v”igt. 1135 f WNlM UMnkulti, Retiild™,,, - Emil Fnocke. nz' JCblossstrasse 7 iZSUUart *•»" Niedeun 1$. P-evilixttttnüiu.f.toeo, ■Nt« aeu.Väue 1. Ulte neuere Prachtserie. h'Ost-Afrika Klam, Bagamvyo, Mi, ir. vchAftika Insel MadagMar. rSladtthealei ttn 13. fybruar: hfl fy/rMpiflti ii fiotan. iM*l. Ulten von Rotl Tutzlvr Personen: , fron-' mal, Franz Solan. bjutant, Kaul Paten. Earl Sollet. >lbe Wlhelminchel: Sohn, AgneS ßamntf ms. Pros, Wilh. Wil-elr. • aul W W s. Frau- Frieda Kruse. 7"^A,sE Wloig siankfurler fljrM Maler, z^>. M S01' RfnSb I* ff /E 01 H» W 9» IU eit Ilbnrente >.9ltntt ^Grtecherrv°a 1887 Mtrnb. DU- $DbL rrto’^i'iSoo $ Ast»nr-b.A Jflö0< teäS -- nottN 0. Dienstag den 13» Februar 1900 Erstes Blatt. Amts- und Anzeiseblatt für den Kreis «Siefjen ■ Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. •teUhien, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Nr. 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. «»nähme von Anzeigen zu der nachmittags für den '»tßenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. f^DJn der Zeit vom 17. Februar d. I. bis einschließlich 23. Februar d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Groß herzoglichen Bürgermeisterei Ruttershausen folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. die Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der rubrizierten Feldbereinigung nebst den dazu gehörigen Urkunden. 2. der Beschluß der Vollzugskommission und des Gemeinderats vom 8. Februar d. I. über den Ausschlag und die Erhebung der ungedeckten Bereinigungskosten. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Frist bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Ruttershausen schriftlich einzureichen. Friedberg, 9. Februar 1900. Der Großherzogliche -Zereinigungskommissär Süffert, Regierungsrat.. * Bom Kriegsschauplatz. Brüssel, 10. Februar. Dr. Leyds erklärte gestern einem Redakteur deS „Petit Bleu", es sei unrichtig, daß er, wie die Berliner Blätter berichteten, in Deutschland einer Anleihe wegen Unterhandlungen gepflogen habe. Ebensowenig habe er eine europäische Intervention herbeiführen wollen. Dr. Leyds schloß seine Unterredung mit den Worten, die Buren würden jeden Fuß ihres Landes mit aller Energie verteidigen, was vornehmlich in Betreff deS Oranjestaates nicht schwer fallen dürfte; übrigens sei ein solcher Plan bereits ins Auge gefaßt worden. Loudon, 11. Februar. Gestern abend fand abermals ein Kabinettsrat unter Vorsitz Salisburys statt, welcher sich mit der kritischen Lage für die englischen Waffen gemäß den jüngsten Depeschen, sowie der besorgniserregenden Gährung in Egypten beschäftiget. — Dem „Berl. Tagebl." wird aus London gemeldet: Der wahre Grund von Bullers Rückzug war der Bericht eines LuftschifferS, daß die Burenartillerie auf dem Doornkloof eine außerordentliche Stärke entwickelt hatte. Es befanden sich dort zuletzt zwölf schwere Geschütze. Diese allein machten einen Vormarsch in dieser Richtung unmöglich, da die englische Artillerie auf offenes Gelände hätte anrücken müssen, um die Burengeschütze unter Feuer nehmen zu können. Der Korrespondent der „Central News" fügt hinzu, daß BullerS Rückzug nur ein zeitweiliger sei. Er werde seine Taktik ändern. Die englischen Verluste seien gering. Meist handle es sich nur um leichte Verwundungen. — Nach einer Depesche des „Berl. Tageblatt" aus Brüssel liegen bisher keine Einzelheiten über den Rückzug Bullers dort vor. Man vermutet, daß Buller keinen neuen Versuch mehr zur Befreiung Ladysmiths machen wird, welches seinem Schicksale überlassen bleibt. Der Hauptkriegsschauplatz dürfte in der nächsten Zeit an die Grenze deS Oranjefreistaates verlegt werden, wo Lord Roberts eine Invasion zu versuchen gedenkt. General Joubert traf längst alle Vorbereitungen hierfür. London, 11. Februar. Aus Spearmanslager wird gemeldet: Der Befehl zum Rückzug von den Kopjes und dem Vaalkrantz wurde Mittwochabend erteilt. Bald nach Tagesanbruch am Donnerstag hatten alle engagiert gewesenen Truppen den Tugela wieder üb^- schritten. Die Pontonbrücke wurde alsdann beseitigt. ES verlautet, die Buren machten am Donnerstag eine Bewegung zwecks Umgehung der britischen Flanken. . London, 11. Februar. Nach einer aus Prätona cm» gelaufenen Depesche machte vorgestern nacht die Besatzung von Ladysmith den Versuch, sich durch das Lager der Freistaat-Buren durchzuschlagen. Der Versuch mi%onbon, 11. Februar. Aus Privatquellen wird be- richtet, daß di- Engländer bei dem dr-tt-nAngnffem- Anzahl Geschütze verloren haben, welche von den Buren zerstört wurden. Weiter wird behauptet, daß C1” Bataillon bei diesem Angriff der Buren gegen Vaalkrantz Abg. Haußmann (südd. Vp.) spricht sich entschieden gegen die Vorlage aus. Staatssekretär Gras Posadowsky wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Bebel und bemerkt dabei, wenn bei der Armeeorganisation solche Bedenken, wie bei der Flottenorganrsa- tion, a'-usschlaggebend gewesen wären, dann würden wir nie em deutsches Reich und nie einen solchen Aufschwung gehabt haben. (Lachen links. Rufe rechts: Sehr wahr!) Lehne das Haus dre jetzige Vorlage ab, so bleibe die Regierung eben an das Sexennat ^Äbg.'Rißler (kons.) erklärt, das; er als süddeutscher Bauer sich sein Votum über die Vorlage Vorbehalte. Abg. Frhr. v. Hodenberg (Welfe, übt abfällige Kritik an der Art der Flottenagitation und verhält sich ablehnend gegen: die Vorlage. . /6 .. Abg. Graf Stolberg-Wern rg er ode (kon,.) nmnt, daß die Landwirtschaft in Notlage fei, fei richtig, aber er muffe zugeben, daß indirekt die Vorlage auch der Landwirtschaft zum Nutzen gereiche. t . Abg. Graf O r i o l a (nl.) wendet sich gegen den Abg. Richter und gegen dessen an die Flottenagitation gerichteten Vorwurf des Servilismus m ... Nunmehr wird ein Schlußantrag angenommen. — Persönlich ^^°Abg. Hahn (Bd. d. L.), daß der Inhalt dieses unverbindlichen Foyergesprüches, das mehr im Scherz hingeworfene Worte enthalten habe, falsch wiedergegeben sei. Er, Redner, vertrete seine Worte, er bitte sie zu respektieren. Abg. S z m u l a (Zentr.) erklärt, sich nut feinem Ehrenwort dafür verbürgen zu können, daß jene Worte so gefallen feien. Nach weiterer kurzer Debatte über diesen Gegenstand wird die Voralge an die Budgetkommission verwiesen. — Montag 1 Uhr: Tolmetsckfer - Interpellation Czarliuski. Schluß 7 Uhr. * Zur Heimkehr des Prinzen Heinrich. Gießen, 12. Februar. Rach zweijähriger Abwesenheit hat Prinz Heinrich von Preußen wieder deutschen Boden betreten, und am Drens- I tag wird er in der Reichshauptstadt aus Befehl des Kaisers mit besonderem Gepräae empfangen werden. Das laßt von vornherein den Schluß zu, daß der Prinz seine Mission I voll und ganz erfüllt hat, die der Kaiser in seme Hand I legte, und daß die Interessen Deutschlands im fernen I Lsten nach jeder Richtung hin einen festen Stützpunkt er- I