1900 M. 188 Zweites Blatt. Dienstag den 14 August Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Ln-eigen.Beranttlunß-ftellen bei In- und Au1l«chM «thmkn Anzeigen für den Gießener Anzeiger ratgeye« 3Mi», ■pebtfien und Druckerei: FchekDrutze Kr. 7. GratisbeÜagr«: Gießener Familienblätter, Der heWche Landwirt, Klätter für hrffifche Notksksndr. Adreffe für Depeschen: Zuzetger Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: DaS Droschkenfuhrwesen in der Stadt Gießen. Auf Grund deS § 12 des Polizeireglements vom 3. August 1878, betr. das öffentliche Fuhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen, bestimmen wir hiermit als Droschkenhalteplätze in der Stadt für die Zeit vom 15. August ds. Js. bis auf weiteres: 1. die Südanlage am Cafs Hettler, 2. den LudwigSplatz, 3. die Schulstraße am Marktplatze. Gießen, den 10. August 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ____________________Hechler. Die Kaiserparade in Mainz. Mainr, 11. August. lieber den Verlauf der Kaiserparade, von dem wir schon in unserer letzten Nummer noch kurz melden konnten, wird noch aus Mainz geschrieben: Nach den gestrigen Regenschauern hat sich das Wetter heute früh vollständig aufgeklärt. Schon in den frühen Morgenstunden entwickelte sich in den Straßen der Stadt ein reges Leben. Aus Mainz, und namentlich aus den benachbarten Landbezirken und Badeorten, strömten Tausende zum Paradeplatze, um dem glänzenden militärischen Schauspiel beizuwohnen und dem Kaiser ihre Huldigung darzubringen. Für die an der Truppenschau beteiligten Truppen hatte die Garnison-Verwaltung auf verschiedenen Plätzen auf dem großen Sande mächtige Wasserbottiche aufstellen lassen und drei Sanitätsposten waren zur event. Hilfeleistung an verschiedenen Punkten aufgestellt und mit Aerzten und Lazarattgehilfen besetzt. Nach 7 Uhr trafen die ersten auswärtigen Truppen ein. Die beiden ersten Bataillone des Regiments v. Gersdorff trafen zu Fuß aus Wiesbaden über Kastel ein. Die Regimenter 116 und 166 trafen in Extrazügen im Zentralbahnhof und Kastel ein und marschierten aussen vorgeschriebenen Wegen nach dem großen Sande. , , IteW Das Generalkommando hatte besohlen, daß die Zivil- Zuschauer so aufzustellen seien, daß sie den Kaiser sehen könnten. Um acht Uhr begann die Aufstellung der zuerst zum Exerzieren befohlenen Truppen, der Regimenter 88 und 117. Der kommandierende General traf gegen halb neun Uhr auf dem Platze ein und besichtigte die Aufstellung. Inzwischen wurdest auch von der 4. Komp, des Jns.- Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 (Hauptmann von Stössel) die Fahnen und Standarten auf den Platz gebracht und an die beiden vorgenannten, wie die anderen ringsum lagernden Regimenter verteilt. Dann eine erwartungsvolle Stille. Der Kommandierende sprengte mit seinem Adjutanten nach dem mittleren Sande und nach dem Bahnwärterhaus Nr. 39 zu, wo Punkt 8 Uhr 50 Min. der Sonderzug mit dem Kaiser eintraf. Das Zelt war reich dekoriert mit Wappen und Fahnen. Ein Sergeant mit zwei Gefreiten vom Pionier-Bataillon 9fr- 11 standen Posten. Im Innern stand vor der Rampe des Kaisers Pferd, ein prächtiger Slpfelschimmel. Der Kaiser entstieg dem vorletzten Wagen. In seiner Begleitung befanden sich der Chef des Militär-Kachnetts General der Infanterie von Hahnke, der Hausmarschall von Lynker, der dicnstthuende General-Adjutant und Kommandant des Hauptquartiers von Hessen, die Flügeladjutanten Generalmajor von Scholl und Oberstleutnant von Berg und Stabsarzt Dr. Jlberg. Zum Empfange anwesend waren der Großherzog (in der Oberstenumform seines Leibregiments) mit seinem militärischen Gefolge: Oberst v. Grancy, Oberstallmeister v. Riedesel, Major v. Roeder zu Diersburg und Rittmeister Krämer, Gouverneur Baron v. C o l l a s mit seinem Stabe, Kommandant Generalmajor v. Zastrow und Provinzialdirektor Geheimrat Frhr. v. G a g e r n. Zum persönlichen Dienst beim Kaiser war Oberleutnant Becker vom Jnf.-Regt. 9tr. 116 kommandiert. Die Begrüßung zwischen Kaiser und Großherzog war eine sehr herzliche. Dann begrüßte der Kaiser zuerst Herrn v. Gagern, mit dem er sich kürzere Zeit unterhielt und dann den Gouverneur Baron v. Collas. Der Kaiser, der kleine Generalsuniform trug und äußerst wohl aussah, begab sich darauf in das Zelt. Iw dem von den Pionieren errichteten Zelte stieg der Kaiser zu Pferde und ritt im Galopp mit seiner Suite, die Kaiserstandarte ihm direkt folgend, nach dem Großen Sande. Mit „Guten Morgen Leute" begrüßte er die aufgestellte kombinierte Brigade, die mit laut schallendem „Guten Morgen Majestät" antwortete. Darauf begann sofort das Exerzieren der Brigade (88er und 117er) unter dem Kommando des Generalmajors v. Buddenbrock-Het- tersdorf. Darnach exerzierte das Regiment Nr. 88 (Oberst Francois) allein und dann das Husaren-- Regiment Nr. 13. Das Gefecht, zu dem der kommandierende General die Aufgabe gestellt hatte und an dem die Regimenter Nr. 88 und 117, sowie 87 (dieses als markierter Feind), das Ulanen-Regiment Nr. 6 und die zweite Abteilung vom Feld- Artillerie-Regiment Nr. 27 teilnahmen (jeder Infanterist hatte 20 Platzpatronen, jedes Geschütz 15 Manöverkartuschen) bot ein richtiges Schlachtenbild. In liberalster Weise war das Publikum schon vom Beginn des Exerzierens an auf den Platz gelassen worden bezw. durfte es auf dem ersten Schutzwalle der Schießstände Aufstellung nehmen, und konnte so den Verlauf des Exerzierens u.nd des Gefechts genau beobachten. Nach beendigtem Gefechte, das sich über den ganzen, weiten Platz verbreitet hatte, versammelte der Kaiser die sämtlichen berittenen Offiziere um sich zur Kritik. Inzwischen erfolgte die Ausstellung der Truppen zur Parade. Die Aufstellung war folgende: 87, 88, 80, 116, 166, 117, Unteroffizierschule Biebrich, Fuß-Artillerie Nr. 3, Husaren Nr. 13, Ulanen Nr. 6, Feld-Artillerie Nr. 27 und 63. Kommandiert wurde die Parade vom Kommandeur der 21. Division, Generalleutnant v. D ei n e s. Vor Beginn der Parade wurden dem Kaiser, dem Großherzog und sämtlichen Herren der Suite Zugführer-Rapporte überreicht. Beim Antreten eines jeden Regiments bezw. Truppenteils ritt der betr. Kommandeur auf