jjt. 240 Zweites Blatt. Samstag den 13 October 150. Jahrgang 19OS Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- «nd 2lnzeigel»latt für den Areir Gietzen Erscheint lägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A«milie«VtLtker werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde* wbchtl. 4 mal beigelcgt. Alle Anzeigcn-VermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 mouatiid) 76 Pfg. mit Bringcrlohni durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familiendlütter, Der hessische Kandnrirt, Klätter für hessische UMslmnde. Adresse sür Äepeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. 3 Die Wirren irr China. Aus Hongkong kommen neue beunruhigende Nach- xidyten über eine fremden feindliche Bewegung in Südchina. So meldet Reuter von dort vom 10. ds.: Aus Samtschun wird berichtet: Der Aufenthalt der Rebellen im Hinterland ist nicht bekannt, man glaubt jedoch, daß sie zwei Stellungen etwa 16 Kilometer nördlich der britischen Grenze besetzt halten. - 1000 Mann chinesischer Truppen sind gestern in Samtschun eingetroffen, weitere 1000 Mann werden heute erwartet. 10 000 Mann Truppen aus Indien werden noch nach Hongkong beordert werden; die 16. bengalischen Lanzenreiter und das Hongkong- Regiment sind hierher zurückgerufen worden. Alle Truppen, die aus dem Norden hierher zurückbeordert worden sind, werden vor Ende des Monats eintreffen. Den Behörden soll die Mitteilung zugegangen sein, daß ein allgemeiner Auf st and injd. en südlichen Provinzen im November zum Ausbruch kommen werde. Die gegenwärtigen Anzeichen deuten auf die Wahrscheinlichkeit hin, daß die Lage sich ähnlich dem Boxeraufstande im Worben entwickeln werde. Das französische Transportschiff Peiho und das japanische Kriegsschiff Asahi sind hier eingetrofsen. — Aus Tientsin wird demselben Büreau vom 10. ds. gemeldet, der Abmarsch der Expedition nach Paotingfu sei nunmehr auf Freitag festgesetzt ; das Expeditionskorps werde 7000 Mann stark und aus Deutschen, Engländern, Franzosen und Italienern zusammengesetzt sein. Nach einer in Washington eingetroffenen Depesche aus Peking vom 8. planen die Engländer eine kleine Expedition nach dem Kohlenbezirk in den Hügeln westlich von Peking, um die dort vorhandenen Vorräte zu untersuchen. Die Expedition sollte am Mittwoch abgehen. Chinesen aus Taiyucnfu versichern, Tungfuhsiang habe, als er Taiyuensu verließ, eine starke Abteilung seiner Truppen mit sich genommen; es sei unbekannt, wo Tungfuhsiang sich jetzt beftnbe. Die englischen Blätter melden aus Shanghai, der ^.^V^rliche Hof sei am 6. ds. in Tschaotscheng im südöstlichen Schansi angekommen. Dem „Standard" wird berichtet, der Gouverneur von Schansi, Aübsien, sei nicht wegen seiner an den Missionaren verübten Morde abgesetzt worden, sondern weil man entdeckt habe, daß sein Heer nicht, wie man geglaubt hatte, 50 000 Mann, sondern nur 4000 Mann zähle. — Der „Morning Post" wird aus Shanghai vom 9. Oktober gemeldet, der Taotai von Shanghai und der Vizekönig von Nanking hätten Einspruch gegen die in der Nacht zum 8. Oktober erfolgte Alarmierung der fremden Truppen erhoben, weil sie bei den Chinesen den Glauben erweckte, daß die Eroberung des Arsenals beabsichtigt sei. Die chinesischen Truppen in Shanghai bestehen aus 3000 Mann mit 40 Kanonen, außerdem befinden sich 1500 Mann in Wusnng und ungefähr 15000 Mann in der Entfernung eines Tagemarsches von der Stadt. Der Gouverneur von Schantung, Buan- schikai, hat den Befehl erhalten, 50 000 Mann auszuheben. Den „Times" wird aus Peking vom 4. ds. gemeldet: Gestern haben britische und italienische Truppen den Som - mer-Palast besetzt und die Chinesen verdrängt, welche mit Erlaubnis der Russen, aber ohne vorherige Anfrage bei den anderen Mächten, nach dem Palast zurückgekehrt waren. Die Deutschen haben den Palast der Kaiserin-Witwe besetzt, die den Russen, nachdem sie ihn geplündert hatten, den Chinesen wieder eingeräumt hatten. Die Russen ziehen ihre Soldaten weiter aus Peking zurück. Aus Peking wird vom 8. ds. berichtet, daß auch ?orter mehrfach erwähnte kaiserliche Erlaß über ^.'trafung der sechs Uebelthäter veröffentlicht worden erwarte, daß die nach Süden vorrückende fran- zoistche Abteilung am Donnerstag in Fangschan eintreffen werde^ Dre Russen räumten die Station Matschiapu vor nitl Pekings. Im Laufe weniger Tage werden alle rufsrschen Truppen, mit Ausnahme einer Kompagnie, Pekmg geräumt haben. Aus Tientsin wird vom 9 d gemeldet: Gestern wurde hier folgender englischeBri- gadebefehl ausgegeben: Feldmarschall Graf Walder fee hat am 27. September den Oberbefehl über die verbündeten Truppen in Petschili übernommen. Bei der Besehlsübernahme äußerte sich Graf Waldersee wie folgt- „Es erfüllt mein Herz mit Stolz und hoher Freude, daß ich an die Spitze so ausgezeichneter Truppen gestellt werde, die schon rühmliche Beweise ihres Heldenmutes gegeben haben. Wohl wissend, daß ich mit einer schwierigen' Aufgabe betraut bin, habe ich doch die feste Ueberzeugung, daß es mir schnell und sicher gelingen wird, mit Hilfe dieser bewährten Truppen das mir gestellte Ziel zu erreichen, jetzt, da diese Truppen unter einem einzigen Führer vereinigt sind." Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Hongkong vom 10. ds. haben sich die Rebellen im Hinterlande des Kaulunggebiets in Mongking (Wangkong?) und Sanyantin (?) stark verschanzt. Aus Tientsin wird vom 11. Oktober gemeldet: Die »us deutschen, englischen, französischen und italienischen -truppen bestehende Expedition nach Paotingfu wird sowohl von Tientsin wie von Peking aus abgehen. Die Abteilungen von Tientsien werden am 12. Oktober ausrücken. Der Feldmarschall Graf Waldersee hält vorher über diese Truppen aus dem Rennplatz von Tientsin eine Parade ab. Aus Samtschun wird gemeldet, daß der Admiral H o dort mit 200 Mann chinesischer Truppen eingetroffen ist und daß noch 400 Mann der Ausschiffung an der Deep- Bay harren. Der britische Torpedoboot-Zerstörer Otter hat Befehl erhalten, nach der M i r s b a i zu gehen. Zwei Kompagnien Bombay-Infanterie sind angewiesen, sich bereit zu halten, um zwei Stunden nach erhaltenem Befehl nach der Grenze gehen zu können. • * ♦ Telegramme des Gießener Anzeigers. Berlin, 12. Oktober. Ein Telegramm aus Tsingtau besagt: Der Bau der Eisenbahn von Kiaü- tschou nach Kau ni ist unter deutschem militärischen Schutz wieder ausgenommen worden. Der Vizekönig von Schantung hat der Aufforderung des Gouverneurs Jäschke, die regulären chinesischen Truppen im Umkreise von einet Entfernung von 50 Kilometer von der Bahn zurückzuziehen, willig Folge geleistet. Die Deutschen haben Kaumi besetzt. London, 12. Oktober. Aus Wladiwostok wird gemeldet, daß der Typhus unter den russischen Truppen der Mandschurei ausgebrochen sei und General Grodekopp Anstrengungen macht, um der Seuche Herr zu werden. Er hat seine Spitäler und Ambulanzen verdoppelt. Paris, 12. Oktober. Die französische Regierung hat dem Staatsrate ein Dekret zugesandt, betreffend Gewährung eines Nachtrags-Kredites von 39 Mill. Franks zur Deckung der durch die China-Expe- di tio n verursachten Kosten. Mit den bereits bewilligten Krediten beläuft sich die Totalsumme der Ausgaben sür China auf 78 Millionen Franks. Die geforderten Kredite genügen bis Ende dieses Jahres. Der Krieg in Südafrika. Am 11. Oktober 1899 um 5 Uhr nachmittags lief das Ultimatum ab, welches Präsident Krüger am 9.Oktober an England gerichtet hatte. Es ist also heute gerade ein Jahr, daß die Feindseligkeiten zwischen dem mächtigen England und den beiden schwachen südafrikanischen Republiken begangen. Die Hauptstädte beider Länder sind von den Engländern besetzt, aber die Kämpfe sind noch nicht vollständig beendet und von den 220 000 Mann, welche nötig gewesen sind, um die 40 000 Buren zu zersprengen, haben bis jetzt erst ein paar Tausend die Erlaubnis erhalten, in die Heimat zurückzukehren, um am 9. November an der Lord Mayors-Schau in London aktiv teilzunehmen. Wenn die Mehrheit des englischen Volkes mit dem Kriege, den Ergebnissen desselben und dem dafür gezahlten Preise zufrieden ist, kann man es ihm gönnen. Lord Roberts meldet unter dem 10. Oktober aus Pretoria: Bei Kaapmuiden wurde bei dem Bahnübergänge über den Kaapsluß gestern ein Eisenbahnzug zum Umstürzen gebracht. Drei Mann wurden getötet, ein Offizier und 15 Mann verletzt. Alle gehörten der 66. Batterie an. Außerdem wurden 40 Stück Vieh getötet. Als General Paget von der Schützenbrigade mit 18 Mann und zwei Ingenieur-Offizieren später an. der Eisenbahn vorübergingen, um sich über den Schaden zu vergewissern, wurden sie von Buren, die auf der Lauer lagen, beschossen. Kapitän Stewart von der Schützenbrigade hörte die Schüsse und eilte mit 40 Mann zur Hilfe. Unsere Verluste sind schwer. Kapitän Stewart und ein Mann wurde getötet, General Paget, ein anderer Offizier und fünf Mann wurden schwer verletzt, ein Ingenieur- Offizier und 10 Mann gerieten in Gefangenschaft. — Ein weiteres Telegramm Lord Roberts' ans Pretoria besagt: General Bar ton war am Dienstag im Norden von Krügersdorp mit den Buren in einen Kampf verwickelt. Die Buren ließen mehrere Tote zurück, drei Buren wurden gefangen. Auf britischer Seite ist ein Offizier getötet, drei Offiziere und 11 Mann verwundet. Reuter meldet ans Lydenbnrg vvm 2. ds.: Die Buren beschösse n gestern morgen von 6 bis 7 Uhr BnllersLager bei Krügerspost. Die britischen Truppen hatten wenig Verluste. Eine Abteilung von 200 Mann Kavallerie verließ das Lager, um die Geschütze der Buren zu nehmen. Sie ritt vier Stunden nach dem Hügel, wo die Buren ihre Stellung inne hatten. Doch als sie dort ankam, fand sie weder Buren noch Kanonen vor. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Der dänische Minister des Aeußern hat bei der englischen Regierung wegen Ausweisung einiger Dänen aus Transvaal protestiert und Entschädigung für die Ausgewiesenen verlangt. • * * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 12. Oktober. Der Kriegs-Korrespondent der „Daily News" vertritt in seiner Korrespondenz über die Kriegsoperationen in Südafrika die Ansicht, daß der Krieg schon seit Monaten beendet sein würde, wenn Lord Kitchener an Stelle Lord Roberts das Oberkommando führen würde. London, 12. Oktober. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet: Man trifft hier Vorbereitungen für die Ankunft des Generals Buller, der am Sonntag hier eintrejfen soll. Die Ankunft Lord Roberts wiro für den nächsten Dienstag erwartet. Derselbe soll sich einige Tage hier aufhalten und dann wieder nach Norden zurückkehren. London, 12. Oktober. Ein Telegramm aus Saint Williamstown an die „Daily Mail" berichtet, das Blatt „Mercury" teilt mit, daß die Buren bei Be- thulie die englischen Miliztruppen angegriffen haben. Auf beiden Seiten wurden mehrere Personen verwundet, die Buren machten 10 Gefangene und zerstörten darauf die Eisenbahn auf eine Strecke von 600 Meter. Brüssel, 12. Oktober. Das kürzlich hier gebildete Komitee zum Empfang des Präsidenten Krüger hat einen Aufruf an alle Gesellschaften, die sich an dem Empfang beteiligen wollen, gesandt und fordert sie auf, Delegierte zu der am 15. ds. stattfindenden Versammlung zu entsenden, in der die betreffenden Maßregeln beschlossen werden sollen._____________________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 11. Oktober. Aus Cronberg wird gemeldet: Das Kaiserpaar traf kurz nach 1 Uhr von der Saalburg kommend hier ein und nahm an der Mittagstafel in Schloß Friedrichshof teil. Um 4 Uhr kehrte eS nach Homburg zurück. — Das Prinzenpaar Adolph von Schaumburg.Lippe ist gegen 3 Uhr hier eingetroffen. — Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet: Das Kaiserpaar sieht sich zu seinem großen Bedauern genötigt, die Besuche auf Hügel, in Barmen Elberfeld, dem Kreise Mettmann und Hildesheim zu verschieben, da das Befinden der Kaiserin Friedrich es dem Kaiserpaar erwünscht erscheinen läßt, einige Tage in deren Nähe zu- zubringen. DaS Kaiserpaar hofft