halten haben. „ _ ~ I Wenn auch bereits einige Jahre uns von jenem Er- I eignisse trennen, so steht es uns doch noch frstch vor I Augen, und wir erinnern uns Noch deutlich der Ueber-I raschung, als der Draht die Nachricht überbrachte, das Gebiet um die Kiautschautiai ist von dcuffchen Marme. soldaten besetzt worden und die chinesischen Truppen hoben I sich von da zurückgezogen. Staunen erregte diese Nachricht natürlich in Deutschland, noch mehr aber im Auslande, wo aber unser energisches Vorgehen allgemeine^ Billigung fanb — abgesehen von England, das den deutschen Erfolg mit recht scheelen Augen ansah, aber doch gute Miene machen mußte. Welche Bedeutung der Kaiser und die Regierung der Erwerbung des Kiautschaugebiets und der Vertretung unserer Interessen in China beilegte, ergab die Entsendung des Prinzen Heinrich nach den ostasiatischen Gewässern. Die rasche und entschlossene That der Regierung, ! der geschickte Schachzug der Diplomatie und die feierliche Weise, mit der die Fahrt des Prinzen Heinrich eingeleitet wurde, alles vereinigte sich damals, um unserer Festsetzung an Chinas Küsten ein bedeutsames historisches Gepräge zu verleihen. Wer erinnert sich nicht noch der Ansprache des Kaisers an den Prinzen Heinrich in Kiel vor dessen Abreise! Zwar hat es der „gepanzerten Faust" nicht bedurft, um dem deutschen Namen Achtung zu verschaffen, es ist alles hübsch friedlich abgelaufen, und die Chinesen haben sich in die vollzogene Thatsache gefügt. Aber darum ist die vom Prinzen Heinrich erfüllte Aufgabe nicht geringer nt schätzen und das deutsche Ansehen hat dort im fernen Osten eine Stärkung erfahren, die hoffentlich in politischer und wirtschaftlicher Beziehung reiche Früchte tragen wird. Der Modus, welchen Deutschland bei der Erwerbung vcui Kiautschau zur Anwendung brachte, die „Pachtung", hat bekanntlich bald Nachahmung gefunden, indem auch andere Länder „pachteten". Unsere deutsche Diplomatie hat mit der Erwerbung des chinesischen Küstengebiets einen unvergleichlichen Triumph gefeiert, denn es galt nicht mit den Interessen anderer Länder zu kollidieren. Staatssekretär von Bülow skizzierte seinerzeit im Reichstag die deutschen Bestrebungen treffend mit den Worten: „Wir wollen den uns -gebührendem Platz in der Sonne einnehmen, ohne andere Berechtigte zu verdrängen", und in diesem Sinne soll auch die Weiterentwickelung des deutschen Pachtgebiets in China geleitet werden. Für Unsere deutschenJnteressen in (Ostaften bildet leden- falls die Zeit, während welcher Prinz Heinrich von Preugen dort weilte, einen bedeutsamen Abschnitt, und wenn auch die Früchte des Wirkens des Prinzen noch nicht gereift sänd, so darf man doch aus eine gute Ernte rechnen. Noch muß der Boden gepflegt werden, noch bedarf es jahre- l-anger angestrengter Arbeit, ehe von einem Gewinn die Rede sein kann, aber für unfern .Handel und für unfern* Verkehr wird der Segen nicht ausbleiben, und wenn dieser recht reichlich ausfällt, dann darf auch Prinz Heinrich mit Genugthuung sagen: „Auch ich habe dazu beigetragen, Deutschlands Namen und Deutschlands Ruhm auszudehnen rund zu verbreiten bis an die Küsten des fernen China." Deutscher Reichstag. 145. Sitzung vom 10. Februar. 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Lesung der Flotten- I vo^Abg. Graf Schwerin-Löwitz (fonf.) hat zwar wirtschaft- I liche Bedenken gegen die Vorlage, erklärt aber, daß er trotz der- I selben für die Vorlage stimmen werde. _ m f I Abg. Bebel (Soz.) erklärt, seine Partei lehne die Vorlage I ab, weil sie das ganze System verwerfe, weil sie kem Vertrauen I zur Regierung habe, weil schließlich doch die breiten Masten Die I Kosten zu tragen hätten. Warum appelliere man nicht an die l Wähler? Würden diese für die Regierung entscheiden, dann gut, l würden sie aber gegen die Regierung entscheiden, dann muffe I diese abtreten. Das würde der natürliche Weg sem. Aber freilich, I davon sei bei uns keine Rede. Aus den gestrigen Aeußerungen des I Herrn Tirpitz sei. zu entnehmen, dasi auf diese Vorlage noch eine I dritte und vierte kommen werde. Herr Tirpitz habe g^tern ver- I sucht, seine Aeußerungen von 1898 abzuschwachen. -Lae hatte l Herr Tirpitz nicht thun sollen. Er solle zu der einen Sunde nicht I noch die zweite des Ableugnens hinzufügen. Ein Seekrieg I zwischen Deutschland und England sei unmöglich, denn er wurde I ein Unglück für Deutschland sein. Käme es ;emals zu ernsthaften I Zerwürfnissen mit England, so könne, er, Redner, sich wohl denken, I daß die Nachabrn rechts und links --uhig zuschauen wurden. Und I wenn Deutschland sich in einem solchen Seekriege verblutet habe, I würden Frankreich und Rußland darüber herfallen. (Redner I spricht mit laut erhobener Stimme, lebhaft gestikulierend. Ad- I miral Tirpitz nickt dabei unablässig bejahend mit dem Kopfe und I schlägt mit der linken Hand gleichfalls wiederholt und bekräftigend I aufs Knie. Große Heiterk. und Zwischenrufe von rechts.) Za, I Herr Kropatschek, Sie haben sich in der Kreuzzeitung selber ahn- I lich geäußert. (Fortgesetzte Zwischenrufe, sodaß Präsident Graf I Ballestrem ersucht, die persönlichen Zwiegespräche zu unterlassen.) I Redner fährt fort, ihm sei es unbegreiflich, daß nt Deutschland ein I solcher Engländerhaß Platz greifen könne: England sei doch nun einmal der natürliche Verbündete Deutfchlands. Weit gefahr- I lieber würde es fein, wenn England zum Schutzzoll überginge, und auch alle feine Kolonien dazu veranlaßte (Rufe links: Sehr richtig!) Nicht durch die großen Armeen sei uns der Friede bewahrt worden, nicht die großen Flotten wurden ihn bewahren, sondern nur der Umstand, daß die Völker nut ihren materiellen, I ihren wirtschaftlichen, ihren geistigen, ihren sozialen Interessen bereits so verknüpft feien, daß schon der bloße Gedanke an einen solchen Riesenkrieg, wie man ihn bei der heutigen Entwickelung der Zerstörungs-Instrumente haben wurde, überall Angst und Schrecken Hervorrufe. (Beifall lmks.) Es sei. die größte Dummheit gewesen, daß England deutsche schiffe beschlagnahmte (Rufe: Sehr richtig!). Man Berufe sich auf Handels- und Seestädte zu Gunsten der Vorlage, Aber er fei überzeugt, kerne einzige dieser Städte sei mit einem solchen Verlangen voran- qeaangen, sie seien nur nachgefolgt. Ern größerer Hohn, ent größerer Widerspruch, eine größere Halbheit feien gar nicht ju denken, als einesteils die Friedenskongresse, anderntests solche Vorlagen! Redner bestreitet ferner, daß die Vorlage durch die neue Arbeitsbeschaffung den Arbeitern nützlich fei. ^fion heute I wirkten die Ausgaben für die Flotte kulturhemmend. Wenn es I der Regierung ernst sei mit dem Interesse für die Arbeiter, wie I könne es da kommen, daß tu geradezu..skandalöser Weise die Arbeiter auf ben Wersten ausgebeutet wurden. Weshalb stelle I man nickt mehr Arbeiter ein? Und fei es etwa Nächstenliebe zu Ln