die linke Seite des Kaisers und nannte die Namen sämtlicher Offiziere bis einschl. der Hauptleute. Der Kaiser führte als Chef des Infanterie-Regiments Nr. 116 dieses dem Großherzog zweimal vor. Der erste Vorbeimarsch geschah in Zug- und Batterie- sront. Der zweite Vorbeimarsch in Kompagnie-, Eskadron- und Batterie-, bezw. Regimentsfront; die Kavallerie im Galopp, die Feld-Artillerie im Trabe. Während der Kaiser nach beendigter Parade nochmals Kritik abhielt, rückte die Fahnenkompagnie (4./116.) und die Standarten- Eskadron (5. vom Ulanen-Regiment Nr. 6) an das Schießhaus der Mainzer Schützengesellschaft, wohin sämtliche Fahnen vmd Standarten gebracht wurden, und wo der Kaiser erwartet wurde. Nach beendigtem Exerzieren des Husarenregimentes richtete der Kaiser eine Ansprache an das Regiment, in der er die schneidige Haltung des Regiments sehr lobte. Er erwähnte dann den ermordeten bisherigen Chef des Regiments, König Humbert von Italien, und hob dessen Anhänglichkeit an das Regiment hervor. Gleichzeitig machte rr bekannt, daß er den bisher a la suite des Regiments gestandenen jetzigen König von Italien, Viktor Emanuel III zum Chef des Regiments ernenne. Dann begab sich der Kaiser von der Wallstraße aus über Bingerstraße, Münsterplatz und Große Bleiche direkt in das Schloß. Bei der Tafel saß rechts vom Kaiser der Großherzog und links Prinz Heinrich, gegenüber saßen der Obersthofmarschall v. Westerweller, Gouverneur Baron v. Collas und Oberst v. Grancy. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit seinem Bruder und dem Großherzog und trank wiederholt verschiedenen Herren zu. Eine Rede wurde nicht gehalten. Kurz nach 3 Uhr verließen der Kaiser mit dem Großherzog und Prinz Heinrich mit dem Vice-Admiral Frhrn. v. Seckendorfs, je in einem Wagen und das Gefolge in weiteren sechs Hofequipagen und drei Wiesbadener Wagen das Schloß. Tie Fürstlichkeiten fuhren über die Kaiserstraße nach ld§m Zentraloahnhofe. Hier hatten sich zur Verabschiedung Gouverneur Baron v. Collas, Provinzialdirektor Frhr. v. Gagern und Eisenbahnpräsident Breitenbach eingefunden. Der Kaiser unterhielt sich vor der Abfahrt längere Zeit mit Herrn v. Gagern und äußerte u. a. auch laut: „Ja, Ihr Mainz ist eine schöne und reiche Stadt", worauf Herr v. Gagern erwiderte: „Nein, Majestät, Mainz ist eine arme Stadt" (mit Bezug auf den eisernen Festungsgürtel). Der Kaiser fuhr nach herzlicher Verabschiedung vom Großherzog, dem Prinzen Heinrich und den hiesigen Herren um 3 Uhr 15 Min. ab und zwar nach Homburg. Ter Großherzog reiste um 3Uhr 25 Min. mit Sonderzug nach Wolfsgarten und um 3 Uhr 45 Min. nach Cron^erg. Das Publikum ließ bei der' Abfahrt des Kaisers und das Großherzogs nach dem Bahnhofe und auch vormittags schon beim Einreiten in die Stadt den Fürsten jubelnde Zurufe zuteil werden. Ordensauszeichnungen erhielten: Generalmajor und Kommandant v. Zastrow und Oberst Kutz en vom Jnf.- Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117 den Kronenorden 2. Klasse. Um halb fünf Uhr nachmittags traf der Kaiser in Homburg ein und erwartete auf dem Bahnhof die Kaiserin, die kurz darauf ankam. Das Kaiserpaar fuhr alsdann unter dem Jubel des Publikums nach der Saalburg. Die Eidesleistung des Königs Viktor Emanuel HI. Am Samstagvormittag hielt König ViktorEmanuel im schwarz drapierten Senatssaale eine Thronrede und leistete den Eid auf die Verfassung. Der Saal war dicht besetzt. Unter den Anwesenden befand sich auch Königin Helene, sowie die Prinzen des königlichen Hauses. Wieder* holt wurde der König von lebhaften, an einigen Stellen sogar von enthusiastischen Beifallskundgegungen unterbrochen, so, als er erklärte, sein erster Gedanke gelte dem Volke, der liberalen Monarchie, und als er versprach, dem Volke alle Kraft zu widmen, über die er verfüge. Starken Eindruck machte auch der PaffuS von der Notwendigkeit des inneren Friedens für Italien und der Eintracht aller Gutgesinnten zum moralischen und wirtschaftlichen Wohle des Vaterlandes. Stür- mischen Beifall folgte, als der König rief: „Sammeln wir uns, und wenden wir die bestehenden Gesetze rigoros an. Furchtlos und sicher besteige ich den Thron, meiner Rechte und Pflichten wohlbewußt." Der Beifallssturm, den diese Worte entfesselten, setzte sich fort, als der König weiter sagte: „Italien habe nur Vertrauen in mich, wie ich auf Italiens Zukunft vertraue". Den Höhepunkt erreichte des Königs Rede aber, als er erklärte, daß er unwandelbar an den liberalen Institutionen festhalten, aber auch die nölige Energie zum Handeln besitzen werde. Nicht enden wollender Beifall folgte den Schlußworten des Königs: „In der Religion aufgewachsen, rufe er Gott zum Zeugen für sein Versprechen an. Von heute an gehöre er mit Leib und Seele nur dem Wohle und der Größe Italiens an." — Die jubelnden Ovationen, die rasenden Evvivarufe dauerten noch lange an, als der König bereits langsam und ernst die Aula verlassen hatte. Die Sprache eines durchaus konstitutionell und liberal gesinnten, von Mut, Selbstvertrauen nnd Vertrauen in sein Volk erfüllten Monarchen hat Italien in dieser Programmkundgebung vernommen, die auch im Auslande überall da, wo Einsicht in die durch den geschichtlichen Werdegang des nationalen Einheitsstaates bedingten Daseinsnotwendigkeiten Italiens und aufrichtige Sympatie für diesen herrscht, die beifälligste Aufnahme finden wird. „Entwickelung unserer intellektuellen Kräfte und neuer wirtschaftlicher Energie", in diesem Satze der Thronrede liegt das Schlüsselwort einer gedeihlichen Zukunft Italiens. Wenn König Viktor Emanuel die ganze Thatkraft, die ihm nachgerühmt wird und von der ein Hauch uns aus feinen bisherigen Kundgebungen und Handlungen entgegenweht, an die Umsetzung dieses Programms in Thaten fetzt, dann steht Italien am Beginn einer Zeit durchgreifender Reformen auf sozialem, wirtschaftlichem und administrativem Gebiete. Freilich wird der junge König manch schwieriges Hindernis zu überwinden haben, um das ihm vorschwebende Ziel zu erreichen, und nicht als das geringste dieser Hinderniffe dürfte sich nur allzu bald die jetzige Kammer erweisen, deren Unfähigkeit zu schöpferischer Arbeit