1900 15V. Jahrgang Donnerstag den l3 Dezember und Zlnzergeblutt fm* den Ureis Gieszen r $ am. iden rt llii Itllltt hinein- xzezugnprei» viertcljährl. Mk. 2LT monatlich 75 Pfg. mit Bringerlobn; durch die Abhol-stellk« viertcljährl. 9)i!. l.^?l monatlich 65 Pfg Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljShre. mit Bestellgeld. krpedinon und Druckerei: Kcknkstraße Nr. 7. via in s-He r ity Stint »VN Anzeigen zn der nachmittags für de« JtyKtsfT'. Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens ebmb8 vorher. Usenhall'F 3igbrlde verbunden, die nur bei besonderen Anlässen ? Mtunl ergelaffen werden durfte. Der Kaiser wurde von zkkiappen der Kaiserin und Tungfuhsiangs, die bis an die iKihve bewaffnet waren, bewacht, und hatte nur zwei oder ilwi Diener zu seiner Verfügung. Seine Nahrung wurde j e ben Tag nach der Insel gebracht, aber manchen Tag rührte Kwang-shü sie überhaupt nicht an, weil er immer sichtete, sie enthalte Gift. Jeden Morgen mußte er seine «Mtf verlaffen und wurde unter starker Bedeckung an die LNimcher der Kaiserin-Witwe geleitet, der er feine Ehr- flucht zu erweisen hatte; dabei über politische Angelegen- £ leiten zu sprechen, war ihm streng untersagt. Im ersten ')che seiner Gefangenschaft war er sehr krank, aber seither Ucchich sein Gesundheitszustand wesentlich gebessert. Die legitime Gattin des Kaisers ist eine Nichte der ( Wrin Witwe und wird als eine Person geschildert, die : mr nicht gerade häßlich ist, aber doch auch nichts weniger «hübsch oder anziehend. In ihrem Charakter ähnelt sie . ;itr hohen Tante, mit der sie auf allervertrautestem Fuße :tdjt, ganz außerordentlich, und so läßt sich denken, daß s*. SSB Viertes Bl«tt. ^«standen hat. . Seit dem Staatsstreich von 1898 wurde der Kaiser m ? mm Hause gefangen gehalten, das auf einer kleinen Insel, «lMwS Ying-Tai, inmitten eines Sees lag. Die Insel mir mit den anderen Gründen des Kaiserpalastes durch eine selbst litt schwer und mit Mühe suchte sie ihre immer wieder |.hervorstürzenden Thränen zu verbergen. Die junge Kaiserin versuchte eine Annäherung an Kwang-shü, aber er wies sie schroff zurück und hat seit dem Tode der Prinzessin Tschen nicht mehr mit ihr gesprochen. Volttische Tagesschau. lieber die Abweisung Krügers in Berlin schreiben die Alldeutschen Blätter: Der Polizeipräsident von Köln unterhält zur deutschen Volksseele völlig korrekte dienstliche Beziehungen; um sich über die Regungen derselben zu unterrichten, liest er offenbar täglich die „Köln. Ztg.", in der sich ja der Pulsschlag derselben besonders gut bemerklich macht, und dieser Lektüre konnte er am Freitag, dem 30. November, entnehmen, daß ein gewisser Paul Krüger, seines Zeichens Präsivent, in Köln eintreffen wird, aber weiterer Beachtung nicht wert ist. Er konnte aus diesem Artikel ferner ersehen, daß das deutsche Volk im ganzen und großen dumm und urteilslos ist, und daß es schließlich vermahnt wird, Krüger „geräuschlos" seine Tettnahme zu bezeugen, diejenigen aber, die sich nicht entschließen könnten, dem Präsidenten einige tausend stumme Händedrücke zuzumuten, sondern etwa „Hoch" riefen, was nie ohne Geräusch abzugehen pflegt, das wären eben „Lumpen". Der Herr Polizeipräsident überlegte, daß das doch natürlich seine Richtigkeit haben muffe, überschlug im Geiste, wieviel von dieser Sorte Menschen es wohl in seinem Amtsbezirke gebe, und berechnete darnach das Häuflein von Jüngern der