aber zuversichtlich jene Besuche nach dem bisherigen Programm im Lause dieses Monats ausführen zu können. — Das heute vom Kaiser aus Homburg an Prof. Mommsen gesandte Telegramm lautet: Theodoro Momm- seno, antiquitatum Romanorum investigatori incompara- bili, praetorii Saalburgensis jacens, salutem dicit et gratias agit Guilelmus Germanorum imperator I (Wilhelm, deutscher Kaiser, entbietet, indem er den Grundstein zum Prätorium der Saalburg legt, Theodor Mommsen, dem unvergleichlichen Forscher der römischen Altertümer, Gruß und Dank.) Mommsen erwiderte: Germanorum principi, tarn majestate quam humanitate gratias agit antiquarius Lietzelburgensis. (Dem Fürsten der Deutschen an Majestät und Huld sagt der Altertumsforscher zu Lietzelburg-Char- lottenburg Dank.) — Aus Barmen berichtet die „Köln. Ztg." über den Besuch des K a i s e r p a a r e s im Wupperthale: Eine originelle .Kundgebung wird die Wnpperthaler Militärbrieftauben-Reisevereinigung gelegentlich des Besuchs d e s K a i s e r p a a r e s hier veranstalten. Sie wird, sobald das Kaiserpaar das Werther Bollwerk passiert, an der Uferstraße 8—900 Tauben aufsteigen lassen, die die Kunde von dem Besuch des Kaiserpaares in weitere Kreise tragen. Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligte der Reisevereinigung zu der Kundgebung gestern in geheimer Sitzung eine Beihilfe und beschloß, jedem beteiligten Verein ein Diplom zu übermitteln. Reichskanzler F ü r st H o h e n- lohe, der ursprünglich seine Teilnahme an der Kaiserfeier zugesagt hatte, hat nachträglich abgesagt, weil er aus dienstlichen Gründen verhindert fei. — Der Kronprinz wird nächsten Samstag von Bad Kreuth wieder in München eintreffen und nach zweistündigem Aufenthalt mit dem Süd-Nord-Expreßzug kurz nach 10 Uhr abends nach Berlin Weiterreisen. — Militäroffiziös wird bestätigt, daß die nächstjährigen Kaisermanöver im sächsischen Voigtlande zwischen Bayern und Sachsen stattfinden. Die Hebungen sollen sich auf die Gegend zwisck>en Zwickau und Hof erstrecken. Stuttgart, 11. Oktober. Dem „Deutschen Volksblatt" zufolge wird das Zentrum im Wahlkreise Mergentheim dem!Ministerpräsidenten Freiherrn v. Mittnacht eine Gegen kau didatur gegenüberstellen. DaH Blatt polemisiert heftig gegen das namenlose Komitee für Mittnacht, das ohne Auftrag dem Wahlkreise einen Kandidaten aufdrängen wolle. Es möge uns gestattet sein, namens der Organe der Provinz das Wort zu ergreifen. Nur eine kurze Spanne Zeit war es mir vergönnt, mit Ihnen, werter Herr MinistertaLPMdent gemeinsam zu arbeiten. Ader dies- Zeit wird mir unvergehlich bleiben, und ich glaube am besten zu tbun, wenn ich die Dichterworte, die mir bei Entfaltung Ihrer segensreichen Wirksamkeit immer wieder in den Sinn kamen, heute mitteile: „Und eine Lust ist's wie er alles weckt Und stärkt und neu belebt um stch herum, Wie jede Kraft stch ausspricht, jede Gabe Gleich deutlicher sich wird in seiner Nähe' Jedwedem zieht er seine Kraft hrroor, Die eigentümliche und zieht fie groß Läßt jeden ganz das bletbev was er ist« Er wacht nur drüber, daß er's immer fd Am rechten £)rtw. München, 11. Oktober. Nach dem „Bayerischen 'Murrer" war die bayerische Prinzessin Mathilde mit ihrem Gatten, dem Prinzen von Ko bürg, in- cognito bei der Creszenziafeier in Rom. $ö8 Mutige Gemeindeleben, insbesondere unserer Städte hat nach langer Verkümmerung seit Schaffung des deutschen Reichs einen SmS«rroOlUt!°2ät??ufS.tDlW0 erfahren. Mit der Hebung des ermatteten Gemetnfinns des Bürgertums wuchs die Freude desselben am verantwortlichen politischen Handeln. stch der Sinn der Bevölkerung für Selbständigkeit und Selbstverwaltung, und es ging damit eine riesige Ausdehnung der Auf- t®lme,nben H^d in Hand. Wo man früher sich auf die polizeiliche Ordnung, auf Fürsorge für die Schule, Unterstützung der ZfEN, Bau von Straßen beschränkt hatte, also auf die notwendigsten man sich jetzt auch der Pflicht zu erinnern, für die Volkswohlfahrt im weitesten Sinne zu sorgen, selbst für die Schönheit und Bequemlichkeit des Lebens der Bürger. So trat in den Kreis der Aufgaben der Städte dre Fürsorge für die Beschaffung von Wasser, für die Schaffung von Lust und Licht, für die Förderung der Gesundheits- p^ge, Mr die schöne und zweckmäßige Ausgestaltung des Stkaßenbildes und Städtebildes, für die materielle und geistige Entwicklung der Ge- memdeangehorigen. Nichts von. diesen großen Aufgaben war unserem verehrten Jubilar lremd. Ueberall hat er mit schöpferischem Trieb und großer Gestal- ^ugskraft Einrichtungen geschaffen oder in die Wege geleitet, welche den höchsten Aufgaben moderner Städteverwaltung entsprechen Ich fauche Ihnen die Wirkungen dieser Thätigkeit nicht im Einzelnen zu schildern, sie liegen für Jeden, der Gießen früher kannte und jetzt steht zu Tage. Ich erinnere nur beispielsweise an die Einleitung der Kana- n für bse Verbefferung der Straßen, die Schaffung eines Bau. planes für den größeren Ten der Stadt, die jetzt bald vollendete | Schaffung emes städtischen Elektrizitätswerkes, an die wahrhaft glänzende Leistung einer Wafferversorgung, welche in einem einzigen Jahre vollendet ®te^Cr S* bJe nä^fien hundert Jahre ausreichend mit föfL SSJVÄrJ« Gnauth hat auch das Armenwesen erfolgreich umgestaltet das städtische Beamtentum neu organisiert, den städtischen Haushalt streng geordnet, das Schulwesen zu großem Aufschwung gebracht und so vieles andere für uns geleistet, daß ein gänzlicher Um- schwung unserer alten Berhältniffe teils bewirkt, teils angebahnt wurde I ,y -^^8 aber, was Herr Gnauth leistete, war, und das plagen SS« s besonders hoch an, durchzogen von echtem sozialpolitischem I Geiste, der mit scharsim Blick die Grenzen der statischen Aufgaben I hdHPhL °f? steckt, überall die Bedürfnisse erkennend und I MrieMgenb. Dabet war Herr Gnauth ein unvergleichlicher Re- nnh Sabtl, £,r mit Schule und Kirche, mit Universität I und Militär, auch mit der Regierung das beste Einvernehmen hielt, ohne den Interessen der Stadt hierbei