im großen Stile sich nur allzu handgreiflich geoffenbart hat. Wir sind nicht optimistisch genug, zu hoffen, die ungeheuere Seelenerschütterung der letzten Tage werde die Koterien des italienischen Parlaments geläutert und dazu gebracht haben, sich fortan aller Selbstsucht und Eigennützigkeit zu entschlagen und ihre kleinlichen Interessen den großen Pflichtgeboten lauterer Vaterlandsliebe unterzuordnen. Die Wiedergeburt des verrotteten und verfallenen italienischen Parlamentarismus kann nur aus der Nation heraus erfolgen und je innigere Fühlung der junge König mit dieser zu unterhalten weiß, um so sicherer und eher wird ihm das große Erneuerungswerk gelingen. Heute nachmittag begab sich eine Riesenmenge nach dem Quirinal und brachte dem Königspaare stürmische Ovationen dar. Das Königspaar zeigte sich auf dem Balkon zweimal der jubelnden Volksmenge. Alle Abendblätter Roms find einmütig im Lobe des jungen Monarchen. „Italic" sagt: Eine neue Energie tritt auf, die das Volk aus feiner Apathie auf* rüttelt. Die Rede des Königs war ein eursum corda, eine Vibration des Herzens des Patriotismus. In wenigen Tagen eroberte der König das Volk, das stolz auf ihn ist. „Opinione" sagt: Die Rede war mehr wie glücklich, sie hat uns aufgerichtet. Beffer als er es that, konnte der König nicht Heer und Flotte ehren. — „(Sortiere Italia": Die Begeisterung grenzte an Delirium; mit Recht, denn die Rede war sehr gut und Der* dient den Beifall aller. — „Fanfulla" jubelt: DaS war die Rede eines Königs, eines ManneS. Es giebt Japan werde die alte Begehrlichkeit auf Korea wieder erwachen. Daß Frankreich und die Vereinigtem Staaten diesen Bestrebungen mit wenig wohlwollenden Gefühlen gegenüberständen, beweise die Art und Weise, wie sie die Ernennung des Grafen Waldersee ausgenommen haben, dessen diplomatische Fähigkeiten zwar viel dazu beitragen, einem Einvernehmen zwischen den Mächten die Wege zu ebnen, doch könnte man mit ernsten Ereignissen in Europa zu rechnen haben. London, 13. August. Nach Meldungen aus Tientsin sollen sich die Chinesen in vollem Rückzüge auf Peking befinden. Voraussichtlich werden die Verbündeten in spätestens zwei Tagen vor Peking ankommen. Wien, 13. August. Der neue österreichischungarische Gesandte in China, Freiherr v. Czikan, wird Anfang nächster Woche auf seinen Posten nach China abgehen. Der Krieg in Südafrika. Nach einem Telegramm des Reuter'schen Bureaus überschritt Buller am 9. dS. nach einem Marsche von 10 Meilen bei Beginderlejn den Vaal. Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 10. dS.: General Buller marschiert auf Ermelo. General Rundle ließ in Harrismith Major Marals und 133 bewaffnete BurghcrS verhaften. General Hunter meldet aus Bet! ehern: Am 8. und 9. August unterwarfen sich weitere 130 BurgherS, welche gegen eine Million Patronen hatten. Lord Kirchen er war gestern mit der Nachhut DewetS an der Lindequeedrift in einen Kampf verwickelt und hörte zu gleicher Zeit Kanonendonner von den Truppen Methuens, sechs Meilen im Nordwesten. Eine Bestätigung des gemeldeten Burensiege- liegt bis jetzt nicht vor. * * * Telegramm des Gießener Anzeigers. Loudon, 13. August. Aus Mafeking wird gemeldet, gerüchtweise verlaute, Ze er u st sei gestern morgen ohne Verteidigung von den Buren verlassen worden. Dieselben zogen sich 8 Meilen nach Norden zurück. Deutsches Reich. Berlin, 12. August. Aus Homburg wird gemeldete Der Kaiser kam gestern um 4.38 Uhr hier an und erwartete auf dem Bahnhofe die Ankunft der Kaiserin, die 10 Minuten später mit ihrem Sonderzuge hier eintraf. DaS Kaiserpaar fuhr im offenen Wagen durch die Straßen Homburgs nach dem Schlosse. — DaS Kaiserpaar ist abends 8 Uhr wieder nach Wilhelmshöhe abgereist. — Aus Cronberg wird gemeldet: Prinz Heinrich traf gestern gegen 7 Uhr hier ein und wird bis morgen abend hier verweilen. — Prinz Heinrich von Preußen feiert am Dienstag seinen 39, Geburtstag, seit zwei Jahren, wieder den ersten in der Heimat. — Dem deutschen Oberbefehl in China hat nunmehr auch Japan zugestimmt. Es steht somit nur noch die offizielle Erklärung der sranzösischen Regierung aus. — General-Feldmarschall Graf Waldersee verläßt Hannover endgiltig am 15. August. Die Abreise mit dem Hauptquartier, dem 23 deutsche Offiziere angehören, erfolgt am 20. August mit dem Dampfer „Sachsen" von Genua aus. — Der neu ernannte Ober-Quartiermeister Oberst v. Gayl wurde zum Generalmajor befördert. — Wie mehrere Blätter melden, geht Graf Waldersee vor seiner Abreise aus Genua in besonderer Mission nach Rom. — Der Kaiser hat bestimmt, daß sein Flügel-Adjutant, Oberstleutnant v. Boehn, mit dem Ober-Kommandierenden der verbündeten Truppen, Generalseldmarschall v. Waldersee, als dessen Adjutant mit nach China gsht. Oberstleutnant v. Boehn hat Wilhelmshöhe bereits verlassen. München, 11. August. Die Staatsregierung ordnete an, daß in den Kreishauptstädten regelmäßige amtliche Konferenzen zur Weiterbildung des Arbeitsnachweises stattzufinden haben, an denen die Arbeitsämter, Handwerkerkammern, Landwirtschaftsvereine, Gemeindevertreter u. s. w. teilnehmen sollen. wieder Willenskraft, wieder Aktionsenergie in Italien. Vorwärts, Savoya! Vorwärts zum Schutze der Gesetze und der Freiheit! Der König, seiner Rechte bewußt, wird das Land davor retten, die Beute einer Minderheit von degenerierten Doktrinären zu werden. — Selbst der klerikale „Osservatore Romano" erkennt an, daß niemals eine Thronrede so glücklich war. Die militärischen Blätter jubeln am meisten. —J. , I ■■■■ ■ 1 ■ ------- --------!..