heiligen Hermandad, dem die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung für die Ankunft des Präsidenten Krüger anvertraut wurde. Da geschah etwas ganz Unerwartet s: die Zahl der „Lumpen" war großer, als der Herr Polizeipräsident geschützt hatte, und man behauptet, daß zu den 30,000 verworfenen Geschöpfen dieser Art, die von vornherein die Absicht hatten, den Präsidenten Krüger bet seiner Ankunst mit Hoch-Rufen zu begrüßen, noch etwa 20,000 kamen, die ursprünglich nicht die Absicht hatten, den Artikel der Kö Nischen jedoch für den Willkommengrutz der Regierung an den Präsidenten ansahen — ob mit Recht oder Unrecht, darüber wäre eine Ausklärung von berufener Sette recht zweckmäßig — und nun glaubten, den Ehrentitel „Lump" schon auf sich nehmen zu können. Und nun geschah, was unvermeidlich tst, wenn man eine solche Menschenmasse ohne jede vorher getroffene Maßregel in einen Raum, insbesondere von so verwickelter Form wie eine Bahnhofshalle, etnsirömen läßt: die Menge ließ sich nicht leiten, und dies umsoweniger, als irgend eine Obrigkeit, und wäre eS auch nur der Bürgermeister, am Bahnhofe nicht erschienen war. Der Präsident konnte nicht aussteigen, ein paar Menschen brachen sich ihre Knochen, und als Krüger endlich in seinem Zimmer war, durfte er mit einiger Berechtigung die Frage stellen, ob sein ganzes Gefolge mit dem Leben davongekommen sei Er hatte so Gelegenheit zu bemerken, daß Preußen offenbar deshalb zu dem Namen eines Polizeistaates gekommen ist, weil die Polizei meistens dort nicht zu finden ist, wo sie notwendig wäre; hatte er sie am ersten Abend entbehrt, so konnte er am zweiten Tage die Wahrnehmung machen, daß sie sich auch um Dinge kümmern kann, die sie nichts angehen. Als nämlich am Sonntag Vertreter der Bonner Studentenschaft dem Präsidenten huldigen wollten, wurde ihnen verboten, dies in „Wichs" zu thun, weil dadurch der Anschein einer offiziellen Veranstaltung erweckt werden könnte. Natürlich! der Präsident, mit Europens übertünchter Kleiderordnung nicht vertraut, hätte wohl geglaubt, das preußische Staatsministerium in voller Uniform vor sich zu sehen. Aber auch die Bevölkerung Kölns wollte man vor Irrtümern bewahren, und so wurde den Studenten vorgeschrteben, in geschloffenen Wagen, die sich in Abständen von zwei Minuten zu folgen hätten, beim Hotel vorzufahren. Und da man sich all dieser Erbärmlichkeiten doch ein wenig schämte, bat man die Studenten, über diese Ukase nichts verlauten zu lassen; aber schließlich hat doch alle Welt den Erfolg gesehen, und die Polizei hätte eben den Studenten noch Tarnkappen verschaffen müssen, um ihr Ersuchen erfüllbar zu machen. ... iAll Miiillnd u es Eheleben des jungen kaiserlichen Paares nicht ganz so SlälluCr Ml wie es sein sollte. Die Kaiftrin spiette^ w^e Jeder- ui & schleichen sollten. Als nun aber am Sonntag die Studenten in Wichs im Lokal des Vereins deutscher Studenten in Bonn dem Zeichen zur Abfahrt harrten, erschien der Universitätsrichter, dem mittlerweile das Telegramm des Kölner Polizeipräsidenten mit der Bitte um Verhinderung einer öffentlichen Kundgebung zugegangen war und verbot die Kundgebung wie er seinerseits angab, weil die Genehmigung des Rektors zur Kundgebung nicht offiziell nachgesucht wäre. Die verdutzten Studenten zeigten das Telegramm des Studenten Korten vor, das die Vereinbarung mit dem Polizeipräsidenten enthielt; doch ohne Erfolg. Da eine neue