etwas zu vergeben, vielmehr I dieselben durch dieses Einvernehmen bestens fördernd. I Endlich sei gerühmt die freie und unabhängige Gesinnung I unseres Bürgermeisters; er war ein freigestnnter, ein echt freisinniger I Mann, nicht im politischen Sinne, denn er stand über den Parteien, I aber im besten Sinne des Wortes. | ®roÄ SÄF’ Äd,er 6ei"e SW‘ H°h-U b« Die Rede mit welcher Herr Stadtverordneter Rechts- wie^olgt-^' Herrn Gnauth feierte, lautet Verehrte Festgenoffen! ,dei aller Freude, die wir über die ehrenvolle Berufung unseres do!bÄa"^Ac^b"neisters in sein neues Amt empfinden, überwiegt $rater darüber, daß uns seine Kraft, die sich küniiil LnC Geschicke unserer Stadt bewährt hat, i ä wÄ JÄJJE mhann' ?er felt W zwei Jahrzehnten .1«. rA' r u i tm weiteren, dann im engeren Kommunaloerband, eine so erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet hat, uns nun verläßt. Ich ihm rtrh.lf«« hurf», kl- t-.a. Her^U Gnauth mit e” bu fte' dabe die beste Erkenntnis von der Größe unseres .a wir seinerzeit Herrn Gnauth als Beigeordneten Mld später un-ßrerr@tebt erwählten, wurden von manchen Seiten Bedenken darüber laut, ob eS dem gtichtjuristen, dem Techniker, gelingen werde, die Verwaltung unserer Stadt zu führen für hidtm<5? a?er Gewohnheit den zünftigen Juristen für erfordert hip ffntmL*; '"Eine Herren, diese Bedenken find längst verschwunden; « un|ttec St-dt im letzten Jahrzehnt hat st- glLnzend Ausland. London, 11. Oktober. Bisher sind gewählt: 370 Ministerielle, 143 Liberale, darunter Tille, 79 irische Nationalisten. Der Gewinn der Ministeriellen beträgt 29, der der Oppositionellen ebenfalls 29 Sitze. London, 11. Oktober. Reuter erklärt das Gerücht, Lord C r o m e r sei von Egypten abberufen worden, um einen Posten im englischen Kabinett zu erhalten, für völlig erfunden. — Reuter meldet aus Sim la vom 11. Oktober: Auf Anordnung des Staatssekretärs ist zum Zwecke der Ru- pienprägung für eine Million Pfund Silber an- gekauft worden, während eine Million Pfund in Gold nach London verschifft wird. Das angekaufte Silber tritt £n J>le Stelle des in der Metallreserve sich befindenden L Übereinstimmung mit dem jüngst angenomenen Gesetze Wenn die Prägung des neu angekauften Silbers beendet ist, wird der Vorrat an Rupien gegen Februar haben mt eine Vermehrung um 8 500 000 Rupien erfahren f el, 11. Oktober. Tas Thonfolgerpaar trat heute ferne Hochzeitsreise nach der Schweiz und Italien an. . ^.Wic verlautet, beabsichtigt ein klerikaler Abgeordneter die Regierung über die soeben in der hiesigen Maison du Peuple erfolgte Errichtung des Sekretariats der ^bnso z i a r d e m o k r a t i sck) e n I n t e r n a t i o n a l e n zu interpellieren. Zum Sekretär der neuen Internationalen wird wahrscheinlich der ehemalige Lehrer Viktor ^erwy ernannt werden. Belgische Delegierte im Bureau der Internationale werden Anseele und Van- ^b/^.b^b sein. — Dem „Soir" zufolge wird die vom Papste geplante Encyclica über den ch r istl ich e n Sozialismus wahrscheinlich nicht erscheinen. V/ ?ltober. Heute vormittag fand im Ministerium dev Aeußeren die erste Sitzung der internationalen Konferenz betr. Zuckerausfuhroer- gutun gen statt. Ueber die Beratungen wie üöer die ^te Nationalität der Teilnehmer wird völliges ?prrÄei9en bbobachtet man glaubt jedoch, daß sich an der Konferenz französische, deutsche und österreichische Delegierte beteiligen. ' ©dhVCStober. Die „Pol. Korr." meldet aus ?pfjvia ‘ tie bulgarische Regierung richtete Ses rn an den rumänischen diplomatischen Agenten in Sufm eme neue Note, worin sie die Fortsetzung des gerichtlichen Verfahrens auf Grund der von der rumänischen ^ufto^rht9 Uferten Daten notifiziert und die Erwartung au spricht, die rumänische Regierung werde die Ausweisung unverdächtiger bulgarischer llnter- thanen aus Rumänien sistieren. — Die mährisch-czechische Presse fordert zu Demon- l i i!OnEtl am Oktober auf, dem Jahrestag der Aufhebung der Sprachenverordnungen , 3 na- Ä S'"' tt0 im $oria^re Exzesse ., 3m Namen dir Stadt Gießen und ihrer Vertretung spreche ich für alles, was Herr Bürgermeister Gnauth unserem Gemeinwesen war und leistete, den herzlichsten Dank aus. Wir werden 11* "Hessen, wie auch wir sicher zu sein glauben, daß er uns c -^rgißt, ji, daß in mancher Stunde, wo die schweren Sorgen neuen Amtes ihn belasten und da8 Gedränge der verantwort- lichen RegterungSthätigkeit ihn umgibt, er sehnsüchtig an sein sttlleS £)eim in Gießen und an die ihm liebgewordene alte Thätigkeit “/£tn^n rotrb' Wir wünschen Herrn Gnauth alles Glück und a ^il ^ine fernere Laufbahn; wir wissen uns auch künftig mit ihm verbunden, den wir zum Ehrenbürger unserer Stadt erwählt haben, und sind der Zuversicht, daß seine Tbätigkett in der Regierung i® sür die Gemeinden die oberste Fürsorge und Aussicht hat auch weiterbin, wenn auch in anderer, als der seitherigen Weife' segensreich für uns sein wird. ' ' mit rnir"d nun' meine Herren, ergreifen Sie Ihre Gläser und rufen . . . hochverdienter seitherige Oberbürgermeister, der jetzige Vräsi- oem des Finanzministeriums, unser Ehrenbürger Herr Gnauth er lebe hoch, hoch, hoch! Ansprache" u t h ergriff hieraus das Wort zu foigenber ich Mitbürger I So manches Mal schon war »ndi cher Lier bJl”.°IefbaS M°-t ,u -rgreissn, bei ernster » "er- Festen unserer studentischer Veranstaltung wie bei den pesten unserer Vereme oder anderem Anlaß; nie aber ist es so schwer bireftor Verehrte Anwesende! „nh Anspruch soll gelten Seiner Majestät dem Kaiser und Seiner Köurglicheu Hoheit dem Gcoßherzog. mnhI es, in der wir leben, und geziemt sich ^inhert Vergangenheit. Als vor einem halben J-Hr- Ä Mte, baä lose Gefüge, bas Deutschland umfaßt-, frpmhJ. o?8iR 3U fonnen, und die Frage unseres Ansehens in Tremoen tanbern erwogen wurde, erinnerte der Vertreter Bremens an die LVorte von Justus Möser: „Nicht ein englischer Lord, sondern ein deutscher Feldherr wurde am Ganges kommandieren, wenn dsS Deutsche Reick in verhängnisvoller Zeit sich hinreichend kräftig und einigt gefunden hätte, die Rechte der Alten Hansa zu unterstützen und zu erhalten." 