----------— ■ ■-- - Die Wirren in China. lieber den weiteren Verlauf des Vor m a r s ehe sauf Peking verlautet nichts und selbst über das Gefecht bei Peitsang (5. August) und die Einnahme von Yangtsun (f>. August) fließen die Nachrichten, obschon der Feldtelegraph bis Yangtsun gelegt sein soll, so spärlich, daß bis jetzt nicht einmal die Berlustzahlen genau bekannt sind. Wir erfahren nichts über die Regelung des Trains, nichts darüber, ob es gelungen ist, die Verpflegung und den Munitionsersatz auf dem Flnßwege des Peiho zu sichern, nichts über die Vormarschstraße, ob die alte Straße am Flusse entlang nach Tungtschou oder der bei Yangtsun in nordwestlicher Richtung auf Peking abzweigende Eisenbahn dämm oder beide zugleich von den Verbündeten benutzt werden. Auch wissen, wir nicht, ob sichldie vor' einigen Tagen verbreitete Nachricht bestätigt, daß größere japanische Truppenmassen, angeblich 20 000 Mann, in Schanheikwan gelandet seien, um von dort aus an dein besser gangbaren Südabfall des Gebirges entlang auf Peking vorzudringen. Hoffentlich ist dieser Nachirichtenmangel durch die Erkenntnis zu erklären, daß Nachrichten von Europa nach Peking ebensoschnell übermittelt werden können tvie die Depeschen der Gesandten aus Peking neuerdings an ihre Bestimmung gelangen, daß es also nicht angezeigt ist, über Beivegung, Organisation und den Angriffsplan der verbündeten Truppen Nachrichten bekannt zu geben. Nach einer Meldung der „Daily Mail" über T schi f u waren in dem Treffen bei Yangtsun am 6. August die Engländer und Amerikaner im Vordertreffen. Die chinesischen Stellungen bestanden aus sieben Linien, deren Verschanzungen je 200 Schritt änseinanderlngen. Der Feind ging von einer Linie in die andere unter fortgesetztem Feuer zurück, bis er die letzte in zerstreuter Flucht ans Peking zll räumte. Die Stellungen bei Yangtsun waren von natürlicher Stärke und dazu trefflich befestigt. Die Briten büßten 200, die Amerikaner 250 Tote und Verwundete ein. (Der amerikanische General Chaffee meldet nur einen Verlust von 60 Mann.) Die Chinesen erklären ihren Rückzug mit der Behauptung, die Briten hätten Gift über sie ausgegossen, was sich auf die Lydditgeschosse beziehen soll. „Daily Expreß" teilt mit, der ständige Unter- skaatSsokretär Saunderson im Auswärtigen Amte soll geäußert haben, die verbündeten Truppen würden, wenn sie Peking erreichten, nicht den Eingang zu erzwingen suchen, um nicht das Leben der Europäer in Gefahr zu bringen, nur falls die Insassen der Gesandtschaften ermordet wären, würde Peking angegriffen werden. Diese Angabe könnte übrigens, wie man in unterrichteten Kreisen feststellt, nur insoweit richtig sein, als es sich darum handelt, vorläufig die Europäer in Peking in Sicherheit zu bringen. Der dem Londoner Auswärtigen Amte nahestehende „Daily Telegraph" erklärt sehr bestimmt, Friedensverhandlungen könnten nur unter der Voraussetzung eingeleitet werden, daß den Verbündeten der unbehinderte Vormarsch nach Peking und der Siegeseinzug zur Befreiung ihrer Landsleute eingeräumt werde. ES sei Zeit genug, über die Sühne und die Entschädigungen zu verhandeln, wenn die Ausländer wieder unter eigenem Flaggeuschutz seien. Allein die Chinesen dürsten zum voraus überzeugt sein, daß sie nicht so. streua behandelt Würden, wie ihr Verbrechen es verdiene; möglicherweise handle es sich bei ihnen auch jetzt hauptsächlich darum, Zeit zu gewinnen, es scheine aber, als ob es ihnen gegenwärtig thatsächlich ernst sei, jeden falls sei augenblicklich die zeitige Erreichung Pekings und die Rettung der Belagerten die erste Erwägung. Nach einer Meldung Dalziels aus Shanghai wären am 3. August in Taming, westlich von Tsinanfn wieder fünf Deutsche von Bischof AnzerS katholischer Mission ermordet worden, was das Vertrauen in Yuanschikais freundliche Versicherungen einigermaßen erschüttere. Der „Petersburger Regierungsbote" schreibt: Am 9. August erhielt das Ministerium des Aeußeren uumittel bar von dem kaiserlich russischen Gesandten bar von dein kaiserlich russischen Gesandten in Peking ein Telegramm, das offenbar mit Expreßboten dem örtlichen Yamen der Provinzhauptstadt Tsinan übermittelt und durch dies Yamen telegraphisch nach dem Be- stmlmungsort befördert mürbe. In dieser Depesche meldet der Gesandte v. Giers, daß der Belagerungszustand s o r t d a u c r c und daß die Belagerten noch einigen Vorrat an Lebensmitteln hätten. Die chinesische Regierung schlage den Gesandtschaften vor, deren Telegramme zn übermitteln, mid bestehe auf der Abreise der Gesandten aus Peking. Da die Gesandten keine genügende Bürgschaften für ihre Ächer- heit haben antworteten sie, daß sie für ihre Abreise die Erlaubnis ihrer Regierung haben müßten. Mit Genehm!- anng des Kaisers ist dem Gesandten v. Giers ge Vhl’srbcI’, wit dem ganzen Personal der Gesandt schäft und bir Landunastruppc nach Tientsin abzu- nur '"X1" Rnllr' wenn die in Peking bc- "Nd der Kaiser von China die stärkten ^llrgschastin buh u, daß die Abreise möglichst gefahrlos vor sich gehen könne. Gleichzeitig ist der Gesandte von G er« angewiesen werden ans die schwere Peraniwortiing misinerksani zu machew die China und der. Kaiser von Cf)tnn trifft, im Falle die Unverletzlichkeit aller der Personen auch nur in, geringsten a,.getastet werde, die gleich »Ni d«n russische,, Gesandten nach Tientfin reisen sobald die Abreise möglich ist. * Berlin wird gemeldet: Die Gesandten in Peking haben bet ihren Regierungen telegraphisch ange fragt, wie sie sich gegenüber dem chinesischen Vorschlaa Peking unter chinesischer Cdkorte zu verlassen verhalten sollen. Sie fügen hinzu, daß sie weder in die dnneHfdie Eskorte, noch in die chinesischen Versprechungen Vertrauen haben. 7kdmiral Conrrejolles meldet aus Taku, daß sich General Frey mit 800 Mann und drei Batterien bei jber Truppenabteilung befinde, die gegen Peking vorrückt. New York Journal and Advertiser meldet aus Hong kong vom 10. August: Rings um Swatau (Vertragshafen in Mvantnng) herrschen fortwährend Unruhen und wird noch geplündert. Der Vizekönig läßt alle Vorstellungen der Konsuln iinberücksichtigt. Alle Missionen v o n Y u n g t s ch o u sind dem Erdboden g l e i ch g e - m a d) t worden. Die einzelnen Christen wurden g e - steinigt. Zwei Missionare sandten dem amerikanischen Konsul in Hongkong folgendes Telegranim: „Es wurden iiodji drei andere Kapellen bcrbraiuit; die Missionshäuser werden geplündert. Unser Leben ist in Gefahr. Der Taotai rührt sich nicht. Rettet uns. Die aufrührische Bewegung breitet sich aus". Ter amerikanische Konsul in Kanton erhielt von dem Gesandten (Songer ein am 10. August von Tsinanfn ans befördertes Telegrainm, in dem er meldet, daß die Gesandtschaft noch immer belagert und die Lage eine verzweifelte sei. „Aber