Vereinbarung mit dem Polizeipräsidenten jetzt nicht mehr möglich war, unterblieb die ganze Kundgebung und die Studenten, die sich nnn umkleiden mußten, trafen verspätet in Köln ein, da auch eine persönliche Vorstellung beim Rektor erfolglos geblieben war. Der Rektor Geh. Rat von la Valette äußerte den besonderen Wunsch, die S a cf) e vor der Oeffentli ch- k e i t g e h e i m zu halten. Die Erfüllung seines Wunsches ist ihm allerdings versagt geblieben und er steht im Verein mit dem Kölner Polizeipräsidenten klar vor der Oeffentlichkeit als ein Mann da, der aus ängstlichen Rücksichten nach oben, die er sich freiwillig auferlegt, einer Sache Widerstand leistet, der die anständigsten und edelsten Motive zu Grunde lagen und deren Ausführung niemandem Schaden gebracht hätte. Wir müssen dem genannten Essener Blatt die volle Verantwortung für diese Veröffentlichung überlassen. jv Äu/iiühmr deS 'Sie Äußener aielfftamtUr rkr> krm Anzeiger 8« k- hscl nut „Hess. SnV' rt" u. .Malier jk PvlMmide" 4 «ei beigelegt. Stadt and Kaud. Gießen, 12, Dezember 1900. *• Professor Dr. Sauer wird, wie wir erfahren, am Donnerstag dem 13. ds. abends 8i/2 Uhr in der Monatsversammlung des Oberhessischen Geschichtsvereins (im oberen Saale des Cafe Ebel) einen Vortrag über hessische Fachwerkbauten und ihre Erhaltung und Wiederherstellung halten; Nichtmitglieder werden als Gäste willkommen sein. Wir zweifeln nicht, daß der interessante Gegenstand, der uns u. a. durch die Wiederherstellungsarbeiten am alten Rathause und am früheren Krüger in das Domhotel gewissermaßen Gr-ttrsöeiiaar«: Gießener Famttienbtatter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. i---; Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. „Zurücknehmen! zurücknehmen!" Dalziel wandte sich an den Präsidenten des Hauses und fragte ihn, ob es in Ordnung sei, daß der sehr ehrenwerte Herr ein anderes Mitglied des Hauses „S t r o l ch" nennen dürfte. Darauf nahm der Kolonialsekretär vor dem Präsidenten seinen Ausdruck zurück. Er hatte gesagt: „he iS a cad" (er ift ein Strolch). lieber die Vorgänge bei der Vereitelung dev Kundgebung Bonner Studenten für Präsident Krüger wird der „Rhein.-Westf. Ztg." geschrieben: Der Anschlag am schwarzen Brett, der zu der studentischen Vertretersitzung behufs Einleitung der Ovation aufforderte, trug die UeberMift: Ehrung des Präsidenten Krüger. Er mußte, wie alle Anschläge, vom Rektor genehmigt werden. Hier hat aber der Rektor, obwohl er es konnte, noch keine Einwendung erhoben. Durch höchst bedauerliche und kleinliche Eifer- sücksteleien, die noch immer im deutschen Studentenleben eine traurige Rolle spielen, vielleicht auch etwas wie Aufblick nady oben, bewog Burschenschaften unb Korps, die Kundgebung zu verhindern, die ohne Zweifel den Gefühlen der Mehrheit der Studentenschaft entsprochen hätte. Run nahm es der Verein deutscher Studenten, der die Sache ursprünglich angeregt hatte, in die Hand, eine aus freiwilligen Teilnehmern bestehende Abordnung zu stände zu bringen. Diesen Auszug bei der Kölner Polizei anzumelden, wurde stud. Korten beauftragt. Als dieser beim Polizeipräsidenten in Köln anlangte, hatte dieser bereits das Universitätskuratorium ' in Bonn telegraphisch gebeten, eine Studentenkuudgebung aus sicherheitspolizeilichen Gründen thunlichst zu verhindern. Aus dem Verhalten des Polizeipräsidenten geht hervor, daß er am liebsten auf dem Umwege über Bonn