'N Vitt terfitt Nttt« lorvftv ^fetu Wtßtn, eil H »btt l Z. le ierS dn- i Offerten M^tn. rstavd. W nenatbüt, 4765 , Lollar. rtillm ’n*, jen hohen meiffet. Mn guten 4781 i.LM t. 4763 Splah r. 4656 Sartnr. |Ud)t 4499 M n. ort WS Ätz» je_63JL bisher nur erenWm :nel?me Stell' 02868 an Dte beten- 'ann, öl ktn LdtchenS ge« 9,1^ k>»en Mt. , ndei ^SNN, sSS S-; 'm- '^Ilster' Nr. 16t Zweites Blatt Freitag dm 13. Juli 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen.BermittlrmgSstellen deS In- und Au-landrß nrhmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutgeg*« ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ZSezugsprets vierteljübrl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» Vierteljahr!. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahrs mit Bestellgeld. •*■»!*< IM R»zeigen zu der »«hMitta-» für de» He*** e*e Mfchcknmdm Numm« bis »arm. W Nhr. WtMuwgtn spätesten- **M Archer. UlM ■tu lui»«NK des «»nta-S. Die Siche»en Robbau fertig dastehen; dann sollen die vorigen «roenen stand der Beratung bildete der von der Handelskammer I ? cj.riet.en werden. Trotzdem unsere Gemeinde finanziell Mainz ausgearbeitcte und dem Ministerium des Innern I 0 1$ « steht, so war sie doch nach dym Vorschlag unterbreitete Entwurf eines neuen Handelskammergesetzes. | mcht sehr günstig steyi, ]u rviu v 9*o erfolgen. *♦ Die Vorstellungen des CirkuS Althoff nehmen fortgesetzt das Jntereffe des Kurzweil suchenden, allerdings in den letzten Tagen auch an Veranstaltungen anderer Art stark interessierten Publikums in Anspruch. Neben den üblichen Reitkünsten, Dressuren von Pferden und Lunden, sowie den immer belachten Späßen der ClownS, bot das gestrige Programm einige mit verdientem BeifaL aufaenommene Neuheiten. Die rugendlichen Geschwister Baven leisteten sowohl als Tänzer wie als Trapezkünstler vorzügliches. Der Jockey Reiter Richter erntete mit seinem Tric" mit verbundenen Augen und einem über den Kopf gezogenen Sacke auf galoppierende Pferde zu springen, volle Anerkenunng. Die Nummer wird, wie uns mitgeteilt wurde, heute abend wiederholt. Originell und belustigend inbezug aus Instrumente waren auch die Leistungen der musikalischen ClownS Gebrüder Marzelly. Für die noch bevorstehenden Vorstellungen hat die Direktion einige Glanznummern vorbereitet. Den Abschluß der heutigen Vorstellung wird eine Pantomime: „Das Zigeunerlager oder daS geraubte Försterskind" bilden. . . -X- Klei-.Lindm, 12. Juli. Bor ewigen Tagen wurde in unserem Ort mit dem N e ud au - .n-s S chu Hause- begonnen, da« an das im Jahre 1893 ewg-w-,ht- Schul- Hau« angebaut wird. Es werden zwe, Schulsale und zwe, Lehrerwohnungen neu hergestellt, sodaß da« Gebäude stückig wird. Die Erdarbeiten hat Schachtmeister Weimer. Gießen übernommen, während Maurermeister Bernhardt von hier Ull vvv 0lullllhVM r , die Maurerarbeiten aussührt. Bis zum Herbst wird der Hanbelskammergesetz. Den Hlruptgegen- I - « fertig dastehen; dann sollen die übrigen Arbeiten — ”—— **4fSo** ker Handelskammer I ^^schrieben werden. Trotzdem unsere Gemeinde finanziell Der Entwurf ist in der Hauptsache in Anlehnung an daK neue preußische Handelskammergesetz vom 19. August 1897 abgefaßt und bringt gegenüber dem geltenden Gesetze wesentliche Verbesserungen. Namentlich sind Wahlberechtigung und Wählbarkeit näher präzisiert und erweitert; den Handelskammern ist juristische Persönlichkeit verliehen; sie sollen in der Regel bei jeder Handel und Industrie betreffenden Angelegenheit gehört werden u. s. f. Die Kammer ist mit deut Entwurf im großen ganzen einverstanden und wird ihn, bei der Regierung mit einigen Abänderungsvorschlägen befürworten. 3. Lagerplatzmiete. Von der Eisenbahnbetriebsinspektion I in Gießen ist an einige Firmen der Holzbranche, die auf den ersterer unterstellten Stationen Lagerplätze in Benutzung haben, ein Rundschreiben ergangen, in dem ihnen eitze Erhöhung der Lagerplatzmiete um 50 bis 100 Prozent angezeigt wird. Die betreffenden Firmen wandten sich an die Kammer mit der Bitte um Intervention. Angesichts des Umstands, daß die Lagerplatzmieten der genannten Inspektion ohnehin schon sehr hoch! sind, z. T. erheblich höher als anderwärts,, beschloß die Kammer, im Sinne einer Beibehaltung der bisherigen Mietsätze an zuständiger Stelle vorstellig zu werden. 4. Ursprungszeugnisse nachderTürkei.Von dem Kais. Ottomannischen General-Konsulat in Frankfurt am Main wurde der Kammer mitgeteilt, daß Sendungen aus Deutschland nach den Gebieten der Türkei künftig eines in duplo auszufertigenden Ursprungszeugnisses bedürfen, das gegen eine Gebühr von Mark 5,60 von dem genannten General-Konsulat legalisieren zu lassen ist. 5. Die Zentralstelle für Spiritus-Ver- w e r t u n g in Berlin hat den Versuch, unternommen, freu Kleinverkaufspreis des von ihr zum Vorzugspreise zu beziehenden Brennspiritus zu normieren, indem sie den Vorzugspreis nur denjenigen Detaillisten bewähren will, die sich verpflichten, per Liter höchstens 3 dis' 5 Pfg. Aufschlag zu nehmen. Der hiesige Detaillistenverein hat alle hiesigen beteiligten Firmen, sowie auswärtige Detaillistenverbänd« ersucht, diese Verpflichtung nicht einzugehen und die Handelskammer gebeten, seine Bestrebungen in geeigneter Weise zu unterstützen. Die Handelskammer war der Ansicht, daß ein obrigkeitliches Einschreiten gegen das Vorgehen der Zentrale unmöglich ist, beschloß aber, der Regierung über den Fall Bericht zu erstatten. 