Seiten, daß deutsche Waffen für das Ausland geliefert I würden, aus kapitalistischer Profitwut dei Unternehmer -ter I Geist der Vorlage sei derselbe, der die Strophe ,-,Nlcht Roß und I Reisige" beseitigt habe, derselbe, der ehedem iw alten Rom geherrscht habe. Würden nicht jetzt auch die Schnurrbarte nach den I Sitten des Einzelnen gerichtet? Diesen Geist lehnten die Sozial- I demokraten ab und mit ihm die Vorlage. (Beifall links.) I Staatssekretär Tirpitz wendet sich zunächst gegen den Abg. Bebel und ührt dann sachlich aus, die Nordsee muffe freigeha ten werden von jeder Blokade. Er, Redner, könne nur wiederholen, I daß auch trotz dieser Vorlage die deutsche Flotte noch schwach bleibe Aber wenn sie durch eine gute innere Organisation stark I gemacht werde, dann könne man damit feneu Zweck der Frei- I Haltung der Nordsee gegen jegliche Blokade erreichen. Es sei auch durchaus wünschenswert, daß auf den deutschen Werften das I Ausland ebenfalls bauen laste, ^zetzt aber muffe Deutschland noch I 30 pCt. im Auslande an Schiffen bauen lassen. Das mußte I ei9ets2(bg) v^W^nVe^nheim (Bd. d. Landw.) erklärt zunächst die bekannte Mitteilung der „Germania" als m allen Testen I frei erfunden und erlogen. Ferner erklärt er, die. Landwirtschaft I sei aus nationalen Gründen trotz der schweren Opfer, die auch I ihr dadurch auferlegt würden, für die Vorlage. Diese werde I aber ergänzt werden müssen durch einen Plan der künftigen Wirt- I schaftspolitik der Regierung. Richtig sei, daß unter den Land- I wirten vielfach große Mißstimmiing wegen der Vorlage herrsche I gerade wegen der jetzigen Wirtschaftspolitik. Aber er glaube, I er könne namens des größten Teils der Landwirte versichern, I daß sie aus nationalen Gründen für die Vorlage feien. Abg. S z m u l a (Zentr.) erklärt, er habe in voriger Woche I im Landtagsfoyer mit dem Abg. Hahn über die Arbeiterfrage ge- I sprachen. Dabei habe Dr. Hahn gesagt: Wenn wir doch erst die I häßliche Flotte weg hätten! Sehen Sie doch, daß Sie möglichst I viele Mitglieder Ihrer Partei gegen die Flotte kriegen! (lebt). I Bewegung.) Er, Redner, habe hiervon in seiner Fraktion ver- I traulich Mitteilung gemacht; sie sei dann in^die Presse über- I gegangen. Er müsse (Redner spricht lebhaft erregt) seine höchste I Entrüstung darüber ausdrücken, daß Frhr. v. Wangenheim, ohne I Zeuge dieser Unterhaltung gewesen zu sein, solche Worte I gebrauchte. Ich appelliere, so schließt Redner, an das Haus, wem I es mehr glauben will, einem ergrauten 70jährigen Manne oder dem I Abg. Dr. Hahn, der sich im ganzen Lande durch seine Hetzereien I bekannt gemacht hat. (Lebh. sensationelle Bewegung im Häuft.) Uezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2FW monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Rr. 3« Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener -««tkteuvtLtter »erden dem Anzeiger tm Wechsel mit ^Hess Landwirt" n. „Blätter ßür Hess. BolkSkunde- »tchtl. 4 mal beigelegt. in wilder Flucht sich aufgelöst hat, und daß die Offiziere die größte Mühe gehabt haben, die Leute wieder einigermaßen zu sammeln. London, 11. Februar. An zuständiger Stelle wird noch nicht zugegeben, daß alle Anstrengunjgen zum Entsätze Ladysmiths endgiltig aufgegeben worden sind. Ein vierter Angriff Bullers östlich bei Grobler Kloof soll noch versucht werden; aber auch dieser neue Plan wird, der Ansicht hervorragender Strategen gemäß, ebenfalls scheitern müssen, weil die Buren zu beweglich sind, und die Engländer andererseits die große Masse ihrer Streitkräfte nicht schnell genug zu den bedrohten Punkten bringen können. Deutsches Keich. Berlin, 11. Februar. Bei dem Empfange, welcher dem Prinzen Heinrich bei seiner Ankunft auf dem Anhalter Bahnhof auf Befehl des Kaisers bereitet werden soll, werden Fürst Hohenlohe mit dem gesamten StaatSministe- rium, sowie die Präsidien des Reichstages und beiden Häuser des Landtages den Prinzen begrüßen. Ferner ist bestimmt worden, daß am Dienstag alle öffentlichen Gebäude zu flaggen haben. — Prinz Heinrich trifft am Donnerstagabend in Kiel ein. — Wie dem „Berl. Tagebl." gemeldet wird, erregt in London ein gewisses Aufsehen, daß Kaiser Wilhelm am Donnerstag zweimal bei dem englischen Botschafter in Berlin vorgesprochen hat. Man bringt es dort mit diesem Besuch in Zusammenhang, daß ein längeres chiffriertes Telegramm gestern abend von London nach Berlin gerichtet wurde, welches für den deutschen Kaiser in Person bestimmt gewesen sein soll. — Im Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber war bis gestern um Mitternacht keine wesentliche Veränderung eingetreten. Der Kräftezustand des Patienten ist nicht günstig. Ausland. Wien, 11. Februar. Das offiziöse „Fremdenblatt" widmet an leitender Stelle dem heute hier eintreffenden Prinzen Heinrich von Preußen ebenfalls einen schwungvollen Begrüßungsartikel. Prinz Heinrich wird auf dem Südbahnhof vom Kaiser und allen hier anwesenden Erzherzögen empfangen und sodann in die Hofburg geleitet werden, woselbst er die Radetzky-Räume bewohnen wird. Wien, 11. Februar. Die in auswärtigen Blättern aufgetauchten Gerüchte, Oesterreich beabsichtige in Ostasien einen Handelshafen zu erwerben, werden von informierter Seite als haltlose Erfindung bezeichnet. Paris, 11. Februar. Der Senator Baduel erklärte, er werde einen Zusatzantrag zu dem Amnestiegesetz, welches dem Senat bereits unterbreitet ist, einbringen. Diesem Zusatze zufolge soll sich die Amnestie auch auf alle vom Staatsgerichtshof Verurteilten erstrecken. Paris, 11. Februar. Der Entschluß Laboris, die in Belgien angekündigten Vorträge nicht zu halten, soll auf einen Wunsch der Regierung zurückzuführen sein. Dieselbe soll Labori erklärt haben, sie würde es nicht gern sehen, daß Laboris Erscheinen in Belgien die Dreyfusaffäre wieder neu aufleben lasse, weil dadurch der Zwiespalt in der französischen Kolonie in Belgien noch vergrößert werden würde, andrerseits aber auch die Ausstellung dadurch Schaden erleiden könnte. Labori soll sich diesem Wunsche der Regierung gefügt haben. Sofia, 11. Februar. Die Regierung verbot den Verkauf der Ländereien bei BurgaS an Mahmud Pascha. Letzterer erhob Protest. Lokales und ProvinrieUes. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 12. Februar 1900. Gesellschaft für Erd- und Völkerkuude. Am 8. Februar sprach Herr Professor Dr. Karl von den Steinen über seine Bereisung der Marquesas-Jnseln und die dortigen Reste der polynesischen Kultur. Er schilderte zunächst die Inselgruppe selbst, zu der er im August 1897 von San Francisco aus in 24iägiger Segelreise gelangt war, und berichtete dann über seine Versuche, die alten polynesischen Gebräuche und Sitten zu studieren. Auf der Hauptinsel Nukuhiwa erlebte er eine große Enttäuschung, da dort die alte Kultur durch den französischen Einfluß bereits nahezu verdrängt war, und selbst in den, von dem Hauptorte entfernter liegenden Ansiedelungen ein halb- europäischer Firnis an deren Stelle getreten war. Dagegen gelang es ihm, auf Fatuiwa, der südlichsten Insel der Gruppe, noch einigermaßen ursprüngliche Zustände anzutreffen, wenigstens insofern, als die eingeborene Bevölkerung noch in den alten Anschauungen fortlebte, und ihrer eigenartigen Vergangenheit noch viel gedachte. So war es denn hier auch möglich, zum Teil sehr wertvolle Nachrichten über die sozialen und religiösen Ansichten der alten Marquesaner zu erhalten, die u. a. auf die vor Jahrhunderten vorgenommene letzte polynesische Wanderung deutliches Licht werfen, da die alten Heroengeschlechter stets paarweise die Namen polynesischer Inseln tragen, wie Wawau, Sawaii (Hawaiiki), Tongatabu, Fiti. Dadurch wird die bisherige Annahme, daß die Gegend der Samoa- Inseln der Ausgangspunkt der Wanderung gewesen sei, kräftig gestützt. Auö dem reichen Schatze der geschilderten Gebräuche und Eigentümlichkeiten hob der Redner besonders hervor die wenigstens in ihrer extremen Ausbildung auf die Südsee beschränkte Sitte des Tabu oder Tapu, durch welche über Personen, Oertlichkeiten, wie die Marai, die alten Tempel- und Opferstätten, und auch über zahlreiche, namentlich die tägliche Nahrung und die Erziehung, sowie Wohnung betreffende Gegenstände ein äußerst strenger Bann gelegt wird. Die räumliche und zeitliche Ausdehnung des Tapu, und das überaus zähe und starre, ja fanatische Festhalten an dieser Einrichtung, die ursprünglich wohl eine Privilegierung bestimmter Klassen und Stände, wie Häuptlinge, Krieger, Priester, bezweckte, greift derart in die. ganze Lebensführung der Marquesaner ein, daß diese uns Europäern vielfach ganz unverständlich und widersinnig erscheint. Eine Reihe ausgezeichnet ausgewählter Lichtbilder, unter denen namentlich die zur Veranschaulichung der Tättowierung dienenden hervorgehoben werden mögen, ergänzte und erklärte den überaus inhaltreichen, wertvollen Vortrag auf das trefflichste. ** Neue Komposition Wir versäumen nicht, auf eine neue Liedkomposition unseres Landsmannes, des Herkn Kapellmeister Polster, hinzuweisen, die vor einiger Zeit bei I. Schuberth & Co. in Leipzig erschienen ist. „Grüßt mir das blonde Kind am Rhein" ist der Text, welcher der Komposition zu Grunde liegt. Die Komposition ist dem Text entsprechend anmutig, lebendig, warm und stimmungsvoll und kann Freunden schöner Lieder als leicht sanglich nur bestens empfohlen werden. •* Eis-Konzert. Nachdem am gestrigen Sonntag nachmittags von 2—4 Uhr bereits Konzert auf der Eisbahn des Eisvereins stattgefunden hat, beabsichtigt der Vorstand, bei anhaltend günstiger Witterung, morgen Dienstagnachmittag von 2y2 — 5 Uhr wiederholt die hiesige Regimentskapelle konzertieren zu lassen (s. Anzeigenteil). ** Stadttheater. Wie wir schon in unserer SonntagS- nummer mitteilten, hat morgen Dienstag der Charakterspieler Franz Rolan seine Benefiz-Vorstellung und wählte er sich hierzu das Lustspiel von Karl Gutzkow: „Der Königsleutnant", in welchem er die überaus schwierige Rolle des französischen Generals „Thoranc" spielt. Herr Rolan hat sich seiner ihm zugeteilten Rollen stets mit Fleiß und Sorgfalt angenommen und uns schon oft von seinem bedeutenden Talente überzeugt; der junge strebsame Künstler erwarb sich hier schon viele Freunde und wollen wir demselben ein recht volles Haus von Herzen wünschen. •* Wiederum hat der Gießener Männer Gesang-Verein einen Glanzpunkt in seinen Annalen zu verzeichnen, denn das am Samstag, dem 10. d. Mts., in Steins Saalbau abgehaltene Winterfest ist ein in jeder Hinsicht wohlgelungenes zu nennen. Von gesanglichen Leistungen ist vor allem neben anderen herrlichen Stücken hervorzuheben der aufs beste einstudierte Chor mit Orchesterbegleitung: „Die Ehre Gottes", für welche treffliche Leistung sowohl dem altbewährten Dirigenten, Herrn Musikdirektor Carl Krauße, wie auch den Sängern volles Lob gebührt. Die ferner noch gebotenen Solis (Weserlied, Auch ich war ein Jüngling) fanden gleichwie die in hervorragend schöner Weise gesungenen beiden Solo Quartette den wohlverdienten reichsten Beifall. Der hiernach folgende, in durchaus flotter Weise gespielte Schwank „Sachsen in Preußen", war ganz geeignet, als Uebergang zum Tanz die Gemüter in die fröhlichste Stimmung zu versetzen, und so wurde denn auch das Tanzbein bis in den grauenden Morgen hinein mit altgewohnter Virtuosität geschwungen. ** Polizeibericht. Gestern gerieten zwei, ein hiesiger und ein auswärtiger, Bäckergesellen von dem Windhof kommend, in Streit, wobei der eine mit seinem Stock dem anderen derart auf den Kopf schlug, daß derselbe eine Verletzung davontrug. Anzeige wegen Körperverletzung wurde erhoben. — Vergangene Nacht wurden drei auswärtige Dämchen im Alter von 16 und 17 Jahren in hiesiger Stadt wegen lüderlichen Umhertreibens verhaftet. — In letzter Zeit wurden schon des öfteren Uebertretungen wegen Umgehung von Stempelabgaben seitens der Wirte bezw. Gesellschaften begangen, so daß Strafen erheblicher Art unausbleiblich waren. ES wäre den Wirten sehr zu empfehlen, sich bei Abhaltung von Konzerten, Tanzvergnügen von Gesellschaften p. P. vorher zu vergewissern, ob dem Gesetze auch Genüge geleistet worden ist. •* Eilbriefe im Orts- und Laudbestellbezirk der Postan- stallen. Bisher waren Eilbriefe nach dem Orts- und Landbestellbezirk der Aufgabepostanstalten nicht zulässig. Es wurde infolgedessen ein in Gießen aufgelieferter Eilbrief nach Gießen oder nach Klein-Linden nicht durch Eilboten, sondern in gewöhnlicher Weise bestellt, auch wenn die Gebühr für die Eilbestellung in Freimarken auf einem solchen Briefe verrechnet war. Diesem oft unangenehm empfundenen Uebelstande wird nunmehr abgeholfen. Vom 1. April ds. Js. ab, sind fortan auch gewöhnliche Eilbriefsendungen nach dem OrtS- und Landbestellbezirk der Aufgabepostanstalten zulässig. An Gebühren für derartige Eilbriefsendungen gelangen zur Erhebung: a) im Orte selbst neben der gewöhnlichen Gebühr für die Sendung 25 Pfg. Eilbotenlohn, b) bei Briessendungen nach dem Landbestellbezirk: neben der tarifmäßigen Gebühr für die Sendung, die wirklich erwachsenden Botenkostcn, mindestens aber 25 Pfg. Sind die entstehenden Botenkosten nicht bekannt, so hat der Absender einen angemessenen Betrag bei der Aufgabepostanstalt zu hinterlegen. Die Zahlung der Botenkosten kann auch dem Empfänger überlassen bleiben. ** Hebet die Wirkungen des neuen Stempelgesetzes haben sich in Ihrer Zeitung Stimmen aus Starkenburg und Rheinhessen vernehmen lassen. ES möge gestattet sein, daß sich auch ein Oberhesse mit einigen Zeilen an dem wichtigen Gegenstände beteilige. Da sei nun in erster Linie hervorgehoben, daß daS Stempelgesetz in überaus wohl- thätiger Weise gegen das Ziehharmonikawesen und den Tanzunfug gewirkt hat. Schon vor zehn und