was auch werden möge, wir werden aushalten bis ans Ende". Rußland und die Mandschurei. Dem Generalstabe in Petersburg sind nachfolgende Meldiingen zugegangen: General Gribski berichtet: Der hartnäckige Kampf bei Aigun am 4. ds. endete mit der Fluchst des Feindes teils in der Richtung gegen Zizikar, teils den Amur abwärts. Zur Verfolgung in beiden Richtungen wurden Truppen aller Waffengattungen beordert. General Rennenkampf rückte auf der Straße von Zizikar am 6. ds. mit einer Reiterschar und Artillerie vor und stieß am folgenden Tage 48 Kilometer hinter Aigun aus eine chinesische Abteilung von 3000 Mann Infanterie und 400 Reitern mit 12 Geschützen. Das sehr durchschnittene und gebirgige Gebirge verhinderte einen Angriff der Kavallerie, weshalb die Kosaken meistens zu Fuß kämpfen mußten. General Rennenkampf bekam alsdann Hilfe von allen Waffengattungen. General Gribski lobt namentlich die Energie und die Anordnungen des Generals Subotitsch, sowie Die Tapferkeit und brave Haltung der Truppen und einiger Bewohner von Blagowiescht scheusk. Oberst Pflug berichtet unter dem 5. August aus Port Arthur, daß General Fleischer mit seiner ans Infanterie, Artillerie und zwei Schwadronen Eisen- bahuschutzwache bestehenden Abteilung auf Jnkou und G a i t s ch o n vvrrückt. Dem Obersten C h o r u u sche n - k o w wurde befohlen, Gaitschon von Osten her anzugreifen. Oberst D o m b rowski rückte von Dasclsizao vom Norden her vor und schickte Freiwillige und Kosaken aus, um dem Feinde den Rückzug abzuschneiden, während von Jnkou aus die Abteilung des Generals Fleischer vorrückte. Als die Chinesen erkannten, daß die Russen von allen Seiten vorrückten, flohen sie ostwärts und konnten von den ermüdeten Truppen, nachdem letztere 38 Kilometer marschiert waren, nicht weiter verfolgt werden. Erbeutet wurden zwölf alte Geschütze, Gewehre und Munition. Die Berlnste ans russischer Seite sind unbedeutend. — Ans dem Innern Chinas, den Provinzen Hunan und Hupe, sollen sich 12 000 Mann chinesischer Truppen ans Peking und Tientsin zu bewegen; sie sollen sich stark befestigen und im Peihofluß mit Steinen beladene Barkeri versenken. Aus Petersburg liegen folgende Nachrichten des Generalstabs vor: Am 11. ds. haben unsere Kosaken die Station Iakschi im Bezirke Chailar in Verbindung mit einer Kompagnie Infanterie besetzt. Die Eisentzahnarbeiten werden von der Station Dschärmete ans fortgesetzt. Arn 7. ds. trafen Kosaken in Urga znrn Schutze des Konsulats ein und wurden von den Mongolen sympathisch empfangen. Zn OKneral Orlow kommen Abordnungen mit Ergebenheitsadressen von Mongolen, denen volle Freiheit betreffend der Herden gewährt wurde. Eine von Orlow abgesandte Kavalleriekolonne mit Geschützen stieß bei Dschar- inete auf den Feind, der 45 Kilometer weit zurückgetrieben wurde und 18 Fuhrwerke zurückließ. Die Abteilung Orlows rückte hieraus bis Dscharmete vor. * Aus Berlin wird gemeldet: Der Kaiser hat dem General v. H ö p f n c r Befehl erteilt, sich sofort nach, erfolgter Landung mit den Seebataillonen bis zur Ankunft des Generals v. Lefsel bezw. des Grafen Waldersee dem Befehl des ältesten anwesenden russischen Generals zu unterstellen. Ferner daß die englische Regierung amtlich erklärt hat, daß sie bereit sei, ihre Truppen in Petschili dem Oberkommando des Grafen W a l d e r s e e zu unterstellen, falls von allen andern Mächten gleich,lautende Zustimmung ausgesprochen wird. • * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. Berlin, 13. August. Aus Wien wird gemeldet: Die Kaiserin-Witwe von China habe die Absicht zu er- kennen gegeben, vor dem Eintreffen der europäischen Truppen die chinesische Hauptstadt zu verlassen und den Hof nach einer anderen Stadt zu verlegen. Die Berliner chinesische Gesandtschaft hat nun ein der Kaiserin zuzustellendes Telegramm nach China gesandt, in welchem sie der Kaiserin-Witwe und dem Kaiser dringend rät, Peking nicht zu verlassen und die Ankunft der fremden Truppen ruhig abzuwarten. — Der „Nazione" zufolge werden auch zwei italienische GeneralstabS-Offiziere sich mit dem Stabe des Grasen Waldersee in Genua einschiffen. Berlin, 13. August. Wie daS „Kl. I." authentisch erfährt, werden sich zwei russische Offiziere als militärische Vertreter Rußlands dem Stabe des General Feld- marschalls Graf Waldersee anschließen. Berlin, 13. August. Die „Berliner MontagSztg." veröffentlicht eine Unterredung mit einer hervorragenden Persönlichkeit, die zu den hiesigen leitenden Kreisen in enger Fühlung steht, über die durch die Vorgänge in China geschaffene internationale politische Lage. Dieselbe äußerte sich dahin, daß Rußland durch seine gr oßen Truppen-Konzentrationen auf der linken Seite des Amur seine lang gehegten Absichten auf die Mand- schurei realisieren wolle. England werde sich trotz seiner Erklärung, sich mit der Politik der offenen Thür begnügen zu wollen, den Vortritt zu sichern versuchen. AuS den Absichten, die man auf die Provinz Shanlung habe, mache man sich in Deutschland keinen Hehl. Auch in Ausland. Marseille, 12. August. Präsident Loubet ist heute morgen 9 Uhr hier angekommen. Die Menge bereitere ihm einen begeisterten Empfang. Alle Straßen, die der Wagenzug LoubetS und seine Begleitung passierte, sind prächtig geschmückt. Bei der imposanten Feierlichkeit der Heb ergebe der Fahnen auf dem wQuai de la frater- nitö“ hielt der Präsident eine Ansprache. Die mit fester Stimme gehaltene Ansprache rief lebhaften Enthusiasmus hervor. Es erschallten stürmische Hochrufe auf die Armee und die Republik. Nach der Fahnenübergabe und der Parade über die Truppen begab sich der Präsident unter dem Jubel der Menge nach der Präfektur. Bei der Frühstückstafel in der Präfektur toastete Loubet aus da- Heer und die Marine. Nach dem Präsidenten Loubet sprach bei dem Mahle in der Präfektur der Marineminister Lanessan. Er brachte einen Trinkspruch aus den Präsidenten aus, dem er den Dank für die Ehre, die Loubet dem Expeditionskorps erwiesen habe, darbrachte. Der Minister schloß, indem er hervorhob, mit welcher Sorgfalt alle diejenigen, die das Expeditionskorps organisiert haben, für die Gesundheit und das Wohlergehen