6. Eingan gsstelle für ausländisches Pökelfleisch. Das Kreisamt Gießen hat bei der Handelskammer angefragt, ob für die hiesige Zollstelle die Er- richtung einer Eingangsstelle für ausländisches Pökelfleisch im Interesse der Jndusttie des Kammerbezirks erwünscht sei. Die Kammer verneinte die Bedürfnisfrage für bw genannte Institution mit bem Hinweis, baß Pökelfleisch l bisher hier nicht eingeführt worben unb eine nennens- I werte Einfuhr auch, für bie Zukunft nicht anzunehmen fei, 7. Aus den Einläufen ist ein verttaulrches Smuv- schreiben desjReichDamtsdesInnernbetr. bidrussischeit Kredit- unb Rechts-Verhältnisse, sowie eine Liste von zweifelhaften Firmen im Auslande (Genua, Neapel, Buenos Aires, Rubaix, Croix) hervorzuheben. Dieselben können von Interessenten auf dem Bureau der Kammer eingesehen werben.____________________ 1. Aus bem Geschäftsbericht ist hervorzuheben, baß bie Kammer bezüglich bes Gutscheinhandels wie zuvor schon beim Bunbesrat, so unterm 22. Juni auch beim Ministerium bes Innern vorstellig geworben ist. Die Kammer sprach, bie Bitte aus, bas Ministerium möge mit allen Mitteln auf bie Beseitigung bes Gutscheinhanbels, insbesonbere bes Hybrawesens, hinwirken unb namentlich im Bunbesrat für ein gänzliches Verbot besselben ein- treten. Auf biese Eingabe hat bas Ministerium zwar anerkannt, baß die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen keme ausreichende Handhabe gegen das in Rede stehende v - denkliche Treiben bieten, hat es aber vorläufig für empfehlenswert erachtet, sich auf obrigkeitliche; Warn ungen des Publikums in den Kreisblättern zu beschranken. ' Vor Eintritt in die Tagesordnuna begrüßt sodann ber Vorsitzenbe den neuen Sekretär der Kammer, Dr. Kehm, bisher Assistent ber Handelskammer in Stuttgart, ber seit dem 3. d. Mts. die Führung der Sekretariats schäfte übernommen hat, und dankt dem bisherigen S - kretär, Gerichtsaccessist Schlosser, für seine treuen Aus Stadt Md Land. Gießen, 12. Juli 1900. * • Personaluachrichten. Der Professor Dr. Karl SHering wurde zum Rektor der Technischen Hochschule für die Zeit vom 1. Septemaer 1900 bis zum 31. August 1901 ernannt; der Bezirksseldwebel bei dem Bezirks-Kommando Darmstadt II Carl Ruppel zu Darmstadt wurde zum Kanzlisten beim Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. Juli an ernannt; den Fabrikarbeitern Jakob Wißmann und Justus Leisler, beide zu Darmstadt, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. . * • Zahlmeister Roltz vom 2. Bataillon unseres Regiments hat heute mittag seine telegraphische Einberufung als Vorstand derKriegskasse des Expeditionskorps für China erhalten. * • Konzert. Morgen abend findet das erste Konzert des Kruse'schen Streichquartetts in Kruse's Saalbarr in Heuchelheim statt, die nächsten Konzerte an den folgenden vier Freitagen. Die Rückfahrt nach Gießen kann Kuskmd. Brüssel, 11. Juli. Der „Gazette" zufolge habe die Staatsanwaltschaft gegen Sipibo einen Haftbefehl erlassen. Der Staatsanwalt glaubt, baß Sipibo Belgien nicht verlassen hat. . Paris, 11. Juli. Der Semeprafekt hat gegen den Stabtrat Gaston. M e r y, Rebakte>ur b,er| „Libre Parole",ber in ber gesttigen Sitzung sich in Ausfällen gegen ben Pra- sibenten ber Republik erging, Strafanzeige beim Staatsanwalt erstattet. Gastvn Mery hat einem sozialistischen Rebner zugerufen: „Sprechen Sie boch von Ihrer gegenwärtigen Republik, von Ihrer aus Panamisten unb Juben zusammengesetzten Schgnbregierung!" Der Semeprafekt, de Selbes, hatte sich sofort erhoben unb erklärt, er werbe bie Beleibigung zur strafgerichtlichen Verfolgung bringen. — Infolge ber letzten Kammerskanbale wirb zwischen den Antisemiten L a s i e s unb G e r a u l t Ri ch a r b von ber „Petite Republique" ein Säbelbuell stattsinben. Gmunben, 11. Juli. Das Großherzogspaar von Baben reiste heute früh nach Karlsiruhe ab. Der Kronprinz von Griechenlanb unb bas Prinzenpaar von Hessen reisten mittags nach München ab. Bubapest, 11. Juli. Der Senat der Universität relegierte 18 Studenten wegen Jndex-Fäl- sch ung^ fjießgeg Platt veröffentlicht einen Geheimerlaß ber Regierung an bie Komitatslbehörben, ber die offizielle Beteiligung an bem bernnächst stattfinden Jubiläum ber 900jährigen Gründung der katholischen Kirche sttengstens verbietet, nicht nur well der Hochllerus Regierung und Parlament zur Feier nicht geladen hat, sondern weil diese Feier auch einen mit dem Regierungsstandpunkte unvereinbaren politischen, nämlich klerikalen Charakter tragen wird. Auch darf üur einer beschränkten Anzahl Beamten behufs privater Teilnahme an der Jubiläumsfeier Urlaub gegeben werden. Konstantinopel, 11. Juli. Die r u s si sche B o t- schaft überreichte gestern der Pforte eine Note in der sie darauf drängt, daß die Pforte den türkischen Konsuln im Kaukasus den Befehl erteilt, die P ä s s e von ungefähr 3000 armenischen Kaufleuten, die sich unter den 40 000 armenischen Flüchtlingen befinden und nach der Türkei zurückkehren sollen, mit bem hierzu notwenbigen Visum zu versehen. N ew y o r k, 11. Juli. Der b e u tsch»-am eri ka n i sche Reziprozitätsvertrag ist gestern unterzeichnet worben. Zentral-Comite vom Roten Kreuz vorgehen. Zu der T eilnah m e Bayerns an ber China-Expebition erfahrt das „Berl. Tagebl.", baß an Bayern die Anfrage gerichtet worden sei, ob es bereit wäre, die Stellung eines kr i e gs- starken Infanterie-Bataillons zu übernehmen, worauf bejahend geantwortet wurde. Das Bataillon wird 800 Mann zählen und sich nur aus Freiwilligen der Infanterie und Jägern zusammensetzen. Auch zu den drei Escadrons sowie zu vier Batterien, die für China be- sttmmt sind, werden einzelne bayrisck)e