v.w^ f bttUl r. 18 ödel i Laudw, rchlenke- in Hessen, ;n Agitator Würzburg, )emon^- ,u rvvHen. Mvs der »tei P^tel' truppen kkk &$«’ Untenb,r «£ 01 Mühen ein Uhr- n als auch tvachpo« er S°b' >nd ,"L Markus Bauer. Giessen, Kirchenplatz 11. auflauf vor der Fabrik der „Mainzer Lederwerke". Aus der ganzen Stadt war die Schuhmannschaft aufgebotm, aber e8 gelang ihr auch heute nicht, die johlende Menge auseinanderzutreiben. An dem Auflauf beteiligten fich auch viele Frauen. Die Arbeiter, die die Fabrik verließen, wurden mit „Pfuirufen" verfolgt. den Restbetrag, der sich annähernd für die Stadt aus 20. bis 30 000 Mk. belaufen dürfte, wird später, wenn derselbe genau festgestellt ist, Auszahlung erfolgen. — Bei der Neuverpachtung des H ospizien-Gutes zu Biedesheim in Bayern hat fich ähnlich wie bei der Verpachtung der anderen Güter in Hessen die Erscheinung geltend gemacht, daß unter den Beteiligten eine Abmachung wegen des Angebotes stattgesunden hat, denn bei einer Reihe von Parzellen wurde nicht einmal die Taxe erreicht. Die Aecker sollen nun in Eigentum versteigert werden, und wird auch hier nicht die Taxe erreicht, dann sollen dieselben unbebaut liegen bleiben. § Frankfurt, 12. September. Die berühmte italienische Sängerin Signorina Prevosti, die im Opernhaus am 15. September als Violetta in VerdiS's „Traviata" und Montag den 17. in der Titelpartie von Bizets Carmen gastiert, kann diesmal wegen anderweitiger Verpflichtungen nur an diesen zwei Abenden in Frankfurt auftreten. Die Preise bei diesem Gastspiele werden die normalen großen Preise des Opernhauses sein. Frankfurt, 1. September. Fürst Karl zu Jsenburg-Büdingen-Birstein nahm im Jahre 1867 mit Hilfe der Bergisch-Märkischen Bank eine Anleihe von 6 einhalb Millionen zu 3 einhalb v. H. auf. Pfandobjekt waren die Isenburger Waldungen, die Eigentum des Fürsten sind. Ta den f i n a n z i e l l e n V e r p f l i ch t ungen des Fürsten nicht nachgekommen wurde, war es natürlich, daß die Geldleiher daran dachten, sich nach einem Käufer umzusehen. Wie bekannt, wollte die Frankfurter Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten einen Teil der ausgedehnten Waldungen ankaufen, wohl in der Absicht, dort Villenkolonien anzulegen und so das Gebiet rentabler zu gestalten. Inzwischen gab die hessische Regierung zu verstehen, daß auch der hessische Staat Kaufliebhaber sei. Die Bergisch-Märkische Bank ließ darauf eine Zwangsauktion auf den 1. Oktober ansetzen. In dieser Zwangsauktion soll der dritte Teil der verpfändeten Isenburger Waldungen zum Ausgebot gelangen, und zwar soll dem Erwerber es ermöglicht sein, die Summe, die für das Gebiet ersteigert wird, in 41 Jahresraten zu zahlen; denn bis 1941 läuft die Tilgungsfrist. Run scheint aber auch aus diesem Plane nichts werden zu sollen, da der Prinz Max zu Isenburg-Büdingen durch seinen Rechtsanwalt gegen eine Versteigerung der betr. Waldgebiete aus fideikommißrechtlichen Gründen bei Gericht Einspruch erheben ließ. Nur der Ertrag des Waldes, nicht der Wald selbst könne gepfändet werden. Also neue Schwierigkeiten und vielleicht ein Bandwurm von Prozessen! Bemerkt sei noch, daß der Wald als solcher wenig einträglich ist und sein Wert nur dadurch gesteigert werden kann, wenn darin die Anlage von Villenkolonien ausgeführt werden