mehr Jahren hat der „Gießener Anzeiger" in seinen „Landwirtschaftlichen Beiträgen" auf den Mißbrauch hingewiesen, der allsonntäglich mit der Ziehharmonika getrieben wurde. Kein Sonntag verging, an dem die jungen Leute nicht auf den Tanzboden zogen und dort ihr Wesen trieben, denn selbstgemachte Musik war steuerfrei. Vorstellungen, Zureden und gute Worte halfen nichts, es wurde getanzt, gejubelt, getrunken das ganze Jahr hindurch. Jetzt ist es besser geworden! Das nervenzerstörende Gedudel hat nachgelassen, seitdem Stempelabgabe gefordert wird, die jungen Leute fangen an, sich nach besseren Unterhaltungen umzuschauen, und das ist sehr gut. — Ein anderes ist es aber mit der Stempelabgabe hinsichtlich der Luxuswagen. Alle Fuhrwerke, die auf Federn laufen, müssen alljährlich 20 Mark Stempel entrichten. Nun gibt es Luxuswagen, die 3000, 4000, 5000 Mark und mehr beim Ankauf kosten; sie zahlen 20 Mark Steuer wie das Bernerwägelein, das 200 bis 300 Mark kostet. DaS kann doch unmöglich richtig sein. Viele Fuhrwerke der letzteren Art werden zum Transport von Möbeln der verschiedensten Sorten: SophaS, Tischen, Stühlen, Geschirren, Tapeten u. dgl. benutzt. Wenn der Eigentümer nun auch einmal darauf spazieren fährt, so kann man eigentlich noch nicht von Luxuswagen sprechen, und wenn das Bernerwägelein, das 200 Mark zu bauen kostet, 20 Mark Steuer tragen soll, wieviel darf man dem hochfeinen Landauer zumuten, dessen Bau 4000 Mark beanspruchte. Jedenfalls ist der letztere ein viel steuerfähigerer Gegenstand, als das auf Federn ruhende, im Geschäft notwendige Wägelein. — Das Stempelgesetz enthält in dieser Beziehung eine Lücke und eine Härte, auf welche diejenigen, die davon betroffen werden, aufmerksam gemacht werden mögen, damit sie ihr Teil dazu beitragen, diese Härte beseitigen zu helfen. § Breungeshain bei Schotten, 10. Februar. Im nächsten Frühjahr soll hier eine neue Forst wart Wohnung erbaut werden. Als Muster ist die im vorigen Jahre zu Burkhards erbaute Försterwohnung ins Auge gefaßt. O Bleichenbach, 9. Februar. Die hiesige „Vereinigte Sängergesellschaft" giebt am zweiten Oster- feiertag in diesem Jahre schon die dritte Abendunterhaltung. Seit einer Reihe von Jahren hat sich die Gesellschaft durch ihre vortrefflichen Leistungen den Beifall und das Lob der ganzen Bewohnerschaft erworben. — Darmstadt, 11. Februar. Am diesjährigen Fast- nachtStage (27. Februar) findet in der hessischen Residenz, wie schon in früheren Jahren, ein Karnevalzug statt, der nach den bis jetzt getroffenen Vorbereitungen recht glanzvoll werden wird. Zahlreiche Vereine haben ihre Beteiligung zugesagt und sind schon seit Wochen eifrig beschäftigt, den von ihnen übernommenen Teil des Jahrhundertzuges so humoristisch wie möglich zu gestalten. Zur Erlangung von wirkungsvollen Zugsgruppen hatte die den Zug veranstaltende „Darmstädter Narrhalla" einen allgemeinen Wettbewerb ausgeschrieben, auf gründ dessen nicht weniger als 44 Entwürfe aus Laien- und Künstlerkreisen eingingen, darunter ganz hervorragende Arbeiten. Den 1. Preis erhielt Hoftheatermaler Kurt Kempin, den Besuchern der letzten Hessischen Kunstausstellung gewiß aufS vorteilhafteste bekannt, den 2. Preis Maler Beyer fen., den 3. Preis Maler W. Horst. Da auch bic Behörden dem aus der Mitte der Bürgerschaft hervorgegangenen Unternehmen jede mögliche Förderung angedeihen lassen, ist an einem gelungenen Verlauf nicht zu zweifeln. A Bürgel, 11. Februar. Die 11 Klassen der hiesigen Volksschule werden von morgen ab einer Visitation durch die Großherzogliche Kreis-Schulkornrnission Offenbach unterzogen. In den letzten Wochen wurden die Schulen im benachbarten Mühlheim von derselben Behörde geprüft. O Mainz, 11. Februar. Eine sehr hübsche Idee lag dem gestrigen II. Maskenball des Karneval-Vereins in der Stadthalle zu Grunde. Es sollte nämlich eine Schönheitskonkurrenz stattfinden, und zwar sollte der schönste anwesende Herr den Schönheitspreis erhalten. Die Herren bekamen am Eingänge Nummern, während den Damen ein Stimmzettel und ein Bleistift verabreicht wurde. Jede Dame sollte nun die Nummer des von ihr als schönsten angesehenen Herrn auf den Zettel schreiben, und denselben in die Wahlurne werfen, von wo aus bann um 12 Uhr die Nummer des AuSerwählten bekannt gegeben werden sollte. Aber eS kam anders, die meisten Damen wählten nämlich nicht, sodaß um Mitternacht verkündet werden mußte, daß die Konkurrenz, wegen nicht genügender Beteiligung nicht ftattfiuben könne. Dessen ungeachtet nahm ber Ball, ber von ungefähr 3000 Personen besucht war, einen sehr schönen Verlauf. Von neuen Masken bemerkte man nur einige Geischas, währenb ber Domino, wie immer, bei weitem vorherrschte. Mainz, 10. Februar. In Sachen der Bladt'schen Erbschaft erfährt die „F. Z." von zuverlässiger Seite, daß ber Testamentsvollstrecker in Berlin beauftragt worben ist, ber Stabt Mainz Mk. 275 000 auszuzahlen. Bingen, 10. Februar. Der Abstich bes neuen 1899er Weines ist zurzeit in hiesiger Gegend in vollem Gange. Nach ben bis jetzt stattgehabten Ergebnissen ist berfelbe im allgemeinen ein sehr rassiger, reintöniger Wein, ber an Güte ben 1897er weit übertreffen wirb und etwa beinahe bem 1895er gleichkommen bürfte. m. Fritzlar, 11. Februar. Wilbschweine treiben feit längerer Zeit toieber arges Unwesen in den um unsere Stabt herum gelegenen Walbungen. Nachbem vor einigen Wochen etwa 10 Stück in ben Engliser Wälbern von ben Herren Oberförster Krause, Buchenhorst, Lubwig unb anberen Herren von hier zur Strecke gebracht waren, hatten sich gestern toieber eine Anzahl hiesiger Herren in ben Fritzlarer Walb auf bie Saujagd begeben. Herr Kataster-Kontrolleur Sewig hatte das Glück, im Hinterwald am Mittelberg einen 130 Pfund schweren Keiler zu erlegen. Auch in dem gräflichen Jagdgebiet um Bergheim herum, machten sich ganze Rubel Wilbschweine bemerkbar. Herr Amtmann Hamburg von- Ibo" 8'!?Ä4! Tine ft IW" 3' Ue‘W«“ Sb’’ S.'lli", w. (yftenilaWg sw**,le Gufflwe, wlchel IW St** für M,"' 'M gefluchtet. feine plötzliche Ä .fcfröor. Karlsruhe Menmdchen roi Trümmern herv' noch gesucht. Um ordentlchen Ntfiot - ton Milt« S - Wxt Meyer in Kdttin um das Jrrenwe im Mer von 73 - Jena, Verzeichnis für bat Interesses an: N Stolen: Die (eiter Dome: Die deutsch wirtschaftlichen Sei insbesondere Deu Kolonialpolitls 2>( zücht; Edler: San. geschichtliches fyatt 5 otbtnlliiit, bie juriflififi §afulh i ufaotbentlifyn f 2 ordentliche honorar- dir MchMche $ 16 auhervrdeMche - im Sommer Geh. H - BttfOUl Turch eine Reihe v. dm OrthoMen He Kaisers ein Lehrstuhl Tas Mrzb, Imn .Informdinnen für ; Kaisers ber preW HE Hesfing wegen lt« Sugsburg) behu Gablungen trat. - M«ntn tzch. Her' in Avüthrt T mwn. - «n hervorragender nnh 5 2«trrah 7^ darum dn not Mei(jening unser ^deent ei^e Beo ^Pachtungen vor! Ä,’1 liÄN*5 K •feig gegen von Gießen, Rirchenplatz u- 718 1117 den und 7620 Nadel- Löwe. 1120 130 189 und 74 Frankfurt Daube & Co. Stephan. 