Freiwillige angenommen. , _ . Nach, der Abfahrt des Kaisers nach Norwegen und nachdem unmittelbar darauf der Kreuzer Bussard bie Fahrt nach China angetteten hat, ist es im Kieler H vfen etwas ruhiger geworben. Die Arbeiten auf ben Werften dauern aber fort, teils weil die für die Kriegs-Uebungen | in Dienst zu stellenden Schiffe fertig gestellt werden, teiL? I weil weitere Entsendungen nach! China zu erwarten sind. I * * Wie die „Hamburgische Börsenhalle" meldet, hat die 1 Hamburg-Amerika-Linie mit dem Reichsmarmeamt einen I Vertrag betreffend Charterun g dreier Dampfer I zu Trausportzwecken nach. China abgeschlossen. Wie verlautet, soll Generalleuttiant v. L e s s e l, Kom- I mandeur der 28. Division, zum Kommandeur des Expe- I ditionskorps für China und zum Stabschef Oberstleutnant I Gündel vom Großen Generalstab ernannt worden sein. 1 Der australische Kolonialminister telegraphierte! dem englischen Premierminister von Neusüdwales, daß die I deutsche Regierung uni die Erlaubnis zum Ankäufe I australischer Pferde für China nachgesucht habe. I Chamberlain fügt hinzu, er werde sich freuen, wenn den I deutschen Agenten jede Erleichterung zu diesem Zweck ge- I währt würde. Der „Perseveranza" zufolge beabsichtigt die i t a l i e n - 1 ische Regierung die Absendung zweier weiterer Kriegs- I schiffe und eines dritten Bataillons Infanterie nach fi!hina. I Es bestätigt sich, daß General Voyron Oberbefehls- I Haber ber französischen Truppen in China wirb I nnd baß ihm bie Generäle Baillard unb Frey zur Führung I der Brigaden unterstellt werden. Vize-Admiral Pottier I wird den Befehl über die Flottenmachzt führen. > e * Telegramme bei Gieheuer Anzeigers Hamburg, 12. Juli. Das Reichs-Marineamt unter- I handelt mit der Amerika-Linie wegen Ueberlassung von I 20 Dampfern für Truppen-Transporte nach! China. London, 12. Juli. „Daily Expreß" meldet aus I Shanghai: Der Gouverneur von Kanton habe an den eng- I lischest Konsul in Shanghai telegraphisch berichtet, zwei! Gesandtschaften seien am 5. Juli noch unversehrt I gewesen und mehr als die Hälfte ber Angreifer hätte sich I zurückgezogen. Das Blatt fügt hinzu, ba ber chinesischie I Kalenber mit bem Gregorianischen um vier Tage differiert, I so ist wahrscheinlich unter bem 5. Juli ber 1. Juli zu I verstehen. L o n b o n, 12. Juli. „Daily Mail" meldet aus Tient- I sin, bie internationale Garnison habe große I Mühe, ben Chinesen stanbzuhalten. Hilfe sei um- I gehend notwendig. London, 12. Juli. Wie aus Shanghai gemeldet wird, erklärten aus Tientsin geflüchtete Personen, zahlreiche Häuser seien von den russischen Truppen geplündert worben. Frauen unb Kinder hätten vor ihnen dieselbe Angst gehabt, wie vor den chinesischen 5)or- den. Russische Offiziere seien gezwungen gewesen, einige Soldaten mit dem Revolver zu erschießen. London, 12. Juli. Ein Telegramm der „Central- News" aus Shanghai vom Dienstag lautet: Von bester Seite verlautet, daß ber Kaiser lebt unb sich wohl befindet. Er verfolgt die gegenwärtige Krisis mit gespannter Aufmerksamkeit. Die Kaiserin-Witwe ist ebenfalls am Werke, um die Orbnung im Reiche wiederherzustellen. London, 12. Juli. Ein „Times"-Telegramm aus Shanghai meldet: Der Eisenbahn-Präsident Sheng teilte den Konsuln mit, er habe eine Depesche erhalten, wonach die Gesandtschaften am 5. Juli noch aushielten rmd die Zahl der Boxer sehr zurückgehe. Paris, 12. Juli. General Bailloud, der im Ma- dagaskar-Feldzuge dem Etappendienst Vorstand, und nach | dem Kriege von Faure als Generalsekretär ins Elysee be- < rufen und von Loubet auf diesem Posten belassen wurde, ist zum Unter-General Voyron's ernannt woroen. Auch der zur Zeit in Cochin-China kommandierende General Frey wird Unter-General Voyrons. Die Enösernung Baillouds vom Elysee bedeutet die Besetzung dieses wichtigen Postens mit einem Republikaner vom Schläge jBruge^es und Andres. — Frankreichs ostasiatische Macht zur /See toirb Hinter das Kommando des Admirals Pottier gestellt, der 1898 vor Kreta die europäische Flottille befeMgte. Petersburg, 12. Juli. Hier hält sich hartnäckig das absolut unglaublich! klingende Gerücht, daß aus eine persönliche Anfrage Kaiser Wilhelms der Zar den Durchzug und Transport deutscher Truppen aus der europäisch^rnssischen und sibirischen Eisenbahn im Bedarfsfall bis zu zwei Armee-Korps gestattet habe. That- säck;lich ist nur die Ordre an das Eisenbahn - Ressort ergangen, darauf vorbereitet zu fein, daß die sibirische Eisenbahn auf den ersten Befehl hin für den Privat-Verkehr geschlossen werden könne und daß das nötige rollende Material für protze Truppen-Transporte zur Stelle fei. Die Krlegsbewegung ist hier völlig unpopulär. Der Zar wird von der Regierung bestürmt, sich auf die notwendigsteii Defensiv-Maßregeln und den Schutz der Russen in China zu beschränken. In Wirklichkeit hätte ouch ein offener Krieg mit China für Rußland bei ber riesigen Ausbehnung seiner chinesischen Grenzen große Lasten unb Opfer im Gefolge. NewYork, 12. Juli. Diechinesische Gesandtschaft in Washington wird von der Polizei bewacht. Der chinesische Gesandte übermittelte dem Staatssekretär ein Telegramm aus Peking, in dem mitgeteilt wird, die Freinden in Peking seien in Sicherheit. des KreiSamteS sofort bereit, den Neubau in Angriff zu nehmen. Q Holzheim, 12. Juni. Gestern wurde hier unter allgemeiner Beteiligung der Bewohner ein Missionsfest ge« feiert. Auch aus den Nachbarorten waren zahlreiche Festteilnehmer erschienen. Nächsten Dienstag (17. Juli) soll in Lang-Göns ebenfalls ein MissionSfest