Vermischtes. * Der Kaiser und der Gymnasiast. Wie das „Kl. Journ." berichtet, war der Kaiser im Frühjahr 1898 Zeuge gewesen, wie ein Gymnasiast namens FranzSchmidt am Großen Stern im Tiergarten in Berlin durch eine ent- schloffene That ein Kind vor der Gefahr bewahrt hatte, von durchgegangenen Pferden verletzt zu werden. Anderthalb Jahr nach diesem Vorfall starb der Vater des Schmidt und dieser, der für sein Leben gern Ingenieur geworden wäre, sollte nun seinen Zukunftsplan aufgeben und in einem Bankgeschäft Kaufmann lernen. In seiner Verzweiflung schrieb er ohne Wiffen seiner Mutter einen Brief an den Kaiser, dem er unter Bezugnahme auf den oben erwähnten Vorfall seine Not klagte. Am Dienstag der vergangenen Woche ist darauf der überraschten Mutter des Schmidt die Nachricht zugegangen, daß der Kaiser aus seine Kosten den jungen Mann zum Schiffsbau-Ingenieur ausbilden lassen werde. Aus Stadt und Land. Gießen, 12. Dezember. ** Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armee- **Korps. Braubach, Magistrat, Polizeidiener, 800 Mk. Gehalt und freie Dienstkleidung, Hanau, Königl. Polizei- Direktion, Schutzmann, 1200—1600 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt a. M., Kaiser!. Ober- Postdirektion, Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Daselbst, vier Briefträger und Postschaffner, je 900 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Dortmund, Kaiserl. Postanstalt, Landbriesträger, 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Langen, 10. Dezember. Voriges Jahr wandten sich die Lehrer der hiesigen Fortbildungsschule mit der Bitte an die Stadt, die Vergütung für die Unterrichts- stunden an dieser Schule auf 2 Mark zu erhöhen. Man lehnte damals das Gesuch ab. Nachdem kürzlich bei der Beratung des Voranschlags besonders von einer Seite nachdrücklich betont worden war, daß die Gemeinde für die Fortbildungsschule wohl auch vergüten könne, was der Staat für die hiesige Haushaltungs- und Landwirtschaftsschule aufwende, wurde die Forderung bewilligt. Ober-Abt st einach, 10. Dezember. Ein hiesiger Wagnermeister wurde mit seiner Frau nachts in nicht geringen Schrecken versetzt, denn als ein Tumult im Zimmer die Leute aus dem Schlafe weckte, standen zwei — Zigeuner mit brennender Laterne vor ihrem Be t t e, um, wie die Söhne der Pußta sagten, sich nur nach einem Wagen zu erkundigen, die Hausthür sei offen gewesen usw. Man hat aber ob dieses nächtlichen, gewiß recht unheimlichen Besuchs Anzeige erhoben, worauf die Zigeuner festgenommen und nach Wald-Michelbach zur Aburteilung gebracht wurden. -k- A u s d e m R h e i n g a u, 10. Dezember. Im verflossenen Herbst wurden in Rüdesheim 336 Stück Wein, das Stück zu 1200 Liter, geerntet, gegen 141 Stück im Jahre 1899, mithin ist der Herbst in Rüdesheim auch, in quantitativer Beziehung in diesem Jahre gut ausgefallen. - •• Kleine Mitteilungen au5 Hessen und den Nachbarstaaten; Der Bau der neuen Jnfanteriekaserne in Mainz, der auf 1800 000 Mk. veranschlagt war, ist um ein Abgebot von neun ein Viertel Prozent an die Firma Flügge in Mörchingen (Lothringen) übertragen worden. — Das eine G^eis zwischen E h r e n b r e i t st e i n und Vallendar ist wieder dem Betriebe übergeben worden. Es verkehren bis jetzt nur die Schnell- und Personenzüge, die Güterzüge werden noch umgeleitet. — Auf Station Kronweiler wurde der dortige Stationsvorsteher Schrenk überfahren. Dem Unglücklichen wurde der Kopf vollständig; vom Rumpfe getrennt. — In Kirchhain ereignete sich ein beklagenswerter Unfall. In seiner Scheune wurde der Bäckermeister Franz Wolf mit einer starken Kopfwunde bewußtlos aufgefunden. Nach wenigen Stunden verstarb Wolf. — Seinen neunzigsten Geburtstag feierte in Marburg der Gym- nasial-Oberlehrer a. D. Pfarrer G. Th. Dithrnar. d“ ^hlreic^ dünner. 