der Soldaten vorgesorgt hätten. Nach dem Frühstück empfing Loubet die Behörden. Gegen 4 Uhr reifte der Präsident unter herzlichen Kundgebungen des Publikums ab. Paris, 12. August. Das Verhör der Geliebten Kollegium Wien, 12. August, ritchte, daß der Zar im Joseph in Wien einen Wien, 11. August. September dem Kaiser Franz Besuch abstatten wird. Gras GoluchowSki reift heute, an das Hoslager nach Ischl. — Aus Stadt und Land. Gießen, 11. August 1900. * Bürgermeisterwahl. In der außerordentlichen Stadt- verordneten-Versammlung am SamStagnachmittag wurde be- | schlossen, die Stelle des Bürgermeisters auszuschreiben. I • * Personalnachrichten. Am 8. August wurde der provisorische Lehrer an der Höheren Mädchenschule zu Mainz, I Lehramtsassessor Friedrich Kraft, zum Lehrer an dieser I Schule, mit Wirkung vom 20. April l. I. an, ernannt und I der Ministerialsekretär im Ministerium des Innern, Adalbert Frhr. v. Starck, wurde mit der Versetzung der erledigten Stelle eines ständigen Hilfsarbeiters bei diesem Ministerium beauftragt. ** Da8 Sommerfest des Vereins „Waiseufchutz" auf der „Schönen Aussicht" war ebenfalls stark besucht; die Teilnehmer wurden durch die Darbietungen des allzeit rührigen | Vereins vollauf befriedigt. ** Bauer'scher Gesangverein Zur Abhaltung seines Sommerausfluges hatte der Bäuerische Gesangverein unfern schönen Stavtwald erkoren. Den Mitgliedern und Gästen wurden durch Konzert, Tanz, Gesangsvorträgen, Spiele rc. einige angenehme Stunden der Unterhaltung geboten. *• Liebesgaben frachtfrei. Die König!. Eisenbahndirektion teilt uns mit, daß für das ostasiatische Expeditionskorps bestimmte freiwilligeGaben, die in den Frachtbriefen ausdrücklich als solche bezeichnet und an die König!. Bahnhosskommandantur in Bremen oder an die bei dieser errichtete Hauptsammelftelle gerichtet werden, aus den Preußisch-Hessischen Staatsbahnen bis auf Weiteres frachtfrei befördert werden, und daß der Kaiserliche Kommissar der freiwilligen Krankenpflege der Bahnhosskommandantur einen Delegierten beigeben wird, der für Ordnung und Absendung der Liebesgaben nach China Sorge zu tragen hat. ** Warnung. Das Frankfurter Polizeipräsidium warnt vor einem unbekannten S ch w i n d l e r, der in Frankfurt a. M., Kassel, Gießen, Marburg usw. dadurch Damen zu betrügen gewußt, daß er angab, er sammele Abonnenten für die „Frauenzeitung". Er ließ sich 2,60 Mk. anzahlen und stellte dementsprechende Quittung aus. Der Thäter ist 26—28 Jahr alt, hat dunkles Haar, trägt Zwicker, war fein gekleidet mit heller Hose, dunklerem Rock, weißem Strohhut mit schwarzem Bande. " Landeslotterie. Bei der heute fortgesetzten Haupt- öiebuna fiel ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 7575. — 3 ä 4000 auf Nr. 20 392, 24 980, 32 483. — 7 a 3000 Mk. auf 253, 7078, 16 605, 26 487, 31 429, 31660. __ 21 L 2000 Mk. aus Nr. 2649, 2692, 3170, 3884, 7172, 8767,9499, 10 881, 11017, 12056, 12 381, 14 789, 16 020, 18 951, 19 252, 20 947, 22 231, 25 213, 28 438, 28 510, 28 513. — 28 ä 1000 Mk. auf Nr. 151, 601, ! 922 1318, 3101,3629, 4180, 4458, 5876, 7411, 11 809, ! 12 941, 13 583, 15 252, 15 561, 16 430, 18 520, 19 854, 20154, 20 246, 21 091, 22 973, 23120, 24 100, 27 766, 27 791' 29 448, 30 714. 38 ä 500 Mk. aus Nr. 512, 898, 4636, 4971, 5576, 5665, 6784, 7275, 7689, 8943, 9296 11 774 13 234, 14 118, 16 355, 16 556, 17 039, 18 346, 18 630, 18 973, 19 074, 19 847, 20 099, 20 481, 21441 21706, 21 811, 24 045, 25 042, 25 444, 26 053, 26 514' 27 958, 28 337, 29151, 30 398, 30 616, 32 768. (Ohne Gewähr.) -e- Heuchelheim, 13. August. Mit unserem gestrigen ersten Kirmestage hatte sich auch echtes KirmeSwetter eingestellt. Daher war unser Dors von recht vielen Fremden besucht. Die von der Bieberthalbahn eingelegten Extrazüge waren bis auf den letzten Platz gefüllt. In den Straßen I wogte eine ungeheure Menschenmenge, alle sechs Wirtschaften mit Tanzbeluftigung erfreuten sich eines regen Zuspruchs. -r- Krofdorf, 13. August. Bereits am verflossenen I Montag sollten nach Beschluß deS Schulvorstandes die dies- Jhr ganz ergebener F. Gnauth. SalsonS, der auf den Schah ein Attentat verübte, ergab nichts besonderes. — Der Kutsch er streik hat sich verschärft. Der Berwaltungsrat der Compagnie generale beschloß, sämtliche Remisen zu schließen und die streikenden Kutscher zu entlassen. Sie werden aufgefordert, ihre Kautionen zurückzuziehen. Die Kutscher der zweitgrößten Gesellschaft, die sich bisher am Ausstand nicht beteiligten, fordern nunmehr auch eine Verminderung ihrer Wagenmiete. Rom, 11. August. Gestern zogen etwa 60 Vereine, im ganzen 20,000 Personen mit Musik und Bannern vor den Königspalast, um dem Königspaar zu hul- di gen. Bei Ankunft des Zuges war der Platz schon ge- füllt. Das Königspaar erschien auf dem Balkon und blieb dort zehn Minuten, stürmisch bejubelt. Zum zweitenmale gerufen, grüßte der König durch Abnehmen deS Hutes, die Königin mit dem Taschentuch. Der Platz vor dem Palast war nicht militärisch abgesperrt. — Der Fürst von Montenegro besuchte heute Crispi im Hotel Europa. Die Begegnung war sehr herzlichen Charakters. Fürst Nikolaus hatte bewundernde Worte für den Staatsmann, der Italiens Einheit schuf, und drückte den Wunsch aus, ihn bald wieder in voller Kraft zu sehen, damit er Italien seine Arbeit widmen könne. — Während einerseits versichert wird, der Präsident der Anwaltkammer sei beauftragt, den Verteidiger BreS ci'S zu ernennen, verlautet andererseits, BreSci habe den Advokaten Rosa di in Florenz zu seinem Verteidiger ge- wählt. Für die Untersuchung hinsichtlich des Komplotts wird das Ergebnis der polizeilichen Nachforschungen in den anarchistischen Centren abgewartet. Nach der Meldung eines Blattes hat der Untersuchungsrichter den sozialistischen Abgeordneten Rondani, der sich einige Zeit in Patterson aufgehalten hat, verhört. Hier zirkulieren neuerdings Ge- Von Herrn Finanzminister Gnauth ging an Herrn Beigeordneten Kommerzienrat Georgi folgendes Schreiben ein: Sayn, den 8. August 1900. Verehrter Herr Kollege! Von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog mit Wirkung vom Morgigen zum Präsidenten des Finanzministeriums