Nr. 37 Zweites Blatt Mittwoch de» 14 Februar Anrts- und AirzerSeblatt füv den Ttveis Gieren . Feuilleton ÄttniKien Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.1 Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ftmet kaße 8. Äebeltien, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Nr. 7. N,M«d«e »hi Anzeigen zu der nachmittags für den »1-aiden!•% erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Uhdestellungen spätestens abend- vorher. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, ____________ Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen, Fernsprecher Nx. 51. vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. war, ihrer habhaft zu werden, und zwar umspielte bei ihren Schilderungen stets, wie Gordon wieder und wieder betont, „ein Lächeln ihre Lippen", wie sie auch, an den Schauplatz der That geführt, „nicht einen Augenblick Neue zeigte, sondern unausgesetzt mit den Polizeibeamten lachte und scherzte". In schmerzliche Aufregung geriet sie nur, wenn sie fürchtete, zu den Verhandlungen oder zu den photographischen Aufnahmen für das Perbrecheralbum — ihren großen Hut nicht aufsetzen zu dürfen, der sie doch so vorzüglich kleidete. Hatte sie aber ihren großen Hut auf, dann war sie fröhlich und guter Dinge, gab über alles, was die Polizei zu wissen verlangte, bereitwillig Auskunft, und gab auch das Geständnis lachend ab, daß sie beim Nähen an dem für Gouffo bestimmten Sacke ein Liedchen aus den Tagen ihrer Kindheit gesungen hätte. Je mehr von diesen Einzelheiten im Publikum bekannt wurden, desto mehr fühlte sich letzteres davon erregt. Aber unsere Leser würden sehr. falsch urteilen, wollten sie annehmen, daß jene Erregung* auch nur das Geringste mit Empörung oder Abscheu gemein gehabt hätte. Grade das Gegenteil war der Fall: man bewunderte allgemein dieses „tapfere, seelenstarke und hübsche Mädchen". Gordon sagt darüber: „In Paris wird ein Verbrecher, der einen Nebenmenschen in ungewöhnlicher Weise zu töten verstanden hat, rasch so populär, wie ein großer Bühnenkünstler. Dennoch habe ich nur wenige Fälle gekannt, wo ein Verbrecher den Ruf von Gabriele Bomyard erhallen hätte. An jedem Morgen veröffentlichten die Zeitungen mit rührender Sorgfalt das Menu ihres Diners vom verstossenen Tage. Man stritt darüber, ob man ihr zum Cotelette Kartoffeln oder grüne Erbsen gebracht habe, man beschrieb auch ihre Toiletten, und nach den Verhandlungen war stets von nicht- weiter die Rede, als von der Anmut der Maitresse Eyrauds." Den Gipfel ihrer „unmoralischen Popularität", wie Gordon sich ausdrückte, erreichte die Bomyard aber, als sie von dem Untersuchungsrichter nach Lyon geschafft wurde, um über die stattgefundenen Vorgänge hier Auskunft zu geben. Auf allen Stationen belagerten ungeheure Menschenmengen die Bahnhöfe. In Laroche, wo sie ausstieg, um zu frühstücken. Ausgeburt der erhitzten künstlerischen Phantasie, sondern die schamlose Wiedergabe der brutalen Natur, die sich scheu unter den Kleidern verbirgt. Pfui!" Mit zitternder Hand schrieb er einige Zeilen, legte sie mit der Karte in ein Kouvert und schickte das unzüchtige Machwerk schleunigst auS dem Schlosse. Sittlich unzurechnungsfähig. Ein ehemaliger Chef der Pariser Sicherheitspolizei, M. Gordon, hat vor kurzem seine Memoiren herausgegeben (Verlag von F. Krüger in Paris und Leipzig), die sich in der Hauptsache auf seine Erfahrungen hinsichtlich des Pariser Kokottenlebens und des mannigfaltigen, damit zusammenhängenden Verbrecherwesens beziehen. Es ist ein erschreckendes Bild von sittlicher Verkommenheit, das er damit vor den Augen seiner Leser entrollt. Doch nicht allein die Haupt- Akteurs und -Actricen in diesen eklen Vorgängen legen Zeugnis ab für eine kaum denkbare menschliche Entartung, auch das Pariser Publikum beweist gelegentlich einen Mangel an sittlicher Zurechnungsfähigkeit, der mindestens ebenso bedenklich ist. Das geht besonders klar aus dem Falle „Gouffö" hervor, den Gordon mit allen Einzelheiten sehr drastisch erzählt. Der Huissier Gouffs war von einem ge» wissen Eyraud und seiner Geliebten Gabriele Bomyard in der Wohnung der letzteren ermordet worden. Und zwar unter Umständen, die auf das völlig entmenschte Fühlen des Mädchens ein starkes Licht werfen. Sie war es gewesen, die den Unglücklichen zu dem für ihn so entsetzlich endenden Stelldichein gelockt hatte, sie war es, die ihm die Schnur rhres Schlafrockes wie spielend um den Hals legte mit der ihn dann der unbemerkt hinter ihm stehende Eyraud erdrosselte. Darauf zwängten beide den Leichnam in einen vorher von Gabriele für den Zweck genähten Sack und steckten ihn in den schon bereitstehenden Koffer, der über Nacht in des Mädchens Schlafzimmer stehen blieb, ohne daß jenes sich dadurch in ihrem Schlummer hätte stören lassen. Später schaffte das Verbrecherpaar den Koffer mit seinem entsetzlichen Inhalte nach Lyon, wo sie ihn an passender Stelle ins Wasser warfen. Alle diese Details erzählte Gabriele später selbst, nachdem es endlich gelungen Erscheint ISgtich mit Aufnahme des MvntagS. Die Gießener N«»tkie«vr4t1er wtben dem Anzeiger mt Wechsel mit .Hess, äeubtoitt" e. „Blätter flk Hess. G-lk-kunde- »Sch« 4bkH beigeleflt locke Der keusche Oberhofmeister. Im dieswöchent- üchen Kladderadatsch lesen wir: Die Gesellschaft deutscher Aquarellisten hatte bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Salon Keller und Reiner auch dem Oberhofmeister Frhrn. v. Mirbach eine Einladungskarte übersandt, auf der die Muse der Malkunst durch eine sogenannte ideale, natürlich splitternackte Weibsperson verkörpert ist. Der Herr Oberhofmeister hat die Karte sogleich zurückgeschickt und dabei erklärt, daß diese „Kunst" sein Sittlichkeitsgefühl verletze. Wenigen dürften die näheren Umstände dieses Vorgangs bekannt sein, deren Ermittelung wir der unermüdlichen Thätigkeit unseres auch in hohen Kreisen verkehrenden rechercheur diplomatique verdanken. Als Herr v. Mirbach die Karte in die Hand genommen hatte, be- Irachtete er sie kopfschüttelnd längere Zeit, indem er tiefer und tiefer errötete. Dann schellte er und ließ zwei ältere Zeremonienmeister, die gerade im Schlosse waren, zu sich bitten. „Meine Herren," sagte er zu ihnen mit zuerst etwas unsicherer, bald aber fester werdender Stimme, „es mag ja wunderlich klingen, und villeicht lachen Sie' über mich, aber als Christ und als Oberhofmeister eines christlichen Hofes schäme ich mich des offenen Bekenntnisses meiner Unwissenheit nicht. Ich habe noch nie ein nacktes Weib von Fleisch und Blut gesehen, sehen sie wirklich so aus?" In tötlicher Verlegenheit standen die beiden Zeremonienmeister da, bis sie mit dem Geständnis herausrückten, daß auch ihnen das noch nicht passiert sei. Da kam dem alteren der beiden Herren ein rettender Gedanke. „Wir wollen," sagte er, „sechs Mann von der Schloßgarde heraufrufen lassen. Manche von diesen Leuten haben etwas wild und robust gelebt, vielleicht ist einer darunter, der uns Auskunft geben kann." Gesagt, gethan. Die sechs Mann künstlich strammer Haltung an, und nachdem sie das Bild genau betrachtet hatten, erklärten sie einstimmig: '0 sehen sie ungefähr aus." „Also doch: nef Herr v. Mirbach empört. „Es ist also nicht eine Gießener Anzeiger General-Anzeiger 1900 Bezugspreis vierteljährl. Ml 2,2t Amtlicher Teil. Darmstadt, am 18. Januar 1900. Betr.: Die Unterdrückung der Maul-und Klauenseuche. Tas Großh. Ministerium des Innern au die Großh. Kreisämter. Die mit einer gewiffen Regelmäßigkeit alle zwei bis drei Jahre wiederkehrende besonders starke Verbreitung der Maul- und Klauenseuche ist offenbar darauf zurückzuführen, daß in jedem solchen Seuchengange eine Durchseuchung der meisten Bestände stattfindet, daß aber mit dem Erlöschen der dadurch entstandenen Immunität nach und nach sich wieder em neuer Seuchengang vorbereitet. Die hauptsächlichste Ursache, daß dessen Verbreitung auch durch noch so eingreifende Maßnahmen nicht abgewendet werden kann, l^egt ohne Zweifel in den vielfachen Verheimlichungen von Seuchenausbrüchen, und es ist anzunehmen, daß gerade diese Verheimlichungen alle sonst gegen die Verbreitung der Seuche angewendeten Maßregeln unwirksam machen. Genauere Ermittelungen haben ergeben, daß vielfach auch die Ortspolizeibehörden den Verheimlichungen der Seuche seitens der Viehbesitzer dadurch Vorschub leisten, daß sie selbst von dem ortsbekannten Ausbruch der Seuche keine Notiz nehmen, und sich nicht vergegenwärtigen, wie sie der Allgemeinheit nur damit nützen würden, wenn sie die Viehbesitzer, welche die sofortige Auzeige unterlassen, zur gerichtlichen Bestrafung bringen. Hierzu kommt, daß, wenn Anklagen wegen unterlassener Anzeige vom Seuchenausbruch erhoben worden sind, dies meist auf Grund des § 65 Ziff. 2 des Reichsviehseuchengesetzes geschehen ist, die infolge hiervon erkannten Strafen aber zu gering sind, um abschreckend zu wirken, zumal die mit den Absperrungsmaßregeln verbundenen Nachteile die Bedeutung der wegen Verheimlichung der Seuche erkannten Geldstrafen oft weit überwiegen. Nachdem aber nun das Reichsgericht in konstanter Rechtsprechung (cf. Reichs- gerichtSentsch. in Strafsachen Band 27, S. 357, und Urteil vom 13. Dezember 1898) die wissentliche Unterlassung der vorgeschriebenen Anzeige von einem Seuchenausbruch als Vergehen nach § 328 des Reichsstrafgesetzbuchs angesehen, und demgemäß hiervon abweichende Urteile bei der Revision aufgehoben hat, beauftragen wir Sie, die Viehei Zimmer *98 fÄSSSÄJ __________ »sucht r M Äß »ro U. «‘W*“' 18* ft. Auszügen von v enng MhtlmiE ■ &“* Sw- I«W UlS-U- monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen bcsitzer auf die schweren Folgen unterlaffener Anzeige wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in ihren Vieh- beständen durch öffentliche Bekanntmachung unter dem Anfügen aufmerksam zu machen, daß die Staatsanwaltschaften angewiesen worden sind, in allen Fällen, in denen seitens der Gerichte die mildere Strafbestimmung zur Anwendung gebracht würde, die Entscheidung höherer Instanz herbeizuführen. Zugleich weisen wir Sie an, den Ortspolizeibehörden aufzugeben, alle Fälle der wissentlich unterlassenen Anzeige von dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unverzüglich zu Ihrer Kenntnis zu bringen, damit Sie dieselben unnachsichtig an die Staatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Verfolguug übermitteln. Zugleich erwarten wir, daß Sie den Befolg der den Ortspolizeibehörden erteilten Weisung strengstens überwachen und jede Unterlassung in nachdrücklichster Weise disziplinär ahnden werden. Rothe. v. Starck. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinde», das Gr. Polizeiawt Gießen, das Gr. Polizei- kommissariat Arnsburg uud die Gr. Gendarmerie des KreiseS. Unter Bezugnahme auf vorstehendes Ausschreiben machen wir Ihnen zur Pflicht, die ungesäumte Anzeige von Seuchenausbrüchen zu veranlassen und zu überwachen, Verfehlungen dagegen stets uns anzuzeigen. Das Ausschreiben wollen Sie zur Kenntnis der Ortsbewohner bringen. __________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. In der Zeit vom 17. Februar d. I. bis einschließlich 23. Februar d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Ruttershausen folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. die Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der rubrizierten Feldbereinigung nebst den dazu gehörigen Urkunden. 2. der Beschluß der Vollzugskommission und des Gemeinde ratS vom 8. Februar d. I. über den Ausschlag und die Erhebung der ungedeckten Bereinigungskosten. Mmm^iMnier, jugibalbex baVfr^t |ii eres Neustadt 8 U eine loch- u. Leuchtgas eirjtr. löbtMdM, untl Logis per 15 N EchützenstraßS. dd) möbliertes svaldsgartenzu veniM es «ElsH /NU., if JPfbnung nir Weitet Lötrengoffe IS. r,r Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des AuS- schluffes innerhalb der oben angegebenen Frist bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Ruttershausen schriftlich einzureichen. Friedberg, 9. Februar 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär Süffert, RegierungSrat. Dr. W. I. Leyds. Willem Johannes Leyds wurde am 1. Mai 1859 zu Magelang auf Java geboren, war erst Lehrer, studierte dann zu Amsterdam Rechtswissenschaften. Im Jahre 1884 promovierte er mit Auszeichnung. Sein Plan war hierauf, nach Leyden zu gehen und weiter zu studieren, um daS Examen für den Kolonialdienst ablegen zu können, aber am Tage nach seiner Promotion bot Präsident Krüger, der sich damals mit Smit und Dutoit in Niederland befand, dem jungen Doktor der Rechte das Amt eines Staats- prokurators der südafrikanischen Republik an. Nach einigem Zögern willigte Leyds ein. 1887 wurde er als Staatsprokurator wiedergewählt, und im Mai 1889 folgte er W. E. Blök als Staatssekretär. In den. Jahren 1893 und 1897 wurde er als solcher wiedergewählt. Der Staatssekretär der südafrikanischen RepublikHkann nicht durch den Präsidenten, sondern allein durch den „Volksraad" ernannt und entlassen werden, und hat seine eigene Verantwortlichkeit. Alle Anstellungsdekrete der Beamten werden vom Präsidenten gezeichnet und vom Staatssekretär gegengezeichnet; fast jedes Gesetz hat er xm „Volksraad" zu verteidigen; er hat das Recht, den Sitzungen dieses Rates beizuwohnen, und darf da stets, und ohne an irgend welche Bestimmungen gebunden zu sein, seine Stimme bei der Beratschlagung hören lassen. Kem Wunder also, daß der Staatssekretär auf den Ganc; der Geschäfte des Landes einen schwerwiegenden Einfluß ausubt. Kein Wunder darum auch, daß die englische Presse in diesen Tagen immer und immer wieder ihre giftigen Artikel an die Adresse des Dr. Leyds richtet, an die Adresse eines Mannes, von dem England weiß, daß er auf Krügers Thaten großen Einfluß, von dem es das Gefühl hat, obschon es England wahrscheinlich niemals eingestehen wird, daß die Größe Transvaals auf so manchem Gebiete, die dieser Staat gegenüber Albion jetzt schon entwickelt, nächst Krüger zu einem großen Teile dem zu verdanken ist, was der frühere Staatssekretär im Interesse seines zweiten Vaterlandes gethan hat. Bor allem der Verwaltung und dem Unterrichtsweseir ®Nei ober fpäter. ‘WöförTÄT" bteiflfttay W, pari ^niädchry M VW. n« g, 44. schirr für Küche uüi 'Lohn per I. April ober tfau Sophie thltt, Liebigstraße 11 Kode«. " rsuchl 928 ruler. LubwW. u I. , reinliches Mädchen in ,t gesucht Ludwigs». 22 ! Dienstmädchen gisch. Karktplah 22, hat Dr. Leyds während seines Aufenthalts in Transvaal seine besten Kräfte gewidmet. Die Verwaltung wollte er dadurch vervollkommnen, daß er sich der tüchtigsten Beamten, am liebsten aus dem Lande selbst, versicherte. Stets strebte er danach, gute Beamte und Lehrer mit Hilfe der Holländer heranzubilden. Die Verbesserungen, die auf dem Gebiete des Unterrichts erreicht sind, hat die Republik zum großen Teile Dr. Leyds zu danken, und sie darf ihm dafür umsomehr erkenntlich sein, weil er in seinen Versuchen zur Verbesserung in dieser Materie so lange Zeit die Gegnerschaft des da- lmaligen Superintendenten für Unterricht S. I. Dutoit erfuhr. Tas Streben des Dr. Leyds war stets darauf gerichtet, der holländischen Sprache in der Republik immer mehr Eingang zu verschaffen. Als er nach Afrika kam, sprachen die Buren nur afrikanisch-holländisch; nur in der Familie des Herrn Jorissen wurde holländisch gesprochen. Man konnte sich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß die holländische Sprache die Landessprache werden würde; man bezweifelte selbst, ob das Afrikanische sich halten, oder ob es nicht bald gänzlich durch die englische Sprache verdrängt werden würde. Selbst Professor Mansfeld (Unterrichtsminister) hat oft daran gezweifelt, ob die Versuchs, die holländische Sprache in der Republik zur herrschenden zu machen, Erfolg haben würden, und er hat Dr. Leyds manchmal gefragt, ob er denn in der That meine, daß hierfür Aussicht bestünde. Leyds jedoch war in diesem Punkte stets guten Mutes und bemerkte: „Aussicht auf Erfolg ist bestimmt vorhanden, aber wer schon vor dem Anfang des Streites am Siege zweifelt, erringt diesen gewiß nicht; wer den Kampf beginnt, darf ihn nicht aufgeben". Er hat nicht gezweifelt; - er hat nichts aufgegeben, und jetzt darf er Hinweisen aus glänzende Resultate, und noch immer wird das holländische Element in Transvaal verstärkt, und erhält die holländische Sprache mehr und mehr Bürgerrecht. Und dies umsomehr, da Leyds niemals mit Ausbreitung der holländischen Sprache Sprachreinigung bezweckte, wo es deren nicht bedurfte. Wo das Afrikanische bessere und genauere Ausdrücke hatte, als das Holländische, bessere Satzwendungen und dergleichen, da hat er diese beibehalten, und gerade darum die Idee, gut holländisch zu lernen und zu sprechen, bei der Bevölkerung der Republik kräftig angeregt. Daß der Staatssekretär auch anderen Kardinalfragen, die zur Blüte der Republik beitragen konnten, alle Aufmerksamkeit widmete, versteht sich eigentlich von selbst. Vor allem hat er auch zur Entwickelung des Eisenbahnwesens kräftig mitgearbeitet. Und jetzt ist der Mann, der die Politik der Engländer immer gut durchschaut hat, schon anderthalb Jahre als Gesandter in Brüssel, in Europa der Anwalt für die Interessen des Landes, dem er jahrelang in seinen inneren Angelegenheiten so vortrefflich gedient hat. Die Regierung der Republik hat sich in ihrer Wahl sicher nicht geirrt, was unwiderleglich am besten sich zeigt in den Ausflüssen des Hasses, der dem Gesandten von den englischen Politikern entgegen getragen wird. (Deutsche- Wochenztg. i. d. Niederlanden.) grtflM- Movirrflüt«. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.) Viehes, den 13. Februar 1900. veschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Bor 121 Jahren, am 14 Februar 1779, wurde der große Weltumsegler Johann Cook auf Hawaii von den Eingeborenen ermordet, vr erforschte die ganze Neu-Holland oder Neu-Süd Wales benannte Küste des australischen Festlandes und besuchte die eifigen Polargegenden Amerikas. C. hat die Natur- und Völkerkunde mit den wtchttgstrn Entdeckungen bereichert und nmrde am 27. Oktober 1728 zu Marton in England geboren. Das Regiment des lustige« Prinzen Karneval wird in diesem Monat mit noch mehr Schneid und Tollerei auS- geübt, als im vergangenen Januar; denn keine drei Wochen, nahm sie den Arm eines Polizisten und lachte überlaut, als derselbe die herandrängenden Leute kau» zurückhalten konnte. In Lyon mußte sogar Kavallerie ausrücken, um den Zugang zum Bahnhofe freizuhalten. Nachdem sie dann an Ort und Stelle ihre Aussagen wieder mit derselben unzerstörbaren guten Laune abgegeben hatte, und dies schnell im Publikum bekannt geworden war, stieg die Bewunderung für ihre Kaltblütigkeit und ihren Mut immer höher. „Eine große Menschenmenge durchbrach, wie von plötzlichem Wahnsinn ergriffen, die Reihe der Polizeibeamten und stürzte nach dem Wagen hin, an dessen Fenster Gabriele lächelnd und grüßend stand. Man warf ihr Blumen zu, drückte ihr die Hände und schrie Vivat! als sich der Wagen in Bewegung fetzte und Gabriele dem Publikum Kußhändchen spendete". Welch großen Anteil an dieser moralischen und zweifellos auch geistigen Zerrüttung der Menge das rein Geschlechtliche hat, geht daraus hervor, daß derselbe Pöbel den später eingefangenen Eyraud, der doch sicher nicht schuldiger war, als seine Zuhälterin, mit den drohenden Zurufen: „Tod! Tod dem Mörder!" empfing. Im Einklänge damit verurteilten die Geschworenen Gabriele zu zwanzigjähriger Zuchthausstrafe, Eyraud aber zum Tode. Aeußerst bezeichnend für den sittlichen Verfall der Pariser Zustände ist schließlich auch das unerhörte Nachspiel des Falles Gouffs. Ein Geschöpf der Halbwelt dort ließ sich nämlich einen Empfangssalon genau nach dem einrichten, in dem der unglückliche Huisfier ermordet worden war, und genau mit allen den Apparaten versehen, die für die Unthat verwandt worden waren. Da fehlte weder der Flaschenzug, an dem der Körper des Erdrosselten hochgezogen worden war, noch der rosa Schlafrock, den Gabriele bei der That angehabt, und die Schnur, die sie ihrem Opfer wie spielend um den Hals geworfen hatte. Die Polizei schloß zwar dieses „Vergnügungslokal" sehr bald, immerhin hatte die findige Unter- nehmerin schon ein hübsches Sümmchen mit ihrer genialen Idee verdient. und aus ist'S mit all der Herrlichkeit! Demzufolge lautet die neugierige Frage, die jetzt auf allen rosenroten Lippen des schönen Geschlechts schwebt: „Als was wirft Du zum Maskenball gehen?" Möglichst schön natürlich, aber auch möglichst unerkannt; denn je mehr Herumraterei ob der eleganten, auffallend hübsch kostümierten Erscheinung, und je mehr Huldigung vor der unerkannten schönen Maske, desto herrlicher das Vergnügen! Manchem Vertreter des männlichen Geschlechts — denn die maskierten Evatöchter sind selbstredend unbesehen von vollendetem Wuchs — dürfte es allerdings nicht leicht fein, auf dem ersehnten Maskenballe die charakteristischen Merkmale seiner Figur nicht hervortreten zu lassen. Ein krummbeiniger Kreuzritter, ein buckeliger Wallensleiner, ein dünner Falstaff oder ein kleiner, dicker Lohengrin werden sofort erkannt und verspottet werden. Den Drachentöter Ritter Georg imitiert heute niemand mehr, höchstens ein unrettbarer Junggeselle; denn Verheiratete haben ja im Streite um die wichtigsten Lebensinteressen mit ihrer Schwiegermama fast täglich den Kampf mit dem Drachen auszufechten. Sehr beliebt sind dagegen in neuester Zeit Marine- und Wassersport-Leute, auch unsere neuen Landsleute in Kiautschou und die Buren werden gern kopiert. Viele allerdings denken nicht daran, daß sie auf einem Maskenballe auch mit ihrem ganzen Wesen die angenommene Maske verkörpern oder vertreten müssen, sie führen nur ihre Garderobe spazieren, und so giebt es Wahrsagerinnen und Zigeunerinnen, die einem verwundert anschauen, wenn man die Hand zum Wahrsagen hinreicht! • * ♦ Lauterbach, 11. Februar. Die groß Herzog!. Webeschule dahier beginnt ihr neues Schuljahr am 23. April; es ist jedoch ratsam, die Anmeldungen möglichst bald bei Herrn Hauptlehrer Pfündel zu machen, der auch jede gewünschte Auskunft erteilt. In den zweijährigen praktischen Lehrkursus der Lehrwerkstätte werden Knaben, welche zu Ostern mit guten Schulzeugnissen aus der Schule entlassen werden, als Lehrlinge ohne Bezahlung von Schulgeld ausgenommen. Bedürftige talentierte, fleißige Schüler erhalten eine Vergütung für Kost und Wohnung. In den theoretischen Kursus können junge Kaufleute und Fabrikanten eintreten. Das Unterrichtsgeld hierfür beträgt halbjährlich 30 Mk. § Darmstadt, 12. Februar. Die Besucherzahl der Darmstädter Marine-Ausstellung, die am SamStag 4300 Personen betrug, erreichte am Sonntag ihr Maximum mit 10 000 Besuchern. Am Vormittag war der Andrang, namentlich von auswärts, so gewaltig, daß polizeiliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, um den allzu heftigen Ansturm auf die Kassen abzuwehren und einen geordneten Eintritt zu ermöglichen. Bis in die Nachmittagsstunden standen dann lange Reihen von Besuchern auf der. Wilhelminenstraße bis fast zur katholischen Kirche, um mehr oder weniger geduldig auf den endlichen Einlaß zur Ausstellung zu harren. Leider konnten die Wünsche nach Katalogen lange nicht alle befriedigt werden, da eine größere Nachbestellung derselben von Berlin nicht rechtzeitig mehr eintraf. Auf den Bahnhöfen wie in den Straßen der Stadt war am Sonntag eine ganz bedeutende Zunahme des Verkehrs zu bemerken, und viele Dörfler und gar manche Fremde mögen Darmstadt, durch die Marine-AuSstellung angelockt, bei dieser Gelegenheit zum erstenmale kennen gelernt haben. Da auch am letzten Tage noch ihre Anziehungskraft ungeschwächt anhielt, konnte der Ausschuß nur mit Bedauern gestern abend 10 Uhr den Schluß der so ungemein erfolgreichen Ausstellung eintreten laffen, da eine Verlängerung sich mit dem besten Willen nicht ermöglichen ließ. • Mainz, 11. Februar. Zur Gutenberg-Feier hat der hiesige Oberbürgermeister über die vorbereitenden Schritte soeben der Oeffentlichkeit einen Bericht unterbreitet, der gleichzeitig in großen Zügen das Programm über die allgemeinen Festlichkeiten enthält. Danach wird der Verlauf der Feier folgender sein: Am 23. Juni abends: Großer Kommers der Liedertafel. Sonntag den 24. Juni, vormittags in der „Stadthalle": Akademische Feier, eingeleitet durch Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters, hebt die Feier mit einer Kantate des Dr. Volbach, Dirigenten der Mainzer Liedertafel, an. Sodann folgt die Festrede, gehalten von Herrn Albert Köster, ordentlichem Professor der Literaturgeschichte an der Universität Leipzig. Den Schluß der Feier bildet ein Chor ans der „Schöpfung" von Haydn. Hieran reiht sich eine Huldigung vor dem Gutenbergdenkmal, ein Festessen und abends große Illumination und Festkommers an. Am 25. Juni: Morgens Feftzug und abends Fest in der „Neuen Anlage". Am 26. Juni: Rheinfahrt nach Eltville. Für den Festzug, dessen Grundgedanke die Huldigung Gutevbergs bildet, hat der talentierte Maler Conrad Sutter hier folgendes Programm entworfen: Zeit Gutenbergs. — Die Zeit der Meistersinger und der ersten Druckwerke. — Die ersten Zeitungen, die Post, die Zeit Albrecht Dürers. — Die Dichtkunst und Wissenschaft. — Der Große Kurfürst und der Mainzer Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. — Friedrich der Große und Joseph II. mit ihrer Zeit. — Weimaranische Zeit. — Leipzig und fein Buchhandel. — Die Huldigung der modernen Kulturstaaten. — Die Huldigung Deutschlands. — Die Jünger Gutenbergs leiten den Zug ein und schließen denselben auch ab. △ Mainz, 11. Februar. In ihrem soeben erschienenen Jahresbericht entwirft die hiesige Handelskammer folgendes Bild von der wirtschaftlichen Lage am Ende des eben verflossenen Jahres: Die Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte, die Ende des Jahres 1894 eingesetzt hat, ist unter fortwährender und ziemlich gleichmäßiger Steigerung im Jahre 1899 zu einem Höhepunkt gelangt, der, was Intensität der Erzeugung und Beanspruchung aller verfügbaren Arbeitskräfte betrifft, kaum noch übertroffen werden kann. Der erzielte Gewinn war im allgemeinen ebenfalls ein höherer, und zwar nicht nur für die Unternehmer — bei denen der größere Nutzen mehr durch Vermehrung ber Produktion als durch vermehrten Gewinn im einzelnen erzielt wurde — sondern namentlich auch für die Arbeiter, welche reichliche Arbeitsgelegenheit bei vielfach höheren Löhnen fanden. Durch die verstärkte Thätigkeit der Industrie wurde naturgemäß auch der Handel befruchtet, und da zugleich die Landwirtschaft auf ein befriedigendes Jahr zurück- blickt, so verbreitete sich im großen und ganzen über alle Schichten der Bevölkerung ein größeres Maß von Wohlstand. Allerdings hat es in einzelnen Zweigen des Wirtschaftslebens nicht an Schwierigkeiten und Friktionen gefehlt, und es haben sich zum Teil Erscheinungen geltend gemacht, die zur äußersten Vorsicht in der Beurteilung ber zukünftigen Gestaltung der Verhältniffe, namentlich auf dem Gebiete der Preisbildung und der Versorgung mit Rohstoffen mahnen. Die hieraus entspringenden Gefahren können aber vermieden werden durch vorsichtiges Maßhalten in der spekulativen Thätigkeit, intensive Pflege der inländischen und ausländischen Absatzmärkte, und geschickte Anpassung an die - stetig wechselnden Forderungen der Gegenwart. Wird diese Bethätigung unterstützt durch eine das Wohl des Ganzen fördernde, von kleinlicher Berücksichtigung einseitiger Interessen freien Sozial-, Wirtschafts- und Handelspolitik, und nicht zu vergessen durch Aufrechterhaltung des politischen Friedens, dessen wir uns seit Jahren erfreuen, so kann auch der weiteren Entwickelung unserer wirtschaftlichen Lage mit Vertrauen entgegengesehen werden. m. Treysa, 11. Februar. Auf eine grauenhafte Weise suchte eine in den 80er Jahren stehende arme Frau aus Kirdorf ihrem Leben ein Ende zu machen. Dieselbe hatte sich zu dem Zwecke auf das Bahngeleis der Strecke Kirchhain—Neustadt geworfen, um von dem von Gießen kommenden Güterzug sich überfahren zu lassen. Der Lokomotivführer bemerkte die Frau, und brachte den Zug noch rechtzeitig zum Stehen wodurch ihr Vorhaben vereitelt wurde. r. Bettenhausen b. Cassel, 11. Februar. Der mächtige Fabrikneubau der Firma Salzmann u. Co. hier, zu welchem ein umfangreiches Terrain in Anspruch genommen, ist nunmehr glücklich vollendet und dem Betriebe übergeben worden. Die Riesenmaschine, welche den Betrieb fördert, stammt aus der Maschinenfabrik der Gebrüder Sulzer zu Ludwigshafen, sie verfügt über die sehr große Kraft von 400 Pferdekräften. — Ein großer Auftrag für die englische Armee behufs Anfertigung von Zelten rc. war bei der Firma eingetroffen. Die kriegsministerielle Genehmigung konnte, da England zurzeit in dem Transvaalkrieg beteiligt ist, nicht erteilt werden. Gerichtssaal. Krainfeld, 11. Februar. Der nachstehende Fall dürfte für die Leser des „Gießener Anzeiger" von großem Jntereffe sein. Der hiesige Landwirt und Gastwirt Johannes Hofmann wollte im Herbst vorigen Jahres mit seinem Geschirr einen Wagen voll Gerstenspreu hinaus in's Feld auf seinen Acker fahren lassen, um es daselbst als wertlos zu verbrennen, damit es noch höchstens etwas dünge, welches hier gewöhnlich geschieht. Unterwegs begegnet dem Fuhrmann der Sohn des hiesigen Maurermeisters Georg Fölsing und bat denselben, da er ja doch keine Verwendung für diese Gerstenspreu habe, sie ihm abzugeben. Letzteres that dann auch der Fuhrmann nach Rücksprache mit seinem Dienstherrn und fuhr das Zeug an die von Fölsing bezeichn« te Stelle in der Richtung nach Vaitshain zu auf einen Gemeinde- hutweidenplatz (sogenannte „Pfingstweide") wo sich Lehmgruben befinden, denn Fölsing wollte die Gerstenspreu als Bindemittel zu sogenannten Lehmsteinen benutzen. Einige Zeit später wurde der 15jährige Sohn deS hiesigen Landwirts Heinrich Strauch in der Nähe des Haufens Gerstenspreu gesehen und zwar als dieselbe brannte. Es wurde nun Anzeige gegen den Sohn des Strauch wegen Brandstiftung (?) erhoben, er gestand auch dieThat bei der Gendarmerie ein, versuchte sie jedoch später wieder als unwahr zu bezeichnen. Nach geschlossener Voruntersuchung fand bann im Laufe der verflossenen Woche die Haupt-Verhandlung in Gießen vor der Strafkammer statt. Die Anklage lautete auf Brandstiftung, auch hatte der jetzige Besitzer Fölsing einen Wert von 15 Mark für genannte Gerstenspreu angegeben (als für feinen Gebrauch), während doch letzterer dieses Zeug von Hofmann geschenkt bekam. ES waren mehrere Zeugen geladen. Der Angeklagte wurde zu 3 Tagen Haft sowie Tragung sämtlicher Kosten (welche letztere sich auf etwa 150 Mark beziffern werden) verurteilt. = Hanau, 10. Februar. Vor der Strafkammer des königl. Landgerichts hierselbst sand gestern die Verhandlung gegen den ledigen Burschen Hofmann aus Fleschenbach (Kr. Lauterbach) statt, welcher im November vorigen Jahres in Lichenroth den lebigen Lorenz Zimmer daselbst nachts mittelst eines Revolverschusses so schwer verletzte, baß ihm baS eine Auge verloren ging unb es heraus- genommen werben mußte. Der Angeklagte befanb sich seither in Untersuchungshaft. Es waren viele Zeugen ge- laben. Der Angeklagte würbe für schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten, sowie zur Zahlung einer einmaligen Entschädigungssumme von 3000 Mk., auch Tragung sämtlicher Kosten, einschließlich der Arzt- und Apothekerkosten. Mutmaßlich wird durch dieses Urteil das sämtliche Vermögen des Hofmann aufgebraucht werden. Heer und Marine. — Ueber die diesiäheige« größeren Truppenübungen trifft eine Kabinettsordre vom 1. d. M. Bestimmungen, nach denen, wie schon gemeldet, die K aisermanö ver in diesem Jahre vom Garde- korps, verstärkt aus dem 3. (brandenburgischen) Armeekorps, und vom 2. (pommerschen) Armeekorps, verstärkt aus dem 17. (westpreußischen) Armeekorps, abgehalten werden. Beide Korps hatten zum letztenmale im Jahre 1895 Manöver vor dem Kaiser. Beim Gardekorps wird eine jriW $'Üfienbe Ä S&; SLx di- < • 3Ä und Ztld^Mh'N 6fl,5wnifn’ • üben»'' --»51 ft ü sonderen K TO« Ucbungen der anderen AerWchtigt' Durchführung stacht,u neh Sm» "L MSrigad- geh° > ^'«tMNdver stall- k2"t°ri-br'S M das Kriegs UeM,Mw*ngr techiig [chroerer »rtr Nachdem fü Habt nchM diese» Gesc iss unb diesnhA gehende Manbli sind, ft M bch düM 'M W Interesse eftet Entleerung bet schriftlich, so z. Arbeitstage vey Gießen, Die unlttj öerjtitigen unb at Mtfat, (infälitfa Mich gewesenen Wt VM M W M Mt ab al» hbchstpreit weit überschritten l. Dezember !8k höherer Preis als rem einzeln, wähl unter den je' gr-rben abetlafitn Ausgabe bet Lao wofat ober ünm ÜebernehW zeichneten batet, Gießen au» beni messen und mrte Jfc, derjenige MfU unmetgnl m W Stabt ber 3 Geschäftes in ty Amens ®bei Mexikaner 26.35, Oesterr. Coupons 84«/,, Amerik. Coupons 4.19«/«, Privat-Diskont 3%%. P/, bis 28/, Uhr: Kredit 238.00-00, Diskonto 196.10, Staate- bahn 141.60-80.50, Lombarden 27.70. Getreide. Das GetreidegeschLft bewegte sich im Laufe dieser Woche in ziemlich ruhigen Bahnen. Die Exportländer Amerika und Argentinien bestanden fest auf ihren Forderung.», welche sog -r jum Schlüsse der Woche non Mk. 2,— per Tonne höher notieren, als in der Vorwoche. Die Umsätze waren etwas belangreicher als bisher, doch läßt sich noch immer die frische, lebhafte Konsum^Nachfrage vermissen. Da jedoch unsere Mühlen nicht lange gedeckt sind, bedarf es nur einer festeren Weltmarktsstimmung, um auch bei uns wieder einmal Leben in das Geschäft zu bringen. Roggen behauptet, Hafer ruhig, Gerste (Braugerste) ruhig, Futtcrgerste etwas begehrter, Mais fest und höher, da die Laplata- Mais-E-nte durch die anhaltende enorme Hitze ziemlich gelitten haben soll. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter II Mk. 190,—, Kansas II Mk. 126,50, neuer Laplata Mk. 126 bis 127, Roggen 9'%s Mk. 107 Futtergerste Mk. 106, mixed Mais Mk. 81,50 bis 83,— per Tonne auf Rotterdam. übet * rZS "ö politische “'«•Hm* ^l"lchen Lage M grauenhafte Weise e awe Frau w wachen. Diesch der M öm von Schn Wn. Ter M. den Zug nod) wtrtiklt wr. Der mächtig U- Eo. hier, zu lspruch ynommtn, ittdtü iißnzrdrn n Bettird Horden, dckrLdn Eulzn M Kraft von W 19 für die englische um bei btr^inna enehmigvvg formte, ieg beteiligt ist, M tyinbf Fall dürste in grotzew Interesse Ivhanne- ty)j' mit jtutK&ffltt 'n'gfrlb auf seinen ! wertlos zu na» längt, weiches hier et dem Fuhmavr Aeorg Fölsmg uni -Wendung für dies Letzteres that dar it feinem Diensthem ig bezeichn'te Stelle inf einen Gemeinde- )tu) wo sich Lehm it Gerstenfpreu als 1 benutzen. des hieftgrn Land :6 Haufens Geiie' brannte. 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Jn- FrtnfM-ie-Briaa6e (Infanterie-Regimenter 148 und 149), sowie einem ^eld-Artillerie-Regiment des 17. Korps gebildet wird. Sämtliche 6 am 'laisermanöver teilnehmenden Divisionen erhalten außerdem 4 (oder bei den zusammengesetzten Divisionen 2) Eskadrons Kavallerie und 1 oder o Pionierkompagnien. Außerdem wird jedem Armeekorps eine Luftschifferabteilung überwiesen. Die Garde-Kavallerie.Division und zwei beim 2 und 4 Armeekorps zu bildende Kavallerie-Divisionen A und B halten die besonderen Kavallerieubungen auf den Truppenübungsplätzen ab. An den Hebungen der Garde-Kavallerie-Division nehmen sämtliche Garde-Kaoallerie-Regimenter teil bis auf das Leib-Garde-Husaren- Regiment und das 2. Garde-Ulanen-Regiment, die das Kaisermanöver beim Gardekorps mitmachen. Bei der Zeiteinteilung für die Hebungen der anderen Armeekorps sollen die Ernteverhältnisse möglichst berücksichtigt werden; auch ist bei der Auswahl des Geländes und der Durchführung aller Hebungen auf Einschränkung der Flurschäden Bedacht zu nehmen. Im übrigen sind noch folgende besondere Bestimmungen ergangen. Bei der 39. Division (Colmar), zu der die Jäger-Brigade gehört, finden Divisionsmanöver auch an Stelle der Brigademanöver statt. Wo besondere Umstände gesonderte Manöver der Jnfanteriebrigaden zu vier Bataillonen wünschenswert machen, soll das Kriegsministerium auf Antrag des Generalkommandos dazu die Genehmigung erteilen. Beim 4. und 16. Armeekorps finden Hebungen im Angriff auf befestigte Feldstellungen unter Beteiligung schwerer Artillerie des Feldheeres, und zwar ohne scharfes der Kaufleute, Fabrikanten Darmstadt »• Hessen- undGewerbetrerbenden.Guts- bM«,. «poijetet, «egt«, Nassau und Waldeck. 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