stattfinden. -b- Friedberg, 12. Juli. Der Neubau unseres Gymnasiums (Augustinerschule) steht nun als Rohbau ziemlich fertig da. Er befindet sich in der Ludwigstraße, einer der schönsten Straßen Friedbergs. Durch seine Massigkeit und die Vielfältigkeit des Baustils, besonders an den Ecktürmchen, macht das Gebäude schon jetzt einen imposanten Eindruck. Unmittelbar hinter dem Gymnasium schließt sich der Neubau einer Turnhalle an. Die Lage deS Platzes, auf dem das Gymnasium errichtet ist, ist in jeder Beziehung die denkbar beste. Bekanntlich war hierorts früher nur ein Progymnasium, daS im Jahre 1897 zum Vollgymnasium erhoben wurde. Durch die beiden Wetterauer Bahnen hat die Zahl der Gymnasiasten stetig zu- genommen, und auch nach der Verkehrsübergabe der Bahn Friedberg-Homberg erwarten wir neuen Zuwachs an Zöglingen unseres Gymnasiums. Mit den Gießener Gymnasiasten stehen die unserigen in regem Verkehr, und schon verschiedentlich haben zwischen beiden in Gießen und hier Fußballwettspiele stattgefunden. u. Udenhausen, 10. Juli. Unser Kriegerverein feiert nächsten Sonntag den 15. Juli daS 30jährige Gedächtnis an den großen Krieg 1870/71, verbunden mit Scheibenschießen. -d- Ortenberg, 10. Juli. Wie alljährlich fand vom 2. bis 7. Juli hier unter der bewährten Leitung des Präsidenten des oberhessischen Bienenzüchtervereins, Pfarrers Ellenberger, hier, und des Lehrers Hensel-Hirzenhain ein sechstägiger JnsormationSkursuS für Imker statt. ES hatten sich 13 Herren zur Teilnahme an dem Kursus eingefunden, darunter 8 Lehrer, 2 Pfarrer, 2 Landwirte und 1 Kaufmann. Täglich um 7 Uhr morgens begannen die praktischen Unterweisungen und Hebungen aus den beiden Bienenständen des Pfarrers Elleuberger, wo auch die sechs dem Oberhesfischen Bienenzüchterverein gehörigen Völker aufgestellt find. Um zehn Uhr schlossen sich daran jedesmal theoretische Vorträge der genannten beiden Herren über die verschiedensten Gebiete der Imkerei. ES wurden folgende für jeden Bienenzüchter interessante und wichtige Gegenstände behandelt: 1. Freude und Nutzen der Bienenzucht. 2. Bildung von Reserveköniginnen und Zusetzen derselben zu einem Volk. 3. Schwarmfassen und Einbringen desselben in die Wohnung. 4. Kunst- und Naturschwarm. 5. Vereinigung der Völker. 6. Wachsund Wabenbau. 7. Feinde der Bienen. 8. Krankheiten der Bienen. 9. Weisellosigkeit. 10. Räuberei. 11. Bienenweide und Tracht. 12. Ein- und Auswinterung. 13. Bienenrassen. 14. Wanderung und Transport. 15. Bienenstand und -Wohnung. Natürlich konnte in der kurz bemessenen Zeit nur das wichtigste vorgetragen und praktisch demonstriert werden, zumal eS bis jetzt noch an einem geeigneten Vereinsbienenhaus fehlt, das hinreichend Raum und Licht zur Vornahme der praktischen Hebungen bietet. Auch machte daS fortgesetzte Regenwetter diesmal gar oft einen Strich durch den festgesetzen Arbeitsplan; aber trotz dieser Mißhelligkeiten sah man eS den Teilnehmern an, daß sie mit Lust und Freude den Vorträgen folgten und sich mit Eifer an den Hebungen beteiligten. Auch Wabenpreffen und Honigschleudern wurde praktisch geübt. Sämtliche Teilnehmer an dem Kursus waren von dem sechstägigen Aufenthalt hier sehr befriedigt. AlSfeld, 11. Juli. Durch feine Versetzung nach Darmstadt scheidet der Hochbauausseher Bender aus dem Verbände des Lehrerkollegiums unserer Gewerbeschule aus. Gestern abend sand ihm zu Ehren ein Abschiedseffen im Kreise seiner Freunde statt. Der Vorsitzende des hiesigen OrtSgewerbevereinS, Herr Rößnersvn., hielt in herzlichen warmen Worten eine Ansprache an den scheidenden Herrn. Es erfolgte dann namens der Anwesenden durch Herrn Rößner die Heberreichung eines Andenkens (ein Weinservice und zwei Krystall-Consektschalen) an Herrn Bender. Mainz, 11. Juli. In Sachen des Spiritusringes schreibt man dem „M. I.-: Eine zahlreich besuchte Versammlung der hiesigen Kolonialwaren-, Droguen- und Spirituosenhändler faßte die einstimmige Resolution: „Den Beschlüssen der Detaillisten im übrigen Süddeutschland beizutreten und somit die Annahme der Verträge mit dem Spiritusringe auf das entschiedenste abzulehnen." Die Leitung des Ringes hatte zwecks Kleinverkaufs von Brenn- spintus den Ladeninhabern derartig rigorose Bedingungen zugemutet, daß solche allgemein nur als absolut unannehmbar, als die Selbstachtung der Kaufleute aus daS gröblichste verletzend, bezeichnet werden konnten. Kleine Mitteilungen aus Hesieu und den Nachbarstaaten. Landrat von Heimburg.Biedenkopf wurde als Ehrenritter deS Johanniter-Ordens am 26. Juni in der Jo- Hanniter-Ordens-Kirche zu Sonnenburg vom Herrenmeister Prinzen Albrecht von Preußen der Ritterschlag und die Investitur erteilt. Vermischter. * Merkenich bei Köln-Longerich, 11. Juli. Heute nachmittag fuhr auf dem Rhein zwischen WieSdorf und Merkenich ein Dampfer mit voller Wucht gegen einen mit Personen besetzten Nachen. Der Fährmann mit seinen zwei Kindern von WieSdorf und ein Mädchen auS Merkenich sind ertrunken. Der im Nachen befindliche Dr. Freitag wurde gerettet. • Könitz, 10. Juli. In der Winterschen Mordsache wurde gestern abend von 10 bis gegen 12 Uhr im Hause des Fleischermeisters Lewy ein Lokaltermin abgehalten, wozu der Arbeiter Maslow und die Frau Roß zugezogen waren. Es handelte sich um Feststellungen be- züglich der von beiden gemachten Aussagen, die zu ihrer Verhaftung wegen des Verdachts, einen Meineid geleistet zu haben, geführt haben. MaSlow machte gestern mehrere sich widersprechende Aussagen und stellte Behauptungen auf, deren Hnmöglichkeit ihm sofort