8046 - Raketen ende Frösche : Ion-Feuerwerk c? . B- Vexier- Streichhölzer . gj iykrackers etc. i Rabatt — i Pecks, rrangiert vni ton te- Pritel-Vw Ifantn MMn. huckerte. Peter Herr. inschessenz,* 41 f. n scheu Gehalt unb W rt angeführte >«-, öastM sttleitungM VechcheiA, len unter V « w- TüMer Mm . Jauuar oder P1 292 Drittes Blatt. Donnerstag den I.S. Dezember 159. Jahrgang ZOOM Meßener Anzeiger Henerat-Anzeiger Ncjugsprel- vlerteljährl. Mk. 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Brinkirrlohnj durch die AbholestrLa» »irrteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bki Postbezug Mk. 2,40 vierteljShAt. mit Bestellgeld. Llle Anzeigen-BermittlungSstellm de- In- und AuSlandeA nehmen Anzeigen für dcu Gießener Anzeiger entgeg«. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., au-wärt- 20 Pfg. tiRalme ton Anzeigen zu der nachmittag- für den Lag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Utz». Abbestellungen spätestens abends vorher. ttgNch ah Ausnahme des Mentagt. Nie Gnhener AAmNtrnßtLtter perten dem Anzeiger «i Wechsel mit „Hess. u. „Blätter ffi: Hess. BolkSkundr" »tchtl. 4 mol beigelegt. Aimts- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren. -----— --L._ ..... IMwfrte«, Expedition und Druckerei: -chulstrahe Ar. 7. . .1 IIP II I. ■ . ■III— LJ UI-.II-.I 1 - j Ml.1*. ------ Gratisbeilagrn: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Die Werkstätten mit Motorbetrieb. E—n. Gießen, 11. Dezember. Das Reichsgesetzblatt Nr. 28 von 1900 (zu beziehen Lurch alle Postämter) enthält auf den Seiten 565 bis 571 eine Kaiserliche Verordnung nebst Ausführungsbestimm- ungeti des Bundesrats über die B e s ch ä f t i g u n g von jugendlichen Arbeitern beiderlei Ge- Ichlechts und Arbeiterinnen in Werkstätten uuit Motorbetrieb. Es betrifft dies also Gewerbe- betriebe, die nicht zu den Fabriken zu zählen sind, jedoch durch elementare Kraft (Dampfmaschinen, Gasmotore, Pe- 4wleummotore, Benzinmotore, Heißluftmotore, Truüluft- Ziotore, Elektromotore, Windmötore, Wasserräder, Tur- Hilien oder Göpelwerke) bewegte Triebwerke anwenden. Die Bestimmungen treten mit dem 1. Januar 1901 in «reift Die Inhaber solcher Werkstätten mögen sich mit den Vorschriften baldigst genau vertraut machen, nm nicht Unannehmlichkeiten zu bekommen. Der Wort- Cout der Ausführungsbestimmungen ist so gehalten, daß er im allgemeinen nicht leicht verständlich erscheint. Wir möchten daher zum Verständnis dieser gesetzlichen Bestimmungen das Nachfolgende anführen: Es ist ein Unterschied gemacht worden zwischen Werk- rtittent mit Motorbetrieb, die in der Regel 10 und mehr Arbeiter beschäftigen, und solchen, die in der Regel weniger als 10 Arbeiter haben. In allen Werkstätten bür|eil nur junge Leute beschäftigt werden, rvelche der Schule entlassen sind und mindestens das 13. Lebensjahr vollende t haben. In Schleifer- und Polier-Werkstätten der Glas-, Stein- ober Metallindustrie dürfen schulentlassene Kinder unter 1| Jahren, wie in Fabriken, täglich während der Tages- fotit von morgens halb 