kann. Soweit wir unterrichtet sind, darf der Wald gemäß einem alten Vertrag, auch nicht abgeholzt und so der Landwirtschaft zugänglich gemacht werden. Im übrigen ist es fraglich, ob der Protest des Prinzen, für den seinerzeit dessen Vater die Einwilligung zur Verpfändung er- Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Sonntag, den 29. Juli a. c. fand in Fccamp (Frankreich) die Einweihung des zum Andenken an A. Le Grand Ainö errichteten Monumentes statt, der Wiederhersteller der Etablissements des lecühmün Liqueurs B^n^dictine. Das Fest begann morgens in der antiken und berühmten Abtei zu Fccamp mittelst einer imposanten religiösen Ceremonie unter dem Vorsitz seiner Hochwürden Monseigneur Fuzet, Erzbischof von Rouen. Dann fand die Einsegnung des Monumentes des Gründers der Bönödictine statt. In glanzvoller Rede hob der würdige Prälat die industrielle Carriere des Herrn Le Grand, dessen rastloses Streben und energische Ausdauer hervor. Rach der religiösen Ceremonie vereinigte ein in dem prächtigen Saale der Aebte für 150 Gäste serviertes Frühstück unter dem Vorsitz von Monseigneur Fuzet, die Direktoren und Administratoren der Bönödictine, die hauptsächlichsten Mitglieder der Geistlichkeit der Diöcese, sowie zahlreiche Vertreter der in- und ausländischen Presse. Gegen Beendigung dieses Frühstücks wurde durch die „Harmonie" der Bönödictine ein großes Konzert im Square des Etablissements gegeben. In solenner Sitzung erfolgte alsdann Austeilung der an die ältesten Agenten, Beamten und Arbeiter des Etablissements bewilligten Belohnungen. Abends wurde ein Bankett von 800 Gedecken in der geräumigen und zu diesem Zweck festlich aus- geschmückten Halle der mechanischen Sägerei serviert. Herrliche Illuminationen und ein Nachtfest beendigten diesen unvergeßlichen Tag, den alle diejenigen, die dabei beteiligt gewesen, im angenehmen Andenken behalten werden. 6057 H Mit der körperlichen Kraft und Gesundheit wächst auch das geistige Vermögen-, wenn aber mit der fortschreitenden geistigen Entwicklung nicht auch das leibliche Gedeihen Hand in Hand geht, so macht sich sehr bald ein Rückschritt in der Erhaltung des gesamten Organismus bemerkbar. Da nun die Verdauungsorgane beim Verfall der Körperkräfte in Mitleidenschaft gezogen werden, so muß durch eine zweckdienliche Ernährung die normale Thätigkeit des Verdauungsapparates wieder hergefiellt und hierdurch weiteren gesundheitlichen Gefahren vorgebeugt werden. Ein seit 10 Jahren bewährtes Mittel hierzu besitzen wir in Dr. med. Thelnhardts Hygiama. Dieses leicht verdauliche, ähnlich wie Cacao schmeckende Getränk läßt bei regelmäßigem Gebrauch keine Schwächezustände auskommen, es übt im Gegenteil auf das allgemeine Befinden sehr wohlthätigen Einfluß aus und verleiht dem Geist und Körper die nötige Frische zur Tagesarbeit. Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt fttr Niohhnitglieder an "Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. teilte, vom Gericht als begründet erachtet wird. Ist dies der Fall, dann ist vorerst lein Ende dieser Angelegenheit abzusehen. Wird der Protest abgewiesen, dann allerdings nimmt die Sache einen glatten Verlauf, wenn auch nicht einen solchen, wie er im Interesse der Gläubiger zu wünschen wäre. ArtzeiterbeWrgunz. Mainz, 12. September. Nach der „Mainzer Volksztg." haben die Berliner Arbeiter, die in der Fabrik der Altstadt der Mainzer Lederwerke interniert waren, beim Gewerbegertchte Klage auf Herausgabe ihrer Legitimationspapiere, freie Rückfahrt nach Berlin und Vergütung für drei Tage angestrengt. Die Lederwerke hingegen verlangen von den Arbeitern Herauszahlung des Fahrgeldes von Berlin nach Mainz im Betrage von Mk. 8,60. In der Fabrik Neustadt ist noch ein Trupp Berliner Arbeiter — 15 Mann — interniert. Diese werden von der Außenwelt strengstens abgesperrt. Einer der Berliner Arbeiter hat unter den Angeworbenen in der Fabrik Neustadt einen Bruder; er verlangte zu chm gelassen zu werden, was jedoch verweigert wurde. Die ganze Nacht Über patroullieren starke Schutzmannsposten am Fabrikgebäude in der Neustadt. In der Altstadt sammelt sich jeden Mittag und Abend eine große Menschenmasse an. Die Berliner Arbeiter wollen Übrigens wegen ihrer Freiheitsbeschränkung bei der Staatsanwaltschaft vorstellig werden. — Die Lederwerke schreiben richtigstellend: 1. Zur Aufrechterhaltung unseres Betriebes haben wir am 3. September an verschiedene Gewerbebureaus in Berlin geschrieben, daß wir „infolge des bei uns auSgebrochenen Streiks etwa 30 bis 40 Taglöhner beschäftigen könnten", und sie befragt, ob und zu welchen Bedingungen solche zu haben seien. Von einem dieser Bureaus wurden wir um Angaben über Arbeitsdauer, Lohnverhältnisse und bergt gebeten und erhielten, nachdem wir diesem Wunsche entsprochen hatten, die Mitteilung, daß 40 Mann für uns engagiert seien, die am 8. September in Frankfurt einlreffen würden. 2. Wir nahmen die Arbeiter dort in Empfang, veranlaßten sie, sich in zwei Partien von 25 und 15 Mann, je nach dem Bedarf in unfern beiden Fabriken, einzuteilen, und holten sie dann an dem hiesigen Bahnhof ab. Die Ankunft war hier im voraus bekannt geworden, weshalb wir die Polizei ebenfalls davon benachrichtigen mußten, um die Leute unter deren Schutz nach den Fabriken führen zu können. 3. Da die Leute von der Reise müde waren, verzichteten wir nach ihrem Wunsche darauf, sie noch am Samstag-Nachmittag in die Arbeit einzuführen, gaben ihnen vielmehr nur Kost und Wohnung und ließen einem Teil am nächsten Sonntag die Stadt und Umgegend zeigen, während andere es vorzogen, in der Fabrik zu bleiben. 4. Einige Leute waren bereits am SamStagnachmittag in die Stadt gegangen und eine größere Anzahl verweigerte am Montagmorgcn den Antritt der Arbeit, weil man ihnen in Berlin nicht gesagt habe, daß bet nnS ein Streik ausgebrochen sei. Wir überzeugten sie durch Vorlage der Kopie unseres Briefes vom 3. September, daß wir das betreffende Grwerbebureau von der Thatsache des Streiks naturgemäß in Kenntnis gesetzt hatten und deren Verschweigung also nicht unsere Schuld fei. Wir erklärten ihnen ferner, daß uns mit der Einstellung widerwilliger Arbeiter nicht gedient sein könne und wir es ihnen überlassen müßten, ob sie arbeiten wolllen oder nicht, wobei wir Indessen daraus rechneten, daß uns in letzterem Falle der Betrag der Fahrkarte von 8,60 Mk. erstattet würde. Dies fanden die Leute auch ganz natürlich, verließen aber (11 Mann) die Fabrik, ohne sich b's sitz'. wieder blicken zu lassen, da sie sich offenbar unsern früheren, jetzt ausständigen Arbeitern angeschloffen haben. Die Papiere der Leute gelangten erst heute, Dienstag 11. September, als Postpacket in unseren Besitz. 