die ganze Sache verhindert hätte, damit auf ihm selbst nicht das Odium laste, den Ausdruck hochanständiger Gesinnungen des Volkes aus Konnivenz gegen Vorgesetzte vereitelt zu haben. Sicher- heitspolizeiliche Grünoe konnten aber den Studenten gegenüber bei dem geringen Umfang der nunmehr geplanten Kundgebung ein Verbot allein nicht mehr rechtfertigen und so vereinbarte er mit dem stud. Korten, die schon mitgeteilte Form einer Auffahrt zwar in Wichs, aber in geschlossenem Wagen in Abständen von 2 Min. Dies Resultat telegraphierte Korten sogleich, d. h. am Samstagabend an seine Verbindung. Der Polizeipräsident hatte es also zu Wege gebracht, daß die Studenten sich ganz unbemerkt von der Außenwelt zu Min am Hofe wußte, die Rolle eines Spions für die Mjßrin Mutter und berichtete ihr getreulich alles, was d:« junge Kaiser sagte oder that. Unter diesen Umständen i ü es nicht verwunderlich, daß Kwang-shü allmählich für fl'int Gattin denselben Haß empfand, wie für seine skrupellose Mmgerin. Dagegen wandte er alle seine Sympathien der Damen des Harems zu, die ständig Dienst als .^Mmerherrin bei der Kaiserin hatte, der Prinzessin Tschen. Miese war nicht nur schön, sondern auch klug und mutig uurd wollte den Kaiser retten. Aber ehe sie zwischen chm der Außenwelt eine Verbindung Herstellen konnte, ubuiöe sie von der jungen Kaiserin, die sie immer nut Eselsucht und Argwohn betrachtet hatte, der Kaiserin- Wiüve als gefährlich denunziert und diese ließ die Prinzessin CEll sofort in einem Verließ des Palastes, in das nie ; e!ii Sonnenstrahl drang, gefangen setzen. Hier fristete sie _. _> zwei Jahre bei Wasser und schlechtem Reis ihr ^jeieiL immer in der Hoffnung, daß es ihr doch noch ge- llivgm werde, für sich und den Kaiser die Freiheit zu er» riißui. Als die fremden Truppen sich Peking näherten, ctetog es ihr, ihren Kerkermeister auf ihre Seite zu bringen, Ld sie versuchte nochmals, mit dem Kaiser in Verbindung M kommen. Er erhielt eine Botschaft von ihr und sandte 1 Ust mch eine Antwort; diese indeß fiel in die Hände der Motie Tungfuhsiangs, und zwar am Tage bevor der Hof «Ktfinq verließ. Als man dann am nächsten Morgen Mb. August) aufbrach, wurde die arme Prinzessin 53lien aus ihrem Verließe herausgezogen, mit einem machen Sack umhüllt und in einen Brunnen Konten, am selben Tage wurde der Kaiser von seiner geholt und mußte fortan in der nächsten Umgebung dv Kaiserin-Witwe bleiben. Der Tag, an welchem der M .entblößt von allem Nötigen, in kopfloser Flucht davon Ivar einer der traurigsten aus dem Leben des jungen Lichts, und der Anblick, 'den die ärmliche Karawane, die den strömenden Regen hinauszog, darbot, war, so der Palastbeamte, mitleiderregend auch für die, die zu den Freunden der alten Dame gehörten. Sie -LSsS ■ "5 O ", geI«ce S>,r'3 •s* les Lager in Baukasten Bleisoldaten Militär-Requisit •Schaukeln ^arngerätexi esellscha/ts 58WfÄÄfc aeu, Latem Mag« Dampfmaschinen etc. etc. ick Die inneren Angelegenheiten des chinesischen Hofes ^.ab bet Außenwelt, besonders seit dem Staatsstreiche von 1^98, eigentlich vollständig unbekannt geblieben, aber jetzt fff falt infolge der Okkupation des Pekinger Palastes durch düie Truppen der Alliierten allmählich allerlei Details über Leben und Treiben am kaiserlichen Hofe durch, unb tt cki kommen manche recht interessante Dinge, die uns mist roie Erzählungen aus einer längst verklungenen Zeit J' omnuten, zu Tage. Aus