6 Uhr bis abends halb 9 Uhr nur s chö Stunden beschäftigt werden, Mädchen jedoch Sarns- tags rind am Tage vor Festtagen nur bis halb 6 Uhr nach- mttwgs. In den Werkstätten des Handwerks mit Motorbetrieb unter 10 Arbeitern ist mär nlichen jungen Leuten beliebigen Al- tkrs- (sofern sie der Schule entlassen sind) unbe- sLrünkte Arbeitszeit gestattet. In allen Werkstätten, die mit unregelmäßiger Wasser- kmist betrieben werden, mit Ausnahme der Schleif- und Silier-Werkstätten ist die Arbeitszeit für jugendliche Ar- iter (unter 16 Jahren) beiderlei Geschlechts während ) erTageszeit von halb 6 Uhr morgens bis halb 9 Uhr .^»beschränkt gestattet. In allen übrigen Werkstätten mit :Morbetrieb, gleichgiltig mit wie viel Arbeitern, ist für i iinge Leute beiderlei Geschlechts, auch wenn sie noch nicht .4 Jahre alt sind, in Schleifer- und Polier-Werkstätten ilgmdlichen Arbeitern zwischen 14 und 16 Jahren, wählend vorerwähnter Tageszeit nur eine lOstündige Ar- > Mszeit erlaubt, jedoch dürfen Mädchen an Samstagen । irb Vorabenden von Festtagen in diesen Gewerbebetrieben nach halb 6 Uhr nachmittags nicht beschäftigt werden. -Mts, von abends halb 9 Uhr bis morgens halb 6 Uhr, fsWe an Sonn- und Feiertagen ist die Besck-äftigung junger tJeute unter 16 Jahren beiderlei Geschlechts in allen Motor- Lerkstätten nicht zulässig. Eine Ausnahme machen nur Werkstätten des Handwerks*) unter 10Arbeitern, denn liier ist männlichen jugendlichen Arbeitern das Ar- II teilen während der Nachtzeit nicht untersagt; die Arbeit Sonntagen ist aber auch hier für jugendliche Arbeiter Verlöten. Die Pausen müssen bei 6 stündiger Arbeitszeit . mindestens eine halbe Stunde dauern, während bei zehn- jMdiger Arbeitszeit in Werkstätten mit 10 und mehr Ar- 1 leitern je eine Frühstück- und Vesper-Pause von einer 1 falbem Stunde, sowie eine Mittagspause von einer Stunde gewähren ist. In Werkstätten mit weniger als zehn rkibeitern sind gleiche Pausen oder nur eine eineinhalb- friilnbige Mittagspause vorgeschrieben; ebenso braucht eine Äsr- und Nachmittagspause nicht gewährt zu werden, son- äern mir eine einstündige Mittagspause bei einer täg- Uichn Beschäftigung von nur 8 Stunden, sofern die durch aire Pause nicht unterbrochene Arbeitszeit am Vor- und «tohtiittage je 4 Stunden nicht übersteigt. Bei den Werk- Mteii des Handwerks unter 10 Arbeitern, sowie bei Werk- । *) Qum Handwerk im Sinne dieser Bestimmungen sind zu rechnen faxe Betriebe der Bandagisten, Bandwirker, Böttcher (Küfer), Buchbinder, Wlenmacber Bürsten- und Pinselmacher, Drahtflechter, Drechsler, rrink- Küpser- und Stahldrucker, Färber und Zeugdrucker, schauer, Feinmechaniker, ©erbet, Glaser, Gold- und Srlberarberter, Getute', Handschuhmacher, Hutmacher, Kammmacher, Klempner (neigtet), Kürschner, Kupferschmiede, Messerschmiede, Metallgießer, SLifg« (Fleischers Mühlenbauer, Musikinstrumentenmacher, Posaments', Sattler (Riemer, Täschner), Schiffbauer, Schlosser, Grob-uvd ZMmiede, Sckmeider, Schreiner (Tischler), Schuhmacher, Seifensieder, äteto, Stellmacher (Wagner, Radmacher), Tapezierer, Töpfer (Häfner), 'Vujmaicher, Uhrmacher, Weber. , „ Durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde kann für ihren >«a|lik ober Teile desselben bestimmt werden, daß gewisse Arten der vs» rechneten Gewerbszweige, welche nach den besonderen Verhältnissen düS Arszirkes nicht handwerksmäßig betrieben werden, nicht zum Hand- «M-ii Wi Sinne der