ernannt, bin ich genötigt, von der nach Art. 62 der Städte- Ordnung gegebenen Möglichkeit Gebrauch zu machen und hierdurch das von mir bisheran bekleidete Amt des Bürgermeisters der Stadt Gießen niederzulegen. ES bedarf wohl keiner besonderen Versicherung, daß daSAufgeben meines seitherigen schönen Amtes, zu dem mich die Verhältnisse zwingen, mir recht schwer wird, umso schwerer, als ich in meiner ganzen Thätigkeit einer weitgehenden U nterstützung seitens der Bürgerschaft wie vor Allem auch seitens der städtischen Vertretung mich zu erfreuen hatte. WennTtwaS mir das Scheiden aus derStadt, die mir zur zweiten Heimat geworden, erträglicher macht, so ist es das Bewußtsein, daß auch mein neues Amt mich in mannigfache Bezieh- ungen zu unserem Gießen halten und mir so die erwünschte Gelegenheit geben wird, nachwie vor in Fühlung zu bleiben mit Ihnen und der städtischeaDertretung, wiemitallenwichtigeren, unsere Stadt berührenden Fragen. Ich bitte Sie, diese Zeilen gütigst zur Kenntnis der Stadtverordneten-Versammlung zu bringen, und behalte mir vor, mich dort noch persönlich zu verabschieden. Einstweilen bleibe ich mit besonderem Dank für die Unterstützung, welche ich jederzeit auch gerade bei Ihnen gesunden, und mit herzlichem Gruß an unser ganzes Koerber am Montag „ . „ - - Nach einer unkontrollierbaren Meldung von oppositioneller Seite wird die Reise des Grafen GoluchowSki nach Ischl mit einer eventuell notwendig werdenden größeren chinesischen Aktion in Verbindung gebracht. NewYork, 11. August. DaS Küstenende des deutschen Kabels ist heute von Coney Island nuS auf einer Strecke von 10 Meilen gelegt worden. Die „Anglia" wird das Kabel am Dienstag aufnehmen und mit der Legung bis zu den Azoren fortfahren. Finauzminister Gnauth Ehrenbürger von Gießen. An den Präsidenten des Finanzministeriums, Herrn Feodor Gnauth, Darmstadt. Hochverehrter Herr Präsident! Aus die Kunde von Ihrer so ehrenvollen Berufung als Leiter des hessischen Finanzwesens hat sich der Stadtvorstand alsbald versammelt, um den Gefühlen Ausdruck zu geben, welche hierdurch in der ganzen Stadt Gießen und zumal in ihrer Vertretung wach gerufen sind. Die Stadt und ihre Vertretung empfindet es mit großer Trauer, daß ihr künftig ein Mann fehlen soll, der in so unvergleichlicher Weise, wie Sie, hochverehrter Herr Präsident, die Geschicke der Stadt lange Jahre hindurch zu blühender Entwickelung geleitet hat. In einer Zeit zur Führung unseres Gemeinwesens gelangt, in welcher dasselbe vor zahlreiche neue und schwere Anfgaben gestellt war, haben Sie es verstanden, diese Aufgaben mit großem und freiem Blick zu erfassen und zu erweitern und mit hervorragender Krast und Einsicht zu bewältigen. Wir haben reichliche Gelegenheit gehabt, zu bewundern die aufopfernde und erfolgreiche Thätigkeit, welche Sie den Interessen unserer Gemeinde widmeten. Ihre klare Beredsamkeit im Dienste des öffentlichen Wohls, die Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, mit der Sie an jede Ihrer Arbeiten herantraten, die Freiheit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit, die Unverdrossenheit und Humanität Ihrer Gesinnung und Ihres Wirkens. Nehmen Sie für alles Dieses unseren herzlichsten Dank und gleichzeitig unsere aufrichtigen Glückwünsche für die höhere Wirksamkeit, zu welcher das Vertrauen unseres Landesherrn Sie berufen hat. Da Ihre Thätigkeit künftig in noch ersprießlicherer Weise dem ganzen Lande gilt, so dürfen wir mit dem herben Verluste nicht rechten, den Ihre Abberufung uns zufügt, wollen vielmehr die tröstliche Hoffnung hegen, auch fernerhin in mannigfacher und wichtiger Beziehung mit Ihnen zu verbleiben. Wir sind der fteu- digen Zuversicht, daß das Band, welches Ihr seitheriges Schaffen in Gießen mit uns und der Stadt geknüpft hat, nicht gelockert werde durch die räumliche Trennung, und daß die herzliche Anhänglichkeit, die wir Ihnen bewahren, von Ihnen erwidert werde. Um Ihnen ein dauerndes Zeichen der dankbaren Anerkennung Ihrer Verdienste um unsere Stadt und Bürgerschaft zu bieten, hat die Stadtverordneten-Versammlung einstimmig beschloffen, Sie zum Ehrenbürger unserer Stadt zu erwählen, in der Ueberzeugung, daß die Wahl keinen Würdigeren treffen könnte. Wir bitten um die Ehre, Sie auch fernerhin mit Stolz unseren Mitbürger nennen zu dürfen, und senden Ihnen in steter Treue und Verehrung unsere herzlichsten Grüße. Gießen, den 11. August 1900. Die Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Gießen: In deren Auftrag: Georgi, Beigeordneter. jährigen Ernteferien beginnen; aber durch die ungünstige Witterung mußten sie um eine Woche verschoben werden. Die für unsere Landschulen bestimmten Ferien betragen sieben Wochen und verteilen sich entweder auf drei und vier Wochen oder auf zwei Mal zwei und drei Wochen. Für die hiesige Bürgermeisterei hat man die Dreiteilung fest- gesetzt. -i- Rodheim a. d. Bieber, 13. August. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, wird nächsten Sonntag und Montag unser diesjähriges Kirchweihfest gefeiert. Wie wir hören, wird das Trompeterkorps vom neugebildeten Feldartillerie-Regiment Nr. 47 zu Fulda diesmal seine frischen Weisen aufspielen. Auch ist bereits bei der Verwaltung der Bieberthalbahn dahin gewirkt worden, daß nach Bedarf Extrazüge eingelegt werden. Bad-Nauheim, 12. August. Wochenprogramm der Unterhaltungen. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen. Montag, 13. August, abends von 8-10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Der Hypochonder". Dienstag, 14. August, nachm. von 4i/2—6 Priv.t-lMtitrt. Pr°8PeMe X-Doemen.. Uhr mit golde Medaillon am Sonntag von der Grünbergerstraße brs zur Bahnhofstraße verloren. Abzugeben gegen gute Belohnung bei M. Steinmeyer, Grünbergerstraße 24 b"2_______________ (Restauration). a,5451l^i®in si?uer, seidener Damen- Regenschirm ist beim Corpsfest der Starkenburgia in Steins Garten abhanden gekommen. Adzngeden heim CorpSdiener Luft, Liedigstratze 63. Stadt. SchtaWaas. greibaeL 5464 Heute nnb morgen: VlhstWslh 50 tzfg. ZÄtvejUstkisch 45 M. 03318) Heute frische Lahnfische. Jt. Eimon, Asterweg 1. 1 »7- 3 ■? 87. 