nachgewiesen wurde. Ein gleiches war mit der Frau Roß der Fall, die zwischen 7 und 8 Hhr am Mordtage ein Stöhnen in dem Lewyschen Keller gehört haben will; Maslow behauptet hier, das Stöhnen noch um 12 Hhr, als er — im März! — etwa 1 >/, Stunden, aus dem Bauche liegend, den Keller Lewys beobachtete, vornommen zu haben. Der Tod des unglücklichen Winter muß nach der Art der Verletzungen sosort eingetreten sein, ein stundenlanges Stöhnen gehört demnach in das Reich der Fabel. — Für die Bürgerschaft ist die „Affaire" augenblicklich in die zweite Reihe gerückt. DaS Hauptinteresse wendet sich der Steuerfrage zu, da den Bürgern jetzt der Steuerzettel für das lausende Rechnungsjahr zugestellt worden ist. Darnach werden zur Deckung der städtischen Bedürsnisse an direkten Steuern 250 v. H. der StaatSeinkommenfteuer sowie 200 v. H. der Realsteuern und endlich ein Gemeindesteuerzuschlag von der Betriebssteuer in Höhe von 100 v. H. erhoben werden. Dazu kommt, daß für die nächsten Jahre infolge der Unfoften, welche die militärische Besetzung der Stadt verursacht, eine weitere Erhöhung der Steuern bevorsteht, denn die ganzen Hnkosten werden aus keinen Fall vom Staate übernommen werden. * Heber die Neuvermählten Prinz Rupprecht, den ältesten Sohn des Prinzen Ludwig von Baiern, und Prinzessin Marie Gabriele, einerTochterdes! Herzogs Karl Theodor, des bekannten Augenarztes, wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: Der Bräutigam ist 31, die Braut 22 Jahre alt. Man pflegt immer, wenn so hohe Herrschaften sich vermählen, zu sagen, es sei eine Herzensneigung. Das ist nun in der Regel nicht der Fall. Hier aber trifft es zu. Prinz Rupprecht hat sich seine Braut thatsächlich selbst ausaewählt, es ist ein wirklicher gegenseitiger Herzensbund, der hier geschlossen wurde. Es fehlte ihm vielleicht sogar der anfängliche elterliche Widerspruch nicht. Frühere Versuche, dem Prinzen im diplomatischen Wege eine Gemahlin zu suchen, scheiterten an ihm selbst. In der Zeit zwischen Verlobung und Vermählung und zum Teil auch, bei den Vermahlungsfestlichkeiten wurde schon der „präsumtive Thronfolger" eskomptiert. Wenn auch nach menschlicher Berechnung die Thronfolge für den Prinzen noch in dec Ferne liegt, so darf man doch fragen, welche Qualitäten er für den Thron mitbringen würde. Der Prinz ist in bürgerlich, strenger Zucht aufgewachsen. Es ist das die Art in Vaters Haus. Trotzdem, vielleicht eben deshalb denkt und handelt er sehr selbständig. Er wird als gut veranlagt und als mit Kenntnissen ausgestattet geschildert. Er beschäftigt sich angeleaentlich mit ernsten Studien, namentlich mit Geographie uno Geschichte. Was seine politischen Anschauungen betrifft, so hat er noch nicht viel Gelegenheit gehabt, sie öffentlich sehen zu lassen. Aber Zweierlei ist sicher. Der Prinz denkt frei und unabhängig. Zweitens gehört er zu der Mehrheits-Gruppe baierischer Prinzen, die sehr warm für das Reich und das Kaisertum empfinden. Was seine Braut betrifft, so weiß man ja, daß alle Töchter des Herzogs Karl Theodor so etwas wie ein gelehrtes Haus sind, daß aber die Anmut bei ihnen nicht unter dem Wissen leidet. Sie gelten namentlich auch als sehr menschenfreundlich. Den Wohnsitz wird das junge Paar in Bamberg, in der fränkischen Bischoftsstadt, nehmen. * Baden-Baden, 10. Juli. Wir lesen in der „Bad. Landesztg." was folgt: „Die Gräfin v. Trani ist hier eingetroffen, und mit Begleitung und Bedienung im „Badischen Hof" abgestiegen. Ihre König!. Hoheit, geborene Herzogin Mathilde in Bayern, Witwe des Grafen Trani aus dem königlichen Hause beider Sizilien seit 1886, hat vor etwas mehr als einem Jahre den stimmgewaltigen Münchener Baritonisten Kammersänger Brucks zur linken Hand geheiratet, der seitdem der Bühne Valet gesagt hat. Ihre Tochter ist mit dem Erbprinzen Wilhelm von Hohenzollern verheiratet." Soweit der Bericht der „Bad. Landesztg.". Wir glauben, daß er fürstlichen Damen ein Vorrecht zuweist, das sie nicht besitzen. So viel wir wissen, find es nur die fürstlichen Männer, die fich ein morganatisch Gemahl (eine Fran zur linken Hand, wie der Volksmund sagt) küren können. Daß aber auch fürstliche Damen sich ein Männchen zur linken Hand antrauen lassen können, nein „das war doch früher nicht!" Sonst hätte ja die Kronprinzessin-Witwe Stephanie nicht Gräfin zu werden brauchen! Wir glauben also, daß in dem Falle, den die ,Bad. Landesztg." citiert, nach Analogie des neulichen Wiener Falles oie Visitenkarte richtig lauten muß: Frau Brucks, geb. Herzogin Mathilde in Bayern, verwit- wete Gräfin Trani. Universität und Hochschule. — AuS Jena teilt man mit: Professor Biedermann, der Direktor deS physiologischen Instituts der hiesigen Universität, wird dem an ihn ergangenen Ruf nach Heidelberg nicht Folge leisten. Profesior Ernst Haeckel tritt die angckündigte wissenschaftliche Reise nach Java und EelebeS im September an. — Der Pcivatdozent in der philosophischen Fakultät der Universität zu Berlin. Professor Dr. Hermann Thoms, ist zum außerordenllichen Professor in bet» selben Fakultät ernannt worden. — AuS Tübingen wird geschrieben: Die Privatdozenten Dr. Hesse, Assistent am zoologischen Institut, Dr. Köster, Assistent am physiologisch-chemischen Institut, und Dr. Sarwey, Assistent an dcr Frauenklinik, sind zu außerordentlichen Professoren ernannt worden. — Pfarrer Henri Rougemont, seit 1881 Profesior für alttestamentliche Exegese an brr Akademie in Neuenburg, ist dort im Alter von 61 Jahren gestorben. Durch die Uebertragung theologischer Schriften auS