vorstehenden Bestimmung zu rechnen sind. statten mit unregelmäßiger Wasserkraft (ausgenommen Schleifer- und Polier-Werkstätten) sind besondere Pausen nicht gesetzlich festgelegt. In allen Werkstätten mit Motorbetrieb dürfen Arbeiterinnen über 16 Jahren an Werktagen täglich nur 11 Stunden, an Samstagen und an den Tagen vor Festtagen täglich nur 10 Stunden beschäftigt werden, wie in Fabriken. Die Arbeitszeit muß in Die Tageszeit von halb 6 Uhr morgens bis halb 9 Uhr abends fallen, an Samstagen und Tagen vor den Festtagen jedoch bereits halb 6 Uhr nachmittags beendet sein. Ausnahmen machen nur die Werkstätten mit unregelmäßiger Wasserkraft, jedoch auch wieder nicht die Schleifer- und Polier-Werkstätten, denn es ist bei ersteren für Arbeiterinnen über 16 Jahren die Arbeitszeit an allen Wochentagen von früh halb 6 Uhr bis abends halb 9 Uhr unbeschränkt erlaubt. Den über 16 Jahre alten Arbeiterinnen muß in allen Motor- Werkstätten mindestens eine einstündige Mittagspause gewährt werden, welche wie in Fabriken auf anderthalb Stunden zu erweitern ist, sofern Arbeiterinnen, welche ein Hauswesen zu besorgen haben, dies beantragen. In Badeanstalten mit Motorbetrieb unter 10 Arbeitern ist jedoch Arbeiterinnen über 16 Jahren, welche ausschließlich oder vorwiegend mit der Bereitung der Bäder und der Bedienung des Publikums beschäftigt sind, für die Arbeitszeit weder eine Dauer noch eine Tageszeit vorgeschrieben. Bei allen Werkstätten mit Motorbetrieb, mit Ausnahme der Motorwerkstätten des Handwerks unter 10 männlichen Arbeitern, hat der Arbeitgeber, wenn Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter beschäftigt werden sollen, vor dem Beginne der Beschäftigung der Ortspoljzeibehörde eine schriftliche Anzeige zu machen. In der Anzeige ist die Lage der Werkstätten und die Art des Betriebes anzugeben. In allen diesen Werkstätten müssen Tafeln aushängen, welck)e in der von der Landes-Zentralbehörde zu bestimmenden Fassung und in deutlicher Schrift einen Auszug aus den Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern enthalten. Wegen außergewöhnlicher Häufung der Arbeit kann in Motorwerk statten mit 10 und mehr Arbeitern auf Antrag des Arbeitgebers (§ 138a Abs. 1 der Gew.-Ord.) die untere Verwaltungsbehörde die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 16 Jahre bis 10 Uhr abends an den Wochentagen außer Samstags auf die jedesmalige Dauer von 2 Wochen, jedoch nur an höchstens 40 Tagen im Jahre unter der Voraussetzung gestatten, daß die tägliche Arbeitszeit 13 Stunden nicht überschreitet. Der Antrag ist schriftlich zu stellen. In Werkstätten mit weniger als 10 Arbeitern sind diese Ausnahmen ohne weiteres im gleichen Umfange erlaubt, jedoch hat der Gewerbetreibende ein Verzeichnis anzulegen,» in welches jeder Tag, an dem Ueberarbeit stattgefunden hat, noch am Tage der Ueberarbeit einzutragen ist. Es kommt hier jeder Tag in Anrechnung, an welchem auch nur eine Arbeiterin mit Ueberarbeit beschäftigt wurde. Dieses Verzeichnis ist auf Erfordern der Ortspolizeibehörde sowie dem Gewerbeaufsichtsbeamten jederzeit vorzulegen. Wenn Naturereignisse oder Unglücksfälle den regelmäßigen Betrieb einer Werkstatt unterbrochen haben, so können Ausnahmen von den vorgesehenen Beschränkungen auf die Dauer von 4 Wochen durch die untere Verwaltungsbehörde (bei Werkstätten mit 10 und mehr Arbeitern durch die obere Verwaltungsbehörde), auf längere Dauer durch die höhere