8 SM,S(0!;tek8 "egen die Dinge heute. An Asiens entlegener Feldherr an der Spitze der Heere der ver- S x” fLc6^ä*te .unter den Auspicien Seiner Majestät des D-Utschm Kaisers, und die kaiserlichen Worte, die jüngst an dm Ruches der Mitte gerichtet wurden, lassen uns hoffen, unserer Staatsmäcmrr und die Kriegskunst unserer n aIIi£ Iflnßw Zett den Frieden erringen, den wir nüfh s e^nen* aur ^re und Wohlfahrt unseres geliebten Vater- icmuCrj. (5-, heute des erlauchten Verbündeten des Kaisers Hoheit des Großherzogs, gedenken, so sind wir beseelt von den Gefühlen deö DankeS für die Segnungen, deren wir durch landesherrliche Huld teilhaftig werden, und wir Gießener ö^^U' wenn auch schmerzlich bewegt ob der Trennung, unseren bk6 hochverdiente frühere Oberhaupt unseres rufen8rourPöC b ^n6en @emdnmefenS hoher Vertrauensstelle be- Sie, den Gefühlen, von benen wir alle durchdrungkn sttmm?n^^ 8U "bUeihrn, indem Sie mit mir in den Ruf eV Sb'"i"ta5ne±,u 5°n.i° VI 5t6Wieb »OR worden, Abschied m ^r zweiten Heimat ge- Schwaben so freundlich sclinn b,e ^-etn IltnÖen Ingenieur au8 ihrer Verwaltung 'gestellt. sgenommen, chn später an die Spitze lassen Si^sich^Dkime^aTnüapn6 fe$ne "^öne R-de" von mir, Dankes für Die große^Ehre, die Ae mi? f?I,^ar?ÄU8b{tUcf herzlichsten £-«‘ÄS “V" «-ÄK •S5»:.Ts:h‘" ;=£ää“;- äs ä g« W durst- ja schließlich S Wunsch meines kranken Vorgängers nicht miA L;"nbe89cw«r dem anders nicht mich verfehlen gegen das Gebot der rch lmmerhm der Trost mir verblieben, daß auch mein neues MMWßMSWS geMp t ifi «witoen bet S ra? t6 ? c,n neuei unlösbares Band Sen 5:mfamc Stthei‘ im Sch°°ß° der »IgnfÄS hnf(ir Morgen nunmehr Sie, meine Herren, ein Jeder zu seinem Teil dafür daß das auch für die Folge so bleibt, so bleiben kann soraen Versammlung/.^ ?' Äf?C bie 5°rSe in bec Stadtverordneten" UZ!^ a“e wb Richtungen unserer Einwohnerschaft die° städttschm^eschäs^ "^che unerläßlich ist, wenn die Führung der llaonschen Geschäfte Anspruch erheben will auf das Vertrauen 6°nzen Bevölkerung, und sorgen Sie, meine feUfiXioen Herren ädI- äannl'±aT,6eibte?“fÜt' b“6 d-mn-ichst 3um g"S S" trt?ä&rotrbZ bet — m der Gemeindeverwaltung erprobt — be- aereckt ^5 ^elgestaltrgen Aufgaben modernen Städtelebens ÖL8 Ja ?- tt ber E Widerstreit der Meinungen und der versöhnend, nur das Gemeinsame sucht, den aber un Konflikt der öffentlichen und der privaten Interessen Sie unentwegt auf der Seite der ersteren erwarten dürfen. hpr Q.*0«!?“9 fb,e ^ier nicht nur dem Rückblick gelten; auch mhAtpn^n1 ü^^rer Stadt laffen Sie uns vorausschauend gedenken: ^b dle guten Wünsche sich verwirklichen, die wir ihrer Ent- wrcklung weihen, die mir zusammenfaffen in den Ruf: hoch, hoch E hoch etabt r,e blähe. "-°chs- und g-d-ih-, ste leb« der Landesumversität sprach der Rektor I Pros. Tr. Schmidt. I Hochverehrte Festgenoffen I Gestatten Sie mir, daß ich an die I Gutfleffch. im Namen der Stadt an den Scheidenden I anrnüpfC1 ®6 6'lt, dem Danke, der in unser Aller Namen ausgesprochen worden ist, einen Sonderdank hinzuzufügen, - den I Sonderdank der Landesuniversität. I ,y. , Wenn ein alter Sohn der Ludoviciana, der vor 20 Jahren in I in uns^e Stadt zmückkehrt, so erscheint ihm nicht I uuv bas aufgeblühte, neue Gießen wie eine fremde, neue Stadt. Fremd I “nb "en erscheint ihm auch die Ludoviciana. Sucht ec dann auf dem I scheut ckm MBfi seiner Studentenzeit zurüazurufen, s- I 6-U n ,®Ite8 oeriüngt und verschönt entgegen. In I Dekanat? 9a te C§' einen neuen Hausstand zu gründen, I ^"e ck^rwurdige alma mater nach einer neuen Ausstattung. I ä^ lLaes^leäsLn biyem Kollegienhause zu einem Teil erhalten hatte, I Üthrte das Wachstum ihres Familienkreises, die von Jahr zu Jahr I PÄ huÜHi f.rft CX -..3^ ,, >. t r < ^^i^NschbN. Es wachsen die Räume, I RnÄ 1 f ä ä 81 Snb baß die es Wachstum Überall den rechten Boden - Boden im wahrsten Sinne des Wottes - gefunden hat, ver- I Ä."ken ®l,r. bem scheidenden bisherigen Oberbürgermeister unserer Stadt. I scharfem Auge die Bedürfniffe erkannt, die für die I aufstrebende Landesuniversität zu erfüllen waren. Er hat, nicht selten foMt^hnfe h9en9ren ^f^U?8 vorausellend, mit sicherer Hand dafür ge- di^r^^p K^0bvbl»ck der Entscheidung ein geplanter Neubau auch | ote, wichtige Stätte erhielt. Zeugnis für dies Walten legt ab droben I ?uf Am cS?*!*8 fr0 Klinikstadt, — eine Hochburg gegen die Feinde fefte H°?burg, der - so hoffen wir - noch mancher ® ?au angefügt werden soll, zur Ehre und zum Segen unseres Landes. :nb^ed ist es, was ich am heutigen Abend aussprechen mochte- Es liegt im Charakter der Universitäten, vor allem einer Landes- ""mersitat von der Größe der Ludoviciana, daß nur ein kleiner Teil unseres Lehrkörpers Söhne des Landes ober unserer Staat sind. Der weitaus größte Teil kommt von der Ferne und brinqt von hier aus Maßstab und Ansprüche mit. Daß trotzdem ein jeder von unö sich m Gießen wohlfühlt, viele von uns hier eine zweite Heimat i gesunden haben, das ist nicht zum geringsten Teil das Verdienst deS Geistes, der von der bisherigen Oberleitung unserer Stadt ausgeqanaen ist. Für alles dies spreche ich Ihnen, hochverehrter Herr Präsident, im Namen der Landesuniversität den herzlichsten Dank aus. Zugleich bitte ich Sie, der Landesumversität in Ihrem neuen, größeren Wirkunas- »k'se. das Jntereffe und die wohlwollende Gesinnung zu erhalten, die Sie ,hr bisher entgegengebracht haben. Und wenn ich meine Worte in einem Trmkspruche ausklingen laffen soll, so möchte ich zur Mitwirkuna n.cht nur di- Etglteder der Umdersitiit'-uffordlrn, s°u'd-rn alle di° Pa ? ^andesuniversität ein Stück des eigenen Fleisches unb ^rh^rfe? Sie mit mir: Herr Präsident Gnauth, der Freund und Förderer der Ludoviciana, hoch! c, „ s®, Vertreter des Regiments Kaiser Wilhelm gab Herr Oberst v. Dewrtz seiner Freude über die guten Be- S"9'? rS“SA™lf' bi?r toä6renb der Zeit, die .Herr 6 Oberburgermerster von Gießen gewesen