dem Deutschen inS Französische bat fich Rougemont um die Vermittelung deutscher theologischer Wissenschaft Verdienste erworben. — Der Generalsuperintendent Bahmsen in Koburg und der Gmeral- superintendent Lohofs in Altenburg wurden von der Universität Jena zu Ehrendoktoren der Theologie ernannt. — Der Privatdozent und Kustos der Staatsbibliothek in München, Dr. Sandberger, wurde zum außerordentlichen UniyerfitätSprofesior für die neuerrichtete Profesiur für Mufikwisienschaft ernannt. — In München hat eine junge Dame das Gymnasial- Absolutorium gemacht und bestanden, Fräulein Emilie v. Renauld. Eie ist die Tochter jenes Obersten a. D. Dr. Ritter v. Renauld, der unlängst zum Doktor der Staatswiffenschaft summa cum laude promoviert wurde und deffen preisgekrönte Schrift jüngst im Druck erschienen ist. — An der Straßburger Kaiser Wilhelm-Universität werden seit einiger Zeit Damen als Hospitantinneü zugelasien. Diese Neuerung scheint einer Anzahl von Professoren wider den Strich zu gehen. Dieselben lasten nämlich nach wie vor grundsätzlich Damen zu ihren Vorlesungen nicht zu. Organisation der nichtinkorporierten Studenten. Die studentische Bewegung ist in ein neues Stadium getreten: die einzelnen Finkenschaftsorganisationen an den Universitäten zu Berlin, Leipzig und Freiburg, an den technischen Hochschulen zu Charlottenburg und Karlsruhe sowie der Handelshochschule zu Leipzig haben an dem in Berlin am 30. Juni und 1. Juli abgehaltenen Vertretertage einen Finkenschaftsverband gegründet. Sein Name lautet: Deutsche freie Studentenschaft, Verband der Organisationen der Nichtinkopo- rierten an den Hochschulen des Deutschen Reiches. Die Vorstandschaft wurde zunächst drei Herren der Berliner Vertreter überlasten. iDer Verbandstag findet jährlich zu Pfingsten in Weimar statt. — Der Ve'rband der katholischenStudentenvereineDeutsch- l a n d s (nichtfarbentragend) zählt nunmehr 2S Vereine an 24 deutschen Hochschulen. Rach den neuesten statistischen Aufstellungen gehören dem Verbände insgesamt 1598 Studierende und 4000 Herren an. Mit 686 aktiven und 573 inaktiven Burschen sowie 339 Füchsen stehen die katholischen Studentenvereine hinsichtlich der Mitgliederzahl an der Spitze aller studentischen Verbände. Seit dem Winterhalbjahr 1899/1900 verzeichnet der Verband einen Zuwachs von ungefähr 100 (98) studierenden Mitgliedern und 50 Alten Herren. — Ein römischer Pilgerzug der katholischen Studenten Deutschlands,Oesterreich-Ungarns und der Schweiz wird für Anfang Dezember geplant, in Verbindung mit einem „Internationalen Pilgerzug der katholischen Jugend." Gerichtssaal. Offenbach, 10. Juli. Daß das Gesetz vom 11. Juni 1870, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken, auch seine Schattenseiten hat, Indem es zu übertriebenen Forderungen wegen angeblich unbefugten Nachdrucks führen kann, zeigt wieder einmal eine Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer. Der Schriftsteller M. W. Sophar in Berlin hat den Redakteur der „Offenbacher Ztg.", Rohmann, und den Buchdrucker Löb er hier wegen Nachdrucks verklagt. Sophar, der sich mit dem Vertrieb von Erzählungen befaßt, hatte von Rohmann das Verlagsrecht eines Romans, der bereits in der „Jllustr. Ztg." erschienen war, für 200 Mk. gekauft; Roh mann aber hatte seinen Roman vor Ablauf der Berttagsfrist in dem bei Löber erscheinenden „Frauenbund" veröffentlicht, wozu er sich berechttgt hielt. Sophar, der persönlich aus Berlin erschienen ist, verlangt für den Abdruck 1400 Mk., schreibe vier- »ehnhundert Mark. „Das ist doch wohl nicht ernstlich gemeint", sagt der Vorsitzende, Direktor Walther. — „Doch, sehr ernstlich." — „Worin besteht denn ihr Schaden?" — „In dem entgangenen Gewinn einerseits und andererseits in der Unannehmlichkeit, vielbeschäftigte Redakteure mit der Prüfung eines Romans belästigt zu haben, den sie doch nicht zum Abdruck bringen konnten. Denn ich habe den Roman sofort nach der Veröffenllichung im „Frauenbund" zurückgezogen." — Es wird der umfangreiche Briefwechsel zwischen den streitenden Parteien vorgelegt; schließlich aber kommt ein Vergleich zustande. Sophar begnügt sich mit 500 Mk. und überläßt Rohmann die weitere Verwertung des RomanS; die Beklagten übernahmen die Kosten, da nach der Sttafprozeßordnung der Kläger wegen Einstellung des Verfahrens zur Tragung der Kosten verurteilt werden muß. Stolp, 11. Juli. Im Krawall-Prozeß wurden von den 23 Angeklagten 22 zu Sttafen von 4 Monaten Gefängnis bis zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Handwirlschast. — Landwirtschaftliche Landesausstellung Darmstadt. Wie der Hessische Lcmdwirtschastsrat mitteilt, ist seitens der meisten deutschen Eisenbahnverwaltungen bereits freie Rückfracht für unverkauft gebliebene Ausstellungsgegenstände und Tiere bewilligt worden. — Der Schlußtermin für Anmeldungen zur Gruppe „Geflügel" ist auf den 25. August festgesetzt worden. Arbeiterbewegung. Amsterdam, 11. Juli. Auch die Rheinschiffer beschlossen in einer gestern in Rotterdam abgehaltenen Versammlung, sich dem Streik der Schiffsarbeiter anzuschließen. — Bei der Ankunft des Tielschen Bootes ist es gestern zu einem großen Auflauf gekommen. Etwa 100 streikende Schiffer versammelten sich in der Meinung, das Boot bringe auswärtige Arbeiter. Polizei und Seesoldaten trieben die Streikenden auseinander, ohne von der Waffe Gebrauch zu machen. Abends fand eine Arbeiter-Frauenversammlung statt, in der sich 700 Frauen der Sache der Männer anschließen. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 27. Woche vom 1. Juli bis 7. Juli 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 16,77%q, nach Abzug der Ortsftemden 12,58«/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: 1. im vom Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1 — 2 (1) — Altersschwäche Verunglückung Lungenschwindsucht Gehirnschlagfluß Rose Diarrhöe 1 1 1 (1) 1 CD 2 2 1 1 1 — 2 (n — Summa: 8 (2) 5 (1) 3 (1) — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Keuche Meldungen. Antwerpen, 12. Jnli. Wie die Blätter melden, hat die Firma Krupp in Merxem in Belgien eine große Landstrecke angekauft, in der Absicht, dort eine Geschütz- Gießerei zu errichten. Die Arbeiten sollen sofort begonnen werden. Die Rhachitis ober englische Krankheit entwickelt fich meistens nach den ersten sechs LebenS- monaten und äußert fich in Erweichung und Anschwellung der Knochen, Bei welcher diese ihren Gehalt an phosphorsaurem Kalk, dem sie größtenteils ihre Festigkeit verdanken, oerlieren. — Rba- chitiS kann vererbt worden sein, in den meisten Fällen aber entsteht sie durch sehlerhaste Ernährung und zwar durch eine zur Säurebildung Anlaß gebende Kost, z. B. durch die Darreichung von Mehlbrei, von Schlempenmilch, oder durch unter Zuckerzusatz kondensierter Milch und durch die Folgen von Verdauungsstörungen. ES ist deshalb vor allem nötig, bei rhachttischen Kindern vorhandene Verdauungsstörungen zu beseitigen. Dies kann in der Hauptsache nur durch eine rationelle Ernährung geschehen. In Dr. med. TheinhardiS löslicher Kindernahrnng ist nun dem Säugling eine Nahrung geboten, welche nach amtlich festgestellten Analysen eine fast vollkommen gleiche Zusammensetzung wie die Muttermilch aufweist und nach ben eingehendsten Versuchen dieser in ihrer Wirkung gleich ist. A. Holterlioff Söhne, 9 Für Herren. Handschuhe Tchürzeu Qualitäten. Unterzeuge. Korsettschoner. 4262 Verdingung I Bilanz am 31. Dezember 1899 Schreinerarbett Aetlva; JL H > Passiva: von Schreinerarbeit A vM hUNd. Nr. 266. 4796 Näheres in der Expedition d. Blattes. 446315 50 Cirkus Althoff 2171 39 89 448486 89 4835 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1898 . 14 14 ertiflt sachlich 4613 4840 SetterSweg 50, i. 4790 Sie! 4532 Der Vorstand. 40 Pfg. ist ver- Durch langes Krankenlager 224 Itieruateraekommene Persnnen Procent Proceut 57.60 4 4 Geldfortenr Brief 212.36 Darmst. Bk.-Acsteu »er«ttwortlich für len «gemeinen LeU: P. Witiko, für den «nzei^ntM: »ed. — Druck und Verlag der Brüchl'schen Univerfitätd-Buch- und Eteindruckerei (Pietsch Erden- in Vießnr. Stellen*!'* ilersllliedknes II c reine MAGGI Wietgeluche ’.n ucvhnufen Offene Stellen. , Vormiotniigen 124184 10000 Der Direktor: Wallenfels. 232 16155 84926 17 93 23 13 41 02 4 4 3 3 4*/6 4 3 5 4 94.60 86.50 92.80 96.60 00.00 98.00 00.00 n Wertpapiere nach dem Kurs am 31. Dezember 1899 Bouillon-Kapseln Gluten-Kakao, 20 Franken-St. Engl. SovereiguL Dollars i» Gold Der Kontroleur: Wagner. 448486 232 Die Anfertigung dreier Schränke und eines Büchergestells für die Stadtmädchenschule soll Dormers- taa, 19. d. Mts., vormittags 11% Uhr, öffentlich verdungen werden. Zeichnung, ArbeÜsbeschreib- mg und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote aus Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. 1. Aufgenommene Kapitalien 2. Stammguthaben der Mitglieder Der Rechner: Rein. Geld 16.26 20.34 4.17 100.00 99.OS 99.00 99.00 1. Aus geliehene Kapitalien und zwar: a. gegen Obligationen 105602 Sbendeonrfer 000.001 Oesterr. Lredit-Actien Gießen, 11. Juli 1900. Das Stadtbauamt. Schmandt. Während 1899 gingen zu ab Für Damen: Gestickte Reise-Plaids von JL , 1.20 1.50 bis 8.50. Junger Kaufmann (Oktober militär- frei) sucht Stellung per 1. Oktober als Buchhalter oder Reffender, gleichv. welcher Branche. Pa.Zeugn. stehen zu Diensten. Off. u. H. H. 02904 an die Exped. d. Bl. Oesterr. Staatsbahn v. 1885 Jtal. staatSgar. Eisend. IW Lehrmädchen gegen Vergütung gesucht. 4843 I« Kaan jr., Kreuzplatz. jemand zum Wecktragen gesucht. V 4832 Neustadt 6. 2. Wert der Jmmobilim 3. Wert der Mobilien nach Abschr. von 10% 4. Kaffenvorrat 5. Ausstände Sonnön- und Regenschirme. Kravatten. -Produkte: Maggi zum Wurzen Gemüse- und Kraft - Suppen Geld 81.30 84.15 4.171/« Oesterr. Silberrente Ung. Gold-Rente Portugiesen Mexicaner amort. S. I-HI Monopol-Griechen von 1887 1 Vermögenssteuer- Erklärungen Hambrgr.HyP.Bk. unk.b.1905 Preuß.HyP.A. Bk. unk. b. 1900 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 Frks. Ldw. Cred. Bk. unk. b. 1900 Strohhute Matrosen-Wützen und -Kappen Keugras-Verßeigervstg. Montag den 16. Juli l. I., vormittags 8 Uhr anfangend, wird das Heugras von den der Gemeinde Allendorf a. d. Lda. gehörigen Wiesen versteigert. Zusammenkunft an der Ziegelhütte. Allendorf a. d. Lda., 11. Juli 1900. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lda. Rein. 4839 üeberall erhältlich. Man achte auf das Wort „Jnka“ Heute abend r Grosse Vorstellung mit neuem Programm. Zum erstenmaler Das Iigkuoerlagkr m Sftgebia oder: Das geraubte Körsterkind. Pantomime mit Bauet. 4836 speziell für Touristen und Fußleidende von 45 an bis «AL 1.15. Touristenhemden und -Gürtel. Marco-, Reform-, Normal- u. NktzuntttMge Oberhemde», Manschetten Kragen, farbige Serviteurs Hosenträger und Handschuhe. 99" Kravatten in jeder Kreistage. 