2V, 37, ■W> 8 3V 31/2 37: Ztistrpißu» D. Retchs-Anl. do...... Preuß ConsolS do...... Badische v. 86 Bayr.St.-Obl. a.Heff.St.-Obl. do...... do...... Württemberg. Bremenv.1899 Hambg.v.1899 11./8. 94.95 85.55 94.75 85 60 92.80 92,60 100.70 92.30 82.60 93.30 92.50 91.— r vom 4-/8. 95.15 86.05 95.— 86.10 93 — 92.65 100.60 92.25 82.70 93.50 91.30 j[ 8 4 47, 5 <7, 4 5 6 57, 47, 4 37, 3 5 Ung. Anl. . . do.Staatsrte. do.E.B.Gold v. 89 . . . . Arg. tnn. Anl. do. äuß. v. 88 do. v. 1897 ChinefischeAnl. " v. 1898 Egypt. unific.. Egypt. priv. . „ garant. Mexico v. 99 . do. ©er. I-III do. Silber. . J8tehüe.«hL Darmstädter . do...... Gießener (alte) do. v. 96 . . Mainzer . . . do...... Offenbacher. . Wormser . . . do...... Frankfurt a.M. Darmstadt Mannheimer . Münchener . . Nürnberger. Pforzheim . . Wiesbaden . . Babenhausen . Liffaboner . . Rom n—vm BuenoS-Aires 3tabr»W.jBl. S.-Braunf.. . do...... do. Ltch . . . Usnbg.-Bierst. «ftid.'-riirü. r>««^ch». Homburger . . eil: I. A. I «y wt I 11./8, 77.30 90.3c 100.85 68*50 62.50 86.40 97.— 96.50 72.50 103.90 99.15 100.— 98.— 40.20 25.45 99.60 90*25 99*10 100 50 100.40 99 — 98.10 66.40 94.— 96.50 85.80 Steffen 1e oom I 4,/8, 77.10 90.70 100.80 67.20 62.50 86.25 97.50 96.50 71.40 103.80 99.15 100.— 98.10 40.65 25.20 92*— 91.70 100.80 100.40 101’10 98.10 66.20 95.20 96.50 85.50 Hagen TS7 Ls 1 4 37, 4 37, 4 37, 4 4 4 4 3 Pfälzische. . . Pfälzische. . . Dtsche. Eisenb. Südd. Braunschweig. Lds.-E.-B.IIE. do. IE. Allg.dt.Kleinb. «unLndtsch«. Elisab.-B.strfr. Kaschau-Oderberger 0. 91 Lombarden. . do. ... Lour 11./8. 99.— 91.20 97.- 96.50 98 70 H vom I 4,/8. 91.65 97.50 89.— 96*50 98.— \1 4 4 37, 87» 4 4 87, 4 4 37, 4 Frkst. Hyp.- Creditverein do. Ser. 27 . do. Ser. 28, 30, 33 . . . do. Ser. 29 . Ldw.Cred.-Bk. Hambg. Hypbk. Ser.141-250 do. 46—190 Meining. Hyp. do. neue . . do. unk. 1907 Pomm. Hypbk. Preuß. Hypbk. vm—xii do. neue. . . do. 1905 Rhein. Hypbk. unk. 1904 . Westdeutsche Bodencredit in Cöln . . Ung. Lds.-Ctr. -ioersr. BuderuS . . . Eisenb. Sttbk. . Hirzh. u. Lollar lukjdinu Dtsch.RcichSbk. Berliner Hand. Darmstädt. Bk. Deutsche M. . Dt. Genoffbk.. Disct. - Eomm. Dresdener . . Franks. Bank . D.Gff.u. Wechselbank . . . Pfälzische Bank Schaffhsr. „ Bank f. Süddeutschland . «Sv, 11./S. 98.80 99.50 92.— 92.— 98.70 98.75 91.— 99.— 99.50 92.— 97.75 98.25 99.10 91.10 90.70 92 20 90.— 98*— 156.20 146.50 132.40 187.— 108.50 175.40 147.20 182.50 121 30 132.70 130.— 102.50 *fc oom 4/8. 99.50 92.— 92.- 98.60 98 75 91.20 99.— 99.— 92.— 97.75 98.25 98.80 91.10 90.70 91.— 90.— 98*— 157.— 148.30 133 30 189.50 108.50 176.20 148.50 191.50 122.30 132.70 130.50 102.30 Ti 1 Mitteldt. . . . Nationalbk. . . Oest. Cred.-Act. Wien.Bankner. -sdvstrir.KMt» Kleyer Fahrrad Henninger Brauerei. . Farbw. Höchst. Zementfabrik Karlstadt . . 1 Sovr 1 11./8. 109.- 132 8t 207 2( 122.8t 162.— 131.— 368.— 110.— ft vom 4./8. 109.9( 133.IC 206 2C 122.1C 172.20 131.— 370.50 112.— n Hörder Bergw. Kölner „ Mannst.-Fa^on No rdst. Bergw. Ppnix w RiebeckMontan Schalker Grub. Bochumer Guß Gelsenk. Brgw. Harpen. Brgw. Ver. Königs- u. Laura . . . Oest. Staatsb. do. Südbahn Gotthardbahn. Jura-Simplon Princ Henry . Northern Pac. Transvaal . «••Fe tu Procrnleu. Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau-Regul. Cöln-Minden. Madrider. . . Mein. Th. 100 Oesterr. n. 1860 Oldenb.TH.40 Raab-Grazer . Türk. frS. 400 per Stück ta Mk. Ansbacher st. 7 Augsburg, st. 7 Brschw.Thlr20 Freiburg, fs.10 Malländ.fs.lO Meininger st. 7 Pappenh. fl. 7 Venediger L. SO <081 11./8 148.1t 383.- 278— 222.- 157.6c 210.60 340.25 188.— 189.90 178.60 206.10 es* c» 4. 8. 153.60 397.75 287.— 230 — 165. 210 — 348 50 194 — 192.10 184 50 211.— b 4 5 3 4 41/. 3 5 47, S s 4 37, 4 37, 37, 3 4 1 1 «> »ländisch,. Griech.E.B. v. 1890 ... . Griech.Monop. Italiener Rte. do...... Oeft. Goldrte.. Öeft. Silberrte. Oest.Lokalbahn 0 Galiz. Karl Ludw. - Bahn in SUber . . Portug. Staat do...... Rum. am. Rte. Rumän.v.1890 Ruffen v. 80 . Russen Gold- An!...... Ruff. Staats- Rte., Rubel . Schweden v. 80 Schweiz.... Serben v. 95 . Spanier . . . Türk.Zoll-Obl. bo.tonv.LitB. bo. coroJLit.C. do. Lit.D. Ung. Goldrte.. Verantwortlich fü 37.40 42.60 93.10 97.70 96.30 35.65 88.10 76.50 97.30 92.30 97.10 59.45 45'50 25.70 96.— den a 97.50 42.80 93.55 57.20 97.70 96.40 93.60 35.40 23.40 90.— 77.40 97.— 96.70 59*20 71.60 45*— 25.70 9645 Igemein 5 3 4 37, 87, 37, 4 37. 4 4 87, 37, 37, 4 4 4 4 4 4 4 4 47, 4 87, 87» 87, 4', n T 4 8 3 8 3 8 3 4 3 3 4 5 4 4 4 4 5 3 4 4 4 »7, 4 87. 8'/. für Oest. StaatSb. do. i-vm . do. v. 85 . . do. Erg.-Netz Prag-Dux 96 . Raab-Oedenb. (alte) . . . do. 0. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar.G.B. Livorneser . . Sicil. v. 91 . ToScaner . . Ruff. Südost . do. Südwest ^äsan-Uralök Wladikawkas . Anatolier. . . Salon.«Mon. . -feodtrieft. Gothaer unkb. 1903 .... Grundschbk. Ser. V—VI do. I—II do. unk. 1906 Frkst- Hypbk. XIV..... bo.xu-nn do. XV. . . 98*60 84.80 76.— 69^— 96.85 56.90 59.80 96.10 94.— 95.20 95.30 95.50 96.30 55.30 99.— 99.— 98.20 91.10 99.— 92.10 92.90 98.60 86.45 75.60 72.60 69.— 57*15 59.10 96.30 94.30 95.40 95*30 95.20 96.10 55.50 99.— 99.- 98.20 91.10 99.- 92.10 92 90 4 4 37, 37, 87, 4 4 4 47» Sodafabrik . Fabrik Griesh. Chem. Fabrik Albert.... Elektr. Boese. N Anl. Köln „Kontinenll. Nürnbg. . „ Helios . . , Lahmeyer „ Schuckert w Siemens & Halske Filzfabr. Fulda Ähnbgr Mühle Faber LSchlei- cher..... MaschfGritzner Schnellpressen Frankenthal. SchuhfabrOtto Herz & Co. . Siemens Glas Nordd. Lloyd . Bliesenbach Bergw. . . . Concordia Bergw. . . . Dortm. Union EschwlrBergw. Donnersmark- hütte.....1 388.— 242.— 157.— 127.20 83.— 100.— 134.95 185.90 198.20 160.— 128 — 77.50 170 — 174.50 179.— 141.50 238 — 107.80 147.75 296.— 98.10 221.50 224.50 388.— 244.— 161.50 128.— 85.— 102.30 135.85 133.80 201.50 160.90 128.— 77 — 172.— 175.— 179.— 140.— 239.— 107.75 163.— 300.50 99.90 225.50 228.75 4 4 5 81/, 3 4 5 3 27, 3 139.10 25.20 135.50 lll'öO 72.20 176.75 139.70 155.— 124.50 131.80 68.60 128.70 133.20 122 90 39.80 24.— 127.90 24.45 24*80 22.60 140,50 25 60 186.— 113 50 72.30 179 — 141.— 182 30 129 20 183 40- 123 — 93 45 110 40 25 - 128 20 24 20 23 20