Verwaltungsbehörde (bei Werkstätten mit 10 und mehr Arbeitern durch den Reichskanzler) zugelassen werden. In dringenden Fällen solcher Art, sowie zur Verhütung von Unglücksfällen kann die Ortspolizeibehörde (bei Werkstätten mit 10 und mehr Arbeitern die untere Verwaltungsbehörde), jedoch höchstens auf die Dauer von 2 Wochen gestatten. Wenn die Natur des Betriebes oder Rücksichten auf Die Arbeiter in einzelnen Werkstätten es erwünscht erscheinen lassen, daß die Arbeitszeit der jugendlick)en Arbeiter oder Arbeiterinnen in einer anderen als der vorgesehenen Weise geregelt wird, so kann auf besonderen Antrag eine anbertoeite Regelung hinsichtlich der Pausen durch die untere Verwaltungsbehörde (bei Werkstätten mit 10 und mehr Arbeitern durch die höhere Verwaltungsbehörde), im übrigen durch die höhere Verwaltungsbehörde (bei Werkstätten mit 10 und mehr Arbeitern durch den Reichskanzler) gestattet werden. Jedoch dürfen in solchen Fällen die jugendlichen Arbeiter nichl länger als 6 Stunden beschäftigt werden, wenn zwischen den Arbeitsstunden nicht Pausen von zusammen mindestens einstündiger Dauer gewährt werden. Die auf Grund vorstehender Bestimmungen zu treffenden Verfügungen müssen schriftlich erlassen werden. Für Bäckereien und Konditoreien, die nicht als Fabriken anzusehen sind, gelten, auch wenn sie mit Motoren betrieben werden, die bisherigen Bestimmungen der Bekanntmachung vom 4. LRärz 1896 (Reichsgesetz-Blatt 1896 Nr. 6 Seite 55—57). Für die nicht als Fabriken anzusehenden Getreidemühlen mit Motor- oder Wasserbetrieb mit Ausnahme derjenigen, in denen ausschließlich oder vorwiegend Tampfkraft verwendet wird, gelten die Bestimmungen der BekanntmackMng vom 26. April 1899 (Reichsgesetz-Blatt 1899 Nr. 18 Seite 273). Getreidemühlen, die ausschließlich oder vorwiegend Dampfkraft verwenden, aber keine Fabriken sind, haben die Bestimmungen der Werkstätten mit Motorbetrieb zu beachten. JnsderKleider-nndWäschekonfektion gelten auch für Werkstätten mit Motorbetrieb die Bestimmungen der Verordnung vom 31. Mai 1897 (Reichsgesetz-Blatt 1897, Nr. 25 Seite 459—462). • Eine Vereinigung zur Aufklärung des Könitz er Mordes hat sich, wie wir bereits kurz meldeten, in Könitz gebildet. Zwölf Herren aus Könitz und Umgegend sandten uns folgenden Aufruf: „Am 11. März 1900 ist der in blühendem Jünglingsalter stehende Gymnasiast Ernst Winter von verruchten Mörderhänden in Könitz zu Tode gemartert worden, und noch immer harrt die entsetzliche That der irdischen Sühne. Die vom 26. Oktober bis 10. November ftattgehabte öffentliche Schwurgerichts-Verhandlung gegen die wegen Meineides angeklagte Familie Maßt off hat ein großes Streiflicht in die dunkle Angelegenheit geworfen, indem dieser Prozeß weit über den Rahmen eines einfachen MeineidsprozeffeS hinausgegangen und sich zu einer Art von Ermittelungsverfahren in der Winterffchen Mordsache gestaltet hat. Noch erscheint eS möglich, daß der geheimnisvolle Mord Aufklärung und Sühne findet. Diese Möglichkeit ist der selbstlosen und unermüdlichen Thätigkeit einiger weniger Männer zu verdanken, die ohne ausreichende Geldmittel, aber mit Aufbietung aller ihrer Kräfte den Spuren des Mordes nachgegangen sind. Die ungeheuren Schwierigkeiten und Hinder- niffe, die sich jedem Schritte zur Entdeckung der Mörder entgegenstellen, können aber schließlich nicht durch den Eifer und die Thalkraft Einzelner überwunden