96.10 96.40 23.55 41.00 43.50 werden mit überraschendem Erfolg in kürzester Frist gekräftigt durch „Soson“, das beste aller existierenden Nähr« und Kräftigungsmittel. mr6ig. 50 100 gr 250 gr 500 gr * * *0^ 70 JL 1.60H- Alleinige Fabrikanten: T oril Cie., AUosa. Zu hab. i. Apotheken u.Drogengeschäften. verdienen die Beachtung aller Hausfrauen. Zu haben bei L. Kalkhof, Westanlage. Grauleinene u.Alpacca-Unterröcke von JL 1.75, bis vMa 8.50. Tüll-Korsetten von jl 2.20 bis 5.—. Schwarze und farbige Strumpfe von 20 H an bis JL 2.50. Sommer - Handschuhe von 10 -H an bis 2.50. Hemd-Blusen von jl i.bo bis jl 12.—. KilligKe prrisk bei Bries 16.30 20.38 4.20 Geschlechts-, Haut-, Hals-, Nasen- und Ohrenleiden Spezial-Arzt D r. Holtz, Frankfurt a. M., Zeü 44a, 4710 neben der Hauptpost. I Verlaufen ein kurzhaariger, brauner Jagd- b. c. d. Wegen Aufstellen eines größeren kaufe meinen 4 Pferd. Benaschen Gasmotor Frühkartoffeln 50 Kilo 3 Mk. 90 Pfg. inkl. Sack versendet gegen Nachnahme 4830 J. Wertheim, Friedberg (Hessen). Für Kinder: Strümpfe und Söckchen in hellfarbig, schwarz und Lederfarbe. Knaben-Wasch-Anzüge Watrosen-Kragen Waschkleidchen Stickereikleidchen Capes, Jäckchen, Hütchen Sonnenschirme Kewandte Arbeiterin sucht Stelle bei einer ersten Kleidermacherin. Off. unter A. Z. 120 postlagernd Wetzlar. 02901 Franz. Banknoten Oesterr. dto. Americ. 02907] Tüchtiges Mädchen, das 1 kochen kann, für 1. Septbr. zur Aushilfe »für sofort gesucht. Ludwigstraße 44, H. ein unübertreffliches, allgemein beliebtes Wasch- und Bleichmittel. Es verleiht der Wäsche einen anhaltend angenehmen Geruch. Turnverein. Die Eintrittskarten zum 4838 Sommerfest sind zu haben im Vorverkauf nur für Mitglieder ä 20 Pfg. bei Attyoff, Wall- thorftraße 16, Scheck, Bahnhofstraße 50; für Nichtmitglieder ä 30 Pfg. bei ZSuch- acker, Neuen-Bäue, ZSrüht, Neustadt 26, Marr, Seltersweg 34, Semmker, Wall- thorstraße 15. An der Kaffe ä Person Daher Stand der Mitglieder Ende 1899 . . 218 Allendorf a. Lda., den 11. Juli 1900. Spar- und Vorschustvereirr, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Eine Kelter, 4798 3- bis 400 Liter ausdrückend, mit Holz« biet und schwerer Uebersetzungsschraube, ist billig zu verkaufen. Näh. Hess. Hof. 82.10 14 Eisenb. Rentmb. Obl. 14 BuderuS Obl. Kursbericht vM je Kurz & Co., Hießen, Kahuhofstraße 63 Frankfurter Börse vom 11. Juli 1900. 31/, Deutsche ReichSanl. 3 Preuß. ConsolS 31/, Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 , Bürgschaft 109621 „ Güterkaufgelder 47765 Stöbt Mlchthms. Freibank. 4799 Hrvcke und Morgen: Rindfleisch 54 M LchWeimfleisch 40 Usg. Schellfische Kabeljau in la. feinster, blutsrischer Ware soeben eingetroffen bei 528 A. & G. Wallenfels. Markt 21. — Fernsprech-Nr. 46. für die Hetze empfehlen wir in reicher Auswahl 31/, Franks. Hyp.-Bk. uni. 6.1906 92.90 37, Frks. HyP.Tred.B. unk. b. 1906 92.30 4 4 dto. unk. b. 1907 99.70 4 4 Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 99.20 4 4841] Beamter sucht auf sofort fein möbliertes Zimmer, eventl. mit Schlafzimmer. Offerten mit Preisangabe unter X. Y. 12 postlagernd erbeten. Geräumige Schreinerwerkstätte zu mieten gesucht. Offerten unter Nr. 4828 an die Ex- pedition dieses Blattes erbeten. rum Waschen und Bügeln (Glanzbügeln) wird jederzeit angenommen.______Lörvengaffe 22, L Eines der ältesten Kolonialwaren- geschäfte in bester Lage, Centrum der Stadt gelegen, auf längere Zeit zu verpachten. Offerten unter X. 4607 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Welche Brauerei hat in der Umgegend von Gießen eine gut gehende Gastwirtschaft bis zum 1. November an tüchtige Wirtsleute zu verpachten? Offerten unter P R 4786 an die Expedition d. Bl. Gd. Rott6, Kaplcmsgaffe 2. Abschriften, Rechnungsauszüge usw. werden billigst angefertigt. billig. Derselbe ist noch einige Wochen im Betrieb zu sehen. 4609 Job. Lenz, Schreinerei und Holz-Handlung, ________Hieße», Frankfurterstraße 123. 02834] Ein Transportfahrrad billig zu verkaufen. Bahnhofstraße 62. 2 Merritts, abzugeben. Wo? sagt die Exped d. Bl. 02905 02906] Ein 3 Monate alter Ziegen- hock (Saaner Raffe) zu verkaufen. «onrad Schmidt, Albach. 4833] SelterSweg 89 Mansardenwohnung von 4 Zimmern nebst Zubehör zu vermuten.___________________________ 02902] 2 Zimmer nebst Küche u. Zub. an tUc£Aam^e betm- für 16 Mk. monatl Wo? zu erfragen in der Exped. d. Bl. Hauptverkehrsstraße Aad-Manheims, in nächster Räbe der Trinkquellen, sind tch^e Läden, für Spezerei- und Bartergeschäft besonders geeignet, sofort zu vermieten. 4831 Näheres in der Expedition d. Bl. 02885] Eine Kaute Mist zu verkaufen. Frankfurterstraße Ecke Hillebrandstraße. DoppeWr. KlridkkManh und eine noch ganz neue Mangel sind zu verkaufen. Näh, in der Exped. s02875 Jnka-Seifenpulver (Salmiak-Terpentin-Seifenpulver) Agenten für alten Nordhäuser und Passe par tout bei guter Provision gesucht. 4826 von Westernhagen & Sohn, _______Nordhausen.______ Eine erste Firma sucht einen tüchtigen, vertrauenswürdigen Verkäufer für ihren gut eingeführten, leicht verkäuflichen Artikel; außer dem Verkauf bat der Betreffende auch bei den Kunden zu kassieren. Kaufmännische Kenntnisse find nicht erforderlich. Kleine Kaution muß hinterlegt werden. Offerten unter Nr. 4829 an die Ex- peditron dieses Blattes erbeten.___________ 4842] Für Haus- und Hilfsarbeiten in der Backstube ordentlicher, junger Mann von 15 bis 18 Jahren für dauernde Stelle gesucht. Kost und Logis im Hause. Konditorei H. Hettler, ______________Gießen.______ mit guten Kenntnissen gesucht. Vergütung im ersten Jahre 120 Mk., im zweiten Jahre 240 Mk., im dritten Jahre 360 Mk. Zu erfahren in der Exp. d. Bl. 4834 Lauffrau 3 s ^Tiefenweg 17. * Ordentliches Mädchen gegen guten Lohn gesucht. 4837 Schillerstratze 16, Part.