sei, be- «L8U?y itot[d,,e5 Bürgerschaft und Militär gewesen und vor allem durch! Herrn Gnauth gefördert mären. Sern Hoch galt mit oem Wunsche, daß dies auch unter oem Nachsolger des Herrn Gnauth so bleiben möge, der Stadt Gießen. . Herrn Professor Dr. Gaffkys Trinkspruch lautete £uf oas Wohl der Frau Oberbürgermeister Gnauth und sand in seinen launigen, humorvollen Ausführungen den lebhaftesten Widerhall. Hierauf ergriff nochmals Herr Geheimrat v. B e ch t o l b das Wort. 9/ 11. Oktober. Der Landesausschuß nahm Mit allen gegen dre Stimmen der beiden deutschen Beisitzer^ den Antrag S k a r d a an, wonach die Reqie- rungoaufgesordert werden soll, den Landtag einzuberufen, ^m Laufe der Debatte wiesen die deutschen Beisitzer dar- EUf An, daß die durch die Auflösung dcs Reichsrats und Ausschreibung der Wahlen geschaffene politische L«ge die Gefahr tn sich trage jede ruhige Erledigung der Geschäfte des Landtages gänzlich zu vereiteln, während der Oberst- ^omarschall sich für die Einberufung des Landtages aus- Konstantinopel, 11.Oktober. Aufdierussisch e Rote betr. den auf den Geranten des russischen General- konfulats m Erzerum von Kurden verübten Angriff erwiderte die Pforte, daß alle verlangten Maß- naymen getroffen und die nötigen Befehle erteilt seien um die Forderungen der russischen Botschaft zu erfüllen' Hier emgetroffene Nachrichten besagen, daß die von Erzerum aus zur Verfolgung ausgesandten Truppen die von den Kurden weggenommenen Pferde und Effekten wiedererlangten. ^„L^ewyork, 10. Oktober. Der frühere Präsident Harri s o n erließ bezüglich des W a h l f e l d z u g e s eine Erklärung, worin er sagt, die Wahl Bryans würde zu einer allgemeinen Verwirrrmg führen. Die Revubli- aeltenh™™" ®u"ften ibrer wirtschaftlichen Politik aonoe« bEJ Periode eines großen 9Heber- sei Ein außerordentlichen Aufschwunges gefolgt kiückkekr miS, ' a br!- Berwaltung bedeute ficherltkl! bie m l(^er Zustande. Harrison weicht nur insofern b?P W^ n^ro8r?mm ab. als er n ber schärfsten Weise Abschiedsfeie^des Herrn Gnauth. und L8ÄUWrg'erschast Ministeriums Herrn Feodor tonauth . b 5 ^lnaP^ ... äs«SLS..... stotÄ « ffig« Wie der ganze Saal m gärtnerischem S&murfp0 L? J° hatten zur Rechten des Sberrn Gn a u t berief Landesuniverfität, Herr Prof. Dr. Schmidt nn7 sCr Kommandeur unseres Regiments, Herr Oberst v De^wit^ zur Lmkeii Herr Provinzialdirektor Geheimrat v ^old, gegenüber Herr Generalmajor v. Madai Herr Beigeordneter Wolff Platz genommen. An die ae nannten Herren Mossen sich die Beigeordneten und Stadtverordneten, sowie die weiteren Vertreter von städtiickien ümb Kreisbehörden an. den Oberhauptes ihres Amtes zu walten? 4 heraus, daß die Unterschleifc und Urkundenfälschungen des Angeklagten durch die lässige und zu gutmütige Rechiungs- fuhrung gleichsam unterstützt wurden, ebenso fest steht daß bei einigermaßen schärferer Kontrolle die Unterschlagungen nicht bis zu der fragt. Höhe hätten an- wachsen können. — Ter Gerichtshof erkannte den An- gellagten der Unterschlagung von ca. 2000 Mk. einkassierter Quittungsgelder, sowie 1700 Mk. zur Bezahlung von Rechnungen ihm angewiesener Gelder, für die er zudem die Quittungen fälschte, ferner der Unterschlagung von33Mk. weiterer Mitgliederbeiträge in Jdealkonkurrenz mit Urkundenfälschung mit Betrug gemäß §§ 246, 268 I und 263 sür schuldig und verurteilte denselben zu 2 Jahren Gefängnis und rechnete ihm 8 Monate Untersuchungshaft an. Zugleich werden ihm wegen seiner ehrlosen Gesinnung die bürgerlichen Ehrenrechte aufdreiJahre aberkannt. Es wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt, doch m Angeklagte die ganze Schuld auf die unordent- liche Rechnungsführung, die bei dem Klub schon seit Jahren herrsche, und nimmt die Strafe nicht an. , 11. Oktober. .Das Schwurgericht verurteilte heute den bisher unbescholtenen 33jährigen Maurer Heinrich Plötzer, aus Stettbach zu fünf Jahren ti ufytt) a u s. Ploßers zweite Frau hatte ihm einen vier- whrigen unehelichen Knaben mit in die Ehe gebracht, den der Angeklagte fortwährend mißhandelt hat, zuletzt so, daß der Tod des Kindes eintrat. Diese Worte des großen Dichters Ihrer alten H irnat werden mir immer eine schöne Erinnerung an Sie bleiben, und ich ergreife diese Gelegenheit, um mit den Anwesenden unser Glas aus Ibr ferneres Wohlergehen zu leeren. Arbeiterbewegung. Leipzig, 11. Oktober. Die heutige nicht öffentliche Versammlung der Buchbindereibesitzer beschloß, die Forderung der Gehilfen betr. 53stündige Arbeitszeit abzulehnen. Die Prinzipale werden in der Feststellung der Arbeitszeit nur gemeinsam mit Berlin und Stuttgart vorgehen. An die Prinzipalsverbände in Stuttgart und Berlin ist eine Anfrage über Stellungnahme zu dieser Forderung heute ergangen. 680 Uhr Jugeudfeier, Bormittags 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, FestesauSgana 6*> Uhr. 9 ' Oerichtssaat. D armstadt, 11. Oktober. Vor der hiesigen Strafkammer I wurde heute endlich die schon über ein ^ahr ^rafsache gegen den zweiten Vereinsdiener^der zu Le-rn^^r«ns-G°sl>llschast, ben am 26. Februar 1864 zu ^errnhag bei Büdingen geborenen ev Adolf T-ink nach zweimaliger Vertagung verhandelt. — Die Vernetz- mung der Zeugen durch den Vorsitzenden der Strafkammer Landgerichtsdirektor M e i s e l / ergab im großen und «anzcu dasselbe Material, und es stellte sich^aZ hierbei Hochverehrte Herren! fr %?nxbr-e?,0.mme^ machtet es für eine Ehrenpflicht, dem scheidenden Herrn Präsidenten Gnauth ganz besonderen Dank quSau- ®— th°t,-ästig-Un,-rstüZung, di- er dem H-Lsstand- Endens während fernes hiesigen Wirkens hat stets angedeihen lassen, unh Berkehrsinteressen zu fördern, Wünsche Handelskammer bet hiesigen und aut ^bhörden zu befürworten, da konnten wir auf unseren Herrn banren^ar Äfi' fr^ra^ f$Öner Erfolg ist'seiner Mitwirkung Lm Ls® 6 Handelskammer und mit ihm der ganze hiesige H°"bblsstand einen sehr großen Förderer ihrer Interessen nur ungern rbCk s.bhen, bedarf keiner besonderen Versicherung, aber .roir von der Ueberzeugung, daß der Herr Präsi. deut Gnauth m seiner neuen Stellung dem Handel und der Industrie wte dem gleichen Wohlwollen gegenüberstehen werde, ©nautß • im£ei”ere« Bezirke gethan. Gewiß wird Herr Präsident TÄoU V^L^UUXX\QX? Finanzminister gleich große Erfolge fnw rnS?ruterl geworden, wünschen wollen wir, daß er D« frpS ?