den mancherlei Mitteilungen, die nh gefangen genommenen Eunuchen oder anderen Beamten ■ i (, Hvfes zum besten gegeben wurden, wiederholen wir nach der in Yokohama erscheinenden „Nitschi Nitschi < Zchimbu" eine romantische Geschichte über einen Liebesroman t :t8 jetzigen Kaisers von China. Der Gewährsmann des ilfottes ist ein Eunuche des chinesischen HofeS, der über zimnzig Jahre hindurch im persönlichen Dienst des Kaisers In der Londoner Unter ha ussitzung am letzten Freitag ist es zu h e s t i g e n Auseinandersetzungen zwischen Chamberlain und der Opposition gekommen. John Ellis protestierte dagegen, daß ein Brief, den er an e in e Dam c nach Südafrika geschrieben hatte (er fragte sie darin, ob sie etwas von den Hospitalskan- dalen wüßte), von Chamberlain veröffentlicht, und er gleichzeitig als Verräter am Vaterland dar- gestellt worden sei. Er wünsche lediglich zu wissen, auf welche Art und mit welchem Recht die Veröffentlichung seiner Mvatbriefe erfolgt sei, um dem Hause die Umstände unterbreiten zu können. Darauf erhob sich Chamberlain. Er habe niemals daran gedacht, das ehrenwerte Mitglied des Verrates am Vaterlande oder irgend eines ernstlichen Vergehens anzuklagen. (Spöttische Zwischenrufe von der Opposition, Lough ruft: „Sie gebrauchten den Ausdruck „Verräter" am 22. September". Lauter Beifall.) Chamberlain beklagte sich darauf über diese Unterbrechungen, die außerdem unrichtige Behauptungen enthielten. (Lough wiederum mit lauter Stimme: „Sie gebrauchten den Ausdruck „Verräter" am 22. September!) Darauf Chamberlain: „Ich will Ihnen jetzt die volle Wahrheit sagen", und ehe er weiter sprechen konnte, rief eine scharfe Stimme aus den Bänken der liberalen Opposition: „Zum ersten Male!" Chamberlain zitterte vor Wut und schleuderte dem Sprecher einen Blick zu, der alles andere als sanft war. Dann sagte er halb zu sich, halb zum Hause, einige Worte, die auf der Journalistentribüne unverständlich blieben. Sofort rief und schrie es von allen Seiten: Gießener Anzeiger AA*- Xx 'WA zlr A'V’* Alle Anzeigen.BerimttlungSstellen dkS In« und Au8lankS 8 sPtl (/ 1 fv ? nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tnlgeßau V Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Mne Liebes-Episode aus dem Leben des Kaisers Kwang-shü. icäR. s W 'l falle' 2#»ETco E|berfeld' Bayer & " Universität Kanz^eigebäude am Brandplatz z. Z. besonders nahegerückt ist, ein zahlreiches Publikum anziehen wird. ** Weitere Ergebnisse der Volkszählung. Bieber 3259, Dudenhofen 1487, Grünberg 2001 (— 36), Hausen 1024, Bleidenrod 269 (— 14), Lampertheim 8005 (+ 743), Griesheim 8 552 (-j- 2 680), Bebra 2 740 (-s- 160), Fulda 16 894 (+ 2 389), Neu Isenburg 7 960 (-j- 1 595), Eppstein 991 (— 30), Mühlheim 4 344 (4- 812), Sprendlingen 4 400 (-}- 550), Hainstadt 1 771, Weiskirchen 982, Nieder-Weisel 1 390 (+ 47). — Breslau 422 415 (4- 49 252), Köln 370 685 (4- 49 121), Hannover 234 986 (4- 25 451), Düsseldorf 212 949 (4- 36 954), Stuttgart 176 318 (4- 17 997), Bremen 160 823 (4- 18 366), Elberfeld 156 503 (4- 17 166), Danzig 138 108 (4- 12 469), Posen 116 151 (4- 42 912), Kassel 105 455 (4- 23 703), Karlsruhe 98 000 (+ 14 000), Schöneberg 95 939 (4- 33 244), Görlitz 80 842 (4- 10 607), Plauen 73 908 (4- 18 717). Die einzige Stadt, mit mehr als 10 000 Einwohnern, die eine Bevölkerungsabnahme zeigt, ist bisher Apolda mit 20 332 gegen 20 798 im Jahre 1895. -i- Zeitungen