werden. Das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Parteirichtung hat ein dringendes Interesse daran, das eigentümliche Dunkel gelichtet zu sehen, welches gerade diesen grausigen Mord umhüllt. Dem Vater des Ermordeten, dem Bauunternehmer Winter zu Prechlau, stehen nicht die Mittel zu Gebote, um seinerseits die vorhandenen Spuren soweit zu verfolgen, daß es gelingt, die Justiz zur Ergreifung der Mörder zu veranlassen. In der Stadt Könitz, in deren Mauern der Mord verübt worden, hat sich daher eine Vereinigung aus angesehenen Bürgern in Stadt und Land gebildet, die sich das Ziel gesteckt hat, mit allen Kräften zu der Aufklärung des Mordes beizutragen und jede Spur rücksichtslos zu verfolgen. Diese Vereinigung wendet sich an alle Deutschen jeder Parteirichtung. Ein jeder soll nach seinen Kräften zur Ansammlung eines ausreichenden Fonds beitragen, der unter Verantwortung der Unterzeichneten für eine sachgemäße Verfolgung der Spuren des Mordes verwendet werden soll." Geldsendungen sind zu richten an den Kaufmann und Stadtrat Julius Klotz in Könitz, Westpreußen. Familien Nachrichten. Gestorben r Christian Brüchner Wwe. in Butz ach. — Adam Kaiser in Langenhain. — Amalie Seibel geb. Frteß in Darmstadt. — August Mainzer in Darmstadt. Berlobt r Auguste Fritz, Heinrich Mohr zu Bad-Nauheim. Sport, Spiet, Jagd. Bei der BefSrderung von Fahrrädern auf der Eisenbahn hat es sich auf einzelnen Strecken eingebürgert, daß die Babn- bediensteten die Reisenden um Hülfeleistung beim Aus- und Einladen der Räder ersuchen. Dies ist, wie die kgl. Eisenbahndirektion in einer soeben ergangenen Verfügung betont, unzulässig und to- schriftswidrig. Die Verladung wie die Entladung ist lediglich des Packmeisters, dem, außer den Gepäckträgern und Arbeitern dir Station, nötigenfalls auch das Zugpersonal beim Verladen Räder Hülfe zu leisten hat ' Der Mensch lebt nicht von dem was er itzt, sondern vm dem was er verdaut. Bei einer Reihe von Krankheiten und Zuständen ist jedoch der menschliche Verdauungsapparat derartig geschwächt, daß » die natürliche Nahrung nicht verträgt und nach einem Ersatzmittel der, selben gegriffen werden muß. Wahre Wunder wirkt hier die allbekannt« Somatose, welche bei Verdauungs- und Ernährungsstörungen schon m kleinen medizinalen Dosen den Appetit wieder anregt, dem Körper durch ihren hohen Eiweißgehalt wieder neue Lebenskräfte zuführt und oft staunenerregenden Fleischansatz erzeugt. Somatose enthält die Nährstosse und Salze des Fleisches, ist vollkommen geschmack- und geruchlos uns nimmt direkt an der Ernährung teil. Ungeachtet gewaltigen Wettbewerbs behauptet die TSiichensderfer ihren wohlbegründeten Ruf als einfachste, darum zuvtr* lässigste, dabei dauerhafteste und handlichste Schreibmaschine. Preis der No. 5: Mk. 160,—, der No. 7: Mk. 225,-. Ausführliche illustrierte Kataloge und Anerkenntngj. schreiben durch die Brühl’sehe Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. Fritz Nowaok Seltersweg Seltersweg Ecke Flockstrasse Ecke Flockstrasse tiCHe x-'iocKSTrasse « “ ™ ™ xjcire x^iocKsrrasse WW- Spezial-Geschäft für Wäsche und Braut-Ausstattungen empfiehlt für Weihnachts-Einkäufe sein grosses Lager in Leinen, Halbleinen, Cretonne und sämtlichen anderen Weisswaren und Aussteuer-Artikeln. £ Kur gediegene, altbewährte Fabrikate. 7590 Viele Neuheiten in Tischdecken, Theegedecken, Tischtüchern, Servietten, Handtüchern etc. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Sonnenstrasse 25. J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. Große Weihnachts-Ausstellung in Nnöer-Spielwaren. Dr. Richter sche Holz» und Tteiubaukasteu Alle Arten SelbstbeschaftigUllsS' und Gkskllschsstsspikle nach Dr. Georgens Fröbel. Laternamagicas n. Kinematographen 7479 (Lebende Bilder) Schaukel- und Uolkpferde Trommeln, Trompeten, Säbel, Gewehre. Puppen-, Sport- und Drückwagen, massive Leiter- und Kastenwagen Lade», Festungen, Ställe, Theater Suppen-Airnmer, -Wööel, -Küchen und Küchen-Kinrichtungen Angekleidete Puppen, Puppeuköpfe aller Art Alle PuMuteile, alle Größen Gelenkpnppeu etr. jN* I Ü/ Max Weissbäcker Grosse Auswahl in Bogenlampen) Vertreter der Firma Siemens & Halske, A.-G. Giessen, Südanlage 23 empfiehlt sich zur Installation von Hausanschlüssen an das Städtische Elektrizitätswerk, sowie zur Lieferung elektrischer Biotore für gewerbliche Zwecke. 6038 sowie Lustres und sämtlichen Bedarfsartikeln der elektrischen Branche. Mit Voranschlägen nnd Projekten diene auf Wunsch kostenlos, -w ÄF' Saison-Neuheiten * W inter-Bandschnhen Glacä, Doxkin, Krimmer, Wildleder und Stoff empfiehlt billigst 6820 Wilh. Wirsig, Handschuh-Fabrik IO Seite,„wog 10. 10 Seltersweg 10. J. C. König & Ebhardt ?ik MWmschmbmi ----- Hannover 7974 Geschäftsbücherfabrik, Buch- u. Steindruckerei Chromolithographische Kunstanstalt. Praktische Artikel für Haus und Contor. Alleinige Niederlagen: H. Kühn. Fh. Lücleking. von 7843 Georg Emil Seng SelterSweg 77 empfiehlt sich im Anfertigen von Crrkulareu, Offerten, Vervielfältigungen, Abschriften, Schreiben von Adresfen, tabellarischen und allen sonstigen Arbeiten auf der Schreibmaschine. 7843 ® Ehren-Diplom Alsfeld 1895. Grosse Auswahl >. Pelzwarea Colliers von I Mk. an bei 7943 Äug. Kretzschmar Marktplatz 22, nächst d. Kirchenplatz. . Halte mein Korset-Spezialgeschäft verehr!. Damen bestens empfohlen. Frau Anna Roth, 3 Bleichstrahe 3, nächst Südanlage 7493 früher Neuenweg 30. 7976 Heinrich Aff, Kkluhstraße 14. iGkschästs EWfthlmg. Einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend bU 1 ergebene Mitteilung, daß ich in Giessen, Bruchstratze 14 | Schuhmachergeschäst M eröffnet habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben fein, durch Ver« X arbritung von prima Material, fo-vie durch rafche und gute Bedieuuug meine werten Gönner zufrieden zu stellen. > Mejpchtsgkschkllkklk sehr geeignet, empfehle: E Präsentkörbchen Essenzen, feineren Likören, Cigarren, Cigaretten re. F. Schott, Bahnhofstraße, Scke Wolk(ngnfe* । r i « 7i F Weil iea fiinorgKol ««spekte, sowie Ge"«Ml.Agentt Lebens 3 7 V V I / ^teisve, Ers Spra 5k nr.obe- Seh i; Gardinen Siir ÄÄ K unb naS9 9‘W'- UrtzK neue gebe ^t. Somato e i ***»1?Äg , der No. 7: Mk.} KM9® und Anerka \^7fke)’ei> Gtil Mhulstrasse 7. 7590 M ialgB Äff# Mli Wk.m\ 1913 Mar Kirchenpto. Kirchknchh 9. AltCVferkauf 9 KirchkM. • sämtlicher Artikel zu bedeutend herabgesetzten Freisen. *» Gardinen, Teppiche, Tischdecken u. s. w. wegen Aufgabe dieser Artikel zu und unter Einkaufspreis. 9 Kirchenplatz 9. Meyerhoff $* Goslar. MA- Laden-Einrichtung billig abzugeben. 7205 __L_______________________________________________________________________________________________________________ bei Brand und Diebstahl bewährt. 