1125 iiniif-(r>efiidjc wird gemeldet: Die gefordert, wodurch Diese Kundgebungen 100 157 24 146 Mit genügenden Mitteln suche ein mittelgroßes Gut zu pachten oder zu kaufen. Gefl. Off rlen befördert die Annoncen-Expeditton von G. L. Abge- Nacht- 2 1 S6 30 rm n n tf Buchen-Scheit, Eichen-Scheit, Nadel-Scheit, Buchen-, Eichen« Nadel-Knüppel, Der jedesmalige Anfang ist vor- mittags um 9 Uhr, im Distrikt Lahnkopf. Zusammenkunft auf der Kreisstraße diesseits der Tiefenbach. Staufenberg, am 12. Febr. 1900. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Buchen«, Eichen« und Wellen, rm Buchen«, Eichen- Nadel«Stöcke. Gebrauchtes Midet zu kaufen gesucht. Gefl. Anerbieten unter Nr. 1127 an die Expedition dieses Blattes. alle Kreis« und Lokalblätter Dutzende von Jagdverpachtungen enthielten. Unsere Jagd erzielte seither eine Pacht von 330 Mk. jährlich. Jetzt bringt sie der Gemeindckasse — man höre und staune 1 745 Mk., das heißt mehr als daS Fünffache ein. Unsere Ortseinnehmer und der G-meinderechner machen sehr vergnügte Gesichter über dieses überaus schöne finanzielle Ergebnis, das wohl auch darin seinen Grund hat, daß man jetzt leicht mit der Bahn in die Wetterau kommen kann. Zuletzt soll doch für die Herren Waidmänner auch noch die Nachricht folgen, daß wir stets einen sehr schönen Rehstand haben, über den sich das echte Jägerherz schon freuen kann. Uebertriebenes Hegen wäre uns aber nicht erwünscht, weil der große Rehstand bekanntlich an jungen Schonungen großen Schaden anrichtet. arbeiter, wodurch 6000 Arbeiter verschiedener worden sind. Pari-, 11. Februar. Aus Martinique Landarbeiter haben eine Lohnerhöhung Eichenstämme bis 69 cm Durch« messer mit 66,53 fm Inhalt (darunt. 47 Stämme Schnitth.), Kiefernstämme bis 59 cm Durchmesser mit 70,69 fm Inhalt (darunter 42 Stämme Schnittholz), Erlenstämme, Lindenstamm, Fichten-Derbstangen, Fichlen-Reisstangen. Ärmste Wewunge«. Depeschen befl Bureau „Herold'. Wien, 12. Februar. Von unterrichteter Seite wird versichert, dmß der R e i ch s r a t am 22. Februar e i n b e - Telegramme des »Gießener Anzeiger". Berlin, 12. Februar. Aus dem Streikgebiete liegen folgende Nachrichten vor: Der Berliner Montag-Zeitung wird aus Leoben ge« melvet: Die gestern hier abgehaltene Bergarbeiter-Versammlung erklärte sich mit den im Einigungsamte festgesetzten Bedingungen einverstanden. Den Bohnsberger Vertrauensmänner, welche schuld sein sollen an den schlechten Bedingungen, wurde ein Mißtrauensvotum ausgesprochen. Heute wird die Arbeit wieder ausgenommen. — Nach einer Meldung des Kleinen Journal aus Graz beschlossen die Kohlenarbeiter des Seegrabener Reviers in einer gestern stattgehabten Versammlung, sich dem Urteil des Einigungsamtes vorläufig zu unterwerfen und die Arbeit aufzunehmen. Nach Informationen verschiedener Blätter aus Kattowitz ist der Ausstand auf den oberschlesischen Gruben jetzt überall beendet. Der Arbeitermangel im Jndustriebezirk ist ein sehr empfindlicher. Die größeren Gesellschaften sind gezwungen, sich nach ausländischen Arbeitern umzusehen. Seit kurzem werden z. B. auf der Ferdinand-Grube eine Anzahl italienischer Arbeiter beschäftigt. — In Prag fanden gestern große Ansammlungen auf dem Wenzelsplatze statt, wobei die Arbeiter weiße und rote Nelken trugen. Trotz des zahlreichen Aufgebots der Polizei ereigneten sich mittags einige Schlägereien mit Kouleur-Studenten. Beim Abzüge sangen die Arbeiter Arbeiter-Lieder und die tschechische Trutzhymne. Mährisch-Ostrau, 12. Februar. Zahlreiche gestern hier abgehaltene Arbeiter-Versammlungen, welche von über 20000 Personell besucht waren, beschlossen, die Vorschläge der Bergwerksbesitzer als ungenügend abzulehnen, die Verhandlungen des Einigungsamtes abzubrechen und im Streike zu verbleiben. Budapest, 12. Februar. Nach Privatmeldungen aus Reschitza dürfte heute auf den Kohlen- und Eisenwerken von Reschitza und Anina der Generalstreik ausbrcchen. Gießen, ben 9. Februar 1900. Grobherzogliches Amtsgericht. Mittwoch den 14. Februar d. Is., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Sofas, Kommoden, Schränke, 1 Schreibtisch, 1 Aquarium, 1 Silberschrank, i Ver« tikow, 1 Sekretär, 1 Nähmaschine, 1 vollst, ©ett, 2 Hobelbänke, 2 Faß Wein, eine Partie Schuhwaren, 1 schweres Zugpferd und 1 Häckselmaschine, 1 Sofa mit sechs Stühlen und zwei Sefleln u. a. 1132 Geißler, Großh. Gerichtsvollzieher. MW** W WM MH mmijug stall, tobereitungen recht eine haben ihre Belt Wochen ästig bien Teil des Fch h zu gestalten. > Men hatte die btn challa" einen allge- j gründ dessen nicht - und Künftlerkreiseo bt Ärbeittn. Den rt Kempin, den lellung gewiß aus- Mr 8et)tr (en.. \At HüMen itiijtn lassen, ist an ifeln. Klaffen der hiesigen einer Bisitatiov Zchulkommission Wochen wurden die n deffelben Behörde Hohversteigerung im Ztauftubrrger Gemeiudkmld. Montag den 19. Aebrnar 1900 sollen in den Distrikten Lahn lopf, Schwalbengraben und Birken nrchvrrzelchnete Holzsortirnente versteigert werden: Markus Bauer Spezial-Geschäft in seiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Ulaß in eigener Iverkstätte. Dienstag den SO. Februar in denselben Distrikten: Universität und Hochschule. — Ernannt: Der Privatdozent Dr. H. Malfatti zum außer- ordentlchen Profeffor für angewandte medizinische Chemie an der Universität Innsbruck. — Die medizinische Fakultät der Universität München ben Minister des Innern Freiherrn v. Feilitzsch zum Ehrendoktor. — Gestorben: Der Geh. Medizinalrat Professor Dr. Ludwig M-eyer in Göttingen, Direktor der Landes-Irrenanstalt und Klinik, ein um das Jrrenwesen hochverdienter Gelehrter, nach längerer Krankheit im Alter von 73 Jahren ß — Jena, 10. Februar. Das soeben erschienene Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester führt von Vorlesungen allgemeinen Interesses an: Nippold: Geschichte dec äußeren und inneren Mission; Eicken: Die leitenden Ideen der Gegenwart, Darstellung und Kritik; Towe: Die deutschen Schutzgebiet«, mit besonderer Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse; Pierstorff: Grundzüge der Finanzwissenschaft, insbesondere Deutschlands direkte und indirekte Steuern; Anton: K»lonialpolittk Deutschlands und der Niedrelande; Settegast: Pferdezucht; Edler: Landwirtschaftliches Genossenschaftswesen; Weber: Kunst- qeschichtliches Praktiknm über Denkmalspflege. Die theologische Fakultät zählt 5 ordentliche, 3 außerordentliche Professoren, 1 Privatdozenten, die juristische Fakultät 6 ordenUiche, 2 ordentlich- Honorar-Professoren, ] außerordentlichen Professor, die medizinische Fakultät 9 ordentliche, 2 ordentliche Honorar-, 8 außerordentliche Profefforen, 2 Privatdozenten, die philosophische Fakultät 18 ordentliche, 6 ordentliche Honorar-, 18 außerordentliche Profefforen, 14 Privatdozenten. Nicht