und Zeitschriften, die im kommenden Vierteljahr durch die Post bezogen werden sollen, müssen noch im Laufe ds. Mts. bestellt werden, wenn auf rechtzeitige Lieferung der Zeitungen vom 1. Januar ab gerechnet werden soll. Seitens der Postverwaltung wird für das kommende Jahr erstmalig die Zeitungsgebühr nach dem neuen Zeitungsgebührtentarif berechnet und das Bestellgeld nach den anderweit geregelten Bestellgeldsätzen erhoben. Im weiteren sind vom 1. Januar ab auch bei einzelnen Zeitungen Monats-Abonnements zuläsig und die Verleger haben das Recht, Zeitungen für andere zu bestellen. Zukünftig beträgt das Bestellgeld für Zeitungen, die wöchentlich einmal erscheinen 12 Pfg., zweimal 18 Pfg., dreimal 24 Pfg. pro Quartal, die täglich einmal erscheinen und bestellt werden 42 Pfg., bisher 40 Pfg., die täglich zweimal erscheinen und bestellt werden 72 Pfg., bisher 50 Pfg. ** Gebührenordnung für Aerzte. Während dem baldigen Erlaß einer Slandesordnung für Aerzte, entsprechend der für Anwälte, auf wiederholte Eingabe der betreffenden Kreise entgegengesehen wird, ist durch Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern im Lause des Jahres eine den heutigen Verhältnissen entsprechende Gebührenordnung ffür Aerzte und Zahnärzte festgesetzt worden, die im Mangel einer Vereinbarung für streitige Fälle zur An wendung kommt. Die Höhe der Gebühr für die ärztlichen Leistungen richtet sich nach den besonderen Umständen des einzelnen Falles, der Vermögenslage des Zahlungspflichtigen, den örtlichen Verhältnissen u a. Die niedrigsten Sätze gelangen zur Anwendung, wenn nachweisbar Unbemittelte, oder Armenverbände die Zahlungspflichtigen sind, oder wenn für die Zahlung andere juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder solche, welche wohlthätige Zwecke verfolgen, oder Kassen oder Genossenschaften aufzukommen haben. Aus den Gebührensätzen iür die einzelnen Leistungen seien nur einige hervorgchoben: Der erste Besuch des Arztes 1.50 bis 15 Mk. Jeder folgende im Verlauf derselben Krankheit 1 bis 10 Mk. Die erste Beratung in der Wohnung des Arztes 1 bis 10 Mk. Jede folgende in derselben Krankheit 1 bis 5 Mk. Die Gebühr schließt die Untersuchung und Verordnung mit ein; bei besonders eingehender Untersuchung jedoch mit Augen-, Ohren, Kehlkopfspiegel und berg!., dem Mikroscop oder längeren chemischen Untersuchungen können 2 bis 5 Mk. besonders berechnet werden. Bei gleichzeitiger Behandlung mehrerer, zu derselben Familie gehöriger Kranke ermäßigt sich der Gebührensatz für die zweite und jede folgende Person auf die Hälfte. Für Nachtbesuche, sofortige Besuche oder solche zu bestimmter Stunde gilt das Doppelte der Sätze, bei Consilien stehen jedem Ärzte 5 bis 30 Mk. zu, bei fortgesetzter Beratschlagung in demselben Krankheitsfalle 5 bis 20 Mk. Entschädigung für Fuhrkosten können nur bei Entfernungen von 2 Kilometer an berechnet werden. Von besonderen ärztlichen Verrichtungen werden Impfung mit 2 bis 5 Mk, Anwendung der Elektrizität mit 2 bis 10 Mk., Massage 2 bis 6 Mk./ subcutane Einspritzungen und bergt 1 bis 3 Mk., ber erste einfache Verbanb einer kleinen Wunde mit 1 bis 10 Mk. bewertet u. s. w. Für alle chirurgischen, augenärztlichen, geburtshilflichen und zahnärztlichen Operationen sind besondere Tarife festgestellt. gk. Ruttershausen, 11. Dezember. Sonntag nacht wurde hier eine rohe Messerstecherei verübt. Ein junger Bursche, Louis Karber, stach