3006 Bahnhofstrasse 30. Bahnhofstrasse 30. J1 feuer-, fall- and diebesfeste XasseasdiränKe £ ' , Kassetten in mustergiltiger Ausführung MW Gnm IM iii Fahrrädern nnil hHtftfa. Mähmaschinen. Kopierpresssen. Wasch- und Wringmaschinen. Waschmangen. •£ Reimer 76 6 August Noll. Gebr. Noll. Emil Orbig. Otto Schaaf. Koch- und Backrecepte, ▼erfasst von Lina Morgenstern, mit Zucker fein verrieben, in den seit 26 Jahren bekannten Päckchen zum Hausgebrauch. 1 Päckchen 20 Pfg. nille-Zucker, in Beuteln & 10 Pfg. in Kugeln, dosirt, dass eine Kugel 1 Tasse Thee, Milch, Kaffee, Cacao auf’s feinste vanillirt, wodurch derenWohlgeschmack übenaschend gehoben wird. Beutel mit 16 Kugeln 10 Pfg. Alle diese Packungen echt und unter Garantie des Originalproductes ff ■ der Erfinder desVanillin, An wenn mit Namen Haarmann & Reimer versehen. Zu haben in Giessen bei: Emil Fischbach. Ph. Herrmann. Wilhelm Haas. L. Kalkhof. gratis. _ , Haarmann’e Vanillin ist absolut frei von den WM- schädlichen und nervenaufregenden Bestandtheilen, die in der -» £■> Vanille enthalten sein können, dabei wohlschmeckender *WI DM- und unendüch viel bUUger als VanUle-Schoten. 'M Generalvertreter: Max Elb in Dresden. Von höchstem Werte als Weihnachtsgeschenk ist eine !eben$-Ver$iclimtng$-police des fürsorglichen Ehemannes und Familienvaters. Prospekte, sowie Auskünfte durch die 7862 General - Agentur der New - Yorker Germania, Lebensvers -Gesellsch. in Berlin: A. Fröhlich, Giessen, Goethestrasse 29. Emil Horst, Giessen Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. 6668 Hasche Lieferung m gediegener Au-Mrung |0 dilligeu Preise«. Crosses Lager In Trittstufen, Platten, Daohfalzzlegeln, Krippen, Trögen üw. Hrüger-Schürzen Iier-Schürzm Kaus-Schürzen Schwarze Schürzen Weiße Schürzen Kinder-Schürzen in großartiger Auswahl zu sehr billigen Preisen. 7589 C. Röhr & Co. Korbsessel in großer Auswahl billigst bei 17904 Ph- Schlatter. W. Kilbinger. Eberhard Metzger. •Gebr. Michel. H. F. Nassauer. Karl Schwaab, Hoflieferant. A. & G. Wallenfels. Chr. Wallenfels. Gustav Walter. 7070 Bekömmlichkeit, vorzüglich gegen 7529 g Sauerstoff-Wasser nach Kr. W. Hohmann, Kriedenau, ist hellte das hervorragendste Tafelwasser (bei gleichem Preis wie jedes andere Mineralwasser), von bestem Geschmack «ud höchster Diabetes, Gicht und Affektionen des Darmes und des Magens. General - Depot für Oberhefsen und Hessen-Nassau: Trageser & Mayer. ZU haben hier in den meisten Kotets und Hiestaurants. Seltersweg 83 Brüder Schmidt Seltersweg 83 Erstes Spezial-Geschäft der Haus- und Küchengerätebranche am Platze empfehlen ihr reichhaltiges Lager in 2156 praktischen und soliden Weihnachts-Geschenken Haushaltungs-Maschinen Schlittschuhe. Laubsäge- und Werkzeugkasten. Haushaltungsleitern. Blumentische. Ofenvorsetzer. Rein-Nickel- und vernickelte Waren Feine Holz- und Lackierwaren. Garderobe-, Schirm- und Stockständer. Ofenschirme und Kohlenkasten. Flaschen- und Eisschränke. Waschmaschinen, Mangeln, Wringmaschinen. Bügelbretter. Petroleum-Heizöfen etc. etc. aller Art. M Nähmaschinen 58 von Seidel & Naumann und Gritzner. Prima Solinger Stahlwaren. Küchenmöbel. Servierbretter. Waagen. Marktkörbe. Gemüse-Etageren. Waschgarnituren, Eismaschinen. Vogelkäfige, Obstgestelle etc. etc. Kis Weihnachten 7771 6 Marktplatz 6 ./. Pfeffer Auf eine grosse Partie Reste aller Art zu sehr billigen Preisen mache ich besonders aufmerksam. Xrcuzplatz 14 Seltersweg 18, öf) reiches Lager in umfassen ein 6908 im 7325 *SVa Zubehöre erprobt. Jul. Bach 7791 Seltersweg. Giessen. Flockstrasse. •erawtwertfidj btn el