lesen werden im Sommer Geh. Hofrat Dr. Gädechens und Profeffor Dr. Abbe. — verschiedenes: Man schreibt aus Würzburg vom 8. d. M.: Durch eine Reihe von Zeitungen ging dieser Tage die Nachricht, daß dem Orthopäden Hessing in Göppingen auf direkte Veranlassung des Kaisers ein Lehrstuhl an der Universiät Berlin eingeräumt werden solle. Das „Würzb. Journal" erklärt diese Meldung auf Grund authentischer Informationen für falsch. Wahr sei nur, daß auf Veranlassung des Kaiser- der preußische Kultusminister mit dem in Berlin anwesenden Herrn Hessing wegen Entsendung preußischer Mediziner nach Göppingen (bei Augsburg) behufs Studiums der Hessing'schen Methode in Verhandlungen trat. — Wie berichtet wird, ist als Nachfolger des verstorbenen Geh. Oberbergrates Hauchecorne der Oberbergrat Schweißer in Clausthal zum Direktor der Berliner Bergakademie in Aussicht genommen. — Professor Dr. Reitz an der Universität in Kopenhagen, ein hervorragender Mediziner, trat wegen Kränklichkeit in den Ruhestand. rufen wird, da die Regierung sich vorerst Gewißheit darüber verschaffen will, ob von der Berständignngs-, Konferenz ein greifbares Resultat und in weiterer Folge die Arbeitsfähigkeit des Parlaments zu erwarten ist. Paris, 12. Februar. In der Redaktion der Zeitung „La Croix" wurde eine Haussuchung vorgenommen. — Kardinal Richard ist vom Papst nach Rom berufen worden. Man erwartet eine abfällige Aeußerung der Kurie die regierungsfeindlichen Klerikalen. Dr. Lieber Tiij-Wnriihi. Schüler werden zu jeder Zeit für große Straßenkundgebnngen entstanden. arteten in einen Kampf zwischen den Ausständigen und den Truppen aus. Die Truppen machten Gebrauch von ihren Waffen, tödteten acht Ausständige und verwundeten vierzehn. Eine Interpellation wird dieser- halb in der Kammer eingebracht werden. Der Kolonialminister hat von dem Generalgouverneur Einzelheiten eingefordert. Vermischtes. Eupen, 10. Febr. Oberbürgermeister a. D. Peter Becker, von 1850 bis 1881 Bürgermeister von men seitdem im Ruhestand, ist 87 Jahre alt gestorben. Er war seiner Zeit Mitglied des Landtages und des Pro- oinziallaudtages. Berlin, 10. Febr. Der Untersuchungsrichter in Thorn setzt 500 Mk. für die Ergreifung des früheren Jn- .Unieur-Offiziers Hellmuth Wessel aus, der, wegen Betrugs und Urkundenfälschung in gerichtlicher Untersuchung, auf dem Transport nach Thorn auf dem Bahnhof Posen entsprungen ist. Berlin, 10. Febr. Eine Million Mark für die Haftentlassung des Bankiers Sternberg soll als Kaution den Gerichten angeboten werden. Es ist dies die höchste, Summe, welche seit vielen Jahren in der Praxis der Berliner Strafgerichte in derartigen Fällen eine Rolle gespielt hat. Hamburg, 10. Februar. Der hiesige Generalkonsul für Chile, Ad. Johann Schwartz, ist plötzlich aus Hamburg geflüchtet. Finanzielle Schwierigkeiten, in denen sich Schwartz schon seit langer Zeit befindet, veranlaßten seine plötzliche Abreise. Der Fall ruft großes Aufsehen hervor. Karlsruhe, 10. Febr. Von den feit dem Brande des Landauerschen Warenhauses hierselbst vermißten drei Ladenmädchen wurden heute früh zwei verkohlt unter den Trümmern hervorgezogen; nach der dritten Leiche wird noch gesucht. Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister wurde bezüglich der Spar- und Darlehnskaffe Wiefeck, e. G. m. u. H., eingetragen, daß Heinrich Becker zu Wiefeck an Stelle des verstorbenen Johannes Deibel VI. in den Vorstand gewählt ist. Arbeiterbewegung. Breslau, 11. Februar. Das Waldenburger Gewerkschaftskartell überreichte den Grubenverwaltungen die Forderungen der Berg l e u t e. Die Verwaltungen wollen anfangs nächster Woche mit den Vertrauensmännern der Bergleute unterhandeln. Bisher wird nirgends gestreikt. Wien, 11. Februar. Die Situation im Streikgebiet ist unverändert; es ist weder eine Besserung noch eine Verschlechterung eingetreten. Budapest, 11. Februar. Von informierter Seite wird versichert, daß der Finanzminister mit Rücksicht auf die Lage des Geldmarktes, und speziell des Marktes für Anlagewerte, zurzeit nicht gewillt ist, eine große Anleihe durchzuführen. Budapest, 11. Februar. Reschitza befindet sich im Belagerungszustand, Gendarmen und Soldaten durchziehen die Stadt. Die Auszahlung der Arbiter, sonst am Sonnabendmorgen, geschieht heute abend. Bisher streiken die Maschinen-, Brückenbau- und Walz- werkarbeiter. Die Kohlenarbeiter dürften sich heute abend anschließen. Die Arbeiterzahl beträgt 12 000. Die Haltung der Arbeiter erweist sich bisher als musterhaft. Der Brand des Ronaschachtes, der unbedeutend war, ist bereits lokalisiert Brüssel, 11. Februar. Der Weberausstand ist infolge Zubilligung einer 5 bis 10 prozentigen Lohnerhöhung seitens der Arbeit- Jagd und Sport. D. Daueruhetm, 10. Februar. Daß die Jagd ein kostspieliges und darum ein nobeles Vergnügen ist, hat die gestern vorgenommene Aeisteigerung unserer Wald» und Feldjagd gezeigt. Diese Versteigerung rer dient einige Beachtung, weil im laufenden Jahre nur ganz wenige Verpachtungen vorkommen, während im vorigen Jahre um diese Zeit Kirchliche Nachrichten. Svavgelische Gemeinde. Montag den 12. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstrrnde im Konfirmandenfaal der Johanneskirche. 1. Thessalonicherbrief. Kap. 5. Die Wiederkunft des Herrn: Mahnruf zum Wachen und Nüchtern« sein Pfarrer Dr. Naumann. Versteigerung. Dienstag den 13. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung Neustadt 55 dahier: 1 Kassenschrank, eine Partie Schuhwaren, Filz- und Strohhüte, mehrere Oelgemälde und Möbel aller Art. 1134 Born, Gerichtsvollzieher. geber wieder beigelegt. Antwerpen, H- Februar. Seit gestern streiken 1500 Metall- Gewerke brodlos ge- Berlin, 12. Februar. Im Befinden des ordneten Dr. Lieber haben sich bis in die späten stunden keine neuen Komplikationen eingestellt. Prinz Heinrick in Wien. Wien, 12. Februar. Prinz Heinrich Pr uß en ist gestern nachmittag 6 Uhr hier einejetroffen. Zum Empfange waren am Bahnhof der Kaiser mit großem Gefolge und die Erzherzoge zugegen. Prinz Heinrich trug die Gala-Uniform eines österreichischen Admirals ,. Die Begrüßung zwischen Kaiser und Prinz war sehr herzlich und freundschaftlich. Als der Kaiser mit dem Prinzen nach der Hofburg fuhr, brachte ihnen das zahlreiche Publikum lebhafte Ovationen dar. In der Hofburg wurde der Prinz von der Erzherzogin Maria Josepha, die als die Gemahlin ’X?""*' "WohnMg 0, V°* Ich-- g-sch. " Ms« „8u. ® Witin Dfu. Äötohunterbaltunq. e ®Wd/aft durch und das iob btt durch, i y anit, ltNtJh ,UD9tn **4 fr “!'Ä5 ■•'SÄ 16,.eI feuersicherer v enthält in dieser * diejenigen, ® 8'Mt Herben di-se Wrte neuen Tanz • Kursus angenommen Vonnenftraße 5. 1128 Joseph Möhl, Tanzlehrer. a. M., unter F. A. 365. im Gesucht für ein Kolonialwaren-EngroS-Ge« schäft in einer Stadt am Rhein ein tüchtigkr Reisender bei hohem Gehalt. Eintritt möglichst sof. erwünscht. Offerten beliebe man unter Nr. 0547 an die Exp. d. Bl. zu richten. 