einem anderen, ohne i genb wie von diesem gereizt zu sein, mit einem Messer i i die Seite, sodaß die Lunge verletzt sein soll. Der Thäter ist ein trotz seiner Jugend gewaltthätiger, roher uud gefürchteter Patron. Hoffentlich wird ihm endlich für eine Zeit lang das Handwerk gründlich gelegt werden. Vermischtes. * Lord Salisbury ist eigentlich als Premierminister am schlechtesten bezahlt. Er erhält nicht einmal etwas als „Geheimsiegel", sondern nur 5000 Psd. ©tert (100000 Mk.) als Premier, aber diese muß man ihm schon gönnen. Sein Sohn, Lord Cranborne, bezieht 1500 Psd. Stert (30000 Mk.) als Untersekretär im Auswärtigen. Seine Neffen erhalten: Arthur I. Balfour 5000 Pfd. ©tert (100000 Mk.) als Erster Lord des Schatzes, Gerald W. Balfour 2000 Pfd. Stert (40000 Mk.) als Präsident des Handelsamtes. Der Schwiegersohn Salisburys, Lord Selborne, hat 4500 Pfd. Stert (90000 Mk.) nebst prachtvoller Amtswohnung, und ein anderer angeheirateter Verwandter, I. W. Lowther, wird als Beamter des Verkehrsministeriums 2500 Pfd. ©tert (50000 Mk.) beziehen, womit er sich einigermaßen einrichten kann. Alles zusammen macht das über 400000 Mk. Bekanntmachung, betreffend: Das städtische Elektrizitätswerk. Während der Zeit vom 11. Dezember a. e. bis zum 5. Januar 1901 haben die definitiven Anmeldungen zum Au- schlufi au das Elektrizitätswerk zu erfolgen. Für die nachbenannten Straßen und Plätze ist die Legung der Kabel vorgesehen: Alicestraße, Am Brand, Asterweg, Bahnhofstraße, Bleichstraße, Brau- gaffe, Bergstraße, Dammstraße, Frankfurterstratze, Gartenstraße, Goethe- straße, Grünbergerstraße, In den neuen Bäuen, Johannesstraße, Kirchplatz, Liebigstraße, Lindenplatz, Ludwigstraße, Mäusburg, Marktstraße, Marktplatz, Marburqerstraße bis zur Steinstraße, Moltkestraße, Neustadt, Nordanlage, Ostanlage, Plockstraße, Senkenbergstrahe, Sonnenstraße, Schul- straße, Schillcrstraße, Steinftraße, Seltersweg, Südanlage, Wallthorstraße, Westanlage, Wilhelmstraße. In den übrigen Straßen wird die Legung der Kabel nur bann erfolgen, wenn eins genügend Anzahl Anschlüsse gemeldet ist, sodaß sich die entstehenden Kost n rentieren. Von i'enjenuen Interessenten, welche auf unsere erste Aufforderung zur vorläufigen Anmeldung bereite Anmeldungen etngereicht haben, nehmen wir an, daß diese vorläufige Anmeldung als bindende anzusehen ist, so- ferne nicht innerhalb btr vorgenannten Z-it eine absagenbe Antwort erfolgt. Der Stadtplan mit dem eingezeichneten Kabelnetz liegt im Bureau des städtischen Elektrizitätswerkes — Neumühle — aus. Dortselbst sind auch die, für die Anmeldungen vorgeschriebenen Formulare, sowie die Bedingungen für den Bezug elektrischer Energie kostenlos erhältlich. Wegen näherer Auskunft wolle man sich an das vorgenannte Bureau wenden. Gießen, den 8. Dezember 1900. 8004 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. 93.: Wolff. Verdingung von Barmrbeiten. Die nachstehend verzeichneten Arbeiten und Lieferungen zum Ausbau eines neuen Spartassengebäude- sollen verdungen werden: I. die Tiincherarbeiten, 5. di- Parkettböden, 2. d e Schreinerarbetlen, 6. die RolllLden (hölzerne und 3. die Glaserarbetten, eiserme) 4. die Anstretchcrarbeiten, 7. bi- Tresoreinrtchtungen. Die V-rdingungiunt-rl°a-n, Zeichnungen und Bedingungen können aus dem Bureau bei Architekten Gust. Hamann, Bergstraße 11, an den Wochentagen eingesehen werden. Pr-t-ang-bo!»f°rmular- sind daselbst gegen Erstattung der Kapial- gebühren erhältlich. Angebote sind bis zum 18. Dezember d. IS., abeuds 6 Uhr °us dem Bureau der Spar- und Leihkafle in uerschlaffenem Couvert, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichm. Gießen, den 5. Dezember 1900. 