^zen finden wird, wie er sie hier zurückließ. Der Herr Präsident hat soeben gebeten, im Interesse seines Befindens dre Trrnkspruche nicht auf seine Person ausklingen zu lassen, ich will seinem Wunsche entsprechen und möchte Ihnen, hochverehrte Herren, 6Mnh?8«üh ^leeren auf das gute Einvernehmen aller Stände und Berufsklaffen Gießens, denn nur dabei kann ein Gemein, wesen blühen. Dieses Einvernehmen hoch! na $erC ^bneralmajor v. Madai, Kommandeur der 79. ^nfantcrie-Brrgade (Paderborn), knüpfte an Teils Worte an • ,,Braucht Ihr mich zu ganz bestimmter That, es soll an mir nicht fehlen." Das letzte Mal sei er hierher ; geeut aus traurigem Anlaß, um seinem alten Freunde dem Landgerichtspräsidenten v. Rieou, das letzte Geleit zu geben. Heute gälte sein Kommen wieder einem scheidenden Freunde und dann auch der Bürgerschaft mit noch jetzt eins fühle. Sein Hoch galt den Frauen und Töchtern der Gießener Bürger. Reihe der Toaste unterbrach der trefflich ge- fchulte Kronbauersche Manner-Quartettverein unter Lei- I Ang fernes Dirigenten, Herrn Leopold Geller, durch nenBortrag^der beiden mit vielem Beifall aufgenommenen Krd^re' aus „Tannhäuser", und später des „Ab- I Glieds vom Walde" von Bauer, der „Grüße an die I •?romer' und schließlich durch die vor- I von ^n^^dergabe von „Der Studenten Nachtgesang" komÄÄi nnd des von Herrn L e o p o l d G e l l e r selbst von^bier^ — Fallerslebenschen „Morgen muß ich fort Kronbauerschp-n Mx^^b^erordneter Löb er dankte dem I Festteilnehmer ss'^ ^"b^uartettverein im Namen der I Festes. r bre hervorragende Verschönerung des I »cs ^chmischm^Vereins? ^itzmann sprach im Namen I beroAne^Schmas^da^Wort^'^ bmm §erl Stadt- «n. , Hocbgeehrte Herren! Wie ein Wand'rer wenn er aus engem u I einen Berg erklommen hat, von btm au/Sn6??«0? I überschauen kann, wohl einmal rastet, hinunte? blick?am"k^106 I gelegten Weg und vorwärts nach dem Ziel feiner Re«- I unser Ehrenbürger wohl heute des Anfangs seiner Lausba^?" I Heffenland, gedenkt auch der Zett, da er sich im städttschen Dien» I üter die ersten Sporen erwarb, und dann nach kurzer Frist zu weisem I Rate durfte laden die Väter dieser guten Stadt! ® n *U n’ei|em Der Einladung zu dieser gemeinsamen Sitzung sind wir Stadt- I »norbneten nun wohl lieber als sonst gefolgt, denn nicht 50 und I 5e?r. Punkte der Tagesordnung gili'S zu erledigen, sondern fröhliche I Tafelrunde hat uns vereint. M I Vereint aber auch zur Abschiedsfeier für den, der durch lanae I 3ahre als Bürgermeister unserer Stadt mit starker Hand das Steuer I ber nun von höherer Warte au« des Hessenlands Finanz- I Wir fuhren soll durch alle Klippen neuer Gesetzgebung, also, datz I wan von ihm sagen kann: Nicht mehr ohne Anker, nein, mit vollen I in den sicheren Hafen! fachem Hafen anzulanden möge unserem neuen Finanz- I DerorbnPt7J0BKnnl1fdn' bo9 W der herzliche Wunsch wohl aller Stadt- Steuererbök»»"" <(6 darbrtnge, ihm, der, wohl das Gespenst der 1 dem groß-n Suaen' uns so oft ernst prüfend stand vor guter Borschm-Ä schen an den Stadtsäckel, und nun aus solch' I ’ 0urer »oritbuu aug berufen lf} ! M höhere Ftuanzkunst muh eS schon sein, um wieder flott zu | s Herr Regierungsrat Wagner brachte im Namen des Kreisausschusses ein Hoch aus Herrn Gnauth aus Der Kreisausschuß müsse zwar freudig berührt sein durch die Ehre, die seinem langjährigen Mitglied durch die Ernennung zum Präsidenten des Finanzministeriums geworden sei, könne aber doch nicht umhin, dem Gefühle der Trauer Ausdruck um den Verlust eines treuen Mitgliedes, das fast in keiner Sitzung gefehlt und sich an allen Beratungen mit umfassender Sachkenntnis auf allen Gebieten rege beteiligt habe. In humorvoller Weise dankte Herr Gnauth tiefbewegt für alle ihm gewidmeten liebevollen Worte, wobei er besonderes auf die in gleicher Weise gegebenen Ausführungen des Herrn Prof. Dr. Gaffky einging. Herr Direktor Bergen, der namens der städtischen Beamten sprach, betonte, daß es den meisten derselben vergönnt gewesen sei, während einer längeren Reihe von Jahren unter der einsichtsvollen Führung ihres scheiden- Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Oktober 1900. I ** Auszeichnung. Dem Freiherrlich Riedesel'schen Förster Friedrich Wilhelm Hoffmann zu Allmenrod wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß, wütigen verliehen. p '* Gymnastiker-Vorstellung. Laut Inserat giebt die Gymnastiker-Truppe unter der Direktion Frau A. Frese am Samstag hier auf Oswalds Garten ihre erste Vorstellung. Wie aus den Berichten auswärtiger I Zeitungen ersichtlich, soll die Gesellschaft Sehenswertes leisten und nur aus Künstlern und Künstlerinnen ersten Ranges bestehen. ' " In der Besprechung von „Hedda Gabler" muß der mehrfach vorkommende Name des Landgerichtsrats Brack heißen, ferner ist in Spalte 1, Zeile 28, vor „doch« ein und einzufügen, während in Spalte 2, Zeile 43, „in den Worten" gelesen werden muß. In Spalte 3, Zeile 25, ist vor „einmal" ein nicht einzufügen; in Spalte 4, Zeile 8, ist „zornlodernd", und in Spalte 5, Zeile 30, statt „nur" um zu lesen. Friedberg, 11. Oktober. In der letzten Kreistags- Uhung tumbe das Projekt von Schwalheim bis zur Kreisstraße Friedberg-Dorheim (sogen. Schwalheimer Hohl) mit einem Kostenanschläge von 16,500 Mk. für die Straße und 12,000 Mk. für die Brücke einstimmig genehmigt. Die Gemeinde Schwalheim legt die Kosten vor. Mainz, 11. Oktober. Wegen einer unangenehmen I Verwechselung hatte sich gestern ein hiesiger Schreiner vor I dem Schöffengericht zu verantworten. Der Mann miß- I handelte am 17. August eine Frau und gab vor dem Richter I mit kindlich^ Naivität zu feiner Entschuldigung an, er I ^abe sie — für feine Frau