912] Domino billig zu verleihen bei H. Tichy, Seltersweg 60. Holzverkauf. Samstag den 17. Februar d. I., nachmittags 2 Uhr, soll in der Pseffer'schen Wirtschaft zu Bellnhausen das in dem BeLn- hrusener Inter essentenwald elnge« schlagens Nutzholz zusammen öffentlich verkauft werd.'v, als: 1. 162 Etchen-Abschnilte von 4 bis 12 m Länge und 13 bis 60 cm Durchmesser mit ca. 75 fm, 2. 19 Kiefern Abschnitte von 2 bi« 10 m Länge und 12 bis 43 cm Durchmesser mit ca. 8 fm. Bellnhausen, den 10. Febr 1900. Der Waldvorstand. des Erzherzogs Otto die Honneurs machte, empfangen. Am Diner nahmen der deutsche Botschafter und die Mitglieder der deutschen Botschaft teil. Die egyptische Tratte Rom, 12. Februar. Die Abfahrt des englischen Geschwaders aus Malta nach Alexandrien hat hier allgemeines Aufsehen erregt, da man darin ein Vorzeichen wichtiger politischer Ereignisse erblickt. Die Meuterei der egyptischen Truppen rechtfertige diese Mobilmachung durchaus nicht. Man nimmt an, daß die Aufwickelung der egyptischen Frage die allgemeine Ursache dieser Demonstration ist. _____________ Vom Kriegsschauplatz. London, 12. Februar. Das KriegSamk hat folgende zwei Telegramme des Sir Walker, welcher an Stelle Lord Roberts die Truppen in Kapstadt befehligt, erhalten: Kapstadt, 11. Februar, 6 Uhr 30 Min. norm. Der Kommandant Kekewich meldet unter dem 8. Februar, daß ein Eingeborener aus Kimberley eingetroffen ist, der Mafeking mit den abziehenden Buren verlassen hat. Derselbe erklärte, die Buren hätten die Belagerung Mafekings aufgegeben, um nach dem Süden zu ziehen. Sie nahmen eine Anzahl Schnellfeuer- Kanonen mit sich. Eins dieser Geschütze eröffnete am 7. das Feuer auf Kimberley. Eine Aenderung hat sich dort nicht zugetragen. — Ein zweites Telegramm vom 11. Februar mittags berichtet, Kommandant Clements telegraphiert aus RenSburg, daß am 9. Februar die Buren den Versuch gemacht haben, die rechte Flanke seiner Truppen zu umgehen. Dieser Plan scheiterte jedoch, und die Engländer behaupteten ihre Stellungen. Ihre Verluste sind unbedeutend. London, 12. Februar. Aus Kimberley wird gemeldet, daß die Zahl der belagernden Buren bedeutend abgenommen hat, und daß die Buren bereits am 7. Februar in einer Entfernung von 4000 Meter von der Grube Premier Laufgräben angelegt haben. London, 12. Februar. Hier ist das Gerücht verbreitet, daß 5000 Buren den Tugela überschritten hätten, um den General Buller zu umgehen. Lord Roberts kam am Modderflusse an. Sein Angriff auf Magerfontein steht wahrscheinlich bevor. Brüssel, 12. Februar. Während der letzten Kämpfe am Tugela wurden drei englische Bataillone gefangen genommen. Die Buren erbeuteten 8 Kanonen größten Kalibers und 6 Munitionswagen. dort gelang es vorigen Donnerstag, eine Wildsau zu er« legen, angeschossene Keiler entkamen in der hereingebrochenen Dunkelheit, von denen einer am andern Tage noch nieder« icschossen wurde. Die neuerdings eingetretene Wmterkalte treibt die Tiere mehr aus ihren Verstecken hervor- und wird eS, wenn dieselbe noch von Dauer ist, hoffentlich gelingen, iiir längere Zeit hinaus die Gegend von dieser Plage zu ’äubern. ___________________ Lr HM Idee lag - M nW rm i, unb zwar Mr btt Meis erhalten. Die mern, während den ist verabreicht mck. tr des von ihr Zettel schreiben, m ontvo aus [ten bekannt gtLÜen sUS «en« W’l in * S»SS‘ irfte. |l*wei«unfn‘®111'1 « ‘'m cL einen /uch \ 1 DCR Mann * Pension in einer Familie oder Hotel gesucht. Off unt. 1122 an d. Exp. d. Bl. WareN'Posten^ i jeden Umfangs und jeder Art werdn gegen sofortige Barzahlung petS gerauft. Offerten an Haasenstein & Vog- ler, A.-G., Kassel unter K. 68. 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Violine), Konzertmeister August Allekotte (Viola) und Heinrich Appunn (Violoncello) aus Frankfurt am Main. Programm. 1. Streich-Quartett in D-dur.......J, Haydn 2. Streich-Trio (zwei Violinen nnd Viola) . . . . A. Dvorak, 3. Streich-Quartett in B-dur, op. 18, No 6 . . . L van Beethoven- Eintrittskarten zum Preise von Mk. 1.50 (numerierte Plätze 2 Mk.) sind bis zum Sonntag den 18. Februar ausschliesslich für Mitglieder (welche eine solche für einen numerierten Platz unentgeltlich erhalten), von Montag ab auch für Nichtmitglieder in der Musikalienhandlung des Herrn Challier zu erhalten. Theater-Verein. Freitag den 23. Februar: Satisfaktion von Roberts. 1138 Gasts Hubert Dietzsch. Ein nationales Prachtwerk. Soeben wurde komplett das im vornehmsten Gescmack ausgestattete, reich illustrierte Prachtwerk: Dip Rhfliinlando von Mainz bis Koblenz, ItllvllllClliUv dje Thäler der Lahn und der Nahe. Von Dr. M. Schwann. Mit 150 Illustrationen. Hochfeiner Einband in 7 Farben. Preis: 80 Mark. 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Graf Thorane, französischer General, Althof, sein Adjutant, Rat Goethe Frau Rat Goethe Wolfgang, ihr Sohn, Srajl-fur-er Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Kursbericht m 3« Kurz & Co., Hießen, MxMlrifr 63. Frankfurter Börse vom 10. Februar 1900. eweext 8 */, Deutsche birich-anl. 8 Preuß. ConsolS 87. Gr. Hesfische Ob!. 4 Stadt Dannstadt v. 1881 4 Stadt Worm« unk. b. 1901 98.75 88 80 86 40 ouo.oo 0C0.00 tßrocent 47, Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold'Rente 8 Portugiesen 5 Mexikaner amort S. I-II1 4 Monopol-Griechen von 1887 99.45 99 25 28.60 42.25 46.20 8 Oesterr. StaatSbabn v. 1885 00 0014 «isenb. Rentenb. D6L 99.00 3 Ital. staatSgar. Etsenb. 58.(0,4 BuderuS Obl. 95 50 87, Frankftr. Hvp. Bk unk. b. 190« 95.0014 Hambrgr. HypBk. unk. b. 1905 100.50 87, Ficks.HyP.Gred.Bunk.b.190« 94.40! 4 Preuß.Hyp.A.Bkunk.b.1900 100 00 4 oro. unk. b 1907 100.50 1 4 Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.1904 100 00 4 Deutsche »rdsch.B. unk. b. 1904 100.40s 4 Frks.Ldw.Ered^k.unkch.1900 98.95 Lärmst. Bk.'«ctien 20 Franken-Lt. Snal. SovereignS Dollars in Oolb • elbf etteiit 8rtefl ®elb 00 00 20.46 4 20 16.28 Franz. Banknoten 20.42 Oesterr. dto. 4.17 Americ. «»eudeourfer OOO.CO I Oesterr. Gredit'Actien Brief e«D 00.001 81 85 00.60 84.55 C0.00|4.l77, 238.10 Dienstag nachmittag: Lirilerein. Konzert.1 Berantwortlichrr Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'fchen UniversitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. bie W- tooi an bin W hWis zm Tll erteilt- ,Laag» ji. gegen, 3hre Grriichten ist,die * bah die Transvaal erstere den Kamv) Diele GeMe W beiden ArMle Ablichten der gr Unabhängigleit jetzt hat dieser gemacht und B] behandelten. 5 seine innere A jetzige und fri Schwesterrepubli unb nicht einma die Basutos auch nicht, als nach 14 Jahren einfälle fie als England unf. als es eine Mel berieten benötigt bitteren Weid)rot rechter de «illi März Ml Vv Frieden. Wir Land zu gehen zu zwecklos.... 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