5. Von den 40 Mann haben sich 25 mit den Arbeitsbedingungen einverstanden erklärt und arbeiten bis jetzt zu ihrer und unserer Zufriedenheit. — Heute abrnd gab es wieder einen ungeheuren Menschen- 5623 empfiehlt L. Kalkhof. Darmstadt. 6056 empfiehlt billigst 5909 rechtzeitig zu decken. Robert Stahl, Neustadt 23. Bekanntmachung, betreffend: Oetroi von Obstwein. Mit Bezug auf § 14, Abschnitt III der Btlänntmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 4. Juni 1874, abgedruckt in Nr. 35 des Regierungsblattes, bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen Kenntnis, daß alle Obstwein-Produzenten vor Beginn der Kelterung von Obst bei der Unterzeichnern Stelle von ihrem Vorhaben Anzeige zu machm und einen Erlaubnisschein einzuholen haben, welcher Beginn und Dauer des Kelterns festsetzt. Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird nach § 16 der vorerwähnten Holzlieferang, Die Lieferung des Holzbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1901 bis 31. De zember 1901 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Bebarfsmengen können auf unserem Bureau hterselbst ein- gesehen oder auch von uns bezogen weiden. Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruörn oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in verschlossenen, mit der Aufschrift „Holzlieferurrg" versehenen Couverts bis spätestens den 24. September 1900 bei uns einzureichen. 6059 Weilburg, den 12. Sept. 1900. Krupp'sche Bergverwaltung. Fruchtsiicke Kart-fielsiicke neue und gebrauchte, Strohsäcke P«tztücher Bekanntmachung bestraft. Gießen, den 21. August 1900. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. ^KkkauutuichNNg.^ Mache hierdurch bekannt, daß vom 15. bis 30. September 1900 auf Grube ^Friedrich" in Trais-Horloff für den Landdebit Würfelbriketts und Briketts 1. Sorte Neues Sauerkraut fst. schwäb. Tafelgurken fst. Salzgurken 5986 Zwiebelkuchen Montag, Mittwoch und Freitag, von 9 Uhr ab. 4684 Hofbäcker Noll, Mäusburg 12 Bmeaugehilfe. Auf dem Bureau der Armeri- Deputation ist die Stelle eines Ge Hilfen bis zum 1. Oktober d. Js. zu besetzen. Bewerber, welche bereits auf einem Bureau thätig waren, wollen unter Angabe ihrer Grhaltsansprüche, sowie unter Beifügung ihrer Zeugnisse und eines Lebenslaufes ihre Meldn ^en bis zum 22. d. Mts. an die unterzeichnete Behörde einreichen. Gießen, 12. September 1900. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 6045 H. E. Jughardt & Ernst Balser KolleKtur der Kess. Landeskotterie empfehlen Lose zur 2. Lotterie. Bestellungen werden in der Papierhandlung Mäusburg 11 und Marktplatz 18, Gießen, entgegen genommen. 5910 Darmstädter Pferde - Lotterie. Ziehung am IS. Oktober. 1 ^05 nur 1 MK. (Fieymrgstiste und S»orlo 20 A»fg.) 1 eleganter Wagen, Zweispänner, mit 2 Pferden uud kompl. Geschirr, im Werte von ca. Mk. 6000. ! Reitpferd mit Dattel und Zaum i. W. v. ca. Mk. 2000. 1 Etuhlwagerr mit 1 Pferd und Geschirr i. W. v. ca. Mk. 1700. 16 Pferde oder Fohlen im Gesamtw. von Mk. 10000, 815 andere Gewinne im Gesamtw. von Mk. 4300. General-Vertrieb der Lose L.F. Ohn&eker, ff. geräucherte Frankfurt. 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