gehalten. Dem Gericht muß I dieser Grund jedoch nicht genügend erschienen sein, denn I eö schickte den öfters vorbestraften Schreiner auf sechs I Wochen ms Gefängnis. I Neueste Meldungen. <> ., Falkenau, 12. Oktober. Der Sozialistenführer nu Ire aus der sozialistischen Partei u s. Or beabsichtigt, Dokumente zu veröffentlichen, durch vie nrivedingt mehrere sozialistische Führer stark kompromittiert sind. London, 12. Oktober. Am 18. Oktober wird der Kronrat zwecks Feststellung der Thronrede für die Eros sv u n g des Parlaments zusammentreten. Wie es hecht, wird die Königin Viktoria in demselben Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. « t Sabbathfeier am 13. Oktober 1900. Ubr^Äa'tbStnnÄ SamStag vormittag 8 Mr, nackmittagS ausgang 6-s uhr, nachmittag 3«o SchrifterKkSruug. UJiontag den lb und Dienstag den 16. Oktober 1900: , ~ m Echlutzfest und Gesetzeöfr-rrde. mittags ’ujr°ta m vormittags 8 Uhr Predigt, nach- I wachen das noch vor wenigen Jahren mit vielen Millionen wohl I veiprooiantiertr schnell segelnde Fabrzeug der hessischen Finanzen denn was nun in's Werk gesetzt ist, muß ausretfen und Flüchte I bringen dem Staat, zu dessen Glund.'agen der nervus rerum gehört I Am Golde hängt, nach Golde drängt ja Alles, ach, wir Armen | Dies Wort gilt heute mehr denn je, und wie Alle strebt auch unser | Ftnanzmtntstrr darnach für sein Werk, was ihm niemand übel neh | wen kann, denn was sollte er sonst denen bieten, die im Staat in Kirche und Schule vertrauend zu ihm aussehen, daß er nachhole, «ordern versäumß daß er Wunden heile, daß er klingendes I Pflaster auslege wo's Not thut. Not thut's aber noch auf manchen Gebieten, das steht fest, aber ebenso fest steht auch, daß außer denen die Staat oder Gemeinde dienen, noch andere Steuerzahler da sind, denen einmal keine Pension winkt, wenn sie nach saurem, mühevollen Tagewerk die müden Hände in den Schooß legen müssen, in welchem sich im Kamps um's Dasein und Existenz nicht immer goldene Schätze angesammelt haben, und | datz unser Finanzminister auch an jene denken möge — sei ihm an's Herz gelegt. Denn seine bisherige Thäiigkeit galt ja einem Gemeinwesen, zu dessen Aufblühen kräftig beigetragen haben Handel und Industrie, Ge- I werbe, Landwirtschaft, Handwerk aller Art und auch diese müssen wie Kunst und Wissenschaft, wie alle Glieder staatlicher und gemeindlicher I Verwaltung ihm befohlen sein, damit er die Hände nicht zu weit öffne, I um davon zu nehmen und nicht verschließe, wenn es gilt, die Kraft des I Staats dienstbar zu machen denen, die nur erwarten, daß sie in ihrem I selbständlgen Streben und Ringen geschützt, gehegt, und vor allen die I Freiheit rhreS Schaffens bedrohenden Gesetzen bewahrt bleiben. I k Kommt dann in jedem neuen Jahr — gleich dem Mädchen aus I der Fremde — auch der Steuerzettel, dann wollen wir ihn nicht mißmutig zur Seite legen, wenn wir fühlen, daß die Lasten gerecht verteilt sino, daß ebenso gegeben roi:o zum Wohl des Staats und seiner Bürger, 7" °uch der Bürger Gießens an des Lahnstroms grünem Strande als der schönsten Stadt im Lande! Daß Land Hessen aber und in ihm Stadt Gießen stehen möge unter weiser Regierung, die erkennt, daß das wahre Heil der Völker lregt tm friedlichen Austausch geistiger und materieller Güter und Kräfte wie unser ehrwürdiger alter Kaiser Wllhelm schon bezeugt hat, und daß hierzu helfe auch die neue Aera Gnauth im hessischen Finanzwesen, daß sie gleiche dem Strom, der seine befeuchtenden Spuren hinterläßt zu dauerndem Segen — darauf, meine Herren, bitte ich Sie die Gläser erklingen zu lassen und diese Wünsche zu fassen in den Ruf: „Hessens | A""h ch"" * unter seinem neuen Finanzminister blühe, gedeihe, I u Den letzten Trinkspruch brachte Herr Präsident Gnauth aus, wobei er kurz noch auf die Worte der beiden Vorredner einging und einerseits die dem „Techniker" gemachten Lobeserhebungen unter allgemeinem Beifall bescheiden zurückwies, andrerseits aber sich nicht aus seiner Reserve herausbriugen und sich zu einer „Programmrede" provozieren ließ. Daun betonte Herr Gnauth, daß die seiner im neuen Amte harrenden Aufgaben zwar schwierig, aber ihm wesentlich erleichtert seien durch die unermüdliche Arbeit seines leider schwer kranken Vorgängers, auf dessen Konto entschieden ein großer Teil etwaiger Erfolge der nächsten Zeit zu setzen seien. Sein i Schaffen und Wirken würde ihm int neuen Amt wesentlich i erleichtert durch die Lehren uni) Erfahrungen, die er un aufblühenden Gießen habe sammeln können. Sein Hoch galt^der Stadt Gießen. Inzwischen war die Zeit über Mitternacht hinaus vor- gerucft, und sta die Stimmung mit ihr gleichen Schritt gehalten batte, verlief das Abschiedsmahl, bei dem Küche unb Keller des Herrn Stein alle Ehre einlegten, in der ungetrübt fröhlicher, harmonischer Feststimmung, zu der nicht zum wenigsten die frohen Weisen der Regiments- Kapelle unter persönlicher Leitung des Herrn Musik- o^ektors K r a u ß e beitrugen. Ein ungezwungenes, ae- I mutliches Beisammensein hielt eine große Anzahl Fest- I teilnehmer bis zum Morgengrauen vereint. mrnfu:^retrrCUk?e C'Elmg der BerufSpflichten, gewissenhafte KUu^und Erledigung aller Aufgaben und Arbeiten, unermüdlicher Dtenstwtlligkeit und freundliches Entgegenkommen gegen j/, c/ü Konsole . do 8L/o 74.90 94.10 85.40 94.20 85.50 91.80 93.90 42 — 28.80 . 201.5© . 169.55 . 128.40 . 140.20 . 140.80 . 137.80 . 140.— . 189.— . 167.70 . 172.50 Kreditaktien . • . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelßges. Oestorr. Staatsbahn Gotthardbahn Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . . . 8* 8c/o Hessen . . . 5 °/. Ital en. Rente . . 4 °,o Grieoh Monop.-Anl. 3 % Portugiesen . . 30/0 Mexikaner . . . 4Vs % Chinesen . . . Tendenz: ziemlich fest. einzusenden. 6727 6713 Expedition dieses Blattes. 04357 Unfälle Bruche Girßen. - Oswalds Gacke« Neu! Neu! 28 »mwrnnrron 28 VI .! Section bemessen 4064 bewährt. 23 33 6722 t* billigst 5938 A. & G. 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