7923 Direktion der Spar, und Leihkasse Gießen. Wiener. Alle Sorten See- und Fahnfische: Schellfische, Kavekjau, Seezungen, Zander, Kechte, Weißfische, Karben usw. 6360 in stets frischer, sowie in lebender Ware. Bestellungen zu Gesellichaitsessen usw. werden prompt ausgeführt. Martin Simon, Asterweg 1. Geriebene Mandel „ Haselnüsse sowie sämtliche Artikel der Feinbäckerei enivfiehli billiast 7901 Gust. Walter, Heute frische Selwllflsclie, Kabliarr, Zanver, LchoN-n, hechte, lebend« Karpfen, Schleie und Aale ei ngcu offen 3.50 Proo rner tierfc.nb’ nacd auSwänS. “ I. W. Sch-M, Kolonialwaren' und Deiikaleffengesckätt Cap Maysi von allen Rauchern anerkannt beste und bekömmlichste 6 Pfg. Cigarre. Gleichzeitig empfehle iw mein reichhaltiges Lager in 7674 Cigarren, Cigaretten »ad Tadak sowie flroiie Auswahl in Weihnachts-Cigarren in 25 50 und 100 Stück-Packungen v. 1.25 2.50 2.80 Mk. abu.höher. Mchard Buchacker Cigarrengeschäst NeueU'Bäue 1l, gegenüber d. Weideng. Prmll Spkisekattoffkin (magnum bonum) empfiehlt 7670 3. Weisel, Aoaueustraßr 6. MMchrr, edaagel. Markt 9-10. Markt 9-10 6577] b-v-zt st alle Arte Ml Wit Ww Sämtliche Damen- und Kinder-Mäntel im Preise bedeutend reduziert. 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Zürich und höher — 12 Meter I — porto- und zollfrei zugesandtl Wie umgehend; ebenso von schwarzer, weißerund farbiger „Henneberg-Sndi' * Eine Eisenbahn auf den Mont-Blanc. Genf wird berichtet: Der Bau einer Eisenbahn aufVr Gipfel des Mont Blanc, die in allen Punkten der June- fraulinie ähnlich sein würde, wird in Erwägung gezoxe» Bekannte Sachverständige, wie der Direktor des Mvk Blanc Observatoriums Ballot und Deperet, der Professe der Mineralogie an der Universität Lyon, die vor kurzy die verschiedenen Wege und atmosphärischen Bedingung^ geprüft haben, halten den Plan für ausführbar. Dy Weg, der am wenigsten Schwierigkeiten bieten und dahk wohl gewählt werden würde, geht auf der savoyischen von dem Dorfe Les Houchcs aus. Zwölf Stationen sollt: gebaut werden, besonders zu dem Zweck, den klimatisch,,- Bedingungen zu widerstehen; sie sollen den Reisenden mögliche Bequemlichkeit bieten. Die Länge der Bergbch wird auf 17 Kilometer geschätzt. Die treibende Krch natürlich Elektrizität, soll von der Arve und dem Mer! Glace gewonnen werden. Der Urheber dieses Planes, tc französischer Ingenieur Namens Fabre, hat dem Minift des Innern die Pläne vorgelegt. Es ist also wahrschek, lich, daß Touristen in einigen Jahren daS ungeheuer! Panorama vom Mont-Blanc ohne Gefahr oder Anstrengu^ genießen können. Kunst-Ausstellung. auBßteMung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags ml Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 8 Wi 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 dis 3 u« ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. @ ©© TAFELKARTEN ® « s BALL- UND TISCHKARTEN V HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEIN- DRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